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So wirbt Google in Print-Anzeigen für Street View

admin | 56 Kommentar(e)


Ab Donnerstag wirbt Google Deutschland mit Print-Anzeigen für Street View. In den Anzeigen fehlt jedoch ein Hinweis auf einen Starttermin und eine Post-Adresse für Einsprüche.

11.08.2010 | 

Ab Donnerstag wirbt Google mit Print-Anzeigen um Verständnis für Street View. Es ist die erste Kampagne von Google Deutschland außerhalb der Fachpresse.

Die Kampagne mit dem Titel “5 Fragen zu Google und Street View” werden ausschließlich in Print-Titeln geschaltet – womit vor allem auch skeptische Wenig- und Nichtnutzer des Internets erreicht werden sollen. Die erste Anzeige erscheint am Donnerstag im Stern (etwas versteckt auf den Seiten 40 und 41). Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine und Regionalzeitungstitel werden folgen.

Die Anzeige sieht folgendermaßen aus:

Die Google-Print-Kampagne im Stern: "Manche glauben, dass wir persönliche Daten oder Adressen sammeln, um diese zu verkaufen." (Zum Vergrößern anklicken).

(Größere Version auch bei Scribd)

Die fünf Fragen zu StreetView lauten:

  1. Was genau macht Google eigentlich?
  2. Womit verdient Google sein Geld?
  3. Was genau ist Street View?
  4. Wozu brauche ich Street View überhaupt?
  5. Inwieweit berührt Street View meine Privatsphäre?

Der Anzeigentext entspricht exakt den Fragen und Antworten, die auch auch schon auf der Street View-Website stehen. Auch die Stadtansichts-Ästhetik nutzt Google auf beiden Plattformen.

Google beteuert in dem Anzeigentext noch einmal, dass das Unternehmen keine persönliche Daten sammele, um diese anschließend zu verkaufen. Das Street View refinanziere sich durch gesponserte Links und biete keine Live-Bilder.

Einen geplanten Starttermin für Street View nennt Google in der Anzeige nicht – auch keine Post-Adresse für Einsprüche. Genannt wird lediglich die Adresse der Website Google.de/Streetview für weitere Informationen. Proteste von Datenschützern auf das Anzeigenmotiv sind somit fast schon vorprogrammiert.

Die Online-Kampagne zu Street View wird hingegen “Beautiful Places” heißen und den Dienst beispielhaft anhand städtischer Panoramen vorstellen. Die Galerie dazu hier.

Siehe auch zu dem Thema auf Carta:

Sowie das Video:

Mehr zu : | | |

CARTA Kaffeekasse
Carta wird FACEBOOK-Kommentare einführen - demnächst hier...

56 Kommentare

  1. iMarky |  11.08.2010 | 15:08 | permalink  

    Eigentlich kann nicht sein, dass eine Fa. über Werbung mit einem Dienst Geld verdient, und ich mich aktiv melden muss, wenn ich dabei nicht mitmachen will (mein Haus, Foto meiner Person). Das stellt unser gesamtes Rechtssystem auf den Kopf.

  2. Bongomandrias |  11.08.2010 | 15:13 | permalink  

    Wo wird denn mit dem Foto Deiner Person Geld verdient? Dein Foto sieht man doch überhaupt nicht bei StreetView. Und Dein Haus ist was die Hausfassade betrifft eh öffentlich.

  3. Aufmerksamkeit! |  11.08.2010 | 15:13 | permalink  

    So ganz ausgefeilt scheint die Technik noch nicht zu sein.
    In Moskau hat es gar nicht geklappt:
    http://twitpic.com/2dh42h
    und die Vorversuche in Berlin waren auch nicht erfolgreich:
    http://twitpic.com/2dmnui

    :-)

  4. Nils |  11.08.2010 | 15:20 | permalink  

    zu 1. imarky:

    Doch, das gibt es schon. Nennt sich google Suche. Auch dort musst Du aktiv werden und z.B. per robots.txt ausschließen, dass Deine Seite nicht gefunden wird. Und google verdient Geld damit.

  5. iMarky |  11.08.2010 | 15:23 | permalink  

    Man verdient mit der Werbung im Umfeld (warum machts google sonst?) und wenn man mein Foto nicht sieht, warum kann ich dann Einspruch einlegen und meine Hausfassade ist mitnichten öffentlich und der Architekt hat ein Copyright drauf.

  6. Boost |  11.08.2010 | 15:46 | permalink  

    So langsam aber sicher geht mir diese Google Streetview Hexenjagd ziemlich auf die Nerven O_o

  7. Robin Meyer-Lucht |  11.08.2010 | 16:01 | permalink  

    @Boost: Also ich hoffe, dass hier nicht der Eindruck entsteht, Carta würde ich an einer “Hexenjad” auf Google beteiligen. Wir stellen lediglich das Motiv im Netz vor.

  8. Aufmerksamkeit! |  11.08.2010 | 16:04 | permalink  

  9. Austrotrabant |  11.08.2010 | 16:19 | permalink  

    Also bitte, Google StreetView ist doch nett und freundlich:

    http://youtu.be/ji63biVGcbY

    Gratulation an die PR-Firma. Wirklich hervorragende Arbeit!

    MfG,

    http://www.austrotrabant.at

  10. Johannes |  11.08.2010 | 16:22 | permalink  

    @iMarky:

    “und meine Hausfassade ist mitnichten öffentlich und der Architekt hat ein Copyright drauf”

    Eigentlich nicht, siehe auch hier:
    http://de.wikisource.org/wiki/Bundesgerichtshof_-_Friesenhaus

    Auszug:
    “Das ungenehmigte Fotografieren eines fremden Hauses und die gewerbliche Verwertung einer solchen Fotografie stellen dann keine Abwehr- und Zahlungsansprüche auslösende Einwirkung auf fremdes Eigentum dar, wenn die Fotografie – ohne daß das Hausgrundstück betreten wird – von einer allgemein zugänglichen Stelle aus angefertigt wird.”

  11. Google Streetview Print-Werbung « stohl.de |  11.08.2010 | 16:33 | permalink  

    [...] [...]

  12. noName |  11.08.2010 | 17:42 | permalink  

    Ich denke, dass diese ganzen Internetkonzerne wie Google, Facebook unglaublich clever mit unserem menschlichen Wesen spielen: Hier habt Ihr was gratis, das ist praktisch, Ihr könnt Euch austauschen – und jetzt noch Bilder gucken, Eure Reisen planen.

    Wow, denken wir, die Flatrate ist billig und die bieten uns was – nicht fürs Geld – sondern noch gratis!

    Aus unternehmerischer Sicht kann man Google & Co. nichts vorwerfen.

    Selbst öffentlich-rechtliche Medien springen auf den fahrenden Zug. Beim ZDF wird beispielsweise regelmäßig für Diskussionsplattformen unter Facebook Werbung gemacht. Damit nehmen Internetunternehmen, ob gewollt oder ungewollt, das mag mal dahingestellt sein, an der öffentlichen Meinungsbildung als Plattformbetreiber teil.

    Alles nur in einem nicht regulierten öffentlichen Raum, dem Internet!

    Welche Macht das Internet inzwischen entfaltet, ist spätestens mit WikiLeaks aufgefallen. Ob WikiLeaks für gut befunden wird oder nicht mit ihrem Leiter, Führer, wie auch immer, ist strittig.

    @iMarky, #1, bringt es auf den Punkt. Rechtsgrundsätze werden bei Google Street View schlichtweg umgedreht!

    Der Bürger empfindet Google als „Institution“, die ihm vertraut ist, Serviceleistungen bietet. Durch derartige Werbekampagne wird das Vertrauen der Leser/Nutzer in Google gestärkt. Auch hier kann Google nichts vorgeworfen werden. Ist das gut?

    Meist wird verkannt, dass Google jederzeit seine Geschäftspolitik ändern kann. Die Konsequenzen können gravierend sein. Jede kleine Änderung in der Geschäftspolitik von Google kann das Internet womöglich verändern und in die Rechte der beteiligten Nutzer eingreifen.

    Das einzige was hilft, um die (Freiheits-)Rechte der Bürger in dem öffentlichen Raum Internet zu schützen, ist die gesetzliche Normierung der Netzneutralität. Dabei darf sich der Gesetzgeber nicht von einzelnen Wirtschaftsinteressen wie der Telekom AG und 1 & 1 beeinträchtigen lassen. Möglicherweise würde das Internet mit Zugang in den USA anders sein, als das mit Zugang in Deutschland oder Europa. Es gibt nun mal unterschiedliche Rechtsauffassungen in Staaten (s. China). Aber nichts zu tun, Google einfach machen zu lassen, alles abzufotografieren, die Rechte der Bürger nicht schützen zu wollen, kann‘s nicht sein. (Um nicht missverstanden zu werden, ich bin gegen Internetzensur.)

  13. Robin Meyer-Lucht |  11.08.2010 | 17:49 | permalink  

    @ noname: Google als “Institution” finde ich seinen sehr spannenden Ansatz. In Deutschland sind wir einfach wohl auch nicht gewohnt, dass es für das alltägliche Leben so wichtige Institutionen gibt, die nichtstaatlich sind. Auch das schwingt wahrscheinlich beim ganzen Thema Street View mit.

  14. noName |  11.08.2010 | 17:58 | permalink  

    @Robin Meyer-Lucht: Genau, daran müßten wir uns gewöhnen(, wenn wir es denn wollen). ;)

  15. Aufmerksamkeit! |  11.08.2010 | 18:44 | permalink  

    Zum Problem der nichtstaatlichen “Institutionen” schreibt Kai Biermann in Der Zeit:

    “Der übelste (der Umwege) ist die Idee des “lawful content”. Die Neutralität des Netzes und die Gleichbehandlung von Daten sollen nur noch für solchen “gesetzestreuen Inhalt” gelten. Was illegal ist, darf diskriminiert werden. Prinzipiell nicht schlimm, das gesellschaftliche Leben funktioniert genauso. Mit einem entscheidenden Unterschied: In demokratischen Gesellschaften wird öffentlich, transparent und eben demokratisch verhandelt, was legal und was illegal ist.”

    http://www.zeit.de/digital/internet/2010-08/google-verizon-mittelalter

  16. Robin Meyer-Lucht |  11.08.2010 | 19:13 | permalink  

    @ Aufmerksamkeit: Im Falle des Google/Verizon-Proposals dürften selbstverständlich nicht die Firmen entscheiden, was lawful ist. Interessant ist, wie in Echtzeit ermittlet werden soll, was lawful ist.

    Wahrscheinlich verbirgt sich hinter der Formulierung nur der Vorbehalt, offensichtlichen “unlawful content” rauszufiltern – was immer das bedeutet.

    Die praktische Relevanz würde ich niedriger kochen als Biermann – die prinzipielle Relevanz ist hingegen erheblich.

  17. Eksperte |  11.08.2010 | 20:47 | permalink  

    Was regen sich eigentlich alle über Street View so auf? Das macht doch schon das Kölner Startup seit einigen Monaten, wenn nicht Jahren , für deutsche Grossstädte. Ausserdem gibt es in Bing Maps die Vogelperspektive, und mit der sieht man noch wesentlich mehr als mit Google Street View.

  18. zeitweise |  11.08.2010 | 21:44 | permalink  

    Sehr gut die Erläuterung im Video, als die Kartensicht auf den Times Square präsentiert wird: “(…) das hier ist eine Darstellung vom Times Square wie man sie im Grunde seit Jahrtausenden hat.” – Yeah, right.

  19. Journalismus in Deutschland. Warum noch über etwas Selbstverständliches nachdenken? » F!XMBR |  11.08.2010 | 22:12 | permalink  

    [...] wie so oft schlägt die Realität jeden noch so absurden Gedanken. CARTA berichtet, dass Google ab morgen eine Werbekampagne startet, so wird im Stern, in der FAZ, der SZ, in Regionalzeitungstitel und natürlich im Spiegel geworben. [...]

  20. B.Schumann |  11.08.2010 | 23:31 | permalink  

    Stelle mir gerade vor “leichtbekleidet” entspannt im Garten zu liegen, Hecke soeben geschnitten und dann kommt Google vorbei….wieviele Menschen dürfen dann meinen nicht perfekten Körper betrachten?
    Im Ernst: Vor über 20 Jahren sind schon Flieger mit Fotografen an Bord über unserem Haus gekreist. Stundenlang. 3-4 Wochen später trat dann so eine Art Drückerkolonne auf. Die wollten “Ihr-Haus-aus-der-Luftperspektive” für viel Geld verkaufen. Damals hat kein Hahn nach Datenschutz gekräht.
    Es war damals schon gruselig und ist es heute erst recht. Big Brother……

  21. So wirbt Google ab morgen für Street View – CARTA » Andreas Mauf |  12.08.2010 | 00:50 | permalink  

    [...] So wirbt Google ab morgen für Street View — CARTA [...]

  22. linsenspaeller |  12.08.2010 | 02:26 | permalink  

    Ich weiß nicht, vielleicht denke ja nur ich so: Wenn sich einer über eine Abbildung seiner selbst beschwert, macht er sich doch erst recht öffentlich. Das heißt, selbst dann, wenn Goog offiziell diese Stelle dann verfremdet, könnte doch jeder befreundeter oder auch nur eingehackte Geheimdienst locker eine scharfe Kopie mit Name und Anschrift des Abgebildeten ins Archiv übernehmen. Ist das schon ein Grad von Paranoia?

  23. Gawlik |  12.08.2010 | 08:45 | permalink  

    Ich denke nicht, dass der Dienst, den hier Google anbietet verwerflich ist. Das Street-View-Car sieht auch nichts anderes z.B. “Sultan Kosen” (Körpergröße 2,47m). Da regt sich auch keiner auf, wenn er durch die Stadt läuft ^^

    Naja, Spaß beiseite. Was soll den Google so schreckliches auf den Bildern ablichten, was andere nicht auch könnten? Ich verstehe die Aufregung nicht.

    Und vor allem verstehe ich nicht das viele der Leute die auf Google wettern, selbst nach Anti-Google-Verschwörungstheorien googlen und AdSense auf Ihren Blogs einbinden. Die Route zur nächsten Anti-Google-Demo drucken Sie dann auch noch mit Google-Maps aus ;-)

  24. Burka für Fassaden? Google Street View und die German Angst |  12.08.2010 | 10:05 | permalink  

    [...] man beachte die Kommentare); Google startet Street View in Deutschland: Ein Grund zur Freude (TAZ); So wirbt Google ab morgen für Street View (CARTA); “Street View ist die Landkarte der Zukunft” (Presseschau auf Meedia); Google, [...]

  25. wahnsinn |  12.08.2010 | 10:17 | permalink  

    “Was soll den Google so schreckliches auf den Bildern ablichten, was andere nicht auch könnten? Ich verstehe die Aufregung nicht. ”

    Ehrlich? Ist die Frage ehrlich gemeint? So nach dem Motto: Ich habe nichts zu verbergen, also filmt mich überall mit der Kamera, zerrt mich durch den Nacktscanner und hört meine Telefonate ab. Noch jemand zu Hause? 1. Ist Google wohl nicht einem Fotografen zu vergleichen, der mal durch eine Straße schlendert und ein Haus ablichtet, weil er es ganz nett findet. 2. Diejenigen, die immer wieder Google Streetview verteidigen und für eine ganz tolle Sache halten sollten sich mal lieber die Frage beantworten, warum sie ihren Arsch nicht hochbekommen und selber die Welt erkunden. 3. und jetzt komme ich auf den Punkt: Geht es hier um Freiwilligkeit. Auch ohne Street View kann jeder ein Bild von sich, seinem Haus, seiner Frau und seinem Hund auf Google Maps anzeigen lassen – warum wird dann eine Hexenjagd auf diejenigen betrieben, die das eben NICHT wollen? Das ist echt alles nicht mehr zu fassen. Grundrechte? Anyone?

  26. Gawlik |  12.08.2010 | 10:46 | permalink  

    @wahnsinn: Jetzt würde ich schon einmal gerne wissen, welche Rechte denn genau beschnitten werden, wenn Google deinen Straßenzug von öffentlichen Grund aus fotografiert? (Unter der Prämisse, dass Google die Gesichter von Person und Autokennzeichen unkenntlich macht)

    Und vergleiche bitte ein Foto von “außen” nicht mit dem Abhören eines Telefonates. Hier wird es dann unsachlich.

  27. Robin |  12.08.2010 | 11:06 | permalink  

    Lustig finde ich ja, dass Google mit den berühmten Bauwerken wirbt. Warum findet sich auf der Anzeige keine 0815-Häuserzeile? Das wär es doch. Immerhin sind doch die großen Teile der erfassten Straßen genau so… :)

  28. SpiegelEule |  12.08.2010 | 11:19 | permalink  

    Ein einzelnes Foto angefertigt von einer Privatperson von einem oder einigen Häusern ist auch kein Ding. Ich denke, das mulmige Gefühl, dass einige von uns haben, begründet sich in der Tatsache, dass eine Institution mit wirtschaftlichen Interessen durch eine große gezielte Aktion eine umfassende Sammlung und Dokumentation in ihrer Hand zentriert!
    Wie bei den ähnlichen Geoinformations-Systemen, sind erst die neu erstellten Informationen, die aus der Menge und Kombination mehrerer Daten gewonnen werden interessant. Für den Einzelnen (der auch noch Teil dieser Informationen werden kann, indem er selber, sein privates Umfeld oder der öffentliche Raum in dem er sich bewegt dokumentiert werden) ist dies natürlich eine unangenhme Vorstellung. Rechtlich gibt es ähnliche Fälle noch nicht. Ich denke, dass Google genau diese Pionierposition ausnutzt und damit bemerkenswert gute Geschäftsmodelle in der ganzen Welt platzieren kann.

  29. Lesenswerte Artikel 12. August 2010 |  12.08.2010 | 11:33 | permalink  

    [...] So wirbt Google ab morgen für Street View — CARTA “Die Kampagne mit dem Titel “5 Fragen zu Google und Street View” werden ausschließlich in Print-Titeln geschaltet – um vor allem auch skeptische Wenig- und Nichtnutzer des Internets erreicht werden sollen. Die erste Anzeige erscheint morgen im Stern (etwas versteckt auf den Seiten 40 und 41). Spiegel, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine und Regionalzeitungstitel werden folgen.” [...]

  30. Gawlik |  12.08.2010 | 12:13 | permalink  

    Das ist doch alles Heuchelei. Jeder benutzt die Suchmaschine Google, die kostenlosen Dienste wie Googlemail, Picasa und was es sonst noch so gibt werden auch gerne entgegengenommen. Google Maps mit den Satellitenbildern wird auch gerne genutzt. Aber bei StreetView regt sich jeder auf.

    Wenn sich die Kritik wenigstens auf das Monopol von Google oder auf Google als Datenkrake beziehen würde, dann würde ich das ja noch ansatzweise verstehen.

    Aber nein: Es geht ja nur darum das man sein Haus nicht als Bild – von der Straße aus fotografiert – im Internet finden möchte, weil das ja in die Privatssphäre eingreift.

  31. Sebastian Schmitt |  12.08.2010 | 13:44 | permalink  

    Muss jetzt doch mal meine Meinung sagen hier. Ich will StreetView und zwar am besten gestern. Für mich ist das ein Dienst der uns (der Gesellschaft) unser Eigentum (unsere Öffentlichkeit) zugänglicher macht als je zuvor. Die Öffentlichkeit um euer Haus herum gehört nicht euch sondern uns. Es ist eben öffentlicher Raum.

    Nochmal zu den Datenschutzdiskussionen: Wenn ich vor die Tür gehe, befinde ich mich in der Öffentlichkeit. Wenn ich jetzt fotografiert werde und ich bin klar erkennbar dann habe ich zwar eigentlich das Recht am eigenen Bild, es greift aber imho auch die Panoramafreiheit. Das Unkenntlichmachen reicht meiner Meinung nach völlig aus. Nicht nur rechtlich btw, klar ich habe einiges zu verbergen (und wehe dem der mich jetzt anfängt zu stalken :)) aber das fällt einfach nicht unter diesen Fall.

    Wie manche Politiker sich über Streetview aufregen aber alle Nase lang neue staatliche Überwachung fordern ist das eigentlich Skandal. Mit Streetview kann ich kein Bewegungsprofil erstellen. Mit den staatlich aufgebauten Überwachungskamers schon. Zwar würde das eine das andere nicht besser machen aber nochmal: Streetview ist imho Datenschutzrechtlich kein Problem auch wenn unsere Datenschutzbeauftragten was anderes erzählen. Die sollten sich besser mal mit den wirklich krassen Einschränkungen der Privatsphäre befassen statt immer wieder Google an den Pranger zu stellen…

  32. Nofate |  12.08.2010 | 14:08 | permalink  

    @ Gawlik
    Drehen wir den Spieß doch einmal rum:

    1. Mit welcher Begründung will Google denn jedes Haus und jede Straße auf der Welt fotografieren? Zum Selbstzweck etwa? Oder um den Spielkindern im Netz ein neues Spielzeug zu schenken?

    2. Und zu welchem Zweck willst du dieses Spielzeug haben?

    3. Sind die Gründe, die dir nun eingefallen sind, ausreichend um über die Rechte und den Willen der anderen hinwegzutrampeln?

    Glaubst du im Ernst, dass dieses immer weiter angehäufte Wissen (Wissen ist Macht!) nicht auf die eine oder andere Weise ausgenutzt wird? Das muss nicht heute sein und es muss auch nicht durch google sein…

    Im Übrigen ist es dumm zu behaupten, JEDER würde google und seine Dienste nutzen. Ich gehe googles Diensten seit einigen Jahren bereits aus dem Weg und damit bin ich nicht alleine. Es gibt reichlich Alternativen, denen ich damit nicht so viel Macht über mich gebe. Die Freiheit liegt in der Verstreuung: http://carta.info/31587/diaspora-die-freiheit-liegt-in-der-verstreuung/

  33. Nofate |  12.08.2010 | 14:15 | permalink  

    @Sebastian
    Der Staat und seine Überwachungsmethoden sind ein anderes Thema, auch wenn du es zu Recht anprangerst.

    Es bleibt aber das gleiche Grundthema: Zu viel Wissen und zu viel Macht in einer Hand wird über kurz oder lang missbraucht. Da vertraue ich weder dem Staat, noch irgendeinem Unternehmen. Denn beide haben Absichten, die sie meistens hinter billigen Beweggründen verstecken.

    Die sichersten Daten sind die, die gar nicht anfallen!
    In diesem Sinne sollten wir wachsam sein und uns nicht einlullen lassen – weder durch Terr0r-Beschwörung, noch durch das Angebot eines neuen Spielzeuges…

  34. Sebastian Schmitt |  12.08.2010 | 15:02 | permalink  

    @Nofate
    Ja zu viel Wissen in einer Hand kann bedeuten das diese Hand zuviel Macht hat aber ich sehe die Gefahr in diesen Daten einfach nicht. Vor allem, da ich ja einen ähnlichen umfangreichen Zugriff darauf habe. Was kann ich mit diesen Daten wirklich machen? Und, was davon liegt auch nur entfernt im Interesse von Google?

    Du sprichst die Terror Beschwörung an und da stimme ich dir zu, habe da auch schon ein paar Artikel zu geschrieben, aber Streetview geht für mich ein wenig in die gleiche Kerbe. Wenn in den Medien das Thema Datenschutz mit Google saturiert wird, bleibt kein Platz für die wirklichen Probleme (Kameraüberwachung, VDS, etc). Genau die Dinge die durch das Schüren von Terrorangst durchgesetzt werden. Streetview ist ein kleiner Nebenschauplatz der natürlich beobachtet werden muss, der aber leider alle anderen Diskussionen vollkommen verdrängt.

  35. Link-Dump zu Google Street View - Stecki's Blog |  12.08.2010 | 15:50 | permalink  

    [...] So wirbt Google ab morgen für Street View — CARTA [...]

  36. Gawlik |  12.08.2010 | 15:53 | permalink  

    @Nofate

    >Drehen wir den Spieß doch einmal rum:

    >1. Mit welcher Begründung will Google denn jedes Haus und jede Straße auf >der Welt fotografieren? Zum Selbstzweck etwa? Oder um den Spielkindern im
    >Netz ein neues Spielzeug zu schenken?

    Das sind rethorische Fragen, wie soll ich darauf antworten?

    >2. Und zu welchem Zweck willst du dieses Spielzeug haben?

    Ich würde mir gerne München in 3D anschauen. Welche Antwort erwartest Du auf diese Frage? Ich persönlich fände es nützlich, ganz einfach.

    >3. Sind die Gründe, die dir nun eingefallen sind, ausreichend um über die >Rechte und den Willen der anderen hinwegzutrampeln?

    Hier wären wir wieder bei meiner vorhin gestellten Frage: Ich wollte wissen welche Rechte denn genau beschnitten werden? Über welche Rechte wird denn “hinweg getrampelt”

    Das wird so nichts, wenn jemand gegen StreetView ist sollte man auch argumentieren können warum dem so ist.

  37. Google to start Street View in Germany – with an ad campaign : T e c Z i l l a |  12.08.2010 | 16:05 | permalink  

    [...] many people not so web savvy. Starting tomorrow Google tries to counter them with an expensive ad campaign in high circulation magazines as well as national and regional newspapers. It’s a print-only [...]

  38. Nofate |  12.08.2010 | 17:08 | permalink  

    @Gawlik

    Ich habe in meinen Fragen und meinen Anmerkungen, auch in meinem posting etwas darunter klar dargelegt, wo ich die Probleme sehe. Oder willst du etwa fantasievolle Beispiele? (http://bit.ly/a6NxDj)
    Natürlich werden diese Daten mit deinen gespeicherten Suchanfragen, den gekauften Büchern und deinen Freunden verknüpft. Je mehr man über dich weiß, desto besser kann man dich manipulieren.
    Leute! Seid doch nicht so naiv einem Unternehmen zu glauben, dass es keinen Profit aus seinem Wissen schlägt und dass es Möglichkeiten gibt dieses Wissen gegen euch zu nutzen!

    Und nein, es war keine rethorische Frage. Also noch einmal: Warum macht google das?
    Und deine Antwort, dass du es nützlich findest ist auch sehr ungenau. Sonst musst du dich auch mit der Antwort zufrieden geben, dass ich es gefährlich finde!
    Für was bitteschön willst du streetview? Wobei hilft es dir denn?

    Meiner Ansicht nach betrifft es sehr mein Recht auf informationelle Selbstbestimmung, denn nun wird meine Adresse ganz einfach mit meiner Wohnsituation verknüpft werden, was google, Versicherungen und dem Staat viele neue Möglichkeiten eröffnet.
    Doch meinetwegen lassen wir das auch das BVG entscheiden!

    Ja, so wird das nichts! Denn du hast auf meine Fragen und Anregungen nicht geantwortet! Vielleicht ja dieses Mal?

  39. Nofate |  12.08.2010 | 17:21 | permalink  

    Nachtrag:
    Du wolltest wissen in welche Rechte es eingreift. Ich bin zwar kein Anwalt, aber mir fallen spontan folgende Verletzungen ein:
    1. Das Recht auf informationelle Selbstbestimmung. (oben beschrieben)
    2. Es werden Straßen mit allen Personen, Fahrzeugen und Nummerschildern fotografiert sowie in die Fenster hinein und über Hecken und Zäune hinweg. In meiner Wohnung und in meinem Garten greift mein Recht auf die Unverletzlichkeit der Wohnung.
    3.Ich habe ein Recht am eigenen Bild, also ist auch das Fotografieren und Weiterverarbeiten eines Bildes von mir mit mir abzustimmen.
    Ja, google verspricht Gesichter und Nummernschilder unkenntlich zu machen. Und BP verspricht sich für die Umwelt einzusetzen…
    Man muss schon sehr naiv sein das einfach zu glauben und einem Unternehmen wie google auch noch diesen Vertrauensvorschuss zu geben. Doch selbst, wenn man das tut, bleiben immer noch menschliche oder technische Fehler.
    Aber das ist dann wohl nur ein Kollateralschaden, oder was?

  40. Nofate |  12.08.2010 | 17:37 | permalink  

    @Sebastian
    Das Problem ist aber, dass diese Daten auch von staatlicher Seite aus genutzt werden können und werden. Und da schließt sich der Kreis.

    Und was ist mit den vielen Millionen Menschen, die das Internet nicht nutzen und die daher auch nicht wissen, was dort alles über sie steht? Oder den Menschen, die sich nicht zu helfen wissen? Oder denen, die zu faul sind? Die haben keinen Zugriff auf ihre Daten, ebensowenig wie ich sie auf meine bei google gespeicherten Suchanfragen habe – es sei denn ich benutze TOR.

    Das Geschäftsmodell erinnert mich an die GEZ – man macht etwas ohne mich zu fragen und ich muss die Zeche zahlen. Wenn ich bzw. meine Wohnistuation nicht erscheinen soll, dann muss ich mich wehren.
    Ich finde google sollte sich die schriftliche Erlaubnis einholen. ;-)

  41. Sebastian Schmitt |  12.08.2010 | 17:40 | permalink  

    @Nofate
    Wie soll man den nicht-personenbezogene Daten mit Suchanfragen und Produktkäufen verknüpfen? Und jetzt erzähl mir nicht das die Streetview Daten personenbezogen sind. Sind sie nicht.

    Wenn ich dein Fenster fotografiere verletze ich nicht deine Wohnung weil ich in der Öffentlichkeit bin. Das ist erst so wenn ich einbrechen würde oder?

    Google verspricht Gesichter und Nummerschilder unkenntlich zu machen und sie haben das versprechen auch gehalten, im Gegensatz zu BP.

    Du hast das Recht am eigenen Bild aber im Grunde fallen ALLE diese Bilder unter die Panoramafreiheit, gerade WEIL du für das Bild völlig unerheblich bist. Ich sag das nicht um an deinem Ego zu kratzen aber es ist nunmal so.

    Zur Frage warum Google das macht:
    Einfach, sie wollen Geld verdienen. Das ist ein Dienst der von der Bevölkerung gewollt wird es gibt also Nachfrage. Wo Nachfrage ist kann ein Angebot geschaffen werden mit dem man dann Geld verdient. So einfach ist das.

    Deine Adresse kann mit deiner Wohnsituation verknüpft werden? Ja, das geht auch ohne Streetview. Insbesondere wenn du Angst vor Versicherungen oder dem Staat hast. Als ob die sich dann hinsetzen und dein Haus bei Streetview angucken, bitte… die haben weit bessere Möglichkeiten.

    Welches Wissen soll hier gegen mich benutzt werden? Ich hab das Wissen doch selbst. Es wird mir zur Verfügung gestellt. Also es tut mir leid aber deine Argumente sind nur von paranoia aber nicht von Verständnis geprägt

  42. Sebastian Schmitt |  12.08.2010 | 17:41 | permalink  

    Und was ist mit den vielen Millionen Menschen, die das Internet nicht nutzen und die daher auch nicht wissen, was dort alles über sie steht?

    Durch Streetview steht über niemanden mehr im Internet als vorher…

  43. Gawlik |  12.08.2010 | 17:49 | permalink  

    @Nofate
    Natürlich hast Du ein Recht auf informationelle Selbstbestimmung. Das Recht wird Dir durch Google StreetView jedoch m.E. nicht genommen. Irgendwie wird vergessen, dass Google von der Mitte der Straße fotografiert. Das kann doch jeder andere der da vorbeiläuft auch sehen oder denke ich da falsch?!?

    Und dass Deine Adresse mit Deiner Wohnsituation verknüpft wird ist ja wohl wirklich nichts neues, seit der Schufa (u.a.) und dem Scoring-Verfahren.

    Ich gehe im Übrigen in der Tat davon aus, dass Google die Kennzeichen, Gesichter, etc vorher unkenntlich macht. Falls da ein Fehler passieren sollte so ist ein solcher auch in anderen Bereichen möglich und sollte dann eben auch von Google korrigiert werden. Beispiel: Du besuchst ein Konzert und ein Fotograf macht ein Foto von der Menschenmenge. Zufällig bist Du vorne links aber deutlich zu erkennen. Der Fotograf publiziert das Foto auf seiner Webseite. Un nu?

    >Für was bitteschön willst du streetview? Wobei hilft es dir denn?

    Es hilft mir dabei interessante Orte anzusehen. Es hilft mir dabei meine Urlaubsferienwohnung etwas genauer anzuschauen. Es hilft mir dabei die Baustile anderer Kulturen zu sehen, weil ich daran Interesse habe.

    Ich denke aber auch, dass ich mich an dieser Stelle überhaupt nicht rechtfertigen muss, warum ich denn Streetview will oder warum ich es für nützlich erachte. Es ging doch primär darum, dass ich meine Meinung geäußtert habe, welche darin bestand, dass ich die Aufregung um Streetview nicht nachvollziehen kann.

  44. Nofate |  12.08.2010 | 18:59 | permalink  

    @Sebastian
    Sicher weißt du, dass google die Suchanfragen in Zusammenhang mit der IP-Adresse speichert. Meist werden seitens der ISPs feste IP-Adressen vergeben. Damit ist es nicht mehr schwer die Person dahinter zu finden, selbst wenn die derzeitige Rechtslage das in Deutschland mit einer richterlichen Anordnung verknüpft. Die Verhältnisse ändern sich und das Recht in D ist nicht das Recht in den USA.

    Google hat das Versprechen gehalten? http://www.youtube.com/watch?v=cUyZVEaNXx8
    Und nun sag nicht, das sind ja nur Ausnahmen. Willst du die Ausnahme sein? Gerade beim Nasepopeln fotografiert und für alle sichtbar im Netz?
    Und warum kommt google nicht selbst auf die Idee und macht von Beginn an Gesichter und Nummernschilder unkenntlich?

    Das mit der Panoramafreiheit ist Blödsinn – sorry. Wenn ich auch nur an Kleidung oder Haltung erkannt werden kann, dann darf nicht einmal das Foto gemacht werden, geschweige denn es veröffentlicht werden.
    Und dass man bei unverhangenen Fenstern in die Wohnungen hineinschauen und damit auch fotografieren kann, ist für dich offenbar auch einfach in Ordnung, bloß weil das ja jeder tun könnte.
    Da verweise ich dann doch lieber auf diese zugegeben recht umfangreiche Sammlung an rechtlichen Fragen: http://bit.ly/6sCoxk

    Meinetwegen bezeichne das ruhig als Paranoia. Lieber etwas paranoid, als naiv.

    Ich verweise in diesem Zusammenhang auf einen lesenswerten Artikel in der FAZ:
    http://bit.ly/978uGj

    Ganz unten finden sich zwei Rechte, die unbedingt Beachtung finden müssten.
    Wenn ein Unternehmen etwas über mich speichert, dann muss es mich vorher fragen und dann will ich wissen, was es mit diesem Wissen im Einzelnen macht.

  45. Nofate |  12.08.2010 | 19:19 | permalink  

    @Gawlik
    Ja, jeder andere kann auch Fotos machen, aber nicht jeder hat die Möglichkeit ganze Städte in allen Einzelheiten abzulichten. Nicht jeder hat die Möglichkeit diese Daten entprechend aufgearbeitet online zu stellen und sie allen zur Verfügung zu stellen? Nicht jeder hat die Möglichkeit daraus ein Geschäft zu machen.
    Aber jeder, der in ein Fenster hinein fotografiert und dieses Bild veröffentlicht, macht sich strafbar!

    Schufa und Scoring-Verfahren sind allerdings schlimm genug und oft zum Schaden der Menschen. Der Nutzen ist wie so oft heutzutage nur ein finanzieller. Als Grund für weitere Datensammlungen und Einstufungen sollten diese Praktiken nicht herhalten.

    In deinem Beispiel darf ich bei Kenntnis dem Fotografen das Veröffentlichen versagen – wie bei google auch (nicht zu verwechseln mit dem Presserecht). Aber die Reichweite ist eine andere und das in jeder Hinsicht!

    Interessante Orte anschauen? Dazu finden sich genügend Bilder auch ganz ohne streetview. Oder ist es interessant zu schauen, wie eine Straße im Wohngebiet von Berlin Pankow aussieht?
    Da empfehle ich dann doch lieber den direkten Besuch. ;-) Auch und besonders für das Interesse an Baustilen.

    Nein, du musst dich nicht rechtfertigen, aber du wolltest, dass Leute mit ablehnender Haltung diese erklären. Ich habe den Spieß nur herum gedreht.
    Wenn es genügt zu sagen: “Ich finde streetview gut”, dann genügt es auch zu sagen: “Ich finde streetview nicht gut.”

    Ich hoffe dennoch du hast nun zumindest ein wenig Verständnis für die ablehnende Haltung.
    Ich kann auch durchaus verstehen, dass man an diesem Spielzeug Gefallen findet.

  46. Nofate |  12.08.2010 | 19:29 | permalink  

    @Sebastian
    Wenn durch streetview jedes Haus und jeder Garten und jede Hecke abgelichtet ist, dann steht sehr wohl mehr über Herrn Schmidt aus S. im Netz, als vorher.
    Und Versicherern wird es erleichtert Angaben zu überprüfen, die Wohngegend einzuschätzen und deinen Beitrag anzupassen.

    Und du hast richtig erkannt: Google will Geld verdienen! Also bittesehr, was willst du noch? Geld verdienen mit dem Wissen über die Bürger und ihre Wohnsituation – das ist unternehmerisch vielleicht klug, aber gegen meinen Willen.

  47. Sebastian Schmitt |  12.08.2010 | 20:00 | permalink  

    Wenn durch streetview jedes Haus und jeder Garten und jede Hecke abgelichtet ist, dann steht sehr wohl mehr über Herrn Schmidt aus S. im Netz, als vorher.
    -> Nein? Da steht dann ein Haus das eventuell mir gehört. Das das so ist ist aber weiterhin nur denjenigen bekannt die vorher wussten das ich da wohne. Es werden hier ja keine Klingelschilder abgelichtet

    Und Versicherern wird es erleichtert Angaben zu überprüfen, die Wohngegend einzuschätzen und deinen Beitrag anzupassen.
    -> Welche Wohngegend wie aussieht wissen die Versicherer auch so, Dazu brauchen die mit Sicherheit kein Streetview

    Sicher weißt du, dass google die Suchanfragen in Zusammenhang mit der IP-Adresse speichert. Meist werden seitens der ISPs feste IP-Adressen vergeben.
    -> Also erstens redest du an mir vorbei… die Streetview Daten sind nicht personenbezogen können also auch nicht mit meinen Suchanfragen verknüpft werden. Zweitens ist es immer noch so das man alle 24 Stunden eine neue IP kriegt ausser man hat eine teure Standleitung

    Wenn ich auch nur an Kleidung oder Haltung erkannt werden kann, dann darf nicht einmal das Foto gemacht werden, geschweige denn es veröffentlicht werden.
    -> Achja? Wenn ich ein Foto vom Kölner Dom mache so ganz privat mit meiner Kamera und da läufst du grad Nasepopelnd in den Bildrand, fällt das unter die Panoramafreiheit egal ob ich das Bild publiziere oder nicht. Weisst du eigentlich was für riesige Probleme wir bekommen (und vor allem die Photojournalisten) wenn man dieses Recht einschränkt?

    Geld verdienen mit dem Wissen über die Bürger und ihre Wohnsituation
    ->Wirklich? Jetzt kramst du wirklich ganz tief in die Kiste. Google weiss keinen deut mehr über die Wohnsituation von mir durch Streetview… mach dich nicht lächerlich.

    Generell: Deine Angst kommt vor allem aus ganz anderen Gebieten, du hast kein einziges wirkliches Argument gegen Streetview. Insbesondere da diese Daten nicht Personengebunden sind. Das sind sie nur für Leute die dich oder das Haus so oder so schon kennen. Ich kann nicht anhand Streetview rausfinden wo und wie du wohnst.

  48. Nofate |  12.08.2010 | 22:38 | permalink  

    @Sebastian
    Tja, offenbar reden wir beide aneinander vorbei. Oder aber du willst nur absichtlich einseitig argumentieren.
    1. Personenbezogene Daten wie etwa Adressen werden gesammelt, gespeichert und gehandelt. Es ist auch für die Privatperson in der Regel ein Leichtes herauszufinden, wer wo wohnt. Nur mit der Kenntnis des Straßennamens bekomme ich doch schon alle angemeldeten Bewohner mit Hausnummer und Telefonnummer aufgelistet… (Höchst interessant für Unternehmen, wenn sie darüber hinaus auch durch streetview wissen, wie finanzstark die Bewohner dort einzuschätzen sind. Aber auch für Einbrecher sicher interessant.)
    2. Diese Daten werden miteinander verknüpft um ein möglichst umfassendes Profil zu erhalten.
    3. Damit wachsen Wissen und Macht.
    4. Und schließlich wird wiederum mit den Daten ohne mein Wissen gehandelt oder der Einzelne/die Gesellschaft manipuliert.

    Du bestreitest vehement, dass google auch mit Hilfe von streetview weiß, wo ich wohne und wie meine Wohnung/mein Haus aussieht. Das kannst du nicht ernst meinen.

    Auf das Fotoproblem habe ich mit einem link zu den rechtlichen Fragen geantwortet. Es lässt sich nicht in zwei Sätzen behandeln, auch wenn du so tust.

  49. Nofate |  12.08.2010 | 23:01 | permalink  

    Ach, falls du immer noch meinst ich hätte etwas nicht verstanden: Ich weiß sehr wohl, dass das Fotografieren von Häusern, Straßen, Gärten, Personen und Fahrzeugen zunächst einmal nicht personenbezogen ist. So lautet auch googles Argumentation, der du voll aufsitzt.
    Denn so ist es nur vordergründig, wie ich in meinem vorigen posting gezeigt habe. Das Verknüpfen mit einzelnen Personen ist sogar für einen Laien ein Leichtes.

    Und schließlich: Es steht dir sicherlich nicht zu meine Beweggründe für meine ablehnende Haltung gegenüber streetview (und auch anderen google-Diensten) zu beurteilen und als Angst zu betiteln.
    Deiner Homepage nach zu urteilen sind dir Grundrechte wichtig. Da halte ich es für einäugig nur auf das Handeln des Staates zu achten. Die Verknüpfung von wirtschaftlichen und politischen Interessen kann dem aufmerksamen Beobachter nicht entgehen.

  50. Nofate |  12.08.2010 | 23:06 | permalink  

  51. Nofate |  12.08.2010 | 23:29 | permalink  

    Lesenswert auch: http://bit.ly/bf3eEi
    Ich sag nur: Lemminge!

  52. linsenspaeller |  13.08.2010 | 13:45 | permalink  

    Immerhin ist noch niemand auf die Idee gekommen, überall dort wo der Kamerawagen durchfährt, ein Transparent mit “Googlefreie Zone!” oder “Amis raus aus Afghanistan!” aus dem Fenster zu hängen. So kann man leider auch nicht beurteilen, wie die Bildtechniker mit den ganzen Parolen umgegangen wären. Wenn ich nicht irre, könnte man das pixeltechnisch hinkriegen, da regelmäßig aktualisierte Wunschtexte einzuspielen. Werbung oder Wahlkampf, wer`s gerad bezahlt. Was heißt hier Zukunft! Zukunft war gestern.

  53. texte und so. » Blog Archive » Das geht uns alle an |  14.08.2010 | 15:32 | permalink  

    [...] Tageszeitungen und Rundfunk sich eingehend mit Googles Street View beschäftigen (hat das der Anzeigenkunde vielleicht sogar gewünscht?), hat drüben bei Twitter ein ganz anderes Thema, bei dem auch Google [...]

  54. Nofate |  14.08.2010 | 16:52 | permalink  

  55. Sie haben Jehova gesagt. Zur Streetview-Debatte. | Mathias Richel |  19.08.2010 | 05:39 | permalink  

    [...] Google (und nein, diese 2/1-Anzeige mit den sechs Absätzen mit Markentingblabla zählt nicht), noch die besagten Retter. Nein stattdessen ist es wichtig, sich als Verfechter der [...]

  56. SP |  19.08.2010 | 23:24 | permalink  

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