Warum die SPD den kalkulierten Eklat suchen muss
Der Kandidat kraftlos, die Themen ohne Zug – noch 76 Tage bis zur Bundestagswahl und die SPD ist politisch auf Hartz-IV-Niveau angekommen. Eine letzte Chance zum Befreiungsschlag hatten die Genossen – und ließen die Gelegenheit ungenutzt.
Auf Du und Du im Barcamp
Bei der Ankunft auf dem Future Music Camp bekam ich einen Badge, auf dem groß TIM geschrieben stand. Mikroskopisch klein war mein voller Name zu lesen. Hätte ich einen Edding dabei gehabt, wäre ich versucht gewesen „Bitte siezen Sie mich, Sie Nerd“ drüber zu schreiben. Aber ganz anders als ihre Vorgänger waren diese digitalen Hippies zielorientiert.
Bitte lieber Opel-Betriebsrat
Um ehrlich zu sein: Ich kann Euer penetrantes «Wer uns retten darf, bestimmen immer noch wir!» nicht mehr hören. Abertausende von Mitarbeitern anderer Pleitefirmen ohne «Rettung à la Carte» wären froh gewesen, wenn sich überhaupt eine Lösung für sie gefunden hätte.
Nebentätigkeiten: Abgeordnete und Journalisten im Vergleich
In der Debatte um die Nebentätigkeiten von Journalisten bietet sich ein Vergleich mit anderen Berufsgruppen an. Für Abgeordnete auf Bundesebene gilt bereits eine Auskunftspflicht. Ein Vorbild für den Journalismus?
„Teenager nutzen Twitter nicht»
Die anekdotische Evidenz des 15jährigen Morgan Stanley-Praktikanten Matthew Robson zum Medienverhalten seiner Generation begeistert Fondsmanager und FT: «ungeheure Klarheit» über die Digital Natives, endlich. Leider ist sie ziemlich frustrierend.
Pay-TV in Deutschland: Keine heiteren Aussichten für «SKY»
Aus Premiere wird Sky. Die Parameter des deutschen Fernsehmarktes sprechen gegen eine Erfolgsgeschichte. Den Kabelnetzbetreibern, die ebenfalls in den Abonnementfernseh-Markt drängen, ist das Produktbündel Sky Deutschland hoffnungslos unterlegen.
Postskriptum zur Piratendiskussion
Der Wunsch der Piratenpartei, jenseits von links und rechts agieren zu wollen, ist Kitsch. Doch diese Konfusionen sind dem Fehlen aktueller begrifflicher Diskussionen geschuldet, nicht dem Eintreten eines postpolitischen Zustandes. Wichtiger ist: Sie haben das Potential, als Vertreter der Netzkultur Grundsatzdiskussionen zu führen.
Rechtsfragen der Informationsgesellschaft – Wochenrückblick
Diesmal mit: Bundesrat beschließt Netzsperren, Alternativmodell zu «Three Strikes», WLAN-Sharing wettbewerbswidrig, «Hamburger Erklärung» der Verlage, Loi HADOPI im zweiten Anlauf beschlossen und mehr.
Deutschland im Herbst: Kein Thema, nirgends
Die Langeweile der Verlagsprospekte verweist auf ein alterndes Land. Wenn aufgebrochen wird, dann in den Tod. Die Verlage pilgern alle Richtung konservativ. Die Gesellschaft wird ja auch immer älter. Da will man keinen Aufbruch mehr, allenfalls ein bisschen Jakobsweg. Wenn sich die SPD fragt, warum sie abschmiert, sollte der Parteivorstand die Verlagsprospekte lesen.