Matthias Schwenk | 57 Kommentar(e)
Nicht wenige kommerzielle Blogs wirken derzeit fast so ausgezehrt wie der Medienmainstream. Sie leiden aber nicht nur an der Werbekrise: Ihnen fehlt es auch an Reichweite, an Substanz und der richtigen Fokussierung.
26.10.2009 |
In einer Zeit, in der viele Zeitungen schwächeln und sich mit dem Medienwandel schwer tun, sollten kommerzielle Blogs eigentlich leichtfüßig wie die Gazellen von Erfolg zu Erfolg springen, einer immer glänzenderen Zukunft entgegen. Doch ist dem so?
Nicht wenige kommerziell orientierte Blogs wirken im Herbst 2009 ebenso ausgezehrt wie die “Qualitäts”-Printmedien bzw. deren Online-Angebote. Man leidet gemeinsam unter dem flauen Anzeigenmarkt. Doch der offenbar schwierige Zustand vieler kommerzieller Blogs lässt sich nicht allein durch eine maue Entwicklung bei den Banner-Umsätzen erklären. Es gibt noch weitere Problemzonen:
In der schwachen Wirtschaftslage zeigt sich nun, dass es hierzulande nur ganz wenigen kommerziellen Blog-Projekten gelungen ist, die für ein leidliches finanzielles Auskommen notwendige Reichweitenbasis zu erreichen. Es müssen nicht gleich Hunderte von Millionen Page Impressions pro Monat sein, wie bei Spiegel Online & Co, aber monatlich ein oder zwei Millionen sollten es schon sein.
Ein Angebot wie Meedia erreicht mit rund 2,5 Mio. Seitenabrufen pro Monat diese Kategorie. Doch ist Meedia ein kommerzielles Blog oder nicht eigentlich vom Anspruch und auch den Kostenstrukturen her mehr?
Betrachtet man die Rangliste auf blogoscoop, so erreicht hier – bis auf ein paar Quatsch- und Boulevardblogs – nur das Bildblog mit rund 1,4 Mio. Page Impressions diese Kategorie. Doch auch das Bildblog vermittelt derzeit nicht den Eindruck, auf Basis der eigenen Werberessourcen zum Sprung in die nächste Ausbauphase anzusetzen.
Viele der interessanteren kommerziellen Blog-Projekte dümpeln dagegen laut blogoscoop bei Reichweitenregionen zwischen 150.000 und 700.000 PIs pro Monat herum – zu wenig, um wirklich eine relevante Honorarbasis für Mitarbeiter aufbauen zu können.
Die Mathematik dahinter: Kommerzielle Blogs machen – je nach Thema und Geschick bei der Vermarktung – nach meiner Einschätzung zwischen 1 und 10 Euro Umsatz pro 1.000 Seitenabrufe (eTKP). Andere mögen da andere Zahlen haben – sie sind ja ohnehin das Geheimnis der entsprechenden Blogbetreiber. Nehmen wir beispielhaft einen relativ optimistischen eTKP von 4 Euro auf 1.000 Seitenabrufe an, so würde ein Blog mit 200.000 Seitenabrufen im Monat demnach 8oo Euro Umsatz erzielen – viel zu wenig, um damit ein Blog rein auf Basis von Honoraren am Laufen zu halten.
Die Rangliste auf blogoscoop zeigt auch das eher enttäuschende Abschneiden der Tech-Blogs hierzulande. Macnotes.de und neuerdings.com liegen oberhalb der 500.000er Grenze, doch sind dies wohl eher Gadget-Blogs.
Ein wirklich ambitioniertes Tech-Blog ist dagegen netzwertig.com. Doch mit – laut blogoscoop – 170.000 PIs pro Monat ist das Blog leider noch weit von den selbst gesteckten Zielen entfernt. Das von Robert Basic aufgebaute und im Januar 2009 verkaufte Blog Basic Thinking hat nach dem Eigentümerwechsel aufgehört, auf blogoscoop seine PIs auszuweisen. Das ist auch eine Aussage und spricht nicht unbedingt dafür, dass sich das Blog der hier skizzierten Situation entziehen kann.
Der Blick auf die Blogosphäre im Herbst 2009 zeigt zudem: Das einflussreichste Blog ist hierzulande eines, dass sich Kommerzialität und Werbefinanzierung kurzerhand erspart und vor allem auf Basis von Idealismus und Freude an der Sache entsteht: netzpolitik.org. Wo andere noch an den Geschäftsmodelle laborieren, deckt Netzpolitik nebenbei mal Skandale auf, über deren Enthüllung der Spiegel stolz gewesen wäre. Hier ist mal eben ein völlig neues Leitmedienverhältnis entstanden.
Dass sich aber ein unkommerzielles Blog an der Spitze der Blogcharts hält, sagt auch viel über die kommerzielle Bloglandschaft hierzulande aus: Die Kommerzialisierung von Blogs ist bislang nur in bescheidenem Umfang gelungen.* Das mag der Qualität der Inhalte sogar mehr nützen als schaden. Es bedeutet aber auch, dass es wenig Ressourcen für klassische Entlohnung in diesem Bereich gibt (sicher, manche werden das begrüßen).
Ganz anders hat sich mittlerweile die amerikanische Bloglandschaft entwickelt. Vor einigen Jahren noch sah sie so aus wie hier. Dann aber setzte dort mit der Kommerzialisierung eine deutliche Konsolidierung ein. Einerseits die großen Blogs, die verlässlich und stetig Themengebiete abdecken – und sich darin dann kaum mehr von klassischen Medien unterscheiden. Sie haben feste Redaktionsprinzipien entwickelt und arbeiten mit Autorenteams. Andererseits die eher unkommerziellen Meinungsblogs, die überwiegend nur noch kommentierend ins Geschehen eingreifen.
Der Unterschied zwischen den beiden Lagern zeigt sich beim Traffic. Die kommerziellen, großen Blogs erreichen heute Seitenabruf-Niveaus, an die selbst starke Persönlichkeiten aus der Bloggerszene nicht mehr herankommen: Bei TechCrunch vs. Robert Scoble oder Louis Gray, wie von Alexa dargestellt, erübrigt sich jeder Kommentar.
Die Leser versammeln sich in den USA inzwischen vor allem um größere Blogs, die nicht einfach nur Meinung bloggen, sondern die Themen in ihrer ganzen Tiefe auch durch Nachrichten und Analysen begleiten.
Zudem stellen sich diese Blogs auch dem Anspruch, ein Themengebiet annähernd vollständig abzudecken. Gerade der Vergleich von TechCrunch mit Robert Scoble oder Louis Gray macht dies deutlich: Während das große Tech-Blog sehr breit informiert und dabei auch versucht, Scoops zu setzen, kommen die beiden Einzel-Blogger der Fülle an Ereignissen und Meldungen gar nicht mehr hinterher. Sie können nur noch versuchen, Rosinen zu picken und damit Akzente zu setzen.
Und da sind wir dann vielleicht an einem Punkt, der das Problem der Online-Ausgabe des Freitag erklärt. Meinung allein bringt es nicht. Der Freitag erzielt im Netz erst ca. 647.000 PIs pro Monat. Das ist ein Wert, wie ihn auch ein Blogger ganz allein erzielen kann, etwa Caschy (stadt-bremerhaven.de).
Wollen also die kommerziellen Blogs hierzulande mit dem nächsten Aufschwung auch über die Schwelle der Refinanzierung springen, so sollten sie folgendes berücksichtigen:
- Themengebiete umfassend abdecken. Die Leser schätzen das “One-Stop-Reading” (alles Wichtige aus einer Quelle), ohne deswegen aber einem einzelnen Medium treu sein zu müssen. Andere Quellen sind nur einen Mausklick entfernt und auch sie werden beachtet. Was viele Leser weniger mögen: Sich aus vielen kleinen Medien ein Gesamtbild zusammensetzen zu müssen.
- Meinungs-Bloggen reicht nicht. Professionelle Medien müssen Themen setzen können und dazu auch Nachrichten selbst recherchieren. So wichtig die reinen Meinungsmedien auch sind, sie werden beim Traffic gegenüber Medien mit aktuellen Nachrichten immer zurückstehen und damit den Sprung in die wirtschaftliche Tragfähigkeit eher nicht schaffen.
- Präsenz zeigen und vor Ort recherchieren. Unter Bloggern kursierte lang die Hoffnung, die Arbeit ließe sich allein vom heimischen Rechner aus bewältigen. Das ist eine Illusion. Wie man es besser macht, zeigte dieser Tage ausgerechnet TechCrunch Europe mit einer kleinen Startup-Konferenz in München. Für die Initiatoren war das in London angesiedelte Blog offenbar als Medienpartner attraktiver als eine deutsche Adresse. Kein gutes Zeichen für die deutschsprachigen Tech-Blogs.
Die Traditionsmedien, die noch mit dem Medienwandel kämpfen, werden es gerne hören. Ihnen verschafft das Zeit. Blogs mit der Ambition zur Kommerzialisierung dagegen werden sich etwas einfallen lassen müssen. Denn sonst bleiben sie in der Nische hängen.
* davon kann man Carta mit seinen 130.000 Abrufen pro Monat nicht ausnehmen. Carta ist daher zur Zeit – nicht ohne Leidenschaft – ein Hybridmodell, das zwar Werbeeinnahmen generiert, bei dem aber die Vergütung allein nicht das Motiv für die Autoren sein kann.






“Themengebiete umfassend abdecken” – ich glaube, das können und sollten Einzelblogger nicht leisten – jedenfalls nicht auf Themengebieten, die keine einzigartige Nischen sind. Ich lese jedenfalls lieber auf verschiedenen Blogs weniger, dafür aber originäre Beiträge, als überall das Gleiche, weil jeder meint, das Thema in Gänze abdecken zu müssen. Und weil man das nicht schafft, schreibt man in eigenen Worten um, was andere schon gesagt haben.
Das ist übrigens etwas, was mich an meedia stört (wobei ich die Beiträge von Stefan Winterbauer ausdrücklich ausnehme). Da stehen manchmal bloß Wiedergaben aus anderen Blogs. Das geht über bloßes Zitieren weit hinaus, da der Anreiz entfällt, zur Originalquelle rüberzuklicken (die ja ohnehin in der Regel nur ganz unten verbrämt als “Die anderen schreiben” genannt wird). Ich hatte selbst schon das Vergnügen mit einem bei mir abgeschriebenen Beitrag. So kann man natürlich auch auf werberelevante PI-Zahlen kommen.
Wenn Du Themenabdeckung nicht nur von großen Portalen, sondern auch von Blogs erwartest, fördert das das gleiche Verhalten, das wir bei Printwebsites zu Recht kritisieren: Zuviele Agenturmeldungen, zuviel Me-Too-Content. Außerdem braucht man als Nutzer ja nur auf Rivva nachzuschauen, um weitere relevante Beiträge zu gleichen Themen zu finden.
Zu Carta: “…ein Hybridmodell, das zwar Werbeeinnahmen generiert, bei dem aber die Vergütung allein nicht das Motiv für die Autoren sein kann.”
Dass es überhaupt eine Vergütung gibt, ist mir neu. Nach welchen Kriterien denn?
@Ulrike: Es gab Zeiten, da konnten Blogger bestimmte Themengebiete durchaus vollständig abdecken. Als nämlich das Web 2.0 noch eine sehr übersichtliche Sache war, konnte jedes Blog umfassend mitreden. Damals entstand dann auch die Kultur der Verlinkung, die heute bisweilen vermisst wird.
Was die Themenbreite betrifft: Ich sage ja nicht, dass alle Blogs über alles schreiben müssen. Ich sage nur, dass die Leser es offenbar bevorzugen, aus wenigen Quellen relativ breit bedient zu werden. In den USA belegt das die Entwicklung bei den Tech-Blogs sehr deutlich. Im Segment der Politik-Blogs dort gibt es einen ähnlichen Trend, wenn vielleicht auch noch nicht ganz so deutlich sichtbar.
Bei Carta gibt es Regelungen, was die Vergütung der Autoren betrifft. Angesichts der Entwicklung der Umsätze aus Werbeeinnahmen aber greifen diese noch nicht.
Die Empfehlung der bereichsweisen Themenabdeckung kann ich nachvollziehen. Allerdings müssen diese Themenbereiche mMn nicht zwangsläufig sehr breit und auch nicht herkömmlichen Kategorisierungen entsprechen.
Beispiele: Man muß nicht das Thema Software abdecken, das neueste zu einer Betriebssystemumgebung oder einer bestimmten Technologie reichen imho auch. Bestätigt die Tendenz zu Spartenkanälen im TV/Radio/Webradio nicht diese Wahrnehmung kleiner aber treuer Nutzer, die weltweit dann schnell die angestrebten 1-2 Mio Hits/Monat erreichen? Wird dieser kleine Bereich gefüttert , kann er sich zu einer regelmäßigen Informationsquelle für Interessenten entwickeln. Ebenso können es auch Kontrastprogramme sein, quasi Was-einem-sonst-nicht-so-ins-Auge springt wie die NachDenkSeiten oder Fefe. Möglichkeiten gibt es viele. Aber das einmal gewählte Feld muß dann regelmäßig und zuverlässig beackert werden…
Mehr Breite kann man dann immer noch bspw. per Vernetzung mit thematisch angrenzenden Blogs erreichen, wie das Isotopp oder Lawblog mit ihren eingestreuten Linklistchen tun.
Erstmal toller Artikel! In Sachen Themenabdeckung bin ich ja immer noch der Meinung, dass sich thematische verwandte Blogs zu konsistenten Themenmagazinen (als Metablogs, also ohne das eigene Blog aufzugeben) zusammenschließen sollten, mit denen sich ev. auch eine etwas blogscheuere Leserschaft anlocken ließe. Es gab ja mal diverse Ansätze, Glam & Co. sind positive Beispiele, es fehlt jedoch nach wie vor vielleicht noch der richtige Workaround, damit Blogger sowas auch in Eigenregie umsetzen. Das wäre auf jeden Fall sinnvoller, als die inzwischen doch ziemlich marginalisierten Blogverzeichnisse…
@ Ulrike: Jip, gibt es (hatte ich glaube ich auch mal angedeutet, dass das angedacht ist, steht ja auch so in unserer Selbstdarstellung). Hast schon Mail von mir zu dem Thema, gruss, rml
Der Artikel zeigt auch, was man als langjähriger Blogger schon lange kennt. Werbung, dann auch noch Bannerwerbung, die zentralistisch über Mediaagenturen abgewickelt wird, funktioniert im Netz nicht mehr. netzpolitik.org ist nicht (nur) deswegen werbefrei, weil man keine falschen Signale aussenden will, sondern auch, weil es am Markt keine Spezialisten gibt, die Werbung zu vernünftigen Preisen in Blogs vermitteln. Man hat nur dann Erfolg wenn man, wie Robert Basic es lange gezeigt hat, die eigene Vermarktung selbst in die Hand nimmt.
Dazu kommt, dass für viele das eigene Blog ein Selbstmarketinginstrument ist. Es geht gar nicht darum, Werbung zu haben, sondern es geht darum über die Texte im Blog an Aufträge zu kommen.
Das ist die eine Seite. Die andere Seite ist, das es keine Vermarktungsmodelle für jene Blogs/Magazine gibt, die eben unter der magischen Grenze von 1 Mio PIs taumeln, oder die ein sehr enges Zielpublikum haben. Auch hier gilt für mich aber, dass es sich einfach keine Vermarktungsplattform gebildet hat. Schon gar nicht, was regionale Werbung angeht. Hier liegt sicher eine Menge Potential brach. Kann ja auch nicht sein, dass ein Blog mit 150.000+ Lesern im Monat nicht mal 2000 Euro verdienen kann, während ein Printheft da deutlich drüber liegt.
Die Idee, als Blogbetreiber thematisch breiter aufzustellen mag ja betriebswirtschaftlich logisch klingen, funktioniert aber auch nicht. Wenn man damit beginnt, sein Themengebiet zu verwässern, verliert man auch an Profil. Mittlerweile kommen viele Leser über RSS-Feeds in die Blogs. Die haben mich abonniert, weil ich über bestimmte Themen schreiben, und keinen Bauchladen vor mir herschiebe, aus dem ich jeden bedienen kann.
@ Don Dahlmann: ;) Danke für den Kommentar, der auch meinen Eindrücken sehr nahe kommt. Interessant der Gedanke zu netzpolitik…
Ich denke der Appell von Matthias ging eher in die Richtigung, sich thematisch fokussiert und zugleich verlässlich aufzustellen. Also nicht thematisch in die Breite zu gehen, sondern thematisch verlässlich zu sein. Also: Wenn etwas wichtiges auf dem Themengebiet von Blog X passiert, kann ich auch sicher sein, dass sehr schnell auf Blog X dazu etwas steht.
Auch wir bei Carta müssen uns jetzt dringend mehr um die Vermarktung kümmern. Sollte uns da etwas dolles gelingen, melde ich mich.
gruss,
robin
“Betrachtet man die Rangliste auf blogoscoop, so erreicht hier – bis auf ein paar Quatsch- und Boulevardblogs”
Warum werden die Quatsch- und Boulevardblogs denn auf diese Weise ausgeklammert? Wenn man von kommerziell spricht, dann steht ja wohl das Geld verdienen im Vordergrund, Inhalt und Ausrichtung sind nur Mittel zum Zweck (und nicht andersherum, und genau daran wird es wohl hapern). Zumal, wo zieht man denn den Unterschied zwischen Promipranger und Bildblog? Der eine macht sich über Stars lustig, das andere (stilsicherer und professioneller) über schlechten Journalismus.
“Ein wirklich ambitioniertes Tech-Blog ist dagegen netzwertig.com. Doch mit – laut blogoscoop – 170.000 PIs pro Monat ist das Blog leider noch weit von den selbst gesteckten Zielen entfernt.”
Hier stimme ich zu. Netzwertig ist wirklich ein feines Blog, hat aber (ähnlich wie Carta, das auch ein gutes Blog ist) überraschend wenige Leser. Qualität führt eben nicht zu Reichweite im Internet.
“Das von Robert Basic aufgebaute und im Januar 2009 verkaufte Blog Basic Thinking hat nach dem Eigentümerwechsel aufgehört, auf blogoscoop seine PIs auszuweisen. Das ist auch eine Aussage und spricht nicht unbedingt dafür, dass sich das Blog der hier skizzierten Situation entziehen kann.”
Wie Basic Thinking Geld verdient, ist tatsächlich eine gute Frage, zumal die sich selbst als Journalisten bezeichnen. Wenn das das Palm Pre auf dem Weg zu onlinekosten mal eben auch in der BT-Redaktion liegen bleibt, tröpfelt vielleicht irgendwie auch die Kohle mit da rein. BT wird das alles bestreiten, vielleicht zu Recht. Langfristig scheint sich dieses Projekt aber vermutlich über die geschickte Vermischung von Werbung und Redaktion finanzieren können, mutmaße ich.
“Wo andere noch an den Geschäftsmodelle laborieren, deckt Netzpolitik nebenbei mal Skandale auf, über deren Enthüllung der Spiegel stolz gewesen wäre. Hier ist mal eben ein völlig neues Leitmedienverhältnis entstanden.”
Ja, aber den Spiegel hätte man möglicherweise kritisiert, hätte er seine Aufgabe nach Aufdeckung des Skandals darin verstanden, nun zusammen mit dem Objekt des Skandals das Ganze einzudämmen und zu lösen.
“Unter Bloggern kursierte lang die Hoffnung, die Arbeit ließe sich allein vom heimischen Rechner aus bewältigen. Das ist eine Illusion.”
Für mich auch eines der wichtigsten Argumente, warum Bloggen kein Journalismus muss. Es werden gar keine journalistischen Arbeitsweisen angewendet. Die sind teuer und aufwendig.
@Ulrike Langer:
““Themengebiete umfassend abdecken” – ich glaube, das können und sollten Einzelblogger nicht leisten – jedenfalls nicht auf Themengebieten, die keine einzigartige Nischen sind.”
Wenn Matthias Aussage stimmt, dass die Leute alles aus einer Hand wollen und wenn man zusätzlich bedenkt, dass Leser nicht viel Zeit haben, dann geht theoretisch bis zu einem gewissen grad sehr wohl. Einfach Content klauen oder aggregieren; etwa so wie es Turi macht, der deckt alles ab, allein dadurch dass er zusammenführt, was andere schreiben. Blogger können das auch, einfach alles wichtige Bookmarken und aufs eigene Blog einlaufen lassen.
@ Don Dahlmann: Ich finde auch, dass ein zu breites Themenspektrum das Blog verwässert. Was mich als Leser betrifft, lese ich Blogs zu dem eher, wenn ich denke, dass der Autor Experte für das ist, was er schreibt, bei einem breiten Themensepktrum braucht man also mehr Autoren und da fehlen dann wiederum die Honrare, wie es Matthias Schenk geschrieben hat.
Sie vergessen die Nutzer: Wieso machen eigentlich die Sites der Holzmedien noch so viele PIs, wenn doch Blogs häufig spannendere, individuellere und bessere Inhalte bieten? Die deutschsprachigen Nutzer sind sehr traditionsbewußt, wenig begeisterungsfähig und, jawohl, alt. In dieser Rentnernation brauchen kommerzielle Blogs eben auch länger.
Man könnte ja auch auf die Idee kommen, dass der TKP einfach viel zu niedrig ist …
@ Klaus Jarchow: Der Schätzwert von Matthias viel zu niedrig angesetzt? Oder viel zu niedrig für was? Und welcher Wert wäre realialitätsnäher?
Stimmt, der TKP ist viel zu niedrig (was auch mit dem ständigen gezielten Herunterreden des Netzjournalismus zu tun hat).
Man kann die Page Impressions (PIs) ja nicht so einfach mit den Printauflagen vergleichen. Zeitungs-Artikel werden nur von einem Bruchteil der Käufer “angeklickt”, d.h. viele Artikel in Zeitungen, die eine Auflage von 100.000 haben, werden nur von wenigen hundert oder tausend Menschen gelesen. Insofern müsste man den TKP im Netz (wo jeder Beitrag ja gezielt angesteuert wird) wesentlich höher bewerten als dies momentan der Fall ist.
Die 3 von Matthias genannten Punkte sind sicher richtig. Aber Recherche kostet eben Geld. Und Professionalität auch. Da beißt sich die Katze immer wieder in den Schwanz.
Dass es in Amerika besser läuft, hängt auch mit dem Image des Internets dort zusammen.
@ Robin: Ich meine damit eigentlich nur, dass die Werbekunden für ein treffgenaueres Instrument wie z.B. ‘Special Interest Blogs’ nicht jenen TKP bezahlen sollten, den sie für ein ubiquitäres Schlachtschiff wie den Spiegel bezahlen, der mit seinen riesigen TKP-Bordkanonen schließlich auch nur mit Schrot auf Spatzen ballert. Ab und zu fällt mal einer von ihnen in die Kassenschublade: viel Aufwand, wenig Effekt. Die Werbung – resp. die Media-Fürsten – bezahlen darüber hinaus eindeutig zu wenig, dafür bekommen sie dann auch keinen guten Werbeträger mehr, sondern nur den überbordenden, zusammengeschmierten und allgegenwärtigen Content-Mist.
Dann müssten sie eben den TKP für die wirklich guten ‘Botschafter’ ihrer Produkte massiv erhöhen, könnte ein Schlaumeier einwenden – das tun sie aber nicht, ich weiß. Es gibt ja genug billige Werbeflächen bei all dem medialen Überangebot, was wir immer noch haben. Die besten Botschafter sind trotzdem nicht diejenigen, die im Dienste der Anzeigenkunden für wenig Geld das Blaue vom Himmel herunterschwärmen – solche Medien sind allenfalls geeignet, auch noch das Restpublikum zu vergraulen. Die Werbeallergie grassiert, sie grassiert massiv, denn es ist ein Übermaß an Lüge und Kauf-Mich unterwegs – man kann auch Marketing oder PR dazu sagen oder redaktionelle Dienstleistung am Kunden. Das Ganze ist in meinen Augen ein sich selbst verstärkendes Kamikaze-System.
Generell bin ich der Ansicht, dass nicht nur der Journalismus in der Krise steckt, sondern alle mediengekoppelten Berufe – also Werbung, PR usw. Die alten Modelle werden eben überall obsolet, und der bloße Kontakt mit einem Blinkyblinky ist noch lange kein Verkauf: It’s a long way to Tipperary – und der Konsument ist wirklich “nicht blöd”. Man könnte also stattdessen zur Abwechslung ja vielleicht mal die Verweildauer messen, die Leseintensität, die Debattenkultur – so etwas. Eine Seite, auf der eine heftige Diskussion entbrannt ist, macht einen eben ganz anderen werblichen Impact als ein Larifari oder Schnurrdiburrdi über das neueste Technik-Gimmick etc.
Der Medienspiegel – der ist aus der Schweiz, ich weiß – der macht gerade darauf aufmerksam, dass auch die ‘professionellen’ Online-Portale inzwischen massiv erodieren ( http://www.medienspiegel.ch/archives/002487.html ). Das Dilemma ist damit nicht nur eins der Werbeträger, sondern des Journalismus generell. Wo also sollen Unternehmen noch werben, wenn ihnen die Litfass-Säulen der Massenmedien an mangelndem Interesse am real existierenden Journalismus dahinsiechen. Mit dem TKP können weder die bisherigen Medien lange überleben, die Werbewirtschaft kann dann aber auch schon bald nirgends mehr werben. Da beißt sich dann die Katze in den Schwanz.
Die Lösung ist vermutlich eine Art ‘Longtail-Werbung’, damit die Katze mal was anderes zu beißen kriegt – aber ich bin auch nicht Hanussen, der weiß, wie das alles mal aussehen könnte.
@Don Dahlmann: Verwässern sollte man ein Blog sicher nicht. Aber ein Themengebiet vollständig abdecken vielleicht schon. Genau das machen ja die erfolgreichen Tech-Blogs in den USA (TechCrunch, VentureBeat, Mashable, Silicon Alley Insider…). Natürlich geht das nur mit entsprechend großen Teams, der einzelne Blogger ist da schnell am Ende.
@hendrix: Guter Hinweis! Am Publikum dürfte es auch liegen, die Offenheit für Neues ist hierzulande nicht so ausgeprägt wie in den USA.
@Klaus Jarchow & Wolfgang Michal: Ob wir einen höheren TKP jemals bekommen werden? Immerhin lässt sich im Web vieles messen, was man im Printbereich nur erhoffen kann. Im Ergebnis wird für “Hoffnung” relativ viel bezahlt, während im Web penibel die Klicks und Durchklickraten gezählt werden. Ich bin da nicht so optimistisch.
Zum Hinweis auf den Medienspiegel (Schweiz): Mit der dort angewandten Messmethode bin ich nicht einverstanden. Google Trends misst ja nicht den Traffic einer Seite, sondern zeigt nur das Suchvolumen auf Google.
Zeigt ein Suchbegriff auf Google Trends einen leicht fallenden Wert, kann man deswegen nicht sicher daraus schließen, dass der Traffic der entsprechenden Webseite auch sinkt.
Ein Beispiel dazu: Spiegel Online. Google Trends weist ein stagnierendes Suchvolumen aus, während Meedia für die PIs eine Zunahme um 14 % für die letzen 12 Monate zeigt.
Ein weiterer wichtiger Faktor, der gegen die Aussagekraft von Google Trends spricht: Plattformen wie Facebook oder Twitter werden zunehmend zu wichtigen Traffic-Lieferanten für Medien im Internet. Das reduziert die Bedeutung von Suchmaschinen als Trafficbringer.
“Ein weiterer wichtiger Faktor, der gegen die Aussagekraft von Google Trends spricht: Plattformen wie Facebook oder Twitter werden zunehmend zu wichtigen Traffic-Lieferanten für Medien im Internet. Das reduziert die Bedeutung von Suchmaschinen als Trafficbringer.”
Das dürfte im Promille-Bereich liegen. Zumal Facebook und Twitter ziemlich flüchtig sind, Suchmaschinen aber über Monate und Jahre Besucher zu einem einzelnen Beitrag führen.
[...] Carta hat Matthias Schwenk einen sehr lesenswerten, ausführlichen Artikel darüber geschrieben, dass (und warum) kommerzielle Blogs in deutscher Sprache bislang den [...]
@Thomas Television: Die New York Times hat im September mitgeteilt, dass Twitter kurz davor stünde, zu ihren 10 größten Traffic-Lieferanten zu gehören. Wenn das kein Wort ist… ;-)
Einen schönen guten Abend, die Damen und Herren. :)
Vielleicht kann ich als Redaktionsleiter von Basic Thinking ein wenig Aufklärung leisten, was die Zahlen von BT angeht. Meedia hat vor einiger Zeit einen Artikel dazu veröffentlicht: http://meedia.de/nc/details/article/XXX_100022607.html
Zur Monetarisierung: Es ist tatsächlich so, dass auf Basic Thinking bis heute (bis auf einen dem Publikum bekannten Testballon) keine Werbung – weder direkt noch versteckt – geschaltet wurde. Ebenso hat es keine Bezahlartikel, Linkverkäufe oder Ähnliches gegeben. Natürlich ist es kein Liebhaber-Projekt, weshalb wir vor einigen Tagen vorsichtig und voll-transparent mit der Vermarktung begonnen haben: http://www.basicthinking.de/blog/2009/10/07/in-eigener-sache-ohne-moos-nix-los/
@Thomas Television
Zur Arbeitsweise: Wir bezeichnen uns nicht nur als Journalisten – wir sind welche. Auf dem Blog arbeiten wir sehr genau auf eine Veröffentlichung hin, News werden überprüft, mit anderen Quellen verglichen und oft suchen wir direkten Kontakt zu den Pressesprechern, um Stories zu verifizieren und auch Platz für Gegendarstellungen einzuräumen. Das alles geschieht völlig unabhängig von Unternehmen oder von Vermarktern. Wir unterscheiden uns jedoch darin, dass wir Sachverhalte nicht objektiv, sondern eben bewertend-argumentativ (eben von einem persönlichen Standpunkt aus) darstellen – einhergehend mit einem lockeren Ton.
Hin und wieder werden Synergien genutzt: Wenn die Kollegen von onlinekosten.de die Gelegenheit haben, ein Gerät vorab zu testen, dann spricht meiner Meinung nach nichts dagegen, wenn auch wir es danach auf den Schreibtisch bekommen. Manchmal erreicht uns ein Paket zuerst – dann wandert es eben später in die andere Richtung. Grundsätzlich arbeiten aber beide Redaktionen unabhängig voneinander – allein schon aus dem Grund, dass unterschiedliche Zielgruppen angesprochen werden und sich Themen eher selten decken.
[...] Oktober 2009 Gerne hätte ich die Freitag Community auf einen Beitrag von Matthias Schwenk bei Carta hingewiesen. Schwenk beschreibt, wie sich die Zeitungskrise auch auf die kommerziellen Blogs in [...]
Es ist bedauerlich, dass sämtliche Netzanbieter sich darauf eingelassen haben, einen außerordentlich niedrigen TKP zu akzeptieren.
Andererseits: Wenn wir in der deutschen Blogosphäre von Qualität reden, dann müssen wir einen Maßstab anlegen wie im belgischen Zweitligafußball. Da mag es auch mal gute Spiele geben, aber auf Dauer sind die Partien doch recht ungenießbar.
Oder vielleicht ein Vergleich, der stimmiger ist: Deutsche Blogs sind Marienhof, amerikanische* Mad Men.
Man hat mit Blogs Möglichkeiten, man möge sie nutzen, aber man sollte nicht glauben, dass die doofen Leser nicht sehen, was es da alles Großartiges gibt. Denn das gibt es eben nicht. Oder lassen Sie es mich vorsichtiger ausdrücken: Beinahe überhaupt nicht.
*Ein Beispiel: Das Blog Polite Dissent seziert Woche für Woche eine House-Folge. Der Autor ist Mediziner, man könnte, wenn man wollte, tatsächlich etwas lernen, es ist eine Freude, dieses Blog zu lesen. Und nie lese ich dort: Menno, ich werde gar nicht gelesen und ich verdiene zu wenig Geld. Das liegt unter anderem daran, dass der Mann gelesen wird, zum anderen hat es damit zu tun, dass er kein Waschlappen ist.
Sorry, aber wiederspricht der Versuch, möglichst viele Besucher = Klicks zu bekommen nicht der grundsätzlichen Philosophie von Blogs? Wieso wird dann die Werbung aber genau so abgerechnet?
Es gibt doch durchaus auch Medienangebote, die ohne konkrete Reichweitenzahlen und mit Festpreisen arbeiten (gut, dass machen viele Agenturen nicht mit – aber die sind ja auch nicht die einzigen, die Werbegelder verwalten – dann muss man eben direkt zum Kunden). Wenn ich mich nicht täusche, hat SPON seine gute Position heute der Tatsache zu verdanken, dass man in den Anfangsjahren mit Festpreisen gearbeitet hat (und so die ersten Krisen überstehen konnte).
[...] Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs — CARTA "Dazu kommt, dass für viele das eigene Blog ein Selbstmarketinginstrument ist. Es geht gar nicht darum, Werbung zu haben, sondern es geht darum über die Texte im Blog an Aufträge zu kommen." (Don Dahlmann in den Kommentaren) (tags: Blogs Blogger PaidContent blogrelevance) [...]
Hallo Herr Schwenk,
danke für die interessante Ausleuchtung. Würde es Ihnen etwas ausmachen meinen Spitznamen (caschy) richtig zu schreiben? ;)
Keine Sorge – dieser Fehler passiert 95% aller Menschen.
Zur Werberezeption bei Print und Online: Ich habe mir in dieser Woche ausnahmsweise mal wieder den Spiegel gekauft – immerhin war es ja das erste Heft nach dem grandiosen Kavaliersstart der Schwarzgelben direkt vor den nächstgelegenen Chausseebaum. Gelesen habe ich von diesen 188 Seiten die Titelgeschichte, die mir übrigens ganz gut gefiel, dann die Geschichte über den Missbrauch von Ritalin, das Interview mit James Murdoch (nur teilweise) und dann noch die ersten Zeilen der Wortgirlandenflechterei vom Sloterdijk, bis ich mir die FDP-gewendete Schaumschlägerei unseres prinzipienlosen Verbal-Rastellis nicht mehr antun mochte. Den Rest des Heftes habe ich – zackzackzack – mit feuchtem Finger durcheilt, nach einer halben Stunde war ich fertig dem ganzen dicken Heft. An Werbung habe ich die Anzeige der Braunkohleindustrie wahrgenommen und auch ‘rezipiert’, weil diese Industrie sich plötzlich als Gralshüter der Ökologie aufspielen möchte (S.12/13), ein Versuch, der ja wirklich zu komisch ist.
Würde ich jetzt jedes Seitenwenden als Klick registrieren, dann hätte das Gedruckte im Spiegel wirklich einen sagenhaften Impact, auf allen 188 Seiten hätte es bei mir nur so ‘Klick-Klick-Klick’ gemacht. Multipliziert dann noch mit der Zahl der Käufer … wow! Bloß so ist es ja nicht. Auch im Druckbereich fällt das meiste Marketing-Buntibunti in den perzeptionistischen Orkus. Nicht nur bei mir. Als ‘werblichen Erfolg’ registrieren kann man mein zumeist gelangweiltes oder genervtes Umblättern nicht … es sei den man glaubt noch an die subliminale Werbewirkung des seligen Herrn Packard. Nur ruft im Printbereich niemand: ‘Der Kaiser ist nackt’.
Online habe ich zumindest bestimmte Portale und Blogs im Feedreader, wenn dort etwas auftaucht, nehme ich es zumeist auch zur Kenntnis, Werbung trifft mich dort, wo ich auch verweile. Die Rezeption erfolgt also gezielt, und nicht weil ein buntes Potpourri durch drei Heftklammern zu einer Einheit zusammengetackert ist. Ein höherer TKP wäre also gerade und vor allem im Online-Bereich angebracht – aus ganz leicht einzusehenden Gründen.
Wenn es so einfach wäre. Der Zeitaufwand wäre für einen kleinen Blogger immens. Er müsste sich komplett auf’s Bloggen konzentrieren und müsste dafür Haus & Hof riskieren, da die Einnahmen selbstverständlich nicht sofort kommen können. Das kann kein Blogger bewerkstelligen…
… und muss er meiner Meinung nach auch gar nicht. Akzente zu speziellen Themen, die den Blogger wirklich bewegen sind mir wichtiger, als umfassende Berichterstattung. Dafür habe ich meine Newsangebote im Feedreader.
Es würde zudem bedeuten, dass der Blogger von sich behauptet von allen Dingen seiner Materie Ahnung zu haben.
Blogs sind und bleiben für mich Plattformen, die eine individuelle Meinung wiederspiegeln. Für die breite Information sollten Nachrichtenplattformen und die als solche aufgezogen wurden (z.B. meedia) zuständig sein.
Nicht jeder Blog muss sich zwangsläufig mit Nachrichten beschäftigen. Klar, damit werden kurzfristig die Besucherzahlen gesteigert, aber man muss ständig nachliefern. Die andere Methode liegt bei eher zeitlosen hilfreichen Artikeln, um somit immer mehr zur logischen Ansprechadresse zu werden. Und zwar zur Ansprechadresse für eine nachgelagerte Dienstleistung. Man darf nicht vergessen, dass die ganz großen Blogs eine Ausnahme sind. Da steht halt die bezahlte Diensleistung nicht hintendran wie in der sonstigen freien Marktwirtschaft.
Alles aus einer Hand bleibt nach wie vor schwierig, schon allein weil der Long Tail zu breit gefächert ist, aber doch bedient werden will. Und aus reiner Marketingsicht ist “breit gefächert” in der Regeln ein Rezept zum Scheitern.
Dann das weitere Problem: Breit gefächert bedeutet, dass die gezielte effektive Werbung nahezu unmöglich wird. Und das haben diejenigen die Werbeflächen kaufen auch kapiert.
Vielleicht kann auch aus anderen Bereichen lernen: Der Billigste zu sein ist kein nachhaltiger Geschäftsvorteil mehr. Klar, es wird sich immer wieder jemand finden, der noch billiger sein kann. Doch auch die Industrie hat jetzt das Problem, dass die besten Verkäufer über Rabatte verkauft haben. Und die sind jetzt nicht mehr drin. Jetzt steht manch ein Verkäufer ratlos da, da man gar nicht weiß wie man anders verkaufen soll.
… Das journalistische Manifest …
Als Blogvermarkter können wir den meisten Thesen hier sicherlich zustimmen, allerdings möchten wir folgendes hinzufügen:
a) Viele Kunden haben immer noch Angst, in einem Umfeld zu werben, welches sie nicht kontrollieren können (oder sich bei der Redaktion beschweren können). In vielen Köpfen werden Blogs noch immer als ein sehr unsicheres Umfeld wahrgenommen. Wir tun unser bestes, Markenverantwortlichen verständlich zu machen, dass sie die wohl progressivste Nutzergruppe im Netz verschlafen, wenn sie nicht buchen, aber der Weg ist lang. In anderen Ländern ist man inzwischen sehr viel offener (US-Blogs haben 2007 laut emarketer 250Mio USD abbekommen). Bei Agenturen im Ausland zu präsentieren macht deutlich mehr Spass als hierzulande. Aber es wird besser!
b) die Mediagenturen, die auf dem Großteil der zu vergebenden Budgets sitzen, möchten eigentlich mit wenigen Vermarktern zusammenarbeiten und nicht mit den über 400, die es noch in Deutschland gibt. Die Branche wartet auf das große Vermarktersterben – am liebsten weniger als 100, besser noch 50. Es überlebt, wer viel Reichweite billig und technologisch exakt aussteuern kann oder Nischenvermarkter mit hoher Reichweite in einem Segment ist. Diesen Weg sind wir gegangen (knapp 50Mio UU und 5Mrd PIs in Europa, Sonderformate wie das BlogAd). Aber das Gros der Reichweite liegt hier nicht in Deutschland, das macht es für uns natürlich nicht leichter. Wir brauchen einfach noch mehr Blogs in der Vermarktung, insbesondere in Deutschland, um mehr Reichweite in den einzelnen Sparten auszuweisen. Ohne die großen Blogcommunities in unserer Vermarktung (blog.de, myblog.de, de.skyrock.com, livejournal Deutschland) käme gar kein Grundrauschen zustande.
Aber nochmal: wir brauchen einfach mehr Blogs, die sich auch zur Vermarktung anmelden. Die meisten (auch kommerziellen) Blogs nutzen AdScale & Co. und wundern sich, dass TopBrands wie CocaCola zu einem TKP von 0,5€ auf ihre Seite kommen. Wenn sie ihr Inventar zu solchen Preisen anbieten, ist das ihre Entscheidung. Seit Sommer haben wir kontinuierlich Kampagen, die in der Regel immer rund 5EUR TKP an Blogger ausgeschüttet haben, aber in den einzelnen Themenchannels ist einfach oft noch zu wenig Reichweite da, um noch mehr Volumen vom Mediaetat beanspruchen zu können. Wir sind aber fest davon überzeugt, dass es in Deutschland genug Reichweite gibt, die Blogoscoopauswertung ist ja nicht das Ende der Fahnenstange.
Man verzeihe mir den Salespitch, aber in Deutschland muessen sich einfach mehr Blogs bei professionellen Blogvermarktern organisieren. Mit mehr Reichweite steigt nun einmal die Vermarktungswahrscheinlichkeit und damit der Nährboden für das wirtschaftliche Betreiben von Blogs.
@Malte Welding: An der Argumentation ist was dran, aber wir reden hier ja nicht von allen deutschsprachigen Blogs (als Querschnittsbetrachtung), sondern von einer eher kleinen Auswahl, die den Weg in Richtung hauptberuflicher und kommerziell basierter Arbeit gehen.
@Carsten Knobloch (Caschy): Entschuldigung für die falsche Schreibweise, der Fehler ist jetzt korrigiert.
@Markus Trauernicht: Zeitlos hilfreiche Artikel sind ein guter Ansatz. Nur ist das nicht auf allen Themenfeldern umzusetzen (man nehme etwa die Politik).
@Vasco: Danke für den sehr wichtigen Beitrag. Offenbar fehlt es vielen Bloggern an Kenntnissen in Sachen Vermarktungsmöglichkeiten. So richtig offen wird darüber ja kaum gebloggt und diskutiert, weil das Thema “Geld verdienen mit Bloggen” in Deutschland nicht so vorurteilsfrei wie in anderen Ländern gesehen wird.
ein beispiel für gelungenen web-journalismus ist die huffpost; mit huffpost impact macht arianna huffington gerade mal wieder vor, wie’s geht. und da gebe ich @hendrix (9) recht: das hat sehr viel mit der altersstruktur zu tun.
netzpolitik ist ein paradebeispiel, dass es mit leidenschaft funktioniert. die glaubwürdigkeit des engagements macht den erfolg aus. bei fefe ist es das gleiche: leidenschaft und idealismus. wenn jemand etwas mit herzblut macht, überträgt sich das auf die rezipienten, wie es auch malte (21) und andré (26) beschreiben.
werbung: es entsteht am meisten dort interesse, wo zuverlässig das glaubwürdigste – in welchem bereich auch immer – verlautbart wird. da natürlicherweise links/verbindungen/connections/bekanntschaften von dieser quelle aus in alle himmelsrichtungen zeigen, lässt sich werbung in gewohnter form gar nicht mehr planen, i.e., ‘stationär’ anbringen. auf die dauer werden agenturen menschen dafür bezahlen, bspw. ausschliesslich trends auf twitter oder youtube zu beobachten und zu kommunizieren auf teufel komm raus. geplante millionenschwere kampagnen mit terminierten schaltungen wird es nicht mehr geben. zu dieser entwicklung ist alles unter http://www.cluetrain.de/ gesagt (das manifest ist so 10 jahre alt…).
Netzpolitik wird IMHO zu wesentlichen Teilen von einer Stiftung finanziert.
@Vera: Wichtige Stichworte auch und gerade für kommerziell orientierte Medien: Leidenschaft, Idealismus, Glaubwürdigkeit. Danke!
@mds: Von einer Stiftung als Finanzierungsquelle für netzpolitik.org ist uns nichts bekannt. Auch das Impressum des Blogs erwähnt diesbezüglich nichts.
[...] http://carta.info/16804/medienkrise-blogkrise-blogs/ Bookmarken [...]
[...] Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs [...]
[...] opalkatze Ich erlaube mir, hier zu antworten. Heute morgen behauptete Matthias Schwenk auf Carta Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs. Darauf gab es viele lesenswerte Antworten und Lösungsansätze. Eine Grundstimmung scheint in den [...]
Ein Themengebiet vollständig und dann noch aktuell abzudecken, ist selbst für ein Team mehrere Blogger schwierig, für Einzel-Blogger auf vielen Gebieten unmöglich.
Das ist auch gar nicht nötig, diese Fixierung auf Websites, die besucht werden, hat möglicherweise gar keine Zukunft. Die Inhalte folgen mehr und mehr den Nutzern, wenn nicht in RSS-Readern dann vielleicht im Kontext von Profilen im Social Web.
Und ein Großteil des Traffics kommt zumindest derzeit ja wohl von den Suchmaschinen. Unter dem Gesichtspunkt der Blog-Finanzierung ist der Suchmaschinen-Traffic ja oft besonders interessant.
Finanzierung über Werbung alleine schafft Abhängigkeiten und einen Druck nach großer Reichweite, was nicht gut für die Qualität ist. Für Blogger mit einer gewissen Fangemeinde vermute ich gute Chancen im Bereich freiwilliger Bezahlung von Kleinstbeträgen, das Wort Spende gefällt mir in dem Zusammenhang nicht, weil es die falschen Assoziationen weckt.
Meine Lieblingsblogs würde ich sogar regelmäßig mit einer Art freiwilliger Abogebühr unterstützen, doch es fehlt das System dafür.
@Vasco: Wer aktiv nach Blogvermarktern sucht, mag sie ja finden. Aber ganz ehrlich: Als Vermarkter sollten sie es doch schaffen, auf dem Radar der Blogger präsenter zu sein. Mit anderen Worten: Man hört so wenig über Blog-Vermarktung, woran liegt das?
@Oliver Springer
super spannender Beitrag.
1) Woran liegt das, dass man bei Bloggern nicht präsenter ist: sicherlich liegt das an uns! Wir priorisieren das (Media-)Agenturmarketing, und vernachlässigen das Marketing in der Blogosphäre. Unsere Annahme ist, dass wenn wir die Blogs, die bei uns angemeldet sind, ordentlich bedienen, sich das rumspricht und langfristig das Portfolio wächst. Zur Zeit sprechen wir noch nicht registrierte Blogs gezielt an, wenn wir Kampagnen haben – jetzt zum Beispiel zum Thema Film. Aber wir greifen uns auch an den Kopf, wie unbeweglich Blogger manchmal sind, wenn wir Ihnen die Kampagne quasi vor die Haustür tragen und sie es nicht schaffen, sich bei uns anzumelden.
2) Die anderen Punkte sind extrem spannend; das Verständnis für Traffic-Ströme ist ein signifikanter Ertragskanal bei Blogportalen wie blog.de und so spannend, dass wir darauf wahrscheinlich ein Produkt aufsetzen werden.
3) Auch das Abosystem ist spannend: wie viele Blogs würdest Du denn unterstützen und was wärst du bereit, ihnen zu zahlen?
@Oliver Springer & Vasco: Micropayments sind sicher ein interessanter Ansatz, der sich aber erst noch technisch etablieren und dann auch durchsetzen muss. Manche Blogs versuchen es bereits mit Abo-Modellen. GigaOM etwa differenziert zwischen normalem Content und Premium-Inhalten (“Pro”).
Ich denke übrigens auch, dass die Vermarkter in der Blogosphäre noch sichtbarer werden müssen. Ein einfaches Mittel – wie hier angewandt: Kommentieren. :-)
@Oliver Springer: Es gibt ein recht vernünftiges Konzept für so eine Art freiwillige Abogebühr, Contenture.com. Grob umrissen: Nutzer zahlt einen bestimmten Betrag nach Wahl, der wird nach Nutzungshäufigkeit unter allen Websites verteilt, die bei Contenture angemeldet sind. Wenn Du Lieblingsblog A häufig besuchst, kommt viel an, bei Nichtsolieblingsblog B entsprechend weniger. Kachingle, ein anderer Anbieter, macht es ähnlich. Problem dabei: Es macht nur Freude, wenn relativ viele Blogs mitmachen. Bis es relevante Einnahmen schafft, geht viel Zeit fürs Pushen drauf.
[...] http://carta.info/16804/medienkrise-blogkrise-blogs/ [...]
Progessive Vermarktungs-Ideen und es klappt auch wunderbar mit einem deutschen Techblog, inkl. bezahlter Co-Blogger und dazu bedarf es keiner hundertden Backlinks aus der deutschen Blogosphaere, die fuer sich kaum Traffic erzeugen, sondern halt geeigneterer Multiplikatoren.
@Thomas Television
“Für mich auch eines der wichtigsten Argumente, warum Bloggen kein Journalismus muss. Es werden gar keine journalistischen Arbeitsweisen angewendet. Die sind teuer und aufwendig.”
Zeige mir den deutschen Tech Journalisten, der ein Meilen-Konto wie das meine aufweist. Bei den meissten Veranstaltungen und Konferenzen im Ausland finde ich keinen einzigen der Herren Qualitaets-Journalisten und weisst Du warum? Weil es denen zu teuer und zu aufwendig ist.
Seltsam, dass ich dies alles mit meiner Blogging-Infrastruktur finanzieren kann, oder nicht?
Wer es dennoch auf lange Sicht erfolgreich (das meine ich jetzt erst einmal finanziell, denn erfolgreich von den Inhalten sind durchaus auch eine ganze Menge anderer Blogs) durchziehen will, sollte ganz schnell einen grossen Bogen um die deutsche Blogosphaere und Vermarkter-Szene machen, denn die hinkt bis auf wenige Ausnahmen um Jahre zurueck.
Das liegt an der persoenlichen und unkooperativen Arroganz der deutschen Blogger und der gesamten Medien-Szene. Ausserdem scheinen immer noch zuviele Blogs erfolgreiche Konzepte aus den Staaten kopieren zu wollen. Funktioniert nicht wirklich und wenn ja, dann doch eher nur temporaer.
Es gibt Ausnahmen, keine Frage aber diese bestaetigen doch eher die Regel.
@matthias schwenk
Ja, das habe ich schon verstanden. Und gerade bei denen fällt der Unterschied ja auf. Ich kann heute nicht nur den Spiegel lesen, ich komme durch einen Klick an die New York Times oder den Guardian, ich habe bei reddit eine überaus gewitzte Community, die mir die Trüffel aus dem Netz sucht und ich habe dann noch ein paar amerikanische Blogs, die von wirklich guten Leuten gemacht werden.
Das ist die Konkurrenz für den, der in Deutschland kommerziell bloggen will. Und dabei habe ich von Pornographie noch gar nicht gesprochen.
[...] Blogs in der Krise wegen geringer Reichweite, nicht wegen fehlender kommerzieller Werbung carta.info [...]
[...] wundern, dass sie außerhalb ihrer eigenen Kreise kaum wahrgenommen wird. Und dass in diesem Umfeld bisher auch mit Werbeeinnahmen kein Staat zu machen ist. Und weil es schön zum Thema passt, verlinke ich noch diese Studie, auf die ich vorhin über einen [...]
Sehr interessante Diskussion, zu einem spannenden Beitrag von Hr. Schwenk.
Dass Blogs hierzulande nicht wie in Frankreich oder den USA mit gigantischen Reichweiten gesegnet sind ist ja eine Tatsache (siehe Artikel).
Dass Werbe-Kampagnen dagegen immer eine gewisse Grundreichweite benötigen, da sie sonst aus Sicht der Advertiser und Agenturen nicht handhabbar sind, ist ebenfalls eine Tatsache.
Daher auch der Wunsch des Marktes zu mehr Konsolidierung.
Um diese Blog-Reichweite aufzubauen, könnten die Blogger stärker darüber nachdenken, sich ggf. zusammenzuschließen.
Dieses können sie u.a. tun, indem sie sich bestehenden Blogvermarktern wie der mokono GmbH (hier von @vasco platziert) anschließen. Natürlich gibt es auch noch andere Vermarkter, die Blogs mit vermarkten.
Alternativ wäre es ja auch vielleicht mal eine Idee, diese Vermarkter im Rahmen der nächsten re:publica (http://re-publica.de/10/) einzuladen, um über Vermarktungsstrategien jenseits von Google und Adscale zu berichten.
Oder die Blogger stellen den kommerziellen Gesichtspunkt bzw. die Notwendigkeit dazu ihrer Arbeit einfach im Rahmen eines Themenschwerpunktes in den Vordergrund.
Dies kann auch eine Möglichkeit sein, stärker in das Blickfeld der Akteure des Online-Werbemarktes zu gelangen.
Hier muss nämlich auch von den Bloggern noch viel Arbeit investiert werden, bis die Mediaagenturen (und damit auch die Advertiser) ganz selbstverständlich Teile der Budgets auch im Rahmen der Blogosphäre planen und ausgeben.
[...] Blogs in der Krise? – Jan Tißler (UPLOAD) setzt sich mit dem CARTA-Beitrag zum selben Thema kritisch auseinander. Ein Folgebeitrag auf CARTA vertieft das Thema mit [...]
[...] Und seien wir doch ehrlich, Blogger sind alle – von Stütze lebende – Spinner, die keine Ahnung haben, wie man damit Geld verdienen kann. [...]
[...] Vor ein paar Wochen schrieb beispielsweise Matthias Schwenk bei CARTA: Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs [...]
[...] Wolfgang Michal heute Kommerzielle Blogs und Qualität? Wie soll das gehen? Eine Erwiderung auf Matthias Schwenk. Dazu fand [...]
[...] Wolfgang Michal heute, Kommerzielle Blogs und Qualität? Wie soll das gehen? Eine Erwiderung auf Matthias Schwenk. Dazu fand [...]
Also ich finds eher anstrengend, das alle Werbekunden immer über “die böse Wirtschaftskrise” die Preise drücken wollen.
Im Prinzip halte ich die WiKrise für nen großen Schwindel, an den sich jeder hält. Sprich die meisten Werbekunden schieben das Argument einfach vor, egal ob die Firmenmeldungen von denen große Gewinne bestätigen.
Die Krise ist auch immer eine Chance! Man muss sich halt aus der Schock starre befreien und nach Lösungen suchen. Die meisten Leute trauern noch der gute alten Zeit nach, anstatt sich mit der Realität abzufinden und das beste daraus zu machen. Es können ruhig verrückte Ideen sein, denn schlimmer kann es ja eh nicht mehr kommen. Und warum nicht auch Selbstständig werden,siehe hier:http://www.ich-aktie.de/2010/09/29/selbstandig-machen-in-der-wirtschaftskrise/
[...] sie haben aber das Problem, dass sie wie viele andere Blogs das eigene journalistische Angebot nur schwer refinanzieren können. Folglich schreiben gerade die Gast-Autoren, die die interessanten Themen [...]
[...] Es wird immer schwieriger, guten Traffic vorzuweisen. Gründer, die sich mit Internet-Portalen selbständig machen, haben große Schwierigkeiten, auf bedeutende Besucher-Zahlen zu kommen – und alle Website-Betreiber, die auf Werbeeinnahmen hoffen, haben einen fast aussichtslosen Weg gewählt: man rechnet, bei 200.000 Seitenaufrufen im Monat (etwa 6.500 Visitor am Tag) können 800 Euro Umsatz durch Werbung generiert werden, monatlich! Zum Vergleich: die Steadynews verzeichnen zurzeit 200 bis 300 Visitor täglich… (Quelle: Carta) [...]
[...] Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs [...]
[...] sind dies: (1) Digitale Ahnungslosigkeit: Alte und neue Medien kennen sich gegenseitig nicht, (2) Die Medienkrise ist auch eine Krise der kommerziellen Blogs, (3) Der unbekannte User: Generation Upload oder Generation Cyborg, (4) Monopoly bei den [...]