von Redaktion Carta, 7.7.10
Bernd Ulrich zieht auf Zeit Online Bilanz der Nationalmannschaft und der Bundesregierung: Deutschland habe derzeit eine «recht gesunde Fußball-Ökonomie», die Regierung hingegen sei die seltsamste, wenn nicht schlechteste seit 1949.
Nein, der nicht enden wollende Fehlstart dieser Regierung lässt sich mit gar nichts Bedeutsamem in der wirklichen Welt erklären. Er buchstabiert sich vielmehr so: Hotelsteuer, mitfliegende Freunde, spätrömische Dekadenz, Steuersenkung, Gesundheitsprämie, Wildsau, Gurkentruppe, Abweichler, mutwillige Rücktritte.
Unter allen Problemen, die dieses Land zurzeit hat, ist die Regierung darum das größte. Daraus ergibt sich ganz einfach: Wenn Schwarz-Gelb sich nach der Sommerpause nicht berappelt hat, dann muss und wird diese Gesellschaft einen Weg finden, sie loszuwerden.
Ganz anders die Fußball-Nationalmanschaft. Sie wird zwar nicht vom Volk gewählt, sage aber trotzdem etwas über das Land aus:
Wie stark ist der Leistungswille, kommen wirklich die Besten nach oben, wie groß ist die Lust am Spiel, wie lässig ist ein Volk, hat es genug ökonomische Kraft, um eine gute Liga zu unterhalten, funktioniert die Integration anderer Kulturen und Herkünfte, wie steht es um den Zusammenhalt und um die Erneuerungskraft?
Das deutsche Volk habe demnach derzeit nicht die Regierung, die es verdient.