Wolfgang Michal

Eine unheilige Allianz: Idealisten und Neoliberale bedrohen das Urheberrecht

Wolfgang Michal | 20 Kommentar(e)

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In der Schlacht um das geistige Eigentum geraten die Fronten hierzulande durcheinander. Gibt es eine Mesalliance gegen die Kreativen?

14.04.2009 | 


Für viele Gutmeinende ist das Urheberrecht ein Auslaufmodell des 19. und 20. Jahrhunderts: Es bremst den Zuwachs an Wissen. Ideenbesitz (von dessen Rendite die Urheber leben) gilt im universalen Internet als antiquiert. Gedanken sollen nicht nur frei, sondern gratis sein. Also lautet die revolutionäre Losung: Enteignet das geistige Eigentum – lasst alle Menschen am Wissen der Menschheit teilhaben.

Das ist ein sympathischer Gedanke – der im Netz viele Befürworter findet. Doch leider tastet der sympathische Gedanke das „ungeistige Eigentum“ nicht an. Und so richtet er sich häufig gegen die Falschen. Denn die Forderung nach freiem, kostenlosem Zugang für alle schwächt hierzulande vor allem die Urheber (die Künstler, die Autoren) – nicht deren Verwerter (z.B. die Verlage). Um das zu begreifen, braucht man sich nur einen der heute üblichen Buy-Out-Verträge anzusehen, die zwischen Urhebern und Verwertern geschlossen diktiert werden.

Es geht hier, das muss ausdrücklich betont werden, nicht um den freien Zugang zur Wissenschaft, Stichwort: Open Access. Dass Wissenschaftler, die mit Steuermitteln bezahlt werden, ihr Wissen der Allgemeinheit zur Verfügung stellen, halte ich für selbstverständlich.

Es geht hier um jene Berufe, die von ihren Ideen leben (und das sind vor allem die Freiberufler).

Für die ist es zunehmend ärgerlich, dass die Idealisten der Open-Content-Bewegung (Lawrence Lessig* et.al.) in ihrem Kampf gegen das Copyright** zu wenig zwischen den Interessen der Rechteverwerter (der Verlage) und den Interessen der Urheber (der Autoren) unterscheiden.

In den Augen vieler Urheber bilden die Idealisten – ohne es vielleicht zu wollen – eine unheilige Allianz mit den Ausplünderern der geistigen Berufe. Zusammen (aber aus unterschiedlichen Motiven) rütteln sie am Urheberrecht, ohne etwas Neues, Praktikables an dessen Stelle setzen zu können. Vielfach betrachten die ehrbaren Idealisten die Urheber so zynisch wie dies sonst nur die Neoliberalen tun. Die Idealisten sagen: Ihr Urheber, ihr könnt doch auch von Luft und Liebe leben, von der Gunst des Publikums bzw. von den Brotkrumen (respektive Spenden), die euch nette, mitleidige Menschen zuwerfen. Und die Neoliberalen sagen: Ihr Urheber seid unsere Sklaven. Da wir euch besitzen, gehören uns selbstverständlich auch eure Urheberrechte.

Mit etwas bösem Willen könnte man sogar eine geistige Verwandtschaft zwischen ehrbaren Idealisten und Neoliberalen konstatieren.*** Denn beide erklären den Ausverkauf von Texten, Filmen, Fotos und Musik im Internet zum Inbegriff (bzw. zum Kollateralschaden) des medialen Strukturwandels. Basta! Und wenn die Urheber – von Existenzängsten gebeutelt**** – neue Spiel- und Vergütungsregeln einfordern, kriegen sie von den ehrbaren Idealisten und den Neoliberalen gemeinsam eins übergebraten.

Dieses Spiel sollten wir nicht länger fortsetzen. Es führt bloß zu immer größerer Gereiztheit. Die Urheber haben das Gefühl, in die Ecke gedrängt und aller Rechte beraubt zu werden. Und die Idealisten halten das Festhalten am Urheberrecht für eine spießige Besitzstandswahrung.

Wie könnte man diesem Dilemma entkommen? Was wäre die Alternative? Die ehrbaren Idealisten sollten sich endlich direkt mit den Urhebern zusammensetzen und nach gemeinsamen Lösungen suchen. Nach Lösungen, die gleichermaßen die Interessen der Nutzer wie die Interessen der Urheber berücksichtigen.

*Um den dogmatischen Verfechtern der „freien Kultur“ die Illusion zu nehmen, hier würde ein Robin Hood bar jeglichen Interesses für die Sache der kleinen Internet-User kämpfen, hier ein bezeichnender Ausschnitt aus einem Interview mit Lawrence Lessig: „Wir sind in diesem Kampf (gegen das Copyright) ja nicht alleine – wir haben zum Beispiel weite Teile der Technikindustrie auf unserer Seite. Die will schließlich Hard- und Software verkaufen, und die verkauft sich natürlich besser, wenn Leute mehr Möglichkeiten haben, Inhalte (kostenlos) zu nehmen, zu verändern und über Breitband-Verbindungen zu verschicken.“

**Viele von denen, die hierzulande die Open-Content-Ideale vertreten, berücksichtigen nicht, dass das amerikanische Copyright (gegen das sich die Open-Content-Bewegung richtet) etwas anderes ist als das kontinentaleuropäische Urheberrecht. Das US-Copyright schützt in erster Linie Verlegerinteressen, das kontinentaleuropäische Urheberrecht schützt in erster Linie die Autoren.

***“Neoliberalismus“, schreibt der Erfurter Medientheoretiker Michael Giesecke, „lässt sich im Denken wie in der Ökonomie als temporäre Gegenbewegung gegen Dirigismus und erstarrte Strukturen, als Katalysator zur Aufweichung von überkommenen Rangordnungen rechtfertigen. Eine dauerhafte Perspektive für komplexe Systeme bietet er nicht.“ (Die Entdeckung der kommunikativen Welt, Suhrkamp TB Wissenschaft, S.502)

****Die Existenzängste der Urheber – in Zahlen ausgedrückt – finden sich im Schlussbericht der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages „Kultur in Deutschland“, und zwar im Kapitel „Die wirtschaftliche und soziale Lage der Künstler“ (Seite 229ff.).

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20 Kommentare

  1. Stefan |  14.04.2009 | 12:44 | permalink  

    Wow, schon wieder jemand, der Lawrence Lessig und v. a. seine Creative-Commons-Initiative *nicht* verstanden hat.
    Gerade CC ist die hier eingeforderte Alternative und orientiert sich vor allem an den tatsächlichen Urhebern.

  2. Ulrike Langer |  14.04.2009 | 13:14 | permalink  

    Oha, was ist das denn? Hätte sich Wolfgang Michal einmal näher mit Creative Commons befasst, dann wüsste er, dass CC sehr wohl das Wohl der Urheber im Blick hat. Als CC-Urheber kann ich in feinen Abstufungen festlegen, wer zu welchem kommerziellen oder nicht-kommerziellen Zweck meine Beiträge in welchem Umfang nutzen darf. Ich ganz allein als Urheber darf das festlegen. Das ist also das genaue Gegenteil der Buy-Out-Verträge von Springer und Co., die den Urhebern einseitig diktiert werden. Deshalb macht sich ja ein Herr Döpfner nicht etwas für CC sondern für ein sogenanntes ”Leistungsschutzrecht” stark, von dem einseitig die Verlage als Werkvermittler profitieren würden.

  3. Frank |  14.04.2009 | 13:32 | permalink  

    In aller Kürze: Creative Commons ist nicht Antipode zum Urheberrecht. Es lässt dem Urheber im Gegenteil mehr Gestaltungsfreiraum, zu bestimmen, wie seine Werke genutzt werden dürfen und stärkt somit seine Position.

  4. Moritz |  14.04.2009 | 13:42 | permalink  

    Kann mich den Vorredern nur anschliessen. Hier ist offensichtlich schlecht recherchiert worden. Mit CC kann sauber austariert werden, wer was nutzen kann/darf. Dies war bis dato mit dem alten Urheberrecht in dieser Form nicht möglich.
    Es ist schade, dass bei derart wichtigen Themen, Meinungsmache betrieben wird, ohne die Fakten zu kennen.

  5. Jörg Reinhardt |  14.04.2009 | 13:43 | permalink  

    naja, wenigstens die Mühe gemacht und mal 5min recherchiert, wo der Unterschied zwischen Open Access, CC, und Googles Initiative sind, aber leider trotzdem nichts verstanden.
    Urheberrechtskritikern Argumente wie “Künstler sollen von Luft und Liebe leben” in den Mund zu legen beweist, daß die Recherche wohl nicht über die oben erwähnten 5min hinaus ging.
    Das Autoren und Musiker derzeit gezwungen sind buy-out Verträge zu unterschreiben ist genau das Problem. Das Internet reduziert die Kosten für PR, und Distribution auf quasi null. Die Contentindustrie gibt diese Gewinne aber nicht weiter.
    Neue Geschäftsmodelle, unter Umgehung des Verlags/Label Wasserkopfes sind die einzig denkbare Lösung in Anbetracht der nicht wieder rückgängig machbaren technischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Und das sagen auch alle Kritiker von Urheberrechten so. Die lautesten Stimmen sind ja auch idR. Personen die sellber von Ideen leben.
    Wer jetzt als Kreativer noch im Auftrag der eigenen Sklavenhalter Maschinen stürmt, oder freiwillig Buy-Out Verträge unterschreibt, hat den Schuß nicht gehört und geht völlig zu Recht unter.

  6. Wittkewitz |  14.04.2009 | 13:44 | permalink  

    Ich glaube nicht, dass Herr Michal den Unterschied zwischen Urheberpersönlichkeitsrechten und Urheberverwertungsrechten versteht. Ach ja, es gibt halt eben Armutszeugnisse und Zeugnisse der Armut. Jeder fängt mal klein an. Das Alter ist dabei unerheblich. Wenn ich mir den verlinkten Artikel beim perlentaucher durchlese, könnte ich auf die Idee kommen, dass gerade diese Quelle den gesamten Artikel hier drüber obsolet macht. Bezeichnend ist der Schlußsatz:”Mit einem Google-Abkommen wären sie besser gefahren.” Es sind die ehemaligen Auftraggeber von Michal, die es sich angediegen sein lassen, das real existierende Urheberrecht mit Füßen zu treten. Da ist es schon verständlich, dass sie einen Sündenbock suchen. Nebenkriegsschauplätze waren schon immer die Stärke mediokrer Geister.

  7. Jeeves |  14.04.2009 | 13:46 | permalink  

    “Lösungen, die gleichermaßen die Interessen der Nutzer wie die Interessen der Urheber berücksichtigen.”

    Die gab’s und gibt es doch bereits. In der Musik z.B. die Interessenvertreter der Komponisten, die GEMA, die bei den Nutzern Centbeträge kassiert und an die Urheber weitergibt.
    Nur, die andere Seite, die Mehrzahl der “Nutzer” scheren sich einen Dreck drum und klauen die Musik per download oder kopieren oder “tauschen” (genauer: zwei weitere Kopien werden erstellt). Weil’s ja so einfach geht und man sich dran gewöhnt hat. Und weil man alles kostenlos haben will (und es pervers “Freiheit” nennt). Und weil Mitverdiener wie Google (YouTube) und einige anderen Multis damit Millionen verdienen und deshalb auf Seiten der “Nutzer” sind.
    Das ist im Grunde der Haken: die riesige Mehrheit will für die Arbeit der kleinen Minderheit Musiker, Fotografen, Schreiber nichts mehr bezahlen …und es klappt, wegen der schieren Menge und Größe des Mediums und der Diebstähle.

    Ja, ich bin einer der Bestohlenen.

  8. Wolfgang Michal |  14.04.2009 | 13:49 | permalink  

    Rechtlich haben wir in Deutschland CC längst. Im deutschen Urheberrecht heißt es in §12: “Der Urheber hat das Recht zu bestimmen, ob und wie sein Werk zu veröffentlichen ist.” Und zwar in jeder erdenklichen Abstufung. Und §15 gibt dem Urheber überdies das Recht, sein Werk zu verwerten. So weit die Theorie.
    Das Problem ist die Praxis.

  9. gerd |  14.04.2009 | 14:05 | permalink  

    @8 wolfgang michal

    und, relativiert das jetzt die kritik an ihrem artikel?

  10. Christoph Butscher |  14.04.2009 | 14:14 | permalink  

    Passend hierzu der Link zu einem Gespräch über die Open-Access-Bewegung:
    http://www.literaturkritik.de/public/rezension.php?rez_id=12963&ausgabe=200904

  11. Wolfgang Michal |  14.04.2009 | 14:19 | permalink  

    @gerd: Ja.
    1. Die realen Kräfteverhältnisse machen die schöne Theorie zu Makulatur.
    2. Auch eine CC-Lizenz braucht ein Gegenüber, das sich dran hält. Deshalb plädiere ich ja für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Urhebern und Nutzer-Vertretern.

  12. julia |  14.04.2009 | 15:13 | permalink  

    So ein Quatsch – ohne ein funktionierendes und durchsetzbares Urheberrecht (bzw. Copyright) kann Creative Commons überhaupt nicht funktionieren.

  13. Wittkewitz |  14.04.2009 | 15:26 | permalink  

    @seeliger

    Das verstehe ich nicht. Warum soll ein Lizenzvertrag ohne Urheberrecht unmöglich/undurchführbar/nicht parktikabel sein?

  14. erlehmann |  14.04.2009 | 16:48 | permalink  

    @13: wie stellen sie sich das genau vor ?

  15. Wolfgang Michal |  14.04.2009 | 18:14 | permalink  

    @1-4:
    Urheberrecht ist ein verteufelt schweres Zeug, selbst Juristen kennen sich kaum noch aus. Da liegt es natürlich nahe, den Kritikern der komplizierten Creative Commons-Lizenzierungs-Module erst mal zu unterstellen, sie hätten nix begriffen. Ich könnte auch meinen Kritikern antworten: Ihr könnt nicht mal lesen! Aber ein Dialog im Netz sollte doch über die reflexartigen Abwehrmechanismen hinausgehen.
    Ich habe mir die CC-Modelle angesehen. Ich rate jedem, sich zur Einführung mal bei Wikipedia den Eintrag zu „Creative Commons“ anzuschauen. Etwas derart Umständliches kann sich eigentlich nur ein akademischer Salon ausdenken. Das funktioniert vielleicht im herrschaftsfreien habermas’schen Diskurs, praktikabel ist dieses Mikro-Non-Payment aber nicht. Auch die verschiedenen DRM-Modelle (Digitales Rechte-Management) haben nicht funktioniert.
    Nun könnte man sagen, bei CC ist das unerheblich. Hier geht’s ja nicht um Geld, sondern im wesentlichen darum, festzulegen, was jemand kostenlos nutzen und/oder verändern darf.
    Die Frage ist: Was macht man bei Verstößen? Dann muss wieder in jedem Einzelfall geklagt und hinterher gerannt werden. Das heißt, es passiert genau das, was schon jetzt in Sachen Tauschbörsen passiert. Denn sehr viele Nutzer werden sich einen Dreck um die einzelnen Lizenzierungs-Abstufungen scheren. Weil sie wissen: Die Verfolgung von Rechteverletzungen in jedem Einzelfall ist zeitaufwändig und schweißtreibend.
    Ach, noch was: Ganz am Ende des Artikels bei Wikipedia gibt es einen Verweis auf weitere allgemeinverständliche „Erklärungen“ zum Thema CC. Wenn man da drauf klickt, erhält man als erstes die Aussage: „Das Urheberrecht ist ein Unternehmerrecht für große Unternehmen.“ Das zeigt doch, bei wem hier die Begriffe durcheinander geraten.

  16. spoxx |  14.04.2009 | 18:20 | permalink  

    Ein bisschen Polemik will ich Herrn Michal gerne gönnen, die macht ja seine Artikel im Allgemeinen so lesenswert – allerdings, ganz so doof wie er es hier darstellt sind die “Idealisten” auch wieder nicht. Sie sind keine Kälber und möchten sich weder von den Verwertern noch von einer Technikindustrie zur Schlachtbank führen lassen.
    Viele der “Idealisten” sind selbst Urheber und wollen von ihren Inhalten auch leben.

    Nur: in der gegenwärtigen Situation scheint keiner so recht zu wissen wie das gehen soll. Und die Suche nach Alternativen, die Herr Michal am Ende seines Artikels anmahnt (weil er wohl selbst DIE Alternative noch nicht kennt) ist ja bereits in vollem Gange.

    Dass diese Diskussion auf Seiten der “Idealisten” vor allem die Urheber und nicht die Verwerter schwächt – diesen Eindruck kann ich nicht teilen, im Gegenteil:
    Nach meiner Wahrnehmung steht doch gerade die Feststellung im Mittelpunkt, dass die Verwerter einen grossen Teil ihrer traditionellen Aufgaben verloren haben (z.B die Produktion von kostenintensiven Print-Produkten, die Pressung von LPs, das Herstellen von Filmkopien). Diese Einsparungen sollten teils zu einer Verbilligung des Produkts, teils zu einer Erhöhung des Urheberanteils genutzt werden (der ja teilweise erbärmlich gering ist).

    Die redaktionellen Leistungen freilich sind nicht so einfach durch die “Schwarmintelligenz” des Netzes zu ersetzen, vielleicht eher durch webgestützte Verbünde “Intelligenter Einzelner”, wie z.B. bei CARTA ;-)

  17. Wittkewitz |  14.04.2009 | 21:42 | permalink  

    Um es mal klar zu sagen. Vor dem Web gab es keinen Content und damit keine Urheber als Marktteilnehmer. Texte waren an die Kanäle Papier (buch/zeitung) oder Rundfunk (Radio/TV) gebunden. weil nur diese Zugang zum Markt hatten. Ein Verlag vertreibt Bücher oder Zeitungen. Seit Menschen die Texte kostenfrei – UND VOR ALLEM – direkt zuhause am Schirm genießen können, besteht weniger Grund, Text auf Papier zu erstehen, weil sehr viele Inhalte nach dem ersten Lesen das Aufheben oder Archvieren kaum wert sind. (An dieser Stelle können Sie sich jetzt 356 GEschäftsmodelle denken)

    Das ist der zweite Unterschied zu Social Media: Versuchen Sie mal einen Artikel aus der FAZ vom 26.06.1998 zu bekommen. Webeinträge aus dieser Zeit könnten noch eher zugänglich sein. (An dieser Stelle müssen sie sich jetzt 123 Geschäftsmodelle denken).

    Es gab früher gar keinen Content, weil es keine offene und jederman zugängliche Struktur gab, Inhalte 1:n oder gar n:n zu verbreiten, oder zu teilen, oder gemeinsam zu erstellen oder gemeinsam zu koordinieren.

    Die Diskussion über Urheberrechte ist ein armseeliges Gestell, das nur denen dient, die vor lauter Gehorsam und Auswendiglernen (Peak-Intelligenz) nur unschwer verhehlen können, dass sie nach ihrem MBA oder der Promotion nur sehr selten – wenn überhaupt – einen kreativen Gebrauch ihres Neocortex gemacht haben. Innovative Geschäfte im 3. Jahrtausend werden nur noch über entrepreneurship laufen, natürlich kaufen die Bertelsmänner dieser Welt solche Modelle auf – wer 6,6 Milliarden Verbindlichkeiten hat, dem machen 20 Millionen auch nichts mehr aus. Soweit zum Thema Global Player. Sie können einfach nicht mehr dezentral erfolgreich sein, weil sie zu den Marionetten der Banken geworden sind. Lassen wir sie in Ruhe ihren Meteoritenschlag erleben.

  18. Claudia Sommer |  14.04.2009 | 23:34 | permalink  

    Ich finde von einem Extrem ins andere zu fallen ist unangebracht. Fakt ist: Die Situation kann nicht so bleiben wie sie ist und bestehende Regelungen/Instrumentarien können nicht auf das Internet adaptiert werden.

    Das Internet ist noch ein sehr junges Medium und es wird noch einige Zeit in Anspruch nehmen, bis wir Lösungsansätze gefunden haben und diese dann auch Anwendung finden. Vergleichbare Prozesse haben teils Jahrzente dazu benötigt.

    Ich finde es gut sich mit diesem Thema kritisch auseinander zu setzen, auch wenn ich die Meinung in diesem Artikel nicht teilen kann

  19. Wolfgang Michal |  15.04.2009 | 16:49 | permalink  

    Wie schreibt Don Alphonso in der Blogbar so schön: „Ich finde es charmant, wenn sich jemand die Zeit nimmt, einen Beitrag in Papier zu überführen und ihn dann auch zu lesen. Und nicht nur auf der Suche nach passenden Vorurteilen zu überfliegen, wie das nun mal im Internet reichlich oft passiert. Wer einen Text ausdruckt, versucht ihn auch zu verstehen, er investiert eine gewisse Zeit in Inhalt und Bedeutung, und die Antwort wird … meist gehaltvoll und dialogorientiert.“

  20. Markt- oder Allmendewirtschaft: Worum es bei der Kulturflatrate eigentlich geht — CARTA |  17.06.2009 | 00:17 | permalink  

    [...] Rufe nach einer Kulturflatrate werden immer lauter: Wolfgang Michal hat sie hier auf Carta mehrfach eingefordert. Nun appellieren auch Helga Trüpel und Oliver Passek von den Grünen auf [...]

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