Robin Meyer-Lucht

Clash der publizistischen Kulturen: mspr0 und FAZ.net

Robin Meyer-Lucht | 40 Kommentar(e)


Irgendwas hat zwischen Michael Seemann und der FAZ nicht ganz geklappt. Jedenfalls ist sein F.A.Z.-Blog “Ctrl-Verlust” jetzt offline.

24.06.2010 | 

Nach den Ereignissen des heutigen Tages könnte man sagen: Bloggen ist der technisch-institutionelle Ctrl-Verlust von Zentralredaktionen über das Handeln von Autoren. Und ausgerechnet an Michael Seemanns gleichnamigen FAZ-Blog wurde dies heute deutlich.

Sein Blog ist seit heute offline, komplett aus dem Netz genommen. Und dabei geht es – soviel Interpretation scheint zulässig – nicht um ein paar Bildrechte, sondern um Kontrollverlust und publizistische Kulturen.

Seit Februar bloggte Michael Seemann (“mspr0″) bei der F.A.Z. unter dem Titel “Ctrl-Verlust”. Er erklärte in seinem ersten Post: “Dieses Blog erzählt von den diversen Kontrollverlusten im digitalen Raum und warum sich das lohnt.”

Seemann intellektualisierte sehr gewinnbringend, aber nicht eben konservativ über das Internet. Er verband seine Sujets mit viel Theorie und einer eigensinnigen bis erratischen Bilderauswahl. Mit anderen Worten: Seemann betrieb unter dem F.A.Z.-Dach ein außergewöhnliches, mutiges Blog; ein publizistisches Kleinod, das auf die F.A.Z. abstrahlte und sich zugleich auch an ihr rieb.

So schrieb Seemann etwa Anfang Juni, dass ihm die These von der Gehirn verändernden Wirkung des Internets “banal” und “nicht besonders relevant” erscheine: “Die Entwicklung des Gehirns ist im Kern ein evolutionärer Prozess. Eine Kontrolle über diese Vorgänge haben wir Menschen nie gehabt, eine Gehirnentwicklungsplanwirtschaft wäre nicht … erstrebenswert.”

Ctrl-Verlust: Es geht um Autorensouveränität vs. Redaktionssouveränität

Heute nun ist es (vorläufig?) zum Bruch zwischen Seemann und der FAZ.net-Redaktion gekommen. Anlass waren die Rechte zu einigen Bildern in seinem jüngsten Text zu Apple und Alan Turing. Seemann hatte den Text selbst inklusive Fotos am Donnerstag um 10:29h veröffentlicht. Als er Stunden später (Seemann wohnt gerade in New York) wieder die Site besuchte, war der Text von der Redaktion gesperrt worden – wegen fehlender Bildrechte, wie ihm erklärt wurde.

Danach kam es zu einem Gerangel, an dessen Ende “Ctrl-Verlust” komplett aus dem Netz verschwand. Seemanns Darstellung der Dinge: Er habe den Text ohne Bilder republizieren wollen, was die Redaktion jedoch abgelehnt habe. Daraufhin habe er den Text noch einmal gepostet – diesmal ohne Bilder. Danach habe die Redaktion sein Blog “sofort und komplett” gesperrt.

Die Redaktion von FAZ.net hat sich bislang nicht zu dem Vorgang geäußert, den Seemann in seinem Zweitblog öffentlich gemacht hat. Die Redaktion war in der Nacht nicht zu einer Stellungnahme zu erreichen. Laut Don Alphonso hatte sie vor “ein paar Tagen” noch einmal darauf hingewiesen, dass bei Fotos streng auf die Abklärung der Rechte zu achten sei.

Es gehört wenig dazu zu erahnen, dass die Bilderrechte nur der Anknüpfungspunkt und der anschließende Streit nur eine gesteigerte Eskalationsstufe eines dahinterliegenden, grundsätzlichen Konflikts darstellen: Es geht um Autorensouveränität vs. Redaktionssouveränität – also um Kontrolle.

Es geht um die Frage, welche Verfügungsgewalt das per publishing rights ermächtigte Autorensubjekt über seinen Subbereich einer Website hat, vorüber am Ende doch die Marke als Ganzes steht.

Es geht um den Konflikt zwischen einer klassisch hierarchisch ausgerichteten Redaktion einer Qualitätstageszeitung und der Autonomie dezentral organisierter Blog-Publizität. Es geht darum, wie viel Freiheiten man sich als Autor herausnehmen darf, bevor die Redaktion beschließt intervenieren zu müssen. Es geht also um Macht, Hierarchie und Tradition.

Hier ist es augenscheinlich zum Clash der publizistischen Kulturen gekommen. Für Michael Seemann waren ein Ermessenspielraum des Autors und ein Recht auf unmittelbares Publizieren selbstverständlich. Die Zentrale sah ihr Vertrauen missbraucht und wähnte Kontrollverlust über Autor und Inhalte. Hier prallten zwei fundamental unterschiedliche Vorstellungen davon aufeinander, was “gute” Publizität ausmacht.

Hähme in Richtung klassischer Medienorganisationen wäre hier ganz sicher fehl am Platz. Auch bei Carta  rumpelt es immer mal wieder im Verhältnis zwischen Zentrale und Autoren. Publizistische Gemeinschaftsprojekte  sind komplexe Gebilde, manchmal ein Sack Flöhe – egal in welcher Konstellation.

Der Fall Ctrl-Verlust zeigt daher vor allem, dass sich journalistische Kulturen verändern müssen, wenn – was publizistisch wie ökonomisch unerlässlich erscheint – neue Formen dezentraler Publizität erfolgreich eingebunden werden sollen.

Die F.A.Z. hat ein sehr beachtliches Blog-Projekt auf die Beine gestellt. Es ist daher zu hoffen, dass beide Seiten aus der Sache lernen und sich wieder berappeln.

Diesem Kommentar von Holadiho kann ich mich daher nur anschließen:

Die CTRL-Verlust-Texte waren eine exzellente Bereicherung und ein Akt hoher redaktioneller Souveränität dieser großen Zeitung. Oder anders gesagt – es war ziemlich cool, dass die unseren Michi haben werkeln lassen und seine Texte und die theoretische Hinterfütterung fand ich streckenweise wirklich brilliant.
Mensch FAZ, jetzt geb Dir aber mal schleunigst einen Ruck.

Update: Bei der F.A.Z. ist man ueber den Verlauf der Auseinandersetzung mit Seemann offenbar sehr ungluecklich und bedauert insbesondere, dass Seemann nicht mit allen Instanzen intern gesprochen habe, bevor er den Konflikt oeffentlich gemacht hat. Es sei, so ist zu erfahren, tatsaechlich zunaechst um Bildrechte und deren juristische Pruefung gegangen.

Update II: Hier ist die Stellungnahme der F.A.Z.

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40 Kommentare

  1. Tweets that mention Clash der publizistischen Kulturen: mspr0 und FAZ.net -- Topsy.com |  25.06.2010 | 02:36 | permalink  

    [...] This post was mentioned on Twitter by Till Westermayer, Carta. Carta said: Clash der publizistischen Kulturen: mspr0 und FAZ.net http://goo.gl/fb/cDAvn [...]

  2. Norbert |  25.06.2010 | 03:52 | permalink  

    Das ist schon wieder so überdreht. Es geht hier offenbar eindeutig darum, dass ein Blogger, der sich als Vordenker des Netzes geriert, creative commons Lizenzen ignoriert hat. Da er von der FAZ bezahlt wurde (und offenbar damit seinen NY Aufenthalt finanziert), ist die Frage, ob er den Urhebern was abgegeben hat. Der Don hat Recht (nein, ich bin nicht der Don): Was hätte man mit der FAZ gemacht, wenn das ein Redakteur verbrochen hätte`?

  3. Dierk Haasis |  25.06.2010 | 08:32 | permalink  

    @Norbert
    Verglichen mit Seemanns Darstellung – der Fehler eingesteht und auf genau jene Schwierigkeiten in den Randbereichen hinweist, die auch hier im Artikel benannt werden – ist die von Don Alphonso recht simpel gestrickt. Und geht, wie so oft, am Thema vorbei.

    Leider kennen wir bisher die Details nicht, wir kennen auch die Perspektive der FAZ-Redaktion nicht, da Seemann aus entsprechenden E-Mails nicht zitieren darf [wir lieben unsere Qualitätsjournalisten ...] und die Redaktion sich bisher nicht öffentlich äußerte. Ginge es nur um die potenzielle Verletzung der CC, wäre eine solche Komplettsperrung/-löschung zumindest seltsam. Auch wenn die FAZ [Online] bisher nicht als großer Copyright-/Nutzungsrechteverletzer auffiel, auch wenn die üblichen Verdächtigen bei Bildrechteverletzung BILD, STERN, BERLINER MORGENPOST heißen, es ist ja nicht so, als kümmerten sich die wohlmeinenden Redaktionen sonst um © oder CC oder Persönlichkeitsrechte. Schon gar nicht in dieser Form.

    Ist es so schwierig, die Welt einmal nicht in schwarze Hüte gegen weiße Hüte einzuteilen? Ich zweifle daran, dass die FAZ nur aus [juristisch verlangter] Menschenfreundlichkeit ein Blog sperrt und einen Blogger zwischen Tür und Angel rausschmeißt. Da gibt es sicher mehr Gründe, schon weil ‘commercial use’ hier durchaus nicht ganz so eindeutig ist: Our noncommercial licenses (BY-NC, BY-NC-SA, BY-NC-ND) prohibit uses that are “primarily intended for or directed toward commercial advantage or private monetary compensation.” Whether or not a use is or is not commercial will depend on the specifics of the situation and the intentions of the user [...].

  4. Patrick |  25.06.2010 | 08:59 | permalink  

    “Hier ist es augenscheinlich zum Clash der publizistischen Kulturen gekommen.”

    Das halte ich für eine Überhöhung der konkreten Umstände, wie sie sich für Außenstehende darstellen.
    Wenn ein freier Mitarbeiter sich gegen eine konkrete Ansage in einem konkreten Fall widersetzt und das mit der sonst vorherrschenden Freiheit begründet (und weil er die Entscheidung nicht nachvollziehen kann), wirkt das mindestens unprofessionell.
    Wenn es derart konkrete Anweisung in Bezug auf Bildrechte gibt (und dem liegen meist Unterlassungserklärungen in mittlerer fünfstelliger Höhe zugrunde), dann ist die Strenge durchaus nachzuvollziehen.

    Dass das Blog deaktiviert ist, mag eine pädagogische Komponente enthalten, ist für den freien Mitarbeiter aber irrelevant.
    Dass man in diesem Fall die Zusammenarbeit beendet, kann ich gut nachvollziehen.
    Es sind einfach mehrere publizistische no gos eingetreten.

  5. Jörg Kremer |  25.06.2010 | 09:07 | permalink  

    Keiner weiß etwas und alle reden darüber. Gebt den Parteien doch die Chance sich zu äußern und auf der Basis dieser Fakten kann man dann vortrefflich diskutieren.

    Nur wenn sich nicht alle Parteien näher dazu äußern, ist das auch eine Information, die man verwerten kann. Dann ist das Thema freigegeben und die beteiligten Parteien haben es nicht besser verdient, als dann in Spekulationen und Gerüchten zu versinken, zu denen sie mit ausbleibender Kommunikation massiv beigetragen haben.

    Eines scheint mir nämlich recht sicher und da bin ich einig mit anderen Kommentatoren, einen so versierten Denker und Schreiber feuert man nicht wegen einer singulären Bildrechtefrage aus dem Netz.

    Denn dieser Blog hat massgeblich zur Wahrnehmung der gesamten Redaktion in sehr positiver Weise beigetragen. Aus der Aussensicht.

  6. Tim |  25.06.2010 | 09:19 | permalink  

    Welch eine überdrehte, selbstgefällige Ansicht.

    Wenn ein Aussendienstmitarbeiter mit 200 km/h in einer Tempo 100 Zone geblitzt wird und seinen Führerschein und Job verliert, dann ist es auch kein “Clash der Verkehrskulturen, sondern einzig die Missachtung von Gesetzen, die einem Berufskraftfahrer bekannt sein sollten. Welche Kenntnisse von den rechtlichen Rahmenbedingungen darf man von einem Profi-Publizisten erwarten?

  7. Reizzentrum - Controllverlust beim Ctrl-Verlust |  25.06.2010 | 09:22 | permalink  

    [...] Robin Meyer-Lucht den Vorgang bei Carta. Und ich befürchte, der grosse Crash liegt nicht in dem Zusammentreffen von Blogger und Medium [...]

  8. Aufmerksamkeit! |  25.06.2010 | 09:28 | permalink  

    Worum es außer den CC-Bildern genau geht, kann keiner von uns beurteilen. Hier sollten sich – wie unter erwachsenen Menschen üblich – diejenigen, die einen Vertrag miteinander haben in Ruhe auseinandersetzen. Je nachdem was dabei raus kommt, kann man es immer noch bewerten. Es ist sicher nicht klug, wie @mspro es getan hat, einen Blogbeitrag zu schreiben, der – wie gesagt ohne Hintergrundwissen für Außenstehende – die “Fanboys” mobilisiert. Damit evoziert man eine schlechte Gesprächsatmosphäre.
    Genauso albern ist, dass Don Alphonso sich hier auf den Plan gerufen fühlt. Er kennt die Internas auch nicht genau, sieht aber erneut eine Gelegenheit sein “Mütchen zu kühlen” und dem unliebsamen “Kollegen” eine zu verpassen. Wer die “Begrüßungsbeiträge” zum Blog Ctrl-Verlust auf der “Blogbar” und bei “Rebellen ohne Markt” gelesen hat, der weiß um die Objektivität und Souveränität solcher Beiträge.
    Ich würde mir wünschen, dass es im Blogbereich hie und da auch mal eine Nummer kleiner ging.

  9. Jörg Kremer |  25.06.2010 | 09:33 | permalink  

    @Aufmerksamkeit

    Mit Deinem Beitrag bin ich absolut einstimmig!

  10. Sascha Stoltenow |  25.06.2010 | 10:00 | permalink  

    Ich dachte, die Holzmedien sterben ohnehin aus, und News that is important will find me. Wozu also braucht es dann die FAZ? Vermutlich, weil es doch nicht so einfach ist.Gut so.

  11. Kontrollverlierer at viralmythen |  25.06.2010 | 10:50 | permalink  

    [...] eines Streits mit der Organisation keine allzu guten Karten besitzt. Das hat dann auch nichts mit unterschiedlichen Publikationskulturen oder Dezentralität versus Zentralismus zu tun, sondern schlicht damit, wie kreativ man die Regeln, [...]

  12. Wittkewitz |  25.06.2010 | 10:54 | permalink  

    Angesichts der grassierenden Projektionen, die allerorten jeden, der nicht bei drei auf den Bäumen ist, anstrahlen, plädiere ich dafür, das Web in Bildwerferraum umzubennen.

  13. noName |  25.06.2010 | 11:32 | permalink  

    Zwistigkeiten und Journalismus scheinen untrennbar miteinander verbunden zu sein! Und wenn die Branche selbst betroffen ist, dann kann daraus ein Dauerthema werden.

    Interessiert das? Soviel Papier und Webspace gibt es nicht, damit jeder Berufstätige seinen Stress kundtun kann. Krass, echt. Oder, da WM: Den Ball flach halten! ;)

  14. Blogger und Redaktionen at Robin Haseler |  25.06.2010 | 11:46 | permalink  

    [...] kritischer Sicht auf das Netz und den Netzaposteln (oder übertreibe ich hier jetzt?). CARTA diskutiert diesen Vorfallmit Blick auf Hirarchien zwischen Autoren und Redaktionen. Wer hat die Macht? Wer entscheidet über [...]

  15. Sinder |  25.06.2010 | 11:57 | permalink  

    Viel Wind um nichts. Seemann kann sein Zeug immer und überall veröffentlichen. Nur sieht es dann vielleicht nicht so “wichtig” aus wie bei der FAZ und es gibt keine Silberlinge dafür.

    Jetzt kocht Seemann das Fehlverhalten (ja, das war es!) der FAZ hoch und stellt seine eigenen Versäumnisse (Bidlizenzen) als vernachlässigbar hin. Da sehen wir vielleicht beleidigte Kinder oder enttäuschte Ex-Lover – aber keine publizistischen Kulturen im Clash!

  16. Herr Kaliban |  25.06.2010 | 12:10 | permalink  

    Ein Mitarbeiter macht was falsch, der Auftraggeber reagiert übertrieben hart.

    Das ist nicht der Untergang der Welt, das ist keine #Bücherverbrennung (wie Mario Sixtus das nannte), das ist auch kein Clash der Kulturen.

    Das ist im Wesentlichen, eine Sache zwischen Mitarbeiter und Auftraggeber. Ich sehe das Exemplarische an dem Fall nicht, dass diese ganze Welle rechtfertigen würde.

    Ist es nicht vielleicht so, dass die ganze Chose nur deswegen als Thema taugt, weil Seemann eben nun mal ein netter Typ mit Blogzugang ist, der viele Freunde hat, die ebenfalls Zugang zu Blogs haben?

  17. Mithos |  25.06.2010 | 12:21 | permalink  

    Tja, liebe FAZ, jetzt musst du dich entscheiden: Sind die Artikel in deinem “blog”-Bereich redaktionelle Inhalte oder allein das freie Werk freier Autoren? Willst du Kontrolle und Entscheidungshoheit oder willst du die freie Entscheidung der Autoren respektieren?

    Nebenbei bemerkt: Ein blog, bei dem die Entscheidung über die Inhalte nicht beim Autor, sondern bei der Redaktion liegt, ist kein blog mehr, sondern ein Feuilleton.

  18. Tharben |  25.06.2010 | 13:21 | permalink  

    Ich spekuliere auch einmal, okay?

    Wie ist es denn üblicherweise, wenn man einen unliebsamen Mitarbeiter unbedingt vor die Tür setzen will? Da muss schon mal ein Pfandbeleg, eine Maultasche, ein belegtes Brötchen oder eben ein bilderloser und somit bildrechtetechnisch nicht zu beanstandender Text herhalten. Gut, ob das das Ende für mspros Blog bei der FAZ ist, wissen wir nicht. Aber ehrlich: Da gibt es doch kein Vertrauensverhältnis mehr. Ich wüsste nicht, ob ich da weitermachen wollte, selbst wenn ich dürfte.

  19. Jörg Kremer |  25.06.2010 | 13:24 | permalink  

    So macht die Diskussion um ein solches Thema richtig Spaß. Keine Aggression, keine Hetze, keine übertriebene Selbstdarstellung. Ich meine das übrigens ernst.

  20. Be-Merken-swert am 25. Juni 2010 « Medien-Monopoly |  25.06.2010 | 13:32 | permalink  

    [...] Zeitung (FAZ) bei den Schreibkünsten bekannter deutscher Blogger. Gestern kam es dabei zum „Clash“ – doofes Wort übrigens dafür -, weil einer der Autoren Mist baute (Stichwort: [...]

  21. Robin Meyer-Lucht |  25.06.2010 | 13:53 | permalink  

    Ganz vielen Dank fuer die Kommentare.

    Die Hinweise, dass es letztlich um ein rechtliches Problem ging – und man das jetzt nicht ueberinterpretieren sollte – nehme ich gerne auf.

    Auch nachdem ich aber mit einigen Leuten gesprochen haben, die mit der Sache vertraut sind, bestaetigt sich aber auch der Eindruck, dass es hier vor allem um ein kulturellen Missverstaendnis geht – auf beiden Seiten.

    Mir scheint das Problem folgender Gap: Seemann war zwar publizistisch frei zu tun, was er wollte – juristisch war aber die Zentralredaktion verantwortlich.

  22. Thorstena » Das alte Verlagsschiff und ein Seemann in der Spätpubertät |  25.06.2010 | 14:21 | permalink  

    [...] Der Aufschrei in der Blogosphäre ist dennoch groß – selbst bei Facebook hat sich bereits eine Gruppe formiert, die gegen die Aktion der FAZ protestiert. Und Carta erklärt die Sache gar zum Präzedenzfall für den “Clash publizistischer Kulturen“. [...]

  23. Detlef Borchers |  25.06.2010 | 14:37 | permalink  

    @21 Robin: Nein, Seemann war nicht frei. Er stand/steht in einem Auftragsverhältnis. In vielen Verträgen steht der ausdrückliche Hinweis, dass bei Bildern die Rechte abzuklären sind. In manchen steht auch ganz explizit drin: CC nur, wenn eine Lizenznennung gemacht werden kann und wenn kommerzielle Nutzung gestattet ist…

    Das alles erstmal verschwunden ist, interpretiere ich so, dass jemand die Seemann-Texte auf faule Eier überprüfen muss.

    Eigentlich unnötig zu sagen, dass für freie Journalisten das Plaudern über Redaktionsinterna ein absolutes No-No ist und vertragsrechtlich schwere Folgen haben kann. –Detlef

  24. t3n-Linktipps: FAZ-CTRL-Verlust, 10 Android-Apps, von Apple lernen, YouTube-Rekord und x86-Version von Android 2.2 » t3n News |  25.06.2010 | 15:40 | permalink  

    [...] Dinge schildert Michael Seemann hier. Weitere interessante Stimmen gibt es dazu beispielsweise bei Carta, von Malte Welding und auf die ennomane. Den Gegenpart in dieser Diskussion übernimmt DonAlphonso, [...]

  25. vera |  25.06.2010 | 16:16 | permalink  

    @Dierk Haasis
    Ganz so einfach ist es nicht, weil die CC-Definition von ‘kommerziell’ sehr eindeutig und eng gefaßt ist. Dazu hat RA Reto Mantz hier (und dort weiter verlinkt) etwas geschrieben, das allgemein als gegeben angenommen werden darf.

  26. CTRL-Verlust: Auch FAZ-Redakteure missachten CC-Lizenzen |  25.06.2010 | 16:32 | permalink  

    [...] (CC-Lizenzen) die kommerzielle Verwendung, also die Verwendung auf FAZ.net, nicht erlaubte. Unter anderem dieser Verstoß führte zur Schließung des Blogs. Seemann führt den Hergang aus [...]

  27. YuccaTree Post + » Welle der Empörung über die Löschung von CTRL-Verlust |  25.06.2010 | 16:49 | permalink  

    [...] Carta [...]

  28. Kontrollverlust: die CC-NC Lizenz und das Markenimage der FAZ » Engeln.de |  25.06.2010 | 19:11 | permalink  

    [...] Mit diesem Kontrollverlust sollte die FAZ nun etwas souveräner umgehen, es handelt sich nämlich trotz gegenteiliger Stellungnahme der FAZ um ein unvermeidbares Problem. [...]

  29. zwieback23 |  25.06.2010 | 19:31 | permalink  

    wenn er oder ein anderer es autonom haben will, soll er im eigenen blog publizieren, meine güte!

    (Kommentar gekürzt wegen Verstoß gegen die Kommentarrichtlinien)

  30. Außer Kontrolle (2) | bastelschubla.de |  25.06.2010 | 20:43 | permalink  

    [...] gibt’s ja auch eine Stellungnahme der FAZ, die Carta auf Nachfrage erhalten hat. post a comment [...]

  31. @mspro und die F.A.Z. – eine kleine Reise durch die Bloglandschaft « |  25.06.2010 | 23:08 | permalink  

    [...] Mein Senf Um die Verwendung der Bilder geht es nicht. „Es geht [...] um Macht, Hierarchie und Tradition.“ [...]

  32. FAZ überdenkt ihre kommerziellen Blogs II « schneeschmelze | texte |  26.06.2010 | 03:36 | permalink  

    [...] gehandelt habe, indem sie die geschäftliche Beziehung zu mspro beendete, wundert es mich, daß er nebenan von einem „Clash der publizistischen Kulturen“, von einem „Konflikt zwischen einer klassisch [...]

  33. FAZ-CTRL « Wir sprechen Online. |  26.06.2010 | 08:38 | permalink  

    [...] CTRL-Blog wurde von der FAZ wegen Urheberrechtsverletzungen offline genommen. Kontrollverlust? http://j.mp/clmVey [...]

  34. Jörg Kremer |  26.06.2010 | 08:42 | permalink  

    @zwieback
    Seemann arbeitet unter seinem vollen Namen und nicht als anonymes Gebäck, das krümelt und kratzt und nur einen trockenen Mund hinterlässt. Ich habe den Text per Mail noch als Vollversion erhalten und finde derartige Kommentare furchtbar überflüssig.

    Dank an die Moderatoren für die Kürzung!

  35. Die Medien im Wandel: Wenn Texte abhanden kommen – FAZ.net vs. mspr0 | www.reset.to |  26.06.2010 | 11:55 | permalink  

    [...] Die Medien im Wandel: Wenn Texte abhanden kommen – FAZ.net vs. mspr0 Gepostet von: Anna-Maria, 26. June 2010 – 11:55 Der dieswöchige Blogosphärenaufreger: Die FAZ.net Redaktion nimmt ein komplettes Blog aus dem Netz, weil Bildrechte für einen Artikel nicht korrekt gehandhabt wurden. Mit zeitnahen Spekulationen und Informationen hervorgewagt hatte sich u.a. die Carta-Redaktion, der es auch zu verdanken ist, dass am Ende doch eine Stellungnahme der Redaktion veröffentlicht wurde. Robin Meyer-Lucht kommt zu dem Schluss, der Clash der publizistischen Kulturen ist eskaliert: Clash der publizistischen Kulturen: mspr0 und FAZ.net [...]

  36. die ennomane » Blog Archive » Nochmal CTRLverlust |  26.06.2010 | 13:30 | permalink  

    [...] Text selbst niemand etwas auszusetzen. Dass die Redaktion das anders sieht, zeugt von einer tiefen kulturellen Kluft zwischen Journalismus und Bloggerei – oder einfach davon, dass die Strukturen bei der FAZ [...]

  37. cultWorx.com » Schönes Zitat |  26.06.2010 | 14:30 | permalink  

    [...] „Bloggen ist der technisch-institutionelle Ctrl-Verlust von Zentralredaktionen über das Handeln von Autoren.” [...]

  38. Breitband - Netzpolitik-Thesen, DAB+, Kontrollverlust und Kuschelhormone |  26.06.2010 | 14:32 | permalink  

    [...] ins Grundsätzliche gegeben hat.” Das Portal Carta.info nannte die Kettenreaktion einen „Clash der publizistischen Kulturen“ zwischen MsPro und [...]

  39. Kopierrecht « Lemongras |  29.06.2010 | 20:43 | permalink  

    [...] einem Post auf Andé Duhmes Blog zum Thema gestoßen und auch mit den Geschehnissen auf FAZ.net im Hinterkopf  wollte ich mal ein paar Gedanken zum Thema hier [...]

  40. » Sommerpause! Und: Locationwechsel Zornröschen bloggt |  30.06.2010 | 11:40 | permalink  

    [...] für eine bekannte Webplattform schreiben zu dürfen.  Nicht die FAZ, obwohl dort ein Plätzchen frei wäre, sondern mehr die Richtung Frauenliga – aber ich freue mich trotzdem sehr auf diese neue [...]

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