Marvin Oppong | 109 Kommentar(e)
31.12.2010 |
Nach reiflicher Überlegung bin ich zu der Entscheidung gekommen, meine Tätigkeit bei Carta mit diesem Jahr zu beenden. Die Gründe hierfür sind vielfältig. Allen voran kostet bloggen viel Zeit, die ich momentan für andere Dinge benötige. Zweitens ist Carta das wohl einzige Unternehmen auf der Welt, in dem die Beschäftigten keinen Cent aus der “Kaffeekasse” (“Unterstützen Sie die Autoren von Carta”) sehen, zumindest in meinem Fall dafür aber uneingelöste anfängliche Versprechen von Robin Meyer-Lucht, was die spätere Honorierung der Arbeit anbelangt.
Drittens ist es fast unmöglich, “investigativ” zu bloggen, ohne Gefahr zu laufen, früher oder später eine Abmahnung zu erhalten, die, auch wenn sie unberechtigterweise erfolgt, zumindest Arbeit macht. Da man mit Bloggen (noch?) kein Geld verdienen kann und guter juristischer Rat Geld kostet, steht eine Blogveröffentlichung also immer auf zu wackeligen Beinen. Wenn man seine Beiträge dann plötzlich auch noch vorlegen muss und ein Beitrag sogar einfach so in den Papierkorb wandert, kann das keine Basis für etwas Dauerhaftes sein.
Eigentlich hätte für mich schon Schluss sein müssen, als Robin Meyer-Lucht hier auf Carta ohne entsprechenden Disclaimer Konstantin Neven DuMont beisprang und Stefan Niggemeier vorwarf, sich “rechtswidrig” zu verhalten, obwohl Robin Meyer-Lucht Konstantin Neven DuMont nach eigener Aussage persönlich kennt (worüber ich Stefan Niggemeier als Betroffenen aus Gründen der Billigkeit selbstverständlich nicht bis jetzt im Unwissen gelassen habe). Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.
Die zwei Jahre und zwei Monate währende Zeit bei Carta war für mich dennoch eine in journalistischer Hinsicht interessante Zeit. Von der exklusiven Veröffentlichung des zweiten Lobbyistenberichts der Bundesregierung über die Geheimhaltung von Loveparade-Akten durch NRW-Behörden bis hin zur Berichterstattung über die Nebentätigkeiten der Moderatorinnen Anja Kohl und Maybrit Illner, die viele Reaktionen hervorrief.
Ich danke allen Lesern dieses Blog, allen, die kommentiert, kritisiert und korrigiert haben und denen, die einen kühlen Kopf bewahrt haben, wenn anonyme Kommentierer hier Stimmung gemacht haben. Besonderer Dank gilt aber auch allen Personen, die mir Informationen haben zukommen lassen.
In Zukunft möchte ich als Journalist nur noch für Zeitschriften, Zeitungen, klassische Onlinemedien und Rundfunksender tätig sein. Auf meiner Homepage können sie alte, aktuelle und zukünftige Beiträge von mir lesen und sehen.
Diesen Beitrag habe ich mir nicht von der Carta-Führung genehmigen lassen. Ich bin gespannt, wie lange er veröffentlicht bleibt.
Ich wünsche Ihnen ein schönes Jahr 2011!
Herzlichst
Marvin Oppong



Lieber Herr oppong,
Obgleich ich auch vermute, dass Herr Meyer-Lucht diesen Artikel nicht lange online lassen wird (er hat es ja nicht so mit Kritik), möchte ich ihnen fuer ihre Artikel hier danken, denn aus der Menge der Luhmann-Schwafler und wiederkaeuer ragten ihre beitraege dadurch heraus, dass sie klassischen investigativen Maximen folgten. Dafuer danke und viel Erfolg in der Zukunft!
Typische oppong’sche Selbstbeweihräucherung.
Was für ein peinliches Nachtreten. Ich hoffe, der Beitrag bleibt lange veröffentlicht, damit sich auch zukünftige Auftraggeber ein Bild davon machen können, auf welche Loyalität und Professionalität sie sich einstellen können.
Wie kann man die Frechheit besitzen, ein Gemeinschaftsblog für die unabgestimmte Veröffentlichung peinlicher Selbstbeweihräucherungstexte zu missbrauchen?
Ich bin regelmäßiger Carta-Leser – bisher fielen Sie mir eher nicht auf.
Guten Morgen allerseits,
dieser Beitrag überrascht uns nicht nur formell, da er entgegen den Gepflogenheiten hier nicht mit Redaktion und Herausgebern besprochen ist, sondern auch inhaltlich: meines Wissens hat sich der Autor zuvor nirgendwo verabschiedet.
Dem ganzen ging vor Weihnachten eine Diskussion über einen Artikel Marvin Oppongs über angeblich unzulässige Werbung in einer ZDF-Kochsendung voraus. Die Veröffentlichung dieses Textes haben wir nach längerer Diskussion abgelehnt.
Da Robin Meyer-Lucht im Urlaub ist, versuche ich, eine abgestimmte Stellungnahme zu organisieren.
Da der Beitrag hier um 4:01 veröffentlicht wurde, biete ich Herrn Oppong hiermit öffentlich an, den Beitrag einvernehmlich zu löschen. Carta bietet sich gern als transparente Plattform für Dispute aller Art an, jedoch sollte der Fall wenigstens vorher besprochen worden sein.
C.K.
Das mag ja alles so sein. Trotzdem schlechter Stil.
Ich find’s gut.
1.) Jetzt haben die Blog-Hasser noch ein wenig mehr zu lästern.
2.) Wunderschön, wie Oppong so richtig spießig am 31.12 in aller Herrgottsfrühe einen Artikel postet, bei dem klar ist, dass er anders nicht durchgehen würde.
3.) Kann das alles trotzdem vielleicht als Ansatz für eine gute Diskussion taugen, Stichwort “Kaffeekasse”? Was genau ist dran etc.?
Warum nicht diskutieren?
#3, treffend, was Sie schreiben.
Ein positives Jahresabschlussposting hier bei CARTA hätte ich dennoch lieber gelesen. Vielleicht gibt’s das noch.
Mit den besten Wünschen für 2011!
Und wieder einmal ist bewiesen, dass im Netz zensiert und gestänkert wird. Ihre Entscheidung in Zukunft nur noch für zahlende Aufraggeber tätig zu sein, ist richtig,
Hallo,
wer hier regelmäßig unentgeltlich schreibt, der sollte auch das Recht haben, sich mit eigenen Worten verabschieden zu können. Wäre dieses mein Blog, würde ich den Beitrag stehen lassen…
Grüße und guten Rutsch
Gretus
@leser 3167
Treffender Kommentar!
@Hr. Oppong
Sie sind wirklich ein ganz armer Knochen:
egal was vorgefallen ist, so eine Nummer zu bringen geht garnicht. Holen Sie sich mal einen 1€- Ratgeber von Amazon zum Thema Konfliktmanagement im beruflichen Alltag:
in die Kapitel “Streit mit dem Chef” und “Verabschiedung” sollten Sie ganz besonders investigativ einsteigen…
Und noch ein Tipp für die Zukunft: “Was geschrieben steht, hallt länger nach.”
Wenn man nicht gerade gezielte Polemiken abfeuern will, lohnt es sich immer über verärgerte Texte noch mal eine Nacht zu schlafen
Mein Gott wie schlecht ist das bitte? Lieber Christoph lass diesen Artikel stehen, eine bessere Selbst-Disqualifizierung gibt es ja gar nicht. Einfach nur peinlich, stillos und dumm.
Und Dummheit gehoert bekanntlich bestraft
Ritter Oppong-Fitz-Oppong …
… Der königlich fahrender Ritter Sir Oblong-Fitz-Oblong soll auf den Bolligru-Inseln für Gerechtigkeit sorgen. Dort herrscht der fürchterliche Baron Bolligru. Mit dem bösen Ritter Schwarzherz quält und unterdrückt er die Inselbewohner. Ihre Waffen: ein feuerspeiender Drache und schwarze Magie! …
[...] Marvin Oppong verabschiedet sich bei Carta (CARTA) – Merkwürdiges bzw. peinliches Nachtreten um 04:01 Uhr morgens… [...]
Wäre ich Herausgeber, würde ich den Artikel stehen lassen. Wäre ich Marvin Oppong, würde ich das Ding sofort deleten und mich entschuldigen: “War ein bisschen früh heute morgen. Bin in einem schlechten Traum zur Tastatur geirrt. Sorry liebe Gemeinde.”
Ohne Witz, ich finde so einen Text auch einfach nur peinlich! Hoffe er wird nicht gelöscht, damit zukünftige Auftraggeber etwas über sie lernen können!
Ich plädiere auch fürs Stehenlassen, bis Herr Oppong öffentlich darum bittet, dass der Beitrag gelöscht wird. So viel Peinlichkeit muss sein.
Herr Oppong hat sich mit dieser Aktion nicht nur von Carta, sondern sehr vielen möglichen Auftraggebern verabschiedet. Auch wenn er wieder zu Sinnen kommen sollte und diesen Artikel hier löscht…
Absolut unmöglicher Stil für einen “Profi”, egal, was der Hintergrund ist.
Hannes: Wäre ich Herausgeber, hätte Herr Oppong gar nicht mehr die Möglichkeit hier was zu löschen.
Die Verärgerung mag berechtig oder unberechtig sein: Wir können das kaum beurteilen. Aber das in einem gemeinsam betriebenen Medium zu veröffentlichen, für das man andere Richtlinien vereinbart hat, ist zumindest schlechter Stil. Dass eine singuläre Darstellung ohnehin fragwürdig – weil einseitig – ist, sollte Ihnen als Journalist eigentlich klar sein. Für diesen Beitrag hätte sich – wenn es dann unbedingt raus muss – die eigene Website angeboten.
Ob Sie sich mit Blick auf Ihr künftiges Berufsleben einen Gefallen erwiesen haben, wird sich zeigen.
@Jens, #18, auch treffend.
„If you can’t stand the heat, stay out of the kitchen…“
Beleidigtes Nachtreten war schon immer ganz schlechter Stil, der Artikel offenbart mehr den Charakter von Oppong als den von Lucht. Wahrlich kein Ruhmesblatt…
„…Diesen Beitrag habe ich mir nicht von der Carta-Führung genehmigen lassen. Ich bin gespannt, wie lange er veröffentlicht bleibt…“
Vermutlich wird er länger bleiben, als Sie es sich wünschen…
Eine seltsame Mischung aus Interna, Fakten und Selbstmitleid. Gekrönt von der Aufzählung der eigenen journalistischen Sternstunden. Vorgetragen in einem verschwurbelten Schreibstil, verbunden mit einer seltsamen Art des Namedroppings, z. B. der Erwähnung von Herrn Niggemeier. Von außen betrachtet zeichnet der Schreiber damit ein ebenso fragwürdiges Bild von sich selbst wie das Ganze auch ein schales Licht auf die Blog-Verantwortlichen wirft: Die Aufforderung, den Text “einvernehmlich” von der Seite zu nehmen, klingt dann ebenfalls so seltsam hölzern und altmodisch, als nehme jemand den Fehdehandschuh auf und drohe mit einem Duell.
Sollte der Artikel aus dem Netz verschwinden, würde sich Carta keinen Gefallen damit tun. Auf der Suche nach Auftraggebern im Klassische-Medien-Bereich hat sich der Schreiber mit diesem Artikel jedenfalls schon keinen getan; denn es wird nicht viele Zeitungen/Zeitschriften geben, die, egal wer hier im Recht oder im Unrecht ist, aus dieser Art des öffentlichen “Auspackens” positive Schlüsse auf den “Bewerber” ziehen.
Als die “Karriere” von Marvin Oppong bei den Ruhrbaronen endete – gab es da auch so einen schmonzettigen Schrieb zu?
Ich kann Oppongs Aufregung nicht verstehen. Es sollte doch allgemein bekannt sein, dass es bei Carta immer noch kein Geld zu verteilen gibt. RML hatte sich das ursprünglich mit Sicherheit anders vorgestellt.
Abgesehen davon sollten Mitglieder einer Organisation unterschiedliche Meinungen aushalten können. Ob Meinungsunterschiede dabei öffentlich ausgetragen werden dürfen, kann nicht pauschal beantwortet werden. Bislang ist es in den meisten Unternehmen üblich, dass Mitarbeiter ihre Chefs nicht öffentlich kritisieren dürfen. Taten sie es doch, kam es in der Regel zum Bruch.
Insbesondere bei Medienunternehmen finde ich das bedauerlich. Meinungsfreiheit sollte auch innerhalb einer Medienmarke möglich sein. Ich bin sogar überzeugt davon, dass derartige Unternehmen in Zukunft Wettbewerbsvorteile haben werden. Das soll jetzt aber nicht bedeuten, dass ich Oppongs Beitrag für intelligent halte.
So, jetzt wünsche ich allen Beteiligten erstmal ein gutes neues Jahr. 2011 wird bestimmt interessant ;-).
IMHO ist das ein geschickter PR Schachzug, um die Awareness zu erhoehen. Wir werden das wohl nie erfahren.
Allerdings hat Herr Opong sich damit keinen Gefallen getan. Der Ruf ist wohl nachhaltig beschaedigt.
Ach was.
Mad Man Oppong rules.
Sehr geehrte Redaktion,
ich lese Carta per RSS. Nicht alles, aber punktuell. Herr Oppongs Beitrag kann man durchaus als “stilloses Nachtreten” auffassen. Andererseits zeigt er, dass sich da Einiges angestaut haben muss.
Sie kündigen an, sich bei CARTA sowieso “neu aufstellen” zu wollen. Wie wäre es, solche Probleme innerhalb der Redaktion (die augenscheinlich da sind) in einer Art Coaching oder Konfliktmediation zu bearbeiten – um mal einen Vorschlag zu machen, der über “Löschen” oder “Nicht löschen” hinausgeht?
Ich persönlich will weiterhin mit investigativem Journalismus oder einfach gut geschriebenen Glossen unterhalten bzw. informiert werden. CARTA leistet hierzu seinen Beitrag. Dafür einmal DANKE, so nebenbei. Wenn ich Sie irgendwie unterstützen kann, dass CARTA sich erfolgreich umgestaltet und weiterhin journalistisch arbeiten kann, lassen Sie es mich wissen.
P.S. Meine Homepage poste ich hier nicht. Sie haben ja meine Mail-Adresse.
Seht bloß zu, dass der Laden hier jetzt nicht auseinanderfliegt. Wäre nämlich schade.
[...] Ich verabschiede mich bei Carta [...]
Ja die Profis, allen voran die sogenannten und manchmal selbsternannten Medien-Profis. Sie reden von mangelnder Professionalität. Sie urteilen – basierend auf wenigen Sätzen und Wörtern.
Nur zu schnell wird aus Meinungen ein Urteil und daraus ein Vorurteil welches zu Zwecke der allgemeinen Belustigung dann später wieder ausgekramt werden kann.
Dummes Pack das die berufliche Professionalität nur allzu schnell verwechselt mit mangelnder Empathie und bezahlten Abhängigkeitsverhältnissen.
@wolf: glaube nicht, dass der Laden auseinanderfliegt. Zumindest nach dem, was ich als Autor so mitbekomme.
Finde den Artikel auch sehr schade, vor allem von der Art her. Mitten in der nach am Silvestertag zu posten… Naja.
Ich würde es stehen lassen. Es steht für sich
Ein Eigentor, ganz souverän verhandelt. In einer Spottschau hätte der Beitrag sicher Chancen aufs Tor des Jahres.
Geben Sie sich einen Ruck, Herr Oppong, und schreiben Sie hier in den Kommentaren in zwei Zeilen, dass Ihnen in Ihrem Furor die Gäule durchgegangen sind. Wer so viel Leidenschaft und Engagement in eine Sache gelegt hat wie Sie, hat auch das Recht, mal über die Stränge zu schreiben. Auch Sie haben sich mit guten und fundierten Beiträgen um die Entwicklung von Carta verdient gemacht, da darf man auch mal daneben treffen. Es wäre schade, wenn ausgerechnet dieser Beitrag den Eindruck zementiert, der von Ihnen zurück bleibt.
Dass die fehlende Honorierung irgendwann an den Nerven zehrt, kann ich gut verstehen. Andererseits: Dass Carta schon jetzt so weit sein würde, Honorare an die Autoren auszuschütten, war auch nicht zu erwarten. Wenn Sie von etwas anderem ausgegangen sind, Versprechungen hin oder her, müssen Sie Ihrer eigenen Erwartungshaltung gegenüber genauso gram sein.
Eine Neuorientierung ist immer schwierig. Warum ausgerechnet jetzt, nachdem RML seinen Weggang angekündigt hat, dieser entlarvende ‘Abschiedsbrief’? Form und Zeitpunkt sind – hm – bemerkenswert. Stehen lassen.
Großartig so eine Diskussion! DAS ist doch der Stoff aus dem neue Medien sein dürfen. Nicht nur, aber auch. Danke, dass man dieses Krachen im Blog-Gebälk mitverfolgen kann. Wie soll sich denn sonst eine neue Journalismus-Kultur entwickeln können?
Kann man sich hier irgendwo bewerben?
Es grüßt der Herr Kubitz
Korpsgeist vs. Betriebswirtschaft
Und es ist doch “schön” zu lesen, wie da nun gleich ganz herkömmlich mit ökonomischer Exekution gedroht wird. “Stehen lassen”, als hämische Reminiszenz an die allseits bekannte Pyramide und deren vom Delinquenten mum bestenfalls einzunehmende untere Stufe.
Wünsch jedenfall Herrn Oppong, dass er in “irgendeiner Form” das bedingungslose Grundeinkommen genießt, sich darüber hinaus schlimstenfalls vor den Ärzten krumm machen muss und ansonsten, soweit nur eben möglich, auf diese Zwänge verzichten kann, deren Tenor hier aus so manchem Kommentar in luftige Höhen steigt.
Platons Höhlengleichnis mal reloaded; steinigt ihn…
@ #21, comment-22577, uniquolol am 31.12.2010 11:11
“Vermutlich wird er länger bleiben, als Sie es sich wünschen…” — Ja ;-)
Vielleicht interessant für die Carta-Macher, falls sie es noch nicht wissen: Man kann auf WordPress die Rechte von Nutzern so einstellen, dass sie zwar Texte schreiben aber nicht selbständig veröffentlichen können.
„steinigt ihn…“ @ebertus, #35, das sind nur Böller.
Herr Oppong kann die Wogen glätten. Wäre schön, wenn es ihm bis zum 31.12.2011, 24:00 Uhr, gelänge. Frieden.
@Marcel Weiß: Carta arbeitet mit diesen Abstufungen. Marvin Oppong hatte jedoch das Recht, als Autor autonom zu publizieren…
“31.12.2010″ Eiei, schon im Jahr vertan. Sorry.
@Matthias Schwenk Verstehe.
Man darf gespannt sein, ob Herr Oppong bei seinen zukünftigen Auftraggebern (“Zeitschriften, Zeitungen, klassische Onlinemedien und Rundfunksender “) mehr Glück hat, seine Texte veröffentlicht zu bekommen…
Im Ernst: Was ist los bei Euch? Erst kommt Ihr mit der doch recht schwammigen Äußerung daher, Euch neu aufstellen zu wollen, ohne offensichtlich so recht zu wissen, wie eigentlich. Und nun tritt einer Euer Autoren RML und Carta ohne Vorwarnung mit voller Wucht ans Schienbein.
Imho solltet Ihr den Text stehen lassen und bei der in Aussicht gestellte Stellungnahme mal Tacheles reden.
(Wäre schon schade, wenn Carta krachen ginge.)
Es ist natürlich nicht so toll, am 31.12. morgens um vier einen Silvesterböller in die Küche der Wohngemeinschaft zu schmeißen. Aber es kommt vor. Eine fundamentale Krise entsteht dadurch nicht.
Der so genannte „Zoff“ bei Carta resultiert aus einer eher nüchternen Abwägung: Was kann diese Plattform zum gegenwärtigen Zeitpunkt leisten, was nicht. Welche Kapazitäten stehen zur Verfügung, welche nicht.
Marvins Beiträge haben zur Entwicklung von Carta beigetragen. Aber auch sein Ehrgeiz als Journalist ist mächtig gewachsen. Wir haben ihm – kurz vor Weihnachten – im letzten Moment einen teuren Prozess erspart (den er m.E. nicht gewonnen hätte. Die Gründe habe ich ihm dargelegt). Dies sollte er bei seiner Kritik an Carta wohlwollend berücksichtigen. Den umstrittenen Beitrag hat Marvin dann übrigens selbst “in den Papierkorb” geworfen.
Grundsätzlich ist es so, dass bei einer Mehrautoren-Plattform wie Carta nicht nur der Autor für seine uploads haftet, sondern auch der Betreiber der Plattform. Bei Streitigkeiten können immer beide belangt werden.
Im Dezember (siehe den Beitrag „Carta stellt sich neu auf“) haben die Carta-Mitherausgeber Christoph Kappes, Matthias Schwenk und ich für eine hoffentlich absehbare Übergangszeit die notwendigen redaktionellen Arbeiten übernehmen müssen. Dies allerdings unter dem Vorbehalt, dass sich der Aufwand für die (unentgeltliche) Redaktionsarbeit in Grenzen hält.
Bei Marvin Oppongs Geschichten ist das tendenziell nicht der Fall. Seine investigativ angelegten Beiträge erfordern es – aus Gründen der journalistischen Sorgfaltspflicht – dass Quellen und Fakten bzw. Tatsachenbehauptungen vor der Veröffentlichung juristisch geprüft und von der Redaktion gegengecheckt werden. Der Aufwand dafür ist beträchtlich. Und nicht immer stand der Aufwand in einem vernünftigen Verhältnis zur Relevanz des „Aufgedeckten“ .
Mit Marvin wäre deshalb im neuen Jahr darüber zu sprechen gewesen, wie wir hier weiter verfahren können. So weit ist es durch seinen Abschied nun nicht gekommen.
Die Plattform Carta (siehe die Selbstbeschreibung „Was ist Carta?“ neben dem Impressum) ist für aufwändigen ‘investigativen’ Journalismus nicht ausgelegt. Das kann sich in Zukunft vielleicht ändern. Aber die jetzige Struktur kann das nicht leisten. So viel pragmatische Einsicht muss sein.
Wir – Christoph, Matthias und ich – wünschen Marvin trotz seines vorzeitig gezündeten Böllers alles Gute (vor allem: gute Besserung ;-).
Hallo Marvin Oppong, hallo Carta-Leserschaft,
hm, das ist ja ein echter Oppong-Kracher zu Silvester.
Ich bedauere, dass sich Marvin von Carta verabschiedet – und ausgerechnet in dieser Form, die ihm schadet, aber auch uns Carta-Herausgebern nicht egal sein kann.
Ich möchte nur kurz eine faktische Ungenauigkeit richtigstellen: Es ist selbstverständlich nicht so, dass die “Beschäftigten keinen Cent” aus der Kaffeekasse erhalten haben.
Carta hat im vergangenen Jahr einen hohen dreistelligen Betrag an Autoren ausgeschüttet. Auch Marvin Oppong hat schon zweimal Honorare von Carta erhalten (wenn auch sehr kleine). Carta hat zudem eine Redaktionsassistenz inklusive Arbeitsplatz finanziert. Insgesamt lagen die Kosten über den Einnahmen.
Ein wichtiger, richtiger Kritikpunkt ist, dass Cartas Finanzen transparenter werden müssen – daran werden wir arbeiten. Carta verfügt jedoch über mehr als ein halbes Dutzend tröpfelnder Einnahmequellen. Dem stehen Autoren gegenüber, die erfolgs- und qualitätsabhängig vergütetet werden sollen – ein ziemlich kompliziertes System …
Statt überblicksartige Kolumnen wollte Marvin zunehmend Primärergebnisse auf Carta veröffentlichen, deren juristische Prüfung unsere zuletzt eher schmalen Redaktionsressourcen doch stark strapaziert haben. Dadurch war eine angespannte Situation entstanden, die sich nun offenbar um 4 Uhr morgens entladen hat.
Zum Schluß aber bleibt: Schade, Marvin – mach es trotzdem gut.
Dass es bei Carta intern einige, sagen wir es diplomatisch, Diskussionen gibt, wird seit Wochen über diverse Kanäle kolportiert und ist hinlänglich bekannt. Es war dementsprechend nur eine Frage der Zeit, bis es zu so einem Artikel kommt.
Interessant in diesem Zusammenhang sind da vielmehr die Reaktionen von Claudia Sommer, Jens Matheuszik und wie sie alle heißen. Gestern noch wird Wikileaks als demokratischer Fortschritt gepriesen, kaum aber wird mal etwas veröffentlich, aus dem eigenen Umfeld, ist es übles Nachtreten, wird verurteilt und der Autor diskreditiert.
Verdammte Heuchler…
Ich finde ja den Kommentar von Chris interessant und erlaube mir mal darauf zu reagieren und freue mich auf eine entsprechende Antwort.
Denn ich würde wirklich gerne wissen, wo ich die Veröffentlichung von etwas “aus dem eigenen Umfeld” als “übles Nachtreten” verurteilt habe?
Einerseits ist Carta nicht “mein Umfeld” (da ich nur gelegentlich mal etwas verlinke und auch mal kommentiere) und andererseits habe ich nicht die Veröffentlichung des Beitrages kritisiert, sondern nur festgestellt, dass wenn ich Herausgeber von Carta wäre (was ich nicht bin – nur um das zur Sicherheit klarzustellen), Marvin Oppong nach so einem Beitrag keine Möglichkeit mehr hätte, den Beitrag zu löschen.
Was diese Aussage zum nicht-Löschen von Informationen mit Wikileaks zu tun haben mag: Das erschließt sich mir nicht wirklich. Aber da bin wirklich gespannt drauf und freue mich auf die Diskussion dazu (und gehe auch nicht davon aus, dass sie hier unterbunden wird – es soll da ja andere Webseiten geben…).
Kleiner Nachtrag noch:
Wenn Robin Meyer-Lucht recht hat (in seinem Beitrag von 18:04) – und ich habe keinen Grund daran zu zweifeln – dann ist ja eine der Thesen des ursprünglichen Beitrages von Marvin Oppong schlicht und ergreifend falsch.
Heißt das jetzt – um wieder dieses merkwürdige Wikileaks-Beispiel aufzugreifen – dass Dirk Niebel doch keine schräge Wahl war?
Eigentlich ist alles gesagt. Aber: Ein (selbsternannt) investigativer Journalist, der hier seine Furcht vor Abmahnungen ausbreitet, hat wohl seine professionelle Existenzberechtigung verwirkt. Mann, es ist so leicht Abmahnungen zu vermeiden bzw. sie wirkungslos verpuffen zu lassen. Dazu gehört allerdings ein wenig Basisbildung. Und ein Arsch in der Hose. Prosit!
@24: Sind Sie der “Echte”?
@Marvin Oppong: Viel Glück und Erfolg im weiteren Leben (nicht nur mit Jura und Journalismus).
Ob Oppong sich traut, den Bericht über die Kochsendung auf seinem eigenen Blog zu veröffentlichen?
Was für Gejammer wegen ein paar Kröten aus der Kaffeekassa. Das ist doch wirklich nicht mit dem Publicity-Wert der Teilnahme an dieser Plattform vergleichbar.
@chris Herrn Oppong steht natürlich die Meinungsfreiheit zu, daher habe ich mich ich dafür ausgesprochen, dass sein Artikel Online bleibt. Aber es ist nunmal _meine_ Meinung, dass der Artikel peinlich und dumm, sowie schlechter Stil ist
[...] Ich verabschiede mich bei Carta — CARTA Im Ernst: Was ist los bei Euch? Erst kommt Ihr mit der doch recht schwammigen Äußerung daher, Euch neu aufstellen zu wollen, ohne offensichtlich so recht zu wissen, wie eigentlich. Und nun tritt einer Euer Autoren RML und Carta ohne . [...]
In der Kindergartengruppe meines 4 – jährigen Sohnes geht es gesitteter zu…
[...] es nochmal richtig krachen, bevor man den Arbeitgeber verlässt. Und Marvin O. tut das auch, er hört bei CARTA auf und geigt seinem Chef nochmal richtig die Meinung, wie es sich gehört, wenn man unzufrieden war! [...]
[...] Oppong wirft bei Carta.info hin und ist sauer auf Robin Meyer-Lucht. Am Silvestermorgen veröffentlichte der einst bei den “Ruhrbaronen” publizierende Autor ein Posting auf Carta.info, in dem [...]
@Chris:
Mit Wikileaks liegen Sie aber ganz falsch. Wikileaks wäre gewesen, wenn Marvin in seinem Beitrag die eMails veröffentlicht hätte, warum seine Artikel von der Redaktion abgelehnt wurden.
“NoName” ist nicht “noName”.
Frohes Neues!
Tja dann mal : Frohes Neues Jahr …
Hätte mir für beide (Carta und Oppong) ein anderes Ende gewünscht …
@ #24, comment-22580, Konstantin Neven DuMont am 31.12.2010 11:49
“dass Mitarbeiter ihre Chefs nicht öffentlich kritisieren dürfen. Taten sie es doch, kam es in der Regel zum Bruch.” — Dazu möchte ich “chain of command” (Militär) als Beispiel anführen. Sogar eine Organisation mit strenger hierarchischen Kommandostruktur kann nicht richtig funktionieren, wenn Untergegebene die offene Aussprache mit den Vorgesetzten scheuen.
@ #43, comment-22605, Wolfgang Michal am 31.12.2010 16:41
“Marvins Beiträge haben zur Entwicklung von Carta beigetragen.” — Ja, Carta ist reifer geworden ;-) ++ “teuren Prozess erspart [...] Beitrag [...] selbst “in den Papierkorb” geworfen.” — Ach, das war also nicht die Sache um die Eisenbahn und unqualifizerte Schwärzer! ++ “Quellen und Fakten bzw. Tatsachenbehauptungen [...] gegengecheckt werden” — Das ist wirklich wichtig, vor einiger Zeit habe ich hier den Begriff “fact finding” angeführt.
@ #44, comment-22607, Robin Meyer-Lucht am 31.12.2010 18:04
“Cartas Finanzen transparenter [...] – daran werden wir arbeiten.” — Auf daß eine andere Stelle nicht schneller arbeitet… Ich hoffe auch, daß meine Kommentare zur Struktur & Zukunft von Carta sich als hilfreich erweisen.
@ Carta-Beitrag #36921
“Hier schreibe ich im Unterblog „Investigativer Journalismus“” — Das steht auf [[oppong.eu/links.html]] unter “Carta”. Der Abschied von Carta ist da noch nicht ersichtlich, vielleicht ändern Sie den Text auf “Hier schrieb ich…” Übrigens, “Unterblog” scheint mir, eine neue Wortschöpfung zu sein.
@Oppong:
Nachdem ich Sie gestern kritisiert habe (siehe Beitrag Nr. 24), will ich heute versönlichere Töne anschlagen. Vorher möchte ich Sie aber darüber aufklären, dass Sie in der Sache Niggemeier vollkommen falsch liegen. Niggemeier hat vertrauliche Mails gegen meinen Willen veröffentlicht. Laut renommierten Rechtsanwälten hätte ich in dieser Angelegenheit einen juristischen Sieg erzielen können. Dennoch habe ich mich gegen einen Prozess entschieden. Es gibt wesentlich wichtigere Themen als diesen Fall.
Mir geht es in erster Linie um eine Umverteilung von “Reich” nach “Arm”, mehr Nachhaltigkeit und weniger Krieg. Ich verteidige diese Prinzipien, weil ich überzeugt davon bin, dass sie mehr persönliches “Glück” für alle Beteiligten erzeugen würden.
Gehen Sie weiter Ihren Weg, lassen Sie sich nicht von Nörglern runterziehen oder verbiegen, auch wenn Sie dabei wirtschaftliche Nachteile erleiden müssen. Arbeiten Sie weiter investigativ, unsere Welt braucht diese Disziplin dringend. Auch wenn einige Kommentatoren von Ihrem beruflichen Fortschritt noch nicht überzeugt sind, wird sich das m. E. eines Tages für Sie auszahlen.
@Carta: Nachdem Thomas Knüwer das von einigen Protagonisten geplante BarCamp wieder abgesagt hat, sollten wir uns gemeinsam mit anderen Unterstützern um ein Neues kümmern. Was halten Sie davon?
Ich halte es für eine Frechheit, dem Autoren hier “schlechten Stil” vorzuwerfen, wie anmaßend, überheblich und ignorant. Der Mann hatte hier seine Probleme mit einigen Personen, hat Herzblut in seine Arbeit gesteckt und wurde nicht nur nicht bezahlt – er wurde verarscht. Natürlich möchte man das entsprechend thematisieren, genau das hat Herr Oppong getan – nicht mehr, und nicht weniger.
Dass die Wahreheit hier einigen Lesern nicht gefällt, ist wieder mal ein Zeichen für allgemeine Naivität – hinter dem Vorhang des Saubermannblogs “Carta” stinkt es gewaltig, deshalb ist es nicht nur mutig, es ist vor allen Dingen NÖTIG, darüber zu reden. Stichwort Transparenz. Aber die scheint hier ja ohnehin nicht gern gesehen zu sein.
Herr @Neven DuMont, bei aller Kritik, die ich auch gerne raushaue, dann beziehen Sie Herrn Oppong doch bitte in Ihr kuenftiges Online-Projekt ein, bieten ihm eine fair bezahlte Chance. Reden/Schreiben und Handeln macht immer noch einen Unterschied. Investigatives ist enorm wichtig.
Wieder sorry: ‘Neven’ scheint ein zweiter Vorname lt. Wikipedia zu sein. ‘Herr @DuMont’ muss es unter #63 heissen.
@denzel:
“…er wurde verarscht ..(..).. Dass die Wahreheit hier einigen Lesern nicht gefällt, ist wieder mal ein Zeichen für allgemeine Naivität – hinter dem Vorhang des Saubermannblogs “Carta” stinkt es gewaltig, deshalb ist es nicht nur mutig, es ist vor allen Dingen NÖTIG, darüber zu reden…”
Was Sie nicht sagen! – Er kann doch reden, wir warten alle gespannt…
@noName:
Warum schreiben Sie anonym? Liegt es eventuell daran, dass Sie Ihren Besitzstand wahren wollen? Dieses Argument haben wir ja schon zu Genüge von anonymen Kommentatoren gehört.
Nur die Privatsphäre, @Konstantin Neven DuMont.
Jemand der sich offen und emotial aus einer ungeliebten Situation verabschiedet, ist mir tausenmal lieber als die in den Kommentaren aufschlagenden Schleimer, die ihr eigenes Duckmäusertum in so einer Situation mit Hohn und Spott an demjenigen abarbeiten. Wir haben hier zu wenig Unbequeme und wirklich genug Leute, die ihren Kopf im Hintern ihrer Vorgesetzten haben.
@Konstantin Neven DuMont “Warum schreiben Sie anonym?”
Wie lächerlich Sind Sie denn? :D Sie schreiben doch bei Niggemeier unter hunderten Pseudonymen… Sie sind so peinlich… :D
@roger:
„…Jemand der sich offen und emotial aus einer ungeliebten Situation verabschiedet…“
Was soll daran „…offen…“ sein, wenn jemand um vier Uhr morgens seinem Arbeitgeber – mit äußerst fragwürdigen Vorwürfen – ins Knie schießt und dann untertaucht?
@freddy:
Nicht jeder KNDM ist auch KNDM…
@uniquolol und @freddy:
Zumindestens bei Beitrag 61 gehe ich davon aus, dass es der echte ist.
Ich möchte noch einmal ganz deutlich sagen:
Wir, die Herausgeber, haben uns über die Haftungsrisiken zu einem ganz bestimmten Beitrag längere Zeit Gedanken gemacht und aufgrund unserer juristischen Einschätzung von der Veröffentlichung eines Beitrages abgeraten, der sich mit Product Placement in einer ZDF-Kochsendung befasste. In diesem Zusammenhang haben wir M.O. gebeten, einen bestimmten Beitrag nicht ohne Freigabe zu veröffentlichen. Dem hat er zugestimmt. Am Ende dieser Diskussion hat M.O. den Beitrag selbst zurückgezogen, da das Klagerisiko zu hoch für alle Beteiligten war. Das kann man als “plötzlich vorlegen müssen” bezeichnen, es zeigt aber nur die Erfordernisse bei der Haftung für Inhalte. In einer Konstellation bei Carta haftet eben nicht nur der Autor selbst.
Ich stehe für meinen Teil zu dieser Entscheidung. Carta hat nicht den finanziellen Background für risikoreiche Behauptungen im investigativen Bereich und auch nicht die Ressourcen, Artikel von Autoren auf sachliche Richtigkeit und juristische Unangreifbarkeit zu prüfen. Meine ganz persönliche Meinung ist auch, dass der “Aufklärungstatbestand” weder Carta-Fokus ist noch der Mühe/des Risikos wert, da diese Grauzone zwischen erlaubter und unerlaubter Werbung doch wohl allgemein bekannt ist.
Eine einzige Fehlentscheidung, kombiniert mit dem Anwalt eines streitfreudigen Fernsehkochs, führt innerhalb des selben Tages dazu, dass Carta in schweres Fahrwasser gerät, weil Honorarforderungen von Anwälten entstehen, die sich zum Teil an sehr hohen Streitwerten orientieren. (Mit kaufmännischer Vorsicht bilanziert, wäre Carta also bereits dann “pleite”, wobei ich mal aussen vorlasse, dass Carta in diesem Fall nicht das haftende Rechtssubjekt ist.)
Es ist eben nicht richtig, wie M.O. schreibt, dass eine Abmahnung “zumindest Arbeit” macht. Richtig ist, dass sie erstens Arbeit macht und zweitens finanzielle Liquidität zur Rechtsverteidigung kostet, die man erstmal haben muss. Hinzu kommt, drittens, Aufwand für die Begleitung und Steuerung eines Fachanwaltes. Insofern bin ich mehr als verstört über die Darstellung von M.O. Man kann sich schlecht mit dem ZDF und einem Starkoch anlegen und sich dann beschweren, wenn die Bloggerplattform nach juristischer Prüfung die Veröffentlichung eines Beitrags aus belegbar nachvollziehbaren Gründen nicht möchte. (Zurückgezogen hat dann M.O. selbst, weil das Haftungsrisiko klarer wurde.)
Zu den übrigen Thesen des Beitrages von Marvin Oppong siehe Kommentare #43,44. Ich vermute, dass es sich zum Teil auch um Kommunikationsprobleme handelt, da die Kommunikation per Mail erfolgt.
Umso bedauerlicher, dass diese Kommunikation nun öffentlich über dieses Posting stattfindet. Es wäre besser gewesen, wenn M.O. angerufen hätte. Wir sind hier nicht “Chef”, wie einige Kommentatoren glauben. Wir arbeiten unentgeltlich (auch ich) und arbeiten auch nicht besonders hierarchisch, sondern versuchen die wenigen auftretenden Probleme kollegial zu lösen. Oppong war auch nicht “Mitarbeiter”, sondern wie jeder Autor hier, ein gern gelesener und gern gesehener Autor.
Aufgrund dieser Sachlage – Oppong berichtet zunehmend mit Primärfakten, Carta kann den Prüfungsaufwand nicht leisten und das Haftungsrisiko kaum eingehen – ist es nur konsequent und sachlich auch richtig, dass die Zusammenarbeit nun zu Ende ist.
Dieses Posting und die Kommentare – insbesondere von Christoph Kappes und anderer Autoren – vermitteln (zumindest mir) mal einen kleinen Einblick in die “reale” Arbeit der Journalisten. Allein dafür hat sich der Beitrag durchaus schon gelohnt. Auch der Begriff “Primärfakten” bereichtert nun meinen Wortschatz ;-)
Viele Grüße
Rainer
… nun CARTA-Abonnent.
“Laut renommierten Rechtsanwälten hätte ich in dieser Angelegenheit einen juristischen Sieg erzielen können.”
Der Satz ist Klasse. Zuerst einmal “kann” man so gut wie immer einen “juristischen Sieg” erzielen. Wenn ich unter “juristischen Sieg” eine erfolgreiche Abmahnung ohne Gegenwehr subsumiere, ist die Aussage ohnehin uferlos. Dazu kommt, dass ein “siegen können” kein zwingendes “siegen werden” ist. Anwälte können problemlos immer ein mögliches Obsiegen in Aussicht stellen, denn die Möglichkeit alleine sagt nichts über die Wahrscheinlichkeit.
Und zu guter Letzt dann noch die “renommierten Anwälte”. Was soll das sein? Ein Anwalt der möglichst oft in Bild zu lesen ist? Oder einer der ganz oft in der SZ ist?
Ein kleiner Rat daher: Setzen Sie nicht auf “renommierte Anwälte”, sondern lieber auf gute Anwälte. Dass die nicht leicht zu finden sind, liegt in der Natur der Sache. Und eben hier liegt auch der Grund, warum es so genannte “Promi-Anwälte” gibt. Zu guter Letzt: Hören Sie auf in Möglichkeiten zu denken. Denken Sie in Wahrscheinlichkeiten. Ganz besonders wenn es um Urteile geht.
Das geht dann auch an Carta: Journalistische Arbeit nicht zu publizieren weil die Möglichkeit einer Abmahnung besteht, kommt dem Einstellen der Arbeit gleich. Die Möglichkeit einer (unberechtigten) Abmahnung besteht *immer*. Es kommt darauf an, die Wahrscheinlichkeit einschätzen zu können, was m.E. – zumindest in DE – eine Schlüsselqualifikation digitaler journalistischer Arbeit sein kann.
Treffender Beitrag, @F.
@Christoph Kappes, mir ist immer noch nicht klar geworden, was CARTA ist. Dem Impressum lässt es sich – wie bereits geschrieben – nicht entnehmen. Ist CARTA das Einzelunternehmen Robin Meyer-Lucht oder eine GbR mit den Herausgebern als Gesellschafter? Die Frage nach der Rechtsform bei CARTA zu klären ist weitaus wichtiger, als über mögliche Abmahnungen bei Postings zu spekulieren (s. @F zu den Wahrscheinlichkeiten). (Wegen der Unklarheiten bei der Rechtsform könnte Euch schon jeder Anwalt abmahnen.) Dann wäre es sehr bedauerlich, wenn Ihr auf Investigatives künftig verzichten würdet.
Die Diskussion nimmt ja eine erstaunliche Wendung: In den letzten Kommentaren ging es ja zunächst um eine Risikoeinschätzung bzw. die Risikobereitschaft von Carta. Wenn ich das richtig gelesen habe, gab es hierzu von den Herausgebern eine klare Entscheidung was Wahrscheinlichkeit und möglichen Streitwert betrifft. Und hier wurde (wie schon weit oben gesagt) entschieden, dass man die komplette Idee nicht dem Risiko aussetzt, durch eine Story zerstört zu werden.
Was ich sehr interessant finde: Dagegen hetzen ja in erster Linie Kommentatoren, die finden, Carta hätte das veröffentlichen sollen. Nun, liebe Pseudonymos: Ihr habt sicher auch die Möglichkeit, im Internet Geschichten zu veröffentlichen – und sei es auf privaten Seiten. Bietet dem Autor doch an, diese Geschichte zu veröffentlichen! Soweit ich das beurteilen kann, habt ihr doch entschieden, dass dies rechtlich durchsetzbar ist – auch ohne Kenntnis des Inhalt. Respekt dafür übrigens.
Und M.O.: Ich bin überzeugt, dass sich bei einer wirklich guten Geschichte, die das Risiko lohnt, ein anderer Abnehmer findet. Vermutlich gibt es dafür sogar etwas Geld. Leider kenne ich die Story nicht, aber wenn du dafür den Autorenplatz aufgibst, kann ich nur hoffen, dass sie es wert ist.
Und noch eines, lieber Herr noName: Liegt dir das Thema “Rechtsform” von Carta wirklich selber am Herzen oder soll das eine versteckte Drohung sein?
Aber wie oben schon gesagt: Tolle Diskussion hier. Da werden wirklich die Themen diskutiert, die uns so eine neue Medienwelt bringt.
grüße
eric
@Eric, nicht ‘Herr’, keine ‘Drohung’. CARTA find ich gut. Bei #72 habe ich nicht verstanden, was CARTA ist und wer als Betreiber zu belangen wäre. Sonst klingt Beitrag #72 gut, wirkt fundiert, ist es aber nicht.
Zum Verständnis für diejenigen, die sich den Sonntag mit der Story “versüssen”, ein Link auf den letzten Kommentar von Marvin Oppong in der Sache, geschrieben am 29.12.:
http://carta.info/35928/zdf-verhindert-veroeffentlichung-von-lafer-dokumenten/#comment-22456
Und @noName, wir Herausgeber sind derzeit vom Verleger RML bestellt, nicht Gesellschafter und arbeiten unentgeltlich. Es haftet Robin Meyer-Lucht. Mehr dazu erklärt er sicherlich, er ist aber im Urlaub (soweit man mit Handy im Urlaub sein kann…)
@F: Es ging nicht um die abstrakte Möglichkeit einer Abmahnung, sondern deutlich mehr. Habe leider eine juristische Gehirnhälfte, die seit 20 Jahren nicht schrumpfen will, dies erklärt auch die oben gescholtene “hölzerne” Schreibweise. Sorry.
Ich möchte aber für mich selbst nochmal betonen, dass ich mich auch deswegen für eine Veröffetlichung nicht stark gemacht habe, weil eine Verdachtsberichterstattung bereits stattgefunden hat und jetzt hätten Beweise kommen müssen, die einer rechtlichen Prüfung eindeutig standgehalten hätten.
Und, ganz offen: Ich habe in der Deutschland AG gearbeitet, da passieren ganz andere Sachen. Ob ein Eisenbahnbundesamt den Namen eines Beschwerdeführers nicht schwärzt, wenn ein Journalist Akteneinsicht nimmt, oder ob ein Fernsehkoch auch für das Weingut arbeitet, dessen Flaschen er in der Sendung empfiehlt, das sind Themen, für die sich andere engagieren müssen. Wenn ich private Zeit in investigativen Journalismus stecke, dann bitte in andere Kaliber.
Der guten Ordnung halber: Es könnte sein, dass mit “in den Papierkorb verschwinden” ein anderer Beitrag gemeint war, der in einer internen Prüfungsschleife hing, die M.O. zu lange dauerte. Das wissen wir nicht, weil M.O. den Beitrag nicht benannt hat und auch nach diesem Beitrag schweigt.
@Christoph Kappes, dann wäre CARTA das ‚Einzelunternehmen Robin Meyer-Lucht‘. Ich wünsche Herrn Robin Meyer-Lucht, dass er für die hervorragende Plattform CARTA eine geeignete Rechtsform findet, von der er auch wirtschaftlich für das bisher geleistete profitiert (Rechteverkauf, Einräumung von Rechten, Beteiligung u. a.).
Der Kommentar von Herrn @Oppong (s. Link unter #78) ist eine Frechheit. Herr Oppong hätte korrekterweise darauf eingehen müssen, dass er rechtlich auf dem Holzweg war. Uns Kommentatoren mit ein paar Zeilen (von einem Jurastudenten + (ungelernten) Journalisten) abzuspeisen, ist kein guter Stil. Soviel zur Person Oppong.
Unabhängig davon versucht Herr Oppong einen wichtigen Bereich mit seinen Beiträgen abzudecken: investigativen Journalismus. Diesen gilt es zu fördern. Und Herrn Oppong eine Chance zu geben. Von ‚Bestrafung‘ halte ich nicht viel. Wie heißt es irgendwo: Wer frei von Sünde ist, werfe den ersten Stein. ;) Mensch, hat man mit Mitte/Ende 20 nicht auch schon die ein oder andere berufliche Erfahrung gemacht? Duckmäuser bringen nix voran.
Von daher: Rüffeln ja, bestrafen nein, jedem eine Chance geben (@Konstantin Neven DuMont)!
Das war das Wort zum Sonntag!
noName
@roger:
„…Jemand der sich offen und emotial aus einer ungeliebten Situation verabschiedet…“
Was soll daran „…offen…“ sein, wenn jemand um vier Uhr morgens seinem Arbeitgeber – mit äußerst fragwürdigen Vorwürfen – ins Knie schießt und dann untertaucht? @roger:
„…Jemand der sich offen und emotial aus einer ungeliebten Situation verabschiedet…“
Was soll daran „…offen…“ sein, wenn jemand um vier Uhr morgens seinem Arbeitgeber – mit äußerst fragwürdigen Vorwürfen – ins Knie schießt und dann untertaucht?
Zu Offenheit gehoert vor allen Dingen auch, dass man Kommentare mit seinem vollen Namen hinterlaesst. Dass dies dem lieben @uniquolol zuwider ist, beweist er nicht nur hier.
Man kann zur Sache stehen wie man will, Marvin regt eine Diskussion an. Die Leute, die das schlechten Stil und Peinlich nennen, auf der andere Seite aber gerne Transparenz einfordern, entlarven sich wunderbar in den Kommentaren.
Warum es Carta immer noch nicht gelungen ist, seinen Content entsprechend zu monetarisieren… Ich verstehe es einfach nicht, obwohl, ich verstehe es schon, dazu brauche ich mir nur die Seite 10 Sekunden anzuschauen. Bitte nicht boese sein liebe Carta-Macher, schmeisst euch an ein oder 2 Vermarkter, optimiert die Google-Banner, ein Adlink- System wie Vibrant Media rein, hier und da mal ein Amazon Buchlink und ihr macht hier zumindest einen guten 4stelligen Betrag im Monat, der natuerlich nicht das Heer der Mitarbeiter aushalten kann.
Ich bin mir sicher, ein Aufruf via Twitter und es findet sich jemand, der die Nummer hier mal umkrempelt. Ich hab keine Zeit, sorry ;)
@ #4, comment-22554, Christoph Kappes am 31.12.2010 09:48
“Beitrag hier um 4:01 veröffentlicht” — Großartig! Der Beitrag wurde also um 04:01 gepostet. Ich habe schon an anderer Stelle vorgeschlagen, Carta-Autoren mögen die Upload-Uhrzeit ofenbaren, denn die Spanne 00:00-23:60 ist doch ziemlich breit; jedoch respektiere ich, wenn Carta das nicht will… Übrigens, die Seiten der Website [[oppong.eu]] (unklickbarer Link, damit er sich im Carta-Filter nicht verfängt!) trugen (zur Zeit der Sichtung) den gemeinsamen Zeitstempel 31.12.2010 05:43.
@ #57, comment-22639, NoName am 01.01.2011 15:43
“wenn Marvin in seinem Beitrag die eMails veröffentlicht hätte” — Gibt es denn die eMails?!
@ #61, comment-22643, Konstantin Neven DuMont am 01.01.2011 18:42
Da kann und ggf. muß man sich wieder fragen, ob das der Beitrag des echten KNDM ist, da fehlt wieder der Link zur persönlichen Carta-Seite und manche Aussagen klingen irgendwie anders… ++ “@Oppong: [...] Gehen Sie weiter Ihren Weg” — Haudujudu?! Soll Marvin Oppong weiterhin diverse Institutionen in Alleingang und auf eigener Rechnung verklagen und nach Spenden rufen müssen, wenn seine journalistische Einnahmen die Unkosten nicht decken können? Mir persönlich geht es auch um das Ansehen des Investigativen Journalismus, dieser soll möglichst vielen verständlich und wertvoll sein. Um die 900 Euro für einen Prozeß (WDR), 300 Euro für Akteneinsicht (Bahn) — auch das allein kann viele Menschen verwirren…
@ #75, comment-22663, noName am 02.01.2011 11:06
“mir ist immer noch nicht klar geworden, was CARTA ist.” — Hallo noName (nicht NoName!)! Auch ich habe dies&das auf dieser, aber auch auf anderen Carta-Seiten angesprochen, vielleicht tun wir uns zusammen und etwas Gutes für Carta! Ein Gentleman-Journalist kooperiert und schweigt ;-) ++ “Wegen der Unklarheiten [...] abmahnen” — Vielleicht schon geschehen, leider, die Symptome sind schon ersichtlich…
@Paul Ney:
Ich bin es wirklich. Die unterschiedlichen Rechner ticken halt doch ein wenig anders ;-). Das Facebook-Connect auf Carta funktioniert zum Beispiel auf keinem der Rechner. Funktioniert das bei Ihnen? Dennoch habe ich Oppongs Artikel auf meine Facebookseite verlinkt.
“Ein Gentleman-Journalist kooperiert und schweigt ;-)”
Darüber kann ich nicht lachen. Das zu erklären, wäre jetzt aber eine zu lange Geschichte.
Im Kommentar #61 (siehe oben) habe ich den Vorschlag eines BarCamps gemacht. Das BarCamp soll sich mit der Erhöhung der Einnahmen von Internet-Autoren beschäftigen. Ich gebe Sascha Pallenberg recht, dass in diesem Bereich ein enormes Optimierungspotenzial liegt. Dieses Potenzial kann allerdings erst dann gehoben werden, wenn Inhalt, Technik und Vermarktung professionell verzahnt werden.
„Auch ich habe dies&das auf dieser, aber auch auf anderen Carta-Seiten angesprochen,“ @Paul Ney, hab’s gelesen. ;)
„vielleicht tun wir uns zusammen und etwas Gutes für Carta!“
‚Wir‘ und natürlich viele andere geben ‚CARTA‘ immerhin gutgemeinte Gratis-Tipps, Paul Ney. Sie als jemand, der stets um eine besondere formale Posting-Struktur bemüht ist und offenbar guter Branchenkenner ist und ich als jemand, der – ‚die‘ passt jetzt sprachlich leider nicht – sich mit Umstrukturierungen und Wirtschaftlichkeit auskennt, unrenommiert, doofes Wort, was ja nicht ungut heißen muss. Wenn CARTA (= Einzelunternehmen Robin Meyer-Lucht ;)) zum Verein! ;) mutieren sollte mit einer beispielsweise 49%igen Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft (51% teilen sich RML und die Herausgeber, ggf. Autoren), dann könnten wir, Paul Ney, zahlende, lesende und weiterhin mitkommentierende Vereinsmitglieder werden, sofern der Verein offen für Nicht-Journalisten als Mitglied wäre (Stichwort: Systeme öffnen). Hilfsweise bestünde die Möglichkeit einer Fördermitgliedschaft. Interessant auch für Unternehmensspenden…
Was dem Einzelunternehmer Robin Meyer-Lucht mit CARTA gelungen ist, ist unter anderem das:
http://www.ichlesedirvor.de/geschichten-details/geschichte/der-gartenzaun/1/291/
:)
Mit renommierten Namen habe ich offenbar meine Probleme. ‚Neven!‘ scheint doch zum Nachnamen zu gehören. Wäre sonst komisch, wenn fast alle aus der Familie den Zweit- oder Drittvornamen Neven hätten. ;)
@ #82, comment-22676, Konstantin Neven DuMont am 02.01.2011 17:20
“Ich bin es wirklich” Danke für die Auskunft, angenehm.
++ “Facebook-Connect” Vom Namen im Beitrag #24 kommt man auf die Carta-Seite, vom FB-Link auf diese:
[[de-de.facebook.com/people/Konstantin-Neven-DuMont/1797549804]].
Folgendes schreibe ich nur wegen einer FB-medientechnischen Relevanz: FB öffnet also nicht die übliche einfache Login-Seite, sondern eine sog. und offenbar noch nicht so richtig personalisierte “landing page” mit login-Option.
++ “kooperiert und schweigt” Mit “schweigt” meinte ich das Versprechen, die Anonymität zu wahren.
++ “BarCamp” So etwas könnte nützlich werden. Es gibt schon unzählige Ratgeber für fast alle Tätigkeits- oder Aufgabenbereiche, ein Standardbuch “Ein Blog machen und damit Ansehen und Geld verdienen” ist mir noch nicht bekannt, aber beachtliche Texte gibt es schon im Internet. Daß manche Blogger gegen “paid content” sind und doch damit ans Geld kommen wollen, könnte manche amüsieren ;-)
@ #83, comment-22677, noName am 02.01.2011 17:34
Danke für die nette und ausführlich eingehende Antwort.
“immerhin gutgemeinte Gratis-Tipps” Hallo ;-) Wenn ich einen Tipp gebe, dann mit dem Anspruch, daß er gut und potentiell machbar ist.
++ “besondere formale Posting-Struktur bemüht” Das fällt auf, ich verstehe, halte aber eisern durch. Die Angabe genauer Referenz halte ich für die richtige Zuordnung wichtig.
++ *Strukturen in der allg. Medienbranche* Auch das ist eine komplexe Branche und mancheine/r könnte schwierige Orientierungsprobleme haben. Es ist aber halb so schlimm… Man kann auch mit einem wirklich guten (Lehr)Buch über Vereinswesen anfangen (oder ggf. weiter machen). Ich könnte mir Carta als Verein der Autoren mit einem angegliederten Förderverein — gleich skaliert, z.B.: Förderer, Gönner, Wohltäter, Mäzen — vorstellen; der Blogzugang bleibt wie bisher.
++ [[carta.info/36250/in-eigener-sache-carta-stellt-sich-neu-auf]] Mein Kommentar #49 vom 26.12.2010 15:45, “große Registration”: Wenn sich 50 Kommentatoren für eine persönliche Carta-Seite für z.B. 2 Euro/Monat registrieren, dann dürften die 1200 Euro/Jahr diverse Carta-Unkosten decken.
++ Zum Link auf [[www ichlesedirvor.de]] (Mark Twain, Tom Sawyer, Gartenzaun): Liest man richtig zwischen den Zeilen, dann offenbart sich eine witzige, aber nicht weniger ernsthafte Ansicht…
@ Carta
Gibt es Probleme mit einem Beitrag, dann haften Autor und V.i.S.d.P. (oder i.S. eines anderen Gesetzes). Es geht aber weiter: Wenn in einem Kollektiv ein Mitglied häufiger aus der Reihe tanzt, dann beginnen andere “das Weite zu suchen”…
Narzisstische Verrenkungen. Die Bedeutungslosigkeit deutscher Blogs zeigt sich exemplarisch an diesem lächerlichen Beitrag. Fröhliches Weiter-Onanieren.
[...] Rivva.de erneut auf meinen Radar erschienen. Ein “Marvin Oppong” hat in einem Artikel seinen eigenen Abschied erklärt und einige Gründe genannt. Mir ist dabei ein Punkt aufgefallen, der meinem nebulösen Bild von [...]
@alle: Danke für die solidarischen Ratschläge. Wir lesen sie aufmerksam.
Eins von vielen Denkmodellen, die wir in den kommenden Monaten durchspielen werden, ist tatsächlich eine Konstruktion wie z.B. bei den “Blättern für deutsche und internationale Politik”: Ein Förderverein (= gemeinnützige Gesellschaft zur Förderung digitaler Publizistik) als Herausgeber, in Verbindung mit einer Verlagsgesellschaft mbH, deren Anteile von den Produzenten der Seite gehalten werden.
Es gibt aber auch andere interessante Modelle, die wir diskutieren.
Wieso kommen hier Blutspritzer wenn ich was eintippen möchte? Die schlechteste Werbung die mir im Web je unter gekommen ist.
Nun ist sie weg, also zu meinem Kommentar.
In einer Welt in der Hinz und Kunz mehr Transparenz verlangt und das neue “social web” augenscheinlich mehr Wert auf Menschlichkeit legt, ist es bedauernswert wie ein Journalist, welcher seine eigene persönliche Meinung preis gibt in den Kommentaren derartig deformiert wird. Mag dieser Abtritt auch etwas unglücklich erscheinen, so ist an ihm in einer offenen, verständnisvollen Welt nichts verwerfliches. Schade das niemand hier den öffentlichen Dialog sucht. Statt dessen wird nur ein positives oder negatives Statement abgeben, welches oftmals ebenso unbedacht ist wie der eigentliche Post.
Sie gehen unter die Grütellinie:
“In der Kindergartengruppe meines 4 – jährigen Sohnes geht es gesitteter zu…” – maik
Zeugen von Realitätsverlust:
“Was für Gejammer wegen ein paar Kröten aus der Kaffeekassa. ” – Heike
Schmeißen mit ungebändigtem Wissen um sich:
“Vielleicht interessant für die Carta-Macher, falls sie es noch nicht wissen: Man kann auf WordPress die Rechte von Nutzern so einstellen, dass sie zwar Texte schreiben aber nicht selbständig veröffentlichen können.” – Marcel Weiß
Oder sind einfach blöd und der Zensur mindestens genauso nah wie das Löschen des Posts:
“Wäre ich Herausgeber, hätte Herr Oppong gar nicht mehr die Möglichkeit hier was zu löschen.” – Jens
Wieso sollte ein Autor nicht auch nach der Veröffentlichung eines Textes die Herrschaft über diesen haben, kam auch er auch unter noch so unglücklichen Verhältnissen zu stande? Es ist immernoch sein geistliches Eigentum.
Ich bin von ihrer Menschlichkeit überwältigt, meine Damen und Herren.
@martin:
„…In einer Welt in der Hinz und Kunz mehr Transparenz verlangt und das neue “social web” augenscheinlich mehr Wert auf Menschlichkeit legt, ist es bedauernswert wie ein Journalist, welcher seine eigene persönliche Meinung preis gibt in den Kommentaren derartig deformiert wird…“
Sie wollen – zumindest in den Kommentaren hier – keine Transparenz, sondern eine Friede, Freude, Eierkuchen Welt! Die von vielen so hochgelobte Transparenz gibt es aber nicht zum Nulltarif, absolute Offenheit lässt sich mit Rücksichtnahme nur äußerst schwer vereinbaren. Ebenso ist uneingeschränkte Transparenz ein Vertrauenskiller erster Güte, Ihr „…Wert auf Menschlichkeit…“ wird jedoch ohne Vertrauen kaum zu verwirklichen sein…
„…Schade das niemand hier den öffentlichen Dialog sucht…“
Dialog mit wem? Eine Stellungnahme von Oppong ist seit langem überfällig…
“Eine Stellungnahme von Oppong ist seit langem überfällig…” Jo.
@uniquolol:
Prinzipiell gebe ich Ihnen recht. Es gibt aber auch Ausnahmen. Wenn zum Beispiel ein Geschäftspartner öffentlich ausgestoßen wird, darf dieser m. E. schon ein wenig Kritik üben. Oder sehen Sie das anders?
@Carta:
Nachdem ich heute einige interessante Mails erhielt, habe ich erneut über Ihr Geschäftsmodell nachgedacht. Nach wie vor sind einige Protagonisten der Meinung, dass ein erhebliches Optimierungspotenzial in Bezug auf eine sinnvolle Vernetzung von Inhalt, Technik und Vermarktung besteht. Auch das Lobbying müsste neu justiert werden. Die von Robert Basic genannten Faktoren sollten ebenfalls berücksichtigt werden.
Der investigative Zweig sollte m. E. nicht aufgegeben werden. Hätten Sie in den kommenden Wochen eventuell Zeit für ein Treffen?
@KNDM:
“…Beispiel ein Geschäftspartner öffentlich ausgestoßen wird, darf dieser m. E. schon ein wenig Kritik üben. Oder sehen Sie das anders?…”
Er darf auch viel Kritik üben. Why not?
@ Wolfgang Michal Eigentlich wollte ich zu diesem Post keinen Kommentar abgeben, er spricht in jeder Hinsicht für sich.
Ich bin, bei auch öfter kritischen Kommentaren, zudem weit davon entfernt, Carta schaden zu wollen, ganz im Gegenteil, ich glaube, das habe ich bisher deutlich gezeigt.
Die Bemerkung “gute Besserung” hat mich – so sehr kritisch ich den Post von Herrn Oppong auch sehe – sehr geärgert. Deshalb besonders, weil in der Causa Michael Seemann eine ganz andere Attitude vertreten wurde, die sich für mich hier gar nicht wiederfindet.
Tja, alte Weisheit, oder?
Wer selbst betroffen ist reagiert anders?
Ich finde, man sollte auch mal die Qualität von Oppongs Texten diskutieren. Das ist kein investigativer Journalismus. Das ist das per Internet zusammengegoogelte Halbwissen eines manischen Verschwörungstheorethikers.
Siehe die ZDF-Story. Das war Bullshit. Siehe oben die Behauptung mit den nicht gezahlten Honorare. Bullshit. Der ganze Abschied – Oppong redet nicht mit den Zielen seiner Berichterstattung. Oppong vermutet. Konstruiert. Halbwahrheitet. Siehe die Nummer oben mit “Robin Meyer Lucht” und “NevenDuMont”. Die kennen sich – das hat Oppong Niggemeier gepetzt. Huch. Welche Enthüllung. Die beiden Menschen kennen hunderte andere Menschen. Das ist Bullshit, daraus eine Konspiration zu mutmaßen.
Siehe siehe siehe. Das ist der Stil von Oppongs so called investigativem Journalismus.
Ich kann gut verstehen, das Carta froh ist Oppong los zu sein.
Er wird bd seinen Ruf so nachhaltig ruiniert haben, dass alle begreifen, was Oppong für einer ist.
Die Erwartungen, die Zensur von Enttäuschung, das böse Blut. Ich dachte, wir seien im Internet, woher stammt dieser Dünkel? Da habe ich es lieber: Voller Temperament und Verständnis gegenüber den Mängeln anderer. Ohne Charivari geht es für manche nicht, und das ist auch in Ordnung für sie. Aus einer persönlichen “Offenheit” wächst Freiheit für alle Seiten, der Hader hinter der Maske ist archaisch, gemein, unangenehm. Oppongs Streben nach Offenheit als Leitmotiv seiner journalistischen Arbeit bringt ihn konsequent in eine innere Not, sobald die Vertraulichkeit üblich ist.
In dieser Not liegt wohl die echte Differenz in der Carta-Redaktion, auch im Fall der unangenehmen Enthüllungen über DuMont durch Niggemeier. Die Lust am Outen und Überführen des anderen, von Oppong zum Ethos der Investigation gebacken, hat Schattenseiten. DuMont hat die Erfahrung entsprechend gründlich gemacht. Falls Robin Meyer-Lucht ihn gut kennt, wie jetzt “enthüllt” wurde, macht es nur seinen Beitrag glaubwürdiger. Wir sollten die “informationelle Selbstbestimmung” von Menschen im öffentlichen Raum stärker würdigen. Die Transparenz als erzieherische Maßnahme hat einen schalen Geschmack. Oppong ist anderer Meinung und konsequent darin, wie uns seine “Enthüllungen” erzählen.
na der thread hat ja echt alles. herrlich entlarvend. inklusive belehrungen aus dem produktblog-biz, tipps vom buzzriders-versager, oder auch ganz ohne geschäftsplan nur mit vatters verlegerkohle – alle angesprochenen vereint etwas: die großkotzige art und diese selbstüberschätzung.
eine sache: ich lese – meist aus der ecke der duckmäuser hier – immer, der artikel wäre schlechter stil, seinem “arbeitgeber” gegenüber. schlechter stil, d’accord. aber carta, der arbeitgeber?
pah, ein seriöser arbeitgeber bezahlt – mit geld, nicht mit vagen in-aussicht-stellungen. da kann man nur den tipp geben: lasst euch nicht ausbeuten – denn wer drauf reinfällt, wird zum oppong.
und das eingeständnis, aus geldgründen keinen investigativen, also guten journalismus liefern zu können.. angesichts dessen, dass man gedenkt, für die resultierenden billigen meinungsstücke, die man an wirklich jeder ecke im netz findet, auch noch die leser aktiv monetarisieren zu können.. zwar ehrlich, aber gleichsam auch eine bankrotterklärung als akzeptables onlinemedium. deutlicher kann man sich selbst nicht überflüssig schreiben. wie ihrs auch dreht uns wendet: es wird auch euch nicht gelingen, mit newscontent eine website finanziell zu bestreiten.
p.s. paul ney nervt strukturell und wird überlesen
Die Monetarisierung von Blogs steckt noch in den Kinderschuhen. Dieser Bereich wird in Zukunft anziehen. Es bleibt natürlich jedem überlassen, daran zu glauben oder nicht.
Ob man mit “mit Bloggen (noch?) kein Geld verdienen kann” (Oppong) oder die “Monetarisierung noch in den Kinderschuhen steckt” (Neven DuMont) kann man erst diskutieren, wenn man sich über darüber verständigt, was das Bloggen denn ausmacht.
Ich persönlich halte von dem Begriff “Bloggen” schon nichts. Ein Blog ist ein Stück Technik, dass sich von einem Standard-CMS in nur wenigen Features unterscheidet (Pingbacks). Diese Fetures sind inzwischen auch von den besseren CMS angeboten. Was übrig bleibt, ist “Easy Setup”, also die Bereitstellung für jedermann ohne technische Kenntnisse, ohne Kosten, in Zip-Time.
Soweit damit bestimmte Formate, bestimmte Diskussionskultur, bestimmte Haltungen, bestimmte Verlinkungskultur, bestimmte Autorenrollen usw. gemeint sind, muss man an dieser Stelle die Diskussion anfangen. Das ist sonst eine der vielen Diskussionen im Web, in der alle aneinander vorbeireden.
@Aufmerksamkeit (#94):
Sehr aufmerksam von Ihnen. Ich hatte schon gehofft, es merkt keiner. ;-)
Nein, im Ernst: Ich sehe zwischen den beiden Fällen eher die Unterschiede. In der Sache Seemann hatte ich damals geschrieben, dass die unerlässliche Freiheit eines jeden Bloggers, in eigener Verantwortung, erlaubnisunabhängig eigene Texte veröffentlichen zu können, nur von Art.5, Abs.2 Grundgesetz begrenzt wird. Diesen Satz hatte ich fett gedruckt! Und dazu stehe ich.
Denn genau um diesen Absatz 2 (Schrankenbestimmung) ging es in der Oppong-Sache. Das heißt: Zur unerlässlichen Freiheit eines Bloggers gehört auch seine unerlässliche Verantwortung (etwa die Einsicht, eine Verdachtsberichterstattung nicht über Gebühr zu strapazieren, wenn es an Beweisen mangelt).
In der Seemann-Sache hatte ich geschrieben: „Ja, ich weiß, der Blogger hat angefangen. Er hat die Rechte von Fotografen verletzt. Aber lassen wir die Kirche doch mal im Dorf: Mit der Bildveröffentlichung wurde weder die Ehre/der Ruf der Fotografen geschändet, noch wollte oder konnte sich Michael Seemann mit der ‚geklauten’ Leistung eines anderen eine goldene Nase verdienen.“
Im Beitrag von Oppong ging es aber nicht um eine einfache Bildrechtsverletzung, sondern um die mögliche Verletzung der persönlichen Ehre eines Prominenten, der mit seinem Ruf Geld verdient (ob zu Recht, ist eine ganz andere Geschichte). Es wurden zwar Fakten zusammengetragen, aber die handfesten Beweise fehlten. Verdachtsberichterstattung ist erlaubt, aber im dritten Artikel über die gleiche Sache muss dann auch mal was Neues stehen, sonst sieht es möglicherweise nach versuchter Rufschädigung aus…
Bei Seemann ging es um etwas völlig anderes. Für die große FAZ war die falsche Bild-Nutzung (eine Urheberrechtsverletzung in einem einfach gelagerten Fall) sicher unangenehm, aber wohl nicht Existenz gefährdend. Die ehrenamtlichen Kräfte von Carta wären dagegen von einem wirklich überflüssigen Rechtsstreit (denn im „Spiegel“ hatte ja am 15.11. schon das Gleiche gestanden) möglicherweise stark absorbiert worden. Und das konnten und wollten wir nicht zulassen! Es wäre schlicht dumm gewesen. Sie erinnern sich vielleicht: Der Blogger Stefan Aigner aus Regensburg wurde von der Kirche verklagt, obwohl inhaltlich das Gleiche vorher im „Spiegel“ gestanden hatte (und der „Spiegel“ wurde nicht verklagt)!
Ein weiterer Unterschied: Seemann veröffentlichte seinen Unmut über die Löschung seines Artikels in seinem eigenen Blog und jubelte ihn nicht der FAZ unter, Oppong dagegen legte Carta das Kuckucksei morgens um vier ins Nest (während er andererseits seine Lafer-Geschichte bislang nicht auf seinem Blog veröffentlichte!).
Und noch ein Unterschied: Im Fall Seemann wurde der Text-Beitrag (der ja nichts mit der Urheberrechtsverletzung am Bild zu tun hatte) kommentarlos von der Redaktion gelöscht. Bei Carta ging der Sache ein intensiver Mailverkehr voraus. Die Carta-Redaktion hat den Beitrag Oppongs nicht gelöscht. Es war vielmehr so: 6 Minuten nach dem Eintreffen der Mail des Lafer-Anwalts bei Oppong hat Oppong seine Geschichte bei Carta selbst zurückgezogen – allerdings wollte er anschließend doch wieder mit einer anderen Geschichte nachlegen, die wiederum in der Sache nichts Neues brachte usw usf. Ich hatte, ehrlich gesagt, keine Lust, hier weiter die kostenlose Redaktions-Amme zu spielen. Carta ist kein Abenteuerspielplatz.
Hätten wir uns verhalten wie Oppong, würden wir hier verkünden: Liebe Leute, in ca. 30 Minuten veröffentlichen wir den gesamten Mailverkehr zu dieser Geschichte. Falls ich keinen Einwand höre, poste ich. In diesem Sinne hatten wir dem Autor „Gute Besserung“ gewünscht.
„Carta ist kein Abenteuerspielplatz.“ Unter diesem Posting schon, @Wolfgang Michal.
Das nicht genehmigte Posting hat die 100-Kommentarschallmauer inzwischen überschritten. Dabei wurde die Struktur – von was auch immer – intensiv durchleuchtet (@Paul Ney ;)), das soziale Verhalten, schlage #soziales_Verhalten als Tag vor, des Autors analysiert und über neue Online-Modelle nachgedacht. Dann versucht sich ein renommierter Verleger, der die Anonymität von Schreibern hier kritisiert, einen Termin mit CARTA-Leuten abzustimmen. Selbst Leute, die sich an diesem Posting mit Wortbeiträgen nicht beteiligen wollten, tun dies nun. Und der Posting-Autor hüllt sich weiterhin in Schweigen…
Stimme @Eric zu: „Aber wie oben schon gesagt: Tolle Diskussion hier. Da werden wirklich die Themen diskutiert, die uns so eine neue Medienwelt bringt.“ :) Ist nicht langweilig auf diesem CARTA-Spielplatz.
“versucht ein renommierter Verleger”
@Wolfgang Michal #100 Ich kann absolut nachvollziehen, warum Carta so gehandelt hat, wie ich nachvollziehen konnte, warum damals die FAZ so gehandelt hatte. Auch dort war ein Mailverkehr vorausgegangen. Trotz aller Zitate haben mich Ihre Argumente, warum die Fälle so sehr unterschiedlich betrachtet werden, nicht überzeugt. Bei der Frage Blog vs. Redaktion und starken Begriffen wie Türsteher, Blogwart und Sehnsucht nach Repression kann es m.E. nicht darauf ankommen, ob eine Urheberrechtsverletzung teurer ist als eine Persönlichkeitsrechtsverletzung. Dass Herr Oppong ein Investigatives Bolg betreibt (ob er dem Namen immer gerecht wurde sei dahingestellt) war seit über 2 Jahren bekannt, trotzdem hatte Herr Oppong bei Carta grundsätzlich den Status Beiträge eigenständig einzustellen. Die Finanzsituation bei Carta dürfte vor 2 Jahren keine andere gewesen sein. …… Ich sehe hier mehr Parallelen zur Causa Seemann als Unterschiede.
Ich komme aber, wie bei Herrn Seemann, auch bei Herrn Oppong zu dem Schluss, dass man sich so als erwachsener, journalistisch professioneller Mensch nicht benimmt.
Der Eingangsnamenswortwitz ist eher so, naja ;-)
Hallo Herr Georg Dänzer, Ihr Beitrag 04.01.2011 | 00:31 ist sehr schwer nach zu vollziehen, was Sie Herrn Oppong vorwerfen.
Vergleicht man alle Artikel die Marvin Oppong mit 18 Jahren und bis jetzt publiziert hat, kommen Sie mit Ihrem Beitrag qualitätsmäßig NICHT annähend gleich.
Von der Fehlerquote in Ihrem 12-zeilligem Beitrag, vom schnellem Tippen abzusehen, kann man Sie nicht als begabten Journalisten einordnen.
Ich betrachte ihren Beitrag als hoch aggressiv und wenig hilfreich. Haben Sie kein differenzierteres Englisch gelernt als „Bullshit“?
Wollen Sie sich hiermit beim ZDF empfehlen?
Wirklich?
@WolfgangMichal #43
Sie haben recht, es gibt hierzulande kann jemand, der sich an einer bestimmten Berichterstattung stört, gegen mehrere Beteiligte vorgehen – Autoren, Redakteure, Seitenbetreiber etc. Das treibt die Kosten hoch. Eine Veröffentlichung auf Oppongs eigener Seite dagegen ist da entsprechend günstiger – zumal der einzelne Journalist – nicht aber Carta als Plattform auf Rechtsschutz von DJV oder dju vertrauen darf, so er denn Mitglied ist. Also Herr mit dem Text, Herr Oppong!
Dennoch kann ich die Angst vor der juristischen Auseinandersetzung nicht nachvollziehen. Es wäre doch die redaktionelle Aufgabe, zunächst einmal die Risiken zu minimieren und auszuloten. Wenn Oppong ordentlich gearbeitet hat, hat er doch sicherlich zu allen Vorwürfen die Stellungnahmen der Beschuldigten eingeholt – daran kann man doch gut erkennen, wie gut die Gegenargumente und wie groß die Angriffslust sind. Die Argumente dann im Text wiederzugeben hätte übrigens sodann das Risiko deutlich reduziert.
Damit müssen Sie – auch wenn es nicht um investigative Geschichten geht – umgehen, wenn Sie nicht ganz dicht machen wollen – mit oder ohne Oppong.
[...] Abgang bzw Neuzugang: Marvin Oppong und die Carta-öffentliche [...]
Ich stelle mir gerade vor, wie Marvin Oppong in einer Bewerbung
für einen Job in einer Redaktion seine “Teamfähigkeit” hervorhebt. ;-)
Aber mal im Ernst:
Wenn seine Artikel und damaligen investigativen Geschichten
wirklich so toll und einwandfrei gewesen wären, hätte er doch problemlos
seine Story bei einem der Tausend anderen Blogs veröffentlichen können
oder auf einer von Millionen anderer Internetseiten.
Die Frage ist, warum hat er es nicht gemacht, wo sich doch jeder
Blog, jedes Nachrichtenmagazin und jede mickrige Internetseite
nach einem investigativem Knaller oder eine Exklusivstory die
Finger lecken würde?
Offenbar war die Story entweder doch nicht so toll wie er sich einbildet
und nur viel Wirbel um Nichts oder juristisch-finanzieller Selbstmord,
da keine sauberen und schlüssigen Belege für seine Behauptungen vorlagen.
Dass er eine angeblich aufwändig recherchierte Knallerstory lieber selber
in den Papierkorb wirft, anstatt diese zu veröffentlichen, sehe ich eigentlich
als klaren Beleg dafür, dass Carta offenbar die Sache völlig richtig
eingeordnet hat und Herr Oppong eben nicht – dies aber sich selber
leider nicht eingestehen will.
Aber bei aller Häme über Marvin: Wenn er seine als kleiner Hitzkopf
gemachten Fehler einsieht und aus dieser Sache gelernt hätte,
würde ich kein Problem darin sehen, ihm eine zweite Chance zu geben.
Da er aber offenbar lieber der Politik der verbrannten Erde nachgeht
und weder mit den angegriffenen der Carta persönlich reden
noch sich hier in den Kommentaren nochmal äußern will, braucht er
sich auch nicht wundern, wenn man ihn jetzt nicht mehr Ernst nimmt.
[...] mutiges Comeback, nachdem 2011 ein Katastrophenjahr für das Mehrautorenportal war. Es begann mit unzufriedenen Autoren und der Klage, ein tragendes Geschäftsmodell würde fehlen. Später gaben die Verleger [...]
[...] Marvin Oppong schrieb bis Ende 2010 auch für das Autoren Blog [...]