Wolfgang Michal | 38 Kommentar(e)
Als Opas Kino endlich tot war, begann die große Zeit des Autorenfilms. Jetzt stirbt Opas Presse. Und schon wird ein Revival des Autorenjournalismus prophezeit.
28.07.2009 |
Für meinungs- und profilstarke Autoren brechen goldene Zeiten an. Sagen Leute, die es wissen müssen. Etwa Michael Massing in der „New York Review of Books“.
Ja, es könnte so kommen. Und zwar genau in dem Augenblick, in dem die Leser die Lust verlieren, komplette Redaktionsprodukte (Zeitungen, Zeitschriften) zu kaufen, obwohl sie nur an den Geschichten ganz bestimmter Autoren interessiert sind. Das gute alte Wundertüten-Prinzip der Magazine wird dann ebenso abdanken müssen wie der Anspruch der Tageszeitungen, eine Art Generalanzeiger für jeden Geschmack und jedes Ressort zu bieten. Die Premium-Leser der Zukunft werden sich ihre Lieblingsautoren in Form eines täglichen Online-Magazins aufs Apple-Frühstücks-Tablet servieren lassen.
Diese Leser müssen dann nicht mehr Herrn Joffe mitfinanzieren, wenn sie Herrn Naumann lesen wollen. Sie sparen sich die graumelierten Leitartikel der FAZ, weil sie mit „Don Alphonso“ hochzufrieden sind. Und sie müssen nicht mehr die Wirtschaftskommentare der SZ als unvermeidliche Kröten schlucken – nur weil sie Alex Rühle oder Franziska Augstein als SZ-Autoren schätzen. Die Leser der Zukunft werden sich ihr persönliches Autorenblatt zusammenstellen, das ganz bestimmte Blogger, investigative Reporter, Feuilletonisten, Analytiker, Humoristen, Kolumnisten und Experten enthält.
Doch ganz so weit sind wir (hierzulande) noch nicht.
Zwar stellte eine Medientagung der Friedrich-Naumann-Stiftung bereits im November 2007 fest, dass es eine „Renaissance des Autorenjournalismus in den klassischen Medien“ gibt – ausgelöst durch die profil- und meinungsstarken Blogs im Internet. Doch bislang hält sich die Renaissance in Grenzen. Während die FAZ oder das Magazin „Cicero“ erste Ansätze zum Autorenjournalismus erkennen lassen, konzentrieren sich andere, etwa die „Süddeutsche Zeitung“ oder der „Spiegel“, auf den Ausbau investigativer Recherche-Teams. Beides hat seine Logik, und aus beiden Ansätzen (Autorenjournalismus, Recherchejournalismus) könnte sich off- und online etwas Sinnvolles entwickeln. Verlieren werden jedoch jene, die ihr Glück nur in so genannten „Newsrooms“ suchen, in Nachrichtenkommandozentralen und Großraumbüros, die im dezentral organisierten Netz keine Überlebenschance besitzen. Alles Austauschbare und Durchgekaute, alles hundert Mal Gefilterte und Glattgebügelte wird zum Beiwerk für Glanzstücke und Knüller.
Solchen Autorenjournalismus (für dessen Online-Version etwa Florian Rötzer und Klaus Jarchow eintreten) gibt es seit 100 Jahren. Er begann mit Egon Erwin Kisch, Kurt Tucholsky und Karl Kraus (dessen Weblog seinerzeit „Die Fackel“ hieß). In den 60er und 70er Jahren wurde der Autorenjournalismus dann durch Tom Wolfe, Gay Talese, Truman Capote und Hunter S. Thompson erneuert – und trieb schließlich in den 80er und 90er Jahren eine Spät- und Sumpfblüte hervor, die sich in allerlei pop-journalistischen Magazinen wie Tempo und Wiener, in Lifestyle-Journalen, die den Tageszeitungen beilagen und in zahllosen Kolumnen ausbreitete wie eine ansteckende Krankheit.
Die Abneigung der brav vor sich hin schrubbenden Redaktions-Kollektive gegen die eitle Selbstbespiegelung solcher „Star-Schreiber“ wuchs. Ihr Sonderstatus brachte die Psychodynamik des ganzen Teams durcheinander und den Flurfunk zum Kochen. Das schadete der Truppenmoral und dem Geschäft. Und so wichen die ausgebremsten Autorenjournalisten immer mal wieder ins Bücherschreiben aus.
Dann kam das Internet! Und in diesem riesigen redaktionsfreien Selbstdarstellungsraum konnten plötzlich alle, die in ihren Kollektiven feststeckten wie nasse Säcke in aufgeschichteten Hochwasserdeichen, ihr unterdrücktes Ego wunderbar ausleben – und zwar in Echtzeit!
Da die Chefredaktionen das Internet für eine Idiotenerfindung hielten, hatten sie nichts dagegen. Im Gegenteil. Sie ließen ihre egostärksten Narren (zum Vorkosten) ins Netz: Matthias Matussek beim „Spiegel“, Harald Martenstein bei der „Zeit“, Mathias Bröckers und Joachim Lottmann bei der „taz“. Und als sich das Netz wider Erwarten als höchst attraktiver Spielplatz erwies, folgten die Feuilletonisten und Wissenschafts-Entertainer. Und ganz zum Schluss trauten sich sogar die üblichen Feiglinge ins Netz: die Politik- und Wirtschaftsredakteure.
Die allerdings haben es nicht leicht im Handgemenge mit kritischen und nickeligen Lesern. Warum? Nun, das Netz hat längst aus eigener Kraft und ohne viel Geld unverwechselbare Autoren hervorgebracht. Es gibt heute eine ganze Reihe exzellenter Seiten und Blogs, die man nur wegen der Autorin bzw. des Autors liest. Diese reinen Online-Gewächse sind meist sehr viel profilierter, mutiger, hartnäckiger, witziger und auch sachkundiger als die, die aus den klassischen Medien ins Netz gefallen sind und nun als Absolute Beginners ihre Sporen erst noch verdienen müssen.
Das heißt: Der soeben anlaufende Wettbewerb der Autoren (Quereinsteiger versus Urgesteine) wird Opas Presse noch etwas schneller sterben lassen als ohnehin zu erwarten ist.
Aber wenn dann in einigen Jahren Millionen selbstbewusster, profilstarker Autorenjournalisten im Netz ihr Unwesen treiben – dann werden die Leser plötzlich eine große Sehnsucht entwickeln nach still vor sich hinschrubbenden Redaktions-Kollektiven.
Erst dann hat das Netz den Turnaround im Journalismus wirklich geschafft.


@ Wolfgang Michal: Ganz genau – mit dem Netz kommt der Autorenjournalismus zurück. Im Netz werden die alten Bündelpakete “Zeitung” und “Zeitschrift” entpackt und auf Autorenebene ganz individuell zusammengesetzt.
Der Transmissionsriemen dieser Entwicklung heisst RSS und Twitter. Autorenjournalismus im Netz heisst Bloggen.
Aber so schön ausdrücken wie Sie kann ich das nicht.
Ich suhle mich vorerst noch ein wenig im Autorenjournalismus – bevor es dann zu dem von Ihnen angekündigten Turnaround kommt.
Herrlich!
“Diese reinen Online-Gewächse sind meist sehr viel profilierter, mutiger, hartnäckiger, witziger und auch sachkundiger…”
Dafür gibt’s vielleicht ein unschönes Geheimrezept: Wer nicht bezahlt wird und keine Anzeigenkunden braucht, um loszulegen, hat auch nichts zu verlieren. Der kann volles Risiko fahren und experimentieren.
Was mich an Beiträgen wie diesem allerdings immer wieder wundert: Sind Journalisten wirklich solche unbeweglichen Geschöpfe, die Hammelherdentrends folgen? Ich erlebe die meisten, wenigstens die freiberuflichen, eher als eierlegende Wollmilchschweine, die Opapresse wie Zukunft gleichermaßen beherrschen müssen, um zu überleben.
Ob es ganz so kommt wage ich zu bezweifeln. Durch das Abonnieren bestimmter Autoren bekomme ich lediglich das “bekannte Unbekannte”, d. h. ich weiß, dort wird über Themen berichtet die mich interessieren: bei Niggemeier gehts um Medienkritik, bei Jens Weinreich um Strukturen im Sport, Nils Minkmar liefert popkulturell angehauchten Feuilleton, Michael Spreng Hintergründe aus der Politik, etc. Ich suche aber auch das “unbekannte Unbekannte”, Themen also von denen ich am Beginn des Tages noch nicht weiß, dass sie mich interessieren werden: Kraftwerkspannen, wissenschaftliche Entdeckungen, Reportagen aus dem Nachbarstadtteil, usw. All das bekomme ich weiterhin in den “schrubbenden Gemischtwarenläden” von FAZ.net, TAZ.de und HAZ.de, die es deshalb auch weiterhin geben wird (wenn auch in geringerer Zahl als heute). Was absterben dürfte ist lediglich der Zeitungs-Füllstoff aus Gesundheitsratgebern, Kinokritiken und lokaler Kaninchenzüchtervereinsjubiläumsberichterstattung. Darum ist es aber nicht schade.
@ Petra von Cronenburg: Natürlich sind wir froh, das wir weniger zu verlieren haben als andere.
@ FS: Natürlich wird es weiter journalistische Gemischtwarenläden geben. Zugleich gibt aber im Netz sehr viele Filter, die Lesenswertes herausfiltern. Wenn Sie wollen gibt es dann mindestens vier Sortiermechanismen:
1. Klassische Publikation (Bündel)
2. RSS/Twitter (Personenorientert)
3. qualifizierte Filter, wie Rivva oder auch Linklisten in Blogs
4. Suchmaschinen (Prinzip Search)
Wolfgang Michal hat ja nicht geschrieben, es werde in Zukunft NUR noch Autorenjournalismus geben. Er wird wichtiger. Weil sich die Arithmetik des Wettberwerbs zugunsten der Produzenten verändert. Sie können zunehmend den “Middleman” umgehen. Siehe dazu auch den Text im Tagesspiegel:
http://www.tagesspiegel.de/kultur/Musikpiraten-Musikindustrie-Internet;art772,2857452
[...] Carta.info, Die Rückkehr des Autorenjournalismus [...]
Die Sesamstraße der Zukunft stellen sich unsere Kinder selbst zusammen. Die Zuschauer müssen dann nicht mehr Ernie mitfinanzieren, wenn sie Bert sehen wollen. Im Ernst: interessante Idee, aber liegt der Reiz redaktioneller Produkte nicht gerade daran, dass die Leser auf Neues, Unbekanntes gestoßen werden? Ich lese manchmal Autoren, die ich nicht gern lese – weil ich mit der Nase draufgestossen werde.
[...] Die Rückkehr des Autorenjournalismus Shared um 19:57 Uhr via Delicious Als Opas Kino endlich tot war, begann die große Zeit des Autorenfilms. Jetzt stirbt Opas Presse. Und schon wird ein Revival des Autorenjournalismus prophezeit. [...]
Anmerkung, ebenfalls zum Kommentar 2. hier:
“Dafür gibt’s vielleicht ein unschönes Geheimrezept: Wer nicht bezahlt wird und keine Anzeigenkunden braucht, um loszulegen, hat auch nichts zu verlieren. Der kann volles Risiko fahren und experimentieren.”
Könnte bereits ein Zeichen für das wachsende, akademische Proletariat sein. Existieren gemäß Maslow muss jeder und das bedingungslose Grundeinkommen würde den Trend zum freien Autorenjournalismus noch verstärken.
Ein (bereits erkanntes!) Horrorszenario; fragt sich nur, für wen?
[...] http://carta.info/12482/die-rueckkehr-des-autorenjournalismus/ [...]
[...] http://carta.info/12482/die-rueckkehr-des-autorenjournalismus/ [...]
[...] http://carta.info/12482/die-rueckkehr-des-autorenjournalismus/ [...]
@Malte Herwig
Da haben Sie Recht. Ziellos herumstöbern sollte man trotz “Lieblingsautoren” auch. Ich bin ja auch nur zufällig auf Ihr exzellentes Stück über Wellershoff gestoßen.
Doch so ein Individual-Auswahl-Abo hätte schon was. In Bayern heißt das Panaschieren (“buntstreifig machen”) – geht aber leider nur bei Kommunalwahlen.
@Wolfgang Michal
Ja, vielleicht kumulieren und panaschieren wir unsere Lieblingssachen im Netz. Der Wellershoff-Text (danke) ist ein unbequemes Stück, weil es darin um einige unbequemen Fragen geht. Jede Menge wütende Leserbriefe von Leuten, die so was lieber nicht gelesen hätten. Hätten sie auch nicht – wenn es nur im Internet erschienen wäre. Aber vielleicht ist das auch eine Generationenfrage…
[...] Die Rückkehr des Autorenjournalismus — CARTA Verlieren werden jedoch jene, die ihr Glück nur in so genannten „Newsrooms“ suchen, in Nachrichtenkommandozentralen und Großraumbüros, die im dezentral organisierten Netz keine Überlebenschance besitzen. Alles Austauschbare und Durchgekaute, alles hundert Mal Gefilterte und Glattgebügelte wird zum Beiwerk für Glanzstücke und Knüller. (tags: medien gesellschaft Internet Artikel) [...]
@ Petra van Cronenburg:
“Sind Journalisten wirklich solche unbeweglichen Geschöpfe, die Hammelherdentrends folgen?”
Einfach ein paar Tage lang Ostsee-Zeitung lesen und die Frage ist beantwortet.
Ein Beitrag, der mir aus naheliegenden Gründen sehr gut gefällt. Allerdings liegt im Pekuniären auch das ganz große Caveat: ob all die tollen Blogs nach wie vor so populäre wären, sobald sie sich dem Zwang des Geldverdienen-Müssens beugen?
I don’t think so.
@Thomas Strobl
Ich habe beim Thema auch an Ihr Blog gedacht.
Und weil wir grade vom Autorenjournalismus reden. Heute melden Meedia und turi2, dass der Web-Unternehmer Alexander Görlach ein Autoren-Portal starten will – “The European”. Autoren nennt er allerdings nicht (vermutlich hat er noch keine).
http://meedia.de/nc/details-topstory/article/nachrichten-machen-keine-starken-marken_100022197.html?tx_ttnewsbackPid=23&cHash=8da937c374
Ah, wie erfrischend diesen wiederkäuenden Nichtskönnern zu entkommen.
Nett wäre es, wenn ich mit meinem Bild (alle Rechte bei mir) nicht für dieses bescheuerte Blafasel drittklassiger Selbstverständlichkeiten herhalten müsste. Botte stehlen Sie sich den Inhalt für ihre Gosse woanders zusammen.
Unsere abgehalfterten Pop-Literaten waren doch wohl eher eine Vorstufe des Twitterns, bester Wolfgang Michal. Mit dem Titel eines ‘Autorenjournalismus’ würde ich sie nicht gleich adeln. Der ‘Gonzo-Journalismus’ wiederum – jedenfalls so wie ihn Hunter S. Thompson betrieb – der zeichnet sich durch sein subjektiv-systematisches und lustvolles Thema-Verfehlen aus: Der Ressortchef bestellt einen Text über den großes Presseball und kriegt ein kongeniales Skript über die Vorstadtkneipen der Stadt auf den Tisch geknallt, auch über das Kotzen als Kulturtechnik und wie das mit der kleinen Rothaarigen weiterging. Von Prominenz und Pressebedeutsamkeit aber weit und breit keine Spur. Einem ‘Auorenjournalismus’, so wie ich ihn verstehe, kommt ein David Foster Wallace am nächsten: Er schreibt tatsächlich über das Hummer-Fress-Festival in Maine, allerdings aus der Perspektive des Hummers …
@Klaus: Ich bin ja nicht der Meinung, dass der Autorenjournalismus nur von den Guten gemacht wird, da ist alles dabei: der Erzähler, die Nervensäge, der Möchte-Gern-Django-2.0 und natürlich auch der klassische Reporter.
Ist das die Adresse, an die meine Rechnung gehen kann?
Wolfgang Michal
Ziegelweg 8
21376 Salzhausen
Boah Alfonso, gehts bitte noch peinlicher???
Kommentar 3 sag ich nur, das triffts immer wieder am besten
=> http://lexikon2.blog.de/2007/01/05/lexikon2_meyer_rainer_don_alphonso~1518816/
Das werden wir ja sehen – Turi hat wegen so einer Aktion schon mal einen Job bei Conde net verloren, und das Wohlergehen von Kleuern geht mir sonstwo vorbei.
@22: Da hat sich einer wohl in der Adresse geirrt.
Hihi, eigentlich ganz wie der Herr Burda, nur auf Bilder kapriziert …
@Klaus: Jetzt dreht er völlig durch
http://blogbar.de/archiv/2009/08/01/krepiert-einfach/
@ Wolfgang: Im Kern ein Wertkonservativer, Anno Senator Piepenbrink, ausgestattet mit einem leicht veränderten Vokabular. Siehe auch da …
@Klaus: Ein Wertkonservativer hätte vorher höflich angefragt, ob ich das Bild reingestellt habe. Hab ich aber nicht. Ein Wertkonservativer würde sich für eine gezielte Verleumdung (wie in Kommentar 22) entschuldigen. Nur ein Schmierenjournalist tut all das nicht.
@ Wolfgang: Du meinst, es sei nicht so ganz authentisch, lauthals ‘Johurnaille’ zu schmettern, dabei aber selber …? Hmmmm – ich denk’ drüber nach.
@Don Alphonso: Den Autor trifft keine Schuld an der Bildauswahl. Der Fehler lag bei uns, wir melden uns bei Ihnen.
@Don Alphonso & 21: Ja, das möchte ich noch einmal betonen. Wir entschuldigen uns vielmals. Die Auswahl erfolgte durch die Redaktion. Die Quelle war mit “Promo” gekennzeichnet – weshalb wir von einer kostenfreien Verfügbarkeit ausgegangen sind.
Leider habe ich derzeit keinen vollständigen Zugriff auf meine Mails uns kann mich erst nach meinem Urlaub ab dem 27. August um eine endgültige Klärung kümmern.
rml
Robin Meyer-Lucht hat also “keinen vollständigen Zugriff” auf seine mails. Was für eine dummdreiste Ablenkung. Was soll denn das bedeuten? Halb vollständig? Warum sagt er nicht einfach, jetzt gehts nicht. Diese Seite ist so bizarr.
Zurück zum Thema.
Kürzlich war Gay Talese bei Scobel auf der Lit.COLOGNE zu Gast, um zusammen mit dem Medienforscher Lutz Hachmeister und dem ‘Wanderjournalist’ Wolfgang Büscher über Autorenjournalismus/ New Journalism und über die Perspektiven des aktuellen Journalismus zu diskutieren – angesichts des aktuellen Zeitungssterbens (vor Allem in den USA) und des Wandels der Bedingungen, unter denen heute Zeitungen und Zeitschriften entstehen.
Eine Zusammenfassung:
http://oxnzeam.de/2009/03/24/was-bleibt-vom-new-journalism/
@Werner Friebel:
Das ist alles sehr richtig, was Sie auf Ihrer interessanten Website schreiben. Ich vermute, dass die Kluft zwischen investigativem Journalismus und Autorenjournalismus noch größer wird, a) weil der erstere sehr viel mehr Geld kostet (Recherche, Factchecking, juristische Absicherung, redaktionelle Autorität im Hintergrund für Zugänge zu Firmen etc.) und b) weil die Inflation von armen Autoren im Netz Subjektivität = unverwechselbare Handschriften erzwingt. Was bislang fehlt, ist der investigative Autorenjournalist (nur der Spiegel – um Cordt Schnibben herum – hat so eine Gruppe).
P.S. Der immer etwas geringschätzig behandelte Popjournalismus war im übrigen gar nicht so schlecht, wie er – aufgrund krasser Einzelfälle von ‘erfundenen’ Geschichten – oft gemacht wird. Sein Problem war eher, dass er nur einen sehr schmalen Ausschnitt der Wirklichkeit beleuchtete: die junge, städtische Mittelschicht. Das war auf die Dauer nicht genug.
[...] Ein Promofoto ist ein Promofoto ist ein Promofoto ist ein Promofoto. [...]
Also erstmal: lieber Autoren als sich selbst beweihräuchernde und so nennende Alpha-J. Ansonsten hat FS in Kommentar 3 Recht: Letztlich geht es um specific und diversive exploration. Wer nur bekannte Autoren liest, wird nie neue kennen lernen. Und es ist ja auch nicht jeder immer gut. Naja, und irgendwann stellt man auch bei den bekannten gewisse Wiederholungen fest. Gut möglich aber, dass sich die in der Zeitung noch vereinten Kanäle für Information und Reflektion aufteilen in verschiedene Kanäle – Info-Plattformen und eben Autoren…
[...] Siehe auch: Die Rückkehr des Autorenjournalismus [...]