Wolfgang Blau: «Der ideologische Widerstand, eigene Rollenbilder zu überdenken, ist groß.»
«Wir müssen die Inhalte an allen Wasserlöchern der digitalen Kultur bereithalten» – Zeit Online-Chefredakteur Wolfgang Blau im Interview über die «Wild-West-Phase» der Nachrichtenportale, «kollaborativen Journalismus» und mehr Bezahlinhalte auf Zeit Online.
Koalitionsverhandlungen: Wo bleibt die digitale Anreicherung? Wo bleibt Twitter? Wo bleiben die Blogs?
Die Koalitionsverhandlungen wären ein ideales Testfeld, um politische Alltagsroutinen auch nach dem Wahlkampf digital anzureichern: Kontinuierliche Tweets zum Verhandlungsgeschehen und allabendliche Blogeinträge von den Verhandlungsführern könnten die Spekulationswut der Hauptstadtmedien angenehm konterkarieren. Obama hat das alles vorgemacht. Hierzulande kämpft nur noch @westerwave gegen einen typisch deutschen Offline-Herbst.
An der Flüchtigkeitsfront
Wir leben in merkwürdigen Zeiten: Zeitungen werden durch zu viel Liebe zerstört, die Kulturflatrate ist längst da und der Kommunismus könnte mit digitaler Hilfe doch noch siegen.
Micropayments im Online-Journalismus: Kostenfalle Einzelverkauf
Der Einzelverkauf von Artikeln gilt vielen Zeitungsverlagen als praktikables Online-Geschäftsmodell. Doch damit droht die Kostenfalle, denn das Bündelprodukt «Zeitung» wird im Netz aufgeschnürt. Was fehlt, ist die Frage: Was ist der Vorteil für den Leser?
Verstrickt: Thomas Gottschalk im ZDF-Bild.de-Mix
Thomas Gottschalk mit ZDF-Mikrofon in der Hand in einem Bild.de-Video und mittendrin und vorne dran Werbung: Ein Sittengemälde der Verstrickung von öffentlich-rechtlichem Fernsehen mit dem boulevardmedial-kommerziellen Komplex. Ein ehemaliger Grimme-Institut-Leiter fragt: illegale Quersubventionierung?
Ist die SPD jetzt völlig matschie?
Zwei Tage nach ihrer schlimmsten Wahlniederlage in der Geschichte der Bundesrepublik wählte die SPD-Fraktion den Verlierer zum Oppositionsführer. Und drei Tage später votierte die Thüringer SPD-Spitze für eine Koalition mit der CDU.
Mehr Dialog wagen: Die SPD braucht einen neuen Führungsstil
Nach den Wahlen liegt die SPD darnieder. Ein Neustart in Ton und Stil fehlte bereits im Wahlkampf, der auf viele autistisch-trotzig wirkte. Die SPD braucht eine neue Führung und muss lernen, dass politische Kommunikation Zuhören verlangt.
Leistungsschutzrecht für Verlage: Mehr Schaden als Nutzen
Presseverlage fordern von der Politik ein eigenes Leistungsschutzrecht. Aber Vorsicht: Ein umfassendes Monopolrecht an Inhalten könnte zwar den Online-Angeboten der Verlagshäuser eine sprudelnde Geldquelle bescheren. Es würde aber gleichzeitig die aufkeimende neue Informationslandschaft und die Vernetzung von Informationen massiv behindern.
Der Nichtwähler: Eine unbekannte Spezies
Der Nichtwähler ist der letzte große Unbekannte der politischen Forschung. Wie sieht er aus?