Auf dem Prüfstand. Was will eigentlich Journalismus?
Die Vertrauenskrise von Medien und Journalismus ist vor allem dem Ende von Massen- und Monopol-Medien geschuldet. Während sich der Journalismus jedoch längst weiter ausdifferenziert, hält die Medienbranche an überkommenen Einheitsvorstellungen und einer künstlichen Überhöhung von Massenmedienorganisationen fest. Damit erschwert sie die überfällige Debatte darüber, was Publizistik und Journalismus sind und in Zukunft sein werden. […]
Unordnung und Durcheinander: Informationsflut und Medientsunami
Rede des Prorektors Prof. Dr. Otfried Jarren zum Dies academicus 2013 anlässlich der 180. Stiftungsfeier der Universität Zürich […]
Verweigerung im Wandel: Dem Journalismus sind seine Leitideen abhanden gekommen
Der Presse ist ihre Macht zum Verhängnis geworden: Sie konnte sich lange Zeit dem sozialen Wandel und dem breiten öffentlichen Diskurs über ihren eigentlichen Zweck entziehen. Das Ergebnis ist ideen- und zukunftsloser, unkritischer und langweiliger Journalismus. Die Branche hat sich um ihre Begründung gebracht. […]
Die verkannten Vorteile der klassischen Massenmedien
Es wird gerne behauptet, neue Online-Anbieter könnten die klassischen Massenmedien bald verdrängen. Dabei spielen Blogger, Laienjournalisten oder Unternehmenskommunikatoren auf einer ganz anderen Öffentlichkeitsebene. Selbst beim kurz getakteten Online-Journalismus stellt sich die Frage, inwieweit dieser an die Bereitstellungsleistung der klassischen Push-Medien heranzureichen vermag. […]
Otfried Jarren ist Professor für Publizistikwissenschaft am IPMZ-Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung, Universität Zürich. Er ist Präsident der Eidgenössischen Medienkommission (EMEK). Nach seinem Studium an der Universität Münster (bis 1978) war er Assistent an der Freien Universität Berlin (bis 1987) und Professor für Journalistik an der Universität Hamburg. 1997 wurde er nach Zürich berufen, blieb aber gleichzeitig bis Juli 2001 Direktor des Hans-Bredow-Instituts für Medienforschung an der Universität Hamburg. U.a. ist er seit 2011 Mitglied des Kuratoriums des „Alexander von Humboldt Institut für Internet und Gesellschaft“ an der Humboldt Universität zu Berlin, Mitglied der Arbeitsgruppe "Wissenschaft, Öffentlichkeit und Medien" der Leopoldina - Nationale Akademie der Wissenschaften, acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften sowie der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin. Seit 2012 ist er Mitglied des Carta-Beirats. Jarren ist bekannt für seine Arbeiten zu Kommunikations- und Medienpolitik sowie politischer Kommunikation.