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Matthias Schwenk

Fauler Apfel? Apple unterbindet den Zugang zu iPad-Apps für Print-Abos

 | 14 Kommentar(e)


Apple will künftig unterbinden, dass Print-Abos von Zeitungen mit einem kostenlosen Zugang zu Bezahl-Apps auf dem iPad verknüpft werden, weil man daran nicht mitverdienen würde. Anstatt in diesen sauren Apfel zu beissen, sollten Verlage lieber auf den Browser setzen.

15.01.2011 | 

Mit Steve Jobs ist nicht gut Kirschen essen. Diese Erfahrung durften jetzt offenbar europäische Zeitungsverleger machen, denen von Apple mitgeteilt wurde, dass sie künftig ihren Print-Abonnenten keinen freien Zugang mehr zu den entsprechenden iPad-(Bezahl)-Apps werden geben können. Der Grund: Apple verdient an dieser Konstruktion nicht mit.

Das berichtet Appleinsider unter Berufung auf die niederländischen Medien deVolkskrant und nrc.nl. Apple will offenbar verhindern, dass die Verlage die Konditionen des App Store umgehen, wonach Apple 30 % vom Umsatz mit den Apps einbehält. Denkbar wäre ja, die Verlage verkauften auf herkömmlichem Weg ihre Abos und gewährten damit dann Zugang zur entsprechenden App (gleichgültig, ob die Printausgabe tatsächlich zugestellt wird oder nicht). Apple wäre in diesem Fall außen vor, was Steve Jobs natürlich nicht gefallen kann.

An dieser Stelle könnte man jetzt Hohn und Spott über die Verlage ausschütten, die noch vor gar nicht so langer Zeit große Stücke auf Apple und das iPad hielten. Oder Blog-Artikel zitieren, in denen vor einer zu engen Bindung an Apple und dessen Plattform gewarnt wurde. Geschenkt.

Verlage haben im Grunde nur eine Option im Web: Auf den Browser setzen in Verbindung mit intelligenter Software, mit der sich ihre Inhalte an ganz unterschiedlich große Bildschirme automatisch und in optisch ansprechender Form anpassen lassen. Die Fragmentierung in unterschiedliche und untereinander völlig inkompatible Plattformen (Apple iOS, Google Android, Microsoft Windows Phone, RIM Blackberry…) sollten sie boykottieren.

Einen interessanten Ansatz in genau diese Richtung bietet das amerikanische Startup Treesaver. Deren Software in Aktion kann man im folgenden Video-Interview sehen, das Robert Scoble mit Filipe Fortes geführt hat:

So könnte die Zukunft für Verlagsangebote aussehen, die vom Smartphone über Tablets bis hin zu sehr großen Desktop-Bildschirmen immer eine gute Figur machen und dabei leicht zugänglich sein sollten. Anstatt in den sauren Apfel von Steve Jobs zu beissen oder empört nach der EU zu rufen, wie es nun in den Niederlanden der Fall zu sein scheint, sollte man Apple einfach die kalte Schulter zeigen.

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14 Kommentare

  1. Fauler Apfel? Apple unterbindet den Zugang zu iPad-Apps für Print … |  15.01.2011 | 19:04 | permalink  

    [...] hier den Beitrag weiterlesen: Fauler Apfel? Apple unterbindet den Zugang zu iPad-Apps für Print … [...]

  2. Fauler Apfel? Apple unterbindet den Zugang zu iPad-Apps für Print-Abos | iTimes.de |  15.01.2011 | 22:45 | permalink  

    [...] Das berichtet Appleinsider unter  Quelle und vollständiger Artikel: http://carta.info/37315/fauler-apfel-apple-unterbindet-den-zugang-zu-ipad-apps-fuer-print-abos/ [...]

  3. Apples Aversion gegen Print-App-Bundles » Debatte, eBooks » lesen.net |  17.01.2011 | 14:19 | permalink  

    [...] Schwenk hatte am Samstag im Carta-Blog darüber berichtet, Tom Barfield geht in “Why Apple can’t be trusted with the future of news“sogar so [...]

  4. _Flin_ |  17.01.2011 | 17:05 | permalink  

    Tja, liebe Verlage, da könnte ja jeder kommen.
    /Häme an
    Aber es ist halt so, dass diese Kostenloskultur, das ist ja quasi ein Geburtsfehler, nein, das geht so ja nicht, dass man die Qualitätsinhalte auf dem iPad da einfach kostenlos anbietet.
    Zu glauben, dass da irgendwelche Zweitanbieter diese Qualitätstechnik von Apple einfach für ihre Zwecke missbrauchen könnten, das ist ja schon quasi eine schleichende Enteignung von Apple.
    Es kann ja nicht sein, dass die Verleger hier anderer Leute Leistungen verschenken. Alleine die Idee hat wahrscheinlich seinen Ursprung daran, dass in Deutschland Geiz Geil ist und viele Presseverlage ihre geistigen Wurzeln in der Hippiekultur sehen.
    Dabei ist der eingezäunte Garten von Apple doch eine Leistung, die der unlimitierten Verbreitung und Kopie der urheberrechtlich geschützten Zeitungsinhalte einen Riegel vorschiebt. Dass man für diese Leistung nicht bezahlen will, ist unverständlich, steht es doch jedem frei, die Leistung von Apple auf dem iPad anzunehmen oder nicht. Es geht hier ja schließlich nicht um Milliarden.
    Man kann also schon verlangen, dass die Presseverlage mit anderen Inhalte- und Softwareanbietern, wie zum Beispiel Tonträger- oder Filmherstellern gleichgestellt werden, die ja auch an Apple Nutzungsgebühren für die Nutzung ihres Qualitätsverbreitungsweges zahlen.
    /Häme aus

    Tja, liebe Verleger, immer vorsichtig sein, was man sich wünscht. Es könnte sein, dass die Geschäftspartner einem die eigenen Argumente sonst mit lautem Krachen um die Ohren hauen.
    Wenn ihr schon in einen Walled Garden wollt, müsst Ihr auch den Eintritt zahlen.

  5. fraxa |  17.01.2011 | 18:11 | permalink  

    Was würde geschehen, wenn die Verlage versuchen würden, die Zeitung für ihre Abonnenten mit Hilfe der Kioske zu verteilen. Das sehe dann so aus. Der Abonnent geht beim Kiosk vorbei, zeigt dort seinen Abonnentenausweis und erhält die Zeitung ausgehändigt. Umsonst natürlich, da er ein Jahresabo direkt beim Zeitungsverlag bezahlt hat.

    Das würden die Kioske wohl auch nicht mitmachen, oder? Sie möchten schliesslich mit einer Provision auf verkaufte Zeitungen verdienen.

    (PS: ich habe weder Aktien der Apple noch ein iPhone oder iPad)

  6. Matthias Schwenk |  17.01.2011 | 18:25 | permalink  

    @fraxa: Interessanter Einwand. Allerdings darf angenommen werden, dass der Aufwand von Appple sich in engen Grenzen halten würde, ließe man es zu, dass Verlage ihren Print-Abonnenten Zugang zu Bezahl-Apps einräumen würden – im Gegensatz zum Kiosk, der die Zeitungen (körperlich) vorhalten und kostenlos aushändigen müsste.

    Man könnte sogar so weit gehen zu behaupten, dass sich Apple damit selbst schadet. Denn gerade die Verknüpfung von Print-Abos mit Apps auf dem iPad könnte dem Tablet zusätzliche Käufer erschließen.

  7. noName |  17.01.2011 | 19:10 | permalink  

    Dank http://netzwertig.com/2011/01/17/rss-reeder-wagt-den-tabubruch/ gerade ausprobiert, spitze. (Meine These vor einiger Zeit: Verlag-Feeds können nicht dauerhaft gratis sein.)

  8. noName |  17.01.2011 | 20:07 | permalink  

    … Verlag-Apps sind ueberfluessig.

  9. Die Politik » Fauler Apfel? Apple unterbindet den Zugang zu iPad-Apps für Print-Abos |  18.01.2011 | 02:10 | permalink  

    [...] Fauler Apfel? Apple unterbindet den Zugang zu iPad-Apps für Print-Abos [...]

  10. Für einen Apfel und ein Ei? « Dialogin |  19.01.2011 | 05:50 | permalink  

    [...] Hier mehr dazu. [...]

  11. Knox |  20.01.2011 | 09:33 | permalink  

    Apple hat bereits mit itunes und inzwischen mit den apps einen Weg beschritten, der gefährlich nahe an eine Zensur grenzt.
    Über die klassischen Computer hatte immer der Nutzer die Macht und konnte entscheiden von welchem Hersteller er Programme kaufte und installierte.
    Bei Apple muss inzwischen jedes Programm, also jede app erst von Apple anerkannt und erlaubt werden. Konkurrenz wird nicht zugelassen. Man kann also keine Programme vergleichen und womöglich bessere oder günstigere finden als diejenigen von Apple.
    Das Beispiel dieser unterbindung von apps für Print abos zeigt nur wiedereinmal diese extreme gewinnorientierte Firmenpolitik.
    Ursprünglich war ich einmal ein Apple fan, aber diese Firmenpolitik nimmt mir zuviel Freiheit, als dass ich sie unterstützen könnte.

  12. Mika |  21.01.2011 | 15:41 | permalink  

    @Knox,

    Wenn mehr als 10000 Apps in iTunesimmer noch den Wunsch wecken “Konkurrenz zu zulassen” dann sollte man wirklich eine andere Platform wählen.

    Ja Apple hat einen goldenen Käfig den die meisten User dank der unglaublichen Vielfalt und Weite nicht als solchen wahrnehmen.

    Und ja, Apple will Geld verdienen… allerdings finde ich 30% auch ziemlich happig. Das ist dann wirklich ausnutzung einer Monopolstellung.

  13. Knox |  21.01.2011 | 16:17 | permalink  

    @Mika
    Mehr als 10000 Apps sind schön und gut, aber Apps die Konkurrenz zu Apple eigener Software bieten gibt es meines Wissens kaum. Und damit muss ich nehmen was Apple mir vorsetzt. Und hier verdient Apple mit seiner Software 100% und das ohne Konkurrenz.
    Bei Apps welche von Apple zugelassen werden, da sie keine Konkurrenz zu eigenen Produkten darstellen gibt es ja genug Konkurrenz, daher auch 10000 Apps.
    Und die 30% sind eigentlich nicht nur ziemlich happig sondern unverschämt.
    Schließlich verdient Apple damit an Produkten mit, welche Apple selbst fast nichts gekostet haben.
    Als wäre Apple ein Staat, der 30% Steuern auf alle verkauften Güter erheben würde.

  14. Apple und seine Richtlinien: Der ewige Stachel im Fleisch des mobilen Internet » Synergiens Blog |  03.02.2011 | 07:08 | permalink  

    [...] Apples harte Linie zielt aktuell in Richtung der Medienhäuser, die ihre digitalen Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften auf das iPad bringen möchten und [...]

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