Matthias Schwenk

Bildungsstreik analog statt digital: Studenten sind nicht über das Web zu mobilisieren

Matthias Schwenk | 37 Kommentar(e)


Der Bildungsstreik an deutschen Universitäten greift weiter um sich, in immer mehr Städten werden Hörsäle besetzt. Nur im Internet tut sich überraschend wenig. Verstehen die “Digital Natives” das Social Web nicht?

12.11.2009 | 

Twitternde Politiker haben es gut: Die Medien nehmen sich ihrer an und es fehlt nicht an wohlfeilen Ratschlägen für den (politisch) korrekten Dialog im Web. Was aber ist mit den Studenten? Zumal wenn diese gerade einen Bildungsstreik auf die Beine stellen wollen: Wo sind da die nützlichen Handreichungen?

Nötig wären sie, die Handreichungen zum Twittern bzw. für den Einsatz des Social Web generell, und das gleich aus zwei Gründen: Zum Einen weil die Protestaktionen an deutschen Unis diese Woche deutlich zunehmen, zum Anderen weil die Studenten ganz offensichtlich das Social Web noch nicht richtig für ihre Zwecke einzusetzen verstehen.

“Aktuelle Meldung: in 34 europäischen Städten sind Unis besetzt! #unsereuni #unibrennt #lmubrennt #fb”

Waren Anfang dieser Woche nur an 10 deutschen Universitäten Hörsäle besetzt, sprang seither der Funke in kurzer Zeit auf etliche weitere Standorte über. Parallel dazu nahm aber auch der Druck der Gegenseite zu. In Tübingen wurde die Räumung vollzogen, in Berlin sollte die Polizei die Besetzung der Humboldt Universität verhindern (was aber nicht gelang). Schon letzte Woche wurden die Besetzungen in Marburg und Münster von der Polizei beendet.

Dabei hätten sich die Studenten mancherorts durchaus behaupten können, wären sie nur zahlreicher gewesen. Ein paar Dutzend Besetzer nur sind für die Polizei natürlich kein Problem. Das wissen auch die Studenten:

“Insgesamt müssen wir einfach mehr werden, wenn der Druck so groß bleiben soll!! #unibrennt #unsereuni”

Wirft man einen Blick auf die diversen Twitter-Accounts der Protestbewegung, kann der mangelnde Mobilisierungsgrad nicht verwundern: Twitter wird kaum genutzt. Durch die Bank haben diese Accounts frappierend wenig Follower, gemessen an der Zahl der immatrikulierten Studenten. Ein Beispiel: In Marburg studieren rund 21.000 Studenten, aber nur knapp über 200 folgen dem Account “marburgstreikt“.

Obwohl die Studenten von heute oft als “Digital Natives” gesehen und ihnen daher eine hohe Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet zugeschrieben wird, zeigen die aktuellen Vorgänge rund um den Bildungsstreik im Grunde fast das Gegenteil. Die Studenten koordinieren sich ganz überwiegend offline und führen Blogs, Twitter und Fanseiten auf StudiVZ bzw. Facebook nur nebenher.

In Heidelberg, wo die deutschen Uni-Besetzungen ihren Anfang nahmen, feilten die Studenten fast die ganze erste Nacht an einem Pressetext für die lokale Zeitung. Auf die Idee, dass man möglichst rasch ein digitales Netzwerk mit so vielen Studenten der Uni wie möglich aufbauen könnte, kam offenbar niemand.

Selbst die nach dem Vorbild der Wiener Uni-Besetzer vielfach übernommenen Livestreams aus den besetzten Hörsälen haben meist nur wenig Zuschauer: Werte zwischen 50 und 100 sind üblich, während den Vorgängen im Wiener Audimax nicht selten zehnmal mehr Interessierte über das Internet folgen.

“Die Rheinpfalz (Pfälzer Tageblatt) heute: 200 Studenten besetzen Uni-Hörsaal”

Das Schielen auf die Presse zeigt, dass die Studenten sich noch nicht in der Lage sehen, die Öffentlichkeit über das Internet direkt anzusprechen und sich dazu die erforderliche Reichweite selbst aufzubauen.

Gelegenheit dazu hätte man seit den Bildungsstreiks im Sommer genug gehabt. Etwa in dem man die teilweise wirklich desaströsen Zustände an den Universitäten dokumentiert. Überfüllte Hörsäle oder marode Bausubstanz lassen sich fotografieren (oder filmen) und im Internet veröffentlichen. Wer wollte die Studenten daran hindern? Damit hätte man auch versuchen können, die öffentliche Meinung in das eigene Lager zu ziehen.

Es ist schon kurios zu sehen, dass das “Mitmach-Web” der letzten Jahre eine Fülle sehr guter und kostenloser Dienste hervorgebracht hat, die heute von den Studenten so gut wie nicht genutzt werden. Egal ob es um die Proteste selbst oder ihre Ursachen geht, man findet dazu kaum Fotos auf Flickr und noch weniger Videos auf YouTube.

Dass Twitter so wenig genutzt wird, erstaunt auch deshalb, weil dieses Medium seit den Demonstrationen im Iran eigentlich einer sehr breiten Öffentlichkeit bekannt ist. Es gibt heute kein besseres Tool im Internet für die rasche Verbreitung von Nachrichten, den Aufbau von Netzwerken und das Zielen auf Solidaritätseffekte innerhalb einer größeren Öffentlichkeit, als (das kostenlose!) Twitter. Die deutschen Studenten aber lassen es ganz überwiegend links liegen. Dazu passt die vor ein paar Tagen in die Weiten des Internets hinein getwitterte Frage:

“Weiß jemand was von Paderborn?”

Wenig wahrscheinlich ist, dass der Fragende eine befriedigende Antwort bekommen hat, denn der Tübinger Account hat bis heute keine 200 Follower (die Tübinger Universität aber 23.000 Studenten). So gesehen darf man gespannt sein, ob Deutschland wirklich noch einen “heißen Herbst” erleben wird.

Schließt man vom geringen digitalen Aktivierungsgrad der deutschen Studenten auf ihre Haltung zu den Erfolgschancen der Proteste, sieht es nicht gut aus. Aber vielleicht wendet sich das Blatt ja noch. Immerhin verbreitet sich die Protestwelle inzwischen in immer mehr Ländern. Da werden doch die Deutschen nicht klein beigeben?

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37 Kommentare

  1. überschätze Studenten | Lapidarium42 |  12.11.2009 | 15:55 | permalink  

    [...] überschätze Studenten Nov 12th, 2009 by posterous. Obwohl die Studenten von heute oft als “Digital Natives” gesehen und ihnen daher eine hohe Medienkompetenz im Umgang mit dem Internet zugeschrieben wird, zeigen die aktuellen Vorgänge rund um den Bildungsstreik im Grunde fast das Gegenteil. Die Studenten koordinieren sich ganz überwiegend offline und führen Blogs, Twitter und Fanseiten auf StudiVZ bzw. Facebook nur nebenher. via carta.info [...]

  2. Ugugu |  12.11.2009 | 16:14 | permalink  

    Nanu, vielleicht sind die Studis im grossen und ganzen nicht ganz so Aufmerksamkeits-, Leistungs- und Egomarketingfixiert wie Carta? Halb so schlimm. Dafür umso authentischer.

  3. Andreas |  12.11.2009 | 16:59 | permalink  

    Ich glaube der Autor überschätzt die Twitter-Verbreitung. Ich studiere Online-Journalismus. Daher kenne ich einige, die den Dienst nutzen, aber nicht einmal in diesem Fall ist es die Mehrheit des Studiengangs. Andere Studiengänge haben mit Social Media noch weniger zu tun und dann auch zu allerletzt mit Twitter.

    Damit der Dienst also wirklich für solche Zwecke viel genutzt wird, müssten wohl drei Dinge zusammen kommen:
    1. Eine zumindest in der Ausgangsgruppe hohe Twitter-Konzentration
    2. Leute in der Führung/Organisation die in diese Richtung denken/ ggf studieren
    3. Der Eindruck damit Menschen zu erreichen.

    Klar, die internetaffinen Teile der Gesellschaft denken so, aber in Deutschland erreicht man so eher selten die Massen. Bei den Studenten nicht umbedingt, bei denen, die einen erhören sollen (ich nenn es mal weitläufig Elterngeneration) noch weniger.

    Die Anmerkungen zu Fotos und Videos, die im Text gemacht wurden, kann ich jedoch durchaus teilen. Ich denke aber auch hier fehlt a) Kenntnis und vor allem b) Selbstvertrauen

  4. Der Bildungs-Blog » Blog Archive » Bildungsstreik analog statt digital: Studenten sind nicht über das Web zu mobilisieren |  12.11.2009 | 17:13 | permalink  

    [...] Der Bildungsstreik an deutschen Universitäten greift weiter um sich, in immer mehr Städten werden Hörsäle besetzt. Nur im Internet tut sich überraschend wenig. “Verstehen die “Digital Natives” das Social Web nicht?” fragt Matthias Schenk. [...]

  5. Readers Edition » “No results for unibrennt” - Ein Lesetipp |  12.11.2009 | 17:30 | permalink  

    [...] geplant. Bis zum 10. Dezember soll es Aktionen geben. Doch werden diese erfolgreich sein? Matthias Schwenk hat da so seine [...]

  6. Matthias Schwenk |  12.11.2009 | 18:22 | permalink  

    @Ugugu: Mir geht es hier nicht um Selbstmarketing oder Leistungsfixierung, sondern ganz pragmatisch um die Belange der Studenten. Die können ganz sicher politisch etwas erreichen, wenn nur genügend von ihnen auf die Strasse gehen bzw. Hörsäle besetzen. Dazu aber muss man sich vernetzen, einen Konsens herstellen und dann gemeinsam agieren. Eine solche Protestbewegung kann man mit Handzetteln und per Telefon organisieren, man kann aber auch das Internet und Social Media anwenden.

    @Andreas: Wenn selbst die Mehrheit der Studenten eines Studiengangs für Online-Journalismus Twitter nicht persönlich ausprobiert – in welcher Medienwelt wollen diese jungen Leute später mal arbeiten? Womit werden sie ihr Geld verdienen?

  7. BTH |  12.11.2009 | 20:05 | permalink  

    Wenn ich mir in der Bib die Laptops der Mitstudis anschaue, so merkt man nicht viel von “Digital Native”. Da werden Onlinegames gezockt, StudiVZ, Fußballseiten, Tageszeitungen, Shopping und Skype haben viele. Mit Blogs lesen, Facebook richtig nutzen hat es kaum jemand.
    Bei uns in der Kulturwissenschaft wusste vor zwei Jahren im Seminar kaum jemand, was ein Blog ist. Da sind manch erheblich ältere Lehrende informierter gewesen.
    Aber wenn man sieht dass ein Großteil der Mädels und Jungs aussieht wie Zensusch und zu Gutti … wieso sollen die in ihren Köpfen progressiver sein? Jung sein macht noch keine Internetaffinität aus und Aktivität schon gar nicht.

    Und bei vielen Alternativen werden immer noch grafisch ansprechende Farbflyer verteufelt. Wie soll man da mit Twitter zurechtkommen?

    BTW: Ich selbst twittere auch nicht – mag aber die Möglichkeiten des Netzes sehr gern und organisiere auch meinen Alltag/Freizeit darüber.

  8. CB |  12.11.2009 | 22:34 | permalink  

    Nun ja – immerhin erwacht nun auch die deutsche Online-Publizistik und widmet sich dem Thema. Schon vor einer Woche hatte ich drüben bei Homo Politicus (http://www.homopoliticus.de/2009/11/05/wir-2-0/) eine kurze Bestandsaufnahme der österreichischen Online-Aktivitäten (und der Reflexion darüber) notiert. In der Zeit vorher twitterte man (als Deutscher) für ein paar Tage nahezu allein auf weiter Flur.

    Die (wenigen) Retweets zum o.g. Artikel beschränkten sich fast ausschließlich auf eine Verbreitung im Bereich .at und in der Tat ist es erstaunlich, wie langsam sich dieser eigentlich dynamischste Publikationskanal im Social Web unter der .de-Domain entwickelt. Dennoch wird meiner Meinung nach in den nächsten Tagen im Netz schon noch einiges passieren – schnell ist das Internet zwar, aber ein wenig Zeit braucht es doch auch, bis eine adäquate Abbildung der Ereignisse erreicht wird.

    Auch in Wien nahm der Aufbau der Online-Infrastruktur ein paar Tage in Anspruch. Das Ergebnis kann sich sehen lassen – die zentrale Protestplattform unter http://unsereuni.at hätte als Entwicklungsprojekt in einem deutschen Onlinejournalismus-Studiengang nach drei Wochen Laufzeit jedenfalls nicht so ausgesehen wie jetzt.

  9. Matthias Fromm |  12.11.2009 | 23:35 | permalink  

    Der Frage inwieweit heutige Studenten sich der Möglichkeiten des Web 2.0 bedienen, z.B. in Form von Blogs, Social Media Anwendungen und/oder Netzwerken, habe ich mich vor vor gut zwei Wochen auch schon gefragt. Da ich selbst Student der Medien- und Kommunikationswissenschaften bin, wollte ich besonders hinterfragen, wie es in dieser Gruppe von Studierenden steht. Dank der zahlreichen interaktiven Möglichkeiten war eine Umfrage via twtpoll (http://twtpoll.com/r/tliusd) auch schnell erstellt. Bereits nach wenigen Tagen zeichnete sich zu meiner Frage “Welche Social Media Applikationen nutzt Ihr als Studenten der Kommunikations- und Medienwissenschaften selbst (aktiv)?” ein deutliches Bild ab:

    21% der Befragten gaben an, Facebook zu nutzen, gefolgt von StudiVZ (17%) und Youtube (15%). Mit nur jeweils 7% rangierten das eigene Blog, sowie Twitter nur im Mittelfeld. Posterous lag mit nur 1% am untersten Ende der Ergebnisliste.

    Dieses Ergebnis, wenn es auch nicht repräsentativ ist oder von einer besonders hohen Beteiligung gekennzeichnet (113 Stimmen insgesamt), scheint mir jedoch erschrecken. Gerade in der Gruppe der Studierenden von Medien- und Kommunikationswissenschaften hätte ich den Anteil derjenigen, die selbst publizieren wesentlich höher erwartet. Der sich hier bietende Raum für Interpretationen ist natürlich riesig und öffnet sich in alle Richtungen. Dennoch stützt die kleine Umfrage das im Artikel konstruierte Bild einer Studentenschaft, die die Möglichkeiten des “Mitmach-Web” nur in geringstem Maße nutzt. Schade, denn das Echo von konzertierten Maßnahmen und der Nachhall einer gemeinsamen Stimme wäre wohl um einiges wirksamer als die eher unkoordiniert wirkenden Besetzungen einzelner Studentengruppen.

    Welch Aktivierungspotenzial hätte es wohl, würden sich alle Studenten der Universitäten z.B. in einer Facebook-Gruppe zusammentun. Oder gar an einer ePetition beteiligen? Man kann nur mutmaßen…

  10. Linkwertig: Boxee, CC-Mixter, Palm Pixi, Xing » netzwertig.com |  13.11.2009 | 09:02 | permalink  

    [...] » Bildungsstreik analog statt digital: Studenten sind nicht über das Web zu mobilisieren — CARTA [...]

  11. David Abel |  13.11.2009 | 11:50 | permalink  

    Nicht nur, dass die meisten Studenten Twitter nicht nutzen – es unterstützen auch viele Studenten den Protest nicht. Natürlich könnten die Studienbedingungen an vielen Standorten besser sein, doch haben zumindest viele Studenten, die mit mir studieren oder mit denen ich spreche, inzwischen auch in soweit das Ausland im Blick als dass sie wissen, dass unsere finanziellen Bedingungen hier immer noch verhältnismäßig gut sind. Dazu wollen sich auch einfach viele nicht mit den linken Traumtänzern in einen Sack stecken lassen. Aber da schließt der Protest mit seinen lebensfremden Forderungen und Idealvorstellungen des Studentenlebens auch einfach einen Großteil der Studierenden aus.

  12. Matthias Schwenk |  13.11.2009 | 12:29 | permalink  

    @David Abel: Wenn deutlich mehr Studenten den Protest unterstützen würden, ließe er sich dann nicht auf einen Kern an realistischen Forderungen reduzieren und das “Traumtänzertum” an den Rand drängen?

  13. André Luce |  13.11.2009 | 12:52 | permalink  

    Gerade der bei den Protesten aktive Teil der Studierenden lehnt FB, twitter usf. ab und nutzt es nicht, so zumindest meine Einschätzung für Deutschland.

  14. Chris |  13.11.2009 | 13:18 | permalink  

    Ohne die Frage groß zu bearbeiten, ob die Proteste Sinn und ein Recht haben – beidesmal kann ich dies nach jahrelanger Erfahrung mit NEIN beantworten – sehe ich ebenfalls die immer selbigen Protestanten, welche immer gegen oder für etwas protestieren: Internet, Social Networking, Mobiles, BA&MA, Datenbanken, Arbeit, Datenschutz, Autoritäten.

    Ich habe mal vor einiger Zeit eine Studie von einer amerikanischen Uni in der Hand gehabt und die zeigte, dass Studenten nicht sonderlich viel mehr über das Online wissen, als die Durchschnittsbevölkerung. Fragen wie: Was ist ein Browser? Was ist IP? oder Was ist STRG-C? konnten nicht alle beantworten.

    Jedes Jahr finden überall sog. Proteste statt, es sind mehr Happings um mal eine Pause zu machen und da helfen Twitter, SNS & Co. nicht wirklich weiter.

  15. N. Gädeke |  13.11.2009 | 13:59 | permalink  

    Herr Schwenk,
    glauben Sie allen Ernstes, irgendjemand aus dem genannten Studiengang wird irgendwann “mit Twitter Geld verdienen”? Ich finde eigentlich beruhigend, daß der Mehrheit der Journalismus-Studenten zumindest ansatzweise klar zu sein scheint, worauf es im Journalismus ankommt – und daß redundante 140-Zeichen-Selbstdarstellung nicht dazu gehört.

  16. Matthias Schwenk |  13.11.2009 | 15:26 | permalink  

    @N. Gädeke: Ich denke schon, dass Journalismus-Studenten Twitter kennen und beherrschen sollten. Im digitalen Zeitalter gibt es praktisch keine Nachrichten mehr von allgemein (verbindlicher) Relevanz. Was Sie als “redundant” ansehen, kann für andere sehr wichtig sein. Genau an dieser Stelle hilft Twitter beim Sortieren.

  17. beim wort genommen » Blog Archiv » Replik auf carta: Bildungsstreik analog statt digital? |  13.11.2009 | 15:29 | permalink  

    [...] Schwenk hat auf Carta einen Artikel darüber geschrieben, wie wenig die demonstrierenden Studenten hierzulande auf die Möglichkeiten [...]

  18. An der Universität darf man nicht langweilig sein! « Erlebt |  13.11.2009 | 19:56 | permalink  

    [...] Post “Bildungsstreik analog statt digital: Studenten sind nicht über das Web zu mobilisieren“ aus Carta wundert sich über die erstaunliche Medien-Inkompetenz der deutschen [...]

  19. me |  13.11.2009 | 22:34 | permalink  

    Ich finde es gar nicht so überraschend, wie es hier im Artikel klingt, dass die Studenten nicht das Web 2.0 nutzen. Ich teile da die Ansichten und Erfahrungen von einigen Kommentatoren.
    An meiner Uni wurde auch gestreikt. Allerdings wurde der Protest von nur sehr wenigen geteilt. Angeblich haben 100 Studenten bei uns das AudiMax besetzt (von über 17.000!), als ich mal einen Blick hinein geworfen habe, waren es vielleicht 60.
    Ich lese sehr viele Blogs und nutze Twitter recht häufig, werde deswegen aber auch von meinen Freunden oft gefragt, was “dieses Twitter” eigentlich ist, und werde doof angeguckt, wenn ich von der “Blogosphäre” erzähle (“gibt es dieses Wort wirklich?!”). Es ist nicht so, wie viele deutsche Blogger es immer wieder propagieren, dass soziale Netzwerke wie Twitter und im Allgemeinen Social Media von den “Digital Natives” wie selbstverständlich genutzt werden. Einen ICQ- und StudiVZ-account sind die beiden Dinge, die man bei uns tatsächlich als selbstverständlich betrachten kann. Inzwischen langsam auch einen facebook-account (aber noch nicht wirklich). Das war’s.
    Dieses Social-Media-Nutzungsverhalten auf die 60-100 Besetzer übertragen und man hat zwei, drei Buschfunk-Nachrichten: “Kommt, und besetzt das Audimax!”…

    Allerdings wurde vor den Protesten eine Rundmail an alle Studenten geschickt, zur Vollversammlung zu kommen, und es hingen lauter Banner in der Uni (besonders in der Umgebung des AudiMax und der Mensa), mit Forderungen und Aufrufen. So gesehen, war gar nicht die Notwendigkeit da, Social Media Applikationen zu nutzen, da eh alle Studenten von den Protesten wussten.

  20. dagassa |  14.11.2009 | 00:25 | permalink  

    ich denke twitter wird in diesem bereich aufgrund der geringen verbreitung einfach überbewertet. fast jeder hat schon davon gehört weiß aber nicht was es ist und wie man es nutzen kann. mittlerweile muss ich es hier schon mit “wie facebook nur minimalistischer” beschreiben. diese generation ist für mich nicht die, die ich als 100% digital native sehe! ich (23) zähle mich zwar dazu, jedoch haben viele in meinem alter einfach nicht den zugang zu diesen “neuen” medien wie ich ihn habe, geschweige denn nicht mal jeder internetzugang oder die vorstellung in wie weit sich unsere gesellschaft dadurch verändert. das habe ich nicht nur auf dem land sonder auch in großstädten beobachten können, wo zum teil sogar noch weniger interesse besteht.

    bin österreicher und ich kann nur eines beobachten. der fehler liegt in diesem fall nicht bei der vernetzung, sondern am werkzeug der vernetzung selbst. in diesem fall die VZ netzwerke da diese nicht die nötigen technischen vorraussetzungen für diesen zweck bieten.

    hier in AT findet die hauptvernetzung (mobilisierung, nachrichten) zum größten teil über facebook statt. interne vernetzung wie versorgung (volksküche) ect. scheinen über twitter zu laufen) da hier die meisten (über 15% der AT bevölkerung) facebook verwenden ja ideal. die fb seite vom audimax zählt im moment 30.834 fans. diese fans werden kontinuierlich mit den news über ihren livefeed versorgt. problem lieg eindeutig in DE und meiner meinung nach bei den dort ansässigen netzwerken (wkw, VZ, lokalisten).

    es ist einfach noch zu früh! facebook wächst ja auch in DE und irgendwann müssen auch die deutschen studenten erkennen dass sie VZ von holtzbrinck gegen die wand gefahren wurde und sie diesem wrack den rücken kehren sollten.

  21. vera |  14.11.2009 | 01:34 | permalink  

    interessante kommentare. da wird mir schlagartig glasklar, wieso ein leistungsschutzrecht her muss.

  22. Yetused |  14.11.2009 | 08:06 | permalink  

    Gleiches Bild bei mir. Bin 24, studiere Medien- und Kommunikationswissenschaft in Mannheim und Twitter kennt niemand. StudiVZ, ICQ und Skype hat fast jeder, ansonsten war es das. Noch bisschen Onlinegames, web.de und gmx.de und man hat den Medienmix der Digital Natives.

    An der Uni Mannheim gibt’s ein Banner und das war’s. Aber keiner an der Uni weiß von einem Streik oder gar, dass in Deutschland gerade “Unis brennen”. Alleine die Tatsache, dass an manchen Unis gerade so etwas abgeht, ist unter den Studenten NICHT bekannt. Solange Pro7 und RTL nicht Bilder von den Besetzungen senden, werden die Studenten von den Studentenstreiks auch nichts erfahren. Da braucht man auf Twitter gar nicht erst zu warten.

  23. Matthias Fromm |  14.11.2009 | 12:29 | permalink  

    Ein nahezu erschreckendes Bild zeichnet sich hier ab, zumindest für Studierende der Medien- und Kommunikationswissenschaften. Es auf alle Studierende zu übertragen oder gar auf alle „Digital Natives“ wäre vielleicht etwas zu übertrieben. Exkurs: einen guten Beitrag zum Thema der Digital Natives gibt es übrigens bei Jörg Wittkewitz (http://www.digitalpublic.de/digital-natives-gibt-es-uberhaupt-eine-generation-internet).
    Unabhängig von der tatsächlichen Verbreitung von Twitter ist es meines Erachtens unabdingbar, dass sich Studierende von publizistischen, journalistischen, medien-, kommunikations-, und vielleicht sogar politikwissenschaftlichen Studiengängen mit dem Thema Microblogging auseinandersetzen. Wenn es auch nur für Teile der Gesellschaft einen Kommunikationskanal bietet und eine breitengesellschaftliche Nutzung eher unwahrscheinlich ist, so ist es doch eine Form der Kommunikation, die vielen neue Möglichkeiten eröffnet. Ich wundere mich immer wieder, dass so viele Kommilitonen und Dozenten das Thema Microblogging gänzlich unbeachtet lassen. Es besteht nunmehr bereits seit einigen Jahren, nimmt langsam aber kontinuierlich an Bedeutung zu (IMHO) und hat sich somit als keine Eintagsfliege erwiesen.
    Entsprechend kann ich mich der von Herrn Schwenk in der Diskussion gestellten Frage nur anschließen: „Wenn selbst die Mehrheit der Studenten eines Studiengangs für Online-Journalismus Twitter nicht persönlich ausprobiert – in welcher Medienwelt wollen diese jungen Leute später mal arbeiten?“
    Es ist meiner Meinung nach für jeden Studierenden der, im weitesten Sinne, kommunikationswissenschaftlichen Studiengänge unabdingbar sich zumindest auf professioneller Ebene einmal mit dem Thema Microblogging (Twitter ist hier ja nicht die einzige Anwendung) bzw. Social Media Communication auseinanderzusetzen. Ich würde nie fordern, dass jeder unbedingt alles selbst ausprobieren sollte, aber man sollte sich zumindest mit dem Nutzungsmöglichkeiten und den, sich aus den speziellen Charakteristika ergebenden, Wirkungschancen von Microblogging (auf individueller Ebene, sowie im Kontext von externer und interner Unternehmenskommunikation – Stichwort „Enterprise 2.0“) beschäftigen. Wer im Bereich der professionellen Kommunikation tätig sein möchte, der sollte dies dringend tun denn es dürfte kaum mehr genug sein sich mit den tradierten Mechanismen zu beschäftigen. In vielen Agenturen und Unternehmen ist das Thema bereits angekommen.

  24. Julian F. Müller |  15.11.2009 | 13:36 | permalink  

    Hi,

    ich bin Student an der Uni Hamburg und kann bestätigen, dass sehr wenige meiner Kommilitionen bisher Twitter benutzen. Facebook ist aber stark am kommen.

    Dass es sowenig Netz-Response von Studenten gibt, liegt aber meines Erachtens daran, dass sich auch an den Universitäten selbst sehr sehr wenige für die Proteste interessieren. Schon im Juni beim letzten Großprotest haben in Hamburg so ungefähr 50-100 Leute auf dem Campus skandiert. Selten mehr.

    Mein Schluss daraus ist eher, dass 1. die Studenten deutlich weniger kritisch gegen die Uni-Strukturen sind als man denkt. 2. die Studenten auch keine einheitlichen Ziele haben, sondern es je nach Fachbereich ganz eigene Probleme gibt, die auch je nach Fachbereich gelöst werden müssen.
    3. Diejenigen, die große Proteste veranstalteten wollen und eine Gesamtänderungen der Uni-Strukturen fordern sind meist Linke, die außer in den Sozial- und Erziehungswissenschaften aber einen sehr schweren Stand an der Universität haben.

    mfG aus Hamburg

  25. JeyJey |  16.11.2009 | 01:28 | permalink  

    Ich frage mich immer, wieso die Journalisten so naiv und pauschal das Thema Internet und junge Menschen (vor allem Studenten) betrachten.

    Nur weil irgendwelche Dienste und Seiten im Netz existieren, heißt es noch lange nicht, daß man als mündiger Mensch dem gleich hinterherrennen muß. Gerade in Anbetracht der Meldungen, wie sicher doch die Seiten von StudiVZ und Facebook sind, ist es nicht gerade empfehlenswert dort ein vollständiges und ernstgemeintes Profil zu haben.
    Wieso wird Internetkompetenz gleichgesetzt mit dem Nutzen von StudiVz, Facebook und Co.?

    Solange auf StudiVZ neben all den Karteileichen, sich fragwürdige Politikerprofile und halb nackte Friseurinnen und Amateurbodybuilder ein Stelldichein geben, und solange StudiVZ die Studenten als naive und minderbemittelte Konsumenten behandelt, solange kann man diese Seite nicht ernst nehmen.

    Vielleicht mögen Journalisten Politiker wegen Twitter bejubeln, ich als politisch interessierter Student vermag einem solchen aktivistischen Anbiedern an die Massen nichts abzugewinnen. Ich verlange von einem guten Politiker ein wenig mehr als 140 Zeichen heiße Luft. Und wenn nur ein 1/10 der Menschen, die gewählt haben, sich mehr mit dem Programm der Parteien inhaltlich auseinandergesetzt hätten und weniger dem oberflächlichen medialen Gesülze auf den Leim gegangen wären, dann müßten wir uns nicht mit dieser Kindergartenregierung abplagen.
    Aber Kompetenz war ja noch nie das scheinbar Ausschlaggebende in der “Demokratie”.

    Ebenso wieso sollte ich einen Blog betreiben, wenn ich nichts zu sagen habe? Um der Menschheit meine Schuhgröße und meine sonstigen Nichtigkeiten mitzuteilen? Oder das nachzuplappern, was schon auf 10 anderen Stellen nachzulesen ist. Oder im Zweifelsfall Angst zu haben, abgemahnt zu werden oder wegen kritischer Meinung Probleme mit zukünftigen Bewerbungen zu haben. Das Netz vergißt nie. Und ich habe mehr Respekt vor Menschen, die man auch heute noch NICHT googeln kann, als vor solchen die 17 Profile und 1000 “Freunde” haben und dabei doch nur Saufbilder von sich posten.

    Unsere Generation hat nicht das Problem zu wenig Kommunikationsmittel zur Wahl zu haben, sondern den Mangel an Inhalt, der darüber transportiert werden soll.
    Und eine wichtige Info spricht sich an der Uni schnell herum, über Handys und E-Mail ist man ausreichend schnell informiert, wenn es denn etwas Wichtiges ist(!).

    Aber bloß weil jetzt ein paar Studenten beschlossen haben zu streiken, und danach die Journalie beschlossen hat, das als wichtiges Thema zu behandeln (womit man wiederum die Klickrate in die Höhe treiben kann), heißt das nicht, daß man es als Student ohne Reflektieren schlucken soll.

    Wogegen soll demonstriert werden? Man weiß nicht erst seit gestern, daß die Bedingungen an den Unis gelinde gesagt beschissen sind. Aber die Studenten sind nicht blöd, und können sehr wohl einschätzen wieviel Milliarden da an Banken verbraten wurden, und wie wenig Geld an den Unis ankommt. Und in den Zeiten von Globalisierung und Europa ist bei uns in Deutschland wieder ein Fürsten- und Zollschranken-Staatenmodell ausgebrochen, so daß Studenten aus BW und Bayern allein schon wegen der Gebühren nichts mehr gemeinsam mit Studenten z.B. aus Berlin haben.

    Ich studiere an einer Fachhochschule in Berlin und meine Uni hat eigentlich dieses Jahr sogar extra viel Geld abbekommen aus irgendwelchen Extratöpfen. Aber wir haben jetzt eine neue Mensa und Ledersofas in der Cafeteria, Marmor in einigen Uniklos, aber in der Lehre hab ich davon noch nichts gesehen. Nicht daß die Lehre per se schlecht wäre, aber es liegt nicht nur an Geld, sondern auch am guten Willen und Einsatzbereitschaft der Professoren, sie zu verbessern. Ebenso ist das Studium teilweise dermaßen schlecht aufeinander abgestimmt, daß es einem die Haare zu Berge stehen läßt. Da werden z.T. praktische Übungen durchgeführt, mit Themen, die erst ein Semester später theoretisch behandelt werden. Oder es wird ein Thema zwei Semester hintereinander unnötig wiederholt, weil der Prof A nicht weiß, was der Prof B gelehrt hat.

    Und ich habe in Berlin seit 1999, wenn ich mich recht erinnere, 4 große Unistreiks miterlebt – manche davon gingen über Wochen. Es wurde besetzt, es gab Konfrontationen mit der Polizei, es ging bis ins Rote Rathaus. Verändert hat sich nie etwas. Die einzigen die Spaß daran hatten, waren die “Rummgammeler”, die ihr zu Hause kurzfristig für paar Tage in die Uni verlegt haben. Auf der anderen Seite, sind es nicht zuletzt die Medien, die jeden Tag den Druck auf die Studenten erhöhen, aufgrund von schlechten wirtschaftlichen Bedingungen und Konkurrenz, keinen einzigen Tag verlieren zu dürfen.

    Wieso soll man da noch gegen etwas demonstrieren und wieso sich äußern?
    Gehört wird man doch eh nicht.

  26. dagassa |  16.11.2009 | 11:13 | permalink  

    @Julian F. Müller wenn ich mir dein posting so durchlese vor allem an den letzten sätzen bemerke ich, dass du nicht verstanden hast! du hast nicht verstanden wie diese “vernetzung” den streik und die besetzungen auf ein neues level pusht! nach dem motte “gemeinsam ist man stärker” werden im moment 34 unis besetzt. wenn ganz europa besetzt sein würde kannn/darf die (EU-)politik sowas nicht mehr ignorieren!

  27. karen |  16.11.2009 | 21:42 | permalink  

    Es ist nicht die fehlende Vernetzung oder die fehlende Nutzung neuer Tools. Obwohl auch das zu denken gibt.
    Meiner Erfahrung nach (Dipl. 2002, zweimal Uni gewechselt, danach Privatdozent, jetzt nicht mehr verbandelt mit Unis) interessiert das alles 98% der Studentenschaft so richtig gar nicht. Meckern: Ja. Solidarisch handeln? Wo kommen wir denn da hin? Jeder seines Glückes Schmied!
    Zwischen hardcore Karrieredenken (was, wenn später ein Personaler mich auf einem Bild einer Hörsaal-Besetzung erkennt!) und Apathie aus 1000 Gründen ist ein Protest nicht zu machen.
    Dazu kommt dann noch, dass die Gegenan-Fraktion, die die Proteste initiiert, den Durchschnittsstudenten eher irritiert. Dort sind die Strukturen meist nicht einladend für Newcomer, allen Lippenbekenntnissen zum Trotz.
    Fazit: Die Unis brennen nicht, weil kein Funke da ist, nicht weil keiner Twitter nutzt.

  28. dagassa |  17.11.2009 | 02:10 | permalink  

    @karen dieser funke entspringt aber nur aus mehr öffentlichkeitsarbeit und aufklärung! vielleicht auch etwas gruppenzwang (neudeutsch auch hype genannt). um dies schnell, effektiv, up to date und detaillierter als massenmedien zu schaffen oder sogar in sie überzugehen (wo wir wieder beim hype wären), setzt es bessere vernetzung voraus! vernetzung die wie wir schon festgestellt haben in dieser form (in deutschland) nicht vorhanden ist!

  29. Ältere Menschen sind nicht über das Web zu erreichen! « EFI Bayern e.V. |  17.11.2009 | 12:20 | permalink  

    [...] Gerade bin ich noch auf einen älteren Artikel gestoßen, der offensichtlich zum Thema passt, aber eine andere Altersklasse [...]

  30. Andreas |  17.11.2009 | 14:02 | permalink  

    Aktuell (während der Proteste) zeigt sich auf Twitter folgendes interessantes Bild. Die drei populärsten tags im deutschsprachigen Twitter: #unibrennt #unsereuni #bildungsstreik

  31. …und Stahlarbeiter twittern doch! « Internet und Politik |  17.11.2009 | 14:18 | permalink  

    [...] diskutiert man an anderer Stelle mit Verve, ob der Bildungsstreik eher analog oder digital geführt wird und welche Rolle das Web [...]

  32. Matthias Schwenk |  17.11.2009 | 19:36 | permalink  

    @karen und @dagassa: Ich sehe es ähnlich wie dagassa. Es muss nicht erst ein Funke da sein, damit Vernetzung (über Twitter) greift, sondern umgekehrt schafft Vernetzung die Möglichkeit, Funken zu entzünden.

    @Andreas: Guter Hinweis auf die Twitter-Tags. Allerdings verschenken die meisten der Bildungsstreik-Accounts jede Menge Potenzial: Sie followen nicht zurück sondern begreifen sich wohl nur als eine Art “örtlicher Nachrichtenticker”. Zudem könnte man über diese Accounts auch anderen Leuten folgen und damit um Anteilnahme bzw. Sympathie werben. Das deutschsprachige Twitternetz ist voller Medienleute – da würde die Vernetzung wirklich Sinn machen.

    Ein Negativbeispiel: @bildung_muc (München). Dem Account folgen ca. 750 Personen, er selbst folgt aber nur 50 Adressen, darunter fast nur andere Streik-Accounts und keine einzige Medienadresse. Auch der Brückenschlag zur Politik wird nicht gesucht – die @PiratenBayern bilden die Ausnahme.

  33. _ SKY BAR _ |  23.11.2009 | 11:11 | permalink  

    Open Uni…

    Uni brennt: Zu viele digitale Lagerfeuer Bildungsstreik analog statt digital: Studenten sind nicht über das Web zu mobilisieren Petition für die kostenfreie Bereitstellung wissenschaftlicher Publikationen – Open Access Petition pro Open Access …

  34. E |  23.11.2009 | 16:18 | permalink  

    Ein Hauptaspekt den sie besonders bei Twitter ganz übersehen ist:
    Der Großteil der Studenten hat noch überhaupt keinen Twitter Account, da es immer mehr Studenten gibt, denen das Social Networken zu viel wird und sie froh sind nicht noch ein Medium mehr beackern zu müssen.
    Ich bin überzeugt davon, dass an den meisten Unis (auch von denen sie schreiben) bestimmt die Hälfte der Studenten die einen Twitter Account haben auch den Twitter Accounts der brennenden Hochschulen folgen. Es sind halt einfach nicht mehr als 400 Studenten oder so pro Uni die bislang das Medium Twitter nutzen.

  35. Nicole Celikkesen |  24.11.2009 | 14:40 | permalink  

    Ein Digital Native zu sein heißt meiner Meinung nach NICHT automatisch, auch über eine hohe Medienkompetenz zu verfügen. Im Gegenteil habe ich eher das Gefühl, dass viele inzwischen überfordert sind und sich eher auf einzelne Tools konzentrieren um sich mit Freunden direkt auszutauschen anstatt diese als “Werkzeug” zu nutzen. Ich selber bin ein Digital Native und kenne sehr viele in meinem Alter sowie jünger, die einzelne Web2.0-Tools zwar wie Telefon und Mail fast automatisch nutzen. Aber es ist meiner Meinung nach kein Argument auch direkt von einer hohen Medienkompetenz auszugehen. Im Gegenteil habe ich eher das Gefühl, dass wegen der Masse an Möglichkeiten die Nutzer überfordert sind und gar nicht immer wissen, was möglich sein kann. Nun, und Eltern oder Lehrer können sie nicht fragen, die wissen das schließlich auch nicht immer ;).

    Was Twitter angeht: Ich glaube, Twitter ist sehr stark gehypt worden, wird aber von privaten Usern im Moment kaum genutzt. Wären wir ein Jahr weiter, würde Twitter vielleicht bei den Protesten eine Rolle spielen. Ich glaube, im Moment ist es einfach noch zu früh und die Studenten bewegen sich eher in Social Networks als das sie ein Live-Medium wie Twitter nutzen. Sitzt man nicht den ganzen Tag am PC (mobiles Internet ist auch noch nicht bei jedem angekommen) würde es auch ein Newsletter tun und nicht umbedingt Twitter.

  36. Matthias Schwenk |  24.11.2009 | 16:04 | permalink  

    @Nicole Celikkesen: Sehr interessanter Beitrag. Die Mediengurus unterstellen den Digital Natives ja gern, mit den neuen Instrumenten im Web spielend umgehen zu können (nur weil sie in deren Umfeld aufgewachsen sind). Dabei wird wohl übersehen, dass Medienkompetenz erlernt werden muss und sich nicht automatisch einstellt.

  37. Christoph Rohde |  25.11.2009 | 16:30 | permalink  

    Das Twittern führt dazu, dass die Form den Inhalt ersetzt. Die Obamamanie ist ein Indikator dafür. Die US-Wahlen als entpolitisiertes Datenszenario – das ist eine Horrorvision

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