Robin Meyer-Lucht | 18 Kommentar(e)
Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian: “Wenn wir beim Online-Geschäftsmodell nicht weiterkommen, dann müssen wir als Journalisten vor allem darüber nachdenken, wie sich Journalismus verändern muss, um weiter wichtig und relevant zu bleiben.” Ein achtminütiges Video von seinem Auftritt am Berliner Institut für Medienpolitik.
27.04.2009 |
Am Mittwoch vor knapp einer Woche war Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian am Berliner Institut für Medienpolitik, um über seine Sicht der journalistischen Produktionsverhältnisse zu sprechen. Rusbridger trat zwar bedächtig und zurückhaltend auf. Seine Schlussfolgerungen waren dafür teilweise um so drastischer. Britisch zurückgenommen erklärte er den anwesenden Journalisten, dass sie leider von ihrer Kanzel herunterkommen müssten — und dass die Zeitung als Geschäftsmodell mittelfristig tot sei (siehe auch taz).
Rusbridgers Kernaussagen:
– Wenn wir beim Online-Geschäftsmodell nicht weiterkommen, dann müssen wir als Journalisten vor allem darüber nachdenken, wie sich Journalismus verändern muss, um weiter wichtig und relevant zu bleiben.
– Journalisten müssen verstehen, dass sie das alte Modell umkrempeln müssen: Früher dachten wir, dass wir alles wissen. Heute müssen wir erkennen, dass unsere Leser häufig sehr viel mehr wissen als wir.
– Das Distributionsmodell der Print-Zeitung wird sterben, weil es nicht mehr zu finanzieren ist und die Anzeigenkunden es nicht mehr mittragen wollen.
– Drei Gründe, warum Twitter ein geniales Werkzeug für Journalisten ist: 1. Rückkanal, um Wissen der Leser zu nutzen. 2. Marketingkanal für die eigenen Inhalte. 3. Toller Filter, der so manchen Berater spart.
Hier ein achtminütiges Video von seinem Auftritt:
Alan Rusbridger on the Future of Journalism from Carta on Vimeo.





Vielen Dank für das Interview. Geht ja extrem in die Richtung der Shirky Gedanken. Das Distributionsmodell wurd reduziert um mindestens 80%, nicht die Nachfrage und auch nicht das Angebot. Vielleicht lesen die Herren Berater jetzt auch mal das neue Godin Buch um das Ding mit dem Communitybuilding zu verstehen…
[...] Carta.info gibt es ein Video von Rusbridgers Besuch in [...]
ohje, vimeo hat das video verschluckt. Es gibt auch eine Version auf YouTube.
http://www.youtube.com/watch?v=Wra5rdLrWLw
Hoffentlich ist Vimeo gleich wieder am Start.
[...] sondern auf einem anderen Blog, den ich gerade nicht zur Hand habe. Und dann lese ich heute auf der Carta passend dazu den Artikel, in dem Rusbridger sagt: Um relevant zu bleiben, muss sich der [...]
[...] Journalismus muss sich verändern, um relevant zu bleiben: Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian, spricht im Video auf CARTA über die Zukunft des Journalismus und den Medienwandel. [...]
[...] Alan Rusbridger: Der Chefredakteur des “Guardian” sprach bei einem Auftritt am Berliner Instituts für Medienpolitik darüber, wie Journalismus sich verändern muss, um überlebensfähig zu bleiben. Wesentliche Auszüge hat Robin Meyer-Lucht auf CARTA veröffentlicht, inklusive eines knapp achtminütigen Videos: “Journalismus muss sich verändern, um relevant zu bleiben“. [...]
“Heute müssen wir erkennen, dass unsere Leser häufig sehr viel mehr wissen als wir.”
Ich denke, Rusbridger sagte eher, dass es da draußen viele, viele Experten gibt, die mehr wissen als wir Journalisten. Und das ist nun mal überhaupt keine neue Erkenntnis, die der Guardian-Chef da präsentiert. Schon seit Jahrzehnten führen Journalisten ja deshalb Interviews mit Experten, rufen z.B. nach der Veröffentlichung von VW-Quartalszahlen Auto-Analysten an, um nach ihrer Einschätzung zu fragen u.ä. Und Gastbeiträge von Experten gibt’s bei Zeitungen auch schon immer. Etwa Herr Hüther regelmäßig im “Handelsblatt”.
@ Matthias: Nein, ich denke, dass Rusbridger zurecht darauf hingewiesen hat, dass sich das Verhältnis von Redaktion und Lesern ändert. Er meint tatsächlich alle Leser nicht nur die klassischen Experten unter den Lesern.
Auch die Rolle der Experten verändert sich. Die müssen nämlich nicht mehr darauf warten, dass sie gnädigerweise ein Journalist anruft und zwei Halbsätze abfragt, um sich öffentlich zu äußern. Sondern sie können sich in eigenen Blogs etwa bei “Comment is free” äußern wann sie wollen und wie sie wollen.
So gesehen ist es leider falsch zu behaupten, dass sich hier nichts ändern würde und nur alte Mechanismen im neuen Medium gespiegelt werden. Im Gegenteil: Im neuen Medium werden die alten Fragen nach guter gesellschaftlicher Informationsverarbeitung auch mit neuen Mechanismen beantwortet.
Danke für den Kommentar und Gruß,
rml
[...] gesehen werden. Wie umgedacht werden muss, hat Alan Rusbridger (Chefredakteur des Guardian) im Carta-Video anschaulich erläutert: Er spricht vom Lernprozess, den seine Leitartikler durchmachen mussten, [...]
[...] Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian, schildert auf Einladung des Berliner Instituts für Medienpolitik seine Vorstellungen von künftigem Journalismus. Sein Rat: Journalisten müssten sich aus der Position von Experten, die wohldosierte Wissensportionen an Leser austeilen, verabschieden. Unbedingt sehenswert ist auch der achtminütige Videomitschnitt von Carta. [...]
[...] Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian, schildert auf Einladung des Berliner Instituts für Medienpolitik seine Vorstellungen von künftigem Journalismus. Sein Rat: Journalisten müssten sich aus der Position von Experten, die wohldosierte Wissensportionen an Leser austeilen, verabschieden. Unbedingt sehenswert ist auch der achtminütige Videomitschnitt von Carta. [...]
[...] Here is a very interesting interview with Alan Rusbridger talking about the future of journalism, and twitter. It’s from German blog Carta. [...]
[...] Here is a very interesting interview with Alan Rusbridger talking about the future of journalism, and twitter. It’s from German blog Carta. [...]
[...] Spiegel Online (kurz: SpON) geschah heute Vormittag Merkwürdiges: Ein Beitrag über die Thesen des Guardian-Chefredakteurs Alan Rusbridger war für etwa eine Stunde sichtbar. Dann verschwand er in den Tiefen des Netzes; weder die [...]
[...] taz widmet seinem Vortrag am Berliner Institut für Medienpolitik ein längeres Stück, von Carta gibt es dazu auch ein [...]
[...] wie beispielsweise eine Link-Ethik, werden nicht aufgegriffen. Das Internet als Leitmedium und der Veränderungsbedarf aller Medieninstitutionen werden noch immer unter den Vorzeichen und mit der Sprache des [...]
[...] Danke für den Hinweis an Robin Meyer-Lucht von Carta. Mehr dazu auch bei der “Taz”. [...]
[...] vielen Jahren Chefredakteur der britischen Tageszeitung Guardian, und er ist weltberühmt als Frontmann und Leitwolf des „open journalism“, des ungehinderten Zugangs zu allen journalistischen [...]