Die AfD und die Schuld
Kommentierung und Interpretation der Wahlergebnisse in Meck-Pomm sind an Albernheit kaum noch zu überbieten. Aus diesem Turmbau aus Albernheit ragt die Suche nach der Schuld besonders heraus. Schuld. Schuld lade ich auf mich, sobald ich durch mein Handeln (dazu zählt auch Nichtstun) anderen Schaden zufüge. Kein Schaden, keine Schuld. Wollen wir einen kurzen Blick auf die mecklenburgburgisch-pommersche „Schuldfrage“ werfen:
Freiheit und Ausbeutung
Im gängigen Sprachgebrauch symbolisiert Markt Freiheit, während Kapital einen Beigeschmack von Ausbeutung hat. Kapital und Ausbeutung in eins zu setzen, ist auch nicht klüger, als Markt mit Freiheit zu identifizieren. Wovon wird in Deutschland geredet, worüber wird geschwiegen im öffentlichen Diskurs der politischen Ökonomie? Eine Kritik in mehreren Teilen.
Schöner, neuer Faschismus
In Mecklenburg-Vorpommern könnte die AfD am Sonntag zweitstärkste Kraft werden. Solche Wahlerfolge sind kein Ausdruck demokratischer Normalität, sondern einer Radikalisierung des Landes. Um die Demokratie zu deformieren, braucht es keinen neuen Führer, nur die Gleichgültigkeit der Demokraten. Es wird Zeit, die Bedrohung durch die Neue Rechte endlich ernst zu nehmen.
Kretschmanns Ablehnung von Navid Kermani
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann klingt im aktuellen SPIEGEL so, als sei eine mehrjährige Lehre des politischen Handwerks Bedingung für die Zulassung zum Amt des Präsidenten. Ein fatales Signal – das sich gegen Navid Kermani richtet. Dabei wäre dieser zweifelsohne ein guter, eminent politischer Präsident.
Ein Freiluftmuseum des Versagens
Der skandalumwitterte Lückenschluss am Leipziger Platz verrät einiges über die Gestrigkeit der Berliner Stadtentwicklung. Das hält die regierende SPD nicht davon ab, im Wahlkampf Wurstigkeit und Selbstzufriedenheit zu Tugenden zu erklären.
Hinter der Burka eine Sphinx?
„Probe auf die liberale Gesellschaft“ oder „Zeichen der Freiheit“? Die Debatte über ein Verbot der Vollverschleierung ufert aus, dabei wissen wir praktisch nichts über die Verhältnisse, in denen sich verschleierte Frauen bewegen. Wir müssen einen Weg finden, der ihnen unsere Mehrheitsgesellschaft öffnet.
Die Wirtschaftsredaktion betet zum Gott Wachstum
Früher „Wachstum“ und „Innovation“, heute „Industrie 4.0“? Eine Studie belegt, wie leichtfertig der Journalismus Begriffe der Standard-Ökonomie übernimmt, die weder wertneutral noch unhinterfragbar sind.
Hillary Clintons apokalyptische Reiter
Die größte Schwäche der Präsidentschaftskandidatin könnte ihr selbst zum Verhängnis werden: Bei aller Erfahrenheit tut sie sich schwer damit, die Gefahren zu erkennen, die von den eigenen Thronhelfern ausgehen.
„Ekel vor dem Proletariat“?
Über die Tendenz der Medien, einen „Grundwiderspruch“ zwischen Funktionären und „Pöbel“ zu konstruieren.