von Redaktion Carta, 5.7.10
Hans Hütt stellt sich den Anspruch, mit seiner eingehenden Betrachtung der Rede des neuen Bundespräsidenten keine politische Stilkritik oder Kritik an der Person des Redners zu üben. Vielmehr konzentriert er sich auf die Worte und betrachtet detailliert jeden Absatz der Rede:
«Ich bin dankbar dafür, nun in diesem Amt dienen zu dürfen – Deutschland und den Deutschen und allen Menschen, die hier leben.» Dadididü-deudedeudi.Die Alliterationen dieses Satzes schreien danach, verdaddelt zu werden. Sprechen Sie es in dem eingebauten Rhythmus nach – eine Aufwärts-, sodann eine Abwärtsbewegung. Der Multikulturalismus am Ende dieses Satzes «allen Menschen, die hier leben» ist das Abwärts. Die Nation und ihre Bürger werden flugs aus der politischen Spannung in eine unbestimmte Anthropologie überführt, die ohne Bürgerrechte auskommt. Das Dasein ist alles: dadididü-deudedeudi-dada. Von ferne ertönt die Fanfare der neuen Biologie – irgendwo zwischen Peter Sloterdijk und Craig Venter – die den Schacht zum neuen Menschen aushebt.