Redaktion CARTA | 88 Kommentar(e)
“Wir bedauern sehr, dass Herr Seemann dem Vorgang eine Wendung ins Grundsätzliche gegeben hat.”
25.06.2010 |
Die F.A.Z. hat uns auf Anfrage folgende Stellungnahme zukommen lassen:
“Herr Seemann hat mehrfach Fotos in sein Blog CTRL-Verlust gestellt, deren Rechteinhaber ausdrücklich die kommerzielle Nutzung untersagten. Er ist, wie alle Blogger der F.A.Z., noch einmal am 21.6.2010 in einer Mail darauf hingewiesen worden, unter keinen Umständen geschützte Fotos zu veröffentlichen. Verstöße gegen das Urheberrecht und Verletzungen von Creative-Commons-Lizenzen sind nicht hinnehmbar, schon gar nicht von einem Autor, der über digitale Themen schreibt.
In seinem jüngsten Blogbeitrag hatte Herr Seemann drei Fotos veröffentlicht, die unter Creative-Commons-Lizenz standen und nicht zur kommerziellen Nutzung freigegeben waren. Die Redaktion hat diesen Beitrag daraufhin aus dem Netz genommen und Herrn Seemann in einer Mail darüber informiert.
Entgegen redaktioneller Absprache hat Herr Seemann diesen Beitrag kurze Zeit später durch eine Version ohne Fotos ersetzt und ohne Rücksprache auf der Homepage von FAZ.NET publiziert. Daraufhin hat die Redaktion sein Blog vorübergehend gesperrt. Sie sah sich gezwungen, die Bildrechte an sämtlichen Fotos zu überprüfen und etwaige nachträgliche Veränderungen für den Fall zu verhindern, dass der Verlag der F.A.Z. mit Rechteansprüchen konfrontiert werden würde.
Allerdings hatte Herr Seemann den Vorgang zu diesem Zeitpunkt bereits per Twitter kommentiert und ihm eine Wendung ins Grundsätzliche gegeben. Wir bedauern das sehr, sehen darin aber allenfalls einen persönlichen und keinen systematischen Konflikt. Im übrigen kann Herr Seemann, wie wir ihm mitgeteilt haben, nach der Prüfung auf etwaige andere Urheberrechtsverstöße an Bildern jederzeit über seine Inhalte verfügen und sie auf der eigenen Website publizieren.”
Die Stellungnahme schickte uns der Feuilleton-Redakteur Fridtjof Küchemann.
Höchstwahrscheinlich bezieht sich die FAZ-Kritik auf diesen Tweet.




[...] Es gibt nun eine Stellungnahme der [...]
„Wir bedauern das sehr, sehen darin aber allenfalls einen persönlichen (…) Konflikt.“
Deshalb lassen sich Nachbarschaftsstreitigkeiten meist auch nicht lösen. Was für Abmahnanwälte?
Dass der Tweet imo ein großes Stück Ironie beinhaltet, ist in der FAZ-Redaktion niemandem aufgefallen?
Das entspricht im wesentlichen der Darstellung von Michael Seemann: Der Blog wurde gesperrt, weil er den Artikel ohne Bilder hochgeladen hat. Die Sperrung hatte also nicht direkt mit dem Hochladen der Bilder zu tun.
Die FAZ versucht, einen Zusammenhang zwischen dem Hochladen eines Artikels ohne Bilder und dem Überprüfen der restlichen Bilder in seinem Blog zu konstruieren – sie schafft es aber in keinster Weise, diesen Zusammenhang logisch zu begründen.
Ebenso schafft sie es nicht darzulegen, wieso sie nicht in der Lage ist, einen Autor klar über den Zustand seines Blogs zu informieren.
Ebenfalls ist die Behauptung nicht stichhaltig, dass Michael Seemann dem Geschehen durch seine Äußerungen auf Twitter irgendeine grundsätzliche Wendung hätte geben können. Es muss jedem klar sein, dass sich ein Autor auf Twitter natürlich dazu äußert, wenn sein Blog nicht mehr erreichbar ist – einfach der Schnelligkeit des Mediums geschuldet. Es ist absolut üblich, dass Blogger über den technischen Zustand ihres Blog informieren. Wer das nicht versteht, versteht das Medium Twitter einfach nicht.
Und – die FAZ schafft immer noch nicht, sich zu der Zukunft des Blogs zu äußern. Kann er wieder Online gehen, nachdem die Bildrechte überprüft sind? Selbst dazu äußert sie sich nicht klar.
Ich finde die FAZ-Stellungnahme aufgrund der vielen fehlenden Informationen wenig hilfreich.
at xbg: Zur Zukunft von Ctrl-Verlust aeussert sich die FAZ hier in der Tat nicht – womit sie letztlich auch sagt, dass darueber noch nicht eindeutig entschieden ist.
Das ist ziemlich plausiblel. Allein der Verstoss gegen die redaktionelle Anordnung Bilder nicht zu klauen, reicht aus. Was mich zunehmend wundert, dass dieser Megavordenker damit durchkommt, Bilder von CC zu klauen, deren Rechteinhaber, das komerzielle Nutzen verboten haben. Und kommerziell ist hier nicht nur die FAZ: auch Seemann wurde ja bezahlt für seine Blogs, so gut, das er damit seinen NY Aufenthalt bezahlen konnte. Miese Tour.
[...] Und im Übrigen hätte ich euch gern auf den einschlägigen Beitrag eines meiner Lieblingsblogs verwiesen, der unter „Apple vs. Turing“ heute noch in den Leseempfehlungen steht. Aber dieses (FAZ-)Blog scheint von der Redaktion gelöscht worden zu sein – bizarre Geschichte, Details hier und, nicht minder lesenswert, aus anderer Perspektive beleuchtet. Update: Offizielle Stellungnahme der Redaktion hier. [...]
@Thomas: “Allein der Verstoss gegen die redaktionelle Anordnung Bilder nicht zu klauen, reicht aus.”
Das mag sein. Aber wenn Du die FAZ-Stellungnahme gelesen hättest, dann wüsstest Du, dass der Verstoss gegen das Copyright NICHT die Urache für die Sperrung des Blogs war. Insofern geht Dein Argument völlig am Kern vorbei.
at Thomas> Das Urheberrecht stellt keine Eigentumsrechte dar, sondern Verwertungsrechte. Daher ist es besser , nicht von “Klauen” zu sprechen. Es handelt sich lediglich um eine rechtswidrige Verwendung. Vielleicht traegt auch dies ein wenig zur Deeskalation bei.
@xbg: Das nun nicht. Er hat sich eine redaktionelle Anweisung nicht gehalten. In diesem Fall: die Sperrung zu respektieren. Im anderen: keine Bilder zu klauen.
at xbg> genau, das Hauptproblem war nach FAZ-Darstellung der Verstoss gegen redaktionelle Absprachen.
Im Kern steht also ein Work-Flow- und Abstimmungsproblem und eines von Souveraenitaet.
@Thomas: In der Stellungnahme steht es doch drin:
“Entgegen redaktioneller Absprache hat Herr Seemann diesen Beitrag kurze Zeit später durch eine Version ohne Fotos ersetzt und ohne Rücksprache auf der Homepage von FAZ.NET publiziert. Daraufhin hat die Redaktion sein Blog vorübergehend gesperrt. Sie sah sich gezwungen, die Bildrechte an sämtlichen Fotos zu überprüfen und etwaige nachträgliche Veränderungen für den Fall zu verhindern, dass der Verlag der F.A.Z. mit Rechteansprüchen konfrontiert werden würde.”
Also was verstehst du daran nicht? Die FAZ wollte nicht das er mit seinen anderen Beiträgen genau so verfährt und sich erstmal selbst ein Bild machen.
Empfehle Recherche bei der FAZ: Mspro hat noch andere Fotos geklaut, deren Urheber ausdrücklich die kommerzielle Verwendung untersagten.
http://webcache.googleusercontent.com/search?q=cache:VtYkUCVELg0J:faz-community.faz.net/62062/print.aspx+http://faz-community.faz.net/blogs/62062.aspx&cd=1&hl=de&ct=clnk&gl=ch&client=firefox-a
Durch den Rummel haben sich da offenbar ein paar gemeldet, die Geld sehen wolle. In der Regel sind das 4-5 tsd euro mit allen Gebühren. Und die FAZ prüft Schadenersatzansprüche gegen mspro, weil er den Blog autonom betrieb und sich zur Gewissenhaftigkeit verpfichtet hat.Jetzt hat er sich selbst geschadet, weil er das unbedingt so gross spielen musste. Und ich wiederhole: welcher Blogger würde das akzeptieren, wenn es um seinen ausdrücklih kommerzfreien Fotos ginge und ein von Springer bezahlter Blogger, die ihm klaut. Denn klauen ist es lieber RML.
@Thomas:
Fakt ist: Er hat die Sperrung des Artikels mit den Bildern respektiert.
Er hat den ihm kommunizierten Mangel am Artikel beseitigt. Die Absprache mit der Redaktion sieht vor, dass er dort völlig frei Artikel publizieren kann. Also musste er davon ausgehen, dass es sich auch in diesem Fall, ohne Bilder, so verhält. Das ist doch eine vernünftige Annahme – was sonst? Die ihm kommunizierte Entscheidung der Redaktion war doch lediglich, dass die Redaktion nicht selbst die Bilder entfernt.
Der vorige Kommentar sollte auch schon an xbg gehen und nicht an Thomas verlesen. Aber dieser geht dann diesmal an die richtige Adresse und zwar erneut @xbg
Woher weißt du denn was alles kommuniziert wurde? Hast du die Mails gelesen? mspr0 sagt das eine, die Redaktion das andere. Ich glaube nicht einfach irgendwem, warum auch? Wir sind ja hier nicht beim Flaschendrehen.
Das die FAZ keine Lust hat zur Verantwortung gezogen zu werden und das Blog und die restlichen Inhalte erstmal prüft ,nachdem zum erneuten mal Absprachen nicht eingehalten wurden, kann ich verstehen.
3-Strikes halt. :)
@Dominic:
Ok. Dann kommt es wohl auf den genauen Inhalt der Kommunikation an und wie man das interpretieren kann – Mißverständnisse sind ja auch immer möglich. Leider hat die FAZ das Zitat daraus verboten. Ein bedauerlicher Zufall, sicherlich.
Naja, das man Firmeninterna nicht nach außen trägt ist ja eigentlich normal. Dieses Gebot der Höflichkeit hat mspr0 außer acht gelassen und nicht die FAZ. Der ganze Fall kommt mir so vor als hätte David Beckham seine Frau verlassen. Eigentlich interessiert es keine Sau weil es total belanglos ist, aber alle quatschen drüber weil ein paar Gurus entschieden haben das es wichtig ist. Als ob das hier eine Grundsatzentscheidung wäre. Das ist halt Firmenpolitik.
@xbg @all, zwei Fragen:
- warum ist das, was die FAZ tut, wichtig, wenn die Holzmedien doch eh bald tot sind?
- was ist daran so schwer zu verstehen bzw. zu kritisieren, dass mspr0 nach Auffassung der FAZ “entgegen redaktioneller Absprache” gehandelt hat, und daher Grund zu der Annahme gibt, dass mit ihm die Frage der Verbindlichkeit im Detail zu klären ist?
M.E. kommt in dem verlinkten Tweet vor allem Uneinsichtigkeit zum Ausdruck, was diesem genau das Grundsätzliche verleiht. Das gibt der FAZ allen Grund dazu, die Geschäftsbeziehung zu prüfen, denn wer sagt denn, dass mspr0 nicht auch über die Bilder hinaus, recht frei mit dem Urheberrecht agiert?
Das beste, was er jetzt tun kann, ist klar zu sagen: “Ich habe einen Fehler gemacht. Ich danke der Community für die Solidarität. Ich verstehe, dass die FAZ sich rechtlich absichern muss UND ihre Reputation wahren muss, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass die Kommunikation von Seiten des Verlages etwas anders läuft. Ich hoffe, wir kommen über die Beziehungsstörung hinweg, und es gelingt, dass Vertrauen wieder aufzubauen.”
[...] steht in der Stellungnahme der FAZ nichts falsches und sie schließt sich ja auch Punkt-für-Punkt meiner Darstellung [...]
Unschuldigen gibt es zumindest keinen. Beide Seiten haben hier versagt.
Ich hab Don Alphonso mal kennen gelernt. ER ist seine Figur und insofern passt seine schwülstige Kritik gut ins Bild. Auch in seins.
Bei der Grundsatzdebatte “Bezahlte BloggerInnen haben sich eindeutig ans Redaktionsstatus zu halten” vs. “BloggerInnen haben die Hoheit über ihren Blog” schlag’ ich mich eindeutig auf die Seite der BloggerInnen-Hoheit.
FAZ.net mag sich einerseits als Leuchtfeuer der (bedauerlich der Mediengeschichte und der berechtigten Kritik am Technologiedeterminismus verfallenen) Aufklärung über digitalen Medien gerieren und möchte aber andererseits auch ein bisschen von der geneideten Hipness der BloggerInnen abhaben.
Dass BloggerInnen da mit machen, kann ihnen niemand vorwerfen – der Mensch muss essen und widersprüchlich ist die Existenz im Spätkapitalismus. Dem Indidviduum ist als dem Schwächeren aber grundsätzlich Nachsicht zu gewähren.
Dumm, dass für FAZ-net, dass die erkaufte Hipness verloren geht, wenn man auf Redaktionsentscheidungen beharrt – und in dieser konkreten Sache ist die Entscheidung des Bloggers, den Beitrag ohne Bild wieder zu veröffentlichen sachlich doch auch völlig einleuchtend.
Sehr befremdlich, mit welcher Lust manche hier einfordern, sich unter das Diktat einer Redaktionsentscheidung zu unterwerfen.
Lose/Lose-Situation für FAZ.net – ein guter Blogger weg, und durch peinlichen Kontrollzwang geglänzt. Farewell Hipness – welcome Schlusslicht a.k.a Hüterin der Besitzstandswahrer im Angesichts der digitalen Angstmaschine.
Frage, ob die FAZ sich überhaupt erklären muss und ob mspro nicht schlicht grössenwahnsinnig ist einen ganzen Blog zu eröffnen, am Tag des Geschehens ohne irgendwas abzuwarten, ja es sogar per tweet anzuheizen. Den nimmt keine Redaktion mehr, die auf sich hält: inneredaktionelle Probleme auszuplaudern, vor allem zu so einem frühen Zeitpunkt, ist ein absolutes No Go. Ein Scherbengericht a la Hier einfach nur illoyal.
@ Jana Herwig: Problem bei solchen Kommentaren, es ist so Gerede. Es ging um den Klau von cc Material.Das ist keine REdaktionsentscheidung. Das ist Recht.
Offen gesagt verstehe ich die Sperrung des Blogs durch die FAZ-Verantwortlichen voll und ganz: Wer trotz ausdrücklicher Ermahnung gegen redaktionelle Anweisungen verstößt (nämlich 1. auf der FAZ-Plattform KEINE Bilder außer selbst erstellten oder FAZ-eigenen zu verwenden und 2. die Freigabe des von der Redaktion offline gestellten Blogbeitrags abzuwarten) muss mit Sanktionen seitens seines Arbeitgebers rechnen, ja fordert sie geradezu heraus. Die FAZ hat dem nämlich Geld dafür bezahlt, damit er für sie EIGENE Leistungen erbringt und nicht unter ihrer Flagge widerrechtlich die Arbeit Dritter ausnutzt. Und sich dann – nachdem man damit aufgeflogen ist – auch noch lauthals webweit über den Noch-Arbeitgeber auszulassen, ist ja wohl an Dreistigkeit kaum zu überbieten. Das rechtfertigt in meinen Augen allemal eine fristlose Kündigung wegen Illoyalität und Ruf- bzw. Geschäftsschädigung. Niemand kann imo von einem seriösen Unternehmen erwarten, Leute für sich arbeiten zu lassen, die sich als nicht vertrauenswürdig erwiesen haben und nachweislich mit unseriösen Methoden arbeiten.
Nicht verstanden habe ich hingegen, wieso man den Herrn mspro redaktionsseitig so lange gewähren ließ. Denn dass dieser es mit seinen Bildquellen nicht so genau nahm, ist mir schon vor geraumer Zeit aufgefallen. Ich kann so ein respektloses (vor den Leistungen anderer), egoistisches und asoziales Verhalten nicht ab. Und die Leute, die sich jetzt darüber beschweren, dass Fotos mit Nutzungsrechten versehen sind (und es deshalb nicht so schlimm finden, dass Herr mspro sich ignorant darüber hinwegsetzte), haben in meinen Augen NULL Ahnung, wieviel Zeit und Mühe in einem guten Bild stecken kann.
Ich freu mich schon darauf, wenn die entsprechenden Blogger beim nächsten Bilder-Klau (bisher störte sich in der Blogosphäre übrigens kaum jemand an dieser saloppen Bezeichnung für Lizenz-Vergehen) eines Verlages diesen genau so leidenschaftlich verteidigen. Und jeden argumentativen Strohhalm ergreifen, der den Verlag noch irgendwie gut aussehen lassen könnte.
Amüsant übrigens auch die Vorstellung, dass jemand, der nicht mal die offensichtlichen Folgen seines Handeln in seinem persönlichen Umfeld voraussieht, meint, die Welt mit seinem gesamtgesellschaftlichem Weitblick beglücken zu müssen.
Blogosphäre at it’s best!
Hat bei mir allerdings auch Auswirkungen auf das Ansehen der FAZ. Sehr positive. Vielleicht abonnier ich die doch mal…
@Sascha:
Frage 2: Nun, offenbar ist es bei Michael Seemann nicht so angekommen. Man erwartet ja in einer der Kommunikation eher das nächstliegende, dem gesunden Menschenverstand entsprechende. In diesem Fall: dass man den Artikel ohne Bilder hochzuladen kann, wenn nur die Bilder beanstandet wurden. Und nicht: dass die Redaktion plötzlich und ohne das zu sagen auch was gegen den Artikel ohne Bilder hat.
Je nach Wortlaut der Mails kann es da eben zum Mißverständnis zwischen FAZ und Blogger kommen: die FAZ wollte ausdrücken, dass GENAU DIESER Artikel unter keinen Umständen online gehen soll, der Blogger hat herausgelesen, dass lediglich die REDAKTION diesen Artikel nicht wieder online schalten will.
Ich finde aber, wer eine inkonsistente Entscheidung wie die FAZ trifft, muss eindeutig kommunizieren! War nur dieser eine Artikel vom Online-Verbot betroffen – oder auch jeder andere, komplett neu geschriebene? Inkonsistent und schwer zu durchschauen. Hätte die FAZ genau gewusst, was sie will, dann wäre sicher auch die Kommunikation eindeutig gewesen.
Aber dazu müsste man wohl halt den Wortlaut der Kommunikation kennen. Warum aber die FAZ nicht der Lage ist, den Zustand des Blogs bei Abschaltung zu kommunizieren, konnte mir auch noch keiner erklären. Ist doch klar, dass es einen Autor beunruhigt, wenn sein Blog ohne Erklärung einfach verschwindet.
Hatte es beim ersten Beitrag schon geschrieben: Bitte mal hier nachlesen, da ist die Besonderheit von CC NC gut erklärt.
Copyright nagelt einfach alles zu, und gut ist. Creative Commons ist sperriger in der Anwendung, eben weil es gewisse Freiheiten zuläßt, und man muß sich damit beschäftigen. Ebenfalls wegen der möglichen Ausnahmen gibt es sehr eng gefaßte Bestimmungen. An die muß man sich halten, sie bieten aber gleichzeitig die Möglichkeit, sich die gewünschten Rechte praktisch auf den Leib zu schneidern.
Schade, daß die ganze Sache gleich an die große Glocke gehangen wurde. Jetzt ist ziemlich viel Porzellan zerdeppert worden, und keiner gewinnt.
[...] des Schreibens dieses Artikels ist eine Stellungnahme der FAZ zur Blogschliessung auf Carta erschienen. [...]
@Thomas (#6)
klauen: [1] umgangssprachlich: etwas entwenden, stehlen
stehlen: [1] etwas stehlen: etwas aus dem Besitz eines anderen ohne dessen Einverständnis wegnehmen; einen Diebstahl begehen.
Diese Definitionen habe ich aus http://de.wiktionary.org geklaut. Gehen Sie schnell mal gucken, ob sie noch da sind.
Und wie gut Sie über Herrn Seemanns Einkommenssituation informiert sind. Arbeiten Sie bei der “Bild”?
Ich lese aus der Stellungnahme der FAZ eindeutig: Das FAZ-Blogsystem kennt keine halbwegs beweissichere oder änderungsresistente Versionierung, die der Redaktion zeigen kann, wann was geändert wurde, zB wann Bilder verändert werden. mspr0 wurde abgeschaltet, damit er nicht alle Lizenzverstöße heimlich löscht und die Redaktion sich plötzlich hässlichen Forderungen gegenüber sieht, in den auch noch argumentiert wird, dass man ja still und heimlich die Beweise für Lizenzverstöße habe verschwinden lassen! Also ging es der Redaktion ev. erstmal um Beweissicherung und rechtlicher Absicherung.
Was man der FAZ vorwerfen kann, falls es nicht geschehen ist: Sie hätte das gleich so kommunizieren können. Zumindest so, dass es der arme mspr0 versteht (vielleicht hat die Feinheiten ja gar nicht kapiert).
Aua. Aua. Auf dem Hintergrund der teilweise abstrusen geistigen Selbstbefriedigung und dem akademischen Anspruch (der nie eingelöst wurde, das ist aber was anders) auf diesem Blog ist das ein absolutes Armutszeugnis für mspr0. Mr. Netz bleibt in demselben kleben. Traurig.
Die ganze Prozessdiskussion, Rechtediskussion und die Frage um Stil mal aussen vor:
Ich finde es sehr grosszuegig, dass Michael Seemann, Rainer Meier und Constanze Kurz schreiben koennen, was und wie sie wollen. Immerhin steht der Inhalt auch für die Marke und strahlt auf die Redaktion zurück. Und da gibt es schon einige Details, wo ich die Stirn runzeln würde. RMs Bezeichnung von MS als “Pack” in der Blogbar zum Beispiel oder das Wort “Dummheit” heute im
Maschinenraum. Das wirft nicht immer ein gutes Licht auf die sog. Blogosphäre. Ich persönlich würde mir wünschen, dass die gewonnene publizistische Macht etwas disziplinierter ausgeübt wird.
Stimme Iris zu. Die FAZ hat sich in der Sache völlig korrekt verhalten. Spannend finde ich, daß sich die Redaktion daraufhin die Frage vorlegen möchte, „wie mit dem ganzen Blogprojekt weiter verfahren wird“. Das könnte Folgen für andere Zeitungsblogs haben.
[...] thematisierte den Disput zwischen Michael Seemann und der FAZ bereits, nun liegt (via Carta) eine Stellungnahme der FAZ zu den Vorgängen vor: Herr Seemann hat mehrfach Fotos in sein Blog [...]
[...] hat die FAZ nach einer Abmahnung zügig gehandelt und das Blog insgesamt gesperrt. Die Darstellung der Redaktion und von mspro decken sich im wesentlichen. Die FAZ hat sich in der Sache völlig korrekt verhalten, [...]
die Kommentare von @Thomas kommen mir irgendwie bekannt vor…..http://gunnarsohn.wordpress.com/2010/06/25/faz-blogs-jetzt-ohne-kontrollverlust-der-vorhang-zu-und-alle-fragen-offen/#comment-1377
Der Typ ging mir eh auf den Sack. Und jetzt, da klar ist, dass er sich in Abzockermentalität an fremder Leute Eigentum vergriffen hat bin ich froh, dass er von der Plattform verschwunden ist. Vielleicht sollte er sich auf das Publizieren von 160 Zeichen langen Kurznachrichten beschränken. Da sieht man das mit dem Urheberrecht nicht so genau.
mE ist ja offensichtlich, dass die schuld nicht bei der FAZ zu suchen ist. die haben nunmal eine generelle hoheit über ihre plattform. auch dann, wenn der einzelne denkt das wort schirrmachers würde, so vor sich im generellen dahingesprochen, auch über die unterzeichneten verträge gehen .. in denen, da bin ich mir sicher, sehr genau steht, was man da darf und was nicht.
der tweet ist, und da wundere ich mich doch sehr über die nicht vorhandene aufregung darüber, eigentlich eine absolute frechheit gegenüber den lesern von mspr0.
http://twitter.com/mspro/status/16933243952
er setzt sich über eine klare absprache, oder nennen wir es aufforderung, der redaktion hinweg und behauptet dann, diese habe ihn nur gesperrt, weil sie den inhalt nicht mochte ..
.. wer das weiter denkt, der kann nur zu dem schluss kommen, dass hier ein generell zerstörtes vertrauensverhältnis entstanden ist und das kann nur eine folge haben.
@robin:
“Zur Zukunft von Ctrl-Verlust aeussert sich die FAZ hier in der Tat nicht – womit sie letztlich auch sagt, dass darueber noch nicht eindeutig entschieden ist.”
das sehe ich anders. siehe hierzu der letzte absatz:
“Allerdings hatte Herr Seemann den Vorgang zu diesem Zeitpunkt bereits per Twitter kommentiert und ihm eine Wendung ins Grundsätzliche gegeben. Wir bedauern das sehr, sehen darin aber allenfalls einen persönlichen und keinen systematischen Konflikt. Im übrigen kann Herr Seemann, wie wir ihm mitgeteilt haben, nach der Prüfung auf etwaige andere Urheberrechtsverstöße an Bildern jederzeit über seine Inhalte verfügen und sie auf der eigenen Website publizieren.””
die wendung ins grundsätzlich lässt keine kompromisse interner natur zu .. die reaktion kann somit nur auf die person bezogen sein .. die demnächst ihre text nehmen darf (und auf die eigene website gehen solle).
mfg
mh
[...] sich dabei um eine redaktionelle Entscheidung und damit hat es sich. Mittlerweile liegt auch eine Stellungnahme der FAZ vor. Die beschreibt den Vorgang im Wesentlichen genauso, tut aber so, als sei man sich in der [...]
Also bei mir wirft die Stellungnahme mehr Fragen auf als sie beantwortet.
Vorübergehend? Es gibt nur genau zwei Möglichkeiten, damit diese Aussage wahr ist: Der Blog war zwischenzeitlich wieder online oder der Blog geht in Zukunft nochmal online. Nunja …
Aber es geht ja weiter:
Das heißt nichts anders, als dass im System dort offensichtlich keine Versionsverwaltung existiert. Zudem wissen wir ja dank der mittlerweile bekannten Rundmail, daß auch andere Autoren in der Vergangenheit unrechtmäßig unlizensiertes Bildmaterial genutzt haben. Wird die FAZ jetzt allso alle FAZ-Blogs “vorübergehend” vom Netz nehmen um mögliche Änderungen an den Blogs durch deren “Eigner” dokumentieren zu können? Das wäre der einzige logische Schluss, den man aus der Schnellschuss-Stellungnahme oben ziehen kann.
Wollten die das zum Ausdruck bringen? Alles voll die Profis. Herrlich.
[...] Wenn Du den Fall MSPRO vs. FAZ noch nicht kennst, dann lies das zuerst. Short story, Blogger bloggt für FAZ, nutzt Bilder ohne kommerziellen Verwertungsrechte, FAZ klemmt Blog ab. Man einigt sich, nicht mehr zusammen zu arbeiten, so wie es aussieht. [...]
@techo-matic: Es geht wohl eher darum, dass Seemann nicht nachträglich Einträge manipuliert, die dann von den Rechteinhabern als eine Art Spurenverwischen gelesen werden. Herrlich, wie Du die Sache checkst.
Die FAZ ist halt die FAZ. Das eigentlich Schlimme sind die vielen Kommentare der deutschen Web-Bewohner. Diese freudig vorauseilende Unterwerfung des Prekariats unter die streng auftretende bürgerliche Autorität. (Wobei faz.net ja nur mehr der letzte Phantomschmerz simulierter “Bürgerlichkeit” ist.)
Das selbstgerechte Heben des Zeigefingers mit dem im Spießerton vorgetragenen Verweis an den bösen Blogger, nicht mehr zu “klauen”. Dazu nebenbei pseudosouverän durchblicken lassen, dass dessen Texte ja natürlich ohnehin nie etwas getaugt hätten …
Was für ein jämmerlicher Haufen. Was für eine deprimierende Szene.
[...] This post was mentioned on Twitter by off_the_record, mspro, Jo Schaefers, Thomas Stadler, Tina Pickhardt and others. Tina Pickhardt said: RT @carta_: http://bit.ly/cQB6j2 “Kein systematischer Konflikt”: Stellungnahme der F.A.Z. zur Causa Ctrl-Verlust @mspro @sixtus [...]
@Martin Lindner (#42):
Zunächst mal, mit Besitzer- bzw. Schöpferstolz können naturgemäß nur die etwas anfangen, die in der Lage sind, sich selbst etwas zu erarbeiten (denn nur die haben eine Vorstellung, wieviel Lebenszeit man dafür investieren muss). Und ‘beklaut’ hat mspro ja nicht die von Ihnen so verachtete FAZ (was ganz offensichtlich ihre Parteinahme in dieser Sache stark beeinflusst), sondern kreative Webpublizisten, die so großzügig waren, anderen ihre Werke unter einer CC-Lizenz zur Verfügung zu stellen – aber eben unter der Bedingung, dass diese sich an ihrer Arbeit nicht finanziell bereichern. Anders ausgedrückt: Sie wollen sich nicht ausbeuten lassen. Was daran spießig sein soll, kann ich nicht nachvollziehen.
[...] die typische dieZeit/ FR-Leserin war. Wobei… sie (die FAZ) es sich ja gleich schon wieder mal hiermit (fast) „verschissen“ hat. Zur Hintergrundgeschichte von @mspro selbst hier, falls jemand [...]
@norbert
Ich hab das Gefühl, du hast das (von-der-faz-herbeigezogene) Rechteproblem überhaupt nicht “gecheckt”. Die Rechteinhaber der unlizensierten Bilder sind auch “geschädigt”, wenn die Bilder nicht entfernt wurden. Dazu bedarf es keiner “Spurenwischerei”.
Aber es ist für die FAZ im Falle einer geltend gemachten Rechteverletzung scheinbar einfacher diese nachzuvollziehen, wenn diese noch besteht. Dank fehlendem Versionsverwaltungssystem. Peinlich, peinlich!
BTW: Ich kenne eins, zwei Fälle, bei denen tatsächlich einmal die unrechtmäßige Nutzung OS- bzw. CC-lizensierte Informationen geahndet wurde … die FAZ-Panik ist unrealistisch – oder vorgeschoben.
Tech-o-matic: Also weil die Rechteinhaber sie eh nicht geltend machen darf man die Fotos ruhig nutzen. Na das ist ja mal ein geiles Community Verständnis.
“Macht euch keine Sorgen, es gab bis jetzt nur einmal einen Fall wo ein Fotograf sein Recht eingeklagt hat. Beutet die Idioten aus!”
Am besten man lässt die CC scheiße einfach sein, man sieht ja wie manche Menschen es einem danken. Da kann man nur den Kopf schütteln.
Ich sehe hier einen klaren, unter Umständen sehr teuren Fehler von mspro, nämlich die urheberrechtswidrige Verwendung von Fotos. Das bringt bei einem so großen Medium wie der FAZ unter Umständen eine sehr große Haftungsgefahr mit sich, vgl. hier:
http://www.ipwiki.de/privatrecht:lizenzanalogie
Man kann sich vorstellen, dass die FAZ keine offene (und offenbar uneinsichtige) Gefahrenquelle bei sich auf der Webseite behalten wollten.
Davon abgesehen halte ich die Begründung seitens der FAZ allerdings für nicht nachvollziehbar. Die Tatsache zu überprüfen, dass mspro seinen Beitrag *ohne* Bilder freigeschaltet hatte und daher logischerweise keine Urheberrechte verletzt haben konnte, kann die FAZ-Verantwortlichen nicht mehr als ein paar Sekunden gekostet haben. Und selbst dann wäre dies keine Begründung, warum man “daraufhin” das gesamte Blog sperren muss. In dieser Hinsicht hat mspro mit seiner Darstellung wohl recht, dass offenbar jemand in der FAZ.NET-Redaktion seine Macht demonstrieren wollte. Diese Sache hätte man m.E. mit Augenmaß regeln können.
Insgesamt zeigt sich hier, dass das Konzept eines redaktionell gesteuerten general interest-Mediums nicht so einfach mit freiem Bloggertum vereinbar ist. Das betrifft durchaus auch Rainer Meyers überkandidelte “Stützen der Gesellschaft”-Beiträge, die m.E. auf FAZ.NET noch viel mehr als Fremdkörper wirken als die Einträge von CTRL-Verlust. Ich schätze, in diesem Punkt findet gerade auch innerhalb der FAZ.NET-Redaktion eine Diskussion statt, und die “Sperrung” von CTRL-Verlust ist hier nur ein Ausläufer.
@Iris:
[...] diesem Kontrollverlust sollte die FAZ nun etwas souveräner umgehen, es handelt sich nämlich trotz gegenteiliger Stellungnahme der FAZ um ein unvermeidbares [...]
@Iris: Verflixt. Close-Tag vergessen. Also nochmal.
Spießig war nicht das Unrechtmäßige am Klauen (oder eben die unrechtmäßige Bereicherung der FAZ durch den klauenden Autor!), sondern die Art und Weise wie der “Verweis an den bösen Blogger” vorgetragen wurde. Steht ja auch genau so in Martin Lindners Kommentar. Dem ich übrigens voll beipflichten muss.
@Dominic:
Ich erstelle selbst FOSS, bzw. mache bei einigem Projekten mit. Und ich finde es ziemlich widerlich, wenn sich die FAZ in ein Licht rücken will, als unterstütze sie freie (frei, nicht im Sinne von Freibier!) Information. Lächerlich. Deren Geschäftsmodell steht dem Geist von CC und FOSS diametral entgegen. Da können die soviele “Blogger” einkaufen wie sie wollen. Das wird nichts ändern.
@Olaf Krüger (#37)
Ganz schön kühn, wie Sie hier Ihr Eigentum bei carta.info einstellen. Dieser filigrane Erguss gehört jetzt mir. Oder zumindest carta.info. Oder gar immer noch Ihnen? Gar nicht so leicht. Aber wissen Sie was? Ich gebe Ihnen Ihr Eigentum zurück. So, bitteschön. Sätze habe ich genug. Gute noch dazu.
@Christoph Kappes: Ich moechte Sie doch bitten, meine Kolumne nicht in eine Reihe mit Herrn Seemanns Blog bei der FAZ zu stellen. Ich bin keine Bloggerin. Und mit Verlaub, Ihre Aussagen darueber, dass ich in der FAZ schreiben koenne, was und wie ich wollte, lese ich mit staunenden Interesse. Bei Gelegenheit wuerde ich gern mal erfahren, woher Sie das wissen. Haben Sie etwa unter dem Tisch gehockt, als das verhandelt wurde, hm?
Anders als Herr Seemann habe ich keinerlei Zugriff auf die technische Infrastruktur der FAZ, um eigenstaendig Inhalte hochzuladen, denn ich schreibe fuer die Print-FAZ. Dass die Kolumne auch online erscheint, macht mich noch nicht zum FAZ-Blogger.
Was den Inhalt der heutigen Kolumne und die von Ihnen angemahnte Diszplinierung der “publizistischen Macht” angeht, so kann ich Ihnen versichern, dass ich stets aeusserste Selbstdisziplin uebe, wenn ich fuer die FAZ schreibe. Dass das Zugangserschwerungsgesetz eine tatsaechliche Dummheit war, koennte ich Ihnen in technischer, rechtlicher und politischer Hinsicht jedoch detailliert darlegen.
Wenn ich es mir recht ueberlege, war die Wortwahl zu moderat.
@Tech-o-matic: Aber sich dann nur aufzuregen weil man Prinzipiell ein Problem mit einem Blatt hat, ist doch auch irgendwie doppelmoralisch, oder siehst du das anders? Leute die die FAZ vorher schon nicht mochten, werden ihre Meinung nun auch nicht ändern, dennoch kann man die Sache an sich doch gut finden. Oder habe ich irgend etwas essentielles nicht verstanden? Ich finde einfach man sollte jede Situation objektiv betrachten und nur wenige von vornherein verurteilen. Wenn du deine offensichtliche Abneigung gegen die FAZ mal zur Seite legst, müsstest du doch zugeben das deren Vorgehen nachvollziehbar und vor allem richtig war.
@Dominic:
Natürlich ist das tunlichst zu vermeiden, CC-Material unrechmäßig zu nutzen. Und wenn ich schreibe, “die FAZ-Panik ist unrealistisch”, dann meinte ich ja nicht, dass die das Unrecht dulden sollten. Ich wollte damit zum Ausdruck bringen, dass die Reaktion in Anbetracht der zu erwartenden Konsequenzen (aus den Rechteverstößen) unrealistisch, ja panisch war.
Oder aber die komplette Blog-Sperrung hatte schlicht eine andere Ursache.
Meine Vermutung: Da hat der Seemann mit seiner (naiven) Aktion einen Redakteur (oder sonstjemanden in der Hierarchie über ihm) auf dem falschen Fuß erwischt. Derjenige hat dann aus Langeweile/Frust/Geltungsbedürfnis o.ä. halt die Sperrung vorgenommen. War sicher nicht schwer. Wer hätte damals gedacht, dass deshalb einige Stunden später eine Stellungnahme von nöten sein wird?
@Constanze: Ihre Kolumne gehört mit Verlaub zu dem Besten, was im Augenblick über die Politik der digitalen Transformation zu lesen ist. So auch in der letzten Kolumne: was die hier diskutierende Nische noch gar nicht gemerkt hat, dass man das Internet nicht durchsetzen mussen, sondern das die Politik dabei ist, es höchst effizienz zu benutzen. Geradezu grotesk von Christoph Kappes das mit derm theoretischen Gestammel von Seemann gleich zu setzen.
@ #40, comment-15770, Tech-o-matic am 25.06.2010 18:19
Sehr beachtenswert die Vermutung, “dass im System dort offensichtlich keine Versionsverwaltung existiert”, weil damit auch das Thema zur Sprache kommt. Fehlende Versionsverwaltung dürfte ein Schwachpunkt eines jeden Blogsystems sein. Mancher Leser dürfte sich eine zwischenzeitlich gelöschte oder geänderte Seite gespeichert haben, so etwas könnte nützlich sein, wenn man ihm vertraut (daß er die Kopie nicht geändert hat). Übrigens, wer immer ;-) fremde Blogs professionell beobachtet & archiviert, wird schon eine Art Versionsverwaltung betreiben…
Diese Seite läßt verstehen: Die FAZ war berechtigt, ihre Hoheitsrechte auszuüben. Zur Terminologie, auch allg. auf dieser Seite: Was ist z.B. die Sperrung eines Blogs?! Man kann z.B. die Kommentarfunktion und/oder den Zugang des Blogmasters (des Verantwortlichen bzw. Hauptautors) sperren, dabei kann das Blog selbst online und bloß lesbar bleiben. Sagt man auch Sperrung, wenn das Blog gänzlich vom Netz genommen wird (und das System z.B. mit einer Fehler-Meldung antwortet)?
Ich bin über Beiträge wie den von @Martin Lindner doch recht verwundert.
Herr Seemann @msppro hat/hatte einen Vertrag mit der F.A.Z., dessen Inhalt wir nicht im Detail kennen. Grundsätzlich sind in solchen Verträgen Leistung (Blogbeitrag in gewisser Frequenz) und Gegenleistung (Geld) geregelt. Hinzu kommen gewisse Neben- und Fürsorgepflichten.
Herr Seemann hatte Zugriff auf die technische Infrastruktur der F.A.Z.. Das ist für eine solche Zeitung ein großer Vertrauensvorschuss. Inhaltlich gab es offensichtlich keine Beanstandungen. Es ging um Bildrechte (Urheberrechte). Herr Seemann, so ist es dem Schriftverkehr zu entnehmen, wurde am 21.06.2010 (wie andere F.A.Z. Blogger auch) nochmal explizit darauf hingewiesen, auf die Rechte zu achten. Die F:A:Z: ist m.E. zu Recht davon ausgegangen, dass ein ausgewiesener Netzkenner um diese Problematik weiß. Wenn ich unberechtigt Bilder nutze und sie einige Tage (oder länger) online stehen, dann habe ich sie genutzt!. Da hilft es nichts oder ist im Sinne eines “Vertuschungsversuches” sogar kontraproduktiv, wenn ich die Bilder irgendwann rausnehme. Das muss ich rechtlich schon sauber behandeln. Wenn da etwas schiefläuft, wird die F.A.Z. in Anspruch genommen und nicht Herr Seemann.
Zu den erwähnten Nebenpflichten würde ich auch zählen, dass man bei tatsächlichen und rechtlichen Problemen nicht gleich alles in die Welt hinaus trötet. Kann man machen, aber man muss dann auch mit dem Ergebnis leben.
Mit den Inhalten der Texte hat das gar nichts zu tun. Hier geht es um die Haftung und das Renommee einer weltbekannten (nein, das ist nicht übertrieben) Zeitung.
Handlungen haben im Leben manchmal Konsequenzen. Eine schlichte Weisheit, die aber anscheinend nicht jedem bewusst ist.
Ich hoffe, dass @mspro für sich eine schöne Plattform kreiert, auf der seine Texte gut zur Geltung kommen und er die Serie fortführen kann (Dass die F.A.Z. ihm die Texte geprüft überlässt ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ein großes Entgegenkommen, auch den Lesern des bisherigen Blogs gegenüber).
Ansonsten muss man das unter der Rubrik “Lehrgeld gezahlt und hoffentlich!!! fürs Leben was draus gelernt” abbuchen.
@Paul Ney
Also was die Versionsverwaltung angeht: Damit ist nicht zwingend gemeint, dass die Änderungen nach aussen dokumentiert sind. Vielmehr würde es ja schon überaus sinnvoll sein, wenn Änderungen nach innen (also FAZ-intern) dokumentiert würden. Ich dachte bisheraehrlichgesagt auch, ein solches Feature wäre Standard im professionellen Umfeld.
Was die Terminologie-Frage angeht, so lassen sie mich meinen Kommentar unter dem “zugehörigen” Artikel bei Seemann zitieren. Was ist denn “ein Blog” eigentlich?
Die Argumente von manchen hier sind wirklich absurd.
FAZ.net hat kommentarlos den Lesern die Texte weggenommen.
Wenn sie verhindern wollten, dass mspr0 Texte verändert, dann hätten. sie ihm den Zugang wegnehemen sollen.
Wenn sie Angst hätten, dass da weitere Bilder »gestohlen» wurden, dann hätten sie die Bilder löschen können.
Das Redaktionssystem könne keine Versionen revisionssicher verwalten? Und ein Backup machen die bei der FAZ sicherlich auch nicht?
Lächerlich.
Sie wollten ihn IMHO aus inhaltlichen Gründen loswerden. Punkt. Und dachten eine günstige Gelegenheit zu haben. Und sind absolut über das Ziel geschossen.
Mir kommt das verlogen vor.
@SvenR:
Klar ist das alles lächerlich (besonders diese “Stellungnahme”). Aber was einen vorsätzlichen “Plan” angeht, Seemann lozuwerden (warum auch immer), sind ihre Ausführungen nicht nachvollziehbar.
Seemann war ein freier Schreibknecht. Man hätte keinen konkreten Anlass gebraucht um ihn loszuwerden.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit handelt es sich IMHO bei der ganzen Sache um eine Panne. Siehe mein Kommentar #56. Sozusagen “menschliches Versagen”.
Solche Pannen passieren nun einmal in einem solchen System, werden aber nur höchst ungerne zugegeben.
Exakt. Es gab keinen Plan. Nur Befindlichkeiten.
“Hier geht es um die Haftung und das Renommee einer weltbekannten (nein, das ist nicht übertrieben) Zeitung.”
= Brot + Singen! ;)
Nö, @noName
Dazu gibt es einen schönen norddeutschen Schnack:
- Wer das eine will, muss das andere mögen -
Es wird niemand gezwungen mit der F.A.Z. einen regulären Vertrag abzuschließen. Wenn ich das aber tue, weil ich es super finde dort zu bloggen und Geld damit zu verdienen, dann muss ich mich eben auch an die übrigen Regeln des Vertrages halten.
Willkommen in der Wirklichkeit!
[...] die Stellungnahme der F.A.Z.: “Kein systematischer Konflikt” Der interessierte Leser/ die interessierte Leserin mag sie selber [...]
@ Iris (25): Die Verwendung von CC-Bildern einem Blog wir Ctrl-Verlust als „asozial“ zu bezeichnen geht doch sehr weit.
Hier liegt doch offensichtlich ein grundsätzliches Problem vor, wie Vera (28.) ja herausgearbeitet ha.
@ Kappes (32): Jo, genau.
@ Schneemelze (33): Dass die FAZ zurecht auf die problematische Bilderverwendung reagiert hat, wird niemand bestreiten wollen.
@ Gunnar Sohn (36): Mehrfachidentitäten gehören wohl zum Spiel. Nicht so schlimm.
@ mh (38): Es geht doch nicht um eine Schuldfrage. Es geht um ein eine tragische Eskalation.
Dass es nach der obigen Stellungnahme zu einer Fortsetzung der Zusammenarbeit kommt, halte ich mittlerweile auch eher für unwahrscheinlich. Richtiger Hinweis. Danke.
@ Simon Möller (48): Guter Kommentar. Danke.
@ Constanze (54): Das nimmst Du jetzt vielleicht ein bisschen zu wörtlich. Ich denke, CK wollte nur sagen, dass er von außen betrrachtet einen guten Guten Eindruck von der Kolumne und hat. Selbstverständlich ist frau als Print-Kolumnenschreiberin nicht FAZ-Bloggerin.
Danke für die Kommentare und Beiträge. Geben ein gutes Bild,
robin
Letztlich hat er sich in seinem Blog überhastet als Drama-Queen betätigt und sich damit der Möglichkeit beraubt, den Sachverhalt nochmal vernünftig zu klären: http://nerddeutschland.tumblr.com/
[...] der Sache rund um das gesperrte Weblog CTRL-Verlust gibt es Neuigkeiten. Einmal eine Stellungnahme der FAZ, darauf wiederum Anmerkungen von mspr0 selber. Die Kommentare bei mspr0 kann man auch lesen, muss [...]
Aus gegebenen Anlässen also nochmal:
Angesichts der grassierenden Projektionen, die hier jeden, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, taghell ausleuchten, plädiere ich dafür, das Web in Bildwerferraum umzubennen. Zumindest hier und in diesem Kontext…wie war das noch mit den Kamelen und den Mücken in der Bibel.
[...] hat sich die Stellungnahme von Don Alphonso und meine Einschätzung1 bestätigt – wie man bei CARTA nachlesen kann. Freie Übersetzung: Unser freier Mitarbeiter hat sich wie die Axt im Walde verhalten und [...]
@Robin (#68): Wenn Du ebenfalls meinst, daß die FAZ hier korrekt gehandelt hat, indem sie die geschäftliche Beziehung zu mspro beendete, wundert es mich, daß Du nebenan von einem „Clash der publizistischen Kulturen“, von einem „Konflikt zwischen einer klassisch hierarchisch ausgerichteten Redaktion einer Qualitätstageszeitung und der Autonomie dezentral organisierter Blog-Publizität“ schreibst. Das ist, mit Verlaub, leider abwegig. In diesem Fall geht es schlicht darum, daß mspro seinen Autoren-Vertrag mit der FAZ verletzt hat. Wer als Blogger seine „Füße unter anderer Leute Tisch streckt“, indem er für Geld schreibt, wird damit zum Journalisten und ist kein Blogger im ideellen Sinne mehr.
[...] Juni 2010 · Hinterlasse einen Kommentar Wenn Robin-Meyer-Lucht ebenfalls meint, daß die FAZ hier korrekt gehandelt hat, indem sie die geschäftliche Beziehung zu mspro beendete, [...]
@constanze @robin: Mein Kommentar sollte einen anderen Fokus haben, als über den Maschinenraum schlechthin zu motzen. Die Bezeichnung Blogger ist falsch, die Kolumne ist inhaltlich gut, ich habe hier ein Wort kritisiert. Ich verstehe aber, dass das bei Constanze und anderen anders angekommen ist. Den Rest klären wir bilateral, das ist hier off-topic.
[...] Seemanns CTRL-Blog wurde von der FAZ wegen Urheberrechtsverletzungen offline genommen. Kontrollverlust? http://j.mp/clmVey [...]
[...] Nachdem gut einen Tag lang nur spekuliert werden konnte, gab es gestern dann auch die Stellungnahme der FAZ.net-Redaktion, die darauf besteht, dass es sich nicht um einen "systematischen Konflikt" handele und sondern um eine "vorübergehende" Prüfung von Bildrechten: Carta.info – Stellungnahme der FAZ: “Kein systematischer Konflikt”: Stellungnahme der F.A.Z. zur Causa Ctrl-V… [...]
@Schneeschmelze: Bitte genau lesen: Ich habe geschrieben, niemand wolle wohl bestreiten, dass die FAZ ” zurecht auf die problematische Bilderverwendung reagiert hat”.
Damit sollte lediglich festgestellt werden, dass es unbestritten einen Anlass gab – nämlich die problematische Bilderverwendung – und die FAZ im Recht war, darauf zu reagieren. Ich habe insbesondere nicht die Art der Reaktion bewertet. Da habe ich mich wohl missverständlich ausgedrückt.
Daher widerspricht diese Feststellung auch nicht meinem “Clash”-Text. gruss, rml
[...] machen können. Wollte das alles aufschreiben. Doch wie ich lese, ist die Sau schon längst durch’s Dorf. Eigentlich ist alles gesagt. Aber eben noch nicht von allen.Michi ist ein guter Freund. Ich [...]
[...] gewetzt. Ein Shitstorm war das nicht, eher eine Schlammschlacht. Mittlerweile ist doch eine Stellungnahme der FAZ-Redaktion erschienen, die via carta veröffentlicht wurde. (Warum macht die FAZ das nicht selbst auf [...]
[...] Blog, versteht sich. Der Twitter-Shirtstorm beginnt. Nach einiger Zeit landet bei Carta eine Stellungnahme der FAZ, und mittlerweile ist das Thema auf so ziemlich jedem Blog der was auf sich hält behandelt worden [...]
[...] von FAZ.net“, schrieb mspr0 daraufhin. Die FAZ nahm gegenüber Carta.info Stellung: „Wir bedauern sehr, dass Herr Seemann dem Vorgang eine Wendung ins Grundsätzliche gegeben hat.” Das Portal Carta.info nannte die Kettenreaktion einen „Clash der publizistischen Kulturen“ [...]
Tillmann Allmer hat sich am See lesenswerte Gedanken über Säue gemacht.
Michael darf in Zukunft bedenkenlos bei mir Bilder runter-kopieren. Alles frei, auch zur kommerziellen Nutzung.
Alles andere ist doch sowas von FAZig! ;)
@Vera: Ich finde, Tillmann Allmers Kritik geht in wesentlichen Punkten am Thema vorbei.
Eingangs kritisiert er das Sautreiben und die Stammtischmentalität der Blogger, verheddert sich dabei aber ein bisserl in seinem eigenen Vowurf. Man mag ja über die Art der Reaktion der Redaktion noch streiten (siehe Robin). Die Redaktion war es nun einmal aber nicht, die den Vorgang in die Öffentlichkeit gezerrt und somit das Sautreiben angezettelt hat. Durch die temp. Sperrung entstand imo kein Zugzwang für Michael. Zumindest nicht in der letztendlich gewählten Form. IMO.
Was die Stammtischmentalität betrifft, muss ich leider zustimmen. Da ist einmal mehr und völlig unnötig eine Menge Porzellan zerdeppert worden. SM-Berater – selten war die Abkürzung passender, – die ein kompaktes Beispiel für ihre case studies suchen, sollten sich die “Unterstützer-Gruppe” bei Facebook ausdrucken.
Bemerkenswert auch der Vorwurf, Blogs seien “heute immer noch primär ein kostengünstiges Tool, um Klickraten im Onlineangebot zu steigern”. Das mag für das ein oder andere Blogprojekt deutscher Verlage in der Vergangenheit sicher richtig gewesen sein. Für die Blogs im FAZ.net trifft es aber wohl nicht zu.
Gerade aus Vermarktersicht dürfte die Auswahl und Einbindung der Blogs suboptimal sein (Für Autoren ggf. auch, aber das ist ein anderes Thema). Ich glaube auch nicht, dass die Verantwortlichen mit der vermeintlichen Ungezwungenheit der publizistischen Form kokettieren oder gar auf “die piratigen Hipness” (herrje!) von Blogs neidisch sind. Wie auch immer, von einer möglichst kostengünstige Form der Klickgenerierung kann hier nicht die Rede sein.
Zudem merkt Allmers an, dass der Ton zwischen “Auftraggebern und freien Mitarbeiter in Deutschland” unmöglich sei. Auch das mag in vielen Fällen und für viele Redaktionen diese Landes durchaus richtig sein. Zugeben, ich kenne die für Michael zuständigen Redakteure nicht (mit denen er, wie er schreibt, ja ohnehin kaum etwas zu tun hatte), habe im Haus aber andere Erfahrungen gemacht. Ausnahmslos alle Redakteure, mit denen ich in den letzten 4 Jahren zu tun hatte, waren fair, freundlich und professionell. Selbst, wenn der verspulte Freie (Ich!) mal etwas spät dran war (was auf Holz ein klein wenig problematischer als online ist).
Auch über ausbleibende oder verspätete Honorarzahlungen kann ich mich nicht beschweren. Es funktioniert einfach. Und falls es mal einen Übermittlungsfehler gibt (falsche Zeilenzahl, Stück am Monatsende, o.ä.), reagieren die Mitarbeiter im Rechnungswesen schnell und unkompliziert. Warum ich das betone? Weil das alles leider nicht mehr alltäglich ist, wie Allmers richtig anmerkt.
Disclosure: Ich “blogge” seit 4 Jahren für die andere Kirche im FAZ-Dorf, allerdings ausschließlich auf Holz. Mit den FAZ.net-Blogs habe ich nichts zu tun. Auch nicht auf redaktioneller Ebene.
[...] 1. Die Causa CTRL-Verlust [...]
[...] die er in seinem letzten Beitrag benutzt hat. Ich möchte an dieser Stelle gar nicht auf den andernorts ausführlich dokumentierten Verlauf der Eskalation der Ereignisse eingehen. Mir geht es darum, dass [...]
[...] darauf in seinem Blog F!xmbr ausgeführt, und auch ich hatte mich dazu in der Diskussion bei CARTA geäußert. Peter Novak hat hiervon anscheinend erst jetzt durch den Abdruck des Interviews mit Christian [...]