Wolfgang Michal

Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz?

Wolfgang Michal | 35 Kommentar(e)

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Seit ihrem Sensationserfolg bei den Europawahlen ist die „Piratenpartei“ in aller Munde. Und viele fragen sich: Was sind das bloß für Leute? Sind die rechts oder links? Oder erleben wir den Beginn einer neuen sozialen Bewegung? Vier Anmerkungen zu einem politischen Phänomen.

12.06.2009 | 

Was wollen die Piraten?

Es begann im Januar 2006. Damals wurde in Schweden die allererste Piratenpartei gegründet. Sie verstand sich als politische Antwort auf die digitale Revolution. Rickard Falkvinge (37), der Gründer der Partei, sagte im Juni 2006: „Um die heutige Situation im Lichte der Geschichte zu verstehen, müssen wir 400 Jahre zurück gehen, in die Zeit, als die Kirche das Kultur- und Wissensmonopol innehatte. Was die Kirche sagte, hatte zu geschehen. Es war eine Pyramiden-Kommunikation. An der Spitze gab es eine dominierende Person, die zu denen, die weiter unten in der Pyramide waren, sprach… Damals war es den Bürgern unter keinen Umständen erlaubt, selbst Informationen zu verbreiten…

Dann kam der Buchdruck. Plötzlich gab es nicht mehr eine Wissensquelle, es gab mehrere. Die Bürger – die angefangen hatten lesen zu lernen – konnten plötzlich von nicht sanktioniertem Wissen profitieren. Die Kirche war wütend. Die königlichen Familien waren wütend. Die britische Königsfamilie ging sogar so weit, dass sie ein Gesetz erließ, das besagte, dass nur solche Drucker, die die Erlaubnis der Königsfamilie besaßen, das Wissen der Bürger mehren durften.
Dieses Gesetz wurde “Copyright” genannt… Es ging also bereits damals um die Kontrolle von Kultur und Wissen, denn wer diese Dinge beherrschte, beherrschte die Welt.

…Das Internet gehorcht diesem Modell nicht mehr. Heute laden wir nicht mehr einfach Kultur und Wissen von einer zentralen Stelle herunter. Wir laden gleichzeitig hoch, zu anderen. Wir verteilen Dateien. Wissen und Kultur haben ihren zentralen Kontrollpunkt verloren.
… File-Sharing begründet das gleichzeitige Hoch- und Herunterladen von jeder verbundenen Person ohne jede zentrale Kontrolle. Die Kultur fließt zwischen Millionen verschiedener Menschen – zur selben Zeit. Das ist etwas komplett Neues in der Geschichte der menschlichen Kommunikation.“

So weit der Gründer der schwedischen Piratenpartei. Heute ist es das Ziel der Bewegung, die durch das Internet erreichten Freiheiten zu bewahren und gegen jede Art von (staatlicher oder kommerzieller) Zensur bzw. Kontrolle zu verteidigen. Denn nach Auffassung der (deutschen) Piratenpartei ist durch die digitale Revolutionierung aller Lebensbereiche „die Würde und die Freiheit des Menschen in bisher ungeahnter Art und Weise gefährdet.“

piratenpartei

Der Wahlerfolg, sagen manche, wäre weit höher ausgefallen, hätte die Partei nicht diesen „bescheuerten“ Namen

Nach ihrem ersten Auftauchen in Schweden wurden die Piraten schnell zu einer weltweiten Bewegung, die sich generell für bürgerliche Freiheitsrechte und gegen den Zugriff des Überwachungsstaates engagiert. Damit stehen die Piraten durchaus in der Tradition der modernen sozialen Bewegungen seit den 1970er Jahren: der Umwelt-, der Frauen- und der Friedensbewegung. Es wäre deshalb fatal, sie (aufgrund ihres abseitigen Namens) zu ignorieren. Die von den Piraten diskutierten Themenbereiche zählen heute zu den Schlüsselthemen der hoch entwickelten Gesellschaften.

Wer sind die Piraten?

Rickard Falkvinge, der Gründer der Bewegung, studierte Technische Physik, war eine Zeit lang IT-Unternehmer und Projektleiter bei Microsoft. Als Student engagierte er sich in der Jugendorganisation der „Moderata Samlingspartiet“. Das ist eine im Schwedischen Reichstag vertretene bürgerlich-konservative Partei (!) mit neoliberalem Wirtschaftsprogramm.

Falkvinges Werdegang ist typisch für die Piraten. Unter den zehn Spitzenkandidaten der deutschen Piratenpartei zur Europawahl finden sich: 1 Diplom-Wirtschaftsmathematiker, 1 Diplom-Physiker, 3 Informatiker, 1 Software-Entwickler, 1 Web-Entwickler, 1 Physik-Student, 1 Geschäftsführer im Logistik-Gewerbe (Ex-Berufssoldat) sowie 1 IT-Consultant. Es sind ausschließlich Männer im Alter zwischen 23 und 47 Jahren. Damit repräsentiert die deutsche Piratenpartei in besonderem Maße die computerbegeisterte, aufstiegsorientierte, männliche (aber in den feminisierten sozialen Dienstleistungsgesellschaften unter Druck geratene) technische & naturwissenschaftliche Intelligenz. Bei zahlreichen Kandidaten handelt es sich um Mitarbeiter kleinerer Universitäten (Eichstätt, Münster) oder um selbstständige kleine IT-Unternehmer. Vor ein paar Jahren hätte man diese Leute wohl zum „neuen Mittelstand“ gezählt.

Wer wählt die Piraten?

Bei ihrer ersten Kandidatur zum Reichstag am 17. September 2006 erzielte die schwedische Piraten-Partei 0,63 Prozent der Stimmen (in absoluten Zahlen waren das 34.918 Wähler). Am 27. Januar 2008 – dem ersten Auftreten bei einer Wahl in Deutschland – konnte die Hessische Piratenpartei mit 0,3 Prozent einen Achtungserfolg erringen. Einen Monat später schafften die Hamburger Parteifreunde bei den Senatswahlen 0,2 Prozent. Im Januar 2009 konnte die Hessische Piratenpartei dann 0,5 Prozent erringen, das waren mehr als 13.000 Wähler. Bei den Europawahlen schließlich wählten bundesweit 229.117 Personen die Piratenpartei (= 0,9 Prozent). Auch die Grünen, heißt es, haben klein angefangen.

Ihr bestes Ergebnis erzielte die Piraten-Partei in Flensburg mit 2,1 Prozent. Vor allem in kleinen und mittleren Universitätsstädten konnte sie punkten: etwa in Jena, Oldenburg, Karlsruhe, Kiel, Aachen, Potsdam, Dresden, Leipzig, Mainz, Darmstadt, Erlangen oder Greifswald. In Berlin, Hamburg und Bremen lag sie ebenfalls über 1%. Für die Partei ist das nur logisch: “Freiheitsliebende, technisch versierte junge Menschen, die gegen eine restriktive Symbolpolitik sind, fühlen sich durch uns vertreten.”

Das einzig wirklich sensationelle Ergebnis holten die Piraten in ihrem Ursprungsland Schweden. Dort erreichten sie satte 7,1 Prozent. Bei den 18- bis 30-Jährigen waren es sogar 19 Prozent. Und bei den Jungmännern 30 Prozent! Auch in Deutschland wurde die Piratenpartei vor allem von 18- bis 35-jährigen, gut ausgebildeten städtischen Männern gewählt. Erleben wir – nach den stark weiblich geprägten Grünen – das Entstehen einer „Männerpartei“?

Was für eine politische Gruppierung sind die Piraten?

Der Wahlerfolg, sagen manche, wäre weit höher ausgefallen, hätte die Partei nicht diesen „bescheuerten“ Namen. Denn es handelt sich bei den Piraten ja keineswegs um Freibeuter oder Chaoten, sondern um normale Vereinsmeier mit superordentlichen Bundesparteitagen. Zwar zogen sie mit einem leicht abgewandelten Piraten-Schlachtruf „Klarmachen zum Ändern!“ (Entern!) in den Wahlkampf, aber gleichzeitig sagten sie: „Wir sind keine Piraten. Das Recht macht uns dazu.“ Sie tragen ihren Namen quasi aus Protest gegen eine veraltete Einschätzung „ganz normaler“ Handlungsweisen.

Ein Piratenwähler gab bei einem Diskussionsforum deshalb zu bedenken: „Mit ‚Partei Freiheit’ oder ‚Die Freiheitlichen’ (o.k., ist in Österreich negativ besetzt) oder so ähnlich könnte man das Gleiche
aussagen und jedem wäre sofort klar, dass man zwischen FDP und Grünen positioniert ist, und der Parteiname wäre positiv besetzt. Auch wäre
  das Schützenswerte sofort klar, im Grundgesetz und in der Nationalhymne 
geht es zentral um das Thema ‚Freiheit’, das inzwischen überall zu kurz
kommt…“

Zwar ist das nur die Aussage eines einzelnen Wählers, aber einer der deutschen Kandidaten der Piratenpartei nannte sich stolz einen „Feuerwehrmann der bürgerlichen Freiheiten“. Diese grundanständige Verknüpfung von Feuerwehr & Bürgerlichkeit deckt sich nicht ganz mit dem romantischen Freibeuterimage (und übrigens auch nicht mit der euphorischen Einschätzung Jens Bergers beim „Spiegelfechter“).

Trotzdem wäre es falsch, den „Aufstand der technischen Intelligenz“ gegen Gängelung und Kontrolle nun als Unmut von „Anarcho-Spießbürgern“ abzutun. Es handelt sich um einen Teil der radikalisierten Mitte, für den die alten Schubladen (vielleicht) nicht mehr passen. Aber neue Grüne sind es nicht.

Mit der Piratenpartei würde sich eine dritte liberale Kraft – neben FDP und Grünen – im deutschen Parteienspektrum etablieren. Ob es eine Partei für die nächste Generation wird (oder eine breit aufgestellte Bürgerrechtsbewegung) muss sich erst noch zeigen.

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35 Kommentare

  1. digimoral |  12.06.2009 | 17:00 | permalink  

    Guter Artikel, endlich mal jemand der sich seriös mit der Piratenpartei beschäftigt hat und nicht einfach nur Quatsch daherredet (wie die BILD zum Beispiel).

  2. erz |  12.06.2009 | 17:07 | permalink  

    Es bleibt allerdings fragwürdig, ob die Piratenpartei ausreichendes Identifikationspotential besitzt, um schon als politische Willensbildung einer im Entstehen begriffenen gesellschaftlichen Bewegung erfolgreich zu sein. Noch fehlt es den nach Verwirklichung ihrere Lebensperspektive strebenden mit dem Netz sozialisierten Befürwortern von Freiheit nämlich an einem echten Leitbild. Das bindende Element, das ausreichende Kraft hat, die äußerst hohe Inhomogenität der gesellschaftlich noch gar nicht definierten “Netizens” zu überwinden und in einer Bewegung zu mobilisieren kristallisiert sich erst nach und nach heraus.

    “Das vereinigende Merkmal, das politische Wirkmacht hat, ist der Wille zur Freiheit” habe ich in einer Analyse der gesellschaftlichen Bedeutung geschrieben, in der einige weitere Quellen aus dem sich gerade im deutschsprachigen Netz entspinnenden Diskurs über die Piratenpartei und ihre gesellschaftliche Bedeutung aufgeführt sind.

    Tatsache ist wohl, dass es nach der Friedensbewegung und den Atomkraftgegnern und Umweltaktivisten nun neue Lebensperspektiven gibt, die vom etablierten politischen Spektrum nicht vertreten sind und deren Anhänger nach gesellschaftlicher Teilhabe und Mitbestimmung verlangen. Bis daraus eine Bewegung von umwälzender Kraft entsteht, bedarf es aber noch einer Schärfung des diffusen Selbstbildes einer neuen Generation.

  3. hape |  12.06.2009 | 17:38 | permalink  

    Für mich hat das Wahlergebnis der Piraten in Deutschland eher gezeigt, wie gering der Einfluss der “üblichen Verdächtigen der Blogwelt” in der realen Welt ist. Während die technikaffinen Blogger einhellig in der Piratenpartei die letzte noch wählbare Alternative sahen, sind 0,9% bei miserabler Wahlbeteiligung nicht viel wert. Und ob Wähler bei einer Bundestagswahl ihre Stimme für eine Partei riskieren, die keine Chance auf 5% hat oder nicht doch lieber auf grüne oder liberale Versprechungen hereinfallen, muss sich noch zeigen. Bei der Europawahl war das leichter, da ging es “um nichts”.

  4. aloa5 |  12.06.2009 | 19:16 | permalink  

    @hape
    Ich glaube Sie überschätzen Blogger mehr als diese sich selbst.

    Wenn man die realen Zahlen sowohl der Petition gegen die Netzzensur nimmt (und einmal als “Gegenbeispiel” das Grundeinkommen daneben legt) oder die 230.000 der EU-Wahl, so ist das für eine heterogene Polit-Welt wie das Internet eine große Leistung. So wie es nicht den LINKEn HartzIV-Wähler gibt, so gibt es auch nicht den Netzbürger der mit einem eigenen Blog schon eine Piratenfahne aufstellt.

    Deutschland steht die schwedische Entwicklung noch bevor. Derzeit gibt es einen größeren Zustrom an Mitgliedern und die Partei hat sich durch die EU-Wahl erst aus dem Netz hinaus begeben. Es wird bis Monatsende damit zu rechnen sein, das es über 2000 Mitglieder sind (das sind +1000 in 7 Wochen). Sollte das Wachstum anhalten, da die Partei erst langsam wahrgenommen wird, dann kann sich das sogar noch steigern…. oder stagnieren, verkümmern. Letzteres ist derzeit noch unwahrscheinlich – die Zeit der Wahrheiten kommt erst noch. Derzeit ist jedoch die Frage wie weit der aktuelle Hype trägt. Prognosen sind schwierig. Ich würde jedoch für keine Option die Hand ins Feuer legen. Hypes haben eine gewisse unberechenbare Eigendynamik und dieser steht erst am Anfang.

    Grüße
    ALOA

  5. Detlef Borchers |  12.06.2009 | 19:29 | permalink  

    “Mitarbeiter kleinerer Universitäten (Eichstätt, Münster) ” ROFL, ich schmeiß mich weg. Ganz ohne Fan der Piratenpartei zu sein: Wer solchen Blödsinn schreibt, sollte besser nochmal seinen Alwin W. Gouldner über den Aufstand der technischen Intelligenz lesen. Grüße aus dem Münsterland….

  6. Wolfgang Michal |  12.06.2009 | 21:39 | permalink  

    @Detlef Borchers: Verzeihung, ich wollte schreiben “Mitarbeiter weltberühmter Universitäten…”

  7. Robert |  13.06.2009 | 10:08 | permalink  

    Da Piraterie nach wie vor ein Verbrechen ist, dürften die meisten Mitglieder der Piratenpartei Linke sein.

  8. HDS |  13.06.2009 | 10:29 | permalink  

    Danke für den ausführlichen und informativen Artikel.
    Danach sind jetzt bei mir alle bis dahin noch offenen Fragen zur Piratenpartei beantwortet.
    Leider verbinden wohl nicht wenige, diesen Parteinamen mit Anarchie und rechtsfreie Räume. Es wird schwierig sein Bürger zu interessieren und größere Wählerschichten zu gewinnen, wenn nicht ausgeklügelte Öffentlichkeitskampagnen helfen, Informationen zu transportieren und mehr Klarheit zu erzeugen.

  9. Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz? | LAMB & BYTE |  13.06.2009 | 10:52 | permalink  

    [...] Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz? — CARTA. [...]

  10. Alexander Schwoch |  13.06.2009 | 11:18 | permalink  

    Auch ich bin ein Softwareentwickler der erst kürzlich den PIRATEN beigetreten ist. Vorher dachte – aufgrund des Namens – mehr an eine Bewegung die mit der Pogopartei verwandt ist. Erst durch einen Kollegen erfuhr ich von meinem Irrtum und fand die wichtigen Themen der “digitalen Generation” wieder, welche alle anderen Parteien wenn überhaupt nur stiefmütterlich behandeln.

    Die 0,9% in der Europawahl (im ersten Anlauf wohlgemerkt) halte ich für beachtenswert. Ich habe mit einem zehntel gerechnet, gerade weil ich dachte viele Informatiker wüssten bereits wen sie wählen, aber die Wählerschaft sind doch nicht so fest etabliert wie man meint.

    Gesetzt den Fall, dass die Europawähler die die PIRATEN wählten, sich bei der Bundestagswahl alle gleich entscheiden, sehe ich als schlechtestes denkbares Ergebnis 0,45%, da ich im schlimmsten Fall davon ausgehe, dass die Bundestagswahl mit doppelt so hoher Wahlbeteiligung ausfällt und alle “neuen” Wähler die Piratenpartei ignorieren. Mit erneut 0,9% würde sie Ihr Ergebnis der Europawahl durch die breite Bevölkerung bestätigen, alles darüber halte ich für unwahrscheinlich.

  11. »Lesenswertig« am 13. June 2009 | Denkwertig, der persönliche Blog von René Fischer |  13.06.2009 | 12:03 | permalink  

    [...] Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz? Shared um 20:27 Uhr via Delicious Seit ihrem Sensationserfolg bei den Europawahlen ist die „Piratenpartei“ in aller Munde. Und viele fragen sich: Was sind das bloß für Leute? Sind die rechts oder links? Oder erleben wir den Beginn einer neuen sozialen Bewegung? Vier Anmerkungen zu einem politischen Phänomen. [...]

  12. Internetsperren 12.06.2009: Artikel und Kommentare « Wir sind das Volk |  13.06.2009 | 13:32 | permalink  

    [...] Carta: Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz? [...]

  13. aloa5 |  13.06.2009 | 15:42 | permalink  

    @Robert
    Ganz einfach können Sie es sich nicht machen. Nach dieser Holzhammer-Logik wäre Schäuble ein Linker, weil das abschießen von Flugzeugen bislang verboten ist.

    Die Grenze verläuft hier zuvorderst einmal entlang der X-Achse des politicalcompass und damit zwischen libertär und totalitär.
    Sie mögen mit der Einschätzung “Links” zwar trotzdem recht haben, die Herleitung ist jedoch etwas schwach auf der Brust. ;)

    Grüße
    ALOA

  14. Bernhard Fraling |  13.06.2009 | 18:57 | permalink  

    Die ersten Gedanken zur “Informationsmacht” bzw. Einflussnahme sind sehr ansprechend. Nichts passiert zufaellig. Jede Nachricht ist gesetzt. Egal ob z.B. um 20:00 Uhr in der Tagesschau oder spaeter auf You Tube… und unabhaengig wie sich eine Entwicklung darstellt, es gibt immer eine Doppel- oder Mehrfachstrategie. Die PIRATEN geben sich einen hohen Anspruch. Wem hat es z.B. genutzt, das in der Tagesschau mitgeteilt wurde, das Facebook im Iran zugangsbeschraenkt wurde?
    Wer gab den Auftrag und wer hat dafuer bezahlt? Wieviel Menschen interessiert das hierzulande wirklich? Auch “Internetmedien” werden zensiert. Z.B. Ich weiss bis heute nicht, warum ich eine Zugangsbeschraenkung auf Facebook und Twitter erhielt… @bfraling

  15. Wolfgang Michal |  14.06.2009 | 11:30 | permalink  

    Parallel zur Europawahl gab es an Deutschen Auslandsschulen eine Juniorwahl, Wahlbeteiligung über 87 Prozent. Die Piraten erreichten dabei 7,5 Prozent.
    http://www.juniorwahl.de/e-ep09.php

    An der Schule meines Sohnes wurde im Rahmen des Politikunterrichts ebenfalls eine Parallelwahl zur Europawahl durchgeführt. Da erreichten die Piraten hinter den Grünen Platz 2, mit ca. 20 Prozent.

    Das ist natürlich nicht repräsentativ, aber ein Trend. Vielleicht hat das Internet, die „Dampfmaschine des 21. Jahrhunderts“, seine erste Partei hervorgebracht.

  16. zweipunktnull » Blog Archive » Zensursula zwingt die SPD in die Knie |  14.06.2009 | 18:05 | permalink  

    [...] werde ich Pirat – Gründe gibt es genug, dagegen spricht nahezu nichts und das Ergebnis der Europawahlen – vorneweg Schweden [...]

  17. Wochenrückblick 06.06. – 14.06.2009 « Sikks Weblog |  14.06.2009 | 21:27 | permalink  

  18. Piratenpartei: “Geistiges Eigentum gibt es nicht” (Interview) - Hingesehen |  14.06.2009 | 21:28 | permalink  

    [...] Bei Carta [...]

  19. Eberhard Doerr |  15.06.2009 | 20:34 | permalink  

    Was den Namen betrifft, könnte man es ja mal mit Lesen versuchen ;-)
    “Er ist eine ironische Antwort auf den Vorwurf von Seiten der Musik- und Filmindustrie, Nutzer von Internet-Tauschbörsen wären „Raubkopierer“ und „Piraten“.”
    ( http://de.wikipedia.org/wiki/Piratenpartei_Deutschland )

    Sicher, mit Ironie oder überhaupt augenzwinkernder Kommunikation ist es in D nicht immer so einfach (und erst in den USA ..), aber dann umgekehrt eine Formel wie “Freibeuter-Romantik” zu bemühen, bedarf schon einer sehr selektiven Wahrnehmung.

    Den deutschen Piraten geht es, im Unterschied zu den schwedischen, mehr um Bürgerrechte bzw Abwehr der Überwachungsgesetze – aus dieser Ecke kommt die meiste Zustimmung und auch Netz-Mobilmachung. Das Download-Thema ist dagegen eher nebensächlich.

  20. noch mal die Wahl « AUGENZUPPLER … reloaded |  21.06.2009 | 14:48 | permalink  

    [...] Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz? Presseecho: Berliner [...]

  21. philikon's status on Sunday, 21-Jun-09 17:13:47 UTC - Identi.ca |  21.06.2009 | 19:13 | permalink  

    [...] zum Glück kommt ihnen das Internet zuvor: http://carta.info/10497/die-piraten-aufstand-der-technischen-intelligenz/ [...]

  22. Irene G. |  22.06.2009 | 00:42 | permalink  

    > Erleben wir – nach den stark weiblich geprägten Grünen – das Entstehen einer „Männerpartei“?

    Wenn eine Partei zur Hälfte weibliche Kandidaten aufstellt und den Vorstand zu 50 % mit Frauen besetzt, ist das schon stark weiblich geprägt? So stark, dass Männer in eine Männerpartei (Piraten- oder Rentnerpartei) flüchten müssen?

  23. Wolfgang Michal |  22.06.2009 | 11:49 | permalink  

    @Irene G.: Mich wundert, dass dieser Aspekt bisher nicht stärker analysiert wurde. Die Geschlechterdifferenz ist doch auffallend.
    Interessant in diesem Zusammenhang ist auch das Abstimmungsverhalten der Grünen beim Netzsperren-Gesetz gegen KInderpornographie, das von den Piraten ja vehement bekämpft wurde. Von den 15 Grünen, die sich enthielten (d.h. das Gesetz nicht ablehnten), waren 11 Frauen.

  24. Irene G. |  22.06.2009 | 14:50 | permalink  

    Vorhin ging es noch um weibliche Prägung im Sinne von Übermacht (?), jetzt gehts um Geschlechterdifferenz. Na gut. Bloß um welche Differenz? Zwischen grünen Frauen und grünen Männern, oder zwischen grünen Frauen und Piraten, oder zwischen Piraten und Rest der Welt, oder…?

    Auch bei Frauen und Gedöns sollte man als Journalist präzise formulieren :o)

  25. Wolfgang Michal |  22.06.2009 | 17:22 | permalink  

    @Irene G.: Sie unterstellen mir eine Wertung, ich habe lediglich Fakten dargestellt. Wenn eine Kandidatenliste zu 50 Prozent aus Frauen besteht, so ist das – im Vergleich zu bisherigen Gepflogenheiten – “stark weiblich geprägt”. Wenn eine Kandidatenliste heute (wie bei den Piraten zur Europawahl) zu 100 Prozent aus Männern besteht, ist das a) ein Rückschritt, b) auffallend, c) interessant.

  26. frau |  22.06.2009 | 18:08 | permalink  

    ohne Anspruch auf Repräsentativität:
    im Heise-Forum wurde der Geschlechter-Aspekt mal aufgegriffen. Die Diskutanten kannten dezidiert die Geschäftsordnungen, nach denen z.B. wenige Frauen häufiger reden dürfen als viele Männer. In der Tat wirken diese Regelungen im Jahre 2009 etwas irritierend, wenn man davon ausgeht, dass die jungen Frauen heutzutage doch hoffentlich selbstbewußt und durchsetzungsfähg an Diskussionen teilnehmen.

    Wie dem auch sei, die Heise-Foristen empfinden die Grünen als “stark weiblich geprägt”. Nach den desaströsen Enthaltungen von immerhin 11 weiblichen Abgeordneten dürfte sich dieser Eindruck noch vertiefen.

  27. Irene G. |  22.06.2009 | 21:18 | permalink  

    “stark weiblich geprägt” ist kein Fakt, sondern ein subjektiver Eindruck. Ein 90-jähriger Mann empfindet vielleicht auch die heutige SPD als stark weiblich geprägt, und jemand von einer Frauenliste nicht mal die Grünen.

  28. frau |  22.06.2009 | 21:54 | permalink  

    @IreneG.
    genau das schrub ich “empfinden die Grünen als “stark weiblich geprägt” “.

    Und genau um dieses Empfinden geht es ja auch; es bestimmt die Rezeption der potientiellen Zielgruppe.

    Ehrlich gesagt, ist mir schleierhaft, worauf Sie hinaus wollen.

  29. Irene G. |  23.06.2009 | 12:23 | permalink  

    > Wie dem auch sei, die Heise-Foristen empfinden die Grünen als “stark weiblich geprägt”. Nach den desaströsen Enthaltungen von immerhin 11 weiblichen Abgeordneten dürfte sich dieser Eindruck noch vertiefen.

    Es ist zwar schade, dass sich so viele Grüne enthalten haben, aber deswegen “stark weiblich geprägt” als neuen Makel einzuführen, fände ich schon… äh… seltsam.

    > Und genau um dieses Empfinden geht es ja auch; es bestimmt die Rezeption der potientiellen Zielgruppe.

    potenzielle Zielgruppe = Heiseforum?

  30. Josefine Gegenbauer |  26.06.2009 | 00:55 | permalink  

    Sind diese Piraten nicht nur Jungs mit dem Hang, sich immer nur über “das eine Thema” zu unterhalten und dabei “das größere Ganze” aus dem Blick zu verlieren? Hätten die alle eine Freundin, wären viele von denen vielleicht nicht so verhärmt und spiessig ;-) Auch wenn ich inhaltlich natürlich bei einigen Dingen zustimme, diese Truppe ist mir nicht sympatisch, zu selbstverliebt und zu viel “in-group” Tendenzen. Gute Nacht.

  31. SD |  07.07.2009 | 22:37 | permalink  

    Es gibt leider auch radikale Fehleinschätzungen der Piratenpartei, die mir die Tränen in die Augen Treiben: http://bit.ly/uLeL2

  32. Ich bin Pirat und das ist gut so! « Was immer mal gesagt werden sollte |  22.07.2009 | 21:46 | permalink  

    [...] aber auch hier wird ähnlich darüber gesprochen. Hier ist auch nicht wirklich besser: In  Deutschland wären die Piraten vor allem 18- bis 35-jährige, [...]

  33. Nics BlogHaus |  17.08.2009 | 09:15 | permalink  

    Soll ich oder soll ich nicht?…

    Seit geraumer Zeit schiele ich schon zu den Piraten. Und da ich auch twittere ist es nicht erstaunlich, dass ich von der Piratenpartei – den Piraten – inzwischen mehr mitbekomme. Denn natürlich sind die in einem sozialen Netzwerk groß vertreten. Wenn…

  34. Hermes (hermes) 's status on Monday, 31-Aug-09 14:46:32 UTC - Identi.ca |  31.08.2009 | 16:46 | permalink  

    [...] Aufstand der technischen Intelligenz? http://carta.info/10497/die-piraten-aufstand-der-technischen-intelligenz/ a few seconds ago from [...]

  35. Wochenrückblick 31.08.2009 – 06.09.2009 « Sikks Weblog |  07.09.2009 | 00:16 | permalink  

    [...] Spaß, Sikk 2009-08-31: Piraten Die Piraten – Aufstand der technischen Intelligenz? — CARTA Guter Artikel, wenn auch schon etwas älter. Endlich mal jemand der sich seriös mit der [...]

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