Wolfgang Michal | 18 Kommentar(e)
Bis zur Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen sind es noch sechs Wochen. Möglich, dass die FDP abstürzt und die CDU mit den Grünen eine Koalition bilden darf. Das wäre die ideale Voraussetzung für die ersehnte schwarz-grüne Wende im Bund.
28.03.2010 |
Dass er nur sechs Monate nach seinem größten Triumph so gnadenlos heruntergeschrieben würde von den deutschen Leitmedien, das hätte sich Guido Westerwelle sicher nicht träumen lassen. Aber – so könnte man lächelnd hinzufügen: Es ist ja für einen guten Zweck. In Nordrhein-Westfalen soll am 9. Mai (endlich wieder – wie 1966!) Geschichte geschrieben werden.
Schwarz-grün am Rhein würde eine Wende im Bund einleiten, und den Grünen – als den künftigen Koalitionspartnern der CDU – den endgültigen Durchbruch als Königsmacher verschaffen. Was für eine Ironie: Der Rheinische Kapitalismus käme durch die Hintertür zurück (mit einer ostdeutschen Kanzlerin an der Spitze). Und die FDP (als die düsseldorferischste deutsche Partei) müsste ausgerechnet in Düsseldorf ihre traditionelle Rolle als Mehrheitsbeschaffer an den grünen Widersacher abtreten. So viel Absturz war nie!
Ich glaube, die Deutschen die deutschen Journalisten haben richtig Lust auf dieses Experiment. Sie wollen sehen, ob die CDU mit einem kompetenten Koalitionspartner an der Seite wieder zu einer inhaltlich überzeugenden, christdemokratischen Linie findet. Die grüne Partei soll die CDU inspirieren, beatmen, düngen und pampern.
Für diese Dienstleistung wäre die Merkel-CDU sogar bereit, in der Energie- und Verkehrspolitik, in der Familien- und Gesellschaftspolitik, in der Forschungs- und Bildungspolitik Zugeständnisse zu machen. Die CDU würde ihre Bastionen Gymnasium, Atomkraftwerk, Kleinfamilie und Autobahn nicht mehr ganz so rückhaltlos verteidigen und weiter in die Mitte rücken. Und die sich bedroht fühlenden, aggressiven Teile des Bürgertums (die sich am ehesten von Politikern wie Christoph Blocher, Anders Fogh Rasmussen, Silvio Berlusconi, Vaclav Klaus, Lech Kaczynski, Sarah Palin oder Geert Wilders vertreten fühlen), müssten sich rechts von der CDU eine neue Heimat suchen.
Galionsfiguren für einen solchen Populismus sind in Deutschland (noch) nicht in Sicht. Aber Guido Westerwelle hätte das Zeug, uns nach der nächsten Bundestagswahl den Geert Wilders in spätrheinischer Version zu geben.



Westerwelle als Wilders? Ich bezweifle es stark. Zwar haben in den Niederlanden schwule Rechtspopulisten durchaus Tradition, aber zwischen Wirtschaftsliberalen und Islam”kritiker” ist doch ein großer Unterschied.
Eher werden Leute wie proNRW oder ähnliche Zulauf bekommen.
Aber mal ganz abgesehen davon: Ich verstehe den ganzen Hype um schwarz-grün nicht. Was ist denn eine CDU, die mehr Positionen der Grünen übernimmt? Eine SPD? Warum dann nicht direkt? Ich halte es irgendwie für eine überzogene mediale Konstellation, die richtiggehend herbeigeredet wird.
Interessant wären mal Berichte darüber, wie stark doch der Unmut an der Grünen Basis teilweise ist. Es ist ja immerhin so, dass die Grüne Jugend klar gegen schwarz-grün ist. So stark gegen die eigenen Leute zu agieren, könnten die Grünen doch eigentlich nicht überleben. Oder doch? Die Fachleute befassen sich damit kaum
Treffer! Guido fischt im Trüben. Fallschirmspringen gehört aber nicht zu seinen Hobbys, oder doch?
@Tharben
Sport zählt schon zu seinen Hobbies, aber interessanter ist vielleicht der Lieblingsfilm: “Rocky Horror Picture Show”
http://www.op-online.de/bundestagswahl-2009/bundestagswahl-2009-internet-steckbrief-spitzenkandidaten-424185.html
Jedenfalls interessante Entwicklung.
Der deutschen Journaille scheint es allmählich zu dämmern, dass sie in ihrer Mehrheit dem Prekariat näher ist als den Fleischtöpfen der Lobbyorganisationen.
Die Dummheit/Frechheit, mit der ein WW mit falschen Zahlen ‘argumentiert’, kann einfach von einem Journalisten, der noch ein bisschen journalistische Ehre im Leib hat,
einfach nicht verteidigt werden.
Dass unsere selbsternannten Leistungsträger mehrheitlich gesellschafttsblinde Egoisten zu sein scheinen, passt dann ganz gut passt da ganz gut, die von einer Spasspartei zum Ankläger ‘spätrömischer Dekadenz’ mutiert.
Irgendwo bleibt da die Kohärenz so auf der Strecke dass der SUV-fahrende LT sich das Kinn auf seinem geliebten Asphalt blutig schrammt.
Dass die ‘Mittelschicht’ der Machart FDP ein wissenschaftlich/logisches Problem hat, entdeckt etwa die Zeit da:
http://www.zeit.de/2010/13/Wohlstand-Interview-Richard-Wilkinson
Wer sich zeitig umgeschaut hat, kennt Wilkinson seit Jahren.
Bei einer Partei, die sich offenbar durch Ignoranz definiert, bleibt da allenfalls eine zynische Klientel, und es wird interessant sein, zu sehen, wieviel von dieser Sorte sich als FDP-Wähler outen.
Lindner, wie gestern bei Anne Will, entblödet sich in einer Weise, dass einem schon die Spucke wegbleibt.
Brüderle, Niebel, Koch-Mehrin …? da muss irgendwo ein Nest sein.
Wen bei so einer Mannschaft nicht das nackte Grausen, und zwar schon aus einer intellektuellen Ästhetik heraus, wenn schon sonst wegen nichts, dem werde ich zumindest die Freundschaft kündigen.
Sloterdijk, Horx, Heinsohn, die noch vor ein paar Jahren als -mehr oder weniger-harmlose Intellektuelle in der geistigen Landschaft standen, outen sich als sozialdarwinistische Klassenkämpfer.
Da muss die geistige Axt etwas tiefer angesetzt werden.
Ob das Journalisten leisten können, bin ich mir nicht sicher.
Aber sie können moderieren.
O.g. Wilkinson Artikel in der ZEIT zeigt in die richtige Richtung.
Anders gesagt: Die FDP ist die Partei, die den Postmodernismus falsch verstanden hat, und meint durch eihnen abstrusen Mix von ‘Fakten’schnipseln, die meist sogar falsch sind, und billiger Propaganda glaubt, eine Wolkenkuckuksheim von Gesellschaftsmodell zu vermarkten wie einen Hamburger.
Es sollten sich die Journalisten gut überlegen, ob sie da mitmachen.
Hatte nicht Sam Spade ein Detektiv-Ethos?
Übrigens hat sich Robert Jensen mit “The collapse of journalism / The journalism of collapse” einen sehr interessanten Essay verfasst, der hier vielleicht den einen oder anderen interessieren könnte.
http://uts.cc.utexas.edu/~rjensen/freelance/collapseofjournalism.htm
Was Anne Will betrifft:
Typisch, wie hierzulande Meinung gemacht wird.
Will Media GmbH.
Last time I checked: 10Mio Euro Budget für 3 Jahre.
So korrumpiert man Journalismus.
Anne Will und ihre Netzwerke sollten ebenso Gegenstand von investigativem
Journalismus sein, wie Sabine Christiansen, die sich wohl gerade rechtzeitig absetzte, bevor ihre Berliner Netzwerke allzu sehr ins Licht kamen.
PS:
Bin kein Journalist.
Bin nur wütend.
Sorry,
etwas schnell geschrieben.
Für Tippfehler bitte ich um Entschuldigung!
Danke.
@Groo: Wut schlägt immer gleich auf die Grammatik! Und so ganz habe ich auch nicht verstanden, was Sie eigentlich sagen wollten. Könnten Sie Ihren ersten Satz noch mal in Ruhe erklären?
@Groo: Netter Beitrag! Würde mir eine größere Aufmerksamkeit für ihn wünschen.
@Wolfgang Michal,
Ich beziehe die Frage auf
” Der deutschen Journaille scheint es allmählich zu dämmern, dass sie in ihrer Mehrheit dem Prekariat näher ist als den Fleischtöpfen der Lobbyorganisationen.”
Habe ich das recht verstanden?
(für die Assoziationen zu ‘Journaille’ bitte ich ggf um Entschuldigung. Ehrensache. )
Fakt scheint mir zu sein, dass das Absinken der J. ins Prekariat sich daraus erklärt, dass Journalisten ihre Zeilen nicht mehr auskömmlich verkaufen können.
(SWR2-audio?)
Was passiert da?
100 Euro x 7 Verlage= 700 Euro.
100 Euro x1 Verlag (Monopol, wg Internet) = 100Euro.
Stimmt an der Rechnung etwas nicht?
Meine Schlussfolgerung:
Journalisten stürzen in einer Rasanz ins Prekariat wie in kaum einer anderen Branche.
Habe ich da was falsch verstanden?
Über die inhaltlichen Folgen können wir streiten.
@Paul #7
Danke.
ich antworte darauf erstmal nicht.
Bitte um Verständnis.
Dass der Beruf Journalist (nicht nur internet-bedingt) eine massive Deprofessionalisierung erfährt, ist klar. Dass ein (wachsender) Teil der Journalisten in prekäre Verhältnisse abzurutschen droht oder ihnen nicht entkommen kann, auch. Aber was bitte hat das mit dem Thema schwarz-grün zu tun? Die Journalisten, die mit schwarz-grün liebäugeln (weil schwarz allein irgendwie zu spießig wäre), leben ganz und gar nicht in prekären Verhältnissen.
Ich sach mal so, je mehr Journalisten über die neue Kombimöglichkeit was schreiben, desto eher werden die Schwarzen und die Grünen geneigt sein, diese auch umzusetzen (Ein Tabu wird gebrochen!). Als Ex-CDU-Mitglied bin ich schon lange, ganz lange dafür.
@W. Michal
ok.
Bzgl der Deprofessionalisierung und drohenden Prekarisierung der Journalisten sind wir uns offenbar einig.
Kann da nur nochmal auf Jensen’s Essay verweisen.
Das Problem betrifft offenbar die ganze westliche Welt.
Was den Zusammenhang (mit Schwarz-Grün) betrifft, denke ich offenbar in anderen Kontexten.
S-Grün ist (marginal?) besser als S-Gelb, würde ich sagen.
Ob das GUT ist?
Natürlich nicht.
Es geht doch darum, -nobel gesagt- das ‘overton window’ zu shiften.
Was offenbar bei bestimmten Leuten in den Geistes- und Sozialwissenschaften, -in den Parteien sowieso- als postmoderne Kulissenschieberei missverstanden wird.
Was Fakten betrifft, sind einige Parteien lernfähig, andere nicht.
Die FDP ist weitgehend faktenresistent und getrieben von einer kaputten Ideologie.
Was die Grünen nicht sind.
Was ich ‘Vernunft’ und ‘Fakten’ nenne, ist eher bei Attac zuhause.
Und da gibt es klare Berührungspunkte mit den Grünen.
Ein Attac-Mitglied habe ich bei der FDP noch nicht gesichtet.
Wenn ich philosophisch werden darf:
VERNUNFT ist nicht beliebig. Es gibt mE zu jeder Zeit nur EINE.
Der Verstand ist eine Hure der Zwecke,
Und das bisschen Verstand, das sich bei der FDP noch befindet, dient sehrt durchsichtigen Zwecken, und ist inkohärent.
So wie Zynismus inkohärent ist.
OK?
Was das “Liebäugeln” der (materiell) etablierten Journalisten mit Schwarz-Grün
betrifft: Da bin ich, ehrlich gesagt, unsensibel. Bzw: ich kann die Relevanz dieses
Befunds (sofern er einer ist) nicht erkennen.
Stehen diese Leute eher der schwarzen oder der grünen Position nahe?
Ich weiss es nicht.
Und ehrlich gesagt, interessiert es mich nichtmal.
Zurück zu Jensen:
Jensen plädiert MASSIV für einen neuen Journalismus, der POSITION bezieht!
(Was in USA ein grösseres Problem als hier ist. Gottseidank!
Abgesehen vom Meinungsjournalismus von Beck oder Limbaugh der Billigmedien wie Fox.)
Die ‘billige’ Rolle spielt hier die Bildzeitung, aus der ein WW seine ‘Fakten’ bezieht.
(s. seine Hartz IV ‘Zahlen’)
Wo ich als Bürger und denkender Mensch höchst ärgerlich werde, ist, wenn jemand die Fakten nicht zur Kenntnis nimmt, und sie wahlweise hedonistisch oder zynisch oder gedankenlos übertüncht.
In der (journalistischen) PRAXIS ist das schwieriger.
Das gebe ich gerne zu.
Es geht darum, das ‘overton window’ nicht den Politikern und Lobbyisten zu überlassen.
Dazu bedarf es allerdings einer fundierten Meinung/Überzeugung.
Und die kommt nicht von der ‘Top’-Journaille des Typs Matussek, Broder, Schirrmacher, Diekmann und Konsorten.
Zyniker mit fragmentiertem Verstand allesamt.
Sowas hoffe ich hier nicht zu lesen.
Habe ich mich zu kompliziert ausgedrückt?
Ich hoffe doch nicht.
So sehe ich die Zusammenhänge.
(Ein letzter Tip: http://www.cjr.org/index.php. Man braucht also nicht immer auf Ed Herman oder Chomsky zurückzugreifen, wenn es um die Tragödie des Journalismus und der Meinungsmache geht. Gehört zur Grundausbildung. Oder?)
Nochmal sorry für die ‘Themaverfehlung’.
Sie betrachten die Lage ganz offenbar aus einem extraterrestrischen Blickwinkel: und von dort oben wird so eine Koalition in NRW auf einmal ganz klein! Jenkins ist natürlich schwer in Ordnung, aber was hilft’s? Insofern teile ich Ihre Ahnung: Thema verfehlt. Aber verziehen!
@W. Michal
Danke für die Nachsicht.
Letzter Kommentar meinerseits:
Ich glaube noch an die Vernunft und die dienende Rolle des Verstandes.
Klingt abgeschmackt, ich weiss.
Dass das als ‘extraterrestrisch’ interpretiert wird, naja.
(Einen Satelliten in Position zu bringen, braucht etlichen Realitätssinn.)
Ich bin zum Schluss gekommen, dass das Normative dem Faktischen IMMER nachgeordnet sein muss!
Sie kennen vielleicht Heinz von Foersters bonmot:
“Nur über das Unentscheidbare können wir entscheiden.”
Dass ist eine tiefe Wahrheit, über die man endlos meditieren kann.
Was heisst das für die Praxis?
Es ist unsinnig, über FAKTEN zu diskutieren.
Das nenne ich POSITION.
Fakten grenzen den Raum des Möglichen unerbittlich ein.
Die Erforschung des Möglichen erzeugt dummerweise immer weiter ‘Fakten’.
Einverstanden?
Das gilt nicht nur für die Physik, sondern auch für das Mentale, Soziale und Politische.
Leider sind die meisten Physiker (und noch extremer: Mathematiker) semi-autistisch.
Gesellschaftswissenschaftler widerum haben ein enormes Defizit an logischem Denken.
Vernetzte Systeme und ihre kausalen Schleifen und Rückkopplungen scheinen sie garnicht recht zu verstehen.
Was die FDP betrifft: Hier scheint es eine enorme Ansammlung von denkschwachen Ideologen zu geben, die nichtmal die Feststellung, dass ihre Rezepte und Strategien den Fakten widersprechen, erkennen können.
(Das ist längst erforscht: Der Inkompetente kann seine eigene Inkompetenz nicht erkennen. Was sozusagen in der Natur der Inkompetenz liegt. Das ist quasi eine Naturkonstante. ‘Kehret in Euch und tuet Busse’
ist ein Aberglaube. Dass passiert in 9x% der Fälle nicht! Wen überrascht das? Sicherlich nicht Sie oder mich!)
Die Grünen sind da wesentlich näher an den Fakten.
Die CDU/CSU ist ein opportunistischer Wackelpudding, und reflektiert eigentlich nur das schwammige Weltverständnis der Mehrheit.
Die Linke sieht die ‘Realität’ aus einer relevanten Perspektive.
(Wenn ich wählen würde, würde ich sie wählen, da sie die momentan drängendsten Probleme adressiert.
Sie ist aber blind gegenüber den EIGENTLICHEN Problemen!)
Als da sind: Ein drohender Kollaps unserer FF-Eierkuchen-Gesellschaft.
Ref:
http://www.theoildrum.com/node/6339
http://www.theoildrum.com/files/Tipping%20Point.pdf
Falls sie nicht faktenresistent sind, lesen Sie sich das mal durch.
Politische Leitlinien ergeben sich da von selber.
Jensen (nicht: Jenkins) versucht das zu verbinden.
Die Fakten liegen auf dem Tisch.
Die Debatte geht um Details. Und die Alternativen sind nicht erfreulich.
In diese Situation haben wir uns allesamt manövriert.
Sollen Idioten den den Weg vorgeben?
Es geht nicht um Lächerlichkeiten wie die NRW-Wahl –obwohl sie indikativ ist, so wie die -damals viel wichtigere- Hessenwahl.
In der wahrscheinlichen Erwartung, nicht verstanden zu werden,
freundlichst:
G.
(PS: Vielleicht schaffe ich es dieses Jahr noch, meinen eigenen Blog zu etablieren, dann muss ich nicht andere mit ‘Themaverfehlungen’ verseuchen, was mir auch unangenehm ist.
Aber: Die Zeit eilt.)
Sorry, natürlich Jensen, nicht Jenkins, ein guter Feminist. Ist mir bei den Recherchen zu “Einsame Klasse. Warum Männer nicht altern” begegnet.
Aus Ihren Beiträgen höre ich einerseits enorme Klugheit, andererseits ein dunkles Raunen heraus.
Darf ich fragen, was Sie beruflich machen, oder ist eine solche Frage zu indiskret im ungleichen Dialog zwischen Anonymen und Nicht-Anonymen. Wahrscheinlich unerheblich angesichts der EIGENTLICHEN Probleme, werden Sie sagen…
Auf Ihr Bog freue ich mich schon. Wie wird es heißen?
@Groo
Schließe mich Wolfgang Michal in 15. gern an.
Rhetorische Frage zu Schwarz-Grün: Wer wohnt denn schon lange in den ehemals selbst besetzten Altbauten mit Garten? Die Entwicklung der Grünen in Richtung rheinische Marktwirtschaft war in Köln vor 15 Jahren schon sehr deutlich.
WW als rechter Bürgerschreck? Nach dem, was er in der letzten Zeit abgeliefert hat? Nö. Reicht nicht.
@#15
Danke für Ihre Anerkennung.
Bin gelernter Kybernetiker. Eine ausgestorbene Art.
Den Rest haben Sie richtig aus meiner email-adresse erschlossen.
Das mit dem ‘dunklen Raunen’ hören Sie schon richtig.
Eine gewisse Ausweglosigeit kann man/ich unserer Situation schlecht absprechen.
Ich gebe aber nicht auf.
Müsste sonst Zyniker werden.
Und Zynismus ist eine logisch unhaltbare Haltung.
Deshalb ist sie für mich tabu, obwohl sie mir das Leben unendlich leichter machen würde.
Was den Namen meines Blogs betrifft:
Weiss noch nicht.
Denke an ‘ToraBora’.
So ziemlich der Kulminationspunkt unserer kollektiven Verblödung.
@Vera.
ich verstehe nicht ganz.
Für mich sind die Grünen eine Art Luxusclub.
Man reist halt alternativ und ist in permanenter Nähe zur Toskana-Fraktion.
Wo Leute hausen, die ich nicht mit spitzen Fingern anfassen möchte.
Andererseits versuche ich, ein Bayesischer Schätzer zu sein, was für mich ein normaler Begriff ist, der aber im allgemeinen Sprachgebrauch vollkommen unverständlich zu sein scheint.
Das ist ein ziemlich schwieriges Metier, wo wir uns alle als Lehrlinge verstehen sollten.
Interessante Einsichten beziehe ich von da:
http://lesswrong.com/.
Das ist allerdings grossenteils unverdaulich, und eine Umübersetzung in -ähem- deutsche Idiome wäre dringend notwendig.
Ich weiss nicht, ob ich das leisten kann.
Kurz: Ich schätze Situationen nach
a) logischen Unmöglichkeiten
b) Wahrscheinlichkeiten auf einer Skala
ein.
FDP => (a)
Grüne => (b)
Wird es so verständlich?
Bleibt also abschliessend festzustellen:
Populisten sind sie (die Parteien) durch die Bank alle.
Wer dem grünen Öko-Populismus anheimfällt, der ist per se nicht besser als derjenige der dem Gleicheits-Populismus der Linken oder dem Leistungs-Populismus der Rechts-Liberalen folgt. Das die CSDUPD sowieso allen, alles verspricht, muss wahrscheinlich nicht extra erwähnt werden – denn dies ist ja quasi die Definition einer “Volkspartei.”
Die Frage die sich stellt:
Wer erklärt dem BAMS-Volk die überkomplexe soziale, wirtschaftliche und politische Realität? Wer hat die “Eier” etwas entgegen dem Konsens zu sagen und notwendige Entscheidung gegen breite Wählerschichten und Interessengruppen durchzusetzen?
Niemand?!
Richtig!