Steffen Rutter

“monitor”-Beitrag: Zwischen Märchenstunde und Motzki-Pöbelei

Steffen Rutter | 43 Kommentar(e)


Die WDR-Sendung “monitor” lieferte kürzlich ein Beispiel, wie Wirtschaftsjournalismus nicht funktionieren sollte: unpassende Vergleiche, vermeintliche Experten, stereotype Darstellung. Das Ergebnis ist so faktenbasiert wie eine Märchensendung.

31.03.2010 | 

Die Qualität und Integrität von Wirtschaftsjournalismus steht angesichts der Krise ganz erheblich infrage: „Wirtschaftsjournalismus in der Krise: Ahnungslos, orientierungslos, überfordert“, heißt es mittlerweile nicht mehr nur bei Führungskräften, Wissenschaftlern und Spitzenpolitikern.

Mit ihrem Beitrag „Klientelpolitik – Wie die FDP die Profiteure der Finanzkrise schützen will“ hat auch die WDR-Sendung monitor rückblickend die Wirtschaftsberichterstattung weiter Richtung Märchenstunde samt Motzki-Pöbelei verschoben. An dem Beitrag von Achim Pollmeier, Markus Schmidt und Kim Otto stimmt nicht einmal der Titel. Schließlich geht es in dem 6-Minuten-Film, der Ende Februar ausgestrahlt wurde, nicht um einen dunklen Plan der FDP, sondern vielmehr um Werbung für eine Idee der Redaktion. Man könnte den Beitrag auch Reklame nennen.

Bildschirmfoto 2010-03-31 um 18.05.22

"Vollkasko bei Bankengeld" - der monitor-Bericht hier zum Anschauen

monitor-Regel 1: Phrasen dreschen

Wer sind eigentlich die Profiteure der Finanzkrise, die laut Programmtitel von der FDP geschützt werden sollen? Laut Duden solche, die einen Profit aus etwas ziehen.

Intuitiv würde man beispielsweise an den Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG (VW) Dr. Martin Winterkorn denken. Schließlich haben die Finanzmarktturbulenzen das Wettringen zwischen der Porsche SE und VW um die zukünftigen Eigentumsstrukturen entschieden. Statt fristloser Kündigung gab es dank dieser externen Umstände eine Extraprämie von 800.000 Euro. Der Rest des Einkommens wurde ja bereits durch die staatliche Abwrackprämie gesichert – sonst wäre VW wohl mit Verlust aus dem Jahr 2009 gegangen.

Für die Redakteure sind die Profiteure auch nicht die fürstlich entlohnten Staatsangestellter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), nicht die staatliche Deutsche Bundesbank mit ihren Milliarden-Finanzkrisen-Erträgen, und nicht die Bürgermeister in den Kommunen, die ihre Wahlversprechen dank der Konjunkturmittel erfüllen können. Nein, für das Autorenteam sind die Profiteure der Finanzkrise die Gläubiger von Instituten, die auf vertragskonforme Bedienung ihrer Kredite hoffen dürfen. Wenn überhaupt, haben diese von den Stabilisierungsmaßnahmen profitiert, aber das ist doch wohl ein fundamentaler Unterschied.

Anekdotisch sollte darauf hingewiesen sein, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk selbst unbesichert rund 216 Millionen Euro an GEZ-Gebühren und Altersvorsorgegelder bei der HRE investiert hatte. Damit ist der WDR laut monitor ein Profiteur der Finanzkrise.

monitor-Regel 2: Die Unwahrheit verbreiten

Schon die Ansage von Sonia Seymour Mikich „Die Banken und Versicherungen, die diese Krise angerichtet haben, wurden nicht nach Abgaben, nicht nach Gegenleistungen gefragt“ erinnert doch stark an den „Rattenfänger von Hameln“. Denn ein Blick in die Finanzmarktgesetzgebung verdeutlicht selbst dem Laien das genaue Gegenteil. „Stabilisierungsleistungen gibt es nicht umsonst – sie haben einen Preis, der ihrem Wert entspricht.“ Daher hat der staatliche SoFFin bereits in den ersten 15 Monaten seines Bestehens rund 650 Millionen Euro aus Zinsen und Gebühren eingenommen.

Doch die Märchenstunde geht auch im Beitrag munter weiter. So behaupten die Autoren: „Und die FDP? [..] Mehrfach haben wir gefragt, wie man Gläubiger künftig in die Haftung nehmen will? – Keine Antwort.“ Falsch! Neben zahlreichen Telefongesprächen hat der Fachreferent der Bundestagsfraktion in zwei schriftlichen Stellungnahmen ausführlich Antwort zu dem angesprochenen Sachverhalt gegeben und auf offene Fragen hingewiesen. Diese ließen sich hier auch dokumentieren.

Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Doch was macht man mit Leuten, die damit gar nicht mehr aufhören? Ich bin für eine Pinocchio-Lösung.

monitor-Regel 3: Äpfel mit Birnen vergleichen

Nah dran an der Unwahrheit sind auch unpassende Vergleiche – ein besonders beliebtes Stilelement von Achim Pollmeier, Markus Schmidt und Kim Otto. Im besagten Märchenbeitrag wird eine Restrukturierung eines Kleinstunternehmens aus dem produzierenden Gewerbes mit einer Rettung einer Großbank verglichen.

Das scheint an sich schon ein gewagter „Ritt auf der Kanonenkugel“ zu sein. Schließlich sollte das Wort systemrelevant gerade für Wirtschaftsjournalisten kein Fremdwort mehr sein. Besonders fantastisch wird das Münchhausen-gleiche Redaktionsteam aber, wenn man einen reinen Forderungsverzicht von Gläubigern eines Kleinstunternehmens als Aufhänger für einen so genannten Fremd-zu-Eigenkapital-Tausch für Großbanken macht. Das erste ist freiwillig und gesetzlich klar geregelt. Letzteres soll aus Sicht der Autoren verbindlich geregelt werden – wohl samt notwendiger Aufhebung der Verfassung.

monitor-Regel 4: Experten, die keine sind

Expertenäußerungen können ein überzeugendes Stilelement für die Vermittlung medialer Botschaften sein. Sie sollen für die notwendige Autorität, Integrität sowie Unabhängigkeit sorgen, um dadurch eine Position besonders wirksam zu untermauern.

Doch wenn sich keine Experten für die Untermauerung der eigenen Position finden lassen, greift das Redaktionsteam gerne auch auf Pippi Langstrumpf zurück: ich mach mir die Welt widdewidde wie sie mir gefällt. Deshalb darf der ausgewiesene Arbeitsmarktökonom Prof. Dr. Dennis J. Snower auch sinnfreie Finanzmarktideen des Redaktionsteams kommentieren. Dem gemeinen Zuschauer mag dies nicht besonders auffallen, für jeden Ökonomen ist das aber wie ein Auftritt von „Rotkäppchen“ im Märchen „Frau Holle“.

Wer würde zur Behandlung von Magenkrebs zum Zahnarzt gehen? Wer käme auf die Idee, einen Heilpraktiker bei der Behandlung eines offenen Armbruchs aufzusuchen? Eben. Deshalb lässt man Prof. Snower auch keine Finanzmarktreformen kommentieren.

monitor-Regel 5: Stereotypen bedienen

Was bei Motzki so erfolgreich war, dass darf bei monitor natürlich nicht fehlen. Dauerndes Nörgeln hat schließlich auch schon früher die Zuschauer angezogen. Und so wie Motzki auf die Ossis geschimpft hat, so macht es hier eben auf die FDP.

Man verkauft dann eine Einzelmeinung eines Abgeordneten als „die FDP“. Grundsatz: Es gibt sicher einen faulen Ossi, also sind die Ossis faul. Die Ironie in diesem Motzki-esken Beitrag ist nun aber, dass die Autoren sämtliche Gläubiger von Banken als Klientel der FDP beschreiben. Und da jeder kleine Sparer eben ein Gläubiger eines Instituts ist, ist quasi das gesamte Volk Klientel. So wird man also Volkspartei!

Fazit: Programmstruktur ändern

Natürlich kann es nun nicht darum gehen, öffentlich-rechtliche Redaktionen wie monitor zu zensieren. Ähnlich faktenbasierte Sendungen wie „Wicky und die starken Männer“, „Raumschiff Enterprise“ und „Der 6-Millionen-Dollar-Mann“ werden ja auch nicht verboten, nur weil der Zuschauer das für wahr halten könnte, was dort gezeigt wird.

Vielleicht sollte man aber beim WDR darüber nachdenken, die Sendung monitor zukünftig auf dem Kinderkanal KI.KA auszustrahlen. Dort kann man auch andere Märchen sehen.

[Disclaimer: Steffen Rutter ist Mitarbeiter der FDP-Bundestagsfraktion. Dieser Beitrag ist seine persönliche Meinung. Die Redaktion von Carta begrüßt seinen Text ausdrücklich als Meinungsbeitrag über die Qualität von Wirtschaftsjournalismus. In der Qualitätsdebatte werden gerade auch die Stimmen von Betroffenen gebraucht.]

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43 Kommentare

  1. Chat Atkins |  31.03.2010 | 20:16 | permalink  

    Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft hätte also keine Ahnung vom Finanzsektor. Soso – hmmm, hmmm … weiß er das denn schon?

  2. Aerar » Rekritik |  31.03.2010 | 20:51 | permalink  

    [...] wenn der Parteiname fällt und soll ohnehin nicht alles glauben, was im Fernsehen erscheint. Insofern beziehe ich mich auf einen Gastbeitrag des Mitarbeiters der FDP-Bundestagsfraktion Steffen … So sehr die Carta-Redaktion diesen Beitrag begrüßt, kann ich ihn jedoch wenig teilen und nehme [...]

  3. Android |  31.03.2010 | 21:20 | permalink  

    Sehr geehrter Steffen Rutter und Ihre persönliche Meinung

    Sie und Ihre persönliche Meinung und der Volksmund sagen: “Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht!”

    Richtig!

    Roboter wissen aber auch und der Volksmund auch:”Lügen haben kurze Beine!”

    Auch richtig,oder?

    Hier noch eine Gute Nacht Geschichte

    http://de.wikipedia.org/wiki/Der_gestiefelte_Kater

    Und hier von der ARD auf YouTube in sieben Teilen: http://www.youtube.com/watch?v=lver-grovic

    [Disclaimer:Roboter haben keine persönliche Meinung]

    MfG

    Diese Mitteilung wurde maschinell erstellt!

  4. Tarantoga |  31.03.2010 | 22:33 | permalink  

    Der Disclaimer der Carta-Redaktion ist ja grundsätzlich sympathisch, aber muss man da gleich das nächste Beispiel für das beklagte Problem schaffen?

    Warum also ist die “Bankenversicherung” eine gute Idee? Und weshalb soll Herr Prof. Dr. Dennis J. Snower mit seinen Einschätzung falsch liegen?

    Im Internet zählt nur die Qualität von Meinungen, nicht wer sie ausspricht.

  5. Thomas Maier |  01.04.2010 | 01:32 | permalink  

    hahaha… komisch, ein FDP-Mann, der undifferenziert pro-FDP argumentiert, sowas hat es noch nie gegeben… *facepalm*

    Ich habe keine Lust in einem Kommentar Ihnen ellenlang Ihre Ausführungen zu kommentieren, jedoch ist festzuhalten, dass zum einen Sie derjenige sind, der die Fakten verdreht und Kritik gegen Monitor an den Haaren herbeizieht und zum anderen es Fakt ist, dass der Neoliberalismus (also der wirtschaftliche Gegenstand der FDP) an dieser Krise die Schuld trägt. Und der Verlust der Kontrolle über die Lage sowohl der Anstand sich dies einzugestehen.

    Wenn es ein Format im Fernsehen gibt, das guten investigativen Journalismus bietet, dann ist Monitor eines der sehr wenigen.

    Im Übrigen gibt es Anstrengungen, diese Partei neu einzustufen: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/32/32336/1.html
    Und wenn ich mir diese Partei, mit ihrem elenden Marktradikalismus und ihrer aufgesetzten “Liberalität”, die wie so oft bewiesen wurde, reine Wahlkampftaktik ist, so ansehe, dann fällt es mir schwer dagegen zu sein.

    Ihre Rhetorik ist – mit Verlaub – unter aller Kanone!
    KiKa.. was für Drogen nehmen Sie?

  6. Gerd |  01.04.2010 | 09:16 | permalink  

    Klar, wenn man sich im freien Fall auf die 5 Prozent Marke zu bewegt wird man dünnhäutig, aber so ein peinlicher Text muss es ja dann doch nicht sein. Das hat dann schon nicht mehr den Geschmack eines Rückzugsgefechtes sondern liest sich ganz offen wie ein letzter verzweifelter Alamo-Kampf. Und wenn man schon den Magazin Faktenverschmischung vorwirft sollte man sich selbst dabei wenigstens zurückhalten …

  7. nobbi |  01.04.2010 | 09:43 | permalink  

    Recht hat der Mann.
    Monitor hat sich noch nie durch großartig objektive Berichterstattung vorgetan, sondern wenn überhaupt durch klientelgerechte Meinungsmache.

    @Thomas: Sie mögen es “investigativen Journalismus” nennen, ich nenne es linke Proganda. Auch hat diese sicherlich ihren Platz im Fernsehen, nur sollte man doch einsehen, dass die Interpretationen von Sachverhalten durch die Monitor-Redaktion doch sehr durch die Ansichten der Redakteure geprägt sind und die Wahrheit doch wohl irgendwo zwischen dem Fernsehbeitrag und diesem Text hier liegt.

  8. Stony |  01.04.2010 | 10:50 | permalink  

    @nobbi

    Achso…stimmt ja… Die FDP ist ja der Heilsbringer mit unfehlbaren Mitgliedern, die noch nie Geld unterschlagen haben, nie Steuern hinterzogen haben, nie latent antisemitisch sind…alles in allem DAS SIND DIE GUTMENSCHEN auf die wir stolz sein dürfen….allen voran Westerwelle. Ist das nicht aufregend? Wer sich nur ein bisschen schlau macht, der wird sehr schnell begreifen wofür die FDP wirklich steht. Den Armen noch mehr Geld wegnehmen und es den Reichen (Der Stammklientel der FDP) geben. Beispiel von vielen: Holtel und Gaststättengewerbe. Ich hoffe das noch viele FDPler und die die es werden wollen, dem Hobby des Fallschirmspringens fröhnen. Man weiß ja nie…

  9. Gk |  01.04.2010 | 10:54 | permalink  

    Das Posting habe ich überflogen, den ein oder anderen Kommentar gelesen. Gut, dass es Sendungen wie Monitor, Frontal21 und Panorama gibt. Über diese merkwürdige Partei, die Wähler vernatzt, die Klientelpolitik betreibt, sollte nicht mehr so viel geschrieben werden, wobei ich solche Postings durchaus amüsant finde:
    http://carta.info/23571/vizekanzler-im-signierrausch-in-liebe-ihr-gudio-westerwelle/

    Die FDP kann nur noch humoristisch aufbereitet ertragen werden. Nur schade, dass fähige FDP-Politiker mit in den Sog der XXXXXXXXXX gezogen werden.

  10. Thomas Maier |  01.04.2010 | 11:09 | permalink  

    Im übrigen ist es echt verblüffend, dass CARTA diesen Leuten ein Forum bietet. Jeder macht mal einen Fehler, wie es ML mit Aaron Koenig passiert ist (ein Artikel, der ihn zitiert hatte, wurde sofort zurückgezogen). Man kann nicht immer alles wissen und überall vorne mit dabei sein. Aber von diesem Mann wusste man vorher dass er bei der Spaßpartei ist.

  11. Sven |  01.04.2010 | 11:13 | permalink  

    Ich möchte gar nicht so sehr auf den Beitrag des Herrn Rutter eingehen, da er in Methodik und Didaktik die Grundlehren seiner neoliberalen Heimat und Auftraggeber wiedergibt.

    An dieser Stelle möchte ich mich bei den vielen Menschen hier bedanken, die Ihre Meinung zu dem “Schundartikel” des Herrn Rutter mitteilen und somit aufzeigen, dass es immer noch Menschen in Deutschland gibt, die nicht von den neoliberalen Doktrin, nicht nur der FDP, gefangen gehalten werden.

    http://www.nachdenkseiten.de/

  12. Robin Meyer-Lucht |  01.04.2010 | 12:11 | permalink  

    @ Thomas Maier: Wer sind denn nun “diese Leute”?

    Rutters Kritik ist zugespitzt, manchmal auch bewußt polemitsch. Sie stellt aber Fragen, die man stellen sollte:

    Nehmen wir mal das Beispiel mit dem Arbeitsmarktöknomen als angeblichen Experten für Finanzmärkte. Würde man einen Zivilrechtsjuristen zu einer verfassungsrechtlichen Frage interviewen – ich glaube: besser nicht. Die Inszenierung von Experten im Fernsehen bedarf einer Debatte.

    Nehmen wir das Beispiel Profiteure der Finanzkrise: Schon mal auf die Idee gekommen, Martin Winterkorn als Profiteur zu sehen?

    Ähnlich wie bei der Kritik von Wolfgang Storz und Hans-Jürgen Arlt kommen hier ökonomisch-weltanschauliche und eine jourmalismuskritische Perspektiven zusammen – das ist nicht immer leicht zu entwirren: Was wird hier eigentlich kritisiert, die Modelle oder ihre Vermittlung?

    Mir ist nun noch einmal klargeworden: Eigentlich muss man das sauberer trennen. Doch das hat leider auch Wolfgang Storz nicht geschafft. Am 20. April gibt es hier in Berlin eine Debatte zum Wirtschaftsjournalismus. Ich denke, auch der Rutter-Text leistet hierzu einen wichtigen Beitrag.

    Es gibt eine riesige Verwirrung über ökonomische Zusammenhänge – und oberflächlicher, schnellschießender Journalismus verschlimmert die Sache nun augenscheinlich noch.

  13. Orry |  01.04.2010 | 12:12 | permalink  

    Zitat Thomas Maier:

    >und zum anderen es Fakt ist, dass der Neoliberalismus (also der wirtschaftliche Gegenstand der FDP) an dieser Krise die Schuld trägt.

    Vollste Zustimmung. Wenn der Herr der Meinung, man hätte seine Partei ungerecht dargestellt, warum bedient er sich dann der gleichen Methoden, die er kritisiert? Ein weniger aufgeregter Artikel hätte da etwas mehr Glaubwürdigkeit gebracht. Hätte zwar auch nicht viel genutzt, aber so springt einem die Diskrepanz zwischen Realität und Behauptungen des Herrn so richtig ins Gesicht.

  14. Sebastian |  01.04.2010 | 12:17 | permalink  

    Ich könnte mich irren aber selbst ein Zahnarzt hat ein Medizinstudium hinter sich…

    Es ist wunderbar zu sehen, dass hier ein Bericht der Redaktion “Monitor” einzig und allein an der Methodik kritisiert wird, jedoch nicht am Inhalt.

    Wenn ich nach Ihrer Logik ginge dürfte niemand, der nicht Wirtschaft studiert hat, etwas über Wirtschaft im Fernsehen aussagen. Der gute Mann ist ja nur Professor für Arbeitsmarktpolitik und wie wir wissen hat Arbeit ja absolut nichts mit Geld zu tun geschweige denn mit Wirtschaft.

    Es wäre ja auch zu einfach, sich an dem, was er gesagt hat, abzuarbeiten.

    Oder anders ausgedrückt: haben Sie eigentlich Journalismus studiert, Herr Rutter? Ihrer Logik nach dürften Sie nur in diesem Fall die Redaktion Monitor kritisieren. Sie wissen schon. Journalisten.

    Mir kommt es allerdings eher vor als wären Sie Kindergärtner, da Sie sich ja so gut mit Märchen auskennen…

  15. Chat Atkins |  01.04.2010 | 12:25 | permalink  

    @ Robin Meyer-Lucht: Würde jemand überhaupt Präsident des angesehensten Weltwirtschaftsinstitutes Deutschlands werden, wenn er tatsächlich nur von ‘Arbeitsökonomik’ Ahnung hätte? — Na, also! Schau doch einfach mal hier …

    Zum Vergleich: Chef des Entwicklungshilfeministeriums, ohne Ahnung von Entwicklungshilfe zu haben, kann man nur dann werden, wenn man in der FDP ist. Außenminister, ohne Ahnung von Außenpolitik zu haben … ich schenke mir mal den Rest.

  16. Thomas Maier |  01.04.2010 | 13:11 | permalink  

    “Wer sind denn nun “diese Leute”?”

    Extremisten.

    Ich erwarte nicht, dass CARTA “der Freitag” ist. Gern kann CARTA auch mal die CDU sein (hab gerade überlegt, ob es ein ernstzunehmendes konservatives Blatt gibt, mir fällt aber nur die elende Springerpresse ein). Wenn es um ein paar Einzelpersonen innerhalb der FDP geht – auch. Mann kann immer über Wirtschaftsjournalismus diskutieren. Aber bitte nicht mit einem FDP Loyalisten der investigativen Journalismus denunziert (ich erinnere dabei auch an den Zensursula-Beitrag damals).

    “Es gibt eine riesige Verwirrung über ökonomische Zusammenhänge – und oberflächlicher, schnellschießender Journalismus verschlimmert die Sache nun augenscheinlich noch.”

    Das stimmt, aber um auf “diese Leute” zurückzukommen: Destruktiver, als den Journalismus zu verunglimpfen (gerade bei “monitor”) geht es kaum. Aber das macht die FDP gerne und hat das auch immer gerne gemacht. Unrühmliche Beispiele dafür sind zum Beispiel der Homophobie-Vorwurf, wenn man Kritik an Westerwelle übt (das ist nicht mehr nur Kritikunfähigkeit, das ist faschistoid) oder auch, die Hotel-Spende sei keine Hotel-Spende gewesen. Right. Fakten verdrehen, von der Kerndiskussion ablenken, menschenverachtende Äußerungen von sich geben. Das ist die FDP
    Das alles soll davon ablenken, dass es Manager waren, die die Sache in den Graben gefahren haben. Ob aus Macht- oder Geldgeilheit, Dummheit, Naivität oder dem (oftmals unterschätzten) Kontrollverlust über die Lage. Der Sozialismus hat zu viel reguliert, der Kapitalismus zu wenig. Hier muss angesetzt werden. Die FDP macht weiter wie bisher. Nein. Diese radikalpolitische Partei macht alles noch viel schlimmer. Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass Journalisten Zusammenhänge darlegen können, die bis zum Platzen der Immobilienblase nicht einmal der beste Finanzexperte der Welt vorhergesehen hat (danach aber so tat als ob).

  17. Gk |  01.04.2010 | 13:46 | permalink  

    Zunächst bitte ich höflich darum, das Wort „Schwachmaten“ in meinem Beitrag vom 01.04.2010 um 10:54 Uhr zu streichen oder unkenntlich zu machen.

    Jetzt habe ich mir den Monitor-Beitrag angeschaut. Beim Überfliegen des Postings wäre ich nicht auf die Idee gekommen, dass es um diesen hervorragenden Sendebeitrag geht, den ich am 25.02.2010 bereits gesehen habe.

    Sehr geehrter Herr Rutter,

    (1) definieren Sie bitte den Begriff „systemrelevant“.

    (2) Dann erklären Sie bitte, warum die HRE systemrelevant sein soll, wenn Pfandbriefe doch insolvenzfest sind. Dazu gab es immerhin eine kleine Anfrage im Deutschen Bundestag – nach den Milliardenhilfen.

    (3) Die schriftlichen Stellungnahmen der FDP zu der Gläubigerbeteiligung können Sie hier freundlicherweise einstellen, damit vertiefend diskutiert werden kann.

    So kommen alle Beteiligten von der Polemik vielleicht etwas weg. Wir wollen doch schließlich eine Qualitätsdebatte führen und uns nicht mit virtuellen, faulen Eiern bewerfen. ;)

  18. Richard |  01.04.2010 | 14:11 | permalink  

    Liebe FDP, lieber Herr Rutter

    ich verstehe nicht auf was Sie hinaus wollen. Sie werfen Monitor vor einen fachfremden Experten zu diesen Komplexen Thema zu interviewen. Sie selbst bzw. die FDP nimmt für Ihr neoliberales Anliegen doch gerne den Prof. Sinn aus München, der ja nun mehr als Arbeitgebernah ist und offen zum Neoliberalismus steht. Sie, die FDP, hat immer noch nix aus der Bankenkrise gelernt. Sie haben die Täter zu Opfern gemacht. Sie haben keine Glaubwürdigkeit, und Sie haben erst Recht keine Wirtschaftskompetenz wie Sie gerne behaupten. Ihre Antworten zur Wirtschaftskrise sind mehr als 100 Jahre alt und wurden nun schon mehrmals ad Absurdum geführt.

    Punkt 1 den Sie anführen, ist an sich lächerlich. Ich denke das wissen Sie selbst

    Punkt 2 den Sie anführen, warum veröffentlichen Sie nicht das Sie Monitor geantwortet haben? Das wäre doch relativ einfach. So glaub ich Ihnen das einfach nicht

    Punkt 3 den Sie anführen, natürlich kann man darüber streiten ob man eine Bank mit einen kleinen Betrieb vergleicht ABER es ist durchaus legitim. Sie, die FDP, sind die ersten die alles AUCH das Sozialwesen privatisieren wollen, alles auf zügellose Marktwirtschaft ohne Aufsicht ausrichten wollen ABER für Banken und Versicherungen sollen dann andere Regeln gelten??? Wo sind wir denn? Banken und Versicherungen stehen also auserhalb der Wirtschaft und dürfen die Wirtschaft & Politik Ihr Diktat aufzwingen??? Ach ja ich vergass, man hat das hübsche Wort Systemrelevant erfunden :D

    Zu Punkt 4 hab ich schon geschrieben. Ein Herr Prof. Sinn zitieren Sie gerne. Aber auch er hat die Finanz-&Wirtschaftskrise erst nach der Krise gesehen ;-)

    Zu Punkt 5 fällt mir nix ein. Es wurde kein Sterotyp bedient. Die FDP hat ein Programm erarbeitet und daran muss Sie sich messen lassen.

    Zum Schluß sorgen Sie mit Ihren Beitrag dazu, dass die FDP wirklich nur als Klientelpartei gesehen wird.
    Gott sei Dank. Denn es ist schon schlimm & traurig genung das in der Weltwirtschaftskrise, die der Neoliberalismus ausgelöst hat, die FDP zu Rekordwerten kommt.

    Ohne Hochachtung

  19. Gk |  01.04.2010 | 18:10 | permalink  

    Ergänzung:
    „Im Verlauf der Finanzkrise, insbesondere im Zusammenhang mit den Problemen der Hypo Real Estate Gruppe, ist öfter die Frage nach der Sicherheit des Pfandbriefes aufgeworfen worden. Dabei ist in der Öffentlichkeit mehrfach die Behauptung aufgestellt worden, die Insolvenz einer Pfandbriefbank berge Risiken für die Inhaber von Pfandbriefen. Obwohl bislang jeder Pfandbrief eingelöst worden ist, wird mitunter die Sicherheit von Pfandbriefen angezweifelt. Vor allem Ratingagenturen stellen in letzter Zeit vertieft Fragen zu dieser Thematik und verunsichern damit den Markt.“

    Quelle: Deutscher Bundestag, Drucksache 16/13823 vom 21.07.2009:
    http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/138/1613823.pdf
    Das ergibt sich bereits aus dem Gesetz.

  20. Tarantoga |  01.04.2010 | 19:51 | permalink  

    @Robin Meyer-Lucht: Bei den Ökonomen hat man aber das schwere Problem, dass die ausgewiesenen Experten für Finanzmarktfragen ziemlich ausnahmslos eine Linie vertreten, die uns die Katastrophe des letzten Jahres erst eingebracht hat. Ob das an fachlicher Unfähigkeit oder an der Käuflichkeit nahe stehenden Strukturen liegt, vermag ich nicht abschließend zu beurteilen. Jedenfalls kann man meiner Meinung nach gerade bei Ökonomen quasi nichts mehr auf das sogenannte Expertentum geben, sondern muss sich unbedingt mit der konkreten Aussage beschäftigen.

    Der Artikel liefert kein einziges sachliches Argument gegen die Aussagen des Beitrags. Auf dem Niveau von “Du siehst sch…. aus” zu argumentieren ist sicherlich keine Qualität.

  21. Gk |  01.04.2010 | 20:30 | permalink  

    @Robin Meyer-Lucht, @Tarantoga hat geschrieben: „Der Artikel liefert kein einziges sachliches Argument gegen die Aussagen des Beitrags.“ Richtig.

    Zunächst bin ich verwundert, dass der Posting-Verfasser sich nicht an der regen Diskussion fundiert beteiligt. Hat die Art und Weise des Herrn Dr. Westerwelle nun durchschlagende Wirkung auf den Schreib- und Argumentationsstil des obigen Verfassers? Das Posting ist – höflich formuliert – eine riesige Frechheit.

    Dass eher angelesenes Halbwissen vorliegen mag, konnte bereits diesem Posting entnommen werden:
    http://carta.info/24053/finanzkrise-griechenland-wie-die-europaeischen-chefaerzte-sarkozy-und-merkel-systematisch-behandlungsfehler-vertuschen/

  22. Mark Krämer |  02.04.2010 | 01:14 | permalink  

    Leute, die “GEZ-Gebühren” schreiben, nehme ich, wenn es um Kritik am öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht, schon lange nicht mehr ernst.

  23. Thomas Maier |  02.04.2010 | 12:53 | permalink  

    @Mark Krämer: Wieso nicht? Es sit doch umgekehrt?

  24. Redaktion Carta |  02.04.2010 | 13:21 | permalink  

    @Gk @Richard
    Herr Rutter ist leider erst Dienstag wieder erreichbar.

  25. OH |  02.04.2010 | 13:23 | permalink  

    @ Robin Meyer-Lucht

    “Es gibt eine riesige Verwirrung über ökonomische Zusammenhänge”

    Richtig – aber offensichtlich gibt es die auch unter Ökonomen. So sehr, dass z.B. im “Skeptiker” der GWUP schon diskutiert wurde, ob die Wirtschaftswissenschaften nicht zu den Pseudowissenschaften zu zählen sei. Eine Wissenschaft, deren “Belege” im wesentlichen daraus bestehen, die Statistik selektiv so mit Daten zu füttern, dass Ergebnisse im Sinne der eigenen Dogmatik herauskommen, wird dann eben auch von den Tatsachen überrollt.

    Wenn Herr Rutter hier behauptet, es würden falsche Experten verkauft ist das nicht mehr als ein umgekehrtes Argumentum ad verecundiam: Der Professor sei keine Autorität, also könne das Gesagte auch nicht stimmen. Das ist die Art von argumentativer Bankrotterklärung, die wir mittlerweile von seiner Partei gewohnt sind: Alle, die anderer Meinung sind, sind ahnunglos, und nur die FDP weiss, wie Wirtschaft geht. Deswegen muss man sich auch nicht die Mühe machen, die Argumente anderer Leute zu widerlegen. Mit Ahnungslosen muss man sich nicht abgeben…

    Entweder Herr Rutter hat Argumente. Dann soll er sie bitteschön bringen. Oder aber er lässt es – und zwar ganz. Der Beitrag hier ist kein Beitrag zu einer Diskussion, er ist schlicht eine Beleidigung der Leser als so inkompetent und begriffsstutzig, dass man ihnen keine Argumente liefern muss sondern es bei ex-cathedra-Deklamationen belassen kann.

  26. Android |  02.04.2010 | 14:03 | permalink  

    An OH : Uns,Roboter, fällt da nur eine Vokable ein : WOW!

    [Disclaimer:Roboter sind lernfähig]

    MfG

    Diese Mitteilung wurde NICHT maschinell erstellt!

  27. jobe |  02.04.2010 | 16:25 | permalink  

    http://carta.info/autor/steffen_rutter/

    “Profil: Steffen Rutter ist Referent für Finanzmärkte in der FDP-Bundestagsfraktion. Auf Carta vertritt er seine Überzeugung und argumentiert parteiunabhängig.”

    Parteiunabhängig. Soso.

  28. Chat Atkins |  03.04.2010 | 00:09 | permalink  

    Solch einen Text verfassen, und sich dann verpissen – das haben wir ja gern!

  29. Groo |  03.04.2010 | 22:31 | permalink  

    Dass sich ein Vertreter DER Steuersenkungspartei zu Wort meldet:

    Und dann noch über wirtschaftliche Vernunft schwadroniert: Alle Achtung!


    Für die Redakteure sind die Profiteure auch nicht die fürstlich entlohnten Staatsangestellter des Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin), nicht die staatliche Deutsche Bundesbank mit ihren Milliarden-Finanzkrisen-Erträgen, und nicht die Bürgermeister in den Kommunen, die ihre Wahlversprechen dank der Konjunkturmittel erfüllen können.

    (über Schreibfehler gehe ich mal grosszügig weg, weil ….)

    Das scheint Ihnen nicht des Aufwands wert zu sein.

    Ansonsten verwechseln Sie Späne mit Balken.

    Ackermann versus dem maximal entlohnten SoFFIN-Angestellten.
    Wie ist denn die Relation?

    Dass die Kommunen zunehmend feststellen, dass kommunale Dienstleistungen besser und kostengünstiger in kommunaler Hand erledigt werden können, scheint Ihnen entgangen zu serin.

    Der GROSSE Skandal ist da: Im Fall Bayern-LB, den ich seit 1 1/2 Jahren verfolge:
    Der Bürger, der die Zeche bezahlt, darf wegen vereinv´barter ‘Vertraulichkeit’ nicht erfahren, WER eigentlich die Geschäfte abgewickelt hat!

    VERSTEHEN SIE DAS?

    Offenbar nicht!
    Das ist FDP-gemässe ‘Vertragsfreiheit’.

    Die Hintergründe pfeifen die Spatzen vom Dach:
    Die DB hat rechtzeitig die schlechten Risiken an die Landesbanken verschoben.
    Was nicht publik werden wird, weil das vom ‘Leutheusserschen’ Verständnis von ‘Vertraulichkeit’
    abgedeckt wird.

    Ein Schelm, der dabei Böses denkt.

    Einbindung der letzten ‘Altliberalen’ L.S. ins Schweigekartell a’la ‘moderner’ FDP des Typus Westerwelle.

    Wenn Sie mal rigoros für ‘brutalstmögliche’ Offenlegung aller PPP-Verträge eintreten würden,
    hätte ich einen Hauch von Glauben an Ihre hehren Vorhaben, einen ‘freien Markt’ zu verwirklichen !

  30. the mod |  04.04.2010 | 00:51 | permalink  

    Zu allererst, ich gehöre keiner Partei an, ich habe kein abgeschlossenes Studium, bin aber schon immer politikinteressiert gewesen.

    Ich schaue Monitor, Kontraste, Fakt! und ähnliche Formate schon seit meiner Sturm und Drang-Zeit. Ich schätze besonders Monitor, jedoch muss ich bei aller, mir inneliegenden, FDP-Feindlichkeit bemerken, dass deren beiträge tatsächlich stark durch die subjektiven Eindrücke der Redakteure geprägt sind.
    In diesem Falle sind diese aber, wie schon mehrfach ausgeführt wurde, gut begründet und nachvollziehbar.
    Die FDP ist eine Klientelpartei, im Grunde sind das aber alle Partein. Das ist auch nicht weiter schlimm. Das Besondere der “Liberalen” ist aber das sie mit Abstand die kleinste Klientel vertreten (ich zähle jetzt nur die verfassungskonformen Partein).
    Da Sie alle gebildet und belesen sind, brauch ich hierzu keine Aufzählung erstellen.
    Jedoch schafft die FDP etwas bemerkenswertes, sie macht einem Teil der Bevölkerung weiß, das sie diese “auch” vertritt, obwohl die FDP nur an Geld und Macht nicht aber an Menschen interessiert ist.
    Und genau hier unterschätzen sie alle die Gefährlichkeit der FDP!
    Natürlich könnten sie (die fleißigen Leser dieses Beitrags) die meisten der Parteiangehörigen auf sachlicher Ebene in Grund und Boden stampfen, bzw. deren Unfähigkeit aufzeigen.
    Aber sie vergessen dabei, dass ein Gro der Bevölkerung nicht halb so gebildet ist, wie sie es sind.
    Den meisten Menschen den ich so täglich begegne ist Politik egal, manche halten die FDP für sozial und die Linken für rechtsradikal.
    Verstehen sie worauf ich hinaus will. Diese Kapitalisten haben eine Sache durchaus erkannt, dass man die Stimmen der breiten Masse am besten mit Lügen und einfachen Aussagen erhascht.
    “Arbeit soll sich wieder lohnen!”
    An diesem Satz kann man erstmal nichts aussetzen, außer man beleuchtet was damit eigentlich gemeint ist. Auf den großen Plakaten waren aber keine Manager, sondern Arbeiten, Angestellte usw. abgebildet. Ein einfacher Bürger zieht daraus zwangsläufig die falschen schlüsse.
    Zudem dürfen Politker offiziell nicht wegen ihrer Lügen bestraft werden, deswegen kann ein Hr. Westerwelle Lügen und Posaunen was das Zeug hält.
    Selbst wenn es, wie im Monitorbeitrag filmisches Material gibt, das unwiderlegbar beweißt, dass er Wahlbetrug begeht/begangen hat, niemand kann ihn dafür anzeigen oder zur Verantwortung ziehen!

    DAS ist das abscheuliche, aber auch irgendwie bewundernswerte an der FDP, ein Leben ohne Gewissen und ohne Moral.

    Ich bitte darum, Rechtschreib- und Formulierungsfehler zu ignorieren und der Aussage eine Chance zu geben!

  31. Richard |  04.04.2010 | 08:55 | permalink  

    @ The Mod, du hast es auf dem Punkt gebracht. Die FDP hat weder ein Gewissen, noch Moral. Das hat Sie schon bei Hotelspende bewiessen. Man konnte von JEDEN FDP Mitglied hören, das ist doch legal weil der Gesetzgeber nun mal Spenden erlaubt..

  32. Chat Atkins |  04.04.2010 | 09:24 | permalink  

    Leute, muss man hier wirklich noch Binsenweisheiten predigen: Die ‘Moral einer Gesellschaft’ ist immer die der in ihr Herrschenden. Da könnt ihr Kommunismus nehmen, Kapitalismus, Feudalismus oder auch eine religiöse Diktatur. Und manchmal heißt dann eben Steuerflucht ‘Kavaliersdelikt’ und die Ausplünderung des gemeinen Pöbels ‘Systemrelevanz’ …

  33. Groo |  04.04.2010 | 10:06 | permalink  

    @ mod,

    recht gesprochen!

    ABER: Abscheulich bleibt Abscheulich!
    Ich lasse mir doch von Narren nicht meine Kategorien verbiegen!

    Nebenbei: Machiavell war ein Aufklärer und kein Schleimer.

    Unsere Management-Elite -und offenbar ein Grossteil der politischen auch- legt sich den ‘Prinz’ und Sun Tzu noch obendrauf unters Kopfkissen, auf dass sie ihre Sandkastenkriege besser führen können.

    @ Chat,
    klar doch.
    Aber Du kämpfst doch ebenso leidenschaftlich gegen Windmühlen wie ich, (und etliche andere auch).

  34. Groo |  04.04.2010 | 10:22 | permalink  

    weil’s so schön ist:


    As a political scientist, Machiavelli emphasises necessary, methodical exercise of brute force punishment-and-reward (patronage, CLIENTELISM, et cetera) TO PRESERVE THE STATUS QUO.

    (Gross-Schreibung: Meine)
    ref http://en.wikipedia.org/wiki/Niccolo_Machiavelli

    Wieso die Kirche den ‘Prinzen’ auf den Index gesetzt hat, kann man sich leicht zusammenreimen. Es sind schliesslich ja auch ihre Methoden.

  35. recipient |  05.04.2010 | 17:15 | permalink  

    Sorry, aber das ist weder inhaltlich noch stilistisch ein auch nur ansatzweise ernstzunehmender „Beitrag zur Qualitätsdebatte im Wirtschaftsjournalismus.“ Für mich ist das die Polemik eines ehrgeizigen Berufspolitikers, der sich über kritische Berichterstattung echauffiert. Derartige Statements mögen grundsätzlich legitim sein, gehören aber nicht in eine Publikation, die sich „seriösen, unabhängigen und relevanten Journalismus“ auf die Fahnen geschrieben hat.

    Wenn ich Parteipropaganda hören oder lesen will, was gelegentlich vorkommt, dann besuche ich Wahlkampfveranstaltungen oder einschlägige Websites.

  36. André Edelhoff |  05.04.2010 | 17:37 | permalink  

    Ich bitte die carta-Redaktion um Änderung der Profilbeschreibung von Steffen Rutter. Wie kann denn bitte jemand der in einer Bundestagsfraktion arbeitet und auch noch dort Referent für Finanzmärkte ist, darüber einen parteiunabhängigen Artikel schreiben?

    Profil: Steffen Rutter ist Referent für Finanzmärkte in der FDP-Bundestagsfraktion. Auf Carta vertritt er seine Überzeugung und argumentiert parteiunabhängig.

  37. Leser X |  09.04.2010 | 13:02 | permalink  

    Monitor ist bekanntlich linksextremer Rotfunk. Ähnlich ist Panorama.

  38. Gk |  09.04.2010 | 21:10 | permalink  

    Gibt’s noch ein Posting-Update vom Verfasser? Ich bin neugierig auf Qualität.

  39. Steffen Rutter |  13.04.2010 | 17:07 | permalink  

    Gemäß Geschäftsordnung des Deutschen Bundestages wirken die Fraktionen an den Entscheidungsprozessen des Parlaments mit. Die sozialversicherungspflichtig beschäftigten Mitarbeiter – oftmals Beamte – sollen verfahrensfeste Beratungsleistungen für die Parlamentarier erbringen. Beschäftigte von Fraktionen dürfen daher regelmäßig keine Aufgaben für Parteien erledigen (unerlaubte Parteienfinanzierung). In der Regel übernehmen einschlägige Mitarbeiter auch privat keine Aufgaben für Parteien, da sich hieraus Interessenskollisionen mit Abgeordneten ergeben können.

    a. Der von monitor erwähnte Entwurf einer Position geht auf Frank Schäffler MdB zurück, wonach eine Finanzmarktversicherungslösung vorgeschlagen wird. Hiernach sollen für alle Unternehmen, die dem Gesetz über das Kreditwesen unterliegen, eine Versicherungspflicht auf alle Arten von Schulden verbindlich eingeführt werden. Die Fraktion der FDP hat diesen Vorschlag nicht angenommen.

    b. Mit dem carta-Beitrag sollte auf die methodischen Defizite des besagten monitor-Berichts hingewiesen werden. Es war nicht das Ziel, die inhaltlich vertretene Position der Redaktion zu kritisieren.

    c. Aufgrund einiger konkreter Nachfragen zur inhaltlichen Kritik, anbei ein kurzer – nicht abschließender – Nachtrag: ein gesetzlich verpflichtender debt-to-equity Tausch kann zu Konflikten mit dem Wettbewerbsrecht führen, wenn durch den damit einhergehenden Eigentümerwechsel ein Verstoß der Fusionskontrollvorschriften eintritt (Schutz vor Kartellen / Monopolen); zudem kann eine Umwandlung bankenaufsichtsrechtlich zu einer höheren Eigenkapitalunterlegung beim Gläubigerinstitut führen, wodurch eine aufsichtsrechtliche Unterkapitalisierung eintreten kann (Domino-Effekt); wie im Beitrag bereits angedeutet, sind auch Einlagen Gläubigerpositionen – hieraus ergibt sich, dass Sparer zu Eigentümer werden (Anreiz zu einem Bank-run).

    Abschließend bitte ich zu entschuldigen, dass ich auf die zahlreichen Vorwürfe und Assoziationen gegenüber der FDP und/oder einzelnen Regierungsentscheidungen an dieser Stelle nicht eingehe. Mir war es leider nicht möglich, mich hierfür zuständig zu sehen.

  40. Gk |  13.04.2010 | 17:38 | permalink  

    „b. Mit dem carta-Beitrag sollte auf die methodischen Defizite des besagten monitor-Berichts hingewiesen werden. Es war nicht das Ziel, die inhaltlich vertretene Position der Redaktion zu kritisieren.“

    Sie bringen lediglich Überschriften, die den von Ihnen nun genannten Punkt b. nicht qualifiziert untermauern:
    monitor-Regel 1: Phrasen dreschen
    monitor-Regel 2: Die Unwahrheit verbreiten
    monitor-Regel 3: Äpfel mit Birnen vergleichen
    monitor-Regel 4: Experten, die keine sind
    monitor-Regel 5: Stereotypen bedienen.

    Zu den behaupteten methodischen Defiziten wird eben nicht nachvollziehbar ausgeführt. Warum schreiben Sie: „Intuitiv würde man beispielsweise an den Vorstandsvorsitzenden der Volkswagen AG (VW) (…) denken.“? Was sollen hier Intuitionen? Und in diesem Stil geht es weiter. Es fehlt gänzlich an Substanz.

    Ein Sendebeitrag wie der obige war dringend fällig. Und eine inhaltliche Diskussion darüber wäre ebenso wünschenswert, welche offenbar nicht Gegenstand des Postings sein soll, obwohl es im Posting heißt: „Schließlich sollte das Wort systemrelevant gerade für Wirtschaftsjournalisten kein Fremdwort mehr sein.“ Ja, bitte, erklären Sie das Wort freundlicherweise und auch, warum es bei der HRE passen soll?

  41. OH |  19.04.2010 | 01:05 | permalink  

    @Steffen Rutter

    “Mit dem carta-Beitrag sollte auf die methodischen Defizite des besagten monitor-Berichts hingewiesen werden. Es war nicht das Ziel, die inhaltlich vertretene Position der Redaktion zu kritisieren.”

    Sie sollten sich mehr über die eigenen methodischen Defizite Gedanken machen, denn bei der Absicht, auf irgendetwas hinzuweisen ist es wohl geblieben. Getan wurde nichts dergleichen.

    Vielleicht wäre es mal die Überlegung Wert dass wenn jemand zu einem anderen Schluss kommt die methodischen Defizite auch auf Ihrer Seite liegen könnten?

  42. Bemerkenswerte Links im April 2010 « Johnny's Blog |  30.04.2010 | 22:11 | permalink  

    [...] “monitor”-Beitrag: Zwischen Märchenstunde und Motzki-Pöbelei Monitor ist eine Sendung, die ich während Jahren regelmässig angeschaut habe. In den letzten Monaten fehlte mir dazu allerdings die Zeit. Nach dem was Steffen Rutter zusammen getragen hat, habe ich nichts verpasst. Wie dieses Beispiel zeigt, sind die Öffentlich-Rechtlichen auch nicht besser als die “Privaten”. So bleibt wohl nur die Feststellung, dass man überall und immer alles hinterfragen muss… [...]

  43. Aerar » Re critique |  11.05.2010 | 19:12 | permalink  

    [...] if the party’s name is mentioned and of course should not believe in everything shown on TV. So I relate to a guest post the employee of the FDP faction in the German Bundestag Steffen Rutter h… No matter how much the Carta editors welcome this essay, I by the same degree disagree with it and [...]

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