Netzlese
Sandra Mamitzsch | 1 Kommentar(e)
Mit der Aktion “Es ist ZEIT zu widersprechen” macht Freischreiber auf die wesentlichen Fallstricke der neuen Verträge der ZEIT aufmerksam: Diese seien unrechtmäßig, nicht akzeptabel und müssten vor Unterschrift geändert werden.
22.04.2010 |
Die ZEIT schickt Verträge an freie Autoren, die in ähnlicher Form bei anderen Verlagen schon gerichtlich untersagt worden: Die Autoren sollen der ZEIT vollständig und rückwirkend und ohne Nachhonorierung umfassende Nutzungsrechte übertragen und dafür nur ein einmaliges Honorar erhalten. Dass die ZEIT sich Gedanken um Weiterverwertung macht, ist begrüßenswert, weil dadurch gute Texte womöglich nicht so schnell in der Versenkung verschwinden, aber:
Die Urheber zu enteignen und mit ihren Werken in Zukunft allein Kasse machen zu wollen, ist kein Geschäftsmodell, sondern eine Zumutung.
Das Problem:
Nur weil der Springer-Verlag bestimmte Klauseln nicht mehr in seine Verträge schreiben darf, kann es DIE ZEIT trotzdem tun. Man müsste also noch einmal gegen diesen Vertrag und diese Klauseln vor Gericht gehen. Das ist teuer, langwierig und nervenaufreibend. Besser ist es, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen und die Verträge, bevor sie in der Fläche akzeptiert worden sind, zu ändern.
Freischreiber fordert daher dazu auf, diese Verträge nicht einfach zu unterschreiben, sondern nachzuverhandeln: Entweder soll die ZEIT mehr Geld für die umfassenden Nutzungsrechte zahlen, oder die kritischen Passagen müssen gestrichen werden. Eine Strategie, die freilich nur aufgeht, wenn möglichst viele freie Autoren sich daran beteiligen.



Sehr traurig. Als Kontrast- und Argumentationspunkt der ZEIT-Artikel”Schreiben macht arm” von Gabriele Bärtels
http://www.zeit.de/2007/45/C-Freie-Journalistin