von Robin Meyer-Lucht, 9.9.09
Es war eine muntere Diskussionsrunde –die Veranstaltung «Urheberrecht im Internetzeitalter» auf der IFA-Medienwoche gestern. Erst durfte Dieter Gorny noch einmal erklären, dass mit der Kulturindustrie im Internet auch die Kreativität zu sterben drohe. Die Buchindustrie durfte sich noch einmal darüber beschweren, dass das Google Book Settlement das Paradigma des Urheberrechts auf den Kopf stelle.
Es dauerte auch einige Zeit bis Jens Seipenbusch, der Bundesvorsitzende der Piratenpartei, so richtig seine Betriebstemperatur erreicht hatte. Zum Schluss der Debatte wurde er schließlich aus dem Publikum gefragt: «Her Seipenbusch, welches Bild vom Nutzer haben Sie?»
Seipenbusch konnte so etwas grundsätzlicher den Zusammenhang von Demokratisierung und Geschäftsmodell aus Sicht der Piratenpartei skizzieren :
«Die Verwertungsindustrie ist entstanden, weil sie den Zugang zu Werken schaffen soll. Jetzt reden wir darüber, dass die Verwertungsindustrie den Zugang zu Werken beschränken will. Das ist doch nicht in Ordnung.»
Eine lohnende kurze Replik, wie die Piraten denn nun zur Verwertungsindustrie stehen.
Da leider noch kein offizielles Video von der Veranstaltung vorliegt, hier ein kleines Video.
Video: «Die Verwertungsindustrie ist dafür da, Zugang zu Werken zu schaffen – nicht, ihn zu verhindern» (Vimeo/Youtube)
Lohnend ist auch die anschließende Bemerkung des Juristen Michael W. Carroll: Die Unternehmen sollten stärker versuchen, ihre Kunden in Konversationen einzubinden, anstatt weiter zu versuchen, «Kopien» zu verkaufen. Mit Carroll haben wir noch ein Interview gemacht. Es erscheint hier in den nächsten Tagen.