Der Mythos der “Würde des Amtes” des Bundespräsidenten wurde schon mehrfach begraben.

von , 7.6.10

Auf The European stellt Jost Kaiser fest, dass das Amt des Bundespräsidenten überschätzt und überkommen ist:

Der Rücktritt Köhlers ist Menetekel für gar nichts, außer vielleicht dafür: Der Mann hat an der Unmöglichkeit des Amtes gelitten und gemerkt, dass die Zeit des deutschen Ersatzmonarchen abgelaufen ist. Der Bundespräsident soll zuspitzen – aber überparteilich sein. Er ist ein Produkt und Ausdruck der diversen Parteienkonstellationen, aber soll so tun, als sei es anders.

Er überrascht zum Schluss:

Wenn jetzt mit der Inthronisierung Wulffs auch dem Letzten demonstriert wird, dass es die “Würde des Amtes” nicht gibt, dann ist das gut für Wulff. Er kann uns positiv überraschen. So wie bisher jeder Amtsinhaber. Und dann gibt es da ja auch noch die Demokratie und die Unvorhersehbarkeit einer Abstimmung. Wulff hat einen Gegenkandidaten. Der Mann repräsentiert qua Biografie etwas, das tatsächlich sehr würdevoll ist: den Wert der Freiheit.

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