Oliver Geden 12.11.08

Die undurchsichtigen Energiesparziele der EU

Im Jahr 1 vor der Finanzkrise, genauer gesagt im März 2007, einigte sich die EU unter deutschem Vorsitz auf einen weitgehenden Energie-Aktionsplan. Eines der damals verkündeten Ziele lautete, bis zum Jahr 2020 mindestens 20 Prozent des Energieverbrauchs einzusparen. So verlautete es damals auf den Pressekonferenzen, die Medien haben es seither tausendfach wiederholt.

Peter Glaser 11.11.08

Fertig, los –

Die “New York Times” nannte es vor ein paar Tagen das Zeitalter der Ungeduld. Abermillionen Menschen sitzen Tag für Tag vor ihren Computern und warten darauf, dass das Betriebssystem endlich fertig gestartet ist. Aber es ist nicht einfach nur Ungeduld, sondern die moderne Version davon. Die Wartezeiten werden kürzer. Dateien laden schneller, Webseiten bauen sich zügig auf. Dennoch helfen die immer schnelleren Maschinen nicht gegen die moderne Unrast im Gegenteil.

Justus Haucap 10.11.08

Brauchen wir mehr Staatsunternehmen?

Die Krise der Sozialen Marktwirtschaft wurde nicht durch den credit crash ausgelöst – es gab schon länger einen Schwelbrand: Die Zustimmung zu stärkerem staatlichen Engagement in allen Lebensbereichen steigt seit längerem. Auch die Politik liebäugelt vermehrt mit staatlichem Unternehmertum. Staatsunternehmen sind in bestimmten Bereichen einer politisch gestalteten Marktwirtschaft unverzichtbar. Mit ihnen sind aber auch erhebliche Nachteile verknüpft, die in der Krise nicht verdrängt werden sollten.

Christoph Bieber 05.11.08

Barack Obama: Auf dem Weg zum Präsident 2.0

Der Wahlsieg von Barack Obama basiert auf den «Rovian politics» der Schlüsselstaaten-Kampagne – und auf dem massiven Einsatz des Internets. Diese Machtressource wird aus der politischen Strategie von Obama nicht mehr verschwinden. Sein neuer Stab für das Weiße Haus steht vor der großen Aufgabe, eine überaus erfolgreiche, bürgerbasierte Online-Kampagne allmählich in «Presidential Politics 2.0» zu transformieren.

Redaktion Carta 05.11.08

Obama: The Victory of Cool

Barack Obama hat die Wahl zum US-Präsidenten vor allem durch überlegende Identitätspolitik gewonnen: Seine wichtigste Programmatik war die eigene Souveränität, das abstrahlende Rollenmodell einer selbstbewussten, stilsicheren Persönlichkeit mit Gestaltungswillen. Die Wahlkampfmaschinere hatte im Grunde nur eine Aufgabe: Durch ihr Funktionieren die Führungsqualitäten des Kandidaten nachzuweisen. Gelungen: Obama ist der «Vollzugsbeamte des Zeitgeists» jubelt Matussek im Spiegel.

Mercedes Bunz 03.11.08

Für eine neue Poesie der Neugier: Das Web verändert den Journalismus – nicht nur online

Der Ruf des Online-Journalismus ist ein Desaster. Bei gestandenen Print-Journalisten hat er kein Renommee: Online-Journalismus liegt angeblich allein in den Händen von schlecht bezahlten und unerfahrenen Jungjournalisten, die hauptsächlich Agenturmaterial verwursten, wenig an ihren Texten hängen und kaum recherchieren.

Justus Haucap 31.10.08

Mindestlöhne und die Privatisierung der sozialen Gerechtigkeit

In den Wirren der Finanzmarktkrisen geht fast unter, dass wir in Deutschland momentan auf einem ganz anderen Feld vor fundamentalen Weichenstellungen stehen: In gleich zwei Gesetzen geht es um die Festsetzung staatlicher Mindestlöhne. Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission, warnt davor, dass sich der Staat durch Mindestlöhne seiner sozialen Verantwortung entziehen könnte. Arbeitgeber und Gewerkschaften könnten sich mittels Mindestlöhnen unliebsamer Konkurrenz zu entledigen versuchen. Leidtragende wären die Arbeitslosen und Verbraucher – und langfristig die Tarifautonomie.

Robin Meyer-Lucht 28.10.08

ZDF versendet eigene PR-Meldung im ›heute journal‹

Wenn das ZDF, wie am Sonntag, mit einer seiner monumentalen Geschichtsdokumentationen nicht eine, sondern zwei Millionen Zuschauer zwischen 14 und 49 Jahren erreicht, ist das dem Haus nicht nur eine PR-Mitteilung wert. Das heute journal leistet bereitwillig publizistische Unterstützung und produziert einen grotesken Werbefilm in eigener Sache. Dabei gibt es Kritiker genug.

Robin Meyer-Lucht 23.10.08

Vorbild Bundesregierung: sei innovationsfeindlich, habe Angst vor dem Medienwandel

Die «Nationale Initiative Printmedien» hat zwei Chancen: Entweder sie entwickelt sich zu einer Initiative zu Qualitätsjournalismus sowie den medienpädagogischen und strukturpolitischen Herausforderungen einer On-Demand-Gesellschaft oder sie bleibt reine Geldverschwendung.

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