Martin Lindner | 87 Kommentar(e)
Im Netz gibt es eine große Debatte um Manfred Spitzers Buch “Digitale Demenz”: Was ist da im Detail dran? Muss man das wissenschaftlich ernst nehmen?
22.08.2012 |
Es macht keinen Spaß, das akribisch zu lesen, aber jemand muss es ja tun, stellvertretend für alle, die seit 10 Jahren im Web mehr lernen als jemals zuvor: schneller, intensiver, sozialer. Hier ist eine editierte Fassung meiner Notizen, die ich sonntags ins Netz gestellt habe. Es gab sehr viele gescheite Kommentare mit Faktenchecks. Alles in allem: Ich habe viel dabei gelernt.
Alarmistische Suada
Wenn Prof. Dr. Dr. Manfred Spitzer nicht “Hirnforscher” wäre, wäre das nur die hysterische Suada eines vor sich hin räsonnierenden, oft schwafelnden Bildungsbürgers, der seine eigene Epoche/Kultur völlig kritiklos glorifiziert und seine Lebenserfahrungen zum positiven Maßstab erklärt. Eine Suada im alarmistischen Ton, in der ständig zwischen zersplitterten Gedanken und Argumenten hin- und hergesprungen, nie auf einer Ebene geblieben wird (“multitasking”), keine Generalisierung zu blöd ist.
Diese Suada ist, mit dem Vorwort beginnend, die erste, alles verbindende Schicht des Buchs. (“Aber, Herr Spitzer, höre ich oft besorgte Eltern fragen …”) Es liest sich über weite Strecken wie eines dieser obskuren Bücher im Eigenverlag, mit denen selbsternannte Warner und Weltretter in der untergegangenen Gutenberg-Galaxis ihre wirren Meinungen mikropublizierten, vor der Erfindung des Blogs.
Der Text genügt selbst in keiner Weise den Maßstäben, die die bildungsbürgerliche Kultur an Argumentation und Stil stellt. (Obwohl ausdrücklich dem Lektor für den Schliff an diesem “Rohdiamanten” gedankt wird!) Aber das macht nichts, weil es keine/r liest, außer denen, denen dieser Erguß aus der Seele spricht. Ansonsten ist das ein Talkshow-Buch: Kein Moderator und kein Mit-Diskutant kann das wirklich gelesen haben.
Dr. Dr. phil. habil.
Auch die Gegner von Spitzers Thesen knicken in der Regel vorher vor der “Hirnforscher”-Pose ein: “Die Ergebnisse Ihrer Forschungen bestreite ich ja gar nicht, aber …” Und schon hat er gewonnen. Wäre er nicht der ärztliche Direktor der Psychiatrischen Universitätsklinik in Ulm, mit vielen peer-reviewten englischsprachigen Aufsätzen zur Wirkung von Depressionen und Sucht auf das Langzeitgedächtnis, würde kein Hahn danach krähen.
Sobald man ein klein wenig näher hinschaut (was NormalleserInnen nicht tun und auch kaum können), sieht man, dass es hier keine (!) klaren wissenschaftlichen Ergebnisse gibt, die als bewiesen gelten dürfen – obwohl Spitzer ständig gegen seine Feinde, die Medienpädagogen, polemisiert und auf “über 200 Studien” verweist, die er ausgewertet habe. Seit 2004 leitet Spitzer in Ulm das “TransferZentrum für Neurowissenschaften und Lernen“. Wenn ich als Mitglied einer Evaluationskommission dieses Buch in die Hand bekäme, müsste ich eigentlich die Gelder streichen.
Und ausnahmsweise lege ich Wert auf die Feststellung, dass ich hier als Dr.phil.habil. (Literaturwissenschaft, Semiotik, Medienwissenschaft) schon beurteilen kann, was “wissenschaftlich” ist. Ich gehöre quasi zum anderen Zweig der “Hirnforschung”, der die Außenseite des Denkens analysiert: wie Menschen sich ihre Welten aus Zeichen aufbauen und dann bewohnen. Sprechend, lesend, schreibend, in der “wirklichen Welt” und im Netz.
Sehr viele Aussagen und Folgerungen Spitzers halten schon beim bloßen Lesen keiner Überprüfung auf wissenschaftliche Seriosität stand. Und ich habe dabei auch erst einmal noch viel zu viel geglaubt. Sobald man ein wenig nachforscht (googelt), wird es viel schlimmer, wie Netzkommentatoren innerhalb weniger Stunden herausfanden. Hier ist etwa ein Kommentar zu einer Studie zu Londoner Taxifahrern, mit der Spitzer gleich zu Beginn zu beweisen sucht, dass Gedächtnisleistungen das Hirn größer machen*.
Hirnforschung
Es gibt keine saubere Begriffsbildung und Argumentation, nirgends. Beginnend mit “digitale Demenz” selbst: Nirgends trägt Spitzer zusammenhängend eine solid begründete These vor. Man muss sich alles aus Fragmenten zusammenreimen. Spitzer tut so, als sei “digitale Demenz” ein medizinischer Begriff. Erst ganz am Ende versteht man, dass er offenbar u.a. behauptet, die jugendliche Hirnschädigung durch Medien würde am Ende des Lebens dazu führen, dass signifikant mehr Leute ein paar Jahre früher Alzheimer bekommen (was natürlich unbeweisbar ist).
Meistens versteht er unter “digitaler Demenz” etwas anderes: Die Folgen von “Internet- und Computerspielsucht”, die er wieder als klar definierten medizinischen Sachverhalt ausgibt, seien schwere Depression, sozial dysfunktionales Verhalten, Steuerungsverlust usw. Suggeriert wird, so entstehe eine Art erworbene Hirnkrankheit, aber wieder bleibt die wissenschaftliche Begründung unklar.
Spitzer beruft sich damit auf “südkoreanische Ärzte”, und ich habe ihm das erst mal wie alle geglaubt, obwohl er keine Fußnote dazu hat (sonst aber viele). Wenn man googelt, stellt man in ein paar Minuten fest: Digitale Demenz war vor fünf Jahren ein südkoreanisches Mode- und Medienwort (Telepolis), niemand betrachtet das dort als ernsthafte Krankheit. Worauf er sich beruft, ist gar keine medizinische Studie, sondern nur eine banale Umfrage (!) zur Vergesslichkeit von werktätigen Großstadt-Twens mit Smartphones. Ein Arzt, den die Korea Times daraufhin anruft, sagt: Es ist nur reversible Vergesslichkeit, kein Grund sich Sorgen zu machen.
Studien
Genauso wenig werden alle anderen Kernbegriffe klar definiert: Weder “Medien” noch “digital”, weder “Intelligenz” (in den Studien schlicht das Resultat von IQ-Tests, in seiner Argumentation aber zumeist normalsprachlich), noch “geistige Leistung” (in den Studien bemisst sich das immer in Schulnoten).
Und dann werden die Lern- und Bildungs-Studien zur Wirkung von “digitalen Medien” auf Jugendliche bis ca. 20 (um die Älteren geht es ihm nicht) nie differenziert:
- nach Land/Kultur: Deutschland, USA, Südkorea haben völlig verschiedene soziokulturelle und soziopsychische Situationen, von weiterer Binnendifferenzierung ganz zu schweigen;
- nach Jahr: Zitiert werden viele Studien von ca. 1998 (!), von ca. 2002/03, eher wenige ganz neue. Nicht nur der technologische und mediale Stand ist dabei nicht vergleichbar.
- nach Alter: mal redet er von Kindergartenkindern und überträgt das im nächsten Satz auf Jugendliche, bei denen er wieder nicht unterscheidet zwischen 8 – 10-Jährigen, 12-Jährigen, 15-Jährigen … alles eins. Die Folgerungen sind wissenschaftlich unbrauchbar.
- nach Inhalten: In seiner Perspektive ist es völlig wurscht, ob ein Jugendlicher via “digitale Medien” kommuniziert, diskutiert, programmiert, musiziert, Mashups und Remixes macht, Pornos sieht, World of Warcraft oder Counterstrike spielt (was völlig unvergleichbar ist), Wikipedia aufruft, Musik hört, googelt, bloß liest, selber schreibt usw.
Lernen
Positives in diesem Kopfschmerz erregenden Durcheinander: Mitten zwischen zum Teil grotesken Behauptungen sagt Spitzer – wie die anderen “Hirnforscher” – ab und zu humane Sachen über das Lernen, die man gern unterschreiben kann: Lernen soll dem eigenen Rhythmus folgen, ist ohne innere Motivation sinnlos, ist ein komplexer, auch sozialer Vorgang, Stress verhindert Lernen.
Das begründet er auch nicht, aber man freut sich. Doch sobald es wieder zu den Studien und zur Demenz geht, versteht er unter “Lernen” wieder soviel wie “dem Gedächtnis einprägen”. Er diskutiert diese Diskrepanz nicht. (Der Hippocampus als Ort des Langzeitgedächnisses scheint sein wissenschaftliches Fachgebiet zu sein – ich wüsste gerne, ob wenigstens diese Aufsätze etwas taugen.)
(Die “Hirnforscher” wie auch Roth und Hüther sind ja Bildungsbürger in Verkleidung, in einer Mediengesellschaft, in der die alte bildungsbürgerliche Kultur längst untergangen ist: Sie haben die Stelle der Altphilologen eingenommen. Sie nehmen Stellung zu allen Kulturfragen, ohne davon irgendwie durch ihre Forschungen an Schwachstromströmen an Neuronen legitimiert zu sein, und alle glauben es, weil Kultur = Hirn. Glücklicherweise paraphrasieren sie, was Lernen angeht, einfach nur den fortschrittlichen Common Sense. Hier sind ein gutes Buch dazu und ein Vortrag.)
Kann man irgendwo zustimmen?
Überhaupt werden von Spitzer immer wieder Allgemeinplätze eingestreut, die zum Nicken zwingen, um dann gleich wieder extrem gewagte bis abstruse Behauptungen als “bewiesen” zu präsentieren. Die Leser werden nicht als Mitdenkende ernst genommen, sie werden betäubt. Aber gibt es nicht doch Passagen, denen man zustimmen kann?
Eigentlich dachte ich ja, wenigstens seine Aussagen zur “harten Cognitive Science”, vulgo “Hirnforschung”, seien seriös. Das muss offen bleiben – nach den Londoner Taxifahrern bin ich nicht mehr sicher. Brauchbar bzw. diskutierbar sind ein paar andere Passagen, die er in seinen alarmistischen Überredestrom eingebettet hat.
- Die Probleme des OLPC-Projekts (One Laptop per Child), da greift er auf einen anderen Autor zurück). Über den Misserfolg des Projekts wurde auch im Netz intensiv diskutiert.
- Die Widersprüche der realen elektronischen Mediennutzung in den deutschen Klassenzimmern seit ca. 2000: insbesondere die Smartboards, Bildschirmgeräte für Schreibanfänger, die Integration von Laptops in konventionellen Unterricht und der Gebrauch konventioneller E-Books v.a. in den USA. Da hat er Recht.
- Zustimmungsfähig ist auch seine Skepsis gegenüber “Bildschirmmedien” im Kindergartenalter. (Ich würde sagen: Zwingend ist die Mitverwendung digitaler Medien beim Lernen ab ca. 12.)
Spitzers Thesen
Seine eigenen “wissenschaftlichen” These muss man sich mühsam zusammensuchen. Er behindert Kritik schon dadurch, dass er sie nie zusammenhängend formuliert. Aber er behauptet u.a.,
- dass Kinder und Jugendliche mit viel “Mediengebrauch” (TV und Telefon gehören dazu) früher und öfter im Alter an Alzheimer erkranken werden.
- dass Intelligenz und geistige Leistungsfähigkeit mit der messbaren Größe von Hirnarealen korreliert sind (eine in dieser Allgemeinheit überhaupt nicht wissenschaftlich bewiesene These), und – angedeutet – dass größere Hirne dann auch bessere Leistungen ermöglichen. Die Begründungen sind hier extrem fadenscheinig und unwissenschaftlich.
- dass es “Internet- und Computerspielsucht” gibt, die nicht einfach Folge einer depressiv-gestörten psychischen Disposition ist, sondern eine eigendynamische Krankheit, initiiert vom Mediengebrauch, mit Merkmalen und Folgen wie Alkohol- und Zigarettenabhängigkeit.
- dass Kinder und Jugendliche durch Mediengebrauch dümmer und körperlich kränker werden (oberflächlicher, unkonzentrierter, mangelnde Selbstkontrolle usw.). Hier setzt er Mediengebrauch mit der “Unterschicht”-Problematik einfach gleich.
- dass die unmittelbar negativen Auswirkungen der Medien (Schulnoten) nicht reduzierbar sind auf Bildungsferne und sonstige Problematik des Elternhauses und auch nicht auf “Begabung” (die er im Übrigen als objektive Größe betrachtet). Das könne man herausrechnen. Wie genau, wird nicht gezeigt.
- dass Kinder und Jugendliche bei starkem privatem Mediengebrauch schlechtere Noten haben und später schlechtere “Bildungskarrieren”. (Zwischendurch beweist er mit Studien, dass digitale Medien Schul- und Studienleistungen unter bestimmten Umständen “nicht verbessern”, in denen Verschlechterungen aber gerade nicht festgestellt werden. Das thematisiert er dann nicht.)
- dass Mediengebrauch mit schlechten Gefühlen und Depressivität nicht nur einhergeht, sondern sie verursacht.
Bis auf die Alzheimer- und die Hirnmessungs-These lassen sich alle diese Thesen Spitzers auch ohne “Hirnforschung” aufstellen. Und alle lassen sich mit vielen guten Gründen bestreiten. Er selbst wägt übrigens fast nie das Für und Wider seiner Thesen ab – auch ein deutliches Zeichen für unredliche Argumentation.
Das Netz ist ein einziger weißer Fleck
Spitzer nimmt die seriöse Argumentation seiner Gegner auch da nicht zur Kenntnis, wo sie in bekannten Büchern niedergelegt ist: Weinberger, Shirky und v.a. Jenkins kommen nicht vor, Danah Boyd wird einmal mit einem Satz aus einer Zeitungsumfrage erwähnt, die wichtigen Aufsätze kennt er nicht. Steven Johnsons Buch “Everything Bad Is Good For You” wird offenbar ungelesen als “reißerische amerikanische Schrift” denunziert (dabei wird dort eine ‘harte’ These zum Einfluss von Bildschirmmedien auf den IQ aufgestellt), usw. Gelesen hat er (womöglich, er zitiert sehr oberflächlich) Nick Carr und Douglas Rushkoff.
Spitzer hat, soviel wird klar, nicht die geringste Ahnung vom Web, also von dem Teil des Internets, in dem ständig Wissen, Informationen und auch Gefühle ausgetauscht werden. Der gerade in den letzten 15 Jahren boomt: mit Blogs, mit Wikis, mit den 1001 neuen Services, die nur dazu da sind, selbst mitzumachen, mitzuschreiben, zusammen etwas zu erzeugen, das größer ist als die Summe der Teile. In dem gerade Leute aus Randgruppen sehr schnell lernen können, was sie früher nie hätten lernen können: es nützt wissenshungrigen Jugendlichen aus deklassierten Schichten und Weltgegenden, aber auch weltfremden Bücherwürmern.
Er thematisiert das nirgends. Als ob es das alles nicht gäbe. Was er erwähnt, und auch das nur extrem oberflächlich, sind Facebook und Google Search
Nicht lachen
Das Buch ist nicht ernst zu nehmen. Aber es hat keinen Sinn, sich über Spitzers Talkshow-Triumphzug lustig zu machen. Alle, die dazu lustig twittern, sollten sich an die eigene Nase fassen: Wir sind nämlich selber schuld.
Warum haben wir, die Web 2.0-Fraktion, diese Leerstelle gelassen, in die er sich jetzt so begeistert wirft? Warum kann ein ernsthaft besorgter Mensch sich kein Buch kaufen, in dem wir uns vernünftige Gedanken über all das machen: Werden Jugendliche, die (auch digitale) Schriftkultur nicht können, jetzt vollends abgehängt? Was machen faschistoide Ich-ballere-alles-ab-Stirb-langsam-Spiele und Überall-Porno in den Köpfen? Auch die Frage, was mit dem Selberschreiben wird, ist nicht von vornherein lächerlich.
Der Punkt ist nur: Das alles gibt es sowieso. Die Jugendlichen sind bereits im Netz und vor den Geräten, und gerade die potenziell Gefährdeten werden wir am wenigsten dran hindern können. Daran ist ganz sicher nicht die Schule schuld, oder wohlmeinende Eltern, weil sie ihre Kinder mit zum Lernen gedachten digitalen Geräten “anfixen”.
Nicht weniger Medien sind das Gegenmittel sind, sondern mehr, und anders: als Werkzeug der Selbstermächtigung, in einer Welt, die sich rasend schnell verändert. Da hilft nicht Nostalgie, kein Verbot, auch nicht medienpädagogisches Darüberreden, da hilft nur: vormachen.
Der Text wurde zuerst auf Martin Lindners Google+ veröffentlicht.
* Die Ergänzungen zu den durchgestrichenen Taxifahrer-Passagen finden sich hier.
Die Diskussion geht auf Google+ weiter, debattiert wird vor allem über den Absatz: “Warum haben wir, die Web 2.0-Fraktion, diese Leerstelle gelassen, in die er sich jetzt so begeistert wirft?”
- Und hier wird die Debatte inzwischen auch bei ZDF Login geführt: “Klicken wir uns das Gehirn weg?”
- Das Video der Login-Sendung auch noch mal bei und von Johnny Haeusler kommentiert auf Spreeblick
- Wochen später – ein Zusammentreffen von Manfred Spitzer und Gunter Dueck: Dueck vs. Spitzer: Digitale Potenz gegen Demenz mit einem Filmschnipselchen





Das Buch ist – mit einem Wort – höchst ‘sarrazinesk’.
[...] Kritik von Martin Lindner (Carta), hier sein Fazit: Das Buch ist nicht ernst zu nehmen. Aber es hat keinen Sinn, sich über Spitzers Talkshow-Triumphzug lustig zu machen. Alle, die dazu lustig twittern, sollten sich an die eigene Nase fassen: Wir sind nämlich selber schuld. [...]
[...] eine Zwischenbilanz zu Martin Spitzers »Digitale Demenz«. In überarbeiteter Fassung steht der Text bei CARTA, die Diskussion geht jedoch bei Google+ weiter. [...]
Die Debatte auf Google+ ist zwar nett, sie wird aber nur in bestimmten “Kreisen” geführt. Kommt raus da! Sofort!!
Seit Neil Postman (“Wir amüsieren uns zu Tode”) haben wir es mit humanistisch gesinnten Medienkritikern zu tun. Martin Lindner schreibt sehr richtig, dass an die Stelle der protestantischen Lehrer inzwischen die Hirnforscher getreten sind. Denen glaubt man auch alles (besonders Journalisten, die nichts von Hirnforschung verstehen, aber glauben, die bunten Bildchen aus den bildgebenden Verfahren würden etwas Wichtiges aussagen).
Andererseits: Wer die Zahlen über den Medienkonsum ansieht (8, 10, 12, 14 Stunden am Tag!!), wird verstehen, warum Medienkritik in gebildeten Medien so gut ankommt.
Wenn ich Lindner richtig verstehe, dann vermisst er bei der Web 2.0-Fraktion die eigene (wissenschaftliche) Auseinandersetzung mit Themen wie Online-Sucht (deren Existenz ja von vielen im Internet bestritten wird).
Die mehr als nur schlecht-metaphorische Existenz von “Internetsucht” würde ich allerdings wütend bestreiten (vgl. auch “Sexsucht” von Hollywood-Schauspielern). Das ist Voodoo-Wissenschaft, aber vermutlich drittmittelträchtig.
Was es sicher gibt: Depressive Verhaltensweisen (vulgo Weltflucht, aber dann mit autodestruktiven Zügen), die sich in manischem Computerspielen oder Pornosurfen ausdrückt. Ohne Internet halt in was anderem.
Ja, ich vermisse die Auseinandersetzung mit den schwierigen Seiten der Netz-Kulturrevolution: Was passiert mit den Leuten, die nicht wie ich (weltflüchtig) ins Internet schreiben? Was passiert mit Schreiben/Denken? Ist das nur ein Übergangsstadium, oder werden auf Dauer (neue Digital Divide) die einen als Modernisierungsverlierer wirklich in eine Entertainment-Schleife geschickt, ohne etwas zu gewinnen? Oder macht auch Popkultur (TV-Serien, Big Brother usw., und eben auch Computerspiele, und da wieder manche mehr als andere) schlauer? usw. usw.
Das könnte man diskutieren, erklären, erforschen, tut man aber nicht. Spitzer natürlich auch nicht, der verhindert das mit seinem verdummenden Gerede. In den USA ein bißchen (aber auch nicht befriedigend) Nick Carr, mit Abstand Andrew Keen (der wenigstens intelligent provoziert) und Sherry Turkle (ich teile das nicht, aber jemand muss diese Position vertreten).
@Wolfgang Michal
Wir glucken gerade so gemütlich rum in unserer Kneipe namens G+.
Und die “Kreise”, in denen wir diskutieren sind sicherlich um einiges größer als die Kreise hier.
Kommen Sie raus aus ihrer eigenen Bude; die Hocker an der G+-Theke sind gemütlich und es gibt einen guten Merlot (oder lieber Bier?)
Die Argumentation in diesem Text ist auch nicht besonders stringent und klingt eher aus dem Bacuh heraus. Ich denke, dass Internet sollte nur jenen zugänglich sein, die damit umgehen gelernt haben, ansonsten haben wir Kids, die facebook kennen, aber nicht Göthe.
Wer ruft?
[...] Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz” — CARTA Aufgehübschte, redigierte Version der hier bereits verlinkten Rezension. [...]
[...] deren Leben bestimmt ist von digitalen …Buch „Digitale Demenz“ Keinen Plan vom Netztaz.deZwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz”CARTAAlle 3 [...]
Ehrlich – Schulnoten und Mediengenuss ist nicht generalisierbar. Ich sitze in fast jeder freien Minute am Rechner und bin im Internet und habe einen Zeugnisdurchschnitt von 1,2.
[...] gleichsetzen will mit der Kompetenz zur Nutzung eines multifunktionalen Werkzeugs. Wenn ich nun Martin Lindners ausführliche Rezension lese, dann bestärkt mich das, auf den Kauf des Buches zu [...]
Spitzer ist ja nicht der einzige Hirnforscher, der außerhalb seines Spezialgebiets herumargumentiert. Finde dazu die Analyse von Heinemann sehr aufschlussreich: Hirnforschung zwischen Labor und Talkshow (http://konzeptblog.joachim-wedekind.de/?p=680)
@Petra: Unsere Bude ist öffentlich. Zu Ihren “Kreisen” wird man eingeladen. Ich finde die literarischen Salons der Rahel Varnhagen auch sehr schön und gepflegt (inkl. Merlot), aber ich bin doch mehr für die öffentliche Debatte von bewegenden Themen. @Göthe würde ich hier allerdings gerne mal wieder lesen.
@marco tullney
Sie meinen Goethe? Den Dichter, Johan Wolfgang von?
Dann schreiben Sie ihn bitte nie wieder mit ‘ö’!
Man muss sich bewusst machen, dass ein Einzelner mit immer neuem Wissen irgendwann altes Wissen verliert.
Man muss dabei aber sichergehen, dass die Gesellschaft gesammeltes Wissen archiviert und zwar so, dass man es wieder finden kann.
Kinder müssen Goethe nicht kennen oder gelesen haben. Sie sollten aber leicht seine Werke lesen und etwas über ihn erfahren können.
Ansonsten gilt: Lieber in der Schule mit den klassischen Medien (Papier und Zuhören) lernen und die “Neuen Medien” nur stark begrenzt einsetzen. In der Schule soll man eine Grundausbildung für die Zukunft erhalten. Und falls uns in der Zukunft mal die Elektrizität ausgeht, dann werden wir mit dem “klassischen” Wissen definitv nicht verhungern.
Immer wieder erleichternd, das Lachhafte an Spitzer (gern ja auch im Verbund mit Pfeiffer) bestätigt zu bekommen.
Allerdings (falls ich eine Ironie übersehen sollte, gleich wieder vergessen) : Der Seitenhieb auf das “medienpädagogische Darüberreden” basiert auf substanzlosen Vorurteilen über Medienpädagogik. Das hätts nicht gebraucht. (Natürlich bin ich Medienpädagoge). Medienpädagogik besteht doch gerade darin, das richtige vorzumachen.
“osbure Bücher” soll doch sicherlich “obskure Bücher” heißen?
(Der Fehler sprang mich sofort an im Anreißer auf bildblog.de…)
Grüße!
@Thankmar: ja, das war (nicht ganz unbeabsichtigt) doppeldeutig. mir ist völlig klar, dass es guten medienpädagogen ums vormachen geht. in niedersachsen gibts da z.b. gerade gute bestrebungen, wie ich weiß. (anderswo sicher auch.)
allerdings sind dann die besten medienpädagogen nicht die zünftigen (der diskurs beeindruckt mich wenig), sondern die mediendesigner (die genau das tun: erfahrungen und aktivitäten verstehen und dann eben zu designen versuchen). und natürlich die all die anderen pädagogen, die im idealfall praktische medienkompetenzen vorleben können.
genauso klar ist, dass eine absehbare kampagne “schülerInnen über gefahren des mediengebrauchs aufklären” in entsetzlich gut gemeinte, sich selbst sabotierende kampagnen münden wird, in denen schüler in sinnlose vorträge und “projekttage” geschickt werden. (vergleichbar mit drogen- und fastfood-aufklärung …) diese falsche medienpädagogik war gemeint.
[...] Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz” carta.info/47569/zwischen… [...]
[...] ‘Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz” bei CARTA: “Das Buch ist nicht ernst zu nehmen. Aber es hat keinen Sinn, sich über Spitzers [...]
@ Wolfgang (No. 14) – als gute Fee erfülle ich natürlich gern deinen Wunsch, auch hier mal wieder Goethe lesen zu dürfen:
“So war es mir immer ergangen, dass ich durch Anschaun und Betrachten der Dinge erst mühsam zu einem Begriffe gelangen musste, der mir vielleicht nicht so auffallend und fruchtbar gewesen wäre, wenn man ihn mir überliefert hätte.
Wie erhebend war’s auch heute, auf einem freien Grund mit freiem Volk zu stehen, auf jener großen Wiese vor dem kleinen Städtchen Plundersweilern, wo froh gestimmte Landleute zu geselligem Handel und buntem Treiben sich an diesem Tag begrüßten. Zu klaren Linien aufgereiht stieß ich zunächst auf ackerpflügende Demiurgen des Fortschritts, deren metallische Gliedmaßen im Lichte der steigenden Sonne in allen Farben funkelten. Namen aus vielen Ländern des Erdkreises las ich auf den Mäulern der diensteifrigen Riesen, die unermüdlich so großen Raum für Millionen schon fruchtbar schufen. Auch an diesem Ort zog ein Sumpf sich einst am Waldrand hin, wo jetzt ein großes Meer aus Ähren wogt.
Was mich betraf, so nutzte ich den glücklichen Augenblick zum Ausdruck meiner Gefühle und Grillen, die der traute Kreis dieses Landlebens heraufbeschwor. Wie glücklich ist doch die Beschränkung, in der diese Menschen leben. Viele Geschlechter reihen sie dauernd an ihres Daseins unendliche Kette, am Busen der Natur sind sie selbst ganz Natur, dem künstlichen Treiben der Städte enthoben.
Dies notiert, verschafften mir ein ähnliches wo nicht gleiches Interesse die Sitten des Landvolks. Dort buhlte ein junger Mann um eine dralle Schöne, der wohlgeformte Schriftzug „AC/DC“ auf schlichtem Arbeitshemd verriet die Zugehörigkeit zu einer noch größeren Gemeinschaft. Das Röslein des Heiden wusste der zudringlichen Griffe sich keusch und mit energischem Gesicht da noch zu wehren. Im großen Zelt drängten reifere Männer zu den großen Fässern, denen unermüdliche Arbeit tiefe Furchen in charaktervolle Gesichter grub. Wiewohl oft schwankend, wahrten sie doch immer Anstand und Ernst. Derweil erscholl aus schwarzen, wundersamen Kästen ohne Unterlass Musik.
Wandel und Handel vollzogen sich am Rande geselligen Treibens. Hier marteten beide Seiten wortreich um den gerechten Preis. Dreimal schlug dann Hand in Hand, als ein solcher Riese, untereinander Maishäcksler benannt, einen neuen Besitzer fand. Kräftige Wachtmeister mit diensternster Miene kreisten um das geschäftige Treiben, so ungebetene Gäste schreckend. Bei Sonnenuntergang begann der große Tanz, dessen rauschhaftes Erleben dem Erzähler ein dichter Nebelstreif verbirgt. Wohl aber weiß er, dass er des Morgens als Geweihter in Amors Tempel ruhte …
Johann Wolfgang von Goethe, Reporter
Man darf natürlich nicht vergessen, dass die Spitzers und Hüthers in Gestalt besorgter Eltern heute in zahllosen (meist gymnasialen) Schulelternräten sitzen und dort umfangreiche Medienkompetenzkonzepte verfassen, die fast alle von den Gefahren des Internets ausgehen – womit sie beileibe nicht nur Porno & Ballermann meinen. Viele Kinder und Jugendliche (und Erwachsene) hängen ja permanent (suchtartig – ist dieser Begriff o.k.?) an ihren Endgeräten. Die Hauptangst der Bildungsbürger ist doch, dass sie glauben, dass ihre Kinder nicht mehr lernen, sich anzustrengen, sich etwas zu erarbeiten, an etwas dran zu bleiben, weil Ablenkung ständig verfügbar ist. Natürlich ist das Internet nicht mit Ablenkung gleichzusetzen, aber es potenziert die Möglichkeiten dazu erheblich. Die besorgten Eltern (und Lehrer), die in Sachen Internetnutzung zu wenig differenzieren (weil sie “das Internet” im Grunde für das gute alte Groschenheft halten), wird man nicht dadurch erreichen, dass man sie und ihre Beweggründe belächelt.
Zu diesem guten und selbstkritischen Einwurf von Lindner (letzter Abschnitt des Textes) habe ich – zumindest hier – noch nicht viel gehört.
Ach, A., ich weiß nicht, wohin meine Gedanken manchmal wandern. Danke, ist geändert.
@Wolfgang Michal: Guter Punkt. Die Elternschaft mit ihren Erziehungssorgen ist wohl die Kernzielgruppe von Spitzers Buch. Die Analogie zwischen seiner bewahrpädagogischen Rezeptur und älteren Topoi der elterlichen und autoritativen Medienkritik (unerwünschte Bibellektüre, Schund- und Schmutzromane, Comics, TV-Verblödung etc. habe ich auch gesehen.
Wobei ich mir das Belächeln in meinem FAZ-Blogbeitrag auch nicht völlig verkneifen konnte:
http://faz-community.faz.net/blogs/deus/archive/2012/08/23/analoger-alarmismus.aspx
(Sehen Sie’s bitte als manuellen Trackback und nicht als Versuch, die Diskussion noch weiter zu zersplittern)
@Klaus: Göthe ist doch Kappes!
@mark793: Schöner Beitrag in der FAZ. Man müsste Spitzers Buch “Lernen” (2002) mal dagegen halten. Das wurde damals oft und zu Recht gelobt. Schon in der Einleitung auf Seite 3 gibt es eine Breitseite gegen das Internet: “Das Internet verhält sich zum Lernen wie ein Supermarkt zu einem guten Essen”. Das Internet ist “langweilige Allerweltskost”, “fließbandproduzierte Nahrung”, “Massenware” – sozusagen McDonalds. Für diese Kritik ist das Internet einfach “Unterschichtenfernsehen”, Kalorien-Konsum, eine Sache für Hauptschüler. Das ist nicht neu und auch nicht überraschend.
Überraschend ist, was uns Martin Lindner vielleicht sagen will: Das Internet braucht ein eigenes Bildungsbürgertum. Ein vorwärts-, kein rückwärtsgewandtes.
@Wolfgang Michal: Das würde ich jedenfalls sofort unterschreiben. Ich glaube sogar, dass diese neue Schicht, wenn man so will, tatsächlich am Entstehen ist oder vielleicht sogar schon existiert. Aber eben noch nicht in einer Größenordnung, die Markt-, Medien- und Trendforscher schon deutlich auf dem Radarschirm hätten.
Über etwaige Kontinuitäten oder Kontraste zu Spitzers früheren Werken kann ich wenig sagen. Aus dem Jahr 2005 gibt es aber eine Schrift namens “Vorsicht Bildschirm”, die schon sehr in Richtung der Digitalen Demenz zu weisen scheint:
http://www.mediaculture-online.de/fileadmin/bibliothek/spitzer_bildschirm/spitzer_bildschirm.pdf
Hätte ich mich nicht am Frühstückstisch im Bademantel dem Internet, meinen Mails hingegeben, wäre ich nicht auf diese Diskussion gestoßen und hier würde kein Komentar stehen. Die Diskussionen um das Internet gleichen so oft den Diskussionen um das Fernsehen in den 70gern. Ich bin davon überzeugt, dass die Wissenschaftler in die Praxis müssen! Die schönsten Überlegungen zu Möglichkeiten und Notwendigkeiten sehen ganz anders aus, wenn man oder frau den 15 – jährigen gegenübersteht. Aber auch die Medienpädagogen sind teilweise noch in der Vergangenheit ‘gefangen’. Die Angst vor Unsicherheiten, Nichtwissen und ständigen Neuerungen führt teilweise dazu, dass Medienpädagogik in der Nutzung von Lernsoftware stecken bleibt und im Schulbetrieb Seiten gesperrt werden (youtube), anstatt über Inhalte zu diskutieren und selbst Inhalte zu erstellen.
Die interessante Frage ist, warum Spitzer gerade bei Lehrern immer wieder gut ankommt. Hier ein paar Ideen:
- Er verdammt, was viele Lehrende auch nicht verstehen. Also müssen sie sich damit nicht weiter befassen.
- Er sagt Ihnen nicht, dass ihr Unterrichtsstil Teil des Problems ist, sondern sagt, das Neue ist nicht besser, sogar schlechter.
- Es gibt so viele pädagogische Konzepte, die alle Verbesserung versprechen, die aber alle nicht so eindeutig sind, da ist es doch einfach wenn ein Naturwissenschaftler sagt, vergesst die pädagogische Praxis, die Natur richtet es, dagegen kann man eh nicht an, wenn wir verstehen wie das Hirn tickt, brauchen wir uns nur danach zu richten und ich sag euch wie das Gehirn funktioniert.
- Wenn ich nur lang genug alles durcheinanderwirbele und das auch etwas unterhaltsam mache, immer ein paar Allgemeinplätze einstreue, denen niemand widersprechen kann, dann gehen meine unhaltbaren Argumentationsketten im Nebel unter und meine Schlußfolgerungen werden gefressen.
- Unterhaltsame Wissenschaft braucht sich um Evidenz doch keine Gedanken mehr zu machen.
Ich hätte da noch ein Frage: Es heißt Herr Spitzer sei ein renommierter Forscher. In welchem Gebiet ist er renommiert. Er gibt eine Fachzeitschrift heraus und schreibt dort in fast jeder Ausgabe, meist Editorials und andere Beiträge sind eher essayistisch als wissenschaftlich. Nei wem hat er die wissenschaftliche Reputation oder stammt das aus der Verlags-PR-Abteilung?
ja, von @WolfgangMichal fühle ich mich völlig verstanden. das sind nützliche fortführungen meines kernanliegens (über Spitzer hinwegschreitend).
Spitzer als wissenschaftsautor: es gibt harte aufsätze, doch, zu experimentell grundierter neuropsychologie. in englisch, mit mehreren ko-autorInnen. ich kann als außenstehender nicht gut beurteilen, wie schlüssig die in sich sind, das würde ich auch gern wissen. einstweilen gehe ich davon aus, dass das handwerklichen standards entspricht. willkürlich herausgegriffene beispiele:
Kiefer M, Spitzer M (2000) Time course of conscious and unconscious semantic brain activation. Neuroreport 11: 2401-2407
Unger J, Spitzer M (2000) Bildung neuer Nervenzellen in alten Gehirnen? Ein kritischer Überblick über das Problem der postnatalen Neurogenese. Nervenheilkunde 19: 65-68
Weisbrod M, Kiefer M, Marzinzik F, Spitzer M (2000) Executive Control Is Disturbed in Schizophrenia: Evidence from Event-Related Potentials in a Go/NoGo Task. Biol Psychiatry 47: 51-60
natürlich hat das alles nicht das geringste mit seinen thesen zu tun: das ist ja mein hauptkritikpunkt.
Hier ist noch ein bisschen Futter, FTD-Interview mit Spitzer: http://www.ftd.de/wissen/leben/:interview-mit-dem-psychiater-manfred-spitzer-wir-googlen-uns-bloed/70080573.html
Sorry, meine Tastatur hatte geklemmt.
Johann mit zwei n
so sehr ich semiotiker mag (die “einführung in” von eco hat mal zusammen mit dem “offenen kunstwerk” mein leben entscheidend verändert) – ich bin alt genug, um mich daran zu erinnern, wie ich auf das buch von neil postman _damals_ reagierte – und heute mit dem ergebnis dessen lebe, was postman damals postulierte. oder ich erinnere mich daran, wie sehr ich mich immer über pfeiffer, den ewig alarmistischen, aufgeregt habe.
ich bleibe also – was nun spitzer betrifft – skeptisch meiner eigenen, spontan ablehnenden reaktion gegenüber. weil ich befürchte, dass am ende unsere reaktion nur der instinktive versuch ist, etwas nicht “wahr haben” zu wollen, weil es uns “nicht passt” in unsere optimistische vorstellung einer wunderbaren zukunft.
auch wenn das jetzt langsam einen bart bekommt: als ich jung war, konnte ich mir eine zukunft vorstellen, in der hunger und elend von der welt verschwunden sind. heute lebe ich mit einer milliardenindustrie, die davon lebt, daß männer sich gegen obulus am telefon einen herunterholen “dürfen”.
die zukunft ist halt nicht mehr das, was sie hätte sein können. deshalb sollte man spitzers – vielleicht tatsächlich “alarmistische” – warnungen, nicht in bausch und bogen verwerfen und sich davor hüten, das eigene bewusstsein mit dem der affenhorde zu verwechseln …
Nun, also ich stelle in meinem Freundeskreis (viele mit dem Irgendwas-mit-Medien-Studium, Informatiker, klassische “Digital Natives”, so zw. 20-30 Jahre jung) folgende Entwicklung fest: Es gibt eine Art Renaissance von gedruckten Medien, v.a. von Büchern. Mit E-Books sieht man dagegen eher die 30-40-jährigen in der Bahn sitzen. Dann waren (und sind) einige unserer Professoren unglaublich begeistert von “Social Media”. Seltsam, dass ausgerechnet viele meiner Kommilitonen ganz bewusst keinen Facebook-Account hatten und wenn, dann rein zum Austausch studiengangsinterner Informationen. Von “Twitter” möchte ich gar nicht reden, Nutzung kaum erwähnenswert. Ich weiß nicht ob es Studien dazu gibt, aber mich würde auch wirklich einmal interessieren, ob das Gehirn gedruckte Informationen anders aufnimmt als Bildschirmtext. Ja, mich interessiert das als kritischer “Digital Native” tatsächlich sehr. Um es ganz klar zu sagen: Ich nutze das Internet ständig, sowohl zur Information, als auch zur Kommunikation und Unterhaltung. Selbstverständlich habe ich ein Smartphone – glaube aber mittlerweile, dass 95 Prozent aller Apps völlig sinnbefreit sind. Lobhudeleien auf alles Digitale – nur weil es sich rasant ausbreitet – bringt die Debatte jdf. auch nicht voran.
Hm wenn man Spitzer diskreditieren möchte, dann sollte man das nicht aufrhetorischem BILD- Zeitungsniveau tun.
[...] Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz” — CARTA. Share this:TwitterFacebookStumbleUponEmailPrintPinterestLike this:LikeBe the first to like this. [...]
[...] Von miriam um 17:12Gute Replik zu Manfred Spitzers «Digitale Demenz» von Martin Lindner.KommentareBis jetzt keine Kommentare zu diesem BeitragKommentar verfassenNameE-MailUrlIhr [...]
Ist das nicht im Kern die weit ueber das Internet hinausgehende (und auch nicht mehr ganz neue) Auseinandersetzung darueber, welcher Teil des tradierten Bildungskanons sich im Digitalzeitalter erledigt hat und durch andere Wissensgebiete und Faehigkeiten ersetzt werden muss? Siehe dazu auch die Anmerkungen von Gunter Dueck zum heutigen (teils ueberholten) Bildungssystem.
Spitzers Buch waere in diesem Licht dann nur eines der zahlreichen Rueckzugsgefechte einer vergangenen Aera – mithin vernachlaessigbar.
[...] Spiegel Offline (7) 4. netzpolitik.org (9) 5. Ignant (27) 6.The European (28) 7. iFun/iPhone (32) 8. Carta (39) 9. AndroidPIT(41) 10. Fefe`s Blog (42) 11. Fünf Filmfreunde (45) 12. blog.rebellen.info (47) [...]
Wenn sie Spitzers Thesen so kompliziert finden ist das vielleicht das erste Anzeichen beginnender (Digitaler)Demenz. ;-)
So unverstanden (sie Spitzer), geht ihre Kritik auch weitgehend ins Leere.
Die Kernthese ist simpel: Die digitalen Medien (=Bitte an ALLE Medien denken: PC, Laptop, Handy, Spielekonsolen) helfen KINDERN beim Erlernen unserer Kulturtechniken NICHT.
Im Gegenteil: Sie schaden.
Ich würde mal den Elfenbeinturm verlassen und mir ansehen WELCHE Medien von Kindern und Jugendlichen konsumiert werden.
Da geht es vor allem um PS, Xbox & Co.
Und im Netz ist es Facebook, Youtube & Co.
Wer glaubt Technik wäre ein neutrales Ding, und man kann sie so (gut) oder so (schlecht) nutzen, der hat nichts verstanden.
Jede Technik (ob Ding oder Kulturtechnik) “zwingt” dem Nutzer immer eine BESTIMMTE Nutzung auf.
Ich fürchte: Spitzer hat erkannt in welche Richtung uns die digitalen Medien “zwingen”.
[...] CARTA schreibt jemand beim Spitzer-Artikel positiv über “unsere Kulturtechniken” während “PS, Xbox & Co.” sowie [...]
[...] Mist beschäftigt. Leider trägt der Professor aber entscheidend zur Mistproduktion bei, wie eine Analyse von Martin Lindner (nein, nicht der FPD-Politiker, sondern der Medienwissenschaftler. Lindner ist Professor für [...]
[...] Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz” in Carta [...]
Hallo Martin, vielen Dank für diese Fleißarbeit. Das war sicherlich quälend. In meiner Kolumne habe ich mich auf die unglaublich simplifizierenden Darstellungen von Spitzer in der Bild-Zeitung kapriziert. http://www.theeuropean.de/gunnar-sohn/11994-der-hirnforscher-manfred-spitzer Und da bin ich halt nicht auf den Trick hereingefallen, den Du gut beschrieben hast: “Die Ergebnisse Ihrer Forschungen bestreite ich ja gar nicht, aber …” Ich habe Spitzer an der dümmlichen Darstellung seiner Thesen auf Bild-Zeitungsniveau gemessen. Mehr hat er nicht verdient.
[...] http://carta.info/47569/zwischenbilanz-zu-spitzers-digitaledemenz/ [...]
Lieber zufallsleser,
das Problem ist weniger die Komplexität von Spitzer’s Thesen, sondern viel mehr die diffuse und abstrakte Beweisführung die er an den Tag legt. Diese deckt sich übrigens mit Ihrer..
Weder Youtube noch Google beeinflussen einen neuen Nutzer in der Art der Nutzung bzw. diktieren dem Nutzer eine “bestimmte Nutzung” auf. Diese Medien sind extrem davon abhängig was der Nutzer überhaupt erst an Input angibt.
Ebenso kritisch sehe ich Ihre Darstellung von “NEUTRALEN Inhalten”, dieses Konzept das Medien Inhalte von der Art des Mediums grundlegend beeinflusst werden, bzw. das es “gute” und “schlechte” Inhalte gibt (deswegen wohl Ihre Betonung auf eine neutrale Präsentation) erinnert schon leicht an die Argumentation für entartete Kunst.
Wie ein Medium und dessen Inhalt wirkt, ist grundlegend auch vom Rezipienten abhängig und hauptsächlich subjektiver Natur, ein allgemeiner Anspruch auf objektive Beurteilung kann hier nur schwerlich geltend gemacht werden.
Diese Diskussionen erinnern mich oft an die Einführung der ersten Dampf-getriebenen Eisenbahnen. Damals warnten diverse Mediziner auch davor dass der menschliche Organismus (das Gehirn im speziellen) nicht für solch “hohe Geschwindigkeiten” ausgelegt wäre. Evolutionsbremsen gibt es wohl in jeder Epoche…
[...] in irgendeinem Netzdiskurs, eh klar, dass die niemand zur Kenntnis nimmt (hier die zugängliche Fassung; @tastenspieler’s Rezension in der taz habe ich ja selber bestellt, der gesteht wenigstens, [...]
Lesestoff zur Vorbereitung auf Spitzer und die digitale Demenz heute abend bei Günther Jauch…
Ich weiß noch nicht, ob ich mir heute abend Gülle-Günthers Talk im Ersten antun werde. Nicht nur, weil ich eigentlich seit langem dieses Talk Show Gesabbel nicht mehr anschaue. Sondern auch, weil ich nicht weiß, ob ich und mein In…
Ausnahmen bestätigen die Regel. Es ist vielleicht nicht alles Schmutz, was dunkel ist. Aber auch nicht alles Gold, was glänzt.
Die Kinder so lange es geht von der Selbstnutzung des Internets fernzuhalten ist wichtig, richtig und gut. Darüber kann man nicht ernsthaft streiten und braucht auch keine Studien. Aber das steht hier nicht zu Debatte.
Bei dem ganzen Hype über den gigantischen Schwachsinn, der übers Netz Verbreitung findet, kann man nur laut und unwissenschaftlich krakeelen, den Mist doch einfach sein zu lassen …
@Nonliner
Das ist aber bei jedem Medieninhalt so. Das Internet ist einfach nur ein neues Medium. Nach ihrer Logik sollten wir also Kinder von jeglicher Selbstnutzung von Medien fernhalten also auch Bücher, Radio, Fernsehen usw. Eben alles was als Medium für den Transport von Informationen geeignet ist.
Der Unterschied vom Internet zum Fernsehen ist nur das man selbst bestimmt wie und wo man seine Informationen bekommt. Im Prinzip ist es damit aber auch nur eine große Bibliothek.
Wenn Kinder selbstständig in der Lage sind Informationen aus einem Medium zu ziehen zu Inhalten die sie interessieren dann ist das meiner Meinung nach nur zu begrüßen. Als Vater ist es dann mein Auftrag sie bei diesem Vorhaben zu begleiten und sie durch die Untiefen zu bringen.
Vor 15 Jahren als ich noch 15 war hieß es immer das die Kinder verdummen weil sie ja nur vor der Glotze sitzen würden. Jetzt heißt es sie würden nur vor “dem Internet”(Endgerät) sitzen. Es war damals schon Polemik und es ist heute Polemik. Das einzige was sich geändert hat ist das Medium.
Wenn damals Mord und Totschlag im Fernsehen kam waren es auch meine Eltern die mit uns im Nachgang die gezeigten Sachen diskutiert haben – auf Augenhöhe. Geschadet hat mir diese Diskussion jedenfalls nicht.
[...] Ich habe Manfred Spitzers Bestseller über die drohende digitale Demenz bisher weder gelesen, noch wie andere säuberlich seziert – übrigens in der Intensität und Verfügbarkeit nur dank des Internets [...]
[...] Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz” Es macht keinen Spaß, das akribisch zu lesen, aber jemand muss es ja tun, stellvertretend für alle, die seit 10 Jahren im Web mehr lernen als jemals zuvor: schneller, intensiver, sozialer. Hier ist eine editierte Fassung meiner Notizen, die ich sonntags ins Netz gestellt habe. Es gab sehr viele gescheite Kommentare mit Faktenchecks. Alles in allem: Ich habe viel dabei gelernt. <b>Alarmistische Suada </b> Typing commands into a terminal may seem tedious, but with the right tools, the command line can be incredibly powerful. Here are our favorite command line tools that do awesome things you just can't match in a GUI. <i>Note </i>: While a lot of the tutorials and videos on this page are Linux-centric, these commands are useful for everyone. Mac users can use all of these commands in their Terminal as well, and Windows users can check out Cygwin for a more UNIX-like terminal experience where these tools come in handy. [...]
sein neues buch hab ich nicht gelesen. aber eine von spitzers thesen überzeugt mich schon lange, und sie wurde mir von freunden schon vor ewigkeiten genannt: man verblödet (ausschliesslich) bei den ungenutzten sinnen. wer (da man) medien nur in ton und bild wahrnehmen kann, der schmeckt, riecht, tastet nicht. und wer nur in 2d sieht, träumt oft von 3d technologie statt mal wieder auf etwas plastisches zu schauen. die verarmung an diesen sinnen liegt so nahe, da brauche ich spitzers background nicht ausgiebig kritisieren, und ich werd dieses problem auch nicht als allgemeinplatz beschimpfen nur weil es so offensichtlich ist. ich bin froh um das (von herrn spitzer vermittelte) gefühl, dass ich beim spazieren nichts wichtiges von jener digitalen weltzusammenkunft verpasse, die viele jetzt wohl angegriffen sehen. letzteres ist ein missverständnis, denn es geht vielmehr darum, hirnareale zu benutzen, seinen genen bzw. seiner gehirnstruktur noch genug gerecht zu werden und davon eventuell zu profitieren. und auf diese weise würde ich auch meine kinder erziehen.
wenn spitzer seine thesen nun (sarrazinesk) übertreibt, dann tut er das wahrscheinlich, um mehr leute zu erreichen. mich stört das nicht. etwa weil mir auch egal ist, ob jemand eine kavallerie in die schweiz schicken möchte. neue thesen zieh ich mir weiterhin rein, und wie alt daten sind, seh ich ja selber, das kommt bei meinem verstand schon relativiert an, keine sorge.
Bitte nicht Neurowissenschaftler ueber einen Kamm scheren.
Wir haben uns schon 2002 ueber Spitzer lustig gemacht, genau wie ueber seine mediengeilen, neuroverbraemten Kollegen wie Roth und andere.
Da kommt nichts, die haben nichts Triftiges zu sagen. Die sind ohnehin ewig gestrig im wissenschaftlichen Sinn.
[...] verweist dabei auf zwei sehr löbliche Initiativen. Etwa die von Martin Lindner im Carta-Blog. Martin hat sich durch das Spitzer-Opus förmlich gequält. Nach meiner Wochenend-Lektüre des [...]
[...] [...]
[...] Rezension zu digitale Demenz: http://carta.info/47569/zwischenbilanz-zu-spitzers-digitaledemenz/ [...]
Patricia Cammarata hat noch einen schönen Kommentar geschrieben: http://dasnuf.de/kinder-kinder/fragmentarische-gedanken-zum-thema-medienkompetenz/
vera,
man kann natürlich auch ein buch lesen … wie wär’s mit
Theodore Roszak, “Vom Verlust des Denkens – über die Mythen des Computerzeitalters” … 1988. (naja, jedenfalls mein knaur tb)
darüber habe ich mich damals auch aufgeregt wie über neil postman.
zu blöd: postman hatte recht, roszak liegt auch nicht so daneben, obwohl er ja noch kein facebook oder wikipedia hat. schrecklich, was manche leute sich so alles vorstellen können …
Ha, hab ich damals™ auch gelesen. Ansonsten sind meine eigenen Horrorvorstellungen völlig ausreichend.
Dem Thema der angeblichen Verdummung unserer Jugend durch das Internet und die moderne Online-Kommunikation kann man sich auch anders nähern: Wir haben es bei unserem soeben erschienenen Buch „Lolst du noch oder roflst du schon?“ auf humorvolle Weise gemacht und die skurrilsten Kommentare zusammengetragen, die bei beliebten Videoclips auf YouTube hinterlassen wurden. Wer wissen möchte, was jüngere Generationen heute begeistert und bewegt, wie sie denken, miteinander umgehen, sich ausdrücken und schreiben, der wird bei uns bestens bedient…
[...] Martin Lindner, Zwischenbilanz zu Manfred Spitzers “Digitale Demenz” [...]
[...] ein paar boshafte bemerkungen zur diskussion auf dem quixiot [...]
[...] CARTA: Zwischenbilanz zu Spitzers “DigitaleDemenz” Martin Lindner, selbst Hirnforscher und Dr.phil.habil. (Literaturwissenschaft, Semiotik, Medienwissenschaft) über Spitzers Buch: Sobald man ein klein wenig näher hinschaut (was NormalleserInnen nicht tun und auch kaum können), sieht man, dass es hier keine (!) klaren wissenschaftlichen Ergebnisse gibt, die als bewiesen gelten dürfen – obwohl Spitzer ständig gegen seine Feinde, die Medienpädagogen, polemisiert und auf “über 200 Studien” verweist, die er ausgewertet habe. [...]
[...] auseinandernehmen – ähnlich wie die Doktorarbeit von Ex-Minister Gutti. Erste Ansätze sind auf Carta und im Dotcom-Blog nachzulesen. Noch einen Schritt weiter geht der Gaming-Experte Christoph Deeg, [...]
[...] Zwischenbilanz zu Spitzers Digitale Demenz [...]
[...] findet in Christian Schiffers kleinen Geschichte des Kulturpessimismus und in Martin Lindners Zwischenbilanz zu Spitzers “Digitale Demenz” ausreichend Argumente). Ich will nur meinen Ärger darüber festhalten, dass nun plötzlich vor [...]
[...] Zwischenbilanz zu Spitzers “Digitale Demenz” [...]
[...] wir ziemlich sicher sein können, dass Manfred Spitzers “Digitale Demenz” ein Popanz ist, was gibt es stattdessen? Eine “analoge Demenz”? Einen Generationen- und Kulturkampf [...]
[...] wir ziemlich sicher sein können, dass Manfred Spitzers “Digitale Demenz” ein Popanz ist, was ist dann wirklich? Analoge Demenz bei Spitzer & Co.? Ein Generationen- und Kulturkampf [...]
[...] zeigt die #Spitzer-Diskussion (wobei sich hier Professor Spitzer an vielen Stellen zu leicht angreifbar gemacht hat, was das “Spitzer-Bashing” gefüttert hatte – andererseits hätte eine [...]
gestern beim SR:
Fragen an den Autor: Manfred Spitzer, Digitale Demenz
oops, falscher link
dieser ist korrekt Fragen an den Autor
[...] 2. September, mitten in der Streitwelle um Manfred Spitzers Buch “Digitale Demenz“, war der Autor bei Günter Jauch zu Gast. Thomas Knüwer und Daniel Fiene fanden die [...]
Dazu hauch irgendwie passend der Artikel in der heutigen NZZ am Sonntag zu den leeren Versprechungen der Neurowissenschaften
[...] Im Netz gibt es eine große Debatte um Manfred Spitzers Buch Digitale Demenz: Was ist da im Detail dran? Muss man das wissenschaftlich ernst nehmen? [...]
[...] seit Manfred Spitzers „Digitale Demenz“ wird wieder intensiv über die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen diskutiert. 560.000 [...]
[...] 3.) Den Aussagen Martin Lindners ist nichts hinzuzufügen: http://carta.info/47569/zwischenbilanz-zu-spitzers-digitaledemenz/ [...]
[...] Martin Lindners Rezension zu Digitale Demenz [...]
[...] Digitale Demenz: Es wird eine Veränderung der Wahrnehmung stattfinden. Wir stehen am Beginn eines erheblichen Veränderungsprozesses in der Nutzung kognitiver Fähigkeit (dieses Problem kann man offensichtlich objektiver ansprechen als es Manfred Spitzer tut). [...]
Suada ist der Name der römischen Göttin der sanften Überredung. Mit dem Begriff Suada bezeichnet man heute auch einen Wortschwall, einen großen Redefluss, der dem Ansprechpartner ein Thema angenehm machen soll.
Klicken wir uns das Gehirn weg?”
[...] zu diesem Thema viel zu diskutieren – geschenkt, denn dies wurde an anderen Stellen pro und contra schon zur Genüge getan. Fest steht, dass Panikmache einer konstruktiven und objektiven [...]
[...] die digitale Entwicklung zum Lernen? Keinen, zumindest keinen positiven. So die steilen Thesen des umstrittenen Bestsellers “Digitale Demenz“, mit dem Manfred Spitzer in der zweiten Hälfte des [...]
[...] globalen Aussagen, wie schon an anderer Stelle herausgestellt wurde (z.B. von Martin Lindner auf Carta). Seine pointierten Aussagen machen Spass (“Wenn sie den Nachwuchs an Informatik-Fachleuten [...]
[...] Digitale Demenz: Es wird eine Veränderung der Wahrnehmung stattfinden. Wir stehen am Beginn eines erheblichen Veränderungsprozesses in der Nutzung kognitiver Fähigkeit (dieses Problem kann man offensichtlich objektiver ansprechen als es Manfred Spitzer tut). [...]
Jetzt weiß ich auch was mich an Spitzer immer so gestört hat. Seine Art zu Erzählen ist sehr bestimmend, sehr festgelegt, eben nicht offen einladend zur Diskussion gestellt. Er sagt was Sache ist und daran muss sich orientiert werden.
Da bin ich mir absolut sicher kommt auch sein ständiges sonoroes gesäuseltes “ja” in seinen Vorträgen einer bewußten Einflussnahme gleich. Ein Mann wie Spitzer weiß genau welche Wirkung er mit so einer vorgetäuschten Macke auf die Zuhörer ausüben kann, die ihm gebannt lauschen, als würden sie fernsehen ;-)
Nicht schön wenn jemand auch mit bester Absicht seine (offensichtlich begrenzte) Sichtweise eintrichtert. Wohl zu sehr von sich selbst überzeugt der Herr.
[...] interessant zum Thema: http://wiki.doebe.li/Beat/SpitzersDigitaleDemenz und besonders interessant: http://carta.info/47569/ …denn digitale Medien haben den großen Vorteil, dass man nicht nur eine einzelne Meinung [...]