Thomas Stadler | 10 Kommentar(e)
Horch & Kuck: Facebook stellt den Sicherheitsbehörden komfortable Tools zur Nutzerabfrage zur Verfügung.
24.10.2012 |
Wer https://www.facebook.com/records aufruft, gelangt auf eine Seite mit dem Titel “Law Enforcement Online Requests”. Dort können Polizeibehörden eine Abfrage der von Facebook gespeicherten Bestands- und Verkehrsdaten beantragen. Wenn man dort eine E-Mail-Adresse eingibt, die zu einer deutschen Polizeibehörde gehört – z.B. @polizei.hessen.de –, erhält man eine automatische Antwortmail mit einem Token Link. Wenn man diesen Link aktiviert, gelangt man anschließend auf ein internes Facebook-Portal für die Abfrage von Bestands- und Nutzungsdaten. Es gibt dort eine Suchfunktion namens “Record Request”, in der u.a. Angaben zur anfragenden Stelle und zum Tatvorwurf gemacht werden müssen, sowie dazu, aus welchem Zeitraum man Daten benötigt.
Im Anschluss erhält die anfragende Stelle von Facebook eine Eingangsbestätigung und eine Fallnummer. Über das Portal lässt sich der Status der Anfrage bis zur Beantwortung durch Facebook nachverfolgen. Das Prozedere ist u.a. in einem Infoblatt des hessischen LKA – das mir vorliegt – detailliert beschrieben.
Daneben hat Facebook für Polizei- und Strafverfolgungsbehörden ein Formular zum Anfordern von Daten eines Facebook-Profils sowie ein gesondertes Formular zur Offenlegung von Daten in Notfällen entwickelt. Die Details sind in den “Facebook-Richtlinien für Strafverfolgungsbehörden” erläutert, einem Dokument, das Facebook als vertraulich und rechtlich geschützt bezeichnet.
Wie großzügig oder restriktiv Facebook mit diesen Tools umgeht, und inwieweit hier Unterschiede nach der Art der anfragenden (nationalen) Behörden gemacht werden, ist mir leider nicht bekannt. Facebook kooperiert jedenfalls äußerst eng mit den Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden. Wenn man außerdem berücksichtigt, dass Facebook möglicherweise auch die Chatkommunikation seiner Nutzer belauscht und aufzeichnet, dürfte sich hier für Ermittler ein interessanter Datenpool auftun.
Crosspost von Internet Law
Dazu passt diese aktuelle Statista-Grafik:






Das betrifft nicht nur Facebook. Die effiziente Weitergabe bei Onlinediensten abgelegter und/oder von diesen gesammelter (Kommunikations-)Daten an Sicherheitsbehörden wird auch von anderen Anbietern praktiziert: http://www.selbstdatenschutz.info/staatliche_ueberwachung
[...] Wie Facebook mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet wollt ihr sicher gar nicht wissen. Gehen Sie weiter, es gibt hier nichts zu [...]
Dass habe ich auch noch nicht gewusst. Die Polizei kann echt ein Tool nutzen, um detaillierte Angaben zu einzelnen Facebookprofilen zu bekommen? Naja hoffentlich wird das nicht ausgenutzt. Denn trotz allem sind die meisten Bürger ja wohl nicht kriminell. Man darf ja echt gespannt, wie das alles so weiter geht^^
[...] die Nachrichten der Nutzer automatisch auf der Suche nach Verbrechen scannt. Außerdem bekommen Ermittlungsbehörden von Facebook ein Formular zur Datenanfrage gestellt. Was Facebook rausrückt, ist unklar, doch ist Alles [...]
Diese Schweine!
[...] des Tages: Das Ministerium für Staatssicherheit wäre bei so viel Bequemlichkeit im Zugriff vor Neid erblasst. 1984, Facebook, Orwellness, Polizei, Stasi 2.0, Überwachung, Web [...]
[...] Nu 8% der Nutzer vertrauen nach einer Umfrage Facebook. Wen wundert’s, wenn man sich den Ermittlungsbehörden derart anbietert? [...]
[...] Im Koalitionsgefängnis CARTA: Wie Facebook mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet Netzpolitik.org: Britische Musikindustrie fordert Ausweitung der Netzsperren Stiftung Warentest: [...]
1. Immerhin sind die Sicherheitsbehörden noch so nett und bitten um Erlaubnis sich die Daten zu ziehen, die andere, die nicht der Gerichtsbarkeit einer demokratischen Ordnung unterliegen, sich ohne Erlaubnis ziehen.
2. Es wird nicht mehr lange dauern bis die privatwirtschaftlich agierenden Sozialen Netzwerke einer umfassenden staatlichen Regulierung unterworfen werden (so wie Telefongesellschaften etc). Und das ist auch gut so, angesichts der Brisanz der Datensammlung.
[...] Wie Facebook mit den Ermittlungsbehörden zusammenarbeitet: ”Facebook stellt den Sicherheitsbehörden komfortable Tools zur Nutzerabfrage zur Verfügung.” [...]