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Internet-Manifest: Das Internet ist anders.

Redaktion CARTA | 28 Kommentar(e)

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Bitte Mitzeichnen: 17 Thesen zu den neuen Austauschverhältnissen im Internet.

07.09.2009 | 

Nachdem in letzter Zeit doch viel Halbrichtiges über das Internet gesagt worden ist, ist es Zeit für eine Klarstellung: Tradition ist kein Geschäftsmodell. Die alte Medienordnung wird sich dem neuen Medium nicht überstülpen lassen. Es geht vielmehr darum, die neuen Austauschverhältnisse im Netz zum gemeinsamen Nutzen zu gestalten. Für den gesellschaftlichen Austausch ist das Netz den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegen. Seine offene Architektur gilt es unbedingt zu schützen.

Daher hat sich ein Autorenteam zusammengefunden, diese Ansätze in einem Internet-Manifest zusammenzufassen. Dazu gehörten auch die Carta-Autoren Wolfgang Michal und Robin Meyer-Lucht.

Wir finden, die Arbeit hat sich gelohnt.

Man kann das  Manifest unterstützen, indem man es hier mitzeichnet.

.

Internet-Manifest

Wie Journalismus heute funktioniert. 17 Behauptungen.

1. Das Internet ist anders.

Es schafft andere Öffentlichkeiten, andere Austauschverhältnisse und andere Kulturtechniken. Die Medien müssen ihre Arbeitsweise der technologischen Realität anpassen, statt sie zu ignorieren oder zu bekämpfen. Sie haben die Pflicht, auf Basis der zur Verfügung stehenden Technik den bestmöglichen Journalismus zu entwickeln – das schließt neue journalistische Produkte und Methoden mit ein.

2. Das Internet ist ein Medienimperium in der Jackentasche.

Das Web ordnet das bestehende Mediensystem neu: Es überwindet dessen bisherige Begrenzungen und Oligopole. Veröffentlichung und Verbreitung medialer Inhalte sind nicht mehr mit hohen Investitionen verbunden. Das Selbstverständnis des Journalismus wird seiner Schlüssellochfunktion beraubt – zum Glück. Es bleibt nur die journalistische Qualität, die Journalismus von bloßer Veröffentlichung unterscheidet.

3. Das Internet ist die Gesellschaft ist das Internet.

Für die Mehrheit der Menschen in der westlichen Welt gehören Angebote wie Social Networks, Wikipedia oder Youtube zum Alltag. Sie sind so selbstverständlich wie Telefon oder Fernsehen. Wenn Medienhäuser weiter existieren wollen, müssen sie die Lebenswelt der Nutzer verstehen und sich ihrer Kommunikationsformen annehmen. Dazu gehören die sozialen Grundfunktionen der Kommunikation: Zuhören und Reagieren, auch bekannt als Dialog.

4. Die Freiheit des Internet ist unantastbar.

Die offene Architektur des Internet bildet das informationstechnische Grundgesetz einer digital kommunizierenden Gesellschaft und damit des Journalismus. Sie darf nicht zum Schutz der wirtschaftlichen oder politischen Einzelinteressen verändert werden, die sich oft hinter vermeintlichen Allgemeininteressen verbergen. Internet-Zugangssperren gleich welcher Form gefährden den freien Austausch von Informationen und beschädigen das grundlegende Recht auf selbstbestimmte Informiertheit.

5. Das Internet ist der Sieg der Information.

Bisher ordneten, erzwungen durch die unzulängliche Technologie, Institutionen wie Medienhäuser, Forschungsstellen oder öffentliche Einrichtungen die Informationen der Welt. Nun richtet sich jeder Bürger seine individuellen Nachrichtenfilter ein, während Suchmaschinen Informationsmengen in nie gekanntem Umfang erschließen. Der einzelne Mensch kann sich so gut informieren wie nie zuvor.

6. Das Internet verändert verbessert den Journalismus.

Durch das Internet kann der Journalismus seine gesellschaftsbildenden Aufgaben auf neue Weise wahrnehmen. Dazu gehört die Darstellung der Information als sich ständig verändernder fortlaufender Prozess; der Verlust der Unveränderlichkeit des Gedruckten ist ein Gewinn. Wer in dieser neuen Informationswelt bestehen will, braucht neuen Idealismus, neue journalistische Ideen und Freude am Ausschöpfen der neuen Möglichkeiten.

7. Das Netz verlangt Vernetzung.

Links sind Verbindungen. Wir kennen uns durch Links. Wer sie nicht nutzt, schließt sich aus dem gesellschaftlichen Diskurs aus. Das gilt auch für die Online-Auftritte klassischer Medienhäuser.

8. Links lohnen, Zitate zieren.

Suchmaschinen und Aggregatoren fördern den Qualitätsjournalismus: Sie erhöhen langfristig die Auffindbarkeit von herausragenden Inhalten und sind so integraler Teil der neuen, vernetzten Öffentlichkeit. Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.

9. Das Internet ist der neue Ort für den politschen Diskurs.

Demokratie lebt von Beteiligung und Informationsfreiheit. Die Überführung der politischen Diskussion von den traditionellen Medien ins Internet und die Erweiterung dieser Diskussion um die aktive Beteiligung der Öffentlichkeit ist eine neue Aufgabe des Journalismus.

10. Die neue Pressefreiheit heißt Meinungsfreiheit.

Artikel 5 des Grundgesetzes konstituiert kein Schutzrecht für Berufsstände oder technisch tradierte Geschäftsmodelle. Das Internet hebt die technologischen Grenzen zwischen Amateur und Profi auf. Deshalb muss das Privileg der Pressefreiheit für jeden gelten, der zur Erfüllung der journalistischen Aufgaben beitragen kann. Qualitativ zu unterscheiden ist nicht zwischen bezahltem und unbezahltem, sondern zwischen gutem und schlechtem Journalismus.

11. Mehr ist mehr – es gibt kein Zuviel an Information.

Es waren einst Institutionen wie die Kirche, die der Macht den Vorrang vor individueller Informiertheit gaben und bei der Erfindung des Buchdrucks vor einer Flut unüberprüfter Information warnten. Auf der anderen Seite standen Pamphletisten, Enzyklopädisten und Journalisten, die bewiesen, dass mehr Informationen zu mehr Freiheit führen – sowohl für den Einzelnen wie auch für die Gesellschaft. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

12. Tradition ist kein Geschäftsmodell.

Mit journalistischen Inhalten lässt sich im Internet Geld verdienen. Dafür gibt es bereits heute viele Beispiele. Das wettbewerbsintensive Internet erfordert aber die Anpassung der Geschäftsmodelle an die Strukturen des Netzes. Niemand sollte versuchen, sich dieser notwendigen Anpassung durch eine Politik des Bestandsschutzes zu entziehen. Journalismus braucht einen offenen Wettstreit um die besten Lösungen der Refinanzierung im Netz und den Mut, in ihre vielfältige Umsetzung zu investieren

13. Im Internet wird das Urheberrecht zur Bürgerpflicht.

Das Urheberrecht ist ein zentraler Eckpfeiler der Informationsordnung im Internet. Das Recht der Urheber, über Art und Umfang der Verbreitung ihrer Inhalte zu entscheiden, gilt auch im Netz. Dabei darf das Urheberrecht aber nicht als Hebel missbraucht werden, überholte Distributionsmechanismen abzusichern und sich neuen Vertriebs- und Lizenzmodellen zu verschließen. Eigentum verpflichtet.

14. Das Internet kennt viele Währungen.

Werbefinanzierte journalistische Online-Angebote tauschen Inhalte gegen Aufmerksamkeit für Werbebotschaften. Die Zeit eines Lesers, Zuschauers oder Zuhörers hat einen Wert. Dieser Zusammenhang gehört seit jeher zu den grundlegenden Finanzierungsprinzipien für Journalismus. Andere journalistisch vertretbare Formen der Refinanzierung wollen entdeckt und erprobt werden.

15. Was im Netz ist, bleibt im Netz.

Das Internet hebt den Journalismus auf eine qualitativ neue Ebene. Online müssen Texte, Töne und Bilder nicht mehr flüchtig sein. Sie bleiben abrufbar und werden so zu einem Archiv der Zeitgeschichte. Journalismus muss die Entwicklungen der Information, ihrer Interpretation und den Irrtum mitberücksichtigen, also Fehler zugeben und transparent korrigieren.

16. Qualität bleibt die wichtigste Qualität.

Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware. Ein Publikum gewinnt auf Dauer nur, wer herausragend, glaubwürdig und besonders ist. Die Ansprüche der Nutzer sind gestiegen. Der Journalismus muss sie erfüllen und seinen oft formulierten Grundsätzen treu bleiben.

17. Alle für alle.

Das Web stellt eine den Massenmedien des 20. Jahrhunderts überlegene Infrastruktur für den gesellschaftlichen Austausch dar: Die “Generation Wikipedia” weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen, Nachrichten bis zu ihrem Ursprung zu verfolgen und zu recherchieren, zu überprüfen und zu gewichten – für sich oder in der Gruppe. Journalisten mit Standesdünkel und ohne den Willen, diese Fähigkeiten zu respektieren, werden von diesen Nutzern nicht ernst genommen. Zu Recht. Das Internet macht es möglich, direkt mit den Menschen zu kommunizieren, die man einst Leser, Zuhörer oder Zuschauer nannte – und ihr Wissen zu nutzen. Nicht der besserwissende, sondern der kommunizierende und hinterfragende Journalist ist gefragt.

Internet, 07.09.2009

Markus Beckedahl, http://www.netzpolitik.org/
Mercedes Bunz, http://www.mercedes-bunz.de/
Julius Endert, http://www.blinkenlichten.com/
Johnny Haeusler, http://www.spreeblick.com/
Thomas Knüwer, http://blog.handelsblatt.com/indiskretion/
Sascha Lobo, http://www.saschalobo.com/
Robin Meyer-Lucht, http://www.berlin-institute.de/

Wolfgang Michal, http://www.autoren-reporter.de/
Stefan Niggemeier, http://www.stefan-niggemeier.de
Kathrin Passig, http://de.wikipedia.org/wiki/Kathrin_Passig
Janko Röttgers, http://www.lowpass.cc/
Peter Schink, http://www.peter-schink.de/

Mario Sixtus, http://www.elektrischer-reporter.de/

Peter Stawowy, http://www.xing.com/profile/Peter_Stawowy

Fiete Stegers,
http://www.netzjournalismus.de/

CC-BY http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/de/

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28 Kommentare

  1. Hendrik Zörner |  07.09.2009 | 14:31 | permalink  

    Die meisten der 17 Thesen bringen eine Entwicklung treffend auf den Punkt, die seit Jahren im Gange ist – die meisten, nicht alle. So etwa, wenn es im Zusammenhang mit dem Urheberrecht heißt: Eigentum verpflichtet. Bei einem monatlichen Durchschnittseinkommen von hauptberuflichen freien Journalisten in Höhe von etwa 2.000 Euro klingt der Satz zynisch. Zumal der Durchschnitt weiter sinken dürfte, wenn dank gelockerten Urheberrechts noch weniger für Onlinebeiträge gezahlt würde. Widerspruch melde ich auch da an, wo die Wahl zwischen gutem und schlechtem Journalismus losgelöst vom Einkommen der Journalisten getroffen werden soll. Wie stellen sich die Verfasser des Manifests denn bitte guten Journalismus ohne entsprechende Verdienstmöglichkeit vor? Ambition allein reicht nicht aus. Und dann fehlt mir noch der Hinweis auf die Medienkompetenz. Denn dass im Internet auf Dauer nur die sorgfältig recherchierten Themen und Beiträge ihre Chance haben, ist mit Blick auf die Realität nun mal nicht wahr.

  2. Chat Atkins |  07.09.2009 | 14:36 | permalink  

    Hihi – wer unterzeichnen will, kriegt ein “no permission to access”. Dolle Wurst, das … und viel Spaß noch!

  3. ZM |  07.09.2009 | 14:37 | permalink  

    danke.
    sehr gute Sache.
    Ich hoffe das ganze wird auch etwas bewirken.

    Euer
    ZoopMedia.de (http://zoopmedia.de)

  4. Thomas Strobl |  07.09.2009 | 14:46 | permalink  

    Also: seid mir bitte nicht böse, Freunde, aber an den entscheidenden Stellen ist das ja doch ein ziemliches Geschwurbel. Alleine schon, dass Ihr Euch erdreistet, ein “Manifest” für etwas zu schreiben, das ihr 4 Absätze weiter als “unantastbar” deklariert, halte ich für einen eher schrägen Gag.

    Lautet die Frage: Was ist das Internet? – Dann kann die Antwort nur lauten: Das Internet ist das Internet! Punkt. Aus. Ende der Fahnenstange. “Es” muss überhaupt nichts, und sollen tut es erst recht nichts. Es muss vor allem nicht automatisch “besser” sein als anderes. Und warum sollten die Medien im Internet irgendwas “müssen”? Zumal: warum sollten sie sich lediglich den “Kommunikationsformen” der Nutzer “annehmen”? Wurde Twitter etwa von den “Nutzern” erfunden? Oder Facebook? Wenn das Internet ein Medium ist, dann steht es natürlich allen frei, darin neue Formen zu entwickeln. Wozu man die Medienhäuser also allenfalls auffordern könnte, wäre, innovativ zu sein.

    Und Eigentum verpflichtet? Wessen Eigentum? Zu was?

  5. Was will das “Internet-Manifest” einer Internet-Solisten-Elite? « SpiegelKritik |  07.09.2009 | 14:48 | permalink  

    [...] – Markus Beckedahl, Mercedes Bunz, Julius Endert, Johnny Haeusler, Thomas Knüwer, Sascha Lobo, Robin Meyer-Lucht, Wolfgang Michal, Stefan Niggemeier, Kathrin Passig, Janko Röttgers, Peter Schink, Mario Sixtus, [...]

  6. Olaf Stichtenoth |  07.09.2009 | 14:50 | permalink  

    Man kann natürlich so ein Internet Manifest schreiben. Aber was wollen die Autoren damit bewirken? Einerseits wirkt das hier geschriebene wie ein Leitfaden für die Medienindustrie, andererseits geht es offensichtlich um die Freiheit des Internets. Meines Erachtens sollte beides nicht miteinander verknüpft werden. Ein Eintreten für die Freiheit des Internets ist sicherlich sinnvoll und wünschenswert, sollte aber unabhängig von der Notwendigkeit für Medienunternehmen neue Wege zu gehen betrachtet werden.
    Gerade der erste Absatz des Manifestes erscheint mir sehr fragwürdig. Das Medienunternehmen die Andersartigkeit des Internets anerkennen müssen, ist keine Option, die im Entscheidungshorizont dieser Unternehmen liegt: Either they change – or vanish.
    Olaf Stichtenoth

  7. Norbert |  07.09.2009 | 14:56 | permalink  

    Einfach nur noch grotesk. Die Mehrheit der Manifestatoren wird von Printmedien bezahlt (FAS,Handelsblatt,Springer;Holtzbrinck). Und wer finanziert eigentlich die Stiftung, in der Meyer-Lucht wirkt? Springer, Holtzbrinck et al.

  8. Robin Meyer-Lucht |  07.09.2009 | 15:09 | permalink  

    @ Olaf Stichenoth: Der Kerngedanke des Manifests ist es klarzumachen, dass sich mit dem Internet die Kommunikationsverhältnisse wandeln — Der Versuch, die alten Verhältnisse auf das neue Medium zu übertragen wäre nicht nur illusorisch, er würde das Netz in seiner Vielfalt auch nachhaltig beschädigen.

    Die Formulierung vom “muss” im ersten Absatz finde ich auch nicht so geglückt.

    @ Thomas Strobl: Stimmt, die Medien müssen gar nichts müssen. Das ist so unglücklich formuliert. “Eigentum verpflichtet” kam ebenfalls in der Version, die mir zur Unterzeichnung vorlag nicht vor.

    Nebem dem Geschwurbel finden sich aber doch auch ein paar schöne Stellen.
    ;)

  9. wumba |  07.09.2009 | 15:15 | permalink  

    wirklich witzige Idee, Leute die ihre Glaubwürdigkeit (zumindest im Netz) schon mehr oder weniger vollständig verspielt haben malen ihre Unterschrift unter ein solches Manifest das sich vor Allgemeinplätzen nicht mehr retten kann.

    Absolut lächerlich…

  10. Philipp Geisler |  07.09.2009 | 15:19 | permalink  

    Schade, dass sich das erste Manifest in zahlreichen Platitüden ergeht, die allzu Bekanntes wieder aufwärmen. Mag sein, dass so etwas für den alternden Printjournalisten noch erleuchtend ist.
    Aber dann wäre eine kritische Überarbeitung nötig: Denn – “Behauptungen” als “Ausrede im Titel hin oder her – Aussagen, die extremen idealistischen Realitätsverlust entlarven, wie z.B. “Die ‘Generation Wikipedia’ weiß im Zweifel die Glaubwürdigkeit einer Quelle abzuschätzen” oder “Das Internet entlarvt gleichförmige Massenware.” werden nur allzu leicht und wie ich fände: zu Recht Opfer der Kritik werden.
    So sehr ich es für nötig halte, dass “der” Journalismus und vor allem die hinter diesem verborgenen Geschäftstreibenden lernen, mit dem Internet konstruktiv kreativ umzugehen, statt bizarre protektionistische Gesetzesänderungen zu beschwören – in dieser Form halte ich das Manifest für wenig sinnvoll. (”403 Forbidden” ist übrigens erst mal gar nicht zu unterzeichnen…)

  11. Thomas Strobl |  07.09.2009 | 15:32 | permalink  

    @Robin

    >Nebem dem Geschwurbel finden sich aber doch auch ein paar schöne Stellen.

    Leider nein. Es mag dir nicht gefallen, aber Du, ich, Niggemaier, Lobo, Fonsi oder wer auch immer sonst – wir haben keine Deutungshoheit über das Internet. DAS ist das eigentlich revolutionäre an diesem Medium. Das Internet ist das perfekte, eben gerade weil es in seiner Formenvielfalt nicht gedeutet werden kann. Es ist – um mal wieder Herrn Luhmann die Ehre zu geben – wie der “nasse Sand am Meeresstrand”, in den sich alle möglichen Formen einprägen können. Ich weiß natürlich, das war nicht Eure Absicht, aber es sind genau die Leute, die dann “Manifeste” und “Grundsatzprogramme” und dergleichen verfassen, die die Perfektion des Mediums zerstören.

  12. Björn |  07.09.2009 | 15:35 | permalink  

    @ Robin Meyer-Lucht;
    stimmt es, daß das Berlin Institut für das Sie arbeiten, u.a., vom Axel-Springer-Verlag gesponsort wird und Mathias Döpfner auf dem Board des Instituts sitzt. Frage nur, weil es auf der Website fein verschwiegen wird. Und was bedeutet das für Carta?

  13. Olli |  07.09.2009 | 15:35 | permalink  

    Ich glaube es bedarf eines Manifestes. Aber die Reihenfolge ist sehr fraglich. ich persönlich hätte es anders zusammen gesetzt.
    Nur ein paar Punkte werden von der Technik schon heute überholt.
    Auch das Internet wird sein Wissen mit den Jahren wieder verlieren. So ist es und so wird es auch immer sein. Der Glaube, dass es nicht passieren wird ist ein Irrglaube.
    Auch HDD haben nur eine begrenzte Lebenszeit. Diesen Beweis kann ich jeder Zeit antreten.
    Man sollte auch mal über die Begrenztheit reden, DER INTERNETRAUM ist endlich und nicht unendlich. Er ist durch die Natur sehr leicht angreifbar. Die Natur ist der größte Feind des Internets. Sonnenwinde- Risse in Überseekabeln.

    CU Olli

  14. Robin Meyer-Lucht |  07.09.2009 | 16:04 | permalink  

    @ Björn: ;) Nee, wie kommst Du darauf? Da musst Du etwas verwechseln. Das Berlin Institute wird nicht vom Axel-Springer-Verlag “gespondert” und Mathias Döpfner sitzt nicht “auf dem Board”. Das Berlin Institute hat keine Sponsoren und kein Board und ist institutionell völlig unabhängig.

    Du verwechselst uns hier mit dem Berliner Institut für Medienpolitik:
    http://medienpolitik.eu/cms/index.php?idcat=13

    Da sitzt Döpfner auf dem Board. Aber weniger unabhängig sind deshalb meines Achtens auch nicht.

    Gruss,

    Robin

  15. Robin Meyer-Lucht |  07.09.2009 | 16:08 | permalink  

    @ Thomas Strobl: Es geht auch nicht um Deutungshoheit, sondern um einen Standpunkt. Und den sollte man schon haben, wenn es in der nächsten Legislaturperiode darum gehen wird, über den regulatorischen Rahmen für dieses Mediums zu sprechen.

  16. Tarantoga |  07.09.2009 | 16:43 | permalink  

    Mutmaßlich sind die Adressaten dieses Manifests wohl eher die “Internetausdrucker”. Da muss man wahrscheinlich zu solchen Plattitüden greifen, die kapieren das sonst nicht.

    P.S.: Mir gefiel übrigens Barlows Version formal und inhaltlich besser…

  17. Torsten |  07.09.2009 | 16:50 | permalink  

    vielleicht solltet ihr mal den fehlerhaften link hinter elektronischer reporter verbessern… dieser verweist nämlich auf peter schink.

    gruß

  18. Redaktion Carta |  07.09.2009 | 17:39 | permalink  

    @Torsten: danke, korrigiert.

    Im Netzpolitik-Wiki gibt es das Manifest jetzt auch zum kollaborativen Weiterentwickeln:

    http://netzpolitik.org/wiki/index.php/Internet_Manifest

  19. Wolfgang Michal |  07.09.2009 | 17:56 | permalink  

    Unter folgender Adresse können alle, die das Manifest verbessern wollen, denen etwas Entscheidendes fehlt oder die sich an bestimmten Formulierungen stoßen, Änderungen machen:

    http://netzpolitik.org/wiki/index.php/Internet_Manifest

  20. ring2 |  07.09.2009 | 21:48 | permalink  

    Irgendwie klingt es so, als hätte das Baby “Internet-Journalismus-Manifest” heißen sollen.

    http://www.ringfahndung.de/archives/das-alternative-internet-manifest/index.php

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  27. Robin Meyer-Lucht |  09.09.2009 | 11:10 | permalink  

    Wir wollen nach den vielen Reaktionen die Debatte über das Manifest auf http://www.internet-manifest.de bündeln. Daher machen wir den Kommentar-Thread jetz hier zu und freuen uns über Kommentare dort.

  28. Chat Atkins |  09.09.2009 | 12:17 | permalink  

    Yo – nur ächzt da der Server unter der Überlast. Kommunikationshinderlicher geht’s eigentlich kaum …