Tim Renner | 14 Kommentar(e)
Für den morgigen Dienstag hat das Bundeswirtschaftsministerium die Musikindustrie zu einem Hearing ins Berliner Radialsystem geladen. Doch statt eine Debatte über die Erneuerung des Urheberrechts zu führen, es den digitalen Realitäten anzupassen und eine faire Vergütung für Kreative und ihre Geldgeber durchzusetzen, werden die Lobbyisten lediglich größere Härte fordern. Das versperrt nur die Sicht auf eine Lösung.
01.05.2009 |
Wenn man sich heute wundert, dass der im Regierungsauftrag Verbotsregeln für das Internet entwickelnde Vorsitzende der Olivennes Kommission zugleich Aufsichtsratschef von Frankreichs größter Kulturkaufhauskette FNAC ist, oder in Schweden ein Richter über Pirate Bay urteilt, der nicht nur selbst Mitglied der lokalen Urheberrechtsorganisationen ist, sondern auch die Prozessvertreterin der Filmindustrie in Internet-Domain Streitigkeiten berät, dann ist die Erklärung dieselbe wie vor 123 Jahren:
Systeme, die nicht mit der Zeit gehen und sich umstellen wollen, wehren sich mit allen Mitteln. Im Notfall auch mit welchen am Rande der Rechtsstaatlichkeit. Dieser Tatsache verdanken wir dem ersten Mai als „Tag der Arbeit“.
Am allerersten ersten Mai kamen Arbeiter am Haymarket in Chicago zusammen. Sie wollten für im Schnitt 3 Dollar am Tag nicht mehr 12 sondern acht Stunden arbeiten müssen. Der hessische Förstersohn August Spies, Chefredakteur einer Arbeiterzeitung, wurde ihre Stimme. Bei der von ihm einberufenen Versammlung am 1.Mai 1886 explodierte eine Bombe und riss sowohl Polizisten als auch Demonstranten in den Tod.
Nachweislich hatten weder Spies noch seine Mitveranstalter diese gelegt oder gezündet. Es hätte auch wenig Sinn gemacht, die eigene Demonstration zu sprengen. Dennoch kamen sie umgehend vor Gericht, wurden verurteilt und gehängt. Das Urteil wurde bereits sieben Jahre später vom Gouverneur von Illinois einkassiert: „Keiner der Angeklagten konnte mit dem Fall in Verbindung gebracht werden. Die Geschworenen waren parteiisch ausgewählt.“ Spies und seinen Gesellen half das nicht mehr. Sie waren tot.
Wie konnte es zu den Justizmorden kommen? Einfluss auf die Rechtssprechung hatte ausgerechnet die genommen, die der Stadt und den Arbeitern dereinst den Fortschritt gebracht hatte: Die Industrielle Revolution. Die Menschen waren nicht in ihre Fabriken gestürmt, weil es ihnen dort schlechter gegangen wäre als auf dem Lande. An der Werkbank oder den Maschinen entkamen sie einer Leibeigenschaft wie sie mancherorts in der Landwirtschaft noch gelebt wurde, ihre Kinder bekamen die Chance auf Bildung und das Leben eine gewisse Regelmäßigkeit. Es ging nicht mehr jeden Tag um das nackte Überleben.
Je gebildeter die Arbeiter und ihre Nachfahren werden konnten, desto vernetzter wurden sie aber auch. Sie begannen, ihre eigenen Zeitungen zu gründen und sich Informationen über die Arbeitswelt anderer Länder zu besorgen. Mit dem Wissen stiegen die Ansprüche. Der junge Redakteur August Spies hatte den ersten Mai nicht zufällig für die Versammlung auf dem Chicagoer Haymarket ausgewählt. Exakt ein Jahr zuvor hatten in Australien mit landesweiten Generalstreiks die Arbeiter bereits den 8-Stunden-Tag durchgesetzt.
Das System der Fabrikarbeit war für die Menschen zu dieser Zeit so übel nicht. Es bedurfte nur einiger Modernisierungen und Verbesserungen. Spies und Co. wollten niemanden enteignen, sie waren nur vernetzt und hatten Informationen darüber, wie es besser ginge. Die Profiteure des Systems fühlten sich von jeder Form der Veränderung bedroht, wollten nichts neu denken und reagierten heftig. Sie manipulierten und beugten den Rechtsstaat.
123 Jahre später befinden wir uns in einer ähnlichen Situation. Es geht lediglich nicht mehr so blutig zu wie dereinst in Chicago. Niemand kann allen ernstes etwas dagegen haben, dass Kreative für ihre Leistung entlohnt werden und Menschen oder Firmen, die diese durch Investitionen möglich gemacht haben, ihr Geld mit Gewinn zurück bekommen können.
Dies funktioniert aber nicht mehr mit den alten, gelernten Regeln des Urheberrechts. Der Nutzer ist vernetzt und wenn einer am hintersten Ende der Welt das System auszuhebeln weiß, bekommt man das überall mit. Der 12-Stunden-Tag fiel damals auch in Australien und selbst ohne Internet führte das zu den Haymarket Riots Tausende von Meilen entfernt.
Die Idee von Denis Olivennes, dass alle Internetanbieter ihre Kunden dauerhaft vom Netz nehmen müssen, sobald diese dreimal verdächtig große Datenmengen bewegt haben, soll das alte Urheberrecht verteidigen. Genau das gleiche betreibt Tomas Norstrom, wenn er diejenigen, die auf illegale Files im Netz verweisen, zu Haft und Geldstrafen verurteilt. Beides ist gut gemeint, aber nicht zielführend.
In der Konsequenz bedeutet Olivennes, dass die Internetnutzung der totalen Kontrolle des Staates unterliegen muss und der Missbrauch zum Ausschluss aus der Gesellschaft führt. Entgegen des Gebots der deutschen und europäischen Verfassung hätte der Ausgeschlossene keinen freien Zugang zu Informationen mehr. Wer das Urteil von Herrn Norstrom zu Ende denkt, muss auch die Besitzer von Google einsperren. Über jede Suchmaschine können illegale Inhalte gefunden werden.
Statt eine Debatte über die Erneuerung des Urheberrechts zu führen, es den digitalen Realitäten anzupassen und eine faire Vergütung für Kreative und ihre Geldgeber durchzusetzen, wird größte Härte gefordert oder durchgesetzt. Die eigene Befangenheit von Richtern und Fachleuten versperrt ihnen die Sicht auf mögliche Lösungen.
Anders als vor 123 Jahren wird der Protest darüber zum Glück nicht zu weltweiten Gedenktagen mit teils gewalttätigen Kundgebungen führen. Die Gefahr, dass mangels Mut zur Erneuerung und Überreaktion in der Verteidigung der alten Systeme, ihre eigene Abschaffung befördert wird, ist jedoch genauso gegeben. Nach den Arbeiteraufständen in den USA geschah das Gleiche in Russland durch die Oktoberrevolution mit Zwangskollektivierung und Gulags für Industrielle. Der Ruf nach totaler Enteignung der Kreativen im Netz folgt einem ähnlichen Konzept. Deshalb: Völker hört die Signale und denkt euch ein neues Urheberrecht!





Hammer Text! Da bin ich auf den Kulturpakt sehr gespannt. rml
Sehr guter Text, aber ein Einwand: August Spies kämpfte für die Sache der Arbeiter. Den Bay-Piraten dagegen sind das Urheberrecht bzw. die Debatten um seine Anpassung an die Moderne völlig egal, die begreifen ihr Portal vielmehr als Plattform für ein digitales Katz-und-Maus-Spiel mit der Musikindustrie. Das ist genauso wenig zielführend.
Das es den Pirate Bay wirklich nur um das Katz-und-Maus-Spiel geht wage ich einfach mal zu bezweifeln. Sicherlich sieht es immer irgendwie danach aus als wollte man die Großkonzerne nur an der Nase herumführen, aber nur so hat man es doch geschafft Aufmerksamkeit für die Infragestellung des Urheberrechts zu bekommen. Ohne Aufrührer würde die Rechtsmaschinerie der Majors ungehindert rollen und weiterhin alles deckeln, das gegen deren Preis- und Distributionspolitik steht. Ohne Portale wie TPB etc pp müssten wir wahrscheinlich immer noch teure MaxiCDs oder Alben kaufen, iTunes und Co wären nichts als Wunschträume der Konsumenten. Der Erfolg illegaler Downloads hat den Labels doch erst gezeigt, dass sie die technologische Revolution verschlafen haben.
Das interessante ist ja das die meisten Filesharer durchaus bereit sind für den Zugang zu Musik,Filmen etc zu zahlen. Nur wird eben eine digitale Kopie nicht mehr als eigenständig existierendes Produkt angesehen das man kaufen kann. Eine Kopie lässt sich eben nicht mit einem Physikalisch existenten Produkt wie einer CD oder einem Buch vergleichen.
Um eine CD Herszustellen benötigt man industrielle Produktionsmittel wie Pressanlagen, Maschinen die die Verpackung herstellen. Im Internet braucht es keine Produktionsmittel mehr um beliebig viele Kopien ohne jegliche unkosten herzustellen.
Das Problem ist nun das die Urheber darauf beharren das nur sie das Recht haben kopien zu erstellen, sie wollen also erwzingen das nur sie über die virtuellen Proudktionsmittel verfügen mit denen sich kopien erstellen lassen. Zum Beispiel sollte DRM sicherstellen das nur die Urheber kopien erstellen können und der Kunde nicht.
Aber dieses Konzept funktioniert nicht mehr, da es für jeden so einfach ist kopien zu produzieren aktzeptiert es niemand mehr das die Produktionsmittel nur noch in der Hand einiger weniger Konzerne liegen.
In sofern haben die Piraten das geschafft was die Arbeiterbewegung und Revolutionäre in den letzten 150 Jahren nicht geschafft haben. Denn nun stehen die mittel um digitale Güter zu produzieren der Allgemeinheit uneingeschränkt zur Verfügung. Und das ist der Große Unterschied zu den alten Industrien die ja im Besitz einer kleinen kapitalistischen Minderheit sind.
Dabei geht es den Piraten keinesfalls um einen Internet oder Kulturkommunismus sondern man will sich von den alten Strukturen emanzipieren, man will die Freiheit haben ohne Kommerzielle und Rechtliche Schranken auf das gesamte Kultur und Weltwissen zuzugreifen.
Dieses Streben nach freiheit schließt aber nicht den willen aus für die Inhalte auch zu bezahlen, Umfragenin Schweden haben ergeben das 86% der Filesharer bereit wären bis zu 20 Euro monatlich zu bezahlen wenn sie dann im Genzug legal P2P nutzen dürften ohne rechtliche Verfolgung fürchten zu müssen.
Um mal den Bezug zur Arbeiterbewegung zu spannen, im 19 Jahrhundert gab es 2 wichtige Bewegungen: Die Kommunistische und die Anarchistische. Die Kommunisten wollten lediglich eine gleiche gerechte Güterverteilung sicherstellen wärend es dan Anarchisten vor allem um die Freiheit ging d.h über ihr Leben selbst bestimmen zu können ohne sich von den Fabrikbesitzern und Staat herumkommandieren zu lassen.
Die Piraten stehen also dem Libertären bzw dem Anarchismus näher, denn das bisherige Urheberrecht das dem analogen Zeitalter angemessen ist bedeutet im Internet nichts weiter als den Aufbau von Barrieren und rechtlichen sowie monetären Einschränkungen. Genau dagegen kämpfen die Piraten an, man will die absolute Freiheit sich von veralteten Strukturen befreien. Mit Kommunismus oder Enteignung hat das ersteinmal nichts zu tun.
Die meisten Piraten sehen ja ein das das Schaffen von Büchern Musik Filmen viel Arbeit bedeutet, Arbeit die auch entlohnt werden muss. Der Springende Punkt ist das man eben nicht mehr aktzeptiert wie diese Entlohnung zur Zeit organisiert ist, die Piraten sehen Geschützte Inhalte eben nicht mehr als exsitentes Produkt an sondern nur noch als Kopie.
Urheberrechte sind im Internet an sich nur ein Künstliches Produkt das darin besteht die Freiheit der anderen künstlich einzuschränken
(Kopiererlaubnis entziehen) und dann Geld zu verlangen damit sich die Menschen diese Freiheit wieder zurückkaufen können (Lizenzen + Download 1 Kopie). Bei Patenten grundsätzlich das gleiche.
Solche virtuellen oder Künstlichen Produkte sind somit eine art “Anti Produkt” da sie ersteinmal etwas wegnehmen (Die Freiheit) um danach das Weggenommene als eigentliches Produkt zu verkaufen.
Es ist also ein Umdenken gefragt, die Urheber sollten die Idee aufgeben das ihre Werke im Internet ein Produkt sind. Viel mehr sollte man das vermarkten von Inhalten als einen Service sehen.
Zum Beispiel kann man ja ein Portal aufziehen auf dem Bücher, Filme und Musik kostenfrei als Stream veröffentlicht werden nicht als Download. Das ganze könnte man dann wie im Freetv über werbung finanzieren. In der Musikbranche gibt es solche Portale schon, man denke nur an Last.fm das millionenumsätze generiert die dann auch den Urhebern zugute kommen.
Genauso läst sich das auch Kommerziell machen, der Nutzer zahlt X Euro pro Monat und kann sich dann dafür so viele Filme werbefrei als Stream anschauen und runterladen wie er möchte. Es gibt ja bereits solche Dienste, nur leider mit dermaßen Drakonischen DRM und Kopierschutzmaßnahmen das jeder Kunde abgeschreckt wird.
Wichtig ist auch eine fairuse regelung, so das die Menschen geschützte Werke für nicht kommerzielle Zwecke verwenden können. Wenn z.B. das Familienvideo von Youtube gelöscht wird nur weil da ein 15 sekundenclip geschützter Musik drin ist dann ist das einfach unverhältnissmäßig. Statt dessen einfach webund einblenden und die Urheber an der Werbung beteilgen, so können alle profitieren ohne das Freiheiten eingeschränkt werden müssen.
Eine Kulturflatrate allerdings auf freiwilliger Basis das heist das nur diejenigen zahlen müssen die tatsächlich P2P benutzen wollen wäre ebenfalls ein solches Servicemodell. Das Internet eigent sich nicht dazu virtuelle Produkte zu verkaufen aber es ist das Perfekte Medium um Service und Dienstleistungen zu vermarkten. Also wacht auf liebe Urheber und nutzt die neuen Möglichkeiten die das Netz euch bietet.
Ich selbst hab schon hunderte Filme, Ebooks, Hörbücher auf Piratbeay hochgeladen aber trotzdem hab ich mir mehr PC Spiele, Bücher, DVDs gekauft als die meisten meiner Freunde die kein P2P betreiben. Ganz einfach weil ich die Urheber guter Werke auch unterstützen will. Die Piraten nur als Verbrecher hinzustellen ist da wohl eher kontrapdouktiv. Statt dessen braucht es einen kulturellen und ökonomischen Wandel, wenn die Urheber endlich gute einfach zu bedienende Dienstleistungen anbieten dann wird das Problem von alleine verschwinden. Die meisten würden schon allein aus Bequemlichkeit für einen legalen Streamingdienst zahlen.
Und selbst wenn man eine Kulturflatrate auf freiwilliger einführen würde gäbe es trotzdem immer noch genügend Leute die lieber CDs oder gedruckte Bücher kaufen werden anstatt ebooks. Vor allem gelegenheitskäufer würden sich keinene Kulturflatrate mit 12 Monaten Laufzeit zulegen sondern klassisch kaufen. Denoch würde solch eine Kulturflat genau die Freiheiten bieten die von so vielen immer gefordert werden. Wenn sich die 20-30% Hardcore user eine Kulturflat zulegen wärend der Rest klassisch kauft dann wären das für die Urheber neue Einahmemöglichkeiten.
Über die den Preis eines solchen Kulturflat modells müsste man natürlich verhandeln. Klar ist das man für den Zugang zu werken zahlen muss, nur ist es eben jetzt an der Zeit modelle jenseits des klassischen Verkaufsmodells zu finden um die Freiheiten des Internets nutzen zu können.
“123 Jahre später befinden wir uns in einer ähnlichen Situation. Es geht ledig…”…
123 Jahre später befinden wir uns in einer ähnlichen Situation. Es geht lediglich nicht mehr so blutig zu wie dereinst in Chicago. Niemand kann allen ernstes etwas dagegen haben, dass Kreative für ihre Leistung entlohnt werden und Menschen oder Firm…
“Je gebildeter die Arbeiter und ihre Nachfahren werden konnten, desto vernetzt…”…
Je gebildeter die Arbeiter und ihre Nachfahren werden konnten, desto vernetzter wurden sie aber auch. Sie begannen ihre eigenen Zeitungen zu gründen und Informationen über die Arbeitswelt anderer Länder zu besorgen. Mit dem Wissen stiegen die Anspr…
Ein sehr guter Text, ich schließe mich dem Lob an! Die Welt bewegt sich übrigens doch, wenn auch langsam: Eben habe ich auf den Webseiten der ehrwürdigen Deutschen Grammophon nachgesehen, wie man es aktuell mit den Produktvarianten so hält – und war überrascht. Eine Stichprobe ergab, dass MP3 Downloads jetzt preislich günstiger angeboten werden als die CD’s. Es gibt sogar eine datenverlustfreie Download-Variante (”FLAC lossless”).
Diese Feststellung soll die Völker aber nicht einschläfern: Tim Renners Schlachtruf nach einem neuen Urheberrecht gilt!
@ Pro Pirate: “Das Internet eigent sich nicht dazu virtuelle Produkte zu verkaufen aber es ist das Perfekte Medium um Service und Dienstleistungen zu vermarkten.”
– Dieser Ansatz würde bedeuten, dass alle Journalisten nicht nur massenmedial arbeiten sollen, sondern zugleich auch als Berater/Dienstleister. Ich befürchte, viele Journalisten haben da zurecht keine Lust drauf und werden erklären, dass gerade die Nichtvermischung ein wichtiger Teil ihrer Berufsethik ist. Ich befürchte aber, dass der Zug eher in die von Ihnen skizzierte Richtung fährt.
@ alle: Wieso hat eigentlich noch keiner diesen Text verlinkt. Ein bisschen schade.
Ich befürchte, dass wir nun langsam alle verstanden haben, dass es weder einen Weg zurück zu den alten Verhältnissen gibt – und dass zugleich die sich verschlechternde Vergütungssituation für Kreative auch nicht akzeptabel ist. Und jetzt fehlt es vor allem an überzeugenden Kompromissvorschlägen….
Guter Text, den ich um einen Gedanken erweitern möchte.
Ich schmeisse mal Urheberrecht und Patentrecht in einen Topf. Auch wenn es im Detail zweierlei ist, so geht es doch in beiden Fällen um den Schutz kreativer Leistungen zur wirtschaftlichen Ausbeutung durch einen Urheber.
Stand 2004 waren weltweit bereits mehr als 200 Lebewesen (patent)-rechtlich geschützt. Man muss sich also einmal vorstellen, was möglich ist, wenn die Gesellschaft in der Frage der Urheberrechte versagt. Die Debatte um das Urheberrecht ist nur das Vorspiel zu einer – gesellschaftlich – noch relevanteren Debatte.
Noch geht es nur um Informationen und digitale Produkte!
Als reiner Konsument von Informationen würde ich mir wünschen, dass mehr Autoren aufstehen und sich nicht von einer obsolet gewordenen Industrie instrumentalisieren lassen.
Wirklich ein gelungener Text. Schön auch der letzte Satz, denn hier wird auch mal auf die “Enteigner” geschossen, die im Internet eine so laute Stimme haben.
“Niemand kann allen ernstes etwas dagegen haben, dass Kreative für ihre Leistung entlohnt werden und Menschen oder Firmen, die diese durch Investitionen möglich gemacht haben, ihr Geld mit Gewinn zurück bekommen können.”
Leider wird das von vielen eben nicht so gesehen. Und das führt nur zu weiteren sinnlosen Abwehrreflexen der Branche. Sinnvoll wäre es, mit den einzelnen Lobbygruppen und Akteuren ins Gespräch zu kommen, eine Lösung, einen Kompromiss zu finden für das Problem von Urheber- und Verwertungsrechten in der digitalen Welt.
[...] Super Artikel über 4. Mai 2009 die Notwendigkeit neuer Ansätze im Urheberrecht angesichts der digitalen Welt: hier. [...]
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[...] Musikwirtschaftshearing: Denkt Euch ein neues Urheberrecht! — CARTA [...]