Christoph Kappes

Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine

Christoph Kappes | 117 Kommentar(e)

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Google gilt vielen derzeit als Inbegriff des Bedrohlichen. Angebracht wäre es dagegen, Google als rational handelndes Wirtschaftsunternehmen zu begreifen. Erst dann ließen sich unbegründete Ängste von tatsächlichen Gefahren unterscheiden.

20.01.2010 | 

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Inhalt:
→ Intro

→ Was ist und was macht Google eigentlich?

→ Warum handelt Google so?

→ Fünf Ebenen der “Googlenomics”
→ Produktfelder im Detail

→ Politische Bewertung der Aktivitäten Googles

→ Gängige Kritikpunkte
→ Gefahrenfelder

→ Conclusio

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Intro

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Google kommt aus den Schlagzeilen nicht heraus. Eine unvollständige Auswahl der letzten Wochen:

Verlage zeigen dem Bundeskartellamt Indizien an, nach denen Google seine Marktmacht mißbrauche – Google „will die Weltherrschaft“ (Spiegel Online) – es erwächst ein „quasistaatliches Gebilde“ (Zeit Online), das China „offenbar ähnlicher ist, als der unbedarfte Beobachter annehmen könnte“ (FTD) – Google bietet ein Handy an – Google kann 2020 Gedanken lesen (Nature) – Google wird von der Bundesjustizministerin als „Riesenmonopol“ mit „Gigantomanie“ kritisiert – in Frankreich wird die Google-Steuer gefordert.
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Die öffentliche Diskussion um Chancen und Gefahren der digitalen Netzökonomie ist mittlerweile zu einer Google-Diskussion geworden. Der Stand der Diskussion lässt sich in vier Punkten resümieren:
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(1)

Die einschlägigen Fachmedien beschreiben die Produkte nicht nur, sondern verknüpfen damit sehr unterschiedliche Erfolgschancen und Bewertungen. In vielen Statements von Kollegen, von Online-Meinungsmachern und auch von etablierten Meinungsbildnern überwiegen die Kritikpunkte, ob es nun Datenschutz, die beherrschende Marktstellung der Suchmaschine, den Umgang mit Urheberrechten oder das Vorgehen in China betrifft. Zu jedem Einzelthema ist – trotz insgesamt eher durchwachsener Qualität – viel Fundiertes gesagt und geschrieben worden, aber keine der Diskussionen scheint mir soweit abgeschlossen, dass ich sagen könnte: die Argumente sind ausgetauscht.

(2)

Die öffentliche Diskussion hat auch eine marktpolitische, interpretierende Ebene. Welcher Player kämpft gegen wen, auf welchem Feld, mit welchen Mitteln und warum? Wo ist harter Wettbewerb, wer schmiedet Allianzen, wer ändert wo seine Taktik? Es ist eine Gemengelage entstanden, die niemand mehr in allen Punkten durchschaut, auch ich natürlich nicht.

(3)

Auf der politischen Diskussionsebene hat sich eine Lagerbildung unter den Diskutanten etabliert: hier die Fanboys, unkritisch und immer nach vorne gerichtet, dort die rückwärtsgewandten Kulturpessimisten, die weder die Technik verstehen noch Disruption erkennen. Ein sachlicher Diskurs ist aber schwer möglich, wenn die Motivation und Kompetenz der jeweiligen Gegenseite angegriffen wird. Die Spitzenvertreter beider Lager, die gerade sich selbst für besonders gute Kommunikationsprofis halten, sollten einmal darüber nachdenken, wohin das eigentlich führen soll.

Ursache dieses Klimas sind geradezu komplementäre Kompetenzen beider Lager: während es den einen neben sprachlicher Gewandtheit im Diskurs an medientheoretischer, marktpolitischer und rechtlicher Kompetenz mangelt, fehlen den anderen mitunter Kenntnisse über Chancen und Grenzen von Techniken und Geschäftsmodellen – und schlicht auch die Praxis.

(4)

Auch nach persönlichen Gesprächen mit Internet-Kollegen, Wirtschaftsvertretern und politischen Entscheidern bleibt mein Eindruck: die Diskussion ist konfus. Und hinter vorgehaltener Hand heißt es auch: so ganz blicken wir nicht durch. Auch ich im übrigen nicht.

Folgende Fragen sind zu beantworten: Was ist und was macht Google? Warum handelt Google so und nicht anders? Wie ist das alles zu bewerten? Alle Ausführungen hier sind als erste Annäherungen zu verstehen: mit Verkürzungen, Spekulationen und auch einem Schuss Meinung.
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Was ist und was macht Google eigentlich?

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(1)

Heute noch bei Laien anzutreffen ist die Meinung, Google sei nichts weiter als eine Suchmaschine. Betrachtet man das Geschäftsmodell, wird jedoch deutlich, dass Google 99% des jährlichen Umsatzes (rund 26 Milliarden Dollar) mit Textanzeigen erwirtschaftet, also in erster Linie ein Werbeplayer ist, dessen Kunden Werbetreibende sind – deren Werbung wiederum zu zwei Dritteln auf eigenen Produkten und zu einem Drittel auf Fremdprodukten geschaltet wird.

(2)

Google ist auch ein Anbieter von Softwareprodukten. Diese werden zwar sehr unterschiedlich vom Markt angenommen, manche Produkte sind aber so erfolgreich, dass sie Wettbewerber sichtbar verdrängen (z.B. Analytics, GMail, Navigationssysteme) oder das Potential dazu haben wie das Office-Produkt Docs und der Browser Chrome, der nach anfänglichen Schwierigkeiten wächst.

Google als Softwarehersteller tritt in Wettbewerb gegen viele Unternehmen in vielen Segmenten an, ganz oder in Teilen, gegen Platzhirsche wie Microsoft, aber auch gegen Startups wie DropBox und Zoho und etablierte Player wie web.de und Kerio – auch gegen etablierte OpenSource-Projekte wie Mozillas Firefox und OpenOffice.

(3)

Seit der Vorstellung des Nexus One ist zudem klar: Google ist auch ein Handyhersteller. HTC ist der Erstausrüster (OEM), Google gibt die Marke dazu und leistet Direktvertrieb, neben anderen Partner-Handelskanälen. Google ist damit Wettbewerber etwa von Nokia.

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Zwischenergebnis

Google ist nach Umsatz ganz überwiegend ein Werbeplayer (Bereithaltung und Vermittlung von Werbeplätzen), zugleich ein Softwareanbieter und auch ein Handyhersteller.
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Einige Schachzüge der letzten Monate machen die Einschätzung, was Google macht und will, nicht leichter: die Palette reicht vom Echtzeit-Kommunikationstool Wave über Prototypen im Verlagsumfeld (Living Stories, Fast Flip) und Basistechnologien wie einem Nameserver, einer Programmiersprache (Go), Onlinevideo (Übernahme von On2) bis hin zu – gerüchteweise – einem Tablet-PC. Dazu kommt noch Voice-IP, das seit Jahresmitte als Google-eigener Dienst und als Android-Applikation angeboten wird. Im Vergleich zu Google sind Unternehmen wie SAP, Oracle, Intel und Sun Nischenanbieter; einen vergleichbaren Mehrfrontenkrieg von Hardware über Infrastruktur und Softwarelayer bis hin zur Nutzungsart (Desktop, Mobile, Home) leisten sich allenfalls Microsoft und Apple.

Ist es nach alledem richtig, dass das Geschäftsmodell von Google werbefinanziert ist? Nicht immer: Firmenlösungen wie die Google Apps for Enterprise, das Hardware-/Software-Bundle Google Search Appliance und sämtliche Cloud-Services sind kostenpflichtige Business-to-Business-Dienstleistungen. Mit Nexus One tritt Google zudem als Hersteller auf, der einen Erlösstrom aus Handelsumsatz generieren wird – nicht anders als Apple mit dem iPhone. Dazu kommen Lizenzerlöse für die Bereitstellung der Suchmaschine an T-Online, AOL, Freenet und andere Anbieter.

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Warum handelt Google so?

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Betrachtet man die Umsatzstruktur, ergibt sich folgendes Bild: Google unternimmt alles, was der Kette der Werbung dient, vom Werbetreibenden bis zur Auslieferung der Anzeigen an Endkunden. Dies ist das Kerngeschäft, das über viele Jahre weiter wachsen wird, weil sich Werbebudgets von Offline nach Online verschieben. Für ein hochprofitables Unternehmen, den Platzhirschen in einem Wachstumsmarkt, gibt es wenig Grund, seine Ressourcen auf anderen Märkten einzusetzen und damit finanzielle Risiken einzugehen.

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Fünf Ebenen der “Googlenomics

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Bei einer schematische Gruppierung aller Aktivitäten Googles lassen sich, mit Bezug auf die Werbefinanzierung, fünf Ebenen unterscheiden:
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(1) Strategische Projekte mit unmittelbarem Werbebezug zur Erhöhung von Reichweite, Qualität und Performance der Werbemittel

  • Ausbau der Suchmaschine in mehreren Dimensionen
  • Personalisierte Dienste
  • Dienste zur Geschäftsabwicklung
  • Suchmaschine hinsichtlich Gegenstand (Maps, Street View, Bücher, Produkte etc.), Art (AdWords, AdSense, YouTube), Verfahren (PageRank etc.), Technologie (Rich Snippets, Square),
  • Online-Produkte, die als Werbeträger tragfähig werden oder die Performance von Werbung verbessern (insbesondere Docs, Mail, Talk)
  • Mittlerfunktion zwischen Werbetreibenden und -empfängern mit neuen Werbeformen (Goggles, Call-In-Ads etc.), Lokales Marketing (Latitude, Goggles)
  • Annexprodukte wie Google Analytics, Ad Planner und Trends zur Analyse und Abwicklung des Werbegeschäftes; Google Affiliate Network

(2) Strategische Projekte bei Umbrüchen in der Mediennutzung mit nachgewiesener Monetarisierungsmöglichkeit

  • Mobile Endgeräte: Hardware Nexus One, Betriebssystem Android
  • Tablet-PC
  • Livingstories, Fast Flip
  • Dienste für Lokales Marketing, Google WiFi for Airports

(3) Projekte bei Umbrüchen in der Mediennutzung unklarer Monetarisierung, aber schon hoher Reichweite

  • Echtzeit: Wave
  • Soziale Netzwerke (Übernahme?, YouTube)
  • Voice

(4) Technologische Projekte zur Stärkung der Online-Plattform

  • Betriebssystem ChromeOS/ChromiumOS
  • Browser Chrome/Chromium
  • Internet-Infrastruktur & Formate (Cloud-Services, DNS, Gears, natives Video ab HTML 5)

(5) Labs, interne Piloten

  • gehören in die Klassen 1 bis 4, wenn sie erfolgreich und marktreif sind

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Produktfelder im Detail

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Um Googles Unternehmensstrategie genauer in den Blick zu kommen, einige Schlaglichter auf ausgewählte Produktfelder:

Google-Suche (Strategische Projekte mit umittelbarem Werbebezug)

Google speichert Suchanfragen aller Nutzer nicht mehr nur über 18 Monate und personalisiert für eingeloggte Nutzer eines Google-Accounts, sondern ordnet diese Suchanfragen seit Dezember auch nicht-eingeloggten Usern mit Hilfe eines Cookies zu. Die Qualität der Suchergebnisse wird wichtiger: Erstens wächst das Webseitenvolumen weiter an, zweitens entsteht mit der Integration von Echtzeit-Beiträgen ein gigantisches Volumen an „Junk“, drittens arbeiten Suchmaschinenoptimierer den Relevanzzielen einer Suchmaschine entgegen. Mit verschiedenen technischen Entwicklungen bemühen sich alle (!) Suchmaschinenanbieter darum, die Spreu vom Weizen zu trennen: von Content-Filterung mit semantischen Verfahren bis zur Analyse von Strukturen sozialer Netzwerke reichen die Ideen, die meines Wissens jedoch für den massenhaften Einsatz noch nicht robust genug sind. Suchmaschinen behelfen sich daher derzeit mit der einfachsten Lösung, der Personalisierung, um die Qualität der Trefferlisten zu verbessern.

Mobile und Tablet (Strategische Projekte bei Umbrüchen)

Am Erfolg mobiler Internetnutzung möchte auch Google partizipieren, obwohl Apple hier Platzhirsch ist und über eine geschlossene Verwertungskette (iTunes-Shop, iPhoneOS und iTunes-App) die Plattform so geschlossen hat, dass sie auch Google als Werbeträger verschlossen ist. Hierzu gehört das Android-Betriebssystem und auch das eigene Android-Handy, weil die gut 20 anderen Android-Anbieter entweder zu schwach sind oder eigene Wege so stark verfolgen (z.B. Nokia in Bezug auf andere Betriebssysteme und Download-Shops), dass der Vorsprung von Apple im Mobile-Markt nicht zügig genug aufgeholt werden kann.

Tablet-PCs und diverse Endgeräte aus dem Home-Entertainment-Bereich erlauben aufgrund der Bildschirmgröße und neuer Bedienkonzepte eine neue Nutzung und neue Werbeformate, auf die Google außer Adsense bisher keine Antwort hatte. Living Stories und das kürzlich in Google News integrierte Fast-Flip-Projekt bieten für diese Nutzungsarten Oberflächen, Informationszugänge und Bedienkonzepte an. In diesem Zusammenhang wäre auch ein eigenes „Google-Tablet“ zu sehen, um den wahrscheinlich in den nächsten Jahren erfolgreichen neuen Endgeräte-Kanal nicht wieder an den Mobile-Platzhirschen Apple zu verlieren.

Echtzeitkommunikation und Communities (Strategische Projekte bei Umbrüchen)

Die Strategie bei diesen reichweitenstarken Nutzungsarten ist eine doppelte: Integration in das Kernprodukt Suche, und zwar gegen Entgelt (einem Umsatzanteil). Verkürzt gesagt also ein Kooperationsmodell mit den jeweiligen Platzhirschen Twitter und Facebook. Alternativ: Übernahmen eines oder beider Player oder jedenfalls – meine ganz persönliche Hypothese – einen Angriff auf Twitter durch Wave. Warum? Wave ist im technischen Kern ein Chatserver. In Kombination mit dem Handyclient kann dies ein noch unerkannter Wettbewerb zu Twitter sein. Für einen größeren strategischen Ansatz spricht auch, dass wir einerseits das Endprodukt bis heute nur schemenhaft erkennen können (Wave ist noch nicht einmal in der Beta-Phase) und die Nutzungsszenarien weiterhin unklar sind, obwohl Google ein ungewöhnlich massives Testfeld mit einer Million Nutzern fährt.

Google Voice (Strategische Projekte bei Umbrüchen)

Dies ist vermutlich nicht nur der Versuch, Telefoniedienste auf IP und somit Web-Technologien zu befördern, sondern auch den walled garden der Telekommunikationsanbieter aufzubrechen, bei der die komplette Wertschöpfungskette in der Hand eines Players liegt. Mit diesem Aufbrechen hatte schon Apple begonnen. Den Zugang zum Kunden wird Google über das Betriebssystem Android und Schlüsselapplikationen (Browser, Suche, Maps) bekommen, sodass die Telko-Portale auf der Mobile-Plattform weiter an Bedeutung verlieren.

Ich wage zudem die These, dass internetbasierte Echtzeitdienste die SMS langfristig ersetzen werden; sie sind womöglich weiterhin kostenlos, in andere digitale Medien integriert (Stichworte URL-Integration, Rich Media) und funktional leistungsfähiger. Der Voice-Dienst wäre also langfristig der nächste Dienst, der die Telkos auf den Netzbetrieb zu reduzieren versucht. Dass Google in Netzinfrastruktur investieren wird, ist bisher unbestätigt; es spricht einiges dafür, dass der Weihnachten gestartete Dienst „Wi-Fi for Airports“ nicht der letzte Schritt ist. Schon länger betreibt Google in Mountain View ein drahtloses Netzwerk, in der Zentrale auch eine eigene Infrastruktur für Mobiltelefonie.

Technologieprojekte zur Stärkung der Online-Plattform

Der Online-Werbemarkt wächst auch dadurch schneller, dass das Online-Medium besser wird: etwa durch einen schnellen Browser, Online-Applikationen, eine neue Programmiersprache (Go), oder bessere Skalierbarkeit. Soweit ich es nachvollziehen konnte, sind Googles Ansätze hier allesamt technisch und konzeptionell beachtliche Ansätze und Lösungen. Dass sie Wettbewerbern wie Microsoft, Apple, Adobe und sogar Amazon schaden, steht auf einem anderen Blatt.

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In Betrachtung der (unterstellten) Unternehmensstrategie ist also jeder Schritt wirtschaftlich logisch und stringent. Es braucht keinen philosophischen Unterbau, um Googles Handeln zu erklären, auch nicht in Richtung Weltherrschaft, Scientology oder ähnlichem.

Google ist

  • ein Anbieter von Informationsinfrastruktur, vom Betrieb über Netzinfrastruktur und Betriebssysteme, Sprachen und Frameworks bis hin zu Applikationen und Services
  • mit dem Ziel, Werbung zu verkaufen und zu vermitteln, die
  • auf der Suchmaschine, auf Partnerwebsites und in Applikationen (Internet und Mobile) platziert wird.

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Für die öffentliche Diskussion wäre zunächst schon viel gewonnen, wenn Google als rational handelndes Wirtschaftsunternehmen auf der Grundlage seiner Strategie verstanden würde. Viele Diskussionen würden so an Schärfe verlieren und an Prägnanz gewinnen.
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Politische Bewertung der Aktivitäten Googles

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Immer wieder werden in der Diskussion um Google eine Reihe von Einwänden geäußert, die ich – ingesamt oder in Teilen – für unberechtigt halte. Zunächst sollen hier einige der oft geäußerten, mir aber weniger problematisch erscheinenden Kritikpunkte genauer betrachtet werden. Anschließend zu möglicherweise bedeutsameren Kritikpunkten.
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Gängige Kritikpunkte

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1. Die „bedrohliche Menge“ an Aktivitäten

Was Produkte, Geschäftsfelder und Erlösströme angeht, muss man feststellen: Google ist ein Mischkonzern mit einem Kernprodukt, ein paar Nebenprodukten und einigen wichtigen Services; vergleichbar etwa einem Automobilkonzern, der PKWs, LKWs und weitere Services wie Finanzierung und Flottenmanagement anbietet. Wo dessen Thema „Mobilität“ ist, ist Googles Thema „werbefinanzierte Information“. Ein Ausreißer ist die Eigenmarke Nexus, in Bezug auf die Branche ist Google jedoch weit von einem Mischkonzern mit eigenen Handelsmarken wie z.B. OTTO entfernt, der zusätzlich Handel, Logistik und Touristik in einem Konzern vereint. Kurz gesagt: in dieser Hinsicht ist Google ein ganz normaler Konzern. Wenn man, wie hier, Google auf der Basis eines marktwirtschaftlichen Standpunktes betrachtet, sind Anzahl, Umfang und Tempo der Aktivitäten das gute Recht von Google.

Ich persönlich empfinde es sogar als Leistung, wie wenig „auffällig“ Google in den zwölf Jahren seit seiner Gründung geworden ist, verglichen mit anderen großen Unternehmen in ähnlichen Positionen. Kein Datenleck, kein Scamville-Skandal, keine nennenswerte Downtime, keine Privacy-Tricks und keine Affären, wie wir sie hierzulande inzwischen leider gewohnt sind.

2. Offensives Geschäftsgebaren

Sicher, manches würde ich mal vorsichtig mit dem Wort „offensiv“ bezeichnen – doch will man einem Marktteilnehmer ernsthaft Offensivität vorwerfen? Ich halte es da eher mit Schumpeter, demzufolge Unternehmertum darin besteht, Innovation durch „schöpferische Zerstörung“ zu schaffen, und gestehe daher Unternehmen eine gewisse Grundaggressivität zu. Google ist ein Big Schumpeter. Womit ich nicht sagen will: es ist „gut“ im ethischen Sinne. Ob man diese Messlatte ansetzen will, ist eine Frage der Wirtschaftsethik. Während es sich von einem neoklassischen Standpunkt aus eher verbietet, die Kategorie „gut“ überhaupt zu diskutieren, sehen andere es als Selbstverständlichkeit an, dass Ethik den Rahmen für wirtschaftliches Handeln setzt. Zu welchem Standpunkt man neigt, ist eine politische Frage, die diesen Artikel vollends sprengen würde.

Meine Sicht: Entweder argumentieren wir moralisch-ethisch und fragen: Ist es gut oder schlecht, was Google tut? Oder wir argumentieren wirtschaftspolitisch, dann lautet die Frage in etwa: Schädigt das Handeln den Markt oder verhindert es ihn?

3. Marktbeherrschende Stellung

Es ist unstreitig, dass Google an bestimmten Stellen eine solche Position erreicht hat. Dabei geht es nicht nur um Zugang über die Suchmaschine in Höhe von 91,7%, die andere Anbieter faktisch verdrängt hat. Es geht heute wirtschaftlich um die Dominanz im deutschen Online-Werbemarkt, an dem Google – entgegen der häufig falsch interpretierten OVK-Statistik – einen Löwenanteil von ca. zwei Dritteln hat, so dass bereits Vermarkter ihre Kräfte zu bündeln beginnen.

Man sollte jedoch vorsichtig damit sein, allein hieraus einen moralischen Vorwurf zu machen. Denn das bloße Vorliegen einer marktbeherrschenden Stellung ist in Deutschland grundsätzlich erlaubt, entscheidend ist erst der Missbrauch dieser Position (siehe § 19 des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen, GWB). Entflechtungsmöglichkeiten wie in den USA gibt es eben noch nicht. Soweit Google in dieser Rolle ist, hat das Unternehmen bestimmte Regeln aus dem GWB einzuhalten, etwa die Gleichbehandlung. Die Aufgabe der Kartellbehörden ist es, darüber zu wachen; AT&T etwa wurde in den USA bereits in Baby-Bells zerschlagen.

In Deutschland gab es zwar Berichte über eine drohende wettbewerbsrechtliche Klage der Verleger, mir ist jedoch kein Fall bekannt, in dem Google in Deutschland wegen Verletzung dieser Pflichten mit Erfolg verklagt wurde. Aus ebenjener wettbewerbspolitischen Perspektive ließe sich den „offensiven“ Aktivitäten auch Positives abgewinnen. Apples Versuch, mit Hilfe von iPhone und iTunes einen sehr erfolgreichen walled garden zu bepflanzen, wird mit Android eine offenere Plattform entgegengestellt. Als Marktwirtschaftler freue ich mich über jede Aktivität, die Wettbewerb verstärkt; umgekehrt freue ich mich selbstverständlich nicht über den Marktanteil bei der Suche und im Online-Werbemarkt. (Und das ist Schizophrenie: Der wettbewerbspolitisch denkende Teil meines Gehirns wünscht sich mindestens drei gleich starke Suchmaschinen; der informationshungrige Teil allerdings, dass ich nur eine nutzen muss, weil alle Wettbewerber gleiche Ergebnisse liefern.)

Aus einer wettbewerbspolitischen Perspektive muss man Google ebenfalls zugute halten, dass es im Vergleich zu anderen Playern offene Standards sehr weitgehend unterstützt. Ebenso, dass Google verglichen mit der Erlkönig-Mentalität anderer Branchen eine eher offene Informationspolitik pflegt.

4. Google als quasi-staatliches Gebilde

Auf der Sachebene fällt es schwer, sich zu den offensichtlich boulevardesken Übertreibungen wie „Riesenmonopol“, „Weltherrschaft“ und „quasi-staatliches Gebilde“ zu äußern. Richtig ist, dass Google international eine bedeutende Stellung als Werbeplayer und Internet-Diensteanbieter hat und im Suchmaschinenmarkt in Deutschland marktbeherrschend ist. Falsch ist, dass Google ein quasi-staatliches Gebilde ist, denn nach Robert Jacksons Begriffsprägung fehlt es sowohl an der empirisch-faktischen als auch an der juristischen Staatlichkeit. Vielleicht muss man Google als dominant und prägend im Internet ansehen, und das auch supranational.

5. Intransparente Unternehmensstrategie

Google äußert sich nicht zur eigenen Strategie und wird dafür gelegentlich kritisiert. Diese Kritik ist mir nicht nachvollziehbar. Unternehmensstrategien sind a priori nicht für die Öffentlichkeit bestimmt, weil sie dann dem Wettbewerb bekannt werden. Auch der Slogan „Don’t be evil“ wird gern in Diskussionen benutzt. Man sollte jedoch bedenken, dass dies die Essenz eines ausführlichen Code of Conduct darstellt, der sich an Mitarbeiter und das Board von Google richtet. Darin enthalten ist etwa das Teilziel, „unbiased access to information“ zu bieten, was Google trotz aller Zensurdiskussionen insgesamt gut gelingt.

Der Anspruch, den Google dort formuliert, ist hoch („Google aspires to be a different kind of company.“), und so muss sich das Unternehmen auch daran messen lassen. Als Richtschnur einer Kritik ist der Slogan jedoch ungeeignet: Wer würde einen Süßwarenhersteller ernsthaft nach dem Wahrheitsgehalt seines Slogans beurteilen?

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Gefahrenfelder

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Was bei mir bleibt, ist ein ungutes Gefühl, das sich in erster Linie auf vier Aspekte bezieht:

  1. Unsicherheit bei der Einschätzung künftiger „tektonischer“ Verschiebungen von Märkten,
  2. Unabhängigkeit der Suchmaschine im Meinungsbildungsprozesss,
  3. Unsicherheit im Umgang mit Daten und
  4. Die Meta-Ebene der Politik.

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(1) Unsicherheit bei der Einschätzung künftiger „tektonischer“ Verschiebungen von Märkten

Langfristig gesehen ist eine strategische Drehung zu neuen Wettbewerbskonstellationen möglich. Beides wäre auf Jahre hinaus unklug, solange das Kerngeschäft wachsend und hochprofitabel ist. Aber was ist, wenn es dies eines Tages nicht mehr ist? Selbstverständlich kann Google sich erstens – in welcher Organisationsform auch immer – redaktionelle Inhalte exklusiv beschaffen und damit den direkten Wettbewerb mit Verlagen antreten. Es wäre sogar eine logische, den Mechanismen des Internets innewohnende Mechanik, den Intermediär auszuschalten; nichts anderes geschieht ja durch die Partnerschaft mit der Nachrichtenagentur AP, die nur aus Verhandlungsgründen ausgesetzt ist.

Selbstverständlich kann Google Checkout in Kombination mit semantischer Produktsuche die Position von Retailern bedrohen. Selbstverständlich kann auch Google bisher kostenlose Services um kostenpflichtige Premium-Services ergänzen – das wäre im Web ein normales Vorgehen – und damit zu Softwareherstellern in Wettbewerb treten. Und im Mobile-Markt – im Falle eines großen Erfolges von Android und Chrome – könnte es eines Tages nur ein Release-Wechsel sein, um wieder ein geschlossenes Ökosystem wie bei Apple einzuführen.

Aus einer abstrakt-marktwirtschaftlichen Perspektive sollte man hier aber nicht über fiktive Handlungen in der Zukunft diskutieren, sondern die gegenwärtige Situation beobachten. Das Wesen von Ordnungsgesetzen und Verfügungen ist, dass sie als ultima ratio dann erlassen werden, wenn es Anlass zu ihnen gibt und das geltende Recht nicht reicht.

Für den Fall, dass Android die führende Mobile-Plattform wird, führt der Einfluss auf das Betriebssystem zusammen mit der Herrschaft über wesentliche Applikationen zu einer ähnlichen Stellung wie der von Microsoft im Desktop-Markt. Welche Bedeutung dieser Markt haben wird, sieht man schon aus Analysten-Einschätzungen, nach denen die Werbeumsätze in drei Jahren 24 Milliarden Dollar und Lizenzerlöse aus Anwendungen 30 Milliarden Dollar erreichen werden. Der Markt mobiler Werbung wächst allein in diesem Jahr um 45%.

Man sieht heute schon, wie die Mobile-Applikation sämtliche Google-Dienste so integriert, dass ein neuer walled garden in einem „semi-open garden“ entsteht. Dies gilt erst recht, wenn Google-Accounts stärker genutzt werden und die neue Version der „GDisk“ angenommen wird. Dies sollte jedoch den neuen EU-Wettbewerbskommissar auf den Plan rufen, flankiert von seiner Vorgängerin, die nun für die „Digitale Agenda“ designiert ist und erklärt hat, ihre bisherige Linie fortsetzen zu wollen.

(2) Unabhängigkeit der Suchmaschine im Meinungsbildungsprozesss

Google greift – aus einer Position des Gate-Keepers – unmittelbar und mit strategisch motivierter Absicht nach Mehr vom Werbemarkt. Wegen dieses fundamentalen Konfliktes mit der Medienbranche sind mittelfristig Sorgen um den Zustand der politischen Meinungsbildung in Deutschland nicht unberechtigt. Das Thema ist aber derart breit diskutiert, dass ich diesen Punkt nur der Vollständigkeit halber aufzähle.

Ich halte es für wahrscheinlich, dass das, was wir heute in Teilen der Verlagsbranche beobachten, sich im Handel eines Tages ebenso zeigen wird, wenn semantische Verfahren kommen. Die Warenpräsentation und weitere Zugangswege werden dann – wie im Verlagswesen – von Suchmaschinen bzw. Aggregatoren geleistet, Retailer werden dann online auf den Warenkorb reduziert und verlieren Einfluss auf den Kaufprozess. Die Einbeziehung lokaler Werbung des stationären Handels (Goggles & Co) wird eine weitere Verschiebung auslösen. Wir werden hier noch mehr Disruption erleben.

Die Vermehrung von Marktmacht, wenn die Suchmaschine in die dem Kaufprozess vorgelagerten Informationsprozesse eintritt, ist neu; auch weil es über mehrere Branchen hinweg (Verlage und Handel, s.o.) auftreten könnte. Wenn dieses Szenario eintritt, würde eine neuartige wettbewerbspolitische Betrachtung erforderlich.

Last, but not least: Google verfügt mit der Homepage der Suchmaschine über den besten Werbeplatz des Internets. Die Entwicklung der letzten Monate in den U.S.A. zeigt die Tendenz, diesen Werbeplatz für eigene Zwecke mehr und mehr zu nutzen. War es zunächst nur der kostenlose Browser Chrome, der auf diesem Werbeplatz beworben wurde, so ist es nun seit Kurzem das kostenpflichtige Handy Nexus. Dies geschieht auch bei Nutzung des seit Weihnachten angebotenen „Wi-Fi for Airports“ in den U.S.A. Nach deutschem Recht könnte dies wettbewerbswidrig gegenüber anderen Handyherstellern und somit ein Verstoß gegen § 19 GWB sein, was genauer zu analysieren wäre.

Welche medienpolitischen Handlungsoptionen für eine diskrimierungsfreie Plattform bieten sich hier? Google erreicht in Deutschland gut 16 Millionen Nutzer täglich (ACTA 2009). Das ist ein Vielfaches von Spiegel Online, das nur rund eine Million Nutzer erreicht. Beide Angebote sind unterschiedlich: während die Suchmaschine nur bereits erstellte Inhalte maschinell verarbeitet, werden die Inhalte vom Anbieter des Nachrichtenportals von Menschen erstellt bzw. bearbeitet. Doch stellt sich die Frage, wie die Unabhängigkeit der Suchmaschine von artfremden Interessen gesichert werden kann, denn sie ist sicher etwas anderes als ein redaktionelles Angebot, wohl aber – im Hinblick auf den Meinungsbildungsprozess – nicht minder wichtig, weil ihre Nutzung erstens häufig der Ausgangspunkt der Meinungsbildung ist und sie zweitens – wie jeder Web-Analytiker weiß – bei 30-70% des Traffics dem Besuch des redaktionellen Angebotes vorausgeht. Daher sollte schon heute politisch diskutiert werden, inwieweit eine neutrale und diskriminierungsfreie Suche nicht auch medienrechtlich verankert werden sollte.

Der Rundfunkstaatsvertrag kennt im Rahmen der “Plattformregulierung” z.B. Regeln, die einen diskriminierungsfreien Zugang zu Set-Top-Boxen und sogenannten “elektronischen Programmführern” sicherstellen sollen. In den Mediengesetzen ist auch geregelt, redaktionelle Inhalte und Werbung zu trennen und zu kennzeichnen. Ich halte es für bedenkenswert, diese Plattformregulierung für das Internet weiterzuentwickeln. Warum sollte man nicht Aggregatoren auf eine unmanipulierte Selektion verpflichten – und ihnen nur unter Auflagen erlauben, selbst im Inhalte-Geschäft tätig zu sein? Es gibt gerade im Medienbereich sehr strenge Normen und Gesetze, um Schäden zu begrenzen. Hätte man keine Mediengesetze erlassen, wenn Rudolf Augstein und andere sich „Seien wir nicht böse“ auf die Fahnen geschrieben hätten? Welcher Maßstab soll künftig gelten, wenn Nachrichtenaggregation und eigene Inhalteerstellung sich weiter vermischen?

(3) Unsicherheit im Umgang mit Daten

Dieser Aspekt wird schon so breit diskutiert, dass ich hier nur kurz zwei Aspekte aufgreifen will, die den Stand der Diskussion betreffen.

Niemand kann langfristig vorhersehen, welche Nutzerdaten welche Schlüsse erlauben werden. Dass die Technikfolgenabschätzung der Technik hinterherhinkt und Technik somit Ängste erzeugt, ist wohl Natur der Sache. Doch vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte sind diese hier wohl verständlich; mehr noch, wer hier pro Google argumentiert, die Einwände seien „typisch deutsch“ , argumentiert unhistorisch. Ich persönlich würde sogar sagen: es ist gut, dass das öffentliche Bewußtsein hier noch nicht verblasst ist. Zu diskutieren wäre, wie die Verschiebung der Datenschutzproblematik vom öffentlich-rechtlichen in den privatrechtlichen Raum zu bewerten und zu lösen ist. Das sagt immerhin auch der Präsident des Bundesverfassungsgerichts.

Das Datenschutzthema wird – das ist meine subjektive Meinung – mit falschem Fokus und zu kleinteilig diskutiert. Die Diskussion, ob „Google mehr über uns weiß als wir selbst“, ist schon einige Jahre alt, sie wird anhand der personalisierten Dienste wie GMail geführt; auch bestätigt Google seit langem, dass Inhalte von Mails zu Werbezwecken maschinell ausgewertet werden.

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Tab.: "The Evil Internet" (Klicken für Großansicht)

Der Datenschutz wird zudem noch eine viel größere Dimension als heute bekommen. Es geht nämlich nicht um Google, es geht auch nicht um Suchmaschinen allein, es geht auch nicht um Facebook oder Soziale Netzwerke. Zur Veranschaulichung ein Beispiel: Wir wissen aufgrund eines studentischen Experiments am M.I.T., dass männliche Homosexualität durch den Abgleich von Freundeslisten maschinell leicht erkennbar ist. Daran ist nicht das M.I.T. oder Facebook schuld; es setzt auf einer Struktur der betroffenen Gruppe auf, die gewissermaßen statistische „Natur der Sache“ ist und zu Wahrscheinlichkeitswerten in Bezug auf ein bestimmtes Attribut (nämlich Homosexualität) führt. Man sollte hier keine Stellvertreterdiskussion am Beispiel von Google führen. Es geht um ein Thema, das die halbe Branche, wichtige Technologien und somit die Nutzung des Internet schlechthin betrifft.

Die Gesichtserkennung etwa, wie sie Google in Picasa bereits anbietet, ist eine neue Dimension. Anders als die genannten Tendenzen ist dies nicht „nur“ eine Technologie, die freiwillig abgegebene Daten in irgendeiner Weise verarbeitet. Mit der Zuordnung des Gesichts wird die Anonymität in der öffentlichen (und gegebenenfalls auch privaten!) Realität aufgehoben. Nun ist auch das kein Google-Thema allein. Google hat jedoch mit der Implementierung dieser Funktion in Googles einen Weg eingeschlagen, mit dem es sich an die Spitze des technisch Möglichen setzt, auch wenn man bislang auf die fehlende Freischaltung dieser Funktion verweist. Eine solche Technologie führt dazu, dass jedermann der Möglichkeit beraubt wird, sich der digitalen Erfassung zu entziehen. Ich halte das für eine neue Qualität des Eingriffs in Privatsphäre, die nicht mehr vertretbar ist. Dabei ist es für meine politische Bewertung unerheblich, dass nicht Google die Fotos macht. Maßgeblich ist, dass Google hier Services bereitstellt.

(4) Die politische Meta-Ebene

Niemand kann mit Sicherheit vorhersagen, welchen Einflüssen Google langfristig ausgesetzt sein wird. Neben einem Managementwechsel sind externe Einflussnahmen auf das Management und sogar ein Takeover möglich. Inwieweit dies passieren kann, ist eine Frage des Vertrauens in das politische System der USA; eine Frage der Phantasie ist es, wer eines Tages die entscheidenden Aktienpakete erwerben wird.

Da sich aus einer historischen Sicht Nationen um Ölfelder, Zugangswege und andere Ressourcen gestritten haben, wäre es aus meiner Sicht keine „angstbedingte Übertreibung“, sondern eine sachliche, historisch bedingte Prognose, dass man auch um Google eines Tages streiten könnte. Hinzu kommen die Möglichkeiten der Industriespionage, freilich auch dies eher ein Problem des Umgangs mit dem Internet insgesamt als ein Problem im Zusammenhang mit Google.

Ich habe nach einigen Hintergrundgesprächen nicht den Eindruck, dass die Politik der Entwicklung noch folgen kann. Bisher jedenfalls habe in der Politik niemanden getroffen, der die heutigen Möglichkeiten gut kennt, sich eine Prognose der technischen Möglichkeiten mittelfristig vorstellen und diese auch politisch rational bewerten kann.
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Conclusio

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Das Vorgehen von Google folgt – so weit von außen erkennbar – einer rationalen Unternehmensstrategie, die zunächst einmal nachvollzogen werden sollte. Es gibt keine andere Absicht als die zunächst einmal legitime der Gewinnerzielung. Wer über das Handeln von Google urteilen möchte – und das ist jedermanns Recht – sollte das Handeln von der Absicht, die Gegenwart von der Zukunft und ethisch-moralische Standpunkte von wettbewerbsrechtlichen und marktpolitischen Standpunkten trennen und im übrigen Google an anderen Konzernen messen.

Einige Sorgen scheinen mir berechtigt, andere nicht. Die “bedrohliche Menge” an Aktivitäten, das “offensive Geschäftsgebahren” und weitere Punkte sind m.E. kaum so problematisch, wie oft verlautbart wird. Was die Gefahren angeht, mag es sachdienlich gewesen sein, die öffentliche Diskussion pointiert zu führen. Jetzt aber sind wir an einem Punkt angelangt, an dem Versachlichung geboten ist. Dies gilt vor allem für die von mir genannten Punkte tektonischer Marktverschiebungen, den Datenschutz und die Missbrauchsmöglichkeiten von Daten in privater Hand. Diese Themen sind aber nach meiner Einschätzung strukturell keine reinen „Google-Themen“, sondern der technischen und konzeptionellen Entwicklung des Internets geschuldet, hier ist im Grunde nur die Spitze des Eisbergs im Horizont der Diskussion.

Die politischen Instanzen wären – soweit dies nicht bereits im Hintergrund geschieht – gefordert, statt der punktuellen Äußerungen in einen strukturierten Dialog zu treten, der sich auf Basis absehbarer technischer Möglichkeiten mit der mittelfristigen Zukunft in fünf bis zehn Jahren befasst. Dies ist komplizierter als die Diskussion um eine Internetsperre, aber auch nützlicher. Nicht nur Gefahren, sondern auch Regelungschancen liegen hier. Dazu gehören – um nur einige Beispiele zu nennen, nicht, um deren Umsetzung zu fordern – konstruktive Mechanismen wie ein Privacy-Layer im Internet, neuartige Ansprüche z.B. auf Löschung privater Daten, organisatorische Trennungsgebote oder veränderte aufsichtsrechtliche Strukturen.

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117 Kommentare

  1. Wolfgang Michal |  20.01.2010 | 14:48 | permalink  

    Zu Punkt 3 Marktbeherrschung: Es ist ja gerade das Ziel der jetzt geplanten Verschärfung des Kartellgesetzes, marktbeherrschende Konzerne auch dann entflechten zu können, wenn ihnen kein Missbrauch nachzuweisen ist.

  2. Gk |  20.01.2010 | 14:55 | permalink  

    Das hat aber mehr als Hand und Fuß. Und die Conclusio kann nur unterstrichen werden.

    In der öffentlichen Wahrnehmung werden Google-Diskussion geführt, dabei geht es allgemein um Online-Unternehmen, deren wirtschaftliche Eigenständigkeit, ein etwaiges Zusammenspiel der Unternehmen und vor allem um den Einfluss auf die Nutzer. Inwieweit sich die Politik in das Geschäftsfeld der Online-Unternehmen einzumischen hat, dürfte die Gretchenfrage sein.

    Hier könnten – ausgehend von der politischen Meta-Ebene – deutsche und europäische Rechtsgrundsätze herausgearbeitet werden, welche sich u. a. mit folgenden Problemthemen befassen:

    - Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung (s. auch @1)
    http://bundesrecht.juris.de/gwb/__19.html

    - Datenschutz (Ich habe gehört, dass immer mehr Server von Subunternehmen in anderen Ländern betrieben werden sollen. Wirtschaftliche Schwierigkeiten bei einem Subunternehmen gefährden den Datenschutz.)

    - Sicherung des digitalen Wissens über öffentliche-rechtliche Einrichtungen, z.B. http://de.wikipedia.org/wiki/Europeana

    Eine Versachlichung der Problembereiche ist ebenso geboten wie die Betrachtung eines Unternehmens oder mehrerer Unternehmen.

  3. Dr. Hubertus |  20.01.2010 | 15:17 | permalink  

    @ 1 Michael: Eine Entflechtung wäre selbstverständlich begründungspflichtig – Es müsste mit dem Schritt eine schädliche Marktbeherrschung aufgelöst werden. Ohnehin: Noch gibt es nicht einmal einen Gesetzentwurf. Ob diese Änderung GWB jemals kommt – völlig unklar.

  4. Texhnolyze |  20.01.2010 | 15:45 | permalink  

    >Warum sollte man nicht Aggregatoren auf eine unmanipulierte Selektion verpflichten

    Ich würde gerne mal wissen was sich der Autor unter “unmanipulierte Selektion” genau vorstellt, bzw. wie dies funktionieren soll.
    Ohne Filterung (”Manipulation”) ist ein Aggregations-Dienst unbenutzbar. Filterung ist ja gerade der Mehrwert den man von einem Aggregator haben möchte. Des weiteren muss sich der Dienst auch gegen Spam wehen können.

    Google Wave ist keine Konkurrenz zu Twitter. Wave ist primär ein kollaborations Werkzeug.

    Ein Teil von Googles Aktivitäten die in der öffentlichen und politischen Diskussion so gut wie nicht vorkommen ist Googles Vorstoß in Bereiche der Augmented Reality mit Earth / Sketchup / 3D Warehouse auf der einen Seite und Google Goggles auf der Anderen.

  5. Julia Wagner |  20.01.2010 | 15:50 | permalink  

    Ihre Conclusio, Herr Kappes “ethisch-moralische Standpunkte von wettbewerbsrechtlichen und marktpolitischen Standpunkten trennen” halte ich für bedenklich.

    Unternehmen haben eine ethisch-moralische Verantwortung und können sich dieser nicht mit Verweis auf “wir sind ein Wirtschaftsunternehmen” entziehen. Wozu das führen kann, dafür gibt es viele unrühnliche Beispiele.

    Wer sich seiner Verwantwortung entzieht wird auch irgendwann an Imageverlusten leiden die sich dann letztlich auch auf den wirtschaftlichen Erfolg durchschlagen.

    Google spielt sich gerne auch als Moralapostel auf, und muss sich dann auch daran messen lassen. Letztes Beispiel: Meinungsfreiheit in China.

    Ich arbeite bei einem von Usern gemeinsam geschriebenen Online-Magazin namens netzpublik (www.netzpublik.de). User schreiben und diskutieren dort gemeinsam an Beiträgen bevor diese veröffentlicht werden. Im Redkationsbereich haben wir gerade einen sehr interessanten Beiragsentwurf hierzu, zum Thema Google in China. Der Arbeitstitel heisst: “Google’s Rückzug aus China – Gut für das Unternehmens-Image aber bedeutungslos für die Meinungsfreiheit” und bringt es auf den Punkt. Google droht mit einem Rückzug aus China, aber sicherlich nicht um gegen die Zensur und Meinungsfreiheit dort zu protestieren, auch wenn es das Unternehen nach außen gerne anders darstellt.

  6. Julia Wagner |  20.01.2010 | 15:51 | permalink  

    Hier noch der Link:
    http://www.netzpublik.de

  7. Christoph Kappes |  20.01.2010 | 16:01 | permalink  

    Liebe Frau Wagner,
    ich habe zu der Frage, ob Unternehmen eine ethisch-moralische Verantwortung haben, nicht Stellung genommen oder jdf nicht nehmen wollen (genau das ist ja eine der Meta-Diskussionen, siehe meine Bemerkung zum “neoklassischen Standpunkt” im Abschnitt Kritik, Ziff. 2).
    Was ich mit dem monierten Satz sagen wollte: Wir müssen in der Diskussion um Google die verschiedenen Blickwinkel auseinanderhalten. Sonst können wir sie nicht strukturiert diskutieren.
    Nachdem ich von der Redaktion den “Preis für den längsten Google-Text des Jahres” bekommen habe, halte ich mich nun zurück. Werde heute abend dann gebündelt Stellung nehmen.
    C.K.

  8. Fresh From Twitter |  20.01.2010 | 16:10 | permalink  

    [...] plädiert für einen sachl. Umgang mit Google. Genialer Artikel, nix für Schnellleser! http://bit.ly/5luYtpRT @Twittwoch: Fett: in 12 Stunden hat @BillGates bereits 142.000+ Follower, 4.350+ Listeneinträge. [...]

  9. Mario Fischer |  20.01.2010 | 16:35 | permalink  

    Das Beste und v. a. Objektivste, was ich in den letzten Jahren über Google gelesen habe – Respekt für diesen Beitrag! Es sollte Pflichtlektüre für Politiker und Journalisten sein und ich hoffe, dass er die Aufmerksamkeit bekommt, die er verdient!

    Ich befürchte allerdings, dass viele das hier SO nicht lesen wollen. Es passt so gar nicht in das Schema: Bad news are good news ;-) Das Einschlagen auf Google kommt halt leider -wie auch Vera am Mittag- trotzdem leider noch besser weg.

    Man fragt sich bei der aktuellen, öffentlichen Diskussion über Google oft, ob fehlendes Wissen wohl durch mangelnde Bildung ausgelichen werden kann… ;-)

  10. Andreas Gent |  20.01.2010 | 16:44 | permalink  

    Der Artikel erfasst Google nur zum Teil. Intransparente Geschäftspolitik als Strategie selbst begreifen sollte, liegt einfach daran das Google das Modell Werbefinanzierung an die Grenzen ausschöpft und dabei zur Partizipation einlädt und neue Verfahren früh und extensiv auf Markt-Tauglichkeit prüft. Dazu gehört auch eine gewisse Intransparenz um seinen technologischen Vorsprung nicht aufzugeben.

    Google engagiert sich in Frequenzdatenbanken für unallokierte Frequenzbereiche (”White Space”) weltweit, hat in den USA beantragt mit Strom zu handeln.

    Googles China-Politik ist ethisch-moralisch vertretbarer als die vieler anderer Unternehmen z.B. der von Microsofts Bing (um eine andere Suchmaschine zu nennen).

    Googles Datensammlung unfaßt ausschließlich Bewegungsdaten zum Zweck der Optimierung von Werbeanzeigen, das heisst Google weiss das ich Carta und Netzpolitik lese, und damit wird ein Profil von mir erstellt, das mir Informationen bereitstellt. Das Google sich der Sensibilität dieser Daten bewusst ist, wird meines Erachtens durch die Infragestellung des chinesischen Markts dargestellt, zu Beobachten wäre wie sich Google in Zukunft verhält.

    Ich bestreite nicht das Google eine Menge Daten aggregiert, nur muss man sich in diesem Falle auch bewusst sein, daß das soziale Web dem zuarbeitet (so auch hier), und das die notwendigen Tools existieren diese Datensammlung zu unterdrücken.

    Seine Daten im Gegenzug aus Elena rauszuhalten ist nicht so einfach.

    Der Wunsch Google zu entflechten ist durchaus nachvollziehbar, nur sollte wer Entflechtung fordert seine eigenen wirtschaftlichen Verpflechtungen transparent darlegen, d.h. Verlage und Politiker sind in diesem Fall in der Bringschuld.

    Das Google sich auf dem besten Weg zur Autarkie befindet, wird sich nur Lesern erschließen die einen ausreichenden technischen Hintergrund haben.

    Ich empfinde Google wesentlich weniger bedrohlich als deutsches Regulierungsversagen.

    Ich kann auf technischen Wege die Erfassung meine Bewegungsdaten unterdrücken, ich kann man seinen Suchmaschinenanbieter wählen, und ich bin überzeugt davon das meine Daten bei Google technisch besser geschützt werden als bei Libri, der VZGruppe oder anderen Diensten, weil man sich nicht erlauben kann, das Kunden, Geschäftspartner sich wegen datenschutzrechtlicher Bedenken von eigenen Dienst abwenden.

    Was soll Google mir persönlich antun, mich zwingen auf Anzeigen zu klicken? Meinen E-mail Account kündigen? Mein Blog abschalten, obwohl man freie Meinungsäusserung nach eigener Aussage fördert? Meine Daten publizieren? Google kann nur verlieren wenn es den Ansprüchen nicht gerecht wird.

    Es exisitiert weit aus mehr Konkurrenz an Diensten, kein Unternehmen bildet technisch wie marktwirtschaftlich ein werbefinanziertes Modell erfolgreich ab.

    Daran könnten sich Lobby-Verbände, Verleger, Journalisten und Politiker gern ein Beispiel nehmen.

    Honoriert Carta eigentlich auch für hochwertige Qualitätskommentare?

  11. Alexis |  20.01.2010 | 16:59 | permalink  

    Super Zusammenfassung!Danke!

  12. Ansgar Warner |  20.01.2010 | 17:01 | permalink  

    “Big Schumpeter” klingt gut – doch kann man den Prozeß der schöpferischen Zerstörung wirklich per Flipchart planen? Was war Google zwischen ‘98 und 2003, also vor dem Kauf von Adsense? Wollten Brin & Page ein Werbeplayer werden? Wollen die beiden in naher Zukunft – Stichwort Google Books – ein Contentplayer werden?

    Natürlich ist jedes Unternehmen eine Art experimenteller Maschine, auf der Suche nach maximalem Erfolg. Bei Google ist das aber in ganz besonderem Maß der Fall, quantitativ, und eben qualitativ. Und wenn man den “pursuit of happiness” als Suche versteht, sind auch alle anderen Suchenden (ob natürliche oder juristische Personen) immer stärker davon abhängig, was Google auf seiner Selbst-Suche findet.

    Ich befürchte, diese Suche ist gar nicht strukturierbar, sondern bleibt letzlich eine “Auf gut Glück”. Und da liegt der Haken: “Neues schaffen und Altes zerstören” – schön und gut. Aber wenn Big Old Schumpeter am Ende Netz-Ökonomie & Netz-Demokratie gleichermaßen zum Big Bang führt, ist das ja doch keine schöne Vorstellung, egal ob man nun ethische oder wirtschaftspolitische Maßstäbe anlegt…

  13. Hans Oberberger |  20.01.2010 | 17:02 | permalink  

    Die “verschiedenen Blickwinkel auseinanderzuhalten”, wie Sie es nennen, ist sicher das Kernproblem der Debatte. Und für eine Anayse ist die saubere Trennung zunächst unabdingbar. Sie haben das in Ihrem Artikel hervorragend herausgearbeitet.

    Bei der Conclusio aber kann ich Ihnen nicht mehr folgen. Denn hier LASSEN sich “das Handeln von der Absicht, die Gegenwart von der Zukunft und ethisch-moralische Standpunkte von wettbewerbsrechtlichen und marktpolitischen Standpunkten” (siehe oben) nicht mehr trennen. Sie sind jeweils zwei Seiten der gleichen Medaille. Und hier lenken Sie ihren Blickwinkel m. E. einseitig auf die reine Unternehmensbetrachtung.

    Würde beispielsweise unsere Energieversorgung von nur einem einzelnen Unternehmen zu über 90 Prozent bedient, hätten Sie – zu Recht – eine ähnliche Debatte. Auch dann würde es niemandem genügen, dass dieses Unternehmen ja nach nachvollziehbaren ökonomischen Strategien handelt. Die Informationswirtschaft nimmt künftig eine ähnlich wichtige Rolle ein. Über das Wie im Umgang mit einer solchen Marktmacht in einem so sensiblen Bereich wird man sicher noch lange diskutieren müssen. Dass hier Handlungsbedarf besteht, steht für mich aber außer Frage.

  14. Schwarmintelligenz |  20.01.2010 | 17:10 | permalink  

    “Für die öffentliche Diskussion wäre zunächst schon viel gewonnen, wenn Google…”…
    Für die öffentliche Diskussion wäre zunächst schon viel gewonnen, wenn Google als rational handelndes Wirtschaftsunternehmen auf der Grundlage seiner Strategie verstanden würde. Viele Diskussionen würden so an Schärfe verlieren und an Prägnanz …

  15. Gk |  20.01.2010 | 17:18 | permalink  

    @Hans Oberberger, zur Conclusio: Compliance scheint immer mehr an Bedeutung zu gewinnen.

  16. Trend- und Hintergrundwissen zwischen Medien, Technik und Wirtschaft |  20.01.2010 | 17:26 | permalink  

    Die Google-Strategie: Was Google (statt Weltherrscher) werden will…

  17. Gk |  20.01.2010 | 17:27 | permalink  

  18. Bernd |  20.01.2010 | 17:27 | permalink  

    Hallo,
    ein sehr ausführlicher Post!
    Google kontrolliert in Zukunft alles.
    Leider kommt man ohne Google nicht mehr aus.
    Was mich wurmt, man kann praktisch nichts mehr so machen im Internet, so wie
    es einem gefällt…
    Wer weiss, wie Google tickt, kann das für sich nutzen.
    http://www.blog.ranking-topper.de

  19. Sam |  20.01.2010 | 17:29 | permalink  

    Trotz so einiger Ungenauigkeiten insgesamt eine gute Aufstellung zum Thema Google.

    Allerdings sehe ich einen Grundfehler:

    Nach Googles eigener Aussage besteht das eigene Ziel darin “die auf der Welt vorhandenen Informationen zu organisieren und allgemein zugänglich und nutzbar zu machen.” Und die “perfekte Suchmaschine” zu entwickeln.
    “Die perfekte Suchmaschine würde genau erkennen, was der Nutzer meint, und genau die Ergebnisse ausgeben, die er sich wünscht” (Larry Page)

    Kann man alles auch auf den Unternehmensprofilseite von Google direkt nachlesen: http://www.google.de/intl/de/corporate/

    Das ganze Werbegeschäft ist eben nicht Hauptziel von Google, sondern der Nebeneffekt, der zur Finanzierung der Zielerreichung maßgeblich beiträgt. Ebenso sind alle Google-Produkte Dinge, die das Hauptziel unterstützen.

    Ebenso wie alle anderen Dinge: Maps, neue Wege Strom zu sparen, Strom zu erzeigen, Rechenzentren kostenminimierend und ressourcenschonend zu bauen etc pp.

    Und deswegen ist und bleibt Google in erster Linie eine Suchmaschine – die man aber nicht mit der Eingabemaske auf google.com verwechseln darf.

    Wenn man das vergisst, dann fehlt es schwer, Googles Aktivitäten richtig zu bewerten. Und deswegen basiert der Text dort auf einer Fehleinschätzung. Was nichts an seiner richtigen Grundaussage ändert, dass die Google-basher Google aus einer Mischung aus Unwissen und Eigennutz nicht verstehen.

    Und weil Google auf seinem Weg zur perfekten Suchmaschine Gatekeeper-Funktionen zu Informationen und Informationen als Herrschaftswissen und Kontrollinstrument zerstört, haben so viele Verleger und Politiker ein Problem mit Google.

  20. volker @ moench » Artikel » Google-Bashing / Google-Beschimpfung |  20.01.2010 | 18:21 | permalink  

    [...] Das ist “mein” Artikel: http://carta.info/21775/google-bashing/ [...]

  21. Claudia / Berlin |  20.01.2010 | 18:33 | permalink  

    Unter so einem Artikel sollte eigentlich ein Spenden-Button stehen – damit man seiner Begeisterung für eine so spannende, tief schürfende und übersichtlich aufbereitete Arbeit auch finanziell Ausdruck verleihen kann.

    Einfach super – hoffentlich lesen das viele, die sich derzeit so ausschweifend, aber selten profund mit dem “Google-Bashing” befassen!

  22. JF |  20.01.2010 | 19:04 | permalink  

    Nur so mal reingestreut zu “politischer Ökonomie” ganz allgemein:

    Steinmeier, gescheiterter Kanzlerkandidat, machte sich zuvor für in
    Schwierigkeit geratene Medienunternehmer stark:
    “Der „Spiegel“ berichtet, dass sich Steinmeier in einem Buch zur
    Medienpolitik, für “eine steuernde, stützende Hand der Gesellschaft,
    notfalls auch des Staates” ausspricht, “wo nicht nur eine vorübergehende Marktschwäche, sondern ein offensichtliches Marktversagen im Medien-
    bereich” festgestellt wird. Weiter soll es heißen: “Wer die Medien dem
    Markt überlässt, schwächt sie in ihrer demokratischen Rolle.”
    …..
    Dementsprechend segelte Steinmeier denn auch einen strammen Kurs
    diesem Motto folgend im Wahlkampf.
    …………………
    In der Printbranche, den Zeitungen etwa, kennt man Schlachtschiffe,
    Flaggschiffe, etc.. Und seit dem Besuch von Comedy Central bei
    der New York Times weiss man dass es in dieser Branche auch
    Rettungsboote gibt. Aus Papier gemacht.
    ……………………..
    (Rückblickend betracht, das Resultat der politischen Ökonomie, dem Segeln
    auf solchen Kurse, nach solchen Winden)
    Nein! … Neeeiiinnnn! Oh Neeeiiiiiinnnn! Nööööö! … Sch…….e!

    Zitiert wurde Steinmeier nach meedia.de:
    http://meedia.de/nc/details/article/steinmeier-will-staatshilfe-fr-die-dpa_100023055.html

  23. Tarantoga |  20.01.2010 | 19:08 | permalink  

    @Claudia/Berlin: Der Carta-Spendenknopf ist hier: http://carta.info/kaffeekasse/

  24. Arrrrrrr |  20.01.2010 | 19:21 | permalink  

    Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine — CARTA…

  25. Gretus |  20.01.2010 | 19:54 | permalink  

    Hallo,

    alleine den einleitenden Satz sollten sich Verlagshäuser an die Wand tapezieren. Es ist nicht Google, welches Ihnen die Leser ihrer Printausgaben nimmt, es sind die Nutzer von Google bzw. allgemein gesagt, eine sich durch das Internet verändernde Medienlandschaft.

    Wäre Google nicht da, gäbe es eine andere Suchmaschine, wahrscheinlich sogar noch weniger zum Dialog bereit als die Damen und Herren von Google…

    Grüße

    Gretus

  26. Die deutsche Google-Paranoia » netzwertig.com |  20.01.2010 | 20:03 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine [...]

  27. Wolfgang Michal |  20.01.2010 | 20:04 | permalink  

    @3: Dr.Habertus: Den Entwurf hat Herr Brüderle vorgelegt
    http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/419/499693/text/

  28. Hakaider |  20.01.2010 | 20:09 | permalink  

    Vielen Dank fuer diesen wertvollen Beitrag, die notwendige Auseinandersetzung mit Google auf sachlicher Ebene fuehren zu koennen.

    Desweiteren empfehle ich fuer Interessierte Daniel Roths sehr wichtigen Artikel vom Juni 2008 “The forgotten history of Android“, aus dem fuer mich zumindest recht klar Googles Grundmotivation hervorgeht: so viele Leute wie moeglich online zu bekommen, um so mehr Werbung verkaufen zu koennen.

    Interessant in dem Fall Google ist dabei, wie sie dabei vorgehen, denn dabei unterscheiden sie sich fundamental von ihren bisherigen Konkurrenten. Open- statt Closed source – und die Menschen werden folgen. Ich halte das (bisher) fuer einen ausgezeichneten Gluecksfall in der Geschichte.

    Denn wenn die Gemeinschaft beginnt, den Ideen und Initiativen einer Firma zu folgen, wird das ganze unkontrollierbar. Das ist fuer Google ueberhaupt kein Problem, denn sie wollen die Leute ja nur online bekommen, und sicherstellen, dass sie es bleiben koennen. Andere Firmen und besonders Regierungen sehen diese zunehmende unkontrollierbare Masse von Menschen hingegen als Bedrohung – es bleibt spannend…

  29. Pedro76 |  20.01.2010 | 20:20 | permalink  

    Ich empfehle zur Vertiefung das Buch “Die Google-Ökonomie”. Hier werden kritisch-distanziert die Strategien und das Geschäftsmodell unter die Lupe genommen….

    http://www.amazon.de/Die-Google-%C3%96konomie-Gigant-Internet-beherrschen/dp/3839130611

  30. Wolf |  20.01.2010 | 20:23 | permalink  

    @Sam

    ich glaube, man sollte nicht übermäßig viel auf die Selbstbeschreibung eines Unternehmens setzen. Da findet man naturgemäß ausschließlich die dollsten Utopien vor Ein objektiver, nüchterner Blick ist lohnender. Und demzufolge verdient Google das meiste Geld mit Werbung, wie von Christoph Kappes beschrieben, und richtet sein Geschäft weitgehend darauf aus.

  31. Reiner |  20.01.2010 | 21:04 | permalink  

    Zitat:

    “Auf der politischen Diskussionsebene hat sich eine Lagerbildung unter den Diskutanten etabliert: hier die Fanboys, unkritisch und immer nach vorne gerichtet, dort die rückwärtsgewandten Kulturpessimisten, die weder die Technik verstehen noch Disruption erkennen.”

    Was ist mit den Menschen, die:

    - sich mit der Materie auskennen
    - fachlich / thematisch bewandert sind
    - nicht bereit sind, ihre Privatsphäre für ein wenig Bequemlichkeit aufzugeben?

    Natürlich gibt sich Google noch immer den Anschein des guten Unternehmens. Und solange Fanboys, wie bei Apple, immer sofort zur Stelle sind, wenn mal Klage laut wird, müssen sie ja auch nichts unternehmen.

    Als Mensch mit 30 Jahren IT-Background und mit einem gewissen Maß an Weitsicht wird mir Google immer unheimlicher.

    Den Herren geht es doch nicht mehr um Geld. Den Herren geht es um Macht.

    Sie scannen Mails, sie wissen, wo man ist, sie wissen, was die Gene hergeben, sie kennen Firmeninterna (vergangene und zukünftige), sie kennen Kontakte, sie kennen Vorlieben. Und noch viel mehr.

    Da soll man nicht beunruhigt sein?

    Klar, wenn einem das egal ist.

    Mir ist es das nicht.

  32. Die wunderbare Welt von Isotopp |  20.01.2010 | 21:26 | permalink  

    Google bashing analysiert…

    Christoph Kappes bei Carta zum Thema “Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine”. Der Artikel formuliert das unterstellte Geschäftsmodell von Google aus, analysiert die Aktivitäten von Google unter diesem unterstellten Modell auf…

  33. Maurice Morell |  20.01.2010 | 21:38 | permalink  

    Danke für dieses Arbeit.

  34. Christoph Kappes |  20.01.2010 | 22:14 | permalink  

    Zunächst: Danke für die Blumen, auch aus der Twitterszene.

    @ Hans Oberberger. Die marktbeherrschende Stellung von Google habe ich ausdrücklich als schlecht bezeichnet. Das ändert aber nichts daran, dass nach ggw. Recht dies noch geduldet wird. Über Entflechtung und andere Eingriffe kann man reden; als jemand, der einen marktwirtschaftlichen Standpunkt vertritt, halte ich das auch für überlegenswert. Dann ist das aber eine marktpolitische Grundsatzdiskussion und eine drastische Änderung der Ordnungspolitik; dann lautet die Frage, ob man Erfolg im Markt bestrafen will und wo genau die Grenzen sind, wenn kein Missbrauch vorliegt. (Habe das bewusst polemisch formuliert – damit der Leser besser sieht, wo diese Diskussion verläuft.)

    @Sam: Selbstverständlich ist das Ziel von Google, die „perfekte Suchmaschine“ zu entwickeln. Diese Sicht auf Google versperrt aber den Blick dafür, welche Absichten Google verfolgt, und das wiederum führt in der Medienwahrnehmung zu zum Teil schwerster Verwirrung. Die Sicht vom Geschäftsmodell her macht vieles klar, zum Beispiel geht es bei Goggles um lokale Anzeigen, bei Chrome um Tempo und bei Android darum, den Werbemarkt zu erschließen, der bisher auf dem iPhone nicht stattfand. Und, ja, es gibt einen Zielkonflikt zwischen effizienter Werbung (Targeting) und Privatsphäre, dazu ja der kritische Teil.

    @Rainer: Die Lagerbildung sollte überspitzt den Diskussionsverlauf zeigen. Natürlich gibt es auch abwägende, kompetente und sachliche Menschen und Beiträge. Das ist aber leider eher die Minderheit. Deswegen habe ich mir ja die Mühe gemacht, die verschiedenen Ebenen der Diskussion einmal “auseinanderzubröseln”.

    @all:
    Ich bin als Autor insgesamt verstört über das Feedback, ich bin nicht „pro“ oder „contra“ Google, wie das wohl einige Twitterer verstanden haben. So wenig wie ich für oder gegen die Deutsche Bank oder Shell war, als es in den Medien “brannte”.

    Die Google-Diskussion ist ausdrücklich nur die „Spitze eines Eisbergs“. Bitte schauen Sie sich die kleine Tabelle an, in der sind eine ganze Reihe von technisch-konzeptionellen Entwicklungen, die seit fast zwei Jahren in eine Richtung laufen, die ich selbst für kritisch halte. Wir müssen m.E. über diese Dinge reden und uns nicht an Google orientieren. So ist Privatsphäre ist bei sozialen Netzwerken nicht minder kritisch, denn sie arbeitet mit expliziten (!) Daten. Und eine Bitte an die Medienmenschen – befassen Sie sich mit semantischen Verfahren. Leider geht die Tabelle „The Evil Internet“ hier im Layout etwas unter.

  35. Christoph Kappes |  20.01.2010 | 22:19 | permalink  

    Im letzten Absatz meinte ich “nicht so sehr an Google orientieren”, pardon, und das bezog sich auf die Privatsphäre-/Datenschutz-Problematik. Die medienpolitische Betrachtungsebene und die marktpolitische Ebene sind aufgrund der Position Googles natürlich “Google-Themen”, aber auch hier muss man Suchmaschine, Werbemarkt, Online-Werbemarkt, Mobile-Markt etc. auseinander halten.

  36. Thomas Maier |  20.01.2010 | 23:43 | permalink  

    Endlich mal ein Artikel den ich positiv bewerten kann (formal sind auf Carta fast alle Artikel gut – es geht mir hier gerade um die thematik bzw. den inhalt).
    Google ist weder evil noch good. man sollte Google genauso wenig vertrauen wie man es verurteilen sollte. man sollte dem unternehmen stets skeptisch aber nie ablehnend gegenüberstehen. andererseits dürfen entscheidungen googles nicht als politische entscheidungen missverstanden werden.

  37. prayerslayer |  20.01.2010 | 23:50 | permalink  

    @Reiner
    Google weiß auch nur, was man zulässt, dass sie wissen. Was ich sagen will:

    “Mails scannen” – GMail nicht verwenden, am besten selbst hosten.
    “sie wissen, wo man ist” – Wenn man Latitude nutzt, ja. Ansonsten?
    “kennen Vorlieben” – Die kennen Amazon und Facebook sicher auch.
    “kennen Firmeninterna” – Benutzen die Firmen Google Docs oder gar Mail? Dann sind sie selbst schuld, wenn es um brisante Dinge geht.
    Weiters tun sie das alles nur – wie im Artikel schön herausgearbeitet ;) – um ihre Werbung treffender zu platzieren, nicht aus persönlichem Interesse.

    Zum Rest kann ich keine kompetente Aussage machen.

    Jedenfalls sollte man sich, wenn man die komplette Google-Suite unbedacht nutzt, selbst an die Nase greifen. Es wird ja niemand gezwungen. Die Ergebnisse von Bing und Yahoo (und eventuell diverser anderer Suchmaschinen – weiß ich nicht) sind nicht wesentlich schlechter, nur als Beispiel.

    Andersherum kann man Google auch umgehen, setzt allerdings a) technisches Wissen voraus (ihre Cookies nicht erlauben, ihre Crawler aussperren etc.) und b) ist nicht besonders bequem. Google Produkte sind oft die besten am Markt (Mail vor allem) UND gratis – im Sinne von keiner finanziellen Gegenleistung, wenn man so will, bezahlt man mit seinen Daten. Daten sammeln aber alle, das ist kein spezifisches Google-Verhaltensmuster.

    Ich persönlich vertraue darauf, wie von Andreas Gent schon angemerkt, dass Google sich einfach keinen Schnitzer leisten darf.

    Noch 2 Anmerkungen zum Artikel:
    * Wave ist wie schon gesagt keine Konkurrenz zu Twitter.
    * Ob jemals etwas “wichtiges” in Go geschrieben wird, bleibt abzuwarten. Die Sprache ist für den Lehreinsatz an Universitäten gedacht.

    Und zum Thema Google & China:
    Selbstverständlich verabschiedet sich Google nicht wegen enttäuschtem Idealismus aus China. GMail wurde von der Regierung gehackt (verlorengegangen ist nichts, bevor da Stimmen laut werden) und die Suchmaschine kommt gegen die Regierungseigene nicht an –> Technisches Risiko und weder Profit noch Marktanteile in Sicht. Somit ist die Abschaltung der von der Regierung auferlegten Filter bis zum erfolgten Abzug meiner Meinung die aus Google-Sicht beste Lösung. So wahrt man etwas Würde und kann es als Lanze für die Meinungsfreiheit verkaufen. Auf einen Machtkampf gegen die chinesische Regierung kann Google sich nicht einlassen, das würde peinlich..

  38. Tobias Barth |  21.01.2010 | 02:27 | permalink  

    Ich bin beinahe erschrocken über so viel Gründlichkeit bei gleichzeitiger Reduzierung der (für nicht tief im Thema Steckende schwer zu verstehenden) Details. Keine ganz neue Dimension in der Debatte über Google aber so selten, dass es definitiv eine Perle ist!
    Eines der Probleme, wenn man versucht, wie Sie, Herr Kappes, neutral über Google zu diskutieren, ist, dass man sofort in die Ecke der “Fan-Boys” gestellt wird. Für uns oder gegen uns ist da meistens die Devise, selbst z.B. in meinem engsten Bekanntenkreis.
    Jedem sei sein persönliches “schlechtes Gefühl” gegönnt, wenn es um Marktriesen wie Google geht. Leider wird dieses Gefühl aber oft mit sachlichen Argumentationen vermischt bzw. verwechselt. Wachsamkeit und Skepsis sind bei jeder Instanz, die Macht besitzt, angebracht. Beides sollte sich jedoch auf überprüfbare Fakten stützen (so viele wie möglich) und nicht auf (meistens unwahrscheinliche) Prognosen.
    Ein Großteil der Angst, die viele befällt, wenn sie an Google denken, ist meiner Meinung nach darin begründet, dass sie nicht wissen, was genau Google tut und aus welchen Gründen. Dieser Artikel ist sicher ein wertvoller Beitrag um dieses Defizit auszugleichen.

  39. schnellze.it |  21.01.2010 | 08:04 | permalink  

    profunde Google-Analyse: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine…

    Endlich mal was Gescheites: Druckbefehl

    Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine
    http://carta.info...

    Inhalt:
    → Intro
    → Was ist und was macht Google eigentlich?
    → Warum handelt Google so?
    → Fünf Ebenen der “Go…

  40. synapsenschnappsen » Blog Archive » Linkdump vom Mi, 20. Januar 2010 bis Do, 21. Januar 2010 |  21.01.2010 | 08:05 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine — CARTA – lang aber im Gegensatz zu den meisten Publikationen dieser Tage auch gut! (Tags: Google ) [...]

  41. Die Google-Angst analysiert « nodomain.cc |  21.01.2010 | 08:39 | permalink  

    [...] trennen und im übrigen Google an anderen Konzernen messen.Den kompletten Artikel findet ihr hier. Lesen, es lohnt sich wirklich!Die Idee von @ghostdogcs, “Google-Angst” als Synonym für [...]

  42. Lesetipps für den 20. Januar | Blogpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 |  21.01.2010 | 09:17 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine: Da hat doch ein schlauer Fuchs erkannt, dass Google nur ein Firma ist. Ob wir das Apple petzen sollten? [...]

  43. Mario |  21.01.2010 | 09:21 | permalink  

    Der Artikel ist sehr interessant und detailiert geschrieben. Google ist halt eine reine Geldmaschine. Nur eines macht mir persönlich einbißchen Kopfzerbrechen: Die Datensammlung von Google. Das ist mit Vorsicht zum Genießen. Irgendwann weiß Google mehr über einen Menschen, als der von sich selbst.

  44. Gk |  21.01.2010 | 09:47 | permalink  

    In der Tabelle „The Evil Internet“ wird unter „Privatsphäre-Beziehung Nutzer/Betreiber“ geschrieben: „Bekannt und diskutiert“. Nach meinem Eindruck wird hierüber nicht tief genug diskutiert. Google mag vermutlich Daten recht sicher ablegen. Aber – wie sich dem Posting entnehmen lässt – Google sollte nicht der alleinige Aufhänger für eine Diskussion sein, die in einer unsachlichen Bashing-Aktion ausarten kann. Die Online-Branche wäre insgesamt unter die Lupe zu nehmen:

    - Darstellung verschiedener Online-Unternehmen mit ihren Marktanteilen
    - Art der Datensicherung (Wie gesagt, wenn Subunternehmer mit der Datensicherung beauftragt sind, KANN Datenschutz nicht gewährleistet sein.)
    - Datenschutz beim „Zusammenspiel“ von Online-Unternehmen über Apps
    - Schutz von Kindern und Jugendlichen.
    - Freier Zugang zu Wissen vs. Urheberrechte
    - Rechtliche Maßstäbe für Online-Unternehmen in Deutschland und der EU
    - Internationale Hürden
    - Internationale „Schlupflöcher“.

    Wenn Compliance als Teil eines Unternehmens betrachtet wird, kann hierzu in einer Darstellung über ein Unternehmen ausgeführt werden. Andere Konzerne werben sogar damit.

  45. Überwiegen die Kritikpunkte an Google? « MEDIENBLICK BONN |  21.01.2010 | 10:19 | permalink  

    [...] er Licht ins Dunkel: Was ist und was macht Google? Warum handelt Google so und nicht anders? Unser Blick des Tages vom 21.01.2010 >> Soziale Lesezeichen setzen… Hide Sites $$('div.d3635').each( [...]

  46. Peter Schink |  21.01.2010 | 10:31 | permalink  

    Kann es sein, dass sich an Google vor allem deshalb irrationale Ängste festmachen, weil niemand rational begreifen kann, was die machen?

  47. Lesenswert: Google, Trends 2010, Content.de, VZ-Netzwerke, TÜV, Notebooksbilliger.de :: deutsche-startups.de |  21.01.2010 | 10:47 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine Google gilt vielen derzeit als Inbegriff des Bedrohlichen. Angebracht wäre es dagegen, Google als rational handelndes Wirtschaftsunternehmen zu begreifen. Erst dann ließen sich unbegründete Ängste von tatsächlichen Gefahren unterscheiden. Carta [...]

  48. Felix Nagel |  21.01.2010 | 10:51 | permalink  

    Google ist sein eigener ISP, das solltet ihr aufnehmen. Aber das fällt wohl auch unter Recherche — also wundert mich es nicht das man es nirgendwo liest.

    Auch ist auffällig das wenn es um google geht gerne vergessen wird das google auch ein starker Gegenpol zu Staat und sonstiger Wirtschaft in Sachen Netzneutralität ist. Auch als Innovationsmotor und Finanzier ist google ganz groß. Egal ob wir von Wave, Android, Firefox, Thunderbird oder dem W3C reden.

    Vielleicht sollten sich die ganzen Kritiker mal mit den Lücken hiesiger Seiten beschäftigen. Mit VZ, Web.de, Gmx etc. Denen wurde das was google immer vorgeworfen wird (Daten verkaufen, auswerten, Emails scannen) nämlich schon nachgewiesen. Und mit den erbärmlichen Strafen die es dafür gibt. Und dem TÜV der sowas auch noch prämiert.

    Klar, Firmen in der Größe von google sind gefährlich. Aber man sollte doch immer beide Seiten der Medaille sehen.

  49. Christoph Kappes |  21.01.2010 | 11:02 | permalink  

    @Gk: Mit “bekannt und diskutiert” in der Tabelle meinte ich, dass die Beziehung zwischen Betreiber und Nutzer unter dem Gesichtspunkt Privatsphäre gut analysiert ist und – ich bin ein Internet-Mensch – in der Fachpresse sowie von “einschlägigem Fachpersonal” diskutiert wird. Das ist natürlich in der breiten Wahrnehmung noch nicht angekommen, da sind wir völlig einer Meinung. Man soll sich ja selbst nicht zitieren, aber in meinem “Monster” (pdf in meinem Blog) steht auch, dass ich es für kritisch halte, dass sich weite Bevölkerungskreise der Wahrnehmung ihrer Persönlichkeitsrechte freiwillig, massenhaft und technisch unwiderruflich begeben. Das ist dann in der Schlussredaktion einer Kürzung zum Opfer gefallen.
    Und wenn wir heute diskutieren, sollten wir sämtliche Tendenzen des Internets sehen, die derzeit wie ein Turbo wirken (siehe Tabelle.)

    @Teknolyze: Wie die Unabhängigkeit einer Suchmaschine genau festzuschreiben ist, weiss ich leider auch noch nicht. Man muss abwägen, was der Meinungsbildungsprozess fordert; das ist vermutlich nicht die Offenlegung aller Ranking-Algorithmen. Macht auch keinen Sinn, denn es sind gerüchteweise an die tausend Kriterien, die nicht einmal die SEO-Päpste genau kennen – wer soll das nachvollziehen können? Vielleicht macht Google mal den Anfang und stellt ein Dashboard zur Verfügung?
    BTW: Wie gefährlich diese Forderung ist, sieht man daran, dass sie für Inhalteangebote aller Art gelten müsste. Ein “Anspruch auf die Homepage” ginge viel zu weit. Ich würde eher über organisatorische Gebote und Auskunftsansprüche nachdenken.

  50. Most Tweeted Articles by Fsa09 Experts |  21.01.2010 | 11:26 | permalink  

    [...] LV Bremen – Mails von Sascha Lobo 5 Likes Stoppt ELENA! 5 Likes Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine — CARTA Google gilt vielen derzeit als Inbegriff des Bedrohlichen. Angebracht wäre es dagegen, Google [...]

  51. Ralf Becker |  21.01.2010 | 11:50 | permalink  

    Vielen Dank für diesen hervorragenden Artikel! Eine Pflichtlektüre für alle Googlekritiker und Politiker ….

    Die Kaffeekasse wurde gleich ein wenig aufgefüllt :-)

  52. Christian |  21.01.2010 | 12:15 | permalink  

    Ein kleines Zitat, frei nach Simon Phipps (Chief Open Source Officer at Sun Microsystems, http://www.webmink.net/speaker.htm):

    “Unternehmen sind wie Krokodile. Sie fressen nicht wenn Sie Hunger haben, sondern wenn Sie die Gelegenheit dazu haben.”

    Das gilt übrigens für alle Unternehmen, kleine wie große, Microsoft wie Oracle, Google wie Apple. Wenn nun ein Unternehmen zuviel Gelegenheit zum Fressen hat, … ;-)

  53. Christoph Kappes |  21.01.2010 | 13:04 | permalink  

    @prayerslayer: Die gegenwärtige Ausprägung von Wave sieht nach etwas anderem als Twitter aus (z.B. einem Groupware-Tool), da haben Sie recht. Sie sind doch Tekkie, oder? Dann schauen Sie doch mal in eine der letzten Ausgaben der c´t (leider nur Print, so weit ich weiss), da sehen Sie, was ich meine. Und nun nehmen Sie die grosse Schwäche von Twitter, dass sie ab ca 100 Personen, denen Sie followen, kaum noch den Überblick behalten, weil die Bezüge von Inhalten der Tweets nicht erkennbar sind. Wave löst das Problem, Sie können mit Wave in Echtzeit themenbezogen diskutieren – und das mit Android und iPhone-Client. Ich gebe gern zu, dass ich hier spekuliere. Warten wir einfach ab.

  54. M-Blog | Google, der Pinky und der Brain |  21.01.2010 | 13:06 | permalink  

    [...] CARTA findet sich ein sehr lesenswerter Artikel von Christoph Kappes, der sich mit der aktuellen zum Teil sehr negativen Berichterstattung über [...]

  55. Gk |  21.01.2010 | 13:06 | permalink  

    Stimmt schon, @Christoph Kappes, in der Fachpresse wird’s diskutiert. Gelegentlich werfe ich da auch einen Blick rein, verstehe aber nicht alles oder eher wenig bis nichts. Das Erstaunliche ist ja, dass Politiker Statements abgeben – dann noch in der breiten Öffentlichkeit, leider – und vermutlich auch nicht den Durchblick haben. Insoweit tun solche Postings wie dort oben gut, die strukturiert und sprachlich verständlich wichtige Themenkomplexe aufarbeiten. :)

  56. Markus Mandalka |  21.01.2010 | 13:45 | permalink  

    Weiterführende Informationen zum Teil “Gefahrenfeld” und speziell zu “Unsicherheit im Umgang mit Daten” (also zu Google und Problematiken im Bereich Datenschutz) sind unter http://mandalka.name/privatsphaere_im_internet/ zu finden.

  57. Martin Kliehm |  21.01.2010 | 13:54 | permalink  

    Mit dem Chrome Browser ist Google wie erwähnt auch in diesem Segment tätig, und der alleinige Redakteur der HTML5-Spezifikation ist ebenfalls Mitarbeiter von Google. Diese Machtbündelung betrachten manche schon kritisch.

    Nun bewirbt Google aggressiver seinen Browser auf der Website und mit Plakatwerbung. Unethisch ist es allerdings, wenn die marktbeherrschende Stellung bei YouTube (Google-Tochter) genutzt wird, um bestimmte Formate durchzusetzen: Neuerdings kann man auf YouTube experimentell wählen, ob man die Videos per Flash-Plugin oder nativ im Browser per HTML5 Video betrachten möchte. Leider unterstützt YouTube – im Gegensatz zu ähnlichen Features bei der BBC oder dem französischen Video-Giganten Dailymotion – nur das von Chrome unterstützte Videoformat H.264. Mozilla Firefox und Opera wären auch in der Lage, HTML5 Video abzuspielen, aber sie setzen auf das offene Format Ogg Theora.

    Für mich ist das nun eine neue Qualität von “Evilness”, denn Google läutet damit eine neue Runde in den Browser Wars ein, die vor zehn Jahren im Krieg zwischen Microsoft und Netscape in “optimiert für den Internet Explorer auf 1024 Pixeln” gipfelte. Das Internet ist aber ein offenes Medium, das geräteunabhängig funktionieren muß. Dafür gibt es Standards. Wenn sich noch nicht auf einen Standard geeinigt wurde, müssen eben die gängigsten unterstützt, Videos also einmal als .ogg und einmal als .mp4 bereitgestellt werden. Mehr Aufwand ist das nicht.

  58. M-Blog | Google, Pinky und der Brain |  21.01.2010 | 17:09 | permalink  

    [...] CARTA findet sich ein sehr lesenswerter Artikel (http://carta.info/21775/google-bashing/) von Christoph Kappes, der sich mit der aktuellen zum Teil sehr negativen Berichterstattung über [...]

  59. Soup von sparta644 |  21.01.2010 | 17:32 | permalink  

    Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine — CARTA…

  60. Loewenherz |  21.01.2010 | 18:17 | permalink  

    Ich schließe mich gern der Bewertung meiner Kollegen Prof. Dr. Mario Fischer an: Dieser Artikel ist das Beste, was ich bislang zum Thema Google lesen durfte. Der Ansatz einer möglichst sachlichen und differenzierten Herangehensweise ohne die vielfach üblichen Projektionen kommt mir sehr entgegen.

    Ich stelle beim Lesen immer wieder fest, wie sehr ich Google aus meiner winzigen Sicht als SEO betrachte. Für mich ist Google eine Suchmaschine, eine historische Gegebenheit und auch heute noch Ansatz vieler Aktivitäten. Mein persönliches Credo lautet “Google ist mein bester Freund und mein schlimmster Feind”. Dank Google verdiene ich meine Brötchen, und gleichzeitig fühle ich mich aus Sicht des Datenschutzes bedroht – privat wie auch beruflich.

  61. Dentaku » Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine |  21.01.2010 | 18:20 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine Gute Zusammenfassung auf CARTA. aus Delicious/steinhobelgruen  Linkdump       [...]

  62. Google Böse | internetwarriors blog |  21.01.2010 | 18:37 | permalink  

  63. Googles schwierige Verhältnis zur Macht « H I E R |  21.01.2010 | 18:54 | permalink  

    [...] seine Worte musste ich denken, als ich gestern den Text von Chrisoph Kappes auf Carta [...]

  64. Internet Briefing Blog / Google: was der Suchmaschinengigant wirklich weiss |  21.01.2010 | 21:27 | permalink  

    [...] mehr Hintergrundwissen ist aber auch auf dieser Seite angebracht. Positiv fällt zum Beispiel carta.info auf. Dem möchte ich gerne technisches Hintergrundwissen anfügen. Dieser Beitrag soll kein [...]

  65. Richard Wahlen |  21.01.2010 | 21:37 | permalink  

    Hallo Herr Kappes,

    das ist ein sehr gut recherchierter Beitrag! Ich finde es erfreulich dass diese Inhalte einmal so umfänglich veröffentlicht werden.

    Man sollte Google einerseits nicht nur deshalb als böse ansehen weil diese Firma so erfolgreich ist. Andererseits finde ich es richtig kritisch zu sein, gerade auch mit Hinblick auf den Begriff “Datenkrake” und das Recht jedes Einzelnen auf Freiheit und Intimität. Bis jetzt hat Google meines Wissens jedoch keinen Mißbrauch mit den zur Verfügung stehenden Daten betrieben, und doch scheint jeder irgendwie darauf zu warten … Ich persönlich glaube nicht dass dies jemals geschieht.

    Die Interessenpolitik verschiedener Medienunternehmen und Verleger sich Google “vorzuknöpfen” ist in meinen Augen langweilig und transparent, hat jedoch nur den Sinn die eigenen Pfründe abzusichern bzw. auszuweiten. Dabei vergessen wir oft die Kritik an diesen Medienunternehmen und Verlegern selbst.

    Außerdem ist es so dass viele Unternehmen und Menschen bereits heute Ihren Lebensunterhalt mit Aktivitäten im Internet bestreiten, und Google hat teilweise zu dieser Tatsache auch Einiges an Beitrag geleistet. Ein klassisches Medienunternehmen welches Jedem der will kostenfreie Tools für sein Vorhaben in einem bestimmten Markt zur Verfügung stellt, ist mir nicht bekannt. Das Google dabei auch immer an sich selbst denkt, halte ich persönlich für legitim.

    Sie haben mit Ihrem Beitrag eine sehr fundierte Wissengrundlage für eine sachliche Diskussion geschaffen, dafür möchte ich Ihnen gratulieren und gleichzeitig danken.

    Mit freundlichen Grüßen,
    Richard Wahlen

  66. Nicht nur kostenlos: Spielfilme bei YouTube gegen Geld ansehen | Der Kabel Blog |  21.01.2010 | 23:36 | permalink  

    [...] Software und seit kurzem mit dem Smartphone Nexus One Hardware anbietet, ist der Konzern vor allem im Bereich Werbung aktiv. Alles gratis für alle und durch Werbung finanziert, so konnte man die Google-Services [...]

  67. Christoph Kappes |  22.01.2010 | 00:11 | permalink  

    @Martin Kliehm:
    Ich bin nicht ganz sicher, ob ich Ihren Beitrag richtig verstehe.
    Aber das Video-Thema ist ein wunderbares Beispiel für die ganze Diskussion.
    Eventuell ist nämlich genau das Gegenteil Ihrer Interpretation richtig; das wird sich in Kürze zeigen.

    Fakten:
    1. Apples Safari nutzt H.264, Firefox und Opera Ogg Theora, MS Internet Explorer Flash (H.264/VP6/Sörensen) und Silverlight. Chrome nutzt die ersten beiden Formate.
    2. Aber einen Standard gibt es nicht, de facto ist es sicher Flash.
    3. Vor zwei Wochen hat sich Google mit 0n2 geeinigt, zu welchen Bedingungen On2 übernommen wird. On2 hat Ogg Theora entwickelt und den aktuellen Flash-VP6-Codec.
    4. Klar ist, dass Youtube damit auf VP8 laufen wird, dies soll nach Aussage von On2 50% Bandbreite sparen, Experten bezweifeln das aber.

    Interpretation:
    1. Die amerikanische Fachpresse erwartet ganz überwiegend, dass Google den VP8 Codec zu Open Source erklären wird. Es gibt eine vage Aussage von Google in diese Richtung. Das Ergebnis wäre ein neuer, offener Standard, auf Basis von HTML5 ohne Plugins Video abspielen zu können.
    2. Deswegen habe ich in der Tabelle unter “Technologische Projekte” natives Video unter HTML aufgeführt.
    3. Google macht das nicht aus Altruismus, sondern spart Lizenzkosten und Betriebskosten (Bandbreite). Und setzt mit Chrome, der dann VP8 kann, die anderen Browserhersteller unter Druck, diesen Algorithmus ebenfalls zu verwenden.
    4. Und das ganze Schauspiel hat natürlich auch einen Wettbewerbsaspekt. Das tut Adobe weh, und darum steht auch Adobe in meiner Liste der Unternehmen, die Schaden haben. (Neben Skype, Sony, Nokia…)

    Das ist eine schöne Story, die in Deutschland noch nicht richtig angekommen ist. Aber überall gemeldet in den Wirtschafts- und Techniknachrichten.

    Liege ich falsch?

  68. GvR |  22.01.2010 | 01:44 | permalink  

    … Zudem hat Google mit Cloud Computing einen neuen Konkurrenten: IBM http://www.ibm.com/ibm/cloud/ – die alles daran setzen, das Terrain für sich zu gewinnen.

  69. bwl zwei null · Google, das Nexus One und das Geschäft mit Unternehmen |  22.01.2010 | 07:03 | permalink  

    [...] weltweite Markt für Cloud Computing bis zum Jahr 2013 auf 150 Mrd. USD wachsen. Warum sollte sich Google nicht ein signifikantes Stück von diesem Kuchen [...]

  70. links for 2010-01-21 - Nerdcore |  22.01.2010 | 07:07 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine — CARTA Google gilt vielen derzeit als Inbegriff des Bedrohlichen. Angebracht wäre es dagegen, Google als rational handelndes Wirtschaftsunternehmen zu begreifen. Erst dann ließen sich unbegründete Ängste von tatsächlichen Gefahren unterscheiden. (tags: Google Economy) [...]

  71. Google – Nur eine Suchmaschine? » Coach-im-Netz |  22.01.2010 | 09:25 | permalink  

    [...] kommen Sie direkt zum Artikel. Verwandte [...]

  72. Destillat 22-01-2010 | duetsch.info - Open Source, Wet-, Web-, Software |  22.01.2010 | 11:07 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine [...]

  73. buttgereit |  22.01.2010 | 12:06 | permalink  

    Viel Feind, viel Ehr. Das scheint im Web umso mehr zu gelten. Marktführer in dieser Branche sind immer umstritten und selten beliebt. Niemand muss ihre Dienste in Anspruch nehmen – nur ist ja so, dass ihre Angebote und Dienste so gut sind, dass wir dann doch alle das Portemonnaie zücken. Und die Währung, in der Google abrechnet, sind Daten. Das ist Kapitalismus, nicht mehr und nicht weniger.

    Mehr zu den Bösen: http://blog.diewebagentin.de/?p=420

  74. John Dean |  22.01.2010 | 13:22 | permalink  

    Google fährt erkennbar einen “anderen” Ansatz als die meisten seiner Mitbewerber. Christoph Kappes schlägt vor, sich nüchtern und rational mit den Aktivitäten von Google zu beschäftigen (was ihm selbst hervorragend gelingt) und Google dann als “rational handelndes Wirtschaftsunternehmen zu begreifen”, was hinsichtlich der wirtschaftlichen Erfolgsbilanz von Google naheliegend zu sein scheint.

    Ich meine, dass diese Sichtweise von Herrn Kappes seine Berechtigung hat – und doch zugleich am “Wesen” bzw. an der Besonderheit der Unternehmung Google deutlich vorbei geht. Ich schlage eine andere, ergänzende Sichtweise vor:

    Ausgesprochen zentral für die Unternehmenstrategie Googles ist das viel zitierte “don’t be evil” – aber das ist nur die halbe Wahrheit. Man drehe das Motto einmal um, und dann kommt man einer eigentlich überraschenden Eigenschaft dieser Unternehmung auf die Spur:

    “Be good!” – Google orientiert sich radikal am “Netznutzen” !

    Etwas umfangreicher formuliert, orientiert sich Google am “Gemeinwohl der Internetbewohner“. Viele Produkte von Google sind ausgesprochen radikal dem Gedanken verpflichtet, “wie kann ich für möglichst viele Intern-Benutzer einen hohen Nutzen schaffen, der für die Nutzer kostenlos ist oder jedenfalls überragend kostengünstig? Verblüffender Weise kommt bei Google die Frage nach dem rein betriebswirtschaftlichen Nutzen für das eigene Unternehmen erst an zweiter Stelle – oder sogar garnicht!

    Google agiert also wie eine Mischung aus Internet-NGO und Wirtschaftsunternehmen, bei dem einerseits Fairnesswerte und anderseits – und dies vor allem sogar – das Stiften von “Internet-Nutzen” für die Welt im Vordergrund stehen.

    Ich behaupte: Hinter dem Erfolg von Google steht diese hochspezielle Unternehmensstrategie!

    Der immense Erfolg dieser Strategie ist verblüffend und noch verblüffender ist es, dass Google gleichzeitig ein sehr erfolgreiches Wirtschaftsunternehmen geworden ist. Der Erfolg dieser hochspeziellen Google-Strategie hat sogar Ausmaße angenommen, dass sich ein recht allgemeines Unbehagen entwickelt hat – ein Unbehagen auch an den Machtmöglichkeiten von Google.

    Generell ist es so, große Macht lädt leider auch zu ihrem Missbrauch ein. Ich hoffe nicht, dass wir einen umfangreichen Missbrauch der Macht von Google erleben werden.

    Allerdings – es gibt einige sorgenvolle Entwicklungen: Vereinzelt hat schon die Benutzung bestimmter Suchwörter zur Verhaftung von sogenannten Terrorverdächtigen geführt – wir erinnern an den deutschen Fall mit der “Gentrifizierung” – die Frage stellt sich hier nach dem Mitwirken von Google und der Zusammenarbeit mit Grundrechte unterminierenden Strafverfolgungsbehörden. Welche Rolle spielt Google? Ein weiteres Beispiel: Die Zensurfilter in China waren offenbar nicht nur ein Tanz auf Messer Schneide, sondern auch schmerzhaft für Google – und für die weltweite Netzgemeinde.

    Das Unbehagen kritischer Netzbewohner wächst mit der Größe von Google – und das meines Erachtens zurecht. In gewisser Weise ist die hochspezielle Unternehmensstrategie von Google doppelt paradox:

    1. Sie ist paradox, weil sie fast schon einen Gegensatz (!) zu herkömmlichen Unternehmensstrategien darstellt – und zugleich in einem riesigen wirtschaftlichen Erfolg mündete.

    2. Sie ist paradox, weil der riesige (nicht nur: wirtschaftliche) Erfolg von Google die Grundlagen der eigenen, hochspeziellen Unternehmensstrategie von Google (u.a. dieses “don’t be evil”) erodiert. Denn mit der Macht von Google wächst überproportional (!) auch die potentielle Macht von Google, eines Tages eben doch “evil” zu sein – und sogar super-evil.

    Super-evil? Die Möglichkeit dazu besteht inzwischen. Und allein das schon, die reine Option dazu, ist ein sehr bemerkenswertes Ergebnis einer Unternehmung, die nie “evil” sein wollte…

    Vielleicht wäre es für Google an der Zeit, zum Beispiel mittels öffentlicher und transparenter Kontroll-Organe, Schutzvorrichtungen innerhalb des eigenen Unternehmens zu errichten, die verhindern, dass Google eines Tages “evil” oder gar “super-evil” wird.

    Oder – das wäre ein alternativer Weg – Google zerschlägt sich selbst, und nimmt sich freiwillig die Macht, die es auf seinem Weg angesammelt hat. Ich persönlich würde öffentliche Kontroll-Organe bevorzugen – und wünsche dann der Unternehmung Google viel weiteren Erfolg.

    John Dean

  75. Ist Google der große böse Bruder? : Zustandsforschung |  22.01.2010 | 13:25 | permalink  

    [...] differenzierter setzt sich aber der Artikel Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine mit dem Thema auseinander: Google gilt vielen derzeit als Inbegriff des Bedrohlichen. Angebracht [...]

  76. Martin |  22.01.2010 | 14:57 | permalink  

    Die Kritik an Chinas Google-Verhalten ist in Relation gesehen doppelmoralisch.
    Soweit ich informiert bin hat es bei google schon Eingriffe gegeben, die sich auf Einflussnahme einer Regierungseinrichtung interpretieren lassen. Der links angehauchte (meistgesehene. Ever.) Googlefilm, der in 3 sehr unterschiedliche Teile geteilt ist, mit dem Namen „Zeitgeistmovie“ hat es auf die Topseite per höchster Nachfrage geschafft und sein Zähler wurde plötzlich auf 0 gesetzt.
    Das ist für mich ganz klar politisch und ideologisch, egal wie es später begründet wurde.

    Und dem Absatz mit einem mittelfristig schwer zu kontrollierendem Giganten, wenn sich Führungspersonal oder Rechtslage ändern, solllte m.E. mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Klar, es ist abstrakt, aber ich habe aus meinem Geschichtsunterricht noch im Ohr, dass es vor 70 Jahren „eigentlich alle wussten, was passiert“, nur konnte wegen zu großer Machtkonzentration niemand mehr seine Ideen oder Sorgen teilen.
    Wissen ist Macht. Und wird natürlich nur gegen eine Minderheit eingesetzt, wovon die Masse nicht direkt betroffen ist, aber der Einzelfall hat es dann in sich.
    Aber der Vergleich mit dem Dritten Reich oder der Stasi mit den Machenschaften einiger Teile der USA denken mal wenige weiter.

    Jochen Scholz betont in diesem interessanten Video, wie wenig die USA überhaupt noch kritisiert werden und alles hingenommen wird.
    http://www.youtube.com/watch?v=PJUE-_48lmo&feature=related
    Einen Machtmissbrauch gewollt oder ungewollt steht gerade bei einem hauptsächlich im Internet agierendem Unternehemen wenig im Wege, wenn man die häufigen Sicherheitspannen mitverfolgt. Nur würde Google seine eigene Regierung nie anzeigen, wenn die sich Zugang zu Welt verschafft.

  77. Christoph Kappes |  22.01.2010 | 15:36 | permalink  

    @Martin: Sie schreiben von einem “schwer zu kontrollierenden Giganten”. Das ist eine Argumentation, die ich in den letzten Tagen häufiger höre – die ich aber nicht so recht verstehe.

    Auf der Ebene, dass sich manche Probleme erst erschliessen, wenn man eine “technische Tiefenbohrung” macht (z.B. Speicherung von Analytics-Daten im Ausland) oder dass man zwischen den Zeilen lesen muss (hier mein Kompliment an den SpOn, der anläßlich des Schmidt-Zitates auf den Patriot Act hingewiesen hat, was sich sonst niemand traute), sehe ich das auch.

    Aber Macht und Herrschaft sind in der Hand der politischen Ebene.

    Und: Was ist denn eine konstruktive Lösung?

    Hier ein Absatz, den die Schlussredaktion gestrichen hat:
    “Hinzukommt, dass die Diskussion um Google aus einer für mein Empfinden ungewöhnlichen Perspektive geführt wird. Die weniger wichtige Frage ist, wie der „Gigant zu beherrschen“ ist. Die wichtigere Frage – aus wohlverstandenem ökonomischen Eigeninteresse – ist, wie es dazu kommen konnte und welche Schlüsse für die Zukunft daraus zu ziehen sind, dass gefühlt 80% der Internettechnologie aus den USA kommen und man hierzulande Alan Turing für den alleinigen Erfinder des Computers hält, obwohl Konrad Zuse den ersten programmierbaren Computer gebaut hat.”

  78. F30 |  22.01.2010 | 16:23 | permalink  

    Ein sehr interessanter und gut geschriebener Artikel.
    Gänzlich vermisst habe ich allerdings das (nochmal sehr vielschichtige) Thema “Google Books”. Gerade diesem Projekt fällt ja in Deutschland in großer Teil der öffentlichen Diskussion um Google zu, deshalb hätte man es imho zumindest erwähnen sollen.

  79. Ist Google böse? – Fructus GmbH – Christoph Kappes |  22.01.2010 | 17:04 | permalink  

    [...] nachzugehen. “Eine politische Ökonomie des Google-Bashings” erscheint heute auf CARTA und vorab bei iBusiness (nur [...]

  80. Sanníe |  22.01.2010 | 18:55 | permalink  

    Ich sag einfach ml danke für den besten Artikel, der bisher über Google erschienen ist.

  81. John Dean |  22.01.2010 | 19:37 | permalink  

    @ Christoph Kappes | #77

    Sie glauben, dass Macht und Herrschaft ausschließlich ein Phänomen der politischen Sphäre sind, der mehr noch, sich vollständig “in der Hand der politischen Ebene” befinden??

    Aber Macht und Herrschaft sind in der Hand der politischen Ebene.

    Pardon, wie kommen Sie denn auf diese Idee?

    Übrigens, den Abschnitt zwischen “Hinzukommt …” und “…gebaut hat” hätte ich Ihnen auch gestrichen. Aus drei Gründen.

  82. Christoph Kappes |  22.01.2010 | 22:13 | permalink  

    @John Dean: Danke, dass Sie fragen, der Satz stiess mir selbst auf. Nein, so einfach ist es nicht. Ich hätte schreiben sollen, dass es mehrere gesellschaftliche Systeme gibt, Politik, Wirtschaft, Medien etc., von denen nur das erstere das Gewaltmonopol für sich beanspruchen darf.
    Und Ausfluss dessen sind eine Vielzahl gesetzlicher Regelungen, vom BDSG über Landespressegesetze, Telemediengesetz bis zum Kartellrecht, mit denen man auf Schieflagen reagiert oder Vorsorge gegen künftige Schieflagen treffen kann.
    Aber bevor wir darüber diskutieren, muss überhaupt erstmal eine Analyse gemacht werden. Diese Phase droht übersprungen zu werden, weil erstens einige (!) Medienartikel für meinen Geschmack die falsche Tonalität anschlagen, und zweitens die deutsche Internetwirtschaft sich in Schweigen hüllt, womit das politische System unnötig getriggert wird.

  83. verschlafen « Cyberer’s Weblog |  22.01.2010 | 23:20 | permalink  

    [...] Gestern habe ich einen sehr gut überlegten, vielleicht zu blauäugigen aber auf jeden Fall lesenswerten Text über Google bei carta gefunden bekommen. Seine Hauptaussage ist: google will auch längerfristig Gewinne erwirtschaften [...]

  84. Christoph Kappes |  23.01.2010 | 00:20 | permalink  

    Google hat soeben der SEC gemeldet, dass Larry Page und Sergej Brin einen Teil ihrer Aktienpakete verkaufen werden. Dadurch sinkt ihr Stimmrechtsanteil unter 50%.
    Damit würde ein im Artikel angesprochener Fall von Change of Control eintreten.

    http://www.businessinsider.com/google-founders-larry-page-and-sergey-plan-announce-plans-to-sell-off-stock-2010-1

  85. ym |  23.01.2010 | 07:12 | permalink  

    Alles geht. Jedenfalls bei Herrn Kappes. Der hoffentlich kein Kölner ist;-). Sonst wär nomen = omen.

    Mann kann google gegen dessen Kritiker verteidigen. Ohne die inzwischen vorliegende Kritik, z.B. von Prof. R. Albrecht, der schon Jahren nachwies, daß und wie google.de nachzensiert.

    Geht alles. Hat aber mit Qualitätsjournalismus nix zu tun. Auch der Kappes als socher gelten möchte …

    ym

  86. Christoph Kappes |  23.01.2010 | 11:10 | permalink  

    @ym: Welche Kritik von Prof. Albrecht meinen Sie? Doch nicht etwa seine Einlassung zum “Banana-Bay”-Fall?
    Halten Sie es für Zensur, dass man als gewerblicher Anzeigenkunde keine AdWords-Anzeige mit den Keywords seiner Wettbewerber schalten darf?

  87. links for 2010-01-23 – Hartmut Ulrich - Randbetrachtungen |  23.01.2010 | 13:09 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine "Auf der politischen Diskussionsebene hat sich eine Lagerbildung unter den Diskutanten etabliert: hier die Fanboys, unkritisch und immer nach vorne gerichtet, dort die rückwärtsgewandten Kulturpessimisten, die weder die Technik verstehen noch Disruption erkennen. Ein sachlicher Diskurs ist aber schwer möglich, wenn die Motivation und Kompetenz der jeweiligen Gegenseite angegriffen wird. Die Spitzenvertreter beider Lager, die gerade sich selbst für besonders gute Kommunikationsprofis halten, sollten einmal darüber nachdenken, wohin das eigentlich führen soll." Exzellenter Beitrag von Christoph Kappes auf CARTA. (tags: Internet Gesellschaft Politik) weiterreichen: [...]

  88. Martin |  23.01.2010 | 13:13 | permalink  

    „Aber Macht und Herrschaft sind in der Hand der politischen Ebene.“
    Stimmt eigentlich. Nur wer beeinflusst diese? Berater. Ohne diese könnte Schäuble nicht oberster Experte von innerer deutscher Sicherheit sein (als Rollstuhlfahrer nach Attentat eh zweifelhafte Kompetenz), sondern plötzlich auch mit Finanzen jonglieren.
    Da müssen endlich mal wieder Experten ran die sich nicht alles aufschwatzen lassen.

    Und manchmal frage ich mich auch, ob unsere McPomm Kanzlerin wirklich die Denke der Clans des amerikanischen „Geldadels“ nachvollziehen kann. Ein gutes Beispiel wie böse und ausgekochte Schlitzohren die Länder dieser Welt verarschen ist die Kampagne der Schweinegrippe. Amerikaner sagen, machen Geld und wir schlucken. Diese Hörigkeit geht so nicht. Nacktscanner sind ähnliche Gelddruckmaschinen.

    Wenn Terroristen wirklich einem Land Böses wollen und es schockieren wollen, dann reicht es mit normalem Sprengstoff von 10 Seiten eine Einkaufsmall zu stürmen und alle 20 Sekunden zündet ein Märtyrer seine Bombe in der flüchtenden Menge. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber mal ehrlich: Warum sollte man so auf diesen Flugzeugen beharren und dort seine Bombe zünden?? Viel zu aufwendig und das Ergbnis ist eigentlich auch nicht besonders effizient. Nur die Zielgruppe im Flugzeug ist eben ein besserer Multiplikator der Angst.
    (Dem armen Irren aus Detroit wurde doch ein Bombe mitgegeben die gar nicht explodieren sollte). Macht auch total Sinn.

    Und mit dieser Geschäftsethik wird auch google zum evil player. Interessant, dass just in diesen Tagen Googles Stimmanteile verschieben. Wir die wohl kaufen will?

    Die USA sind mal wirklich anders als Europa. In der Weltstadt New York darf nur noch in Lokalen mit Konzessionen getanzt werden. Woanders werden die Leute rausgeworfen. In Süden dort halten viele Tanzen für Teufelszeug.

    Verfolgt man Amerikas Propaganda, dann bastel ich oft ein „nicht“ in die meisten Sätze der großen (Kriegs-)Reden von z.B. Bush oder lasse es eben weg. Und dann höre ich häufig ganz klar das, was die Intentionen sind. Funktioniert!
    Und so wird auch google seine evil Macht in Zukunft nutzen.
    Wo wurde große Macht bisher dauerhaft zum Guten gebraucht?
    –> Gewaltenteilung

  89. Gk |  23.01.2010 | 13:39 | permalink  

    Manche Kommentare, die hier gut hingepasst hätten, finden sich dann in der FAZ: http://tinyurl.com/ye9n393
    Informatiker haben sich bei diesem Posting zu Wort gemeldet. Wie gut.

  90. Google-Bashing: Nachlese – Fructus GmbH – Christoph Kappes |  23.01.2010 | 16:20 | permalink  

    [...] den Stand der Debatte inhaltlich nachvollziehen möchte, schaut am besten erst auf carta.info und dann auf rivva.de. Es gibt 98% Zuspruch und nur wenig Kritik: diese geht zumeist in die [...]

  91. Christians Blog » Blog Archive » Links 5 |  23.01.2010 | 22:26 | permalink  

    [...] Google-Datenschutz: mal eine andere Sicht. passend dazu:  Google-Bashing analysiert [...]

  92. Google – Inbegriff des Bösen? « Piraten im Berchtesgadener Land |  24.01.2010 | 09:38 | permalink  

    [...]  Eine umfangreiche Zusammenstellung und Rationalisierung unter dem Aspekt, Google als “rational handelndes Wirtschaftsunternehmen” stellt umfassend zusammen, worum es da [...]

  93. Google almighty » F!XMBR |  24.01.2010 | 09:55 | permalink  

    [...] Google im Fadenkreuz der Politik bzw. Kappes Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine beleuchten einerseits die tatsächlichen Risiken und Nebenwirkungen des Suchmaschinen-Riesen, [...]

  94. Internet Was ist "Google Pack"? |  24.01.2010 | 12:40 | permalink  

    [...] [...]

  95. Bestandsaufnahme: Google Voice + GV Mobile |  24.01.2010 | 14:07 | permalink  

    [...] verfasste mit dem Artikel ‘Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine‘ in der letzten Woche eine sehr gelungene Übersicht zum derzeitigen Software- und [...]

  96. news 24.1.2010 « Botchjob |  24.01.2010 | 21:18 | permalink  

    [...] LINK [...]

  97. NerdyRoom™ » Google ist das neue Microsoft |  24.01.2010 | 22:46 | permalink  

    [...] Phrasen hör ich in letzter Zeit immer öfter. Ich weiß auch was ich da ab jetzt zu antworte: http://carta.info/21775/google-bashing/ Interessante Blickweise auf das Thema Google – gute Sammlung an Links zu den [...]

  98. Erfurter Domspitzen » Blog Archive » Angst ist nur ein Gefühl |  25.01.2010 | 11:56 | permalink  

    [...] Online-Magazin Carta betrachtet Christoph Kappes Google aus ökonomischer Sicht und analysiert verschiedene Aspekte dessen, was Google für viele [...]

  99. Aktuelle Links (gespeichert vom 20.01.2010 bis zum 25.01.2010) « Der Webanhalter |  25.01.2010 | 21:03 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine — CARTA – 20.01.2010 Google gilt vielen derzeit als Inbegriff des Bedrohlichen. Angebracht wäre es dagegen, Google als rational handelndes Wirtschaftsunternehmen zu begreifen. Erst dann ließen sich unbegründete Ängste von tatsächlichen Gefahren unterscheiden. [...]

  100. Elke |  26.01.2010 | 19:00 | permalink  

    Nach dem Konsum der folgenden Filme/Beiträge, stellen sich mir die folgenden Fragen:
    Sind Google-Mitarbeiter grundsätzlich und ohne Ausnahme bessere Menschen?
    Wurden ihre Wünsche ausnahmslos gestillt? Oder wurden sie einer Gehirnwäsche unterzogen und damit zu Robotern gemacht?

    http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/729912/Der-glaeserne-Deutsche#/beitrag/video/729912/Der-glaeserne-Deutsche/

    http://www.youtube.com/watch?v=oKb6T7DrckA&feature=channel

  101. Christoph Kappes |  26.01.2010 | 20:32 | permalink  

    @Elke:

    Erklären Sie uns bitte den Zusammenhang zwischen ELENA und Google.

    Für Mitleser: ELENA ist der neue elektronische Entgeltnachweis, den Arbeitgeber ab 1.1. erbringen müssen, darin enthalten ist ein erweiterter Personalfragebogen und ab Juli auch Angaben bei Kündigungen. Ab 2012 entfallen durch dieses Verfahren 5 Arbeitgeber-Papierbescheinungen nach §§ SGB II 312, 313, 315 sowie WohngeldG und Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz.

  102. Elke |  27.01.2010 | 12:49 | permalink  

    @Christoph Kappes:
    ELENA ist eine Datensammlung, die persönliche Informationen erhält. Diese sind zwar dem Arbeitgebern, aber nicht unbedingt den Betroffenen bekannt. Zusätzlich kann bzw. will Keiner sagen, wer letztendlich all diese Daten für sich nutzbar machen kann, darf oder gar soll.
    Google sammelt ebenfalls wie wild (persönliche) Daten. Auch hier auf diesen Seiten erhält Google mit Hilfe von Google Analytics viele Informationen. Wie viele Betroffenen (LeserInnen und KommentatorInnen) wissen davon?
    Wissen die Nutzer von Google Mail, dass ihre E-Mails, Dokumente, u. a. gescannt, gespeichert, verarbeitet und die daraus gewonnenen (falschen oder richtigen) Erkenntnisse an Interessierte weitergegeben werden (können)?
    Aber nicht nur diese, sondern auch ihre E-Mailkontaktpersonen werden gescannt, gespeichert, verarbeitet,… . Werden diese vorher von Google darauf aufmerksam gemacht / gewarnt? Natürlich nicht!
    Last but not least: Wer kann diese Daten später, vielleicht sogar mit anderen Daten von der Post, Telekom, Otto, Versicherungen, ELENA,…) für seine Zwecke (miss)brauchen?
    Auch das will, kann oder darf? Keiner sagen.

    M. E. kann sowohl die gezeigte “Pizzabestellung” und auch das “Bewerbungsgespräch” schneller Realität werden als uns lieb ist.
    Letztendlich bedeutet dies:
    Persönlichkeitsrechte und Freiheit ade!

    Wollen wir das wirklich?

  103. Christoph Kappes |  28.01.2010 | 01:23 | permalink  

    @Elke: Die Gefahr des Missbrauchs ist immer gegeben. Ob ein Zusammenführen von staatlich erfassten Daten mit Google-Daten passieren kann, ist aber eine Frage, wie man das politische System einschätzt. Ich persönlich kann mir staatlichen Missbrauch – aus einer historischen Perspektive – vorstellen; den durch ein privates Unternehmen erst recht. Grundsätzlich. Ob das hier im konkreten Fall in Sichtweite ist, gehört wohl nicht mehr auf diese Plattform.
    Wenn Sie Ihren Standpunkt verfestigen möchten, schauen Sie sich Google Social Search an, das wurde heute vorgestellt.

  104. Google manipuliert Suchergebnisse | 121WATT-Blog |  28.01.2010 | 10:22 | permalink  

    [...] Bei Carta ein sehr langer und interessanten Artikel zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine [...]

  105. Chris |  28.01.2010 | 20:15 | permalink  

    Google ist eine richtige Cashmaschine und wird auch natürlich zu politischen Zwecken benutzt. Jeder nutzt Google bzw. möchte sich Vorteile erschaffen.

  106. Jason |  30.01.2010 | 18:53 | permalink  

    Mehrere Anmerkungen zum Artikel:
    1. Im Artikel werden Möglichkeiten eines Marktmissbrauchs durch Google genannt, z.B. dass die Firma andere Mobilfunkanbieter bei Werbeanzeigen gegenüber denjenigen für das eigene Produkt benachteiligt. Aber wenn man die gleichen Maßstäbe wie bei anderen Monopoluntersuchungen etwa gegen MS und Intel anlegt, müsste es für dieses Verhalten wenigstens Hinweise geben, dass eine Untersuchung gerechtfertigt wäre. Solche Hinweise etwa von Konkurrenten entnehme ich dem Artikel nicht. Auch bei den Beschwerden der Verlage habe ich den Eindruck, dass sie sich einfach im Suchindex nach oben klagen wollen, oder zumindest an die von Google verwendeten Suchalgorithmen kommen wollen, um ihren eigenen Auftritt zu optimieren, was ich für einen Missbrauch des Monopolrechts halte.
    2. Bei der Feststellung eines Monopols und von Marktmissbrauch spielte im Fall Microsoft auch der Lock-in-Effekt eine große Rolle. Ein solcher ist bei Suchmaschinen praktisch nicht gegeben, den der Konkurrent ist nur einen Mausklick entfernt. Die Kosten für den Wechsel einer Suchmaschine sind um ein Vielfaches geringer, als die für den Wechsel eines Betriebssystems. Also sind auch die Folgen eines möglichen Monopols an Suchmaschinen weniger schwer wiegend.

  107. Hermes |  16.02.2010 | 17:03 | permalink  

    Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine — CARTA…

  108. K R E K K S O U P |  16.02.2010 | 18:12 | permalink  

    “Und das ist Schizophrenie: Der wettbewerbspolitisch denkende Teil meines Gehi…”…

    Und das ist Schizophrenie: Der wettbewerbspolitisch denkende Teil meines Gehirns wünscht sich mindestens drei gleich starke Suchmaschinen; der informationshungrige Teil allerdings, dass ich nur eine nutzen muss, weil alle Wettbewerber gleiche Ergebnis…

  109. Links LXXVI • Peter Kröner, Webdesigner & Frontendentwickler |  17.02.2010 | 16:08 | permalink  

    [...] Google-Bashing: Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine – Ist zwar schon etwas älter und sehr lang, ist aber [...]

  110. Markus Scheurer |  24.02.2010 | 03:30 | permalink  

    Vielen Dank für diesen umfangreichen und interessanten Beitrag.
    Ich habe in den vergangenen Monaten und vor allem in den letzten Wochen immer wieder zahlreiche News + Beiträge zu Pros und Kontras gefunden.
    Aber leider waren mir fast alle zu sehr auf der Pro- oder Kontra-Seite und selten neutral geschrieben. Offenbar spaltet das Thema Google nicht nur Menschen allgemein, sondern vor allem auch die Redakteure von News-Diensten wie heise und Golem.
    Diesen Beitrag habe ich deshalb als besonders toll empfunden, weil er (trotz seiner Länge im Vergleich zu anderen Beiträgen zum Thema) ausgesprochen neutral alle Pros und Kontras beleuchtet. Dies vor allem aber sehr nachvollziehbar.
    Mir hat dieser Bericht richtig gefallen, deshalb werde ich ihn unseren Kunden in unseren Website-News unter http://www.mks-computer.com/modules/news/article.php?storyid=536&location_id=2859&topicid=2 empfehlen.
    Ich würde mir wünschen, dass die aktuellen Diskussionen ebenso offen und neutral stattfinden würden wie es dieser Beitrag tut. Das dies leider nicht möglich ist, zeigt auch der ein oder andere Kommentar zum Beitrag hier.

  111. Podcast: Gutes Google – böses Google « Medien-Ökonomie-Blog |  25.02.2010 | 09:46 | permalink  

    [...] Google ist und vor allem, was es will, darüber wird viel geschrieben und nachgedacht. Verschiedene Szenarien sind denkbar: Der Konzern könnte an der Erwartung, immer der beste und [...]

  112. Christian |  27.02.2010 | 12:31 | permalink  

    Vielen Dank für diesen Artikel!

  113. Christoph Kappes |  28.02.2010 | 16:35 | permalink  

    Gern geschehen.
    Die Diskussion seit Erscheinen dieses Artikels ist aber leider nicht viel besser geworden.

    Beispiel StreetView:

    Hier geht es nur vordergründig darum, ob Google fotografieren darf, was ohnehin jeder sehen kann (sofern die Daten anonymisiert werden). Das ist im Grunde ein Selbstgänger, denn was Bürgern, Verlagen und Kartenherstellern erlaubt ist, darf Google nicht verboten sein.
    Die Problematik ist
    a) auf einer technischen Ebene: werden die nicht-anonymisierten Daten gespeichert und wer hat den Zugang dazu? und
    b) bei der politischen Frage, ob diese Daten nicht “der Allgemeinheit zustehen”, diese sie sich aneignen soll oder zumindest neutrale Stellen schafft und OpenSource-Projekte fördert und
    c) beim Weiterdenken der Technologie in fünf Jahren: Sind Realtime-Videos an Strassenkreuzungen erlaubt und darf man diese zB als SaaS-bereitstellen? Und in 20 Jahren sind wir beim Betrieb von Drohnen durch Private. Egal durch wen, es geht mir nicht um Google.

    Das ist die Diskussion, die ich von einem Minister erwarte und von einer Kanzlerin einen entsprechenden Überblick, statt die Diskussion auf der CeBIT zu einem Verbraucherschutz-Thema zu machen.

  114. CTRL-Verlust |  07.03.2010 | 19:37 | permalink  

    Fullfeeds, Gewalt und eine Skizze des “Zweiten Markts”…

    Warum die Blogger nicht viel anders ticken, als Verleger, warum die radikalen Netzapologeten nicht radikal genug denken, warum Information kein Angebot mehr ist, sodern vor allem ein Nachfrager und warum Google der Robin Hood der Aufmerksamkeit ist. De…

  115. Google – Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine : MEDIA.AG |  07.03.2010 | 19:51 | permalink  

    [...] Read more: Google – Zur politischen Ökonomie einer Suchmaschine [...]

  116. Google sehr ausführlich analysiert – Vorurteile aufräumen | Juergen Komesker |  13.03.2010 | 03:55 | permalink  

    [...] Weiter gehts hier [...]

  117. Christoph Kappes |  13.03.2010 | 17:14 | permalink  

    Da dieser Artikel immer noch bemerkenswerte Abrufzahlen hat, hier ein Link aus USA, der einiges aktuell und kritisch zusammenfasst:

    http://www.businessinsider.com/the-6-delusions-of-googles-arrogant-leaders-2010-3

    Wie sehr man aber Google missverstehen kann, zeigt das Schmidt-Zitat zur Mission von Google: “…we see ourselves as a company with a mission about information and not a mission about revenue or profits.”

    Wer sich in Unternehmensstrategie auskennt weiss, dass eine sog. Mission nie monetär ist, es ist der Unternehmenszweck in einem Satz (http://de.wikipedia.org/wiki/Leitbild_(Unternehmen)). Das andere Zitat “we love cash” verträgt sich gut mit einer solchen Mission.

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