Der Merkel-Feminismus
Das ist der Merkel-Feminismus: Alle mächtigen Männer der CDU solange wegzuloben oder zu befördern, bis sie selbst gehen, lahm gelegt oder jenseits des entscheidenden politischen Einflussradius angelangt sind. Es ist zugleich ein einsamer Feminismus – dessen wichtigster Referenzpunkt Merkels Machterhalt selbst bleibt.
Steuerorgie statt Sparpaket: Schwarz-Gelb verspielt letzten Kredit
Die schwarz-gelbe Koalition setzt lieber die Steuern rauf, als konsequent und vorbehaltlos zu sparen. Das lässt einen langsam am Primat und der Gestaltungsfähigkeit von Politik an sich – und dieser Regierung im Besonderen – zweifeln. Klar ist: Wer glaubwürdig sparen will, muss auch das Hotelprivileg wieder kassieren.
Von Rückkopplung, Selbstverstärkung, Aufschaukelung und Resonanz im Falle Köhler
Peter Kruses Theorie der Kommunikation im Netz und ihrer Wechselwirkung mit den klassischen Massenmedien wird durch die Berichterstattung rund um den Rücktritt von Horst Köhler bestätigt. Weil die Medien absichtsvoll die Aufschaukelung verstärkt haben, weil sie gelernt haben, sich im Netz an Geschichten und Meinungen zu bedienen, kam diese Entwicklung in Gang.
Fahnenflucht!?
Horst Köhler hat etwas getan, was man in Deutschland nicht tun darf: kapitulieren, hinschmeißen, aufgeben.
Der Hund bekommt im Nachhinein Prügel. Teil IV der Serie „Abmahnrepublik“
Ja, es gibt sie: die tapferen Kämpfer gegen den Abmahnwahn. Doch es sind vorwiegend Einzelkämpfer, kleine Vereine, engagierte Betroffene, die unermüdlich Fälle sammeln und dokumentieren. Was hierzulande fehlt, ist eine kampagnenfähige Lobby.
Die Bundesleberwurst: Köhler kneift, weil er kritisiert wird.
Horst Köhler ist zurückgetreten, weil er beleidigt ist über die Kritik an seinem Interview zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr. Jetzt braucht es jemanden mit Ideen für Deutschland und einer anderen Vorstellung für dieses Amt. Für Parteikasperl und Bundesleberwurst bedarf es keiner Institution mit Verfassungsrang.
Die Ursache – nicht der Anlass – für den Rücktritt des Bundespräsidenten.
Horst Köhler wollte gut ankommen und nicht als schmutziger Politiker gesehen werden. Also hat er – obwohl selbst Vollblutpolitiker – Politikerschelte aus Populismus betrieben. Das haben sie ihm irgendwann übel genommen. Aber auch ein Bundespräsident braucht Freunde.
Steul: «Im Hörfunk versendet sich manches, im Web versendet sich nichts.»
“Die Überschrift ‘Horst Lübke’ hätte ich niemals durchgehen lassen.” – Deutschlandradio-Intendant Willi Steul über das für seine Sender geführte Interview mit Horst Köhler und die Folgen: über die zwei Fassungen, die Proteste im Web, grenzwertige Zuspitzung und pawlowsche Reflexe [mit Video].
Was für eine Heuchelei: Wenn Köhler geht, muss auch Westerwelle zurücktreten. Beide sagten das Gleiche.
Köhler sagte das, was alle wissen und alle denken. Was für eine beispiellose Oberflächlichkeit in der Berichterstattung und der Analyse des Rücktritts von Horst Köhler von seinem Amt als Bundespräsident.