Redaktion Carta 05.11.08

Obama: The Victory of Cool

Barack Obama hat die Wahl zum US-Präsidenten vor allem durch überlegende Identitätspolitik gewonnen: Seine wichtigste Programmatik war die eigene Souveränität, das abstrahlende Rollenmodell einer selbstbewussten, stilsicheren Persönlichkeit mit Gestaltungswillen. Die Wahlkampfmaschinere hatte im Grunde nur eine Aufgabe: Durch ihr Funktionieren die Führungsqualitäten des Kandidaten nachzuweisen. Gelungen: Obama ist der «Vollzugsbeamte des Zeitgeists» jubelt Matussek im Spiegel.

Frank Hartmann 04.11.08

Dead Media Walking (Ach, Luhmann . . . !)

Wer in deutschen akademischen Gefilden verkehrt, wird um Niklas Luhmann nicht herumkommen.

Redaktion Carta 04.11.08

Autoren

Hans Bellstedt Christoph Bieber Kai Burkhardt Marek Dutschke Severin Fischer Oliver Geden Peter Glaser Justus Haucap Stefan Heidenreich Heiko Hilker Christian Humborg Jürgen Kalwa Christoph Kappes Till Kreutzer Jan Krone Sebastian Lange Ulrike Langer Daniel Leisegang Florian Meyer Robin Meyer-Lucht Wolfgang Michal Tobias Moorstedt Leonard Novy Marvin Oppong Tim Renner Stephan Ruß-Mohl Klaus-Peter Schöppner Matthias […]

Stefan Heidenreich 04.11.08

«We are going to save money, and we are going to save the environment»

Dass sich unsere Gefühle und Moralvorstellungen den tatsächlichen Gegebenheiten anpassen (und nicht andersherum), wissen manche gar nicht – und andere wussten es schon immer.

Stefan Heidenreich 03.11.08

Dollar … Wohin? Wie lange?

Die jüngste Bewegung im Dollar, die von einem Hoch bei 1,60 bis zu den jetzigen Kursen von 1,26 führte, ist mehr als aussergewöhnlich. Genügend Investoren hatten in der Krise alles andere als das erwartet, am Ende sogar auf Gold gesetzt. Gerade das Gegenteil ist geschehen.

Mercedes Bunz 03.11.08

Für eine neue Poesie der Neugier: Das Web verändert den Journalismus – nicht nur online

Der Ruf des Online-Journalismus ist ein Desaster. Bei gestandenen Print-Journalisten hat er kein Renommee: Online-Journalismus liegt angeblich allein in den Händen von schlecht bezahlten und unerfahrenen Jungjournalisten, die hauptsächlich Agenturmaterial verwursten, wenig an ihren Texten hängen und kaum recherchieren.

Marvin Oppong 01.11.08

Brutalstmögliche Aufklärung

Besonders in Krisenzeiten müsste der investigative Journalismus eigentlich eine Hochzeit erleben. Immerhin gibt es Probleme, Fehlentscheidungen, Vertuschungen und natürlich jede Menge Schuldige.

Justus Haucap 31.10.08

Mindestlöhne und die Privatisierung der sozialen Gerechtigkeit

In den Wirren der Finanzmarktkrisen geht fast unter, dass wir in Deutschland momentan auf einem ganz anderen Feld vor fundamentalen Weichenstellungen stehen: In gleich zwei Gesetzen geht es um die Festsetzung staatlicher Mindestlöhne. Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission, warnt davor, dass sich der Staat durch Mindestlöhne seiner sozialen Verantwortung entziehen könnte. Arbeitgeber und Gewerkschaften könnten sich mittels Mindestlöhnen unliebsamer Konkurrenz zu entledigen versuchen. Leidtragende wären die Arbeitslosen und Verbraucher – und langfristig die Tarifautonomie.

Tobias Moorstedt 31.10.08

Obama vs. Palin/McCain: Wahlkampf nach der Logik einer Talkshow

Das Problem ist nicht, dass Menschen die Präsidentschaftskandidaten mit Horrorfiguren verwechseln, oder dass ein Klempner eine Meinung zu Steuerpolitik hat – fatal ist, dass die US-Medien diese unterhaltsamen Nebensächlichkeiten zu „Breaking News“ aufwerten. Die Politikberichterstattung im US-Fernsehen besteht nicht aus Reportagen oder Features über Wahlentscheidungen und Gesetzesvorschläge, sondern basiert auf der Logik der Unterhaltungsindustrie.

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