Aufzeichnung der «Berliner Rede zum Urheberrecht» der Bundesjustizministerin
Wie muss das Urheberrecht auf die digitale Revolution reagieren? Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger skizzierte am 14. Juni in einer «Berliner Rede» ihre Anforderungen an eine Novelle des Urheberrechts im Rahmen des «3. Korbs». Carta überträgt diese live.
Leistungsschutzrecht: Ein Fremdkörper in der Marktwirtschaft
Die Verleger wollen ein Recht, das gerade das Kerngeschäft ihrer Wertschöpfung schützen soll. Das ist systemwidrig. Eine wirtschaftliche und strategische Sicht auf das Leistungsschutzrecht.
Besser als ein Leistungsschutzrecht ist eine einfache, standardisierte Bezahlplattform
Verlage in Deutschland brauchen kein Leistungsschutzrecht für das Internet. Ihnen fehlt es an Phantasie und einer einheitlichen Bezahlplattform, mit der Paid Content so einfach wie in Apples iTunes wird.
Leistungsschutzrecht: Nicht nur das Wie, sondern auch das Ob diskutieren.
Das Leistungsschutzrecht löst nur einen Teil des Finanzierungsproblems des Presseverleger, seine Umsetzung ist jedoch eine Herausforderung für Informationsfreiheit und Teilhabe. Wenn sich keine guten Gründe für das neue Monopolrecht finden, sollte es begraben werde – was auch immer der Koalitionsvertrag dazu sagt.
Die Verleger fordern eher zu wenig – Das Leistungsschutzrecht und der Versuch, mit Informationen Geld zu verdienen
Mit welchen Einnahmen können die Verlage durch ein Leistungsschutzrecht mittelfristig rechnen? Fordern sie genug, um wegbrechende Umsätze im klassischen Zeitungsgeschäft auszugleichen? Was wäre eine langfristige Alternative zu Gratisangeboten?
Eine hohle Nuss? Das Leistungsschutzrecht nach dem BGH-Urteil zur Google Bildersuche
Wer seine Inhalte ungeschützt ins Netz stellt, willigt damit auch in eine übliche Nutzung durch Aggregatoren ein – so hat es der Bundesgerichtshof gerade noch einmal bestätigt. Dazu passt das von den Presseverlegern geforderte Verbotsrecht auf die Verwendung von offen im Netz stehenden Textschnipseln einfach nicht.
Berliner Senatskanzleichefin fordert Ende der «freien Wildbahn im Internet»
Standortpolitik meets Digital Economy Bill: Die Berliner Senatskanzleichefin Barbara Kisseler drängt auf Provider-Sanktionen zum Schutz der Kultur- und Medienindustrie. Die Provider sollten endlich Warnhinweise an ihre Nutzer verschicken – und auch eine «Gegenleistung» für die Inhalte erbringen. Die «freie Wildbahn im Internet» liege nicht im Interesse der Gesellschaft.
Leistungsschutzrecht: Presseverlage wollen Zwangsabgaben statt Marktlösung
Mit einem Leistungsschutzrecht wollen die Presseverleger eine Zwangsabgabe auf gewerblich genutzte PCs und andere Geräte einführen sowie Snippets und sonstige Textpartikel einem zusätzliechen Verbotsrecht unterstellen. Zielsetzung ist somit letztlich eine marktfremde Lösung des behaupteten Refinanzierungsproblems der Presse mittels einer Quersubventionierung durch andere Branchen. Weder aus rechtlichen noch aus ökonomischen Erwägungen ergibt sich eine Rechtfertigung für dieses Vorhaben.
Entwurf für das Leistungsschutzrecht für Presseverleger: «Nie dagewesene Rechtsverwirrung»
Die Debatte um ein Leistungsschutzrecht für Presseverlage wird seit vielen Monaten intensiv geführt. Erstmals liegt jetzt ein konkreter Formulierungsvorschlag dazu vor. Die iRights.info-Redaktion kommentiert exklusiv in einer ersten Analyse.