Matthias Schwenk

Wovor hat Google eigentlich Angst?

Matthias Schwenk | 18 Kommentar(e)

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Ohne Pause präsentiert Google in immer schnellerem Tempo neue Produkte und Funktionen. Doch wenn die Kunden nicht mehr mitkommen, könnte der Gigant zum Außenseiter werden – gerade weil man dort alles besser macht.

08.12.2009 | 

Google ist eine Innovationsmaschine, anders kann man es nicht sagen. Die Geschwindigkeit aber, mit der das kalifornische Unternehmen immer neue Dienste und Features herausbringt, wirkt allmählich seltsam: Warum dieses Temp0? Vom wem fühlt sich Google verfolgt?

Erst am Freitag (04.12.2009) hatte Google die personalisierte Suche vorgestellt. Auf den ersten Blick war das keine große Änderung an der Suchmaschine, tatsächlich ist es aber ein enormer Schritt. Denn künftig wird jeder Suchende individuell bedient: Google liefert nicht mehr die generell bestmöglichen Treffer auf eine Suchanfrage aus, sondern wagt sich (ungefragt) an die personalisierte Darstellung von Suchergebnissen. Das heißt nichts weniger, als dass Google seine Kunden kennt. Wem das zu viel Freundlichkeit und Service ist, kann über eine Opt-Out-Verfahren bei der alten Verfahrensweise bleiben.

Doch was für die Menschen ein großer Sprung ist, scheint für Google nur ein kleiner Schritt zu sein: Diese Woche geht der Reigen an Neuvorstellungen ungebremst weiter. Seit Montag (07.12.2009) bietet Google die Echtzeitsuche (Real Time Search) und integriert darin Statusmeldungen von Twitter, Facebook – nur von (Fan-)Seiten, nicht von Profilen – sowie aus MySpace. Doch lange nachdenken darf darüber nicht, wer in Besitz eines Android Handys ist: Denn hier gilt es die Applikation Goggles herunterzuladen, mit der die Suche über Fotos möglich wird.

Das Prinzip ist denkbar einfach. Die Applikation starten und das Zielobjekt fotografieren. Goggles scannt dann das Bild und liefert kurz darauf die Suchergebnisse. Noch funktioniert das nicht perfekt, aber die Schrift auf Büchern beispielsweise wird frappierend gut erkannt. Hier erscheint eine völlig neue Dimension von “Suche” und man kann schon förmlich die Skeptiker und Kulturpessimisten hören, wie sie angesichts dieser Funktion den Verfall der Schreibkultur beklagen werden, denn künftig muss man ja nur noch den Auslöser der Fotofunktion eines Handys bedienen können, um sich das Wissen dieser Welt auf den Bildschirm zu holen.

Im Googleplex könnte man sich ob der Innovationsfreude im eigenen Haus eigentlich entspannt geben. Doch das Gegenteil scheint der Fall zu sein, wie Eric Schmidt in einem Interview kürzlich mitteilte:

“I worry about the next entrepreneurial company that will take cloud computing into an area that we have not anticipated. (I worry about) something that we don’t foresee that could really take off. There’s evidence that a lot of new companies could be built.”

Fast kommen einem da die Tränen ob der Bürde, die auf den Schultern des Eric Schmidt lasten muss. Aber eben nur fast. Denn bei Google sollte man sich viel eher Sorgen um andere Dinge machen. Etwa darum, dass die Verbraucher angesichts des Tempos, das Google vorlegt, gar nicht mehr mitkommen.

Zudem muss Google aufpassen, dass man nicht allmählich in die Rolle des unbeliebten Strebers rutscht, der alles besser macht als die anderen und dadurch zum Außenseiter wird. Hat das Unternehmen diesen Status erst einmal erreicht, dürfte der Ruf nach seiner Zerschlagung nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Das aber wäre ausgesprochen schade. Denn Google bringt mit seinen Innovationen und seiner Experimentierfreude viel frischen Wind in so manche Branche. Man denke da nur an die (natürlich kostenlose) Google Maps Navigation. Vom Mediensektor ganz zu schweigen. Dass dieser Eifer nicht überall nur Freunde macht, sollte bei Google klar sein. Deshalb darf Eric Schmidt das Aufmischen der einen oder anderen Branche im digitalen Wandel ruhig auch mal anderen überlassen. Google steht im Internet wie eine Eins, Grund zur Angst gibt es nicht.

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18 Kommentare

  1. mh |  08.12.2009 | 11:38 | permalink  

    falsch gedacht. das internet überholt sich so dermaßen schnell von selbst, dass man immer vorne mit dabei sein muss, um vorne zu bleiben. man sieht es an myspace, wie schnell ein angebot ins hintertreffen gerät und davor hat google angst .. nicht zuletzt, weil sie genau aus solch einer bewegung heraus entstanden sind.

    das bemerkenswerte daran ist etwas vollkommen anderes. nämlich dass der druck zu veränderungen bei einem monopolisten dadurch entsteht, dass er angst vor der schnelligkeit und innovationskraft der anderen hat und sich nicht darauf ausruht den markt mit seiner stellung auszuquetschen bis zum geht nicht mehr.

    das wird sich ändern, sobald der weg des internets mal klar ausdefiniert ist. bis dahin wird an allen fronten gekämpft.

    mfg
    mh

  2. Jay F. Kay |  08.12.2009 | 11:48 | permalink  

    Prinzipiell gebe ich Dir Recht, allerdings sind es doch genau diese Nutzer, die alles Neue schnellstmöglich haben wollen, nur um danach hilflos dastehen und nicht mehr weiter wissen.

    Bestes Beispiel hierfür ist Google Wave. Jeder wollte einen Preview Account und griff sich jeden Strohhalm, nur um eingeladen zu werden. Als es dann soweit war, konnten viele nichts mit Google Wave anfangen. Es ist eben noch kein fertiges Produkt ist und man muss sich damit beschäftigen, damit es das macht was es soll. Für den Otto-Normal-Nutzer eigentlich absolut unsinng.

    Die Produkte von Google sind einfach, innovativ und vor allem kostenlos – wenn sie dann fertig sind. Es wird immer Leute geben, die etwas an diesem oder an jenem herumzumeckern haben. Letztendlich sollten sich die Nutzer einfach einmal angewöhnen nur die Applikationen zu nutzen, die sie benötigen und nicht jeder Neuerung hinterherzuhechten, nur damit man beim Nachbar angeben kann. Schön wäre das Problem gelöst.

  3. lemabu |  08.12.2009 | 12:39 | permalink  

    Das Prinzip, nach welchem Google hier handelt, ist in Internet- und IT-Kreisen ebenso bekannt wie anerkannt: Fail Early, Fail Often.

    Neue Produkte und Funktionen so häufig und so früh wie möglich (bei Google z.B. als Labs Experiment oder Beta) auf den Markt zu werfen, anstatt sie mühsam und zeitraubend erst bis zur vollen Marktreife zu entwickeln, hat den Vorteil, dass konzeptionelle Fehler und mangelndes Interesse bzw Akzeptanz frühzeitig erkannt werden können und das Produkt im schlimmsten Fall wieder eingestampft wird, ohne dass damit gleich die Entwicklungsarbeit vieler Jahre weggeworfen wird.

    Stößt ein Produkt hingegen auf reges Interesse und stellt sich für eine Vielzahl von Nutzern als unverzichtbares Werkzeug heraus (so geschehen z.B. mit Maps und GMail) kann aus der Beta bzw dem Experiment ein vollwertiges Produkt für die Masse werden.

    Eben diese Masse erfährt auch meist erst dann von den neuen Produkten und Funktionen, wenn sie eine gewisse Stabilität und Reife entwickelt haben.

    Den scheinbar unendlichen Quell immer neuer Funktionen und Projekte nehmen so nur die Internet-Benutzer war, die sich tatsächlich dafür interessieren.

    Wer aber denkt, die aufmerksamen Tech-Blog-Leser und Internet-Enthusiasten, die diese Informationen als erste erreichen, wären ein nennenswerter Teil der Google Benutzer, der verkennt die Reichweite des Internet-Giganten, der von einem Großteil der Nutzer wohl immer noch einfach als Suchmaschine wahrgenommen wird.

    Sie erfahren frühestens bei einer Verlinkung direkt auf Googles eigener Startseite etwas von den neuen Produkten, während die wissenshungrige Internet-Elite immer reichlich mit Meldungen und Neuvorstellungen versorgt wird – diese lässt sich davon aber wohl kaum verwirren oder gar abschrecken, sondern durstet geradezu danach.

    Daher sehe ich die im Artikel dargestellte Gefahr so gut wie gar nicht, zumal Google die beschriebene Strategie schon lange verfolgt und damit bislang beeindruckend gut gefahren ist.

  4. Matthias Schwenk |  08.12.2009 | 13:18 | permalink  

    @Jay F. Kay: Die Beobachtung in Bezug auf Google Wave stimmt ganz sicher. Viele wollten es sehen, nur um dann ratlos vor dessen Oberfläche zu stehen…

    @lemabu: Ein gewisses Unbehagen an Google kann deswegen aber nicht abgestritten werden. Im Zusammenhang mit “Google Book Search” wird dem Unternehmen immer wieder der Vorwurf der Monopolbildung gemacht (was Unsinn ist, denn es gibt kein Monopol auf eingescannte Bücher). Auch die Google Street View gerät immer mal wieder ins Visier überbesorgter Naturen, was zeigt, dass man in der Öffentlichkeit von Google schon etwas mehr wahrnimmt, als nur die Suchmaschine.

    Die Strategie des “Fail Early, Fail Often” wird zweifellos von Google praktiziert. Hier wäre aber etwas weniger in meinen Augen besser, denn Google gräbt damit tendenziell (und vielleicht sogar ungewollt) Startups das Wasser ab.

  5. Wittkewitz |  08.12.2009 | 15:26 | permalink  

    Man muss doch mal erklären, dass es in Deutschland KEIN einziges Unternehmen gibt, dass die amerikanische Strategievorgabe “Eat your own Dogfood” auch nur ansatzweise umsetzt. Das ist der Hauptgrund, warum es hier so seltsame Innovationen gibt und warum das GoToMarket fast immer von anderen Firmen kommt, obwohl die grundlegende Idee hierher kommt. Viele Firmen wissen nicht, dass Mitarbeiter auch Konsumenten sind. Die sind immer noch in diesem Zielgruppen- und Rollendenken aus den 70ern behaftet…

  6. Wittkewitz |  08.12.2009 | 15:27 | permalink  

    @Matthias

    Sie wollen/müssen den StartUps das Wasser abgraben. Brin und Page haben ein zweites Armageddon à la twitter verboten.

  7. Matthias Schwenk |  08.12.2009 | 16:06 | permalink  

    @Wittkewitz: Mit Deiner Vermutung in Sachen Twitter könntest Du richtig liegen. Die ganze Entwicklung in Richtung Real Time Web dürfte für Google ein ziemlicher Schock gewesen sein, weil man das zu spät gesehen und unterschätzt hat (erinnert sich noch jemand an Jaiku?).

    Aber so Dinge wie mit EtherPad darf sich Google auch nicht zu oft erlauben, sonst schmilzt die Fangemeinde rasch dahin.

  8. Wovor hat Google eigentlich Angst? | MEDIA.AG |  08.12.2009 | 18:29 | permalink  

    [...] Continued here: Wovor hat Google eigentlich Angst? [...]

  9. Wittkewitz |  08.12.2009 | 18:47 | permalink  

    naja, sie wurden ja noch rechtzeitig die Kurve gekriegt…
    ;-)

    Sonst hätten sie bei mir absolut und auf ewig verschissen und ich hätte sie genauso geschnitten wie jetzt alles, was im ZDF passiert.

  10. Jan Thomas |  08.12.2009 | 21:53 | permalink  

    google kämpft an allen Fronten – und ist dabei ziemlich fix. Was auch nötig ist, denn keiner kann voraussagen, aus welcher Ecke der nächste ernstzunehmende Kontrahent angreift (facebook? twitter? Apple?). Zählt künftig die Software oder die Hardware? Ist werbefinanzierter Content bzw. Applikationen auf Dauer ein Geschäftsmodell? Bleibt dabei nicht mittelfristig die inhaltliche Qualität auf der Strecke? Was sagt das Kartellamt? Wie wichtig sind Communities? Oder gibt es irgendwann doch eine alles vernichtende Sammelklage von Murdoch, Disney & co? google in seiner jetzigen Form funktioniert mE nur, solange das Internet noch unstrukturiert ist und die Rechteinhaber sich nur träge organisieren bzw. verteidigen. Denn streng genommen ist google ja nichts anderes als das Inhaltsverzeichnis zu einem vielschichtigen General-Interest-Magazin, das davon lebt, dass sich im Heft guter Content befindet. Und genau der ist ja dank google in Gefahr. Nicht ohne Grund haben Sony & Universal gerade vevo.com ins Leben gerufen, das heute schon als Youtube-Killer gehandelt wird. http://bit.ly/65JoBD

    Noch genießt google den Ruf eines Innovationstreibers. Und das nicht zu Unrecht. Ohne google wäre das Internet deutlich rückentwickelt und unser Informationskonsum ein anderer. Von daher will man google mögen, wenngleich die Big-Brother-is-watching-you-Panik immer allgegenwärtiger wird – und sich in den Kerngeschäften früher oder später sicherlicher eher ein Oligopol etablieren wird.

    Anyway – den größten Aha-Effekt seit langem hatte ich bei der Vorstellung des google-Navigationssystems. Android-basiert & for free. Und plötzlich vereinigen sich unterschiedlichste google-Entwicklungen (Maps, Earth, Streetview, Android…) zu einem neuen ganzheitlichen Geschäftsmodell, das die Konkurrenz schlagsartig in die Knie zwingt (1,2 Mrd US$ Aktienverlust an einem Tag beim Marktführer Garmin).

    http://www.youtube.com/watch?v=tGXK4jKN_jY&feature=player_embedded

    Von daher finde ich es legitim, viel zu testet und oft zu versagen – solange man noch ausreichend Pfeile im Köcher hat. Aber neben allem Innovationswahn wird google seiner Außenwahrnehmung künftig mehr Aufmerksamkeit widmen müssen.

  11. Thomas Television |  09.12.2009 | 02:27 | permalink  

    “falsch gedacht. das internet überholt sich so dermaßen schnell von selbst, dass man immer vorne mit dabei sein muss, um vorne zu bleiben”

    Das sehe ich ebenso, mehr noch: ich hab mir in letzter Zeit die Frage gestellt, ob Google nicht bald vielleicht mal ins Hintertreffen geraten wird, da es erstens nicht geklappt hat Twitter zu kaufen, zweitens Google Wave irgendwie doof ist und drittens Youtube von der Content-Industrie, was ich nicht gedacht hätte, ja inzwischen immer mehr eingeschränkt wird. Und nicht zuletzt: Google hat kein eigenes soziales Netzwerk, oder? Das geht ja auch gar nicht.

    Wir haben auch bei AOL und Yahoo, auch bei MySpace schon gesehen, wie schnell man weg vom Fenster sein kann. Also ich verstehe die Angst von Google.

    Ansonsten scheint mir, was Jan Thomas schreibt auch recht plausibel zu sein, insbesondere auch in Hinblick aufs Urheberrecht:

    “google in seiner jetzigen Form funktioniert mE nur, solange das Internet noch unstrukturiert ist und die Rechteinhaber sich nur träge organisieren bzw. verteidigen”

  12. Pedro76 |  09.12.2009 | 08:41 | permalink  

  13. Peter Hogenkamp |  09.12.2009 | 09:09 | permalink  

    Denke nicht, dass Google mehr Sachen anpackt als etwa Microsoft. Sie bringen nur mehr Sachen raus, weil sie funktionieren, und haben mehr Erfolg damit. Ihnen das vorzuwerfen finde ich ein bisschen komisch. Ist doch toll, dass eine Firma von der Grösse das alles parallel stemmen kann.

    Und sie scheren sich offenbar nicht gross um Timing. Hatte man mehr aus PR-Sicht geplant, wären vielleicht die grossen Dinger personalisierte Suche, Latest Results und Goggles nicht alle gleichzeitig rausgekommen, sondern man hätte versucht, dreimal in die Zeitungen zu kommen. Aber wie schon weiter oben gesagt, im Internet kann’s gut sein, dass dann ein anderer (Bing?) zuerst kommt, und das wollen die Googlers natürlich nicht, verständlicherweise.

    Vor zehn Jahren hat man mal gesagt: “Drei Monate sind ein Webjahr”, weil alles so schnell vorwärts ging (Browserwars etc.). Habe mich jahrelang über den Spruch lustig gemacht, weil ich das Gefühl hatte, fünf Jahre lang (etwa 2000 bis 2005) ging mal gar nicht viel.

    Jetzt sind wir wieder fast soweit, die Ereignisse überschlagen sich. Kritiker warnen vor der Beschleunigungsfalle. Ich dagegen find’s super.

  14. Matthias Schwenk |  09.12.2009 | 13:20 | permalink  

    Interessant, dass das amerikanische Blog GigaOM aktuell ins gleiche Horn bläst: “What Startups Did Google Just Declare Open Season On?” Der Artikel selbst ist noch moderat formuliert, in den Kommentaren wird man deutlicher: “Soon Google will have no friends left in the Valley…”.

  15. innovationsmaschine google? | dies und das |  10.12.2009 | 15:47 | permalink  

    [...] und das kurz vor dem jahreswechsel. in einem interessantem artikel auf carta.info wird sogar von google als innovationsmaschine gesprochen. auf die ebenfalls sehr aktuellen themen echtzeitsuche, goggles oder das chrome os [...]

  16. Lena Hofmann |  12.12.2009 | 18:04 | permalink  

    Lieber Herr Schwenk,
    seien Sie mir nicht böse, aber: Was soll dieser Beitrag? Ich verstehe nicht die Aussage dahinter. Ist jetzt Google böse oder gut oder beides, weil es so Innovativ ist. Und wo ist das (ihr) Problem mit Innovationen. Wenn sich deutsche Unternehmen Sorgen machen müssten, dass sie zu innovativ sind, dann wären wir ein paar andere Probleme ärmer.
    L Hofmann

  17. Matthias Schwenk |  13.12.2009 | 13:37 | permalink  

    @Lena Hoffmann: Ich bin Ihnen nicht böse und sehe Google auch nicht als böse an. Der Text kreist um die Frage, ob sich Google nicht irgendwann unbeliebt macht, weil der Konzern auf immer mehr Teilgebieten des Internets tätig und damit vielen Startups gefährlich wird: Welche Chancen hat ein Startup auf seinem Gebiet noch, wenn Google auf das gleiche Thema setzt?

    Die Ebene, auf der Verlage bzw. Medienmogule Google gern als böse bezeichnen oder dem Konzern vorwerfen, er strebe die Weltherrschaft an, blende ich hier völlig aus. Diesen oberflächlichen Populismus muss man auch nicht allzu dramatisch sehen. Gefährlicher für Google könnte es aber werden, wenn die (wirklichen) Kenner der Materie beginnen, sich abzuwenden, weil sie den Eindruck bekommen, Google werde zu groß und zu dominant.

    Diese Thematik steht in einem Spannungsverhältnis, das hier in den Kommentaren sehr gut zum Ausdruck kommt: Die Schnelllebigkeit des Internets zwingt zu raschem Handeln, denn auch Google könnte irgendwo einmal den Anschluss verlieren (siehe etwa den Bereich Micropublishing und Real-Time-Web). Andererseits kann zu viel des Guten auch dazu führen, dass man in die Rolle des unbeliebten Strebers rutscht.

    Google muss also balancieren, was nicht einfach ist.

  18. bwl zwei null · Google, das Nexus One und das Geschäft mit Unternehmen |  22.01.2010 | 07:04 | permalink  

    [...] sondern mit Softwarelizenzen im Firmengeschäft verdient. Das wäre nicht nur eine sehr gute Diversifikation, sondern würde auch der Google-Aktie Fantasie [...]

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