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Sandra Mamitzsch

Es gibt keine Presse mehr – aber auch keinen Rundfunk

Sandra Mamitzsch | 2 Kommentar(e)


Christian Jakubetz fragt: “Warum sollten die öffentlich-rechtliche Sender weiterhin nur das machen, was sie schon seit 50 Jahren machen?” Damit verlören sie langfristig ihre Existenzberechtigung.

22.07.2010 | 

Christian Jakubetz reagiert auf Hanfelds “Wir sind alle Rundfunk” und erklärt: “Es gibt keine Presse mehr“:

Es gibt keinen Rundfunk mehr, der nur noch Rundfunk macht. Und es gibt keine Presse mehr, die nur noch Presse macht. Im Netz begegnen sich beide wieder, naturgemäß als Konkurrenten. Das waren sie vorher auch schon, jetzt sind sie es noch stärker. Das trifft alle, nur dass man umgekehrt noch nie einen Fernsehsendern lamentieren hören hat, dass die Zeitungen jetzt auch Videos (eben: Rundfunk) anbieten. Oder dass es YouTube gibt. Wenn es aber keine Medienzuordnungen im klassischen Sinn mehr gibt — welchen Sinn macht es dann, darauf zu beharren, dass öffentlich-rechtliche Sender weiterhin nur das machen, was sie schon seit 50 Jahren machen?

Leider setzt er dabei Audio- und Videoinhalte mit Rundfunk gleich. Eigentlich sollte es doch heißen:

Im Internet gibt es weder etwas, das Rundfunk genannt werden kann, noch gibt es noch eine Presse im herkömmlichen Sinn. Was als Medienkonvergenz beschrieben wird, bedeutet einfach: Es gibt Audio-, (Bewegt-)Bild- und Text-Inhalte, ganz unabhängig vom Datenträger. Rundfunkhäuser und Verlage sind damit Inhalteanbieter.

Das ist allerdings reine Begrifflichkeit zu im Kern völlig berechtigten Beobachtungen:

Umgekehrt kann Fernsehen heute in einer hyperkonvergenten Medienwelt eben nicht mehr nur im Fernsehen stattfinden, Radio nicht mehr nur im Radio. ARD und ZDF würden innerhalb kürzester Zeit vor existenziellen Fragen stehen, gäbe es ihre Angebote nicht in angemessener Form auch im Netz und auf dem Smartphone. Das Publikum der Zukunft wird vorwiegend digital leben. Wenn ARD und ZDF dort nicht stattfinden dürfen, verlieren sie über kurz oder lang ihre Existenzberechtigung.

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2 Kommentare

  1. Tweets that mention Es gibt keine Presse mehr – aber auch keinen Rundfunk — CARTA -- Topsy.com |  22.07.2010 | 21:34 | permalink  

    [...] This post was mentioned on Twitter by korbinian polk, Carta. Carta said: Es gibt keine Presse mehr – aber auch keinen Rundfunk http://goo.gl/fb/QWAWc [...]

  2. Hans Carlos Hofmann |  22.07.2010 | 23:08 | permalink  

    Leider ist da ein Fehler in Ihrer Betrachtung enthalten: ARD und ZDF haben ihre Existenzberechtigung, auch ohne Internet, bereits verloren! Außerdem sind sie ja Inhalteanbieter mit Zwangsfinanzierung, was unvereinbar ist mit einem Status von “einem unter vielen”.

    Der öffentlich rechtliche Rundfunk wurde ins Leben gerufen, als man nach dem 1000 jährigen Reich mit entsetzen Festellen musste, was man mit Monopolindoktrination erreichen kann. Synonym dafür war der Volksempfänger, auch liebevoll Göbbels-Schnauze genannt, welche Unterhaltung und die Regierungsauflassung unters Volk brachte.

    Mit dem öffentlich rechtlichen Rundfunk sollten zwei Dinge erreicht werden. (1) Die Regierung sollte keinen direkten Zugriff auf die elektronischen Medien haben. Das war damals besonders relevant, weil die technische Entwicklung noch im Anfangsstadium war, und nur Sendefrequenzen von 50MHz möglich waren.

    Damit konnte man nur ein Fernsehprogramm realisieren und einige Rundfunkprogramme, wenn man anerkennt, das Nachbarstaaten auch Rundfunk machen wollen. Insofern ist auch das Ziel (2) des öffentlich rechtlichen Rundfunks relevant gewesen, allen gesellschaftlichen Gruppen Zugang zu den wichtigen elektronischen Medien zu gewähren.

    Heute, 65 Jahre später, stechen allein auf einer Satelliten Postion 4000 MHz Bandbreite, das 80 fache, zur Verfügung. Heute werden die Signale um ein vielfaches effizienter codiert, so das sogar der 500 fache Platz für Angebote zur Verfügung steht. Außerdem können mit der selben Frequenz verschiedene Programme von verschiedenen Orbit Positionen abgestrahlt werden. Für ein paar Euro mehr bekommt man z.B. einen mehrfach multi-sat-lNB, mit denen man sogar mehr als den 2000 fachen Senderaum erschließen kann, So kommt es, das heute jeder jeden Sender aus Europa bekommen kann und noch viele aus Übersee als Zugabe. Selbst Unternehmen habe heute mitunter eigene Fernsehkanäle, so gab es z.B. eine Zeitlang Bahn-TV

    Bis hierhin habe ich noch kein Wort über das Internet verloren, das es jedem ohne über die Zugangskosten hinausgehenden finanzieller Mittel gestattet seine Meinung in Text, Bild, Ton und Video zu veröffentlichen. So das auch für den ganz kleinen Geldbeutel publizität Sichergestellt ist.

    Fazit Sowohl (1) als auch (2) als Motivation fallen aus. Und von Qualitätsjournalismus kann auch keine Rede sein, wird doch von den öffentlich Rechtlichen gezielt gelogen. Bei der Bundespräsidentenwahl wurde .z.B. berichtet, es gäbe 3 Kandidaten, tatsächlich waren es vier. Ok der Mann war von der NPD, und somit irrelevant, aber immerhin ist es der einzige Kandidat ohne zerrüttete Familienverhältnisse. Die Menschen, die sich beim Public Viewing eingefunden haben, jubelten bei den Stimmen für Herrn Gauck, und waren alles andere als Begeistert über die Wahl von Herrn Wulff. Was wurde Berichtet, nun es wurde schlicht die der Jubel dem anderen Kandidaten selbstherrlich zugeteilt. So eine Journalie kann sofort abgewickelt werden und die GEZ Zwangsgebühr ist abzuschaffen.

    Um die öffentlich Rechtlichen besser einschätzen zu können, sollte man regelmäßig die mit dem Grimme Preis ausgezeichnete Web-TV Sendung Fernsehkritik.TV verfolgen.

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