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Martin Weigert

Deutschlands gestörtes Verhältnis zum Netz: Was der Web Index mit dem Leistungsschutzrecht zu tun hat

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In Deutschland hat das Internet einen geringeren Stellenwert und Einfluss als in vielen anderen westlichen Nationen. Das belegt der Web Index 2012. Eine Analyse der Hintergründe kann Bücher füllen – oder mit einem Wort symbolisch zusammengefasst werden: Leistungsschutzrecht.

06.09.2012 | 

Web Index 2012, World MapIm von WWW-Gründer Tim Berners-Lee und dessen World Wide Web Foundation veröffentlichten Web Index 2012 belegt Deutschland den 16. Platz von 61 untersuchten Länder. Die Schweiz landet auf einem guten sechsten Platz, Österreich ist nicht dabei. Das Ranking vermittelt einen Eindruck davon, welchen Stellenwert das Internet in Gesellschaft, Politik und Wirtschaft besitzt, und wie es diese Faktoren beeinflusst. Markus kommentierte das Ergebnis auf Linkwertig heute früh mit “Deutschland schlägt sich tapfer”. Doch eigentlich ist es eine große Enttäuschung.

Nicht, weil man ein deutlich besseres Abschneiden Deutschlands hätte erwarten können – wer sich mit der Digitalisierung intensiver beschäftigt, weiß, dass die Bundesrepublik in vielen Teilbereichen dieser Entwicklung massiven Nachholbedarf hat. Nein, die Enttäuschung liegt darin, dass sich eine allgemein sehr erfolgreiche Nation, die sich sonst gerne als Vorreiter und Innovator präsentiert, in diesem so wichtigen Segment derart hinterherhinkt – und dass sich Entscheider daran nicht einmal groß zu stören scheinen. Zumindest finden sich in den Medien oder im Social Web keine offiziellen Reaktionen von Politikern zu dem Index. Und überhaupt hält sich die Berichterstattung über die Untersuchung in Grenzen – dabei wird doch sonst jede andere, noch so unseriöse Studie groß aufgeblasen und bei den führenden Nachrichtenmedien herumgereicht.

Deutsche streben nach Exzellenz – außer beim Netz

Egal, ob es um erneuerbare Energien und Umweltschutz, Errungenschaften in Hochtechnologie und Ingenieurskunst, Forschung und Wissenschaft, Arbeitnehmerrechte oder internationale Politik und Wirtschaftsgestaltung geht – überall strebt Deutschland führende Rollen an oder nimmt diese bereits seit langem ein. Und stets herrscht weitestgehend Konsens über diese Selbstverständlichkeit des Strebens nach Exzellenz. Dem Klischee nach sind Deutsche Perfektionisten, die sich ungern mit dem Mittelmaß zufrieden geben. Nicht selten agieren sie tatsächlich dementsprechend. Doch sobald es um die künftige Rolle des Landes in der globalen digitalen Welt geht, verschwindet das sonst so hohe Ambitionsniveau – abgesehen von der Intention einer flächendeckenden Breitbandvernetzung. Bei dieser handelt es sich jedoch um Pflicht, nicht um Kür – im Gegensatz zu den Plänen Großbritanniens, bis 2015 Europas schnellstes Breitbandnetz errichten zu wollen.

Was den Status und Einfluss des Netzes angeht, muss sich Deutschland vielen anderen westlichen Ländern geschlagen geben, darunter selbst solchen, die wie Frankreich für ihre aggressiven Versuche der Bändigung des Internets bekannt sind. Deutschland liegt 25 Punkte hinter dem Erstplatzierten Schweden, der als Benchmark 100 Punkte erhält, und nur wenige Punkte vor Portugal, Spanien und Chile.

Mit Antworten auf die Frage, wieso Deutschland als selbstdeklariertes Hochtechnologieland ausgerechnet beim Internet entscheidende Impulse vermissen lässt, kann man Bücher füllen. Oder die zahlreichen Artikel bei netzwertig.com lesen, in denen wir im Laufe der vergangenen Jahre auf die mannigfaltigen Missstände aufmerksam gemacht haben, die den Web- und IT-Standort Deutschland abseits der Enterprise-Software von SAP bremsen. Ein Klassiker dazu ist unsere Artikelreihe aus dem Jahr 2009 “Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland“.

Das Leistungsschutzrecht als Ausdruck, was falsch läuft

Doch will man versuchen, die Ursache in so kompakter und zeitsparender Form wie möglich zusammenzufassen, dann bietet sich im Sommer 2012 dafür eine ideale Gelegenheit: das Leistungsschutzrecht. Deutschland ist ein Land, in dem ein fortschrittsfeindliches, den Interessen einiger weniger etablierter Medienakteure dienendes, von allen anderen Organisationen und Experten mit Rang und Namen abgelehntes Gesetz auf Basis von Scheinargumenten zur Einschränkung und Regulierung harmloser, weltweit praktizierter Netzverfahren von der Regierung verabschiedet wird.

Ein Land, in dem eine derart widersinnige, zigfach als problematisch erwiesene und einen weitflächigen Kollateralschaden in Kauf nehmende Initiative von den politischen Entscheidern durchgesetzt wird, offenbart grundlegende Defizite, was die Kompatibilität vorherrschender Werte und Denkweisen mit den neuen Dynamiken des Netzes angeht. Das Leistungsschutzrecht ist dabei ein in Gesetzform gegossener Ausdruck dieser Inkompatibilität. Er zeigt, wie der Deutsche tickt, wenn es darum geht, auf einen ungewohnten Kontrollverlust zu reagieren. Sicherlich existieren Ausnahmen. Wären diese aber die Mehrheit, wären ineffektive und die Grundprinzipien des Internets mit Füßen tretende Vorstöße wie das Leistungsschutzrecht oder das “Zugangserschwerungsgesetz” über ihren Status als absurde Vorschläge einzelner Wirrköpfe nie hinaus gekommen.

Jeder Politiker im Bundestag und Bundesrat, der wider Erwarten doch die Motivation verspürt, auf ein positiveres Abschneiden Deutschlands im Web Index der nächsten Jahre einzuwirken, hat keine andere Wahl, als das Leistungsschutzrecht abzulehnen. Das Internet ist die Voraussetzung für Wohlstand, Freiheit und Demokratie in den nächsten Jahrzehnten, nicht der Axel-Springer-Verlag oder die anderen Befürworter des Leistungsschutzrechts. Solange wir der weit verbreiteten Bewahrer- und Kontrollmentalität nachgeben, untergraben wir das Fundament, das zur erfolgreichen Meisterung des Wandels zur digitalen Wissensgesellschaft erforderlich ist.

Die deutsche Politik steht in der moralischen Pflicht, Deutschland zur Speerspitze und zu einem Vorbild beim Umgang mit der sich durch das Internet wandelnden Wirtschafts-, Gesellschafts- und Sozialordnung zu machen. Dies erfordert einen radikalen Gesinnungswandel, weg von Kontrollwahn und Besitzstandswahrung, hin zu mutiger Experimentierfreude und dem verinnerlichten Motto, alte Strukturen aufgeben zu können, sofern sich daraus ein verbesserter Zustand für viele ergibt. Das Leistungschutzrecht ist genau das Gegenteil.

Crosspost von netzwertig

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20 Kommentare

  1. Rita Pu |  06.09.2012 | 21:06 | permalink  

    habe schon lange auf so einen Artikel gewartet.Es gibt noch viele( so ab 50 Jahre)die das Netz ablehnen. In der Regierung sitzen auch viele , die keine Ahnung vom Netz haben ..höchsten das Fussvolk… Serekrätinnen und viele Angestellte haben etwas Ahnung, aber auch wieder nur in hauseigenen Programmen. Leider haben diese Leute keine Entscheidungsgewalt.Das Schlimmste was mir im dt. Netz auffällt,
    ist die Angst, Unkenntnis und die Gier …man könnte ja bei Veränderungen.. Machtverluste hinnehmen müssen…..und dabei gibt das Netz so unendlich viel,große
    Möglichkeiten für die Menschheit. Natürlich gibt es auch im Netz …Böse…aber die gab es auch früher …nur anders …Es muss wohl erst eine Generation vergehen, bis das Netz eine ganz normal Sache ist ..denn die Jugend lässt sich das Netz nicht mehr nehmen …und das ist gut so …

  2. Ch. Sommer |  06.09.2012 | 21:58 | permalink  

    Das Gegenteil ist der Fall: Aus meiner Sicht wird durch das Leistungsschutzrecht das Internet in Deutschland aufgewertet, ernster genommen als es bisher der Fall war. Und Schweden mit dem (oder gar durch das?) “Aushängeschild” The Pirate Bay auf #1? Please…

  3. Tobi Laufert |  06.09.2012 | 23:50 | permalink  

    Persönlich bin ich auch gegen das Leistungsschutzrecht, aber meine Eltern verstehen nicht mal ansatzweise, was sich dahinter verbirgt. Es ist ihnen schlichtweg egal, weil das Internet für sie Shopping und Online-Banking, aber gewiss kein Medium ist. Ihr Wissen beziehen sie aus der Lokalpresse, und da steht drin, dass man das Leistungsschutzrecht wegen der Raubkopierer im Internet braucht. Das erscheint ihnen einleuchtend.

  4. Hans |  07.09.2012 | 08:55 | permalink  

    Rita Pu, zunächst möchte man doch feststellen, dass die Leute so ab 50 Jahre das Netz, wie es heute ist, erfunden haben. Tim Berners-Lee, zum Beispiel, ist 1955 geboren, derzeit also 57.

    Klar, dass nun die nächste Generation diesen Ball aufgreift und damit wegläuft. In dieser nächsten Generation ist für eine Netznutzung keine Technik-Affinität mehr erforderlich, wie es in der “Erfindergeneration” noch war, denn das Netz, respektive seine Nutzung, ist für die Leute unter 25 nahezu ubiquitär – und nahezu kostenlos.

    <p<Die Leute in der Gegend von 50 und darüber kennen das noch anders. Ich selbst bin nahe 50 und habe zum Beispiel für meine erste Internet-Flat (per Modem im Analog-Telefonnetz) noch 185 D-Mark pro Monat gezahlt – und das war ein irres Schnäppchen. Ich war es auch gewohnt, für meine Musik, meine Filme, meine Zeitung und meine Bücher – sprich: für "meine Kultur" zu zahlen, um sie dann aber (nahezu) uneingeschränkt nutzen zu können.

    In diesem Licht sehe ich das Leistungsschutzgesetz: Es ist ein, wenn auch leider ungeeigneter und viel zu eng gefasster, Versuch der Bundesregierung, zu gewährleisten, dass Kreative für ihre Leistung entlohnt werden und davon leben können. Sicher sind sich alle einig darüber, dass das möglich bleiben muss – auch und gerade jetzt, wo Google und Amazon mit ihren neuen Billig-Tablets die nächste Runde einzuläuten scheinen.

    Schließlich lebt das Netz als Medium von seinen Inhalten.

  5. maddy4401 |  07.09.2012 | 08:59 | permalink  

    hey,

    ich bin auch gegen das Leistungsschutzrecht. Aber ich bin definitiv gegen dieses gequatsche, dass das Internet als den alleinigen Kulturträger der kommenden Generationen darzustellen. Die Digitalisierung ist nicht die wichtigste Aufgabe meiner Generation. Der Umweltschutz, der Schutz der Arbeitnehmerrechte, die Bewältigung der Eurokrise, die Energiewende das ist mir alles 1000 mal wichtiger als der Ausbau unseres Breitbandnetzes. Dementsprechend wumpe ist es mir auch ob wir Platz 16 von 61 sind Platz 10 oder 20.

    Das Internet ist doch frei die Digitalisierung wird schon noch voranschreiten ob wir dafür etwas länger brauchen oder nicht davon geht die Welt nicht unter.

  6. Ralph Delzepich |  07.09.2012 | 09:35 | permalink  

    @4 Hans
    Zitat: “[...] Sicher sind sich alle einig darüber, dass das möglich bleiben muss – auch und gerade jetzt, wo Google und Amazon mit ihren neuen Billig-Tablets die nächste Runde einzuläuten scheinen. [...]”
    weder Google noch Amazon (noch Apple, die haben Sie vergessen, die bringen demnächst auch “was neues”) haben als Geschäftsgrundlage “klaut und enteignet die Urheber”. Genau das Gegenteil ist der Fall, alle drei Firmen erstellen die Infrastruktur, um Inhalte von Urhebern auffindbar zu machen, sie mit wenig Reibungsverlust kaufen zu können und das ganze noch recht unkompliziert.

    Welche Runde wird also eingeläutet? Die, in der amerikanische Firmen der deutschen Verlegerindustrie zeigen, wie man Inhalte für alle Seiten gewinnbringend anbieten kann?

    Selbstverständlich behalten alle drei Firmen ihren Anteil zurück, der etwas über die reinen Technikkosten hinausgeht. Aber das dürfen sie auch, denn sie haben den Markt erschlossen. Etwas, dass deutsche Verleger nicht von sich behaupten können.

  7. Sebastian |  07.09.2012 | 09:39 | permalink  

    @ch. Sommer
    In welcher Form wird das Internet in Deutschland durch das Leistungsschutzrecht “aufgewertet”?
    Mal als völlig unrealistischen Extremfall angenommen: alle deutschen Seiten werden in Google wegen unsicherer Rechtslage delisted – was haben wir dadurch gewonnen ausser das die Menschen nichts mehr finden?
    Das irgendwer den Verlagen für die Dienstleistung,Besucher zu den Verlagen zu schicken, Geld zahlen wird halte ich für ausgeschlossen. Das ein Internet-Typischer Vorgang wie das Verlinken erschwert wird ist ein absolutes Unding.

    Wie wärs wenn dir ein Polizist ein Ordnungsgeld abnimmt weil du jemandem den Weg zum nächsten Zeitungskiosk erklärtt hast und die Person dann dort nur die Zeitungen durchstöbert aber nichts gekauft hat?

  8. Kunterbunte Blogger-Welt: Tollwut, Demokratie & Nussrisotto | Jeden Tag ein Tipp |  07.09.2012 | 11:08 | permalink  

    [...] Deutschlands gestörtes Verhältnis zum Netz Sprengsatz: Angst vor mehr Demokratie Netzpolitik.org: Clubsterben: GEMA versucht die Offensive [...]

  9. PR-Beiträge 36/2012: Herbst-PR & wortlose Social Media | kommunikationsABC.de |  07.09.2012 | 12:00 | permalink  

    [...] Deutschlands gestörtes Verhältnis zum Netz: Was der Web Index mit dem Leistungsschutzrecht zu tun … [...]

  10. Hans |  07.09.2012 | 12:25 | permalink  

    @Ralph Delzepich:

    Mit der “nächsten Runde” meine ich, dass die jenigen, die wirtschaftlich vor allem vom Content profitieren (Google/Amazon) nun leistungsfähige Geräte herausbringen, um die medialen Inhalte weiter zu propagieren. Der Preis dieser Geräte lässt darauf schliessen, dass die genannten Firmen weniger Interesse daran haben, aus dem Verkauf der Hardware Gewinne zu erzielen, sondern dass sie eher darauf zielen, am Konsum der über diese Geräte laufenden medialen Inhalte zu verdienen – sei es durch deren Verkauf, wie bei Amazon, oder durch deren werbliche Auswertung, wie bei Google.

    Apple klammere ich hier bis auf Weiteres bewusst aus, da die Firma (noch) ein lebhaftes Interesse hat, an der Hardware zu verdienen, was am aufgerufenen Preis recht deutich wird. Ich erwarte jedenfalls bis auf Weiteres kein Apple-Tablet für 150 Euro, das zum Ziel hat, iTunes-Umsätze zu generieren. Das mag sich in Zukunft ändern, und das Geschäft von Apple könnte sich stärker in Richtung “iTunes” verschieben, aber das ist reine Spekulation von meiner Seite.

    Den Markt für Bücher, Zeitschriften, Musik, Filme und Software gibt es allerdings schon seit jeher – den haben nicht Google, Amazon oder Apple erschaffen. Das einzige, was sich geändert hat, ist das Distributionsmedium – das heisst nun “Internet”, und auch das hat keine der drei genannten Firmen geschaffen.

    Mir scheint: Für zwei der drei genannten Firmen steht es ausser Frage, dass Autoren, Künstler, Regisseure oder Programmierer, respektive die Firmen, durch die sie vertreten werden, für ihre Arbeit Geld bekommen müssen. Das Rechtsverhältnis sowohl zwischen Amazon als auch Apple und den – nennen wir sie mal “Content-Erstellern” – ist klar jedenfalls geregelt. Und auch der Konsument zahlt ganz selbstverständlich und kauft die e-books, Filme, Apps und Alben, die er möchte.

    Das Verhältnis zwischen Google (und anderen Suchmaschinen) und den Kreativen ist hingegen selten geregelt. Gerade Google hat in der Vergangenheit gezeigt, dass fremde Inhalte grundsätzlich erst einmal ungefragt genutzt werden (und damit Geld verdient wird), um dann ggf. eine Regelung anzustreben, wenn sich jemand dagegen wehrt.

    Für mich steht jedenfalls ausser Frage: Wenn eine Firma wie Google mediale Inhalte (und zwar welcher Art auch immer) nutzt, um damit über Werbung Geld zu verdienen, dann muss der Inhaber der Rechte eben dieser medialen Inhalte auch daran beteiligt werden.

    Wie und in welcher Höhe, das sollte meiner Ansicht nach ganz generell geregelt werden. Ein Gesetz, das regelt, wie nun Verleger an ihr Stück vom Kuchen kommen, brauchen wir hingegen nicht, denn die repräsentieren nur eine ganz kleiner Gruppe derer, die mediale Inhalte erstellen und davon leben wollen.

  11. Warum uns Hirnforscher krankmachen – Über neuro-pseudo-wissenschaftliche Meinungsmanipulation | Ich sag mal |  07.09.2012 | 18:20 | permalink  

    [...] auch: Deutschlands gestörtes Verhältnis zum Netz. 50.732704 7.096311 Teilen Sie dies [...]

  12. Amigo Seure |  07.09.2012 | 19:11 | permalink  

    Was soll dieser Alarmismus? Der 16. Platz ist doch in Ordnung.
    Von den ähnlichen Ländern ist Frankreich kaum besser, lediglich Großbritannien überragt uns.
    Aber was misst dieser Index wirklich? In welcher Hinsicht geht es dem Vereinigten Königreich so viel besser als uns?

  13. c0r3nn |  07.09.2012 | 21:46 | permalink  

    @4 (maddy) Leider zu kurz gedacht. Ja, die von Ihnen genannten Punkte sind wichtig, aber das Internet ist mehr als Tablet, Google und Facebook. Es ist in erster Linie ein Werkzeug zur Vernetzung von Menschen.

    Im Netz können sie direkt mit dem Umweltaktivisten oder dem Gewerkschafter in Kontakt treten, über Blogs, soziale Medien, Email, IRC und vieles andere mehr.

    Dazu muss das Internet aber für möglichst alle Menschen zugänglich sein, es muss frei von Überwachung und Zensur sein.

    Das Internet ist, wie die Natur ein “common good”, es sollte allen Menschen gehören.

  14. Max |  09.09.2012 | 09:20 | permalink  

    Ich kann dieser Technikgläubigkeit die hier einige inkl. Artikel-Autor hegen nicht teilen.

    Ich empfehle euch den Beitrag von Katrin Passig auf der Republica12, in dem zeigt sie sehr schön das neuen Errungenschaften immer wieder die selben Eigenschaften zur Problemlösung angedichtet werden (z.B. Weltfrieden durch verbesserte Kommunikation/Einsicht / führen zu Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit / Rede- und Meinungsfreiheit wird garantiert)
    Technik wird diese Dinge nicht herbeiführen das können nur Menschen. Als Beispiel könnt ihr euch Bahrain anschauen, da hatten die Menschen Internet und Facebook und Twitter und wurden einfach mit Gewalt weiter unterdrückt und das obwohl es auch bei uns in den Medien war.

    Ich finde es gut das wir in Deutschland auch mal die Eier haben Konzernen wie Google zu zeigen das sie nicht alles machen dürfen. Und wenn man es genau nimmt verdient Google sein Geld damit das es entweder die Inhalte von anderen vermarktet (z.B. die Bildersuche) oder die Nutzerdaten die ihr ihnen alle liefert oder die es sich einfach nimmt wie bei GoogleStreetView/Wlan-Daten ..

    Ich möchte kein Internet wo der dominiert der am dreistesten ist. Das ist aktuell auch bei den Apps und neuen Startups sehr schlimm.

    Ich finde es toll das in Deutschland nicht auf jeden Zug der durchs Internet rollt mit wehenden Fahnen aufgesprungen wird.
    Im Bereich B2B allerdings sehe ich sehr viele tolle deutsche mittelständische Firmen mit tollen meist offenen Services. In dem Bereich wird eben Qualität gefordert und da können wir dann wieder punkten.

    Insgesamt finde ich auch das sich der private Bereich gut entwickelt. Gerade die Blogs die die letzten Jahre entstanden sind, haben mittlerweile eine Qualität — traumhaft. Und man darf auch nicht vergessen das die Länderdomain .de die mit den meisten registrierten Domains ist!

  15. Justizministerium veranstaltet Beruhigungskonferenz zum Urheberrecht |  09.09.2012 | 10:45 | permalink  

    [...] ist allerdings nicht allzu viel davon zu erwarten. Martin Weigert hat in dem Beitrag “Deutschlands gestörtes Verhältnis zum Netz” sehr schön die grundsätzliche Problematik der Innovationsfeindlichkeit und der [...]

  16. derPaddy |  09.09.2012 | 13:33 | permalink  

    Ok ok ok…….. ich bin nun 28 (24.01.1984) und ich sehe das etwas rationaler.

    1.
    Die Verlage wollen und müssen mehr geld verdienen,da sie immer weniger Printmedien Abos verkaufen.Und der anzeigen/werbe Markt ins Internet abwandert.

    2.
    Von jemanden Geld zu nehmen weil dieser,wiederum Kunden zu einem schickt ist ….. naja dumm ?Google verdient auch dran klar,aber so viele Leute ( Milliarden) nutzen Google und es ist für Verlage die perfekte Werbeplattform.Den Google verdient an der suche nicht am Verlag den es verlinkt direkt.
    Die Verlage wundern sich nur nach einstellen eines Artikels warum schon über 100.000 Deutsch davon wissen und den Link des Artikels besuchen.
    Google mit kosten für diese Werbung ab zu strafen ist keine gute Idee.

    3.
    Das Internet an sich ist das neue ÖL,oder bessere gesagt,das vernetzte wissen weltweit ist 1000 mal mehr wert als alles ÖL und Gas weltweit.
    alle Bereiche die uns sehr sehr am Herzen liegen sind nicht nur abhängig von diesen Informationen sondern auch nicht mehr lebensfähig ohne sie.
    Forschung
    Umweltschutz
    Medizin
    Raumfahrt
    Wirtschaft

    Wer das Internet als unwichtig erachtet aber gleichzeitig alles andere als wichtig erachtet,der scheint sich nicht bewusst zu sein,das das Internet mittlerweile in allen Dingen vertreten ist.

    4.
    Die noch große offline Medien Industrie hat etliche Jahre das Internet nicht ernst genommen.
    Nun kommt das große Erwachen, niemand kann in den heutigen Tagen erwarten vom 18 bis zum 67 Lebensjahr ein und das selbe beim selben Arbeitgeber zu tun.
    Die Technologische Entwicklung ist rasend schnell,der Konkurrenzkampf weltweit ist extrem hoch und Gesellschaftliche Bedürfnisse wie auch das Konsumverhalten können sich blitzschnell ändern.
    Das heißt,auch ein Printmedien Redakteur muss realisieren, sich ständig an zu passen oder mehr als 3 Berufe aus zu führen eh er ins Rentenalter kommt.
    Wer angst davor hat,wer die Realität nicht einsehen will,wer ein Dickkopf ist und wer
    ziemlich egoistisch handelt.Derjenige erfindet dann so was wie das Leistungsschutzrecht.und drückt es sein seinem letzten Quäntchen Lobby-Macht durch.

    Solche pro Leistungsschutzrecht aussagen hätte ich in Syrien,Oman oder auch in China erwartet.aber nicht in Deutschland und auch noch von ganz normalen Durchschnittsbürgern.

  17. Das Internet ist die Voraussetzung für Wohlstand, Freiheit und Demokratie in den nächsten Jahrzehnten, nicht der Axel-Springer-Verlag – flashfonic.de |  09.09.2012 | 13:56 | permalink  

    [...] Das Internet ist die Voraussetzung für Wohlstand, Freiheit und Demokratie in den nächsten Jahrzehn… [...]

  18. Infobib » “Deutschlands gestörtes Verhältnis zum Netz” |  10.09.2012 | 11:52 | permalink  

    [...] auf Netzwertig über “Deutschlands gestörtes Verhältnis zum Netz” (später auch von Carta publiziert): Egal, ob es um erneuerbare Energien und Umweltschutz, Errungenschaften in [...]

  19. Matthias Ulmer |  10.09.2012 | 16:02 | permalink  

    Wenn Deutschland ein gestörtes Verhältnis hat, meinen Sie das geografische Land oder die Gebietskörperschaft? Oder meinen Sie damit alle Deutschen, also mit Pass? Oder wenigstens einen Teil, also mindestens einen größeren Teil? Wenn die Zahlen stimmen, dann sind über 70% der Deutschen (oder “Deutschlands”) im Netz; und die haben ein gestörtes Verhältnis dazu? Wollen, aber wollen nicht, irgendwie.
    Oder ist es gar nicht die Mehrheit, die ein gestörtes Verhältnis hat (was ja demokratisch dann voll ok wäre und von Ihnen nur unter Missachtung demokratischer Grundsätze so agitiert werden könnte), sondern in Wahrheit ist es nur die Bundesregierung, gewählt und legitimiert, aber eben gestört, wenigstens im Verhältnis zum Netz? Aber nein, es ist gar nicht die Bundesregierung, sondern es ist der Springer Konzern, der die Bundesregierung im festen Würgegriff hat! Oder noch genauer: Es ist Herr Keese, der den Springer Konzern so manipuliert hat, dass Springer die Kanzlerin und diese die Bundesregierung und diese die Deutschen und damit ganz Deutschland am Ende Herrn Keeses gestörtes Verhältnis zum Netz teilen…

    Oder das Sommerloch, in das Sie gefallen sind ist so tief, dass Sie nun nicht mehr heraus kommen…

  20. Junge Programmierer und zweifelhafte Gesetze – der Wochenrückblick | quäntchen + glück |  10.09.2012 | 17:54 | permalink  

    [...] Blog­ger Mar­tin Wei­gert (Netzwertig.de) geht sogar noch einen Schritt wei­ter und spricht von Deutsch­lands gestör­tem Ver­hält­nis zum Netz. Er emp­fin­det das Ergeb­nis als eine große Ent­täu­schung. Nicht weil er mit einem [...]

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