Ohne staatliche Interventionen als Fundament für einen besseren Journalismus geht es nicht
Für die US-Autoren John Nichols und Robert W. McChesney ist die Kommerzialisierung des Journalismus an sein Ende gekommen. Ohne weit reichende politische Intervention sei die Substanz des Journalismus nicht zu retten. Es ist Zeit, über gezielte politische Aktionen zugunsten des Journalismus – aber auch über seine Schwächen und Probleme – nachzudenken.
Augsteins Internetbaustelle: Wird der Freitag das nächste Zoomer.de?
Holtzbrincks Zoomer ist ja schon Geschichte. Augsteins Freitag dagegen hat gerade erst so richtig neu begonnen, inzwischen aber schon Ärger mit seinen Bloggern. Was auf den ersten Blick nur nach technischen Unzulänglichkeiten einer Anlaufphase aussieht, könnte ein tief reichendes Kulturproblem sein und das gesamte Projekt in Gefahr bringen.
Köhlers Rede: Diskussionsstoff ohne Einbettungsfunktion
Horst Köhler hat gestern eine Rede gehalten, die besser und reicher an Deutungsangeboten war als man erwarten konnte. Doch er blieb in den klassischen Mustern der politischen Rhetorik verhaftet. Die Chance, seine Rede nachträglich als Video in voller Länge und auch eingebettet zu verbreiten, vertut Köhler. Auch einen Feedback-Kanal gibt es nicht. Er ist so gesehen noch ein TV-Präsident, der das Interesse am Neuen und an Bürgerbeteiligung eher plakativ vor sich her trägt.
Schickler-Berater Kahlmann: «Kostenpflichtiger Universaljournalismus verliert an Bedeutung»
Der Schickler-Berater Alexander Kahlmann fand auf einem Hearing der Bundesregierung zur Pressewirtschaft klare Worte: «Kostenpflichtiger Universaljournalismus» werde zunehmend von kostenlosen, zielgruppenaffinen Angeboten verdrängt. Das Kernproblem der Verlage seien nicht ihre hohen Kosten, sondern die mangelnde Flexibilität in ihrem Denken.
Rundfunkräte direkt wählen!
Der Fall Koch/Brender ist nur die Spitze des Eisbergs, was den Einfluss der Parteien bei den Rundfunkanstalten betrifft. Warum sind überhaupt Parteivertreter in den Rundfunkräten? Warum werden diese nicht von den Gebührenzahlern direkt gewählt? Oder indirekt von einem gewählten Gremium, das parteiunabhängig ist?
Schon gemerkt? Internet macht glücklich
Digitale Avantgardisten sind mit ihrem Leben zufriedener als andere. Das hat Thomas Hess von der Universität München in einer Studie für die Deutsche Telekom herausgefunden. Auch wenn Ursache und Wirkung hier unklar bleiben, zeigt die Studie doch, wer hier lustvoll die Internetentwicklung treibt: die Nutzer.
Urteil gegen Hartplatzhelden: Nicht zur Nachahmung empfohlen
Mit dem Urteil gegen das Videoportal Hartplatzhelden hat sich ein neues Rechtskonstrukt durchgesetzt: Bei einem Amateurvideo vom Fußballplatz handelt es sich um eine «Nachahmung», nicht um ein eigenständiges Werk. Damit wird ganz normalen Bürgern das Recht abgesprochen, mit einer ganz normalen Videokamera auf einem ganz normalen Fußballplatz ganz normale Bilder zu drehen und zu veröffentlichen.
Die FTD hat es vorgemacht: Wahlempfehlungen sollten kein Tabu sein
2002 hat die Financial Times Deutschland erstmals eine Wahlempfehlung abgegeben. Sie hat dafür viel Kritik einstecken müssen. Dabei ist nicht zu verstehen, warum Redakteure für Hintergründe und Meinungsbildung zuständig sein sollen – im letztlich entscheidenden Punkt aber keine Meinung vertreten sollen.
Kleine Änderung im Mediengesetz: Thüringer SPD will Lokalfernsehen an die WAZ verschieben
Angesichts der schwierigen Lage des lokalen Fernsehens sieht die SPD in Thüringen keinen anderen Weg als höhere Beteiligungen der WAZ am Lokalfernsehen zu erlauben. In Zukunft bestimmt dann der Lokalzeitungschefredakteur, was im Lokalfernsehen läuft. Vielfalt sieht anders aus. Und lässt sich anders sichern.