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Robin Meyer-Lucht

Tim Renner: “Die Journalismuswirtschaft ist im Netz genauso hilflos wie die Musikindustrie”

 | 38 Kommentar(e)


Für Tim Renner ist klar: Die Journalismusindustrie wiederholt derzeit die Fehler der Musikindustrie im Internet. Sie klammert sich vergeblich an ihre alten Geschäftsmodelle und öffnet sich der Digitalisierung nicht konsequent: Ein “Rennersches Gesetz” und ein Video-Interview.

27.02.2009 | 


Früher schon hat Tim Renner einmal geschrieben: “Mit der Digitalisierung verhält es sich wie mit dem Wasser: sie sucht sich ihren Weg. Auch wenn man versucht, die Nutzung zu verhindern oder zu erschweren. Egal, ob mit preislichen oder rechtlichen Instrumenten, man wird den Fortschritt in der Kommunikation und Distribution durch Digitalisierung nicht stoppen können.”

Am vergangenen Mittwoch war Renner, das “Perpetuum Mobile der deutschen Musikwelt” (Intro), zum “medienpolitischen Colloquium” ins Institut für Medienpolitik (IfM) gekommen, um seine Thesen zur Digitalisierung und Medienindustrie zu aktualisieren. Am Ende der eineinhalbstündigen Diskussion stand dann tatsächlich so etwas, was man als Rennersches Gesetz bezeichnen könnte (analog zum nun allerdings nicht mehr brauchbaren Rieplschen Gestetz): Es besagt kurz gesagt: Kein Zweig der Medienindustrie wird den Wechsel vom analogen zum digitalen Medienträger vollziehen, ohne dabei nicht auch sein Geschäftsmodell zu wechseln (siehe These 1).

Insgesamt lässt sich Renners souveräner (yip!) und thesenstarker Auftritt in folgenden acht Punkten zusammenfassen:

1. Der Wechsel vom analogen zum digitalen Medienträger bringt immer auch einen Wechsel des Geschäftsmodells mit sich.

2. Kein Zweig der Medienindustrie sollte den Fehler machen, die Vorteile der analogen Medienträger zu überschätzen. Dies hat die Musikindustrie getan. Und dem gleichen Irrtum erliegen derzeit noch Zeitungs- und Buchindustrie.

3. Die Akteure der alten Medienindustrie werden immer versuchen, ihr bislang profitables Geschäftsmodell weitgehend 1:1 auf das neue Medium zu übertragen. Dies wird aber nicht funktionieren. Sie werden von neuen Akteuren bedrängt, die gerne auf neue, dem neuen Umfeld noch angemessenere Geschäftsmodelle setzen, weil sie selbst noch keines haben.

4. Die Manager der Medienindustrien erfassen den Medienwandel vor allem auch deshalb nicht emotional, weil sie nicht in der Technikwelt der Nutzer ihrer Inhalte leben. Genau um solch ein emotionales Verständnis geht es aber.

5. Die Musikindustrie nutzt das Internet bis heute aus Selbstblockade der Majors nicht konsequent.

6. Das Urheberrecht wird erst dann vermittel- und durchsetzbar sein, wenn es legale Alternativen gibt, die den gleichen Angebotsumfang wie die illegalen Angebote haben. Derzeit sind die legalen Angebote aber schlechter als die illegalen, weil sie die Inhalte später und nicht im gesamten Katalog anbieten.

7. Die Journalismusindustrie begeht derzeit die gleichen Fehler wie die Musikindustrie im Netz: Sie erkennt nicht, dass sie ihr Geschäftsmodell radikal verändern muss. Sie nutzt das Netz nicht konsequent, ist zaghaft statt offensiv.

8. Verwertungsgesellschaften allein versprechen keine gerechte und akzeptable Lösung der Geschäftsmodell-Misere: “In einem Land, das von VG Wort und Gema regiert wird, möchte ich nicht leben.”

Fraglos, mit diesen Thesen Renners bleiben viele Fragen unbeantwortet, während andere immerhin aufgeworfen werden. So wollte etwa Romanus Otte, stellvertretender Chefredakteur der Welt, von Tim Renner wissen, ob durch das netzbedingte Ende der “Symbiose aus Journalismus und Werbung” von nun an nicht dauerhaft weniger Geld für Journalismus zur Verfügung stehe. Die Antwort, die Renner nicht so recht geben wollte, die wir aber gerne nachreichen, lautet: höchstwahrscheinlich ja.

Tags zuvor gab Renner uns ein Interview, in dem er betonte, wie sehr ihn die Hilflosigkeit der Journalismusindustrie an das Verhalten der Musikindustrie im Netz erinnere. Hier das siebenminütige Video:


Tim Renner: “Die Printwirtschaft steckt in der gleichen Hilflosigkeit wie die Musikindustrie” from Carta.

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38 Kommentare

  1. 6 vor 9: Debatte über die Zukunft der Zeitung » medienlese.com |  27.02.2009 | 08:54 | permalink  

    [...] 3. 8 Thesen von Tim Renner (carta.info, Robin Meyer-Lucht) Tim Renner stellt acht Thesen zur Zukunft der Journalismusindustrie zusammen. These 2: “Kein Zweig der Medienindustrie sollte den Fehler machen, die Vorteile der analogen Medienträger zu überschätzen. Dies hat die Musikindustrie getan. Und dem gleichen Irrtum erliegen derzeit noch Zeitungs- und Buchindustrie.” [...]

  2. Jurtschitsch |  27.02.2009 | 10:57 | permalink  

    Der Mann hat vollkommen recht. Die Medien-Industrie ist im Tiefschlaf angesichts dramatisch fallender Umsätze und Margen. Und die Finanz bwz Wirtschaftskrise wird die Krise weiter verschärfen. Gratulation an Tim für seine klaren Worte.

  3. Tim |  27.02.2009 | 12:14 | permalink  

    Es ist ganz erstaunlich, wie sehr sich vor allem die Anzeigenabteilungen gegen neue Ertragsquellen wehren. Gleichzeitig ist aber auch allen klar, daß sie auf diese Weise in 5 Jahren keinen Job mehr haben. Eine paradoxe Situation. Offenbar hofft man auf ein Wunder.

  4. Matthias Schwenk |  27.02.2009 | 13:02 | permalink  

    Vermutlich ist der Bruch viel zu groß: Als das Auto erfunden war, stieg auch kein Kutschenbauer auf die Herstellung von Automobilen um. Das war in dieser Branche mit jahrhundertealter Tradition einfach undenkbar.

    In der Folge entwickelte sich die Automobilindustrie aus ganz neuen Wurzeln und verdrängte ihre “Vorläuferindustrie” nach und nach. Beim heutigen Medienwandel könnte es ähnlich kommen, weil die Manager sowohl der Musikindustrie als auch in den Zeitungs- und Buchverlagen das Web nicht verstehen (können).

    Interessante Geschäftsmodelle entstehen aber nur aus einer intimen Kenntnis des Mediums Internet und seiner technischen Möglichkeiten. Wer hier nur oberflächlich dabei ist, wird bestenfalls zum Mitläufer.

  5. Robin Meyer-Lucht |  27.02.2009 | 13:45 | permalink  

    Klar, Konzerne haben bei der Umstellung nur bedingte Chancen – sieht Renner letztlich auch so. Trotzdem muss man den Finger in die Wunde legen – einige werden es trotzdem schaffen. Das Problem sehe ich bei den vielen kleinen Regionalverlagen.

    lg, robin

  6. Oliver Springer |  27.02.2009 | 17:45 | permalink  

    Vielleicht ist das weniger ein Problem der Musikindustrie oder der Verlagsbranche, sondern mehr die Schwierigkeit von Menschen, sich auf schnelle Veränderungen einzustellen.

    Es ist ja auch nicht so, dass die alten Platten-, Tonband- und CD-Käufer ihr Verhalten so radikal geändert hätten, sondern es sind vor allem die ganz jungen Menschen, die ihr (Nicht-) Kaufverhalten geändert haben. Dieser Aspekt erscheint mir wichtig.

    Die Modelle der Musikindustrie bieten noch nicht das, was die Konsumenten wollen. Da stimme ich zu. Ich bezweifle aber, dass es den meisten Musikhörern darauf ankommt, die Songs zu “besitzen”.

    Viel wichtiger ist, jederzeit darauf zugreifen zu können. Deshalb bin ich der Ansicht, dass ein Abomodell, das jederzeitigen unbegrenzten Zugriff auf alle Songs ermöglicht und zusätzlich eine feste Zahl von – ich sage mal – “Kauf-Downloads” enthält, zum Beispiel 50 oder 100 Songs pro Monat – eine sehr gute Lösung sein würde.

    Warum sollte man riesige Mengen an Musik sammeln wollen? Man sammelt ja auch nicht interessante Artikel von Websites, sondern legt Bookmarks an. Oder nicht mal das, weil man die Informationen jederzeit in Sekunden suchen und neu finden kann.

    Entsprechendes gilt für Videofilme: Wieso sollte man hunderte oder tausende von Filmen sammeln / besitzen wollen? Es würde doch reichen, aus gigantischen Video on Demand-Filmdatenbanken bequem von der Couch aus in Sekunden einen Stream starten zu können.

    Entscheidend ist, bequeme und sichere Angebote zu machen, die die Bedürfnisse der Konsumenten erfüllen. Der Preis ist dabei weniger entscheidend. Der Bezahlvorgang darf keine Barriere sein. Müsste man etwa nur über die Fernbedienung einen fünfstelligen Code eingeben und wäre der ganze Vorgang nach 10 Sekunden abgeschlossen, würden die Konsumenten für die Nutzung auch bezahlen.

  7. Lasst uns Brandstifter werden! Ein Plädoyer für ein emotionales Verständnis des Social Web | Open Source PR |  27.02.2009 | 20:20 | permalink  

    [...] und jetzt die “Journalismusindustrie”, wie sie der Musikmanager und Online-Unternehmer Tim Renner bei CARTA [...]

  8. Tim Renner über Fehler der Musik-, Journalismus- und Buchwirtschaft | Leander Wattig |  27.02.2009 | 21:20 | permalink  

    [...] via: Carta [...]

  9. Wittkewitz |  27.02.2009 | 22:24 | permalink  

    Ich kann den Thesen wenig Gehalt abgewinnen. iTunes verdient Geld mit walled-garden songs, AppStore verdient Geld mit walled-garden Software. Also das Web 1.0 mit den alten Geschäftsmodellen funktioniert noch sehr gut auf proprietärer Ebene. Wir sind ja noch nicht einmal 12% im Web 2.0 angekommen.

    Es ist etwas sehr kurz gedacht, die Anzeigen- und Journalismuskrise, die seltsamerweiser immer ineins gedacht werden auf das Web zu begründen. Das hat schon mal gar nichts mit Digitalisierung zu tun. Das ist ein ganz anderes Thema.

    Zu den Thesen:

    1. Der Wechsel vom analogen zum digitalen Medienträger bringt immer auch einen Wechsel des Geschäftsmodells mit sich.

    ####Wittkewitz####
    Warum sollte das so sein? Worin besteht der Unterschied zwischen iTunes und einer Videothek? Ach so, sie ist global und kein Makler für Geschäfts- und Büroräume verdient etwas (ja, cut out the middle man wäre web 2.0) Aber der Mittelmann ist ja der Makler, ist ja Apple. Direktvrekauf der Musik von Myspace ist Web 2.0, ist ein digitales neues Geschäftsmodell. Gibt es Beispiele, kennt ihr alle.
    Der erste digitale Medienträger war übrigens die CD. Hier ist eine grundlegender Fehler in der These. Es geht hier um Verkauf unkörperlicher Werte, das ist was anderes, aber versteht hier in .de eh kein Medienwissenschaftler, wie die Diskussionen der letzten Monate zeigen…

    2. Kein Zweig der Medienindustrie sollte den Fehler machen, die Vorteile der analogen Medienträger zu überschätzen. Dies hat die Musikindustrie getan. Und dem gleichen Irrtum erliegen derzeit noch Zeitungs- und Buchindustrie.

    ###Wittkewitz####
    Der Träger ist unwichtig. Das Abspielgerät zählt. Siehe iPod. Das Mensch-Maschine-Interface entscheidet zu 99,9999999998% über den Verkaufserfolg. Deshalb der Unfug von Newton bis Kindle. Und deshalb der Erfolg des Ipod und der Mißerfolg von Herrn Pooth, der schon vor Apple MP3-Player verkaufte. don’t blame it on the medienträger…

    3. Die Akteure der alten Medienindustrie werden immer versuchen, ihr bislang profitables Geschäftsmodell weitgehend 1:1 auf das neue Medium zu übertragen. Dies wird aber nicht funktionieren. Sie werden von neuen Akteuren bedrängt, die gerne auf neue, dem neuen Umfeld noch angemessenere Geschäftsmodelle setzen, weil sie selbst noch keines haben.

    ###Wittkewitz####
    Na und? Change or Die. Es werden keine Gefangenen gemacht. Das ist Evolution.

    4. Die Manager der Medienindustrien erfassen den Medienwandel vor allem auch deshalb nicht emotional, weil sie nicht in der Technikwelt der Nutzer ihrer Inhalte leben. Genau um solch ein emotionales Verständnis geht es aber.

    ###Wittkewitz####
    Bullshit. Die Manager der Medienindustrie haben die falschen Berater. Sie können nicht erkennen, wer Skill hat. Normalerweise ist das ihre vornehmste Aufgabe, zu erkennen, wer Übersicht hat. Dem wird zugehört. Die Medienberater der Verlage aber kommen aus Redaktionen und Universitäten. Dort wächst kein grassroots-skill!
    Es geht nicht um Emotionen angesichts der Technikwelt. Es geht um Menschen. Wer den Menschen nicht folgt, hat keine Chance am Markt; simple as that. Die Menschen leben aber nicht an Unis und in Redaktionen.

    5. Die Musikindustrie nutzt das Internet bis heute aus Selbstblockade der Majors nicht konsequent.

    ###Wittkewitz####
    Es hat sich eine neue Musikindustrie entwickelt. Die alte lebt noch von der Schätzen der Vergangenheit. Warum sonst erleben wir jeden Tag den 61271543. Aufguß der besten Hits aus den 60er, 70er, 80er und 90er? Danach kam kein neuer Künstler mehr. Hip-Hop stirbt sein Jahren vor sich hin und NICHTS ist den Netzen der A&R-Manager gelandet. No Big Thing…Das hat mit dem Web nix zu tun, das ist mangelhafte Geschäftsfeldanalyse, genau wie im Print. don’t Blame it on the web!

    6. Das Urheberrecht wird erst dann vermittel- und durchsetzbar sein, wenn es legale Alternativen gibt, die den gleichen Angebotsumfang wie die illegalen Angebote haben. Derzeit sind die legalen Angebote aber schlechter als die illegalen, weil sie die Inhalte später und nicht im gesamten Katalog anbieten.

    ###Wittkewitz####
    Es hat auch schon früher das Kopieren von Platten auf Kassette gegeben. Damals sind auch keine Musikverlage an der Kassette gestorben. Auch hier ist das Problem nicht der Download. Die Bands verdienen gut an den Konzerten. Die Musikverlage verschwinden.
    Das ist Ökonomie des 3. Jahrtausends: Cut Out the Middlemen. Es wäre gut, wenn die Herren Medienberater auch mal klassische Ökonomietheorien der letzten Jahre lesen würden, dann müssten sie ihre Hilflosigkeit nicht hinter dem Begriff Web verstecken.

    7. Die Journalismusindustrie begeht derzeit die gleichen Fehler wie die Musikindustrie im Netz: Sie erkennt nicht, dass sie ihr Geschäftsmodell radikal verändern muss. Sie nutzt das Netz nicht konsequent, ist zaghaft statt offensiv.

    ###Wittkewitz####
    Zu dem Begriff

    Journalismusindustrie

    sage ich nichts. Dieser Begriff drückt eigentlich alles aus, was man Falsches dazu sagen kann. Ganz kleine Münze, eher Nanomünze…

    8. Verwertungsgesellschaften allein versprechen keine gerechte und akzeptable Lösung der Geschäftsmodell-Misere: “In einem Land, das von VG Wort und Gema regiert wird, möchte ich nicht leben.”

    ###Wittkewitz####
    Dann möge er doch bitte in seinen Volvo-Kombi steigen und nach Liechtenstein fahren. Er wird hier nicht gebraucht.

    Besten Gruß

    Jörg

  10. Claudia Sommer |  27.02.2009 | 22:27 | permalink  

    Naja, irgendwie ist das ja wie “Biedermann und die Brandstifter”. Traurig aber wahr

  11. Markus Merz | Hamburg St. Georg |  27.02.2009 | 22:42 | permalink  

    Exzellenter Artikel und exzellentes Interview. Schon bei Universal und noch früher war Tim Renner immer ein weit voraus analysierender und auf den Punkt kritisierender Medienmensch.

  12. JaK |  28.02.2009 | 01:42 | permalink  

    @ »Das Urheberrecht wird erst dann vermittel- und durchsetzbar sein, wenn es legale Alternativen gibt, die den gleichen Angebotsumfang wie die illegalen Angebote haben.«
    Das ist der größte Bullshit, den ich seit langem gelesen habe. Eine legale Alternative zu bestehendem Recht gibt es nicht; es sei denn man zieht eine Änderung des bestehenden Rechts in Erwägung.
    Keine technische oder technologische Entwicklung kann mir meine Rechte als Urheber streitig machen, egal ob ich meine Texte in Stein meißele, mit Scheiße an die Wand schreibe oder ins Internet stelle. Technologischer Wandel hin oder her. Verschlafen kann ich die ganze Nacht und auch noch den Tag und trotzdem bleiben mir meine Rechte als Urheber.

  13. phneutral |  28.02.2009 | 18:29 | permalink  

    Die Frage, die sich hier meiner Meinung nach geradezu aufdrängt ist: Was sind diese neuen Geschäftsmodelle?

    Ein Großteil des Internets lebt von der »es ist alles gratis«-Einstellung. Informationen, Bilder, eigentlich ist es Allgemeingut. Wer den Piratebay-Prozess verfolgt weiß was ich meine.

    Aber die Menschen, die diese Inhalte bereitstellen wollen auch bezahlt werden und Werbung kann (Soll? Unabhängige Berichterstattung!) nicht alles finanzieren.
    Und sowieso: Im Endeffekt will doch jeder, dass die lästigen Banner weniger werden und nicht mehr.

    Die Konsumenten sind auch gar nicht abgeneigt für gute Inhalte und vor allen Dingen guten Service etwas zu bezahlen, allerdings wägt der Nutzer im Netz viel mehr ab was ihm eine Leistung wert ist.

    Wie lockt man die Maus hinter dem Ofen hervor?

  14. links for 2009-02-28 | Nerdcore |  28.02.2009 | 18:30 | permalink  

    [...] Tim Renner: “Die Journalismuswirtschaft ist im Netz genauso hilflos wie die Musikindustrie” — … (tags: musikindustrie copyright) [...]

  15. Sony’s flawed Reader launch in Germany |  28.02.2009 | 18:59 | permalink  

    [...] traditional way of doing things for something radical that might cannibalize your core business? Hardly. If you have to report on a quarterly basis, chronic pain of a gradual decline is easier to justify [...]

  16. Christiane Schulzki-Haddouti |  01.03.2009 | 18:26 | permalink  

    Die abfällige Bemerkung in Richtung GEMA kommt hier nicht von einem Musiker oder Künstler, sondern von einem Manager. Ich denke, dass man die GEMA nicht abschaffen, sondern weiter entwickeln sollte. In den Niederlanden läuft ein interessanter Pilot der VG Buma/Stemra mit Creative-Commons-Lizenzen. Das geht in die richtige, weil differenzierte, Künstler-gesteuerte Richtung.

  17. Robin Meyer-Lucht |  01.03.2009 | 19:11 | permalink  

    Christiane,

    ich habe die Gema-Bemerkung extra auch für Dich reingeschrieben.

    Ich halte Gema und VG Wort nicht für reformierbar. Da brauchen wir neue Ansätze. Aber diesen Streit werden wir auszutragen haben.

    lg,

    Robin

  18. Christiane Schulzki-Haddouti |  02.03.2009 | 09:52 | permalink  

    Robin,

    ich hatte es mir fast schon gedacht :)
    Es ist ganz klar: Die Sache muss in Bewegung kommen. So geht es auf keinen Fall weiter. Dafür sind auch neue Ideen wichtig. Einfach “das System” abzulehnen halte ich allerdings nicht für zielführend… Letztlich wird die Politik das aufgreifen müssen, wenn die Gesellschaften sich nicht bewegen oder meinen, sich nicht flexibel genug bewegen zu können.

    Apropos VG Wort – interessantes Interview mit Mathias Schindler von Wikimedia auf meinem bescheidenen KoopTech-Blog. Vielleicht könnte der Rammbock Wikipedia die Dinge in Bewegung setzen. http://blog.kooptech.de/2009/03/wikipedia-und-die-vg-wort-interview-mit-mathias-schindler-von-wikimedia/

  19. Rocky Mountain Picture Show — CARTA |  02.03.2009 | 12:25 | permalink  

    [...] Punkt ist, dass die Medien mit dem Internet ihre monopolartige Vermittlerrolle und damit auch ihr altes Geschäftsmodell verloren [...]

  20. Schlagzeilen vom 01.03.2009 | Blog Kommunikation |  02.03.2009 | 20:08 | permalink  

    [...] ähnliche Krise vor, wie sie die Musikindustrie seit gut 10 Jahren zu überwinden versucht -> “Die Journalismuswirtschaft ist im Netz genauso hilflos wie die Musikindustrie” Social [...]

  21. Das Renner’sche Gesetz - texte und so. |  02.03.2009 | 23:14 | permalink  

    [...] sendet nicht mehr, der US-Zeitungsmarkt liegt im Sterben… Die Medienbranche hat ein Problem. Robin Meyer-Lucht fasst in seinem Beitrag auf Carta einen Auftritt von Tim Renner im Rahmen des medi…. Im sehenswerten Video-Interview zieht der Geschäftsführer von Motor Entertainment und ehemalige [...]

  22. Manfred Bartl |  05.03.2009 | 01:52 | permalink  

    Schön formuliert, aber leider für die Katz. Meine EINE These lautet schlicht:

    1. Der Wechsel vom analogen zum digitalen Medienträger geschieht nur über den Schritt in die Wissensgesellschaft – und das bedeutet keinen bloßen Wechsel des Geschäftsmodells, das bedeutet die Aufgabe JEDES Geschäftsmodells!

    In der Wissensgesellschaft, liebe Leute, gibt es doch gar keine Geschäfte! Wann endlich werdet Ihr die richtigen Schlüsse aus so phantastischen Formulierungen wie “Mit der Digitalisierung verhält es sich wie mit dem Wasser: sie sucht sich ihren Weg” ziehen können? In der Welt der digitalen Medien ist die Verknappung der Güter ultimativ aufgehoben. Jedes Original lässt sich beliebig oft verlustfrei kopieren. Die Wissensgesellschaft hebt die Geschäftsfähigkeit von Medien auf. Mit digitalen Daten lässt sich einfach kein Geld machen!

    Und dass mir jetzt keiner damit kommt, dass “auch Journalisten Miete zahlen und ihren Kindern was zu essen kaufen müssen”. Bullshit! Mit und mittels Wissensgesellschaft wird jede Form des Handels zum Erliegen kommen. Dann heißt es einfach nur noch: Einem jeden nach seinen Bedürfnissen, ein jeder nach seinen Fähigkeiten!

    Wer das bisher noch nicht begriffen hat, begreift es hoffentlich JETZT!

  23. Robin Meyer-Lucht |  05.03.2009 | 12:11 | permalink  

    @ Manfred Bartl: Lieber Herr Bartl, damit wäre jetzt aber immer noch nicht geklärt, wie Journalisten ihre Miete zahlen, oder?

    @ Wittkewitz: Ich nehme mal Punkt 1, der mir sehr wichtig ist, raus: Es verändert sich die Art und die Einheiten, in denen Gehandelt wird. Das ist schon sehr fundamental. Daher kann ich Renner hier nur zustimmen.

    gruss,

    rml

  24. Robin Meyer-Lucht |  05.03.2009 | 13:47 | permalink  

    @ Manfred Bartl: Ich habe es jetzt doch verstanden. Sie sind der Meinung, dass es in der Wissensgesellschaft keine Journalisten mehr gibt.

  25. Tom Schueler |  05.03.2009 | 23:24 | permalink  

    Ich gebe Manfred Bartl bei fast allem Recht. Dass der gesamte Handel zusammenbrechen wir, ist aber Unsinn. Natuerlich leben wir noch mit und von anderen Guetern, als den digitalen.

    Was wird aus dem Journalismus? Was wird aus der Musikindustrie? Beide werden, und das ist zu betonen, in ihrer HEUTIGEN FORM zusammenbrechen. Die Menschen werden niemals aufhoeren Musik zu machen oder Artikel zu schreiben. Wie kann ein Journalist dann Geld verdienen und seine Miete bezahlen? Erst einmal gar nicht mehr! Mit dem Absterben von Zeitungen werden aber andererseits auch die Werbetreibenden staerker ins Internet abwandern. Ob es angesichts solcher Plugins wie Adblock aber so wie bisher im traditionellen Print weitergeht, ist die Frage, ich denke nicht. In Zukunft aber werden andere Jobs entstehen, von denen wir nicht einmal ahnen. Wer haette vor 30 Jahren von einem Programmierer oder Webdesigner gehoert? Die traditionelle Musikindustrie und der Journalismus werden untergehen, aber dafuer werden neue Geschaeftsfelder entstehen.

    Ich moechte noch zwei Thesen von Renner widersprechen:

    6. Das Urheberrecht wird erst dann vermittel- und durchsetzbar sein, wenn es legale Alternativen gibt, die den gleichen Angebotsumfang wie die illegalen Angebote haben.

    Einerseits haben wir eine junge Generation ohne Rechtsbewusstsein in Download-Fragen (mich eingeschlossen), andererseits das Gesetz. Auch wenn die Majors diese magische Plattform schaffen: Wenn wir einen Song umsonst oder fuer 99 cent haben koennen- fuer welchen entscheiden wir uns?

    7. Die Journalismusindustrie begeht derzeit die gleichen Fehler wie die Musikindustrie im Netz: Sie erkennt nicht, dass sie ihr Geschäftsmodell radikal verändern muss. Sie nutzt das Netz nicht konsequent, ist zaghaft statt offensiv.

    Der Journalismus kann sein Geschaeftsmodell nicht aendern! Denn das Geschaeftsmodell beruht darauf, dass wir fuer Informationen zahlen. Aber im Internet bekommen wir gerade alles kostenlos. Und auch wenn alle grossen Tageszeitungen auf Online-Bezahl-Modelle umsteigen wuerden, wuerden sich eben am Rande kleinere Seiten mit kostenlosen Nachrichten etablieren. Der Journalismus in seiner alten Form ist tot!

  26. Claudia Sommer |  29.03.2009 | 06:43 | permalink  

    Wie so oft, ist es wichtig die richtigen Fragen zu stellen. Die entscheide Frage ist “Wie kann in einer Sharing-Economy Geld verdient werden?”. Google hat in seiner Branche die richtige Antwort gefunden, aber dieses Geschäftsmodell kann nicht auf andere Branchen übertragen werden.

    Um eine Antwort auf diese Frage zu finden, bedarf in der Tat radikal neues Denken.

  27. Digitale Kulturindustrie: Marek Lieberbergs planloser Kreuzzug gegen das Internet — CARTA |  29.03.2009 | 19:46 | permalink  

    [...] Die Musikindustrie hat tatsächlich ein riesiges Urheberrechtsproblem, mit dem sie von der Politik bislang erstaunlich allein gelassen wurde. Zugleich aber zeigte sich die Branche bislang extrem unflexibel darin, ihr technologisch veraltetes Geschäftsmodell im neuen Medienumfeld neu zu erfinden, wie Tim Renner sehr pointiert ausgeführt hat. [...]

  28. geiger |  02.04.2009 | 13:07 | permalink  

    Rettet das Vinyl, das Radio das Fernsehen unw. Der “Journalismus” (vermutlich ist Print gemeint?), was auch immer das beinhalten mag, wird gewiss nicht sterben. Nur holt sich das “web” derzeit ein großes Stück vom Kuchen. Dass dabei Klagen alter Besitzstandswahrer laut werden ist nicht verwunderlich und auch nicht neu. Den professionellen Journalisten, ich nenne ihn an dieser Stelle “objetiven” Informationsselektierer, wird es immer geben und er wird an Wert im web zunehmen: 80% des webs sind nichts als Blase, Müll und redundanter Schwachsinn. Wenn wir also in einer Wissensgesellschaft leben, muss es jemanden geben, der verlässliche Informationen bereitstellt. Dies ist eine Leistung und wird gegen Geld oder sonstwas getauscht. Angebot und Nachfrage. Handel. Ein uraltes Prinzip.
    In diesem Zusammenhang werden vermutlich die Bedeutung und Funktion von Nachrichtenagenturen erheblich zunehmen.

    Hinsichtlich der Musikindustrie: Selbst schuld. Und ein gutes hat die gesamte Piraterie: Sinkende Preise, Bands, die wieder touren müssen, mehr Kreativität. niemand hätte jemals einen einzelnen Song kaufen können, ohne den Druck von außen. Marktmacht wurde allzulange schamlos ausgenutzt und ich habe keinerlei Mitleid.

  29. pH~neutral.net: Blog und Portfolio für visuelle Kommunikation von Christopher Reinbothe |  05.04.2009 | 10:33 | permalink  

    [...] [...]

  30. Kostenlos-Kultur ? Urheberrechtsverletzung: 10 Thesen zum Modernisierungsversagen der Medieneliten — CARTA |  27.04.2009 | 00:23 | permalink  

    [...] – Tim Renner: “Die Journalismuswirtschaft ist im Netz genauso hilflos wie die Musikindustrie” [...]

  31. Tom |  28.04.2009 | 09:20 | permalink  

    Beim Vergleich von Musik mit Print gibt es zweifelsohne einige Parallelen – aber eben auch einen ganz zentralen Unterschied: Die Hauptkäuferschicht der Musikindustrie ist jung und internetaffin, die Hauptkäuferschicht insbes. der Zeitungsindustrie ist über 50 Jahre und eben nicht internetaffin!

    Allein schon deshalb kann der Wechsel auf ein digitales Geschäftsmodell zwar für Musik funktionieren, aber eben nicht für Zeitungen!

    Und genau das ist das Problem: Um kurzfristig überleben zu können sind Zeitungen gezwungen, das alte Printmodell mit möglichst hohen Skaleneffekten weiter zu betreiben. Um aber langfristig überleben zu können, müssen sie das Printmodell aber vermutlich besser gestern als heute verlassen! Dieser Spagat wird in den nächsten Jahren noch vielen Verlagen sehr weh tun…

  32. Musikindustrie: Bilanz eines Abstiegs — CARTA |  13.05.2009 | 10:24 | permalink  

    [...] Ausgerechnet die Musikindustrie: Ausgerechnet eine Branche, die über Jahrzehnte das Aufbegehren verkauft hat — sie hadert nun damit, nicht mehr zu technologischen Avantgarde zu gehören und den Staat anzurufen. Sie wäre so gerne die glanzvolle, postindustrielle Zukunftsindustrie. Doch an diesem Tag ist die Musikindustrie “Leitbranche für die Kreativindustrie” nur beim Thema Ratlosigkeit über die Digitalisierung. [...]

  33. Neue digitale Musikindustrie: Musik als Strom ohne Eigentum? — CARTA |  26.05.2009 | 11:46 | permalink  

    [...] Robin Meyer-Lucht: Tim Renner: “Die Journalismuswirtschaft ist im Netz genauso hilflos wie die Musikindustrie” [...]

  34. lutzland.blog » Tim Renner: “Die Journalismuswirtschaft ist im Netz genauso hilflos wie die Musikindustrie” |  26.05.2009 | 14:48 | permalink  

    [...] “Für Tim Renner ist klar: Die Journalismusindustrie wiederholt derzeit die Fehler der Musikindustrie im Internet. Sie klammert sich vergeblich an ihre alten Geschäftsmodelle und öffnet sich der Digitalisierung nicht konsequent: Ein “Rennersches Gesetz” und ein Video-Interview (Quelle: Carta).” [...]

  35. Zum Nachlesen: Die ganze Krise der Medien | Trendpiraten Blog |  20.06.2009 | 11:36 | permalink  

    [...] Die Journalismusindustrie begeht derzeit die gleichen Fehler wie die Musikindustrie [...]

  36. Reality Kills « Grob. Gröber. Gröbchen. |  04.10.2009 | 02:02 | permalink  

    [...] Die digitale Revolution hat künstlich errichtete Markteintrittshürden zerbröselt, mediale Kanäle transformiert und Marktmonopole zerstört. Für die EMI wird es jedenfalls – Beatles hin, Robbie [...]

  37. „Die Choreographie eines multimedialen Gesamtprodukts“ | Blog der Frankfurter Buchmesse |  05.10.2010 | 20:00 | permalink  

    [...] Musikmanager Tim Renner stammt die These, dass es mit der Digitalisierung des Medienträgers immer auch zum Wechsel des Geschäftsmodells [...]

  38. Sony’s flawed Reader launch in Germany |  17.01.2011 | 14:40 | permalink  

    [...] traditional way of doing things for something radical that might cannibalize your core business? Hardly. If you have to report on a quarterly basis, chronic pain of a gradual decline is easier to justify [...]

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