Merkel bei RTL: Kuschelshow für die Einzelfallberaterin der Nation
Die RTL-Sendung «2009 Wir wählen» geriet zum unkritischen Betroffenenplausch mit der Kanzlerin. Merkel konnte sich Fragen nach den größeren politischen Linien bestens entwinden. Sie war augenscheinlich von RTL bis an die Grenze der Manipulation vorab gebrieft worden. Immerhin: Twitter machte das kontrollierte Theater etwas erträglicher.
Google für alle
Kann man von Google lernen? Besser schnell, meint Medienexperte Jeff Jarvis. In seinem Buch «Was würde Google tun?» erklärt er in unterhaltsamer, informativer und auch noch verständlicher Art und Weise nicht nur wie sich die Welt verändert hat, sondern konkretisiert auch für die verschiedensten Bereiche, wie man damit umgehen kann.
Medienlinks zum Wochenstart: Ausgepresste Zeitungen?
Diesmal mit: Printanalyse von Kramp und Weichert, NYT erwägt Seitenaufrufzähler, Wolfram Alpha und ”database journalism», neue Jugendmarke Yourzz.fm
Die vier Regeln der Medienkanzlerin Merkel
Angela Merkel hat ihren Medienkanzler-Vorgänger lange überholt: Sie versteht die Funktionslogik und die Bedürfnisse der Medien besser als er. Sie spricht mit allen und zeigt professionelle Distanziertheit zur journalistischen Klasse. Die Königin der Hintergrundgespräche kann im Wahljahr mit ihrer Medienbetreuung eigentlich ganz zufrieden sein.
Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0
Die New York Times bringt einen neuen Reader heraus und mit ihm ein Abo-Modell für das Internet. Ist der «Times Reader 2.0» die Lösung aller Probleme für das strauchelnde Traditionsblatt?
Das Kindle als Kuckucksei
Die Zeitungsverlage sind nicht strukturkonservativ. Ganz im Gegenteil. Sie beschleunigen den Medienwandel: Sie ziehen ihre eigene Konkurrenz groß.
Verweigerung im Wandel: Dem Journalismus sind seine Leitideen abhanden gekommen
Der Presse ist ihre Macht zum Verhängnis geworden: Sie konnte sich lange Zeit dem sozialen Wandel und dem breiten öffentlichen Diskurs über ihren eigentlichen Zweck entziehen. Das Ergebnis ist ideen- und zukunftsloser, unkritischer und langweiliger Journalismus. Die Branche hat sich um ihre Begründung gebracht.
Medienlinks zum Wochenstart: Wozu Zeitung?
Diesmal mit: SZ-Magazin regt Diskussion über Journalismus-Zukunft an – Kindle DX soll Zeitungen retten – Interview mit Franziska Heine – Chicago Now – Warum Websites Google nicht blocken
Ex-Wahlkämpfer Machnig: Internet bleibt zweitrangig, Tagesschau sticht Spiegel Online
Gerhard Schröders ehemaliger Wahlkampfmanager Matthias Machnig gibt sich ganz als der Haudegen der alten Medienordnung: Das Internet sei ein nettes Werkzeug, aber es löse das zentrale Problem der Parteien nicht: die Krise zu erklären und sich ein Mandat für ihre Überwindung zu holen.