szmtag
Matthias Schwenk

Apple in der Abofalle?

 | 29 Kommentar(e)


Apple hat seine Regeln für Abonnements im App Store vorgestellt und zeigt damit Mut zur Konfrontation. Denn der Konzern möchte nicht nur bei Zeitungen und Zeitschriften mitverdienen, sondern auch bei Musik und Videos.

16.02.2011 | 

Da haben wir es also, das Abo-Modell von Apple für den App-Store. Steve Jobs persönlich hat wohl Hand angelegt an den Pressetext, kenntlich gemacht durch die Anführungszeichen um einen Absatz. Damit wird eine wichtige Lücke für den Vertrieb von Content in der Welt der iPhones und iPads geschlossen, allerdings zu einem hohen Preis. Denn Apple hält die Hand auf und möchte von allen In-App-Abo-Verkäufen 30 % Umsatzbeteiligung.

Wie bisher schon üblich, dürfen Inhalte auch künftig außerhalb der Apps verkauft werden, indem die User über einen Link aus der App heraus auf eine Website des App-Anbieters geschickt werden und dann dort einkaufen. Allerdings: Wer dieses Modell weiterhin praktizieren will, muss ab jetzt auch die Möglichkeit offerieren, den Kauf in der App abzuwickeln. Davon nimmt sich Apple dann 30% vom Umsatz. Vorsorglich enthält die neue Regelung den expliziten Hinweis, dass In-App-Verkäufe nur zum gleichen oder einem niedrigeren Preis als außerhalb angeboten werden dürfen.

In erster Linie davon betroffen sind Medienhäuser, die Abos für Zeitungen und Zeitschriften im Wege von Apps für Apples iOS-Geräte anbieten möchten. Darüber hinaus nennt der Pressetext von Apple auch Videos und Musik, während Bücher unerwähnt bleiben. In guter Erinnerung ist aber, dass Apple unlängst eine App von Sony zurückgewiesen hatte, bei der es um Bücher ging.

Die bittere Pille versüßen darf der Hinweis am Ende des Textes, dass mit über 160 Millionen iOS-Geräten ein beachtlich großer Markt zur Verfügung steht. Die Worte “magisch” und “revolutionär” zur Beschreibung der Endgeräte mit dem Apfel-Logo runden das Bild ab.

Damit wird klar, dass Apple sich als eine Art Mautstelle für mehr oder weniger alle Content-Verkäufe über Applikationen inthronisieren will. Man vertraut dabei in erster Linie auf die Bequemlichkeit der Gerätebesitzer, die für ihre Einkäufe überwiegend den einfacheren und schnelleren Weg über den App Store nehmen dürften und die Möglichkeit, beim Anbieter selbst zu kaufen, vermutlich links liegen lassen werden.

Darüber hinaus baut Apple sicher auch darauf, dass mit iTunes eine geräteübergreifende Synchronisation möglich ist, die erlaubt, dass Einkäufe auf einem iPhone etwa auch am Mac-Rechner und eines Tages vielleicht auch auf einem Apple-Fernsehgerät genutzt werden können, weil alle diese Geräte kompatibel für Apps gemacht werden – den App Store für Mac-Rechner gibt es bereits. Die Losung lautet dann: Auf einem Endgerät kaufen und auf allen nutzen, was freilich voraussetzt, dass man sich als Kunde bei der Hardware absolut markentreu verhält. Es wäre ein nobles Gefängnis in Aluminium und Glas.

Am Ende mag hinter der harten Haltung Apples der Versuch stehen, endlich die Umsätze mit dem Verkauf von Inhalten sowie der Umsatzbeteiligung an den Verkäufen Dritter in den nächsten Jahren signifikant zu steigern und so die hohe Abhängigkeit vom Geschäft mit Hardware zu reduzieren.

Ob die Rechnung so aufgeht? Gut vorstellbar ist, dass Apple nicht nur von erbosten Zeitungsverlegern Gegenwind bekommt, weil diese meinen, von 70 % Umsatzanteil nicht leben zu können, sondern auch von den Wettbewerbshütern in Europa und Amerika. Auch die Applikations-Entwickler könnten Protest anmelden und damit drohen, zu Android oder gar Windows Phone 7 überzulaufen. Am Ende könnte sich die neue Richtlinie so als eine Art Abofalle entpuppen, ein Falle die sich Apple selbst gestellt hat.

Mehr zu : | | | |

CARTA Kaffeekasse

29 Kommentare

  1. Christoph Kappes |  16.02.2011 | 06:23 | permalink  

    Vor allem die Endkundenperspektive: Apple schlaegt 43% für eine Leistung auf, die sonst maximal 20% kostet!
    Endkunden wird das irgendwann auffallen, das sie die Zeche zahlen.

  2. Christoph Kappes |  16.02.2011 | 06:24 | permalink  

    hier noch ein s. wie “siehe Uhrzeit”.

  3. Maschinist |  16.02.2011 | 06:46 | permalink  

    Meine Güte! Wie konnte sich die Pressefreiheit nur in die Jetztzeit retten, obwohl sich Papierhersteller, Druckereien und Pressevertrieb Geld für ihre Tätigkeiten zu verlangen erdreisteten.
    Und jetzt will auch noch Apple Geld sehen, nur weil die anderen Faktoren wegfallen und das bisschen Hardware entwickeln, Software schreiben und Serverfarmen betreiben doch quasi umsonst und viel zu trivial für deutsche Edelfedern ist.
    Daher: Schnell umsatteln auf Windows Phone, denn wir alle kennen Microsoft ja als stets offen in alle Richtungen und bis zur Unkenntlichkeit selbstlos. Und Android erst! Marktanalysen haben doch ergeben, dass der Nutzer nichts mehr will als Versionschaos, Updates mal ja, mal da und dezentrale Verwaltung sämtlicher Medien. Selbstverständlich wird Google die deutschen Verleger für diese Großherzigkeit vergüten, statt so schamlos und dreist abzukassieren.

  4. Jens Würfel |  16.02.2011 | 07:38 | permalink  

    @3 – Sie sagen es, Herr Maschinist.

    Ja, es schmerzt, dass es tatsächlich doch einem Konzern gelungen ist, ein paralleluniversales Internet zu schaffen, in dem die Monetarisierung von Content gelingt. Diese Kapitalistenschweine!

    @1 – Da irren Sie, Herr Kappes: in der gesamten Vertriebswelt liegen die Aufschläge durchaus gern bei 30 – 50% für den nicht unerheblichen Mehrwert, dass jemand das Zeug hinstellt, das ein anderer herstellt .
    Im App-Fall (schönes Wort, oder?) wird es gar noch einer individuellen Funktionsprüfung unterzogen.

    Die Printproduktminimargen sind die Ausnahme im Markt – nicht die Regel.

    Es lässt sich wirklich reichlich finden, für das man Apple zu recht, dauerhaft, ganz einfach und weitestgehend gegenwindfrei kritisieren kann, Herr Schwenk (und das ist ja Ihre Long-Term-Agenda hier, wie es scheint), aber dieses Mal haben Sie es einfach nicht hinbekommen, die Knarre rechtzeitig aus dem Gürtel zu fummeln … und stattdessen das ganze Magazin in Ihren eigenen Fuss entleert.

  5. App-Flash » Apple in der Abofalle? — CARTA |  16.02.2011 | 08:17 | permalink  

    [...] den Originalbeitrag weiterlesen: Apple in der Abofalle? — CARTA Medien zum Thema   Medien by [...]

  6. matze11 |  16.02.2011 | 09:39 | permalink  

    Irgendwie kann man (Apple, Verbraucher oder wer auch immer) es den Verlegern nicht recht machen.

    Warum schafft es praktisch kein deutscher Verlag, die ja immerhin über genügend Reichweite und Content verfügen, ein vernünftiges Modell für die Zukunft auf die Beine zu stellen. Vielleicht über ein gemeinschaftlich genutztes Bezahlmodell.

    Aber nein, erst wird sich wegen Google bei unseren Politikern ausgeweint und Apple als der Messias empfangen. Tja und nun kommt Apple und will auch Geld verdienen. Mal ehrlich, wer das Geschäftsgebaren dieser Firma eine Weile beobachtet, sollte schon feststellen, dass Apple zuerst einmal sich selbst an erster Stelle sieht (warum auch nicht, Kapitalismus halt).

    Früher hatten die Verlage über den Kanal der Verbreitung und über die Inhalte geherrscht, dieses Alleinstellungsmerkmal bricht aber langsam weg. Jetzt fehlt den Herren halt die Innovationskraft, um neue Modelle zu entwickeln bzw. eine Zukunftsperspektive.

    Das Schlimme ist, persönlich gesehen, ich mag meine Apple-Produkte und arbeite in einem der größten deutschen Verlage. Beide Institutionen werden mir aber immer suspekter.

    Geschichte wiederholt sich nun einmal (Guttenberg, Erfindung des Autos, Fließbandarbeit).

    Eine Möglichkeit der Verlage wäre es vielleicht, mal wieder richtigen Qualitätsjournalismus herzustellen, stattdessen werden freie Journalisten mit Knebelverträgen abgespeist und in den Redaktionen gespart wo es nur geht (und einer der teuersten Faktoren sind halt die Mitarbeiter). Aber Hauptsache einmal im Jahr eine Abteilung outgesourct, Redaktionen, Bildredaktionen, Journalisten, aber auch Druckereien. In der neuen Firma ist der Verdienst entsprechend geringer.

    Ich wäre ja sogar bereit, für Inhalte zu zahlen, gebt mir eine einfache, vernünftige Möglichkeit!
    Apple bietet sie halt.

  7. Die Politik » Apple in der Abofalle? |  16.02.2011 | 09:50 | permalink  

    [...] Apple in der Abofalle? [...]

  8. Christoph Kappes |  16.02.2011 | 09:52 | permalink  

    @Jens Würfel:
    In der gesamten Vertriebswelt betrage die Marge <=30%, schreiben sie.
    Das ist richtig, aber nur Offline, wegen der Personalkosten.

    Im Online-Bereich ist das nicht so, und es ist auch nicht gerechtfertigt, weil die Kosten sehr viel geringer sind.

    (Natürlich steht es Apple frei, diese Preise zu nehmen. Ich sehe da aber die Strategie, den Markt auszuschöpfen, wie Apple es auch mit Hardware macht – und auch ein bisschen Hochmut.)

  9. Matthias Schwenk |  16.02.2011 | 10:19 | permalink  

    @Jens Würfel: Sollte ich mir tatsächlich in den eigenen Fuß geschossen haben, glauben Sie mir, den Schmerz spüre ich schon lange nicht mehr. Steve Jobs macht was er will, die Konsumenten rennen ihm kritiklos hinterher und die Verleger bzw. Medienhäuser schaffen es nicht im Ansatz, eigenständige und unabhängige Lösungen zu schaffen. Es ist wie in Kommentar Nr. 6 (matze11) beschrieben.

    Im Übrigen habe ich bereits im Juni 2010 hier auf Carta vorgeschlagen, die Verleger mögen doch eine eigene, standardisierte Bezahlplattform entwickeln, die sich auf Websites einbinden und damit über den Browser nutzen lässt – unabhängig von der Hardware (Smartphone, Tablet, Notebook, PC…) und unabhängig von App Stores.

    Seit einiger Zeit beobachte ich auch mit sehr gemischten Gefühlen, wie in iTunes die Preise für Musik in der Tendenz leicht nach oben gehen. Spätestens jetzt ist auch klar warum: Mit der neuen Regelung, wonach jeder Wettbewerber seine Inhalte (die auch Musik sein kann) auch innerhalb seiner App anbieten muss und Apple davon 30 % einbehält, hält man sich die Konkurrenz vom Leib und gewinnt Spielraum für eigene Preiserhöhungen.

  10. Jens Würfel |  16.02.2011 | 10:58 | permalink  

    @ Christoph Kappes, #8

    Nein, ich schrieb nicht “= 30%”.

    Und ob und wodurch das gerechtfertigt ist (sehen Sie das doch bitte ein und mir die Oberlehrerhaftigkeit nach), ist komplett irrelevant.
    Das entscheiden nicht Sie.
    Und auch nicht ich.
    Sondern allein der Markt.
    Nachfrage.
    Das Gejammere bringt doch nichts.

    @ Matthias Schwenk

    Ja, ganz ehrlich (und ganz ohne Häme oder Hohn), ich habe allmählich auch den Eindruck, dass Sie den Schmerz nicht mehr spüren.
    Und das ist m.E. doch der Zeitpunkt, mal mit dem Ausprobieren von Therapien anzufangen, insbesondere da auch CARTA betroffen ist:

    http://carta.info/36250/in-eigener-sache-carta-stellt-sich-neu-auf/

    Die Fakten sind doch:
    - Carta ist unterfinanziert, Flattr und Kachingle wohl eher begrenzt wirksam
    - Carta hat aktuell 1.923 FB-Fans
    - Carta hat keine App im App-Store

    Warum, um alles in der Welt, verschwenden Sie hier Ihre Zeit mit dem Lamentieren über Apple’s langjährigen Markterfolg (der im übrigen auf Qualität basiert, die die Preise per se rechtfertigt, den ohne Qualität geht’s in dem Segment nicht), anstatt damit anzufangen, einen Teil Ihrer Inhalte z.B. über eine CARTA-App mit In-App-Kaufoption anzubieten.

    100% von € 0,00 ist € 0,00
    70 % von € 0,99 ist € 0,69

    Keine Ahnung, ob und wie viel Ihrer knapp 2.000 Fans bereit wären, für Carta (oder Teile davon) zu bezahlen – mir z.B. wäre es das wert.
    Wenn Ihnen das Risiko zu groß ist, eine App ins Blaue programmieren zu lassen, können Sie sie ja vorher fragen:

    http://www.polldaddy.de

    Probieren Sie doch erstmal die Auster – wenn Sie Ihnen nicht schmeckt, spucken Sie sie eben wieder aus!
    Aktuell aber reihen Sie sich lediglich in eben jene journalistische Klagemauer ein, die Ihre Co-Autoren an anderer Stelle gern hier kritisieren.

    Und das kann ich nicht begreifen.

    Zu beklagen, dass Steve Jobs seit Jahr und Tag weiter denkt als von der Tapete bis zur Wand, ist ebenso sinnlos wie neidgeprägt. Er hat Ihnen einen Kiosk vor die Nase gestellt, der Sie nur dann etwas kostet, wenn Sie auch etwas darin verkaufen – nutzen Sie ihn oder gehen sie drumrum.

  11. Jens Würfel |  16.02.2011 | 11:01 | permalink  

    Nachtrag zu meiner Antwort an Herrn Kappes #10, da einige meiner Zeichen wohl als Steuerzeichen fehlinterpretiert wurden:

    Es muss richtig heissen “Nein, ich schrieb nicht kleinergleich 30%, sondern größergleich 30%”.

  12. Henning Grote |  16.02.2011 | 11:57 | permalink  

    Kleiner Fehler im zweiten Absatz: Die Anbieter dürfen _nicht_ mehr aus der App heraus zu einer Website oder anderen Aboangeboten ausserhalb des iTunes Store linken. Zitat aus der Apple Mitteilung: “… publishers may no longer provide links in their apps (to a web site, for example) which allow the customer to purchase content or subscriptions outside of the app.”

    Aber was macht Apple eigentlich da?

    Doch nichts anderes als jeder andere Vertrieb doch auch. Sie verlangen Geld dafür, dass sie eine Verkaufsplattform bieten und den Anbietern neue Abonennten liefern. Vielleicht sind 30% dafür viel, da fehlt mir der tiefere Einblick.

    Aus der Perspektive des Nutzers bringt es aber entscheidende Vorteile:

    1. Einfachere Bezahloption – wenn ich schon ein Itunes Account habe, kann ich auch bezahlen und muss nicht auf einer anderen Website erstmal andere Zahlungsoptionen auswählen.

    2. Bessere Übersicht – mein iTunes Konto wird die zentrale Sammelstella für alle Ausgaben, die ich mit dem Gerät (iPhone, iPad, iPod touch) mache. Ich kann meine Kosten also auch besser kontrollieren.

    3. Bessere Kontrolle über meine Daten – Apple wird meine Daten nur mit meinem Einverständnis an die Anbieter weitergeben.

    Vor allem letzteres ist eine sehr bittere Pille vor allem für die Verlage. Denn die verdienen ein beträchtliches Geld damit, Adressdaten ihrer Abonnenten weiterzuverkaufen.

    Letzlich ist Apple nur konsequent. Sie machen das, was für das eigene Unternehmen und die eigenen Kunden/Nutzer am besten ist. Spannend wird jetzt nur, ob die Marktdurchdringung der iOS Plattform ausreicht, dass die Nachfrage die Anbieter zwingt, Apples Konditionen zu akzeptieren.

  13. Lioman |  16.02.2011 | 12:23 | permalink  

    Apple bietet eine Plattform die es für alle einfach macht Inhalte zu verkaufen und zu kaufen. So schwierig mir diese Aussage fällt und so kritisch ich die Politik dieses Unternehmens sehe: Der Markt bestimmt einen gerechtfertigten Preis..

    Trotzdem könnte das für Apple schlecht ausgehen. Denn wenn der Druck hoch genug ist – ist der Anreiz andere Plattformen zu entwickeln eben auch hoch.
    Es könnten sich schnell andere Kanäle durchsetzen denn wenn Contentanbieter schlau genug sind nutzen sie etwas vom Gewinn und reichen ein bisschen an den Kunden weiter.
    Wenn ich weiß, dass meine Zeitung über itunes 1€ kostet und über Android/ andere Plattformen 0,80€ werde ich beim nächste Handykauf doch eher zu einem Gerät greifen, dass nicht aus dem Hause Apple kommt.

  14. noName |  16.02.2011 | 12:33 | permalink  

    Das iPad wird in Kürze nicht mehr konkurrenzlos sein. So ein Samsung Galaxy Tab 10,1 u. a. werden die Verbraucher womöglich dazu bewegen, über andere Plattformen Lesestoff zu beziehen.

    30% sind ausgesprochen viel. Freie Handelsvertreter im Design- und Möbelbereich bekommen beispielsweise 10% vom Nettoumsatz. 5% wären eher angemessen für die Apple-Plattform. Wenn es ernsthafte Konkurrenten gibt, wird Apple die satten 30% nicht mehr einstreichen können. Vielleicht sollten die Verlage auf Alternativen setzen oder selbst was aufziehen, plattformunabhängig von den Hardwareherstellern.

  15. Apple in der Abofalle? — CARTA | x-clips Game, Browsergame, Rollenspiel |  16.02.2011 | 12:42 | permalink  

    [...] den Beitrag weiterlesen: Apple in der Abofalle? — CARTA Content Ende Zitat/ Auszug Diesen Beitrag in sozialen Netzwerken posten, Danke! [...]

  16. Matthias Schwenk |  16.02.2011 | 12:49 | permalink  

    @Henning Grote: Was den Fehler im zweiten Absatz betrifft, so werden wir wohl abwarten müssen, wie das künftig in den Apps konkret aussieht. Denn Apple fordert einerseits, dass Käufe künftig in der App möglich sein müssen (der Anbieter behält hier 70% des Umsatzes, 30% gehen an Apple), erlaubt andererseits auch Käufe auf den Websites der Anbieter (100% vom Umsatz verbleiben beim Anbieter, Apple bekommt nichts). Letztlich muss aber der Content irgendwie in der App auftauchen, egal wo gekauft und ob direkt verlinkt oder nicht. Ich bin selbst sehr gespannt darauf, wie das aussehen wird.

  17. Apple in der Abofalle? — CARTA | INFOS FINDEN BEI MY-TAG.DE Game, Browsergame, Rollenspiel |  16.02.2011 | 13:35 | permalink  

    [...] den Beitrag weiterlesen: Apple in der Abofalle? — CARTA Tags:sondern-auch, Abonnements, und-zeigt, Konzern, chte-nicht, zeitungen, hat-seine, [...]

  18. Henning Grote |  16.02.2011 | 14:02 | permalink  

    @Matthias Schwenk (16)

    Der Content muss in der App auftauchen, darum geht es bei der Frage des Links zu alternativen Kaufoptionen aber auch gar nicht.

    Bisher darf zum Beispiel ein Verlag in der App auf (s)eine Website mit einer Bezahlfunktion oder Aboregistrierung verlinken. Das hat Apple jetzt untersagt.

    Die App Anbieter dürfen aber weiterhin alternative Bezahl- und Aboservices anbieten. Das kann so aussehen, dass eine Zeitschrift auf der eigenen Website das Abo anbietet und den Nutzer bezahlen lässt.

    In der App muss dann nur noch die Authentifizierung erfolgen. Vom dem Umsatz, der auf der eigenen Website erzielt wird, darf der Anbieter 100% behalten.

  19. Christoph Kappes |  16.02.2011 | 15:33 | permalink  

    @10 Jens Würfel:

    - Bei mir ist das <-Zeichen falsch, weil Shift nicht gedrückt – Sie und ich hatten also das gleiche Problem.

    - Auch argumentiere auf marktwirtschaftlicher Grundlage, siehe meine Artikel zu Google Apple Facebook auch hier. Ich werte aber trotzdem. Wenn mir die Currywurst für 7 EUR zu teuer ist, dann sage ich, dass ich das für Nepp halte. Bei einem Tablet für 1200 EUR schreibt ja auch jeder "teuer", ohne dass man in den Kommentaren Marktwirtschaftler findet, die "Das entscheidet aber der Markt" darunterschreiben :-).

    - Insgesamt was uns hier angeht, haben Sie aber recht. 1:0. für Sie.

  20. GB Bilder » Apple in der Abofalle? — CARTA |  16.02.2011 | 15:56 | permalink  

    [...] den Beitrag weiterlesen: Apple in der Abofalle? — CARTA Medien zum Thema   Medien by [...]

  21. Jürgen Kalwa |  16.02.2011 | 16:04 | permalink  

    Dies wäre der Zeitpunkt, um sich und die Vertriebsspezialisten zu fragen: Was macht eigentlich das deutsche Presse-Grosso in diesen unseren Zeiten? Wickeln die nur noch ab? Oder ent-wickeln die mal ein Modell, auf das die Verlage gerne zurückgreifen würden? Das sind doch Leute, die den Markt und die Verbraucher zumindest über die Anhäufung statistischer Daten ausloten können und entsprechend reagieren. Gehen die am Stock und können nicht investieren? Oder denken die nur “von der Tapete bis zur Wand” (ganz herrliches Sprachbild, Herr Würfel)? Oder träumen die von einer Zeit, die nie wiederkehrt?

  22. noName |  16.02.2011 | 20:53 | permalink  

  23. noName |  16.02.2011 | 20:54 | permalink  

    Macht

  24. noName |  16.02.2011 | 21:12 | permalink  

  25. Maschinist |  17.02.2011 | 00:20 | permalink  

    Warum zahlen Leute eigentlich mehr für Apples Hardware, nur um dann damit Apples überteuerte Inhalte zu nutzen – und sind dennoch zufrieden bis begeistert?
    Und wie zum Teufel konnte diese Fast-Pleite-Firma das in 10 Jahren in dieser sich rasant entwickelnden Branche tun?
    Evtl. weil sie sich Fragen stellen auf die deutsche Verleger vor lauter Lamentieren niemals kommen können – und auch noch Antworten darauf liefern?

    Wo bleibt eigentlich der Kiosk für das WeTab?
    Eben.

  26. Jens Würfel |  17.02.2011 | 09:12 | permalink  

    @ Herrn Kappes #19

    Dass Sie mich angesichts meines Kommentars als “Marktwirtschaftler” sehen, habe ich mir eindeutig selbst zuzuschreiben ;-).

    Ja, Sie haben recht, ein “der Markt wird’s schon richten” verdient eine Einzahlung meinerseits ins Phrasenschwein. Mir geht es aber um etwas anderes, denn wir führen hier eine Autorendiskussion und keine Konsumentendiskussion, und es ist mir wichtig, das an dieser Stelle nochmals zu verdeutlichen:

    Ich habe vor rund 25 Jahren meine beiden ersten Bücher veröffentlicht. Dafür erhalte ich eine Autorentantieme von 6% auf die Auflage vorab bzw. 10% nach verkauftem Exemplar. Da es Theaterstücke sind, gibt es diese nur im Versand beim Verlag direkt (also keine Buchhandelsmarge). Der Verlag behält also 90 – 94% des Umsatzes ein.
    Sollte das aufführende Theater mehr als eine Vorstellung geben, erhalte ich von den weiteren Aufführungstantiemen 50% – der Verlag behält ebenfalls 50%, ohne dass er eine erneute Leistung für mich erbracht hat (denn die Zahl der Aufführungen steht mit der Verlagsarbeit in keinerlei Zusammenhang).
    Ich habe weder ein Mitspracherecht beim Preis des Rollensatzes noch bei der Festlegung der Tantieme.
    Mit fallen für diese Prozedur Begriffe ein wie “Wegelagerei, Ausbeuterei, Sauerei”. Trotzdem bin ich den Deal eingegangen – denn der Verlag hatte seinerzeit eine marktbeherrschende Stellung, und ohne die Aufnahme in dessen Katalog hätte mangels vernetzter Welt niemals jemand von meinem Zeug erfahren.

    Würde ich das heute noch einmal so machen?
    Auf keinen Fall.
    Aber nur, weil ich es nicht mehr muss! :-)

    Zwischenzeitlich haben nämlich große (und naturgemäß ausnahmslos undeutsche Unternehmen) dafür gesorgt, dass mein Kuchenstück erheblich größer wird.

    Bei Amazon bekomme ich – sehr grob vereinfacht – im elektronischen Eigenverlag schon einmal 30%, in den USA und UK je nach VK sogar bis zu 70% abzüglich Datentransfergebühren.

    Die Baumobstfirma zahlt aktuell aber am besten: nämlich 70% fix. Ohne zusätzliche Gebühren für Datentransfer, Zahlungsabwicklung und One-Klick-Purchase. Das nenne ich autorenfreundlich! Zum jetzigen Zeitpunkt meines Wissens nach der beste Deal am Markt – weltweit!

    Drum wundert es mich, dass ausgerechnet auf denjenigen eingedroschen wird, der derzeit am Spendabelsten ist.

    Wenn Google jetzt auf 10% runtergeht – ja, wundervoll! Mach ich! Allerdings: ob die es schaffen, n o c h ein Paymentsystem am Markt zu etablieren, bleibt erst einmal abzuwarten.

    Entscheidend dabei: ich muss mich noch nicht einmal mehr auf einen Verlag/Vertriebsweg beschränken, sondern kann anbieten, wo ich will! Soviel Freiheit und Marge gab es noch nie.

    Schauen Sie nur, wie die allein die Musikerszene von iTunes und Co. profitiert hat. Wer veröffentlichen will, ist schon lang nicht mehr auf wohlwollende, einflussnehmende und zudem rechtlich national beschränkte Verlage mehr angewiesen.

    Das war jetzt die Autorensicht (Inhaltslieferant) – und um die ging es Herrn Schwenk hier.
    Ihr Currywurstvergleich zielt jedoch auf die Lesersicht (Inhaltskonsument); dem aber ist die diskutierte Margenverteilung zurecht vollkommen schnuppe.

    Vollkommen bei Ihnen bin ich freilich, wenn es um das Preisleistungsverhältnis geht, das mich als Endkunde betrifft: trotz fünfzehn Jahren professionell bedingter Apple-Kundschaft habe ich bis heute kein iPhone, weil für mich sowohl Ladenpreis wie Providerbindung als auch Höhe und Vertragsdauer der Monatsflats absolut indiskutabel waren – zu “teuer”, wie sie sagen … :-)

    Millionen von anderen jedoch kaufen die Currywurst für 7 Euro nicht nur, sondern aktualisieren sie auch noch regelmässig auf die neueste Version. Irgendwie scheint sie zu schmecken … dauerhaft.

    In dem Zusammenhang nochmals zurück zu
    @ Herrn Schwenk, Nr. #9

    Ihr Wunsch nach einer verlegerseitigen Bezahllösung bleibt für mich vollkommen unnachvollziehbar. Warum sind Sie nicht froh, aus der Verlegerzange rauszukommen? Genau da liegt doch der Hund begraben! Jedes bestehende externe System verschafft Ihnen als Autor doch zwangsläufig mehr Freiheit und Honoraroptionen als jedes neue System, welches erst wieder aufwändig etabliert werden muss und wieder nur eine Insellösung darstellt.

    Ein Bezahlmodell/-system muss meiner Einschätzung nach drei Kriterien erfüllen, wenn es erfolgreich sein will:
    - es muss einfach … nein, ich korrigiere mich: einfachst zu bedienen sein.
    - es muss produktübergreifend nutzbar sein (also nicht etwa nur digital content)
    - es muss von vielen genutzt werden.

    Schön, aber für den Erfolg nicht zwingend nötig wäre es, wenn es auch noch gebührenarm wäre.

    Wie jeder weiß, ist da PayPal im Moment ganz vorn – huckepack erfolgreich geworden durch die ebay-Integration.

    Und das übertragen Sie jetzt bitte mal dem Gedankenspiel zuliebe in die Apple-Welt:
    - 150 Millionen iTunes – User mit hinterlegtem Bankaccount
    - ein zehnstelliger Betrag auf Apple’s Kriegskassensparbuch
    - das iPhone als eWallet in naher Zukunft ist wahrscheinlich

    Was würden Sie dann tun, wenn Sie Apple wären?

    Ich habe nicht viel Ahnung vom Finanzgeschäft, aber mir kommt als nächstes “one more thing” der Begriff “iBank” in den Sinn …

  27. Roger |  20.02.2011 | 00:01 | permalink  

    “Auch die Applikations-Entwickler könnten Protest anmelden und damit drohen, [ ... ] oder gar Windows Phone 7 überzulaufen.”

    Gerade diese Drohung würde Apple maßgeblich beeindrucken. iOS Entwickler sind insgeheim geradezu versessen darauf, auf Windows Phone 7 zu entwickeln. Nur fehlte bisher der Anlass. Richtig: die Verlegerklausel! Jetzt geht der Exodus wohl so richtig los.

    Aber warum wurden die anderen, ebenso realistischen Gefahren für Apple nicht erwähnt: Auch könnte ein Meteor auf Apples Hauptquartier niederfallen oder eine Armee lilafarbener Killerfrösche angreifen. Oder “KT” macht dem Treiben Apples eine Ende und schickt die Armee.

    Schicken sie doch schnell ein Fax an Steve Jobs. Es gilt, keine Zeit zu verlieren. Die Verlegerklausel ist der Anfang vom Ende für Apple. Weil die Verleger so wichtig sind. Wenn die Apple nicht schnell einlenkte, machen die Verleger tolle Konkurrenzprodukte – in digitalen Medien und Vertriebswegen kennt man sich ja aus.

  28. Jürgen Kalwa |  21.02.2011 | 15:28 | permalink  

    Gedanken aus Amerika zum Thema: David Carr gestern in der New York Times. “Of all Apple’s creations, the iTunes and App Stores may be the most amazing. That shimmering retail environment, home to more than 100 million credit cards freely given, is the only place on the planet that has shown an ability to separate consumers from their money for digital media.” http://www.nytimes.com/2011/02/21/business/media/21carr.html?pagewanted=2&_r=1&ref=business

  29. Directions | Jens Würfel | Der App-Fall auf CARTA |  09.06.2011 | 08:30 | permalink  

    [...] Stores an den Endkunden gelangt. Viel Asche, findet Matthias Schwenk(1) in seinem Artikel Apple in der Abofalle? im neuerdings leider nur noch unregelmäßig lesenswerten [...]

Sie möchten diesen Text kommentieren?

Ihr Name (erforderlich):

Ihre E-Mail (erforderlich):

Ihre Website:

Über Facebook oder Twitter einloggen:

Sie können Ihren Kommentar mit HTML-Befehlen formatieren.