Julius Endert | 2 Kommentar(e)
09.11.2009 |
Interviews mit Clay Shirky sind immer ein Genuss. In diesem geht es erneut um den Zugang zu Wissen und die Fragen des Urheberrechts.
Das derzeit geltende Uhrheberrecht bezeichnet Shirky als eine Art Monopol weniger unter dem viele leiden. Der Zugang zu Wissen sei aber ein modernes Grundrecht, und deshalb müsse sich das Urheberrecht wandeln. Zur Not müßten sich die Menschen den freien Zugang zur Information einfach nehmen. Dann könnte es letztendlich eine Entwicklung geben wie bei der Alkoholprohibition in den USA Anfang des letzten Jahrhunderts. Wo sich die strengen Gesetze gegen den Konsum von Alkohol auch auf Dauer nicht durchsetzen ließen, weil alle sie missachteten.
Ein interessanter Gedanke und provokativer Vergleich, auch wenn ich in diesem Fall selber skeptisch bin, ob sich die alten Kräft nicht am Ende doch durchsezten werden.
[Crossposting via lauraflanders.firedoglake.com]





[...] zu diesem Thema findet sich auf Carta ein Interview mit Clay Shirky, der das derzeitige Urheberrecht als eine Art Monopol bezeichnet, gegen das man sich wehren und es [...]
Interessante Frage: das Problem, dass durch das aktuelle Urheberrecht letztlich prohibitionsartige Zustände unter jungen Leuten entstehen, ist ja auch das Leitthema von Lawrence Lessigs Buch ‘Remix’ (das ich übrigens wärmstens empfehlen kann). Er ruft allerdings nicht zum massenhaften Ungehorsam auf, sondern sieht das Ganze als dringliche Aufgabe an die Gesetzgeber, die Jugendlichen zu entkriminalisieren. Neue Formen des Umgangs mit Content im Netz sind seiner Ansicht nach nichts anderes als moderne Formen der Alphabetisierung einer nachwachsenden Generation. So wie es in unserer Schulzeit normal war, schreiben und (wörtlich!) zitieren zu lernen, müssen Kinder heute lernen, in allen Medienformen zu schreiben und “wörtlich” zu zitieren.