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Robin Meyer-Lucht

zu Guttenberg: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat

 | 99 Kommentar(e)


Gutenplag Wiki sticht Bild: Karl-Theodor zu Guttenberg ist der erste Minister, der vor allem auch aufgrund der im Internet ausgestellten Beweislast zurücktreten musste.

01.03.2011 | 

Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist eine Schlappe für die Bild-Zeitung und ein Beleg für den wachsenden Einfluss kollektiver Informationsverarbeitung im Internet.

Ohne das GuttenPlag Wiki, ohne dieses akribisch zusammengetragene Abschreiberegister, ohne die darin enthaltene Visualisierung der absurden Copy&Paste-Orgien des Ministers wäre der Druck auf zu Guttenberg nicht derart groß gewesen. Diese allgemein zugänglichen Fakten wirkten wie eine klaffende Wunde in der Selbstinszenierung des Ministers.

GuttenPlag Wiki: Das Abschreiberegister hat die Diskussion um das 'dreiste' Vorgehen des Ministers maßgeblich strukturiert.

Von hier aus begannen die Erschütterungen, die sich langsam in den Universitätsbetrieb und dann in die Union ausbreiteten. In der Diskussion um zu Guttenberg war GuttenPlag omnipräsent und Referenz. Die Site hat die Diskussion über das ‘dreiste’ Vorgehen des Ministers maßgeblich strukturiert. Von hier aus nahm das Entsetzen seinen Anfang. Der Spiegel stand lediglich als Adjudant daneben.

Auch die zehntausendfach über das Netz gesammelten Unterschriften von Doktoranden haben letztlich ihren Effekt nicht verfehlt. Auch der Aufruf von Lutz Hachmeister mit über 3.000 Facebook-Likes auf Carta gehört zum Teil dieser Gegenbewegung. Plötzlich schien hier eine neue Netzwerköffentlichkeit auf – und ihre Kapazitäten.

Karl-Theodor zu Guttenberg ist der erste Minister, den das Internet gestürzt hat.

Was meint ihr/meinen Sie? Ist das als These übertrieben? Ich bin gespannt auf die Kommentare.

Update: Hier eine kleine Kommentarschau zu dem Thema.

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99 Kommentare

  1. micha |  01.03.2011 | 12:14 | permalink  

    pscht! sonst verbieten sie uns das noch!

  2. Fidel |  01.03.2011 | 12:24 | permalink  

    Nö!

    Es waren Menschen, die das “geschafft” haben.

    Meine Genugtuung hält sich dennoch/deswegen in Grenzen.

  3. Sabine Weller |  01.03.2011 | 12:26 | permalink  

    Das ist durchaus so zu sehen, ob dies positiv oder negativ zu bewerten ist darüber läßt sich streiten.

  4. Richard Albrecht |  01.03.2011 | 12:26 | permalink  

    Hier wie erbeten (m)eine Meinungsäußerung zu Guttenzwergs RÜCKTRITT:

    Ich meine, daß sich erstens die Blogosphäre trotz ihrer Beharrlichkeit nicht euphoristisch selbst überschätzen sollte, daß zweitens BILD nicht grenzenlos manipulieren kann und daß drittens der nach wie vor im Freistaat Bayern siedelnde realexistierende MILITÄR-INDUSTRIE-KOMPLEX nach wie vor wirtschaftlich und politisch mächtig ist

    Gruß

    Richard Albrecht, 010311
    http://eingrenfendes-denken.net

  5. Robin Meyer-Lucht |  01.03.2011 | 12:26 | permalink  

    @Fidel: Ja, aber die ‘Menschen’ haben es doch auch deshalb geschafft, weil sie Werkzeuge dafür hatten…

    @ Sabine Weller: Dass man das Ergebnis negativ finden kann, kann ich verstehen. Aber auch den Prozess – wäre das nicht eher undemokratisch?

  6. Guttenberg: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat? : netzpolitik.org |  01.03.2011 | 12:28 | permalink  

    [...] Mayer-Lucht stellt bei Carta die gewagte These auf, dass Karl-Theodor zu Guttenberg der erste Minister sei, den das Internet gestürzt habe. Das [...]

  7. Andreas Kemper |  01.03.2011 | 12:30 | permalink  

    Ja, ich denke ohne das Internet hätte es den Rücktritt nicht gegeben.

    Allerdings hat Guttenberg ja auch mit dem Internet die Grundlage für seinen Rücktritt geschaffen (Copy&Paste). Diese Verfehlung konnte dann auch mit Internet aufgezeigt werden (GuttenPlag ist ja quasi nur eine Re-Konstruktion).

    Auch die Unterschriften-Liste war wichtig – wahrscheinlich waren aber die Proteste der Wissenschaftsverbände wichtiger.

    Aber das wesentliche Problem bleibt: Guttenberg ist nur ein Symptom. Das tatsächliche Problem ist, dass Arbeiterkinder noch immer wenig Chancen haben, zu promovieren. Das jüngste Stipendiengesetz von Schavan hat die Situation für Arbeiterkinder noch verschlechtert. Nur 5% der Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes, dem größten Begabtenförderungswerk, sind Arbeiterkinder – bei anderen Stiftungen sieht es nicht viel besser aus.

    Es ist ja kein Zufall, dass Guttenberg als Adliger und als jemand, der aus den 300 reichsten Familien Deutschlands stammt, das Summa Cum Laude hinterhergeworfen bekam:
    „Wenn ich mich um einen Job bewerbe und auf der Liste steht Meier, Müller, Schmidt oder von Bismarck, bin ich ziemlich sicher, dass ich den Job bekomme.“ sagte Gottfried A. Graf von Bismarck-Schönhausen (1962−2007), Cousin von Stephanie zu Guttenberg. http://dishwasher.blogsport.de/2011/02/28/aufgeschnappt-8/
    Zudem gab es die Spende von 700.000 Euro.

    Das wesentliche Problem, dass nämlich das Bildungswesen in Deutschland von der Grundschule bis zur Promotion sozial selektiv ist – kann das auch durch die Internet-Community gelöst werden? http://dishwasher.blogsport.de/2011/03/01/guttenberg-tritt-zurueck/

  8. Christian Benduhn |  01.03.2011 | 12:31 | permalink  

    Ach, du meine Güte. Wie konnte es dann passieren, dass Strauß, Möllemann, Seiters und Scharping stürzten?

  9. Jonas |  01.03.2011 | 12:34 | permalink  

    Platt gesagt – ausgleichende Gerechtigkeit für jemanden, der unter dem Vorwand der Bekämpfung von Kinderpornografie im Internet eine flächendeckende und inhaltsneutrale Zensur vorbereiten wollte in Form des Zugangserschwerungsgesetzes. Schließlich, und obwohl Frau von der Leyen dann meinte mit einem unglaublichen Wahlkampfschlager beim Volk hausieren gehen zu können in Form dieser Web-Zensur, wurde dieses Gesetz von keinem anderen als Karl-Theodor zu Guttenberg 2009 aus dem Hut gezaubert. Auch wenn die Ideen hierzu – wieder einmal – nich seine eigenen waren, sondern maßgeblich von “Innocence in Danger” kamen und auch auf dem vorangegangenen Diskurs der damaligen Zeit aufbauten.

    Es wäre zwar ungemein verkürzt und unter dem Strich schlicht falsch zu sagen, daß das Guttenplag-Projekt eine Ansammlung war und ist von “Aktivisten” die Guttenberg seine Zensur-Ambitionen nie verziehen haben. Damit würde man auch nicht den vielen gerecht, die aus rein wissenschaftlicher Motivation teilweise tage- und nächtelang akribisch jede einzelne Passage, jeden einzelnen Satz von Guttenbergs Dissertation seziert und auf Herz und Nieren geprüft haben. Trotzdem, es ist eine Ironie des Schicksals die in dieser Form beispielhaft sein dürfte, daß ausgerechnet Guttenberg, nach der ganzen Vorgeschichte, “vom Internet” zu Fall gebracht wurde.

  10. Bernd Oswald |  01.03.2011 | 12:36 | permalink  

    ich stimme weitestgehend zu. Das Internet, speziell das GuttenPlag-Wiki hat wahnsinnig schnell für eine große Transparenz gesorgt und jedermann die Möglichkeit gegeben, sich selbst eine Meinung zu bilden. Jeder der wollte, konnte mitmachen. Partizipation und Transparenz sind enorm wichtig für das Funktionieren einer Demokratie und insofern ist das Netz unschlagbar. Es haben zwar auch viele klassische Medien volles Rohr darüber berichtet (ausgegraben hatte es die SZ), aber die Guttenplag-Welle im Netz hat diese Berichterstattung maßgeblich beeinflusst.

  11. egghat |  01.03.2011 | 12:39 | permalink  

    Guttenplagg war wichtig. Der Rest des Internets nicht. In Berlin interessieren die Shitstorms, die Facebook-Like-Seiten, etc. niemanden.

    Viel wichtiger war, dass sich die FAZ vom ersten Moment an *klar* gegen Guttenberg positioniert hatte (weil sie kopiert wurde? Weil die Doktoren in der Leserschaft sauer waren?). Das dürfte die Union deutlich stärker beeinflusst haben als das Internet.

    (Außerdem war die Vorreiterrolle der FAZ wichtig, weil sich die anderen Medien dann dahinter versammeln konnten, deren Meinungsbildung sagen wir mal etwas länger brauchte …. Gibt’s eigentlich irgendwo eine Seite, in der alle positiven Kommentare zu Guttenberg gesammelt wurden, damit wir beim nächstenmal wissen, welche Idioten den alle verteidigt haben?)

  12. westernworld |  01.03.2011 | 12:39 | permalink  

  13. fk |  01.03.2011 | 12:39 | permalink  

    Naja. Hier ist Interneteuphorie wohl eher fehl am Platz. Natürlich waren Instrumente wie das Wiki wichtig und haben als Katalysatoren fungiert. Aber letztlich hätte er sich doch im Amt halten können, hätte er früher und besser auf die Vorwürfe reagiert. Die Bundeskanzlerin, die BILD und die Koalition waren gewillt, ihn zu halten. Guttenplag hin oder her.

    Wenn überhaupt, hat ihn seine Überheblichkeit und vielleicht seine Geringschätzung der Mittel, die seinen Gegner zur Verfügung standen, gestürzt.

    http://alrightokee.de/verlierer/diese-politische-klasse-hat-mitleid-verdient/

  14. André Edelhoff |  01.03.2011 | 12:47 | permalink  

    Ich denke, dass kann man schon so stehen lassen. Ohne die Beharrlichkeit der Internet-Gemeinde in seiner vielfaeltigen Ausgestaltung haette es den Ruecktritt eventuell nicht gegeben.

    Ich sehe zudem einen zweiten Sieg des Internets ueber die herrkoemmliche Meinungsforschung.

  15. Wolfgang Michal |  01.03.2011 | 12:48 | permalink  

    GuttenPlag war in gewisser Weise die qualitative Fortsetzung von WikiLeaks.
    Ausgelöst hat die Affäre ein Bremer Professor mit einer Rezension. Und der erste Bericht dazu stand in einer Zeitung, nämlich in der SZ.

  16. Feliks_Dzerzhinsky |  01.03.2011 | 12:52 | permalink  

    “Karl-Theodor zu Guttenberg ist der erste Minister, den das Internet gestürzt hat. Was meint ihr/meinen Sie? Ist das als These übertrieben?” Nein, keineswegs. Aber man muss auch anerkennen, dass er ohne unser entschiedenes Gegensteuern bereits Jahre zuvor zurückgetreten hätte (oder heisst das wäre? – Wir schreiben ungern beim Duden ab, im Zeitalter des Internet merkt das immer mal jemand).

  17. Uwe-Jürgen Ness |  01.03.2011 | 12:57 | permalink  

    Eigentlich verwundert es etwas, dass er sich so lange im Amt gehalten hat, denn seit Donnerstag letzter Woche wurden mit der Aktuellen Stunde und der Regierungsbefragung im Bundestag die Angriffe derart massiv, dass eigentlich längst ein Rücktritt geboten gewesen wäre. Doch die teilweise beißende Kritik der Opposition durch Trittin und Gabriel allein hätten Guttenberg nicht angefochten. Und auch das Internet nicht in dem Maße, wie es hier dargestellt wird.
    Es waren vermutlich die jüngsten Äußerungen seines ehemaligen Doktorvaters Prof. Dr. Häberle, der sich gestern ostentativ und resignierend von Guttenberg abgewandt hatte. Hinzu kommt die massive Reaktion der Wissenschaftsgemeinde, die auch die Regierung nicht unbeeindruckt gelassen hat.

  18. eddie |  01.03.2011 | 12:58 | permalink  

    Warum vergessen immer alle, dass “Zeitung” in Bild-”Zeitung” in ” ” zu setzen?

  19. Gina |  01.03.2011 | 13:04 | permalink  

    “Das Internet” ist nur ein Mittel zum Zweck, nicht der Zweck an sich. Das, so scheint mir, wird häufig (zunehmend!) vergessen.

  20. Guttenberg Rücktritt: ein Erfolg der Netzgemeinde? |  01.03.2011 | 13:10 | permalink  

    [...] Meyer-Lucht stellt bei Carta die These auf, dass der Rücktritt von (jetzt) Ex-Minister Guttenberg massgeblich auf den Einfluss [...]

  21. Christoph Kappes |  01.03.2011 | 13:18 | permalink  

    Wir sind hier ja pluralistisch, also gebe ich eine andere Meinung kund:

    Das Internet stürzt niemanden.

    Guttenplag war wichtig, weil mit diesem Werkzeug (Wiki+Crowdsourcing) ein vielfaches Tempo und hohe sowie vollständige Sichtbarkeit im Vergleich zu herkömmlichen Methoden erreicht werden kann. Das betrifft auch andere Inhalte wie das Youtube-Video mit Prof. Lepsius sowie der anhaltende Twitter-Protest, der in besonderem Masse hämisch war.

    Maßgeblich sind nach meiner spontanen Einschätzung aber drei Effekte:
    1. Das Mediensystem ingesamt ermöglichte Einblicke in das Wissenschaftssystem und ein System Guttenberg, einschliesslich Print (FAZ, Spiegel, Tagesspiegel ganz vorn.)
    2. Das “Vergehen” als solches ist eine fundamentale Verletzung bürgerlicher Ehrvorstellungen.
    3. Infolge dessen haben FAZ und andere eher bürgerliche INNERHALB des konservativen Lagers rebelliert.

    Für mich ist die Situation nicht anders, als ich sie hier
    http://carta.info/38129/die-facebook-revolution-gedanken-zum-einfluss-des-internets-auf-politische-umbrueche/
    beschrieben habe. Das Web beschleunigt Kommunikation, verdichtet Information, führt mit anderen Kanälen zu Echo-Effekten, macht Medien transparent, ermöglicht Aktivismusformen etc. (dort Teil 2). Infolgedessen wirken auf das politische System und das Mediensystem einige destabilisierende Effekte (dort Teil 4).

  22. Tarantoga |  01.03.2011 | 13:19 | permalink  

    Der These stimme ich zu. Wichtig ist allerdings die Feststellung, dass es nicht die Meinungen der Community waren, sondern die Informationsdarstellung auf GuttenPlag. Früher hätte niemand sich die Details der Verfehlungen ansehen können und wollen, was die Deutungshoheit bei den Gatekeepern belassen hätte. Hierauf setzten offenbar noch die ersten Statements von Guttenberg und Merkel. Dank GuttenPlag konnte aber jeder mit einigen Klicks die tatsächlichen Umstände nachvollziehen.

  23. noName |  01.03.2011 | 13:24 | permalink  

    GuttenPlag Wiki ist eine „dynamische Datensammlung“ im Internet, nicht das Internet. Dynamische Datensammlungen, die für jeden mit Netzzugang einsehbar sind, leisten einen immer wichtiger werdenden Beitrag am Prozess der öffentlichen Meinungsbildung; sie tragen zur Wahrheitsfindung bei. Die öffentliche Meinungsbildung wird einem qualifiziert dynamischen Prozess unterworfen, der die PR-Wahrheiten der Politiker ins Wanken bringt – mit der Folge eines (zu späten) Rücktritts wie im Fall zu Guttenberg beispielsweise. Gutt so. (Der nächste Politiker schmeißt früher das Handtuch.)

  24. Christoph Kappes |  01.03.2011 | 13:44 | permalink  

    Das Publikum sollte sich übrigens langsam mal der Frage zuwenden, welchen Politikertyp es haben möchte und was es dazu zu tun bereit ist.

    Ich halte den Rücktritt für richtig, aber es geht in diesem Falle und ging in den letzten 20 Politikerrücktritten, an die ich mich erinnere, weniger um die Sache als um symbolhafte Handlungen.

    Mit Symbolen kann man wunderbar Politik machen, aber keine Probleme lösen.

  25. Wolfgang Wegener |  01.03.2011 | 14:10 | permalink  

    Ich stimme egghat #13 total zu. Als ich das erste Mal vorm Fernseher von guttenplag erfahren habe, habe ich spontan zu meiner Frau gesagt: Wenn sich das gesamte Netz damit beschäftigt, bleibt kein Stein mehr auf dem anderen, falls dort tatsächlich Plagiate enthalten sein sollten. Und das ist sicherlich auch eine Botschaft an alle, die zukünftig auch nur daran denken sollten, zu plagiieren.

    Ich denke, die wissenschaftliche Sauberkeit, der wissenschaftliche Anstand sind sogar noch gestärkt worden. Großen Respekt vor dem Mut des Prof. Lepsius, in derart klaren Worten die Ehre des Wissenschaftsstandortes zu verteidigen. (Ich wünsche ihm auch für die Zukunft Drittmittel.)

    Und auch die FAZ hat wirklich die Fahne hochgehalten. Eine ganze Seite an Leserbriefen zum Thema, die eindeutig waren, korrekte Berichte ohne Rücksicht auf die Drohungen der Abokündigen , wie sie ja in der ebenfalls von mir gelesenen FAS artikuliert wurden. Saubere Trennung von Bericht und Kommentar, gute Qualität. Wäre schade, wenn diese Zeitung in Zeiten abnehmender Lesekompetenz Auflage verlieren würde.

    Und es hat mir auch gut getan, hier in einem Forum wie carta problemlos meine Meinung sagen zu können und zu erfahren, dass viele so denken wie ich.

  26. Das Netz und zu Guttenberg « H I E R |  01.03.2011 | 14:11 | permalink  

    [...] Robin Meyer-Lucht in das große Horn des Netzes stößt und Netzpolitik vorsichtig relativiert, hier meine dritte [...]

  27. Tom Becker |  01.03.2011 | 14:13 | permalink  

    Die Frage, ob “das Internet” Guttenberg gestürzt hat oder nicht, wird wahrscheinlich erst bedeutsam, nachdem man sich darüber im klaren ist, ob “das Internet” in diesem Zusammenhang nur Medium bzw. Verbreitungsweg für Menschen war oder ob “das Internet” in großen Teilen auch eine Art eigene Community ist.

    Also die Frage, ob das Internet nur Medium der offline Gesellschaft ist oder eine eigene Lebenswirklichkeit schafft und abbildet.

    Da es keine wirklich empirisch standfesten Untersuchungen gibt, ob und inwieweit die im Internet handelnden einen Querschnitt der Bevölkerung darstellen oder ob nur eine ganz spezielle Gruppe Menschen mit ähnlichen Ansichten so aktiv im Internet unterwegs ist, ist die Frage schwer zu beantworten…zumindest zum gegenwärtigen Zeitpunkt.

    Aufgrund subjektiver Beobachtung tendiere ich persönlich zu der Ansicht, dass die meisten der wirklich aktiv im Internet handelnden (also mehr als Nachrichten lesen und facebook checken) schon zu eher zu einer Gruppe mit ähnlichen Merkmalen und ähnlicher politischer Einstellung gehören, als dass sie einen realistischen Querschnitt abbilden.

    Von daher würde ich RMLs Meinung schon stützen, weil es sich mir so darstellt als wäre der Verbreitungsweg des Internets halt nicht von der ganzen Bevölkerug erschlossen, sondern nur von einem Teil, der aus einer Vielzahl von Personen mit ähnicher Einstellung besteht, die diese ins Internet mitnehmen, dort am meinungsbildenden Prozess teilnehmen und eine eigene Lebenswirklichkeit schaffen zu der viele in der Bevölkerung keinen Zugang (weil technisch zu kompliziert und geistig zu abstrakt) haben.

    Unter anderem wird das dadurch deutlich, dass die Fürsprecher Guttenbergs nicht über eine völlig machtlose Facebookseite hinausgekommen sind (hier auch das schlichte passive Verhalten des “ich brauch es nur liken und nicht aktiv mitgestalten”) und die allermeisten der Fürsprecher Guttenbergs, u.a. auch viele Renter (siehe die Wahlanalysen bei jeder Wahl der letzte zehn Jahre), überhaupt keinen Zugang zum zu gestaltendem Internet gewählt haben.

    Sicher sind die Übergänge hier fließend und ich habe ja auch keine empirischen Daten, die das belegen könnten, aber ich finde wenig, was dagegen spräche.

    Es ist aber auch zu sagen, dass ich das für eine Momentaufnahme halte und fest davon überzeugt bin, dass sich das in den kommenden Jahren schnell ändern wird.

    Momentan begrüße ich diese Umstände übrigens sehr.

  28. Robin Meyer-Lucht |  01.03.2011 | 14:21 | permalink  

    @Wolfgang Wegener: Ich stimme ihnen und #13 und Christoph Kappes auch allen zu – aber man muss sich klar machen, ohne das Werkzeug Internet wäre diese Affäre anders verlaufen.

    Das ist die Kernthese. Sie ist überspitzt, wie das “Ende der Geschichte” überspitzt war – aber eben auch wichtig, um eine Veränderung zu thematisieren.

    Im übrigen ist der Titel auch eine Homage an das Spex-Interview zu Kurt Cobain als “dem ersten MTV-Toten”

    http://einestages.spiegel.de/static/topicalbumbackground/3864/smells_like_verschwoerungstheorie.html

  29. Guttenberg-Rücktritt überschattet Merkels CeBIT-Rundgang » DVBSHOP24.com – Supportforum - Source No. 1 for HTPC Solutions |  01.03.2011 | 14:27 | permalink  

    [...] wird im Online-Magazin Carta die These zur Diskussion gestellt, zu Guttenberg sei der erste Minister, den das Internet gestürzt hat. Ohne das GuttenPlag Wiki, in [...]

  30. Wolfgang Wegener |  01.03.2011 | 14:43 | permalink  

    @ Robin Meyer-Lucht
    Als ich vor zehn Jahren unsere kommunalpolitische Website startete, habe ich aus der FAZ. vom 27. Oktober 2000 zum Thema “Elektronische Demokratie” den amerikanischen Politikwissenschaftler Benjamin Barber zitiert:

    “Was eine starke Demokratie ausmacht, ist nicht das Internet, sondern die Qualität der Institutionen eines Staates und der Charakter seiner Bürger”.

    Die Affäre gibt Anlass, an beiden Voraussetzungen zu zweifeln.

  31. Wolfgang Wegener |  01.03.2011 | 14:49 | permalink  

    #30: An der Erfüllung beider Voraussetzungen zu zweifeln. Pardon.

  32. Gutt so « Roberts Blog |  01.03.2011 | 15:01 | permalink  

    [...] Meyer-Lucht schreibt bei carta.info die wichtige Botschaft:  Karl-Theodor zu Guttenberg ist der erste deutsche Minister, der infolge [...]

  33. f.luebberding |  01.03.2011 | 15:21 | permalink  

    Interessante Debatte. Wie wäre es mit der These, dass es um Argumente und Werte gegangen ist? Darüber kann man auch auf Tontafeln reflektieren.

  34. LM |  01.03.2011 | 15:25 | permalink  

    Der Zeitpunkt des Rücktritts spricht dagegen, dass das GuttenPlag-Wiki der Auslöser war. Schon eher der “anschwellende Bocksgesang” über die Verflechtungen der Guttenbergs mit dem Hause Springer: http://berlin2011.wordpress.com/2011/03/01/mutmasungen-uber-die-guttenbergs/

  35. Brian |  01.03.2011 | 15:37 | permalink  

    @ Dr Meyer-Lucht u.a.

    Sie sagen: Netz ist Werkzeug. Gleichwohl wirkt in Ihrem Hinterkopf noch immer die falsche Königsmacherthese des seligen Marshall McL., demzufolge ´s Netz “the message” sein soll … erst auf diesem ideologischen “background” wird Ihre These sinnvoll,

    Gruß,

    Brian

  36. Gina |  01.03.2011 | 15:39 | permalink  

    Verflechtungen? Wo gibt es die nicht? Entscheidend ist doch, wie damit umgegangen wird. Ich halte im Fall Guttenberg die Geschwindigkeit plus die Faktenlage (die sich ja minütlich erweitert und nicht etwa verändert hat) für ursächlich für den nun doch sehr schnellen Sturz des. KT. Wie gesagt aber ist das Web ein Mittel oder Medium, nicht mehr. Früher hatte man Panorama, damals nannte man es investigativer Journalismus. Heute hat man Wikiwasauchimmer und nennt es Community, Cloud oder ähnliches. Dahinter standen und stehen Menschen, die Bestehendes unabhängig und kritisch hinterfragen.

  37. Christian Benduhn |  01.03.2011 | 15:53 | permalink  

    So ein (Gutten-)Tag, so wunderschön wie heute!

  38. Rübenvogel |  01.03.2011 | 16:39 | permalink  

    3.000 Facebook-Likes? Ja, Wahnsinn. Daran wird es gelegen haben!

  39. f.luebberding |  01.03.2011 | 16:46 | permalink  

    Rübenvogel

    Nicht?

  40. gelegentlich |  01.03.2011 | 16:48 | permalink  

    Natürlich war es ,,das Internet”. Freilich erst nachdem Guttenberg mit einer Primärdummheit ins Fiasko gestartet war: Fischer-Lescano hatte doch zuerst, vor jeder (!) Veröffentlichung, einfach nur ihn und 2 Profs in Bayreuth gefragt. Erst als dann ,,absurd” zurück kam hat er reagiert. Den ersten Impuls gab dann die Süddeutsche. Den hätte man in alten Zeiten noch ,,vertrocknen” lassen können.
    Aber seit GuttenPlag war das einfach unmöglich. Der tägliche Anblick dieses tolldreisten Gaunerstücks hat doch faktisch Jedem, auch dem treuesten Pro-Guttenberg-Verschwörungstheoretiker, jede Motivation und Überzeugung, diesen Kampf je gewinnen zu können, jeden Tag aufs Neue genommen. Das war genial.
    Und ich halte es schon für bedeutsam, dass Guttenberg und seine Gattin, deren Meriten hier nicht unterschlagen werden sollten, sich mit permanenter Propaganda für Internet-Zensur-Infrastruktur via Kinderpornographie und andere Scheußlichkeiten im Schlepptau, die ,,Internetgemeinde” zum hochmotivierten Feind gemacht haben, gegen den am Ende die früher übermächtigen Verbündeten auch nichts mehr ausrichten konnten. Die FAZ und die Süddeutsche haben sich bei mir unerwarteterweise viel Respekt erarbeitet – aber das Internet gab den Ausschlag.
    Das ist das ganz Neue daran. Hypertext schlug Hyperventilation.

  41. LM |  01.03.2011 | 17:06 | permalink  

    @36 Gina: Welche Fakten genau meinen Sie?

  42. Intermezzo (238) « Blue Archive |  01.03.2011 | 17:58 | permalink  

    [...] Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg ist eine Schlappe für die Bild-… [...]

  43. Medien und der Fall Guttenberg: Ohne Internet geht’s nicht mehr |  01.03.2011 | 17:59 | permalink  

    [...] ob das Internet oder die klassischen Medien verantwortlich sind für den Fall von Guttenberg. Robin Meyer-Lucht schreibt auf Carta : Guttenplag Wiki sticht Bild: Karl-Theodor zu Guttenberg ist der erste Minister, der vor allem [...]

  44. Gina |  01.03.2011 | 18:03 | permalink  

    @LM: Die Fakten, die GuttenPlag geschafften hat. Nennen wir sie Beweise, dann passt es besser.

  45. Christian Benduhn |  01.03.2011 | 18:04 | permalink  

    Toll, dieses Internet! Warum gab es das nicht in der Weimarer Republik? Dann wäre Hitler nie an die Macht gekommen? Oder erst recht?

  46. Thorstena » Des Kaisers neue Kleider |  01.03.2011 | 18:17 | permalink  

    [...] kann, viel spannender, als die Diskussion darüber, ob das Netz den Verteidigungsminister nun gestürzt hat oder doch eher nicht. Markus Spath hat neulich in Zusammenhang mit der Guttenberg-Affäre [...]

  47. Vicki Lieks |  01.03.2011 | 18:18 | permalink  

  48. Ben |  01.03.2011 | 18:21 | permalink  

    Das Internet rockt einfach ungemein: Demo-Organisation in Nah-Ost über Twitter, Facebook-Bilder zu Auständen auf der Titelseite großer Tageszeitungen, Aufdeckung von US-Kriegspraktiken mit Wikileaks – und nun ein wichtiger Schupps in Richtung eines auch sonst schon stark wankenden Ministers (immerhin: Verteidigungsminister eines der wichtigsten Länder der Erde!).
    Das erfreut das Demokratie-Herz – und lässt mich hoffen, erstarken und führt zu Engagement bei mir, Freunden und Bekannten.

    So gesehen: Die These von RML ist nur ein Stück überspitzt. Aber sonst hätten ihn wahrscheinlich nicht so viele Leute zitiert ;-) … Journalismus braucht Aufmerksamkeit.

    Fazit:
    Es wird immer besser. Das ist doch mal ein schöner Satz.

  49. Robin Meyer-Lucht |  01.03.2011 | 18:57 | permalink  

    @ Bernd: Jip, Internet rocks.

    Und die Sache mit der Überspitzung stimmt natürlich sowieso.

    Gruss,

    rml

  50. Robin Meyer-Lucht |  01.03.2011 | 19:00 | permalink  

    Gerade sehe ich, dass der geschätzte Kollege Stöcker drüben sehr ähnlich urteilt

    “Karl-Theodor zu Guttenbergs Rücktritt ist ein Sieg des Internets. Ohne die akribische Dokumentation der Plagiate im GuttenPlag Wiki wäre die Debatte versandet. So aber brachte der Minister Deutschlands Wissenschaftselite gegen sich auf – nicht einmal die “Bild”-Zeitung konnte seinen Job retten.”

    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,748358,00.html

  51. Guttenberg geht, ohne zu Verstehen warum | netzfeuilleton.de |  01.03.2011 | 19:00 | permalink  

    [...] zu Guttenberg schreibt nach seiner Doktoarbeit nun auch den Ministertitel ab. Und während alle darüber diskutieren, ob nun das Internet persönlich den adeligen Verteidigungsminister vom Thron [...]

  52. A. Rebentisch |  01.03.2011 | 19:21 | permalink  

    Zu Guttenberg hat sich selbst gestürzt. Wenn er von Anfang an die richtigen Konsequenzen gezogen hätte, dann wäre das nie passiert.

    Ich hatte einen merkwürdigen Gedanken, der so absurd erscheint, dass man ihn gar nicht verfolgen will. Was, wenn zu Guttenberg in seinem juristischen Studium gar nicht gelernt hat wie man korrekt wissenschaftlich arbeitet! Das wäre in jedem Bereich des Hochschulwesens seltsam anzunehmen, nur nicht in der Juristerei. Überhaupt merkwürdig, dass ein Jurist mit 1. Staatsexamen über ein politikwissenschaftliches Thema promoviert.

    Der Gedanke ist so unglaublich irre, weil er die Chuzpe des Ministers erklärt.

    “Chef! Der Mann kann nicht lesen!” – “Da müssen wir was tun. ….. Komm!”

  53. schneeschmelze |  01.03.2011 | 19:26 | permalink  

    Wenn der Begriff nicht schon anderweitig besetzt wäre, müßte man sagen, die Idee, „das Internet“ könne einen Politiker stürzen, sei abstrus. Das ist eine erhebliche Verengung des Blickwinkels auf das politische Geschäft. Gerade das GuttenPlagWiki war so erfolgreich, weil von Anfang an die Massenmedien eingestiegen sind. Es ist so populär geworden, weil jeder es daraufhin lesen wollte. Ansonsten war es eine politische Affäre, wie es schon viele gegeben hat. Erst seit der Spiegel aufgehört hat, investigativ zu arbeiten, sind es weniger geworden, seitdem fällt es gegebenenfalls etwas mehr auf, wenn ein Politiker über seine eigenen Füße stolpert. Über ein Blog oder über ein Wiki aber ist noch keiner gestürzt. Und wird es auch nicht, denn die Netzgemeinde nimmt sich wieder einmal viel zu wichtig.

  54. Brian |  01.03.2011 | 19:30 | permalink  

    # 50 Meyer-Lucht

    Das ist doch kein empirisches Argument, sondern ´n Zitat, das auf einer Spekulation (“wäre”) beruht … sind Absolventen der neuen ganzdeutschen Hohen Akademschen Schulen inzwischen noch schlechter als ihr Ruf? ;-)

  55. Gina |  01.03.2011 | 19:36 | permalink  

    @52: “Überhaupt merkwürdig, dass ein Jurist mit 1. Staatsexamen über ein politikwissenschaftliches Thema promoviert.”

    Das ist nicht merkwürdig, sondern in den Geistes- und Sozialwissenschaften durchaus üblich. Merkwürdig ist allerdings, dass “ein Jurist mit 1. Staatsexamen (…) promoviert.”

  56. Tom Becker |  01.03.2011 | 19:53 | permalink  

    habe nach einer witzigen Auffälligkeit gegoogelt:

    „Wenn es auf dem Rücken der Soldaten nur noch um meine Person gehen soll, kann ich dies nicht mehr verantworten.“ (1.3.2011) (Rücktritt)

    “Die Diskussion wird auf dem Rücken der Soldaten ausgetragen.” (27.1.2011) (Gorch Fock)

    “Was Begriffs-Differenzierungen anbelangt, so sollte man die nie auf dem Rücken der Soldaten austragen.” (14.4.2010) (Bezeichnung „Krieg“)

    „Aber diese Auseinandersetzung darf nicht durchsichtig auf dem Rücken der Soldaten ausgetragen werden.“ (27.12.2009) (Kunduz)

    „Wenn wir dieses Niveau in solchen Fragen halten, dann tragen Sie die Debatte auch künftig auf dem Rücken der Soldaten aus, und dieses Niveau gibt niemand anders als Sie vor.“ (16.12.2009) (Kunduz)

    Guttenberg hat sich zum großen Teil auch selbst gestürtzt. Mit sofortigem Rücktritt wäre ein Comeback auf jeden Fall einfacher für ihn über die Bühne zu bringen gewesen.

  57. OH |  01.03.2011 | 20:47 | permalink  

    Ich denke nicht, dass “das Internet” Guttenberg gestürzt hat. Sicher war GuttenPlag bedeutend in der Dokumentation des Ausmaßes. Aber letztlich war die Sache bereits vorher klar. Die geklaute Einleitung etc. haben die Ausrede, das sei ein Versehen, unglaubwürdig gemacht. Entscheident dürfte weniger das Internet gewesen sein als der in den letzten Tagen losgebrochene Aufstand der “academic community”. Abgesehen vom offenen Brief der Doktoranden haben etliche Mitglieder der Creme de la Creme der deutschen Forschungslandschaft ziemlich gereizt auf die Bagatellisierungsversuche reagiert. Nachdem noch Guttenbergs eigener Doktorvater (die Pfeife, die das alles nicht gemerkt haben will) von ihm abgerückt ist, war er nicht mehr zu halten. Das sind zu große Kanonen, die da geschossen haben, da wäre Merkel durch ihre Bagatellisierung selbst in ihrer Glaubwürdigkeit gefährdet gewesen. Ich glaube auch wenn sie von seiner Popularität gerne profitiert hat, letztendlich wird sie ganz froh gewesen sein, dass der Spuk jetzt vorüber ist.

  58. Aufmerksamkeit! |  01.03.2011 | 21:01 | permalink  

    Ich denke, das Internet (GuttenPlag) hat seinen Teil dazu beigetragen. Entscheidend war das Video aus Bayreuth, der “Aufstand” der Wissenschaftler und die zunehemnde Diskussion in den Reihen de eigenen Partei/Koalition.

    Zum Rücktritt, der zum jetzigen Zeitpunkt ein “Zurückgetreten” war, finde ich diesen Artikel passend:
    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2011-03/guttenberg-ruecktritt-kommentar
    Mich überkam beim Hören der Pressekonferenz, als zu Guttenberg die toten Soldaten erwähnte, ein gewisser Ekel.
    Manchen Leuten ist für PR wirklich nichts heilig, auch wenn sie mit “Grüß Gott” starten.

  59. rauskucker |  01.03.2011 | 21:10 | permalink  

    Ich seh das genauso und habe es heute auch so erzählt:
    Im Kampf Internet gegen Springer hat das Internet einen Sieg errungen.
    Obwohl: man könnte auch sagen, das Volk hat ihn gestürzt, das durch das Internet endlich ein Werkzeug zum Austausch, zum Ausdruck und zur gemeinsamen Aktion bekommen hat.

  60. Wiki Killed The Mediastar : Mathias Broeckers |  01.03.2011 | 21:18 | permalink  

    [...] Bundesrepublik nur mit einer Fußnote eingehen, medienhistorisch aber ist er ein Meilenstein, als  der erste Minister, den das Internet gestürzt hat. GuttenPlagWiki hat in Tagen erledigt, wozu die alten Medien und Institutionen Wochen und Monate [...]

  61. A. Rebentisch |  01.03.2011 | 21:31 | permalink  

    @Gina Wer als Jurist über eine politikwissenschaftliche Fragestellung promoviert – ohne Rücksicht auf den Stand der politikwissenschaftlichen Methodik und Forschungstand – dilettiert, d.h. er forscht fachfremd.

  62. Der Fall Guttenberg: Wie die Süddeutsche Zeitung eine große Chance verpasste | Weblog von Martin Hoffmann - Diplom-Online-Journalist aus Leipzig |  01.03.2011 | 21:33 | permalink  

    [...] Auf die Idee, die eigenen Leser dabei um Hilfe zu bitten, Plagiatsstellen in Guttenbergs Doktorarbeit auszumachen, kam man bei der SZ selbstverständlich nicht. Das übernahm dann das Guttenplag-Wiki – und so erntete am Ende nicht die Süddeutsche Zeitung die Lorbeeren für ihren Scoop, sondern die Netzöffentlichkeit. [...]

  63. Gina |  01.03.2011 | 21:36 | permalink  

    @61: Naja, Verwaltungsrecht ist es mit viel Phantasie ja schon… Hm… Streitfall. Aber ist nicht alles in diesem Fall strittig? Oder eben unstrittig? ;-)

  64. Causa KTG - Verantwortung | kostblog.de |  01.03.2011 | 22:01 | permalink  

    [...] Das Los der Verantwortung, quasi ihr Schicksal, ist ihre Verneinung: die Verantwortungslosigkeit. Die ist das Ergebnis einer systematischen Verleugnung der Verantwortung. Sie hat in unserer Gesellschaft einfach keinen Platz mehr, keinen Stellenwert, sie steht bildlich gesprochen auf dem Abstellgleis [...]

  65. Aufmerksamkeit! |  01.03.2011 | 23:17 | permalink  

    Sehr interessant finde ich, dass sowohl die ZEIT, als auch der SPIEGEL, als auch die SUEDDEUTSCHE das Video erst nach der Begrüßungsformel “Grüß Gott – Flehentlicher Blick zum Himmel und Pause – meine Damen und Herren” starten lasen.

  66. Aufmerksamkeit! |  01.03.2011 | 23:18 | permalink  

    …lassen..

  67. Aufmerksamkeit! |  01.03.2011 | 23:32 | permalink  

    Beleg hier :

  68. Aufmerksamkeit! |  01.03.2011 | 23:58 | permalink  

    Auch die FAZ hat das Gleiche geschnittene “Teil” wie die Zeit. Einzig BILD hat das Original. Bei aller Abscheu, soviel Objektivität muss sein!

  69. Aufmerksamkeit! |  01.03.2011 | 23:59 | permalink  

    herrje… das gleiche….

  70. Zum Rücktritt von zu Guttenberg: Nach Tunesien und Ägypten übte auch in Deutschland das Netz die politische Einflussnahme ( + Presseschau und Blogreaktionen) « Blick Log |  02.03.2011 | 01:50 | permalink  

    [...] der Berichtsflut sind mir drei Berichte aufgefallen, die die Rolle des Netzes betonen. Carta, Handelsblatt und Spiegel Online weisen in zwei Beiträgen darauf hin, dass ohne die Aktivitäten [...]

  71. Video: Pro Guttenberg Facebook Fans Live Performance im Zeitraffer – Völlig irre — martone |  02.03.2011 | 04:30 | permalink  

    [...] die Leute doch überhaupt nicht so politikverdrossen? Zeigt die andere Seite jetzt Flagge, nachdem das Internet dazu beigetragen haben mag, zu Guttenberg zum Rücktritt zu animieren? Diese Fragen dürfen gern hier diskutiert werden. Gern [...]

  72. Linkwertig: Facebook Comments, Google Docs, Startups, Guttenberg » netzwertig.com |  02.03.2011 | 07:01 | permalink  

    [...] » Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat [...]

  73. JNT |  02.03.2011 | 08:58 | permalink  

    Systemtheoretisch kann das Netz als eine ‘biologische’ und wachsende Struktur gesehen werden, die folgerichtig unmittelbare Verknüpfung menschlichen Denkens. Betrachtet man die kulturelle und technische Geschichte des Buchdrucks und seinen offensichtlichen Einfluss auf die Verteilung von Wohlstand durch Dammbrüche im lange Zeit kontrollierten Informationsfluss (vgl. ‘Wissen ist Macht’) unter den Menschen, sind wir mitten in der Buchdruckrevolution 2.0 (vgl. Gutenberg-Galaxie), die für eine nie dagewesene Äquilibration der Macht- und damit Wohlstandsverhältnisse auf dem Planeten (!) sorgt. Informationstechnologie (Lehre zur Herstellung von Ordnung, ‘in Formation’) ist ein organischer Prozess, der den informationsverarbeitenden Zellen der Menschheit (vgl. T. Metzinger ‘Ego-Tunnel’) Bewusstsein gibt und den einfältigen Individualismus als vorübergehende Entwicklungsstufe menschlichen Daseins entlarvt.

  74. Suppenkasper |  02.03.2011 | 09:41 | permalink  

    http://www.facebook.com/pages/Wir-wollen-Guttenberg-zur%C3%BCck/136786223053705

    wächst schwindelerregend schnell. 3 likes pro Sekunde.

    rein theoretisch betrachtet:
    24 * 3600 * 3 = 259200 pro Tag

  75. Peter Eberhard |  02.03.2011 | 09:54 | permalink  

    Das Internet soll Guttenberg gestürzt haben? So ein Unsinn. Das ist, als würde man das gelungene Gemälde dem Pinsel zuschreiben. Gestürzt haben ihn
    a) das schamlose, seitenweise 1:1-Abkupfern von Texten anderer Autoren ohne Zitatangabe (das waren nicht einfach “Fehler”, wie der Freiherr zu sagen beliebte) und
    b) sein katastrophales Krisenmanagement nach dem Prinzip Salamitaktik (immer nur das zugeben, was andere herausfinden) bzw. korrekter seine Uneinsichtigkeit bis zum Schluss, dass er ganz einfach systematisch betrogen hat.

  76. Guttenbergs Abgang: Bild jammert, Merkel jammert mit » Von Richard Schnabl » Beitrag » Redaktionsblog |  02.03.2011 | 11:07 | permalink  

    [...] Für Robin Meier-Lucht ist “zu Guttenberg: Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat”. (Carta.info) [...]

  77. Linsenspaeller |  02.03.2011 | 11:08 | permalink  

    Es ist ausgestanden. Das ist ja auch ein Vorteil. Wer die Medien so extensiv in sein Leben herein holt und dann schuldhaft eine derartige Aufmerksamkeitsinflation provoziert, kann sich wenigstens auf die Kurzlebigkeit der Nachrichten verlassen. Ich habe eigentlich noch darauf gewartet, daß irgend jemand mit der Steuererklärung der zu Guttenbergs ankommt und sagt: Ein Betrüger ist ein Betrüger, ist ein Betrüger…

  78. Aufstand im Elfenbeintum. Und nun? « Kultur oder Wissenschaft |  02.03.2011 | 11:37 | permalink  

    [...] sei „der erste Minister, den das Internet gestürzt hat“ schreibt Robin Meyer-Lucht auf carta: „Der Rücktritt von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu [...]

  79. Wer hat Karl-Theodor zu Guttenberg gestürzt? | wemaflo.net |  02.03.2011 | 11:45 | permalink  

    [...] er zurückgetreten und es wird diskutiert, wer denn nun der Auslöser dafür war. Robin Meyer-Lucht ist auf Carta der Meinung, das Netz sei es gewesen. Spiegel Online schließt sich da an und titelt: “Netz besiegt [...]

  80. Helmut |  02.03.2011 | 12:30 | permalink  

    Die ML-These (“das Internet war´s”) ist absurd. In Wirklichkeit war´s die vuz G-Beratercrew: Außer einem meinten alle, Gutti soll wenn er zur Truppe tourt immer seine (Ehe-) Frau mit nehmen. Der eine meinte: das verstehn die Jung am Hindukusch nicht, wieso braucht der Gutti überhaupt ´ne Frau, sie lebt doch nioch, die Mutti vom Gutti;-).

    Von wegen das Internet war´s. Würde Gutti auf den einen Berater gehört haben, wär er heute noch …

  81. Gefallen im Medienkrieg: Karl Theodor zu Guttenberg | Fakeblog |  02.03.2011 | 14:29 | permalink  

    [...] von netzpolitik hat eine These von Robin Mayer-Lucht bei carta aus meiner Sicht am Nachvollziehbarsten beantwortet. Nicht das Internet hat einen Minister [...]

  82. DampfLog » Die Rolle des Internets beim Fall Guttenberg(s) |  02.03.2011 | 15:35 | permalink  

    [...] spekuliert, ob das Internet den Minister zu Fall gebracht hat. Robin Meyer-Lucht stellt auf Carta die These auf, dass das GuttenPlag Wiki und die Unterschriftensammlung von Doktoranden über das [...]

  83. cati |  02.03.2011 | 18:17 | permalink  

    wie dem auch sei, jedenfalls ist das ein wunderbares Ergebnis gegen die Bild “Zeitung”. Diese Schlappe bringt Freude.

  84. Linsenspaeller |  03.03.2011 | 02:42 | permalink  

    Na ja – ob man hier sagen kann, die Wellen im informationellen Meer hätten gewonnen gegen die Eisberge, die in ihnen schwimmen? Es ist alles dasselbe Wasser!

    (Nebenbei: Wäre es eigentlich nun zu spät, den Minister a.D. für ein Jahr als Offizier nach Afghanistan zu schicken? Der Bußfaktor wäre allemal höher als im Schoße der Familie in Franken. Da hätte er noch in dieser Regierungsperiode in das Amt des Ministers zurückkehren können. Ich frage mich, warum Frau Merkel nicht solche Entscheidungen drauf hat. Da hätte sie sich doch auf Kosten von zu G. mal profilieren können. Sie hätte auch sagen können: Verdammt, der Mann bleibt, wir sind schließlich im Krieg, und basta! Mich hätte das beeindruckt.)

  85. Brian |  03.03.2011 | 08:01 | permalink  

    # 84 @ Lins

    Wieso vuZ Guttenzwerg ´n Jahr “als Offizier” nach A´stan schicken? Der gutte Mann soll zwarn Fähnrichslehrgang absolviert haben … aber als Stabsunteroffozier aus der Truppe entlassen worden sein. Falls Ihnen da nix auffällt und Sie immer noch meinen “als Offizier” (sowas darf nicht mal inner Bundeswehr “in Friedenszeiten” wieder in die Offizierlaufbahn kommen) – ja, dann sitzen Sie der Schwindelperson des vuzG. nciht nur auf, sondern befördern ihn nich,

    Brian, 3. März 2011

  86. Linsenspaeller |  03.03.2011 | 11:31 | permalink  

    @Brian: Danke für die Korrektur. Bin tatsächlich fälschlicherweise davon ausgegangen, daß ein Reserveoffizier, wenn er Verteidigungsminister wird, etwas aufgekohlt wird. Jetzt habe ich gesehen, daß “das Netz” im Herbst 2009 voll von Lobenhymmnen über ihn war, bin ganz taub im Kopf davon. Als wachhabender Uffz hätte er in Afghanistan natürlich keine Furore machen können. Aber eine Ablehnung dieses Dienstes hätte das ganze Heucheltheater offenbart.

  87. Brian |  03.03.2011 | 13:36 | permalink  

    86 @ Lins

    Wenn G. weiland als Stabsuffz. entlassen, damit in der Bundeswehr militärisch degradiert wurde, kann er n i c h t dem Off.korps (nicht mal als Leutnant) angehören.

    Das ist mein Kenntnisstand.

    In der Army steht dann meist noch on file die Formel: Darf in Friedenszeiten nicht Offz. werden. Wie das in Deutschland und dem deutschen Bundesherr gehandhabt wird weiß ich nicht …

  88. Guttenberg-Rücktritt überschattet Merkels CeBIT-Rundgang » DVBSHOP24.com – Supportforum - Source No. 1 for HTPC Solutions |  03.03.2011 | 14:11 | permalink  

    [...] wird im Online-Magazin Carta die These zur Diskussion gestellt, dass zu Guttenberg der erste Minister sei, basement das Internet gestürzt hat. Ohne das [...]

  89. Ben |  03.03.2011 | 16:34 | permalink  

    Spannendes Detail via Wikipedia: Guttenberg war im Studium offenbar zu schlecht zum Promovieren und durfte dies nur aufgrund einer Sondergenehmigung:
    http://de.m.wikipedia.org/wiki/Karl-Theodor_zu_Guttenberg

    Der Fisch stinkt schon gewaltig.

    Und die Bild schreibt heute immer noch vom ueberraschenden Ruecktritt…

    Bin mal gespannt was GuttenPlag zu anderen Dissertationen des Kabinetts zu sagen hat :)

  90. Ben |  03.03.2011 | 16:36 | permalink  

    Und der “Freitag” schliesst sich RMLs These Im Wesentlichen an :)

  91. Linsenspaeller |  04.03.2011 | 15:17 | permalink  

  92. guttenberg im dschungelcamp | i live in my own little world, but it's ok... they know me here |  05.03.2011 | 15:21 | permalink  

    [...] netzpolitik.org steht geschrieben: “Robin Mayer-Lucht stellt bei Carta die gewagte These auf, dass Karl-Theodor zu Guttenberg der erste Minister sei, den das Internet gestürzt habe. Das [...]

  93. Guttenberg tritt zurück: Stürzte das Web den Minister? | Basic Thinking |  06.03.2011 | 07:35 | permalink  

    [...] zu Guttenberg, stellt sich die Frage, ob das Web ihn gestürzt hat. Spiegel Online und Carta interpretieren das zum Beispiel so. Selbst die “Bild”-Zeitung habe dem [...]

  94. Ben |  08.03.2011 | 11:06 | permalink  

    So jetzt ist es soweit: Die zwei Super-Themen Guttenberg und Gaddafi im Quadrat:

    U.K. University Director Quits Over Gadhafi Ties
    http://online.wsj.com/article/SB10001424052748703752404576178931680147622.html

  95. noName |  08.04.2011 | 19:45 | permalink  

  96. Der Netzaktivist Guttenberg » Von Linus Neumann » netzpolitik.org |  10.12.2011 | 20:41 | permalink  

    [...] dem Internet hatte Guttenberg, ”Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat” bisher bekantlich eher seine [...]

  97. Webschau März 2011 |  23.02.2012 | 16:24 | permalink  

    [...] untersucht. Er ist der erste Minister, den das Internet gestürzt hat, sagt Robin Meyer-Lucht auf carta.de. Markus Beckedahl setzt ein Fragezeichen hinter die These: Das Netz hat nur das fortgeführt, was [...]

  98. Interview mit carta.info: Meinungsjournalismus statt Nachrichten | Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0 |  29.03.2012 | 10:33 | permalink  

    [...] auf Carta waren übrigens nicht unbedingt netzpolitische Debatten, sondern beispielsweise die um zu Guttenberg oder [...]

  99. Internet-Berater zu Guttenberg kostete die EU bisher 20.000 Euro |  08.02.2013 | 01:25 | permalink  

    [...] Seit über einem Jahr ist der ehemalige Verteidigungsminister zu Guttenberg, auch bekannt als ”Der erste Minister, den das Internet gestürzt hat”, nun Berater der EU-Kommissarin für Digitales, Neelie [...]

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