Netzlese
Redaktion CARTA | 14 Kommentar(e)
Basic Thinking hat mit der Kürzung des RSS-Feeds heftige Reaktionen bei seinen Lesern ausgelöst. Wenn aber bereits ein Klick mehr derart viel Protest auslöse, dürfe man sich nicht wundern, “dass Journalisten/Bloggern ihre Arbeit immer weniger Spaß macht”, meint Yuccatree.
06.03.2010 |
Eine Kürzung des RSS-Feeds hat bei Basic Thinking zu erheblichen Leserprotesten geführt. Viele drohen, die Site in Zukunft zu meiden. Wenn Leser derart wenig Verständnis für Minimalanforderungen einer Minimalrefinanzierung zeigen, meintJürgen Vielmeier von Yuccatree, dürfe man sich nicht wundern, wenn einem beim Bloggen auch mal die Lust vergehe:
Es ging lediglich darum, dass die Beiträge im RSS-Feed von BasicThinking nicht mehr in voller Länger erscheinen, sondern nur noch als Anriss. Wer den ganzen Beitrag lesen will, muss auf die Website von BasicThinking.de wechseln.
Und dort etwas dafür bezahlen? Nein. Dort massenweise Werbung über sich ergehen lassen? Nein. Einfach nur einmal mit der Maus klicken und die Seite im Browser lesen. Das ist alles. Viele Leser bekunden ihr Verständnis für die Maßnahme. Der größere Teil der – zur Stunde – rund 80 Kommentatoren hat hingegen einen Abschied auf nimmer Wiedersehen angekündigt.
Wegen eines Mausklicks mehr.
Und da wundert sich noch jemand, dass Journalisten/Bloggern ihre Arbeit immer weniger Spaß macht? Bei solchen Lesern, die alles kostenlos wollen und sich noch nicht einmal auf einen kleinen Kompromiss einlassen? Ich kann’s nicht fassen
wirres widerspricht:
ich glaube, das argument RSS-feeds zu kürzen oder zu verkrüppeln um mehr werbeumsätze zu machen, ist ein irrtum. es geht um aufmerksamkeit. ja, sagen jetzt die RSS-kürzer, von aufmerksamkeit kann ich mir aber nichts kaufen. ich glaube schon. es gibt einige kommerziell zumindest ansatzweise erfolgreiche blogs und webseiten, die volle RSS-feeds anbieten. das bildblog, spreeblick, nerdcore oder zum beispiel daringfireball. und wie es der zufall will, hat john gruber, der betreiber von daringfireball, gerade darüber geschrieben, dass die kompletten RSS-feeds sich für ihn kommerziell absolut lohnen:





Das ist in der Tat alles sehr albern. Ich frage mich was das für Leser sein müssen… Es zeigt sich ja generell, dass viele Leser sehr lesefaul sind (ein kurzer Beitrag hat grundsätzlich mehr Klicks als ein langer), aber wegen sowas gleich einen Aufstand machen? Meine Güte…
Also ich finde es nicht weiter kritisch und werde auch weiterhin bei BasicThinking mitlesen, aber was mich wirklich stört, ist dass ein gekürzter Feed das Offline-Lesen erschwert. Ja es gibt noch Gegenden, da gibt es kein DSL und außerdem ist gerade wenn man im Zug sitzt der Empfang via Handy eher schlecht. Da ist es bequem und praktisch, nachts automatisch das Handy vom Feedreader vollgeladen zu bekommen und dann entspannt auch ohne Netz lesen zu können.
Außerdem ist das Archiv auf der eigenen Platte natürlich nicht vollständig, wenn man nur die Teaser da liegen hat, nur falls BT mal verschwindet.
Meiner Meinung nach hätten sie es vorher vllt. mal mit ner freiwilligen Bezahlmöglichkeit probieren sollen oder wenigstens gegen Geld nen vollen Feed anbieten. Aber das kann ja noch kommen.
Lesenswert: Robert Basic, ehemaliger Herausgeber von BasicThinking, hat sich gerade zum Thema geäußert: ein gekürzter Feed und mehr Traffic.
Normalerweise sagt man ja, dass sich Journalisten oder Content Anbieter im Internet damit abfinden sollen oder darauf einstellen sollen, dass ihre Inhalte eben dort gelesen werden, wo die Leute sich am liebsten aufhalten. Da nunmal der Feedreader für viele Nutzer eine zentrales Tool zum effektivem Sichten aber auch Lesen von Informationen ist, ist es verständlich, dass es Leute gibt, die sich darüber aufregen, dass man so wie hier bei Carta oder eben jetzt auch bei BT mit dem Arbeitsfluß brechen muss, um eine Seite im Browser oder einem neuen Tab zu laden.
Dass man sich nicht darüber wundern dürfte, wenn Journalisten die Arbeit weniger Spaß macht, weil also ihre Leser nicht so tanzen wie sie wollen und extra auf ihre Website kommen, klingt für mich irgendwie ganz anders als die sonstige Besserwisserei der Blogger gegenüber den “Holzmedien”. Wenns um die eigenen Pfründe geht, ist man offenbahr etwas sensibler.
Wer ist ‘Basic Thinking’?
Was man auch sehen muss, dass man, wenn man den ganzen Text hat, ihn auch mal überfliegen kann und eher weiß, worum es in dem Text geht, als wenn man nur einen kurzen Anriss hat (v.a., wenn der auch so extrem kurz ist wie der von dieser Seite hier ;-) ).
Die Reaktionen der Leser und das Verhalten der Redaktion zeigen das Basic Thinking als Plattform nicht relevant ist, die Informationen die man dort bekommt, sind redundant. Vielleicht war gerade der vollständige RSS Feed das Qualitätsmerkmal, das Leser dazu gebracht hat, BT zu abonnieren.
Das man dort den Feed verkürzen muss zeigt mMn. nur auf das BT nicht relevant genug ist, sonst würde es solche Maßnahmen nicht durchführen müssen um für Werbetreibende interessant zu sein, und damit seine Leser zu verärgern.
tja, kurze rss feeds sind ja auch doof und unpraktisch. der von carta eingeschlossen.
Wenn ich mir aktuell das Geschehen auf der Seite anschaue, frage ich mich ob es dies Wert war.
Momentan geht dort alles drüber und drunter.
[...] in den letzten Tagen wieder einmal die Debatte um die Länge von RSS-Feeds entbrannt ist, möchte ich kurz meine Erfahrungen [...]
[...] Unverständnis ausgelöst hat kann man sich denken. Stellvertretend seien hier YuccaTreePost und Carta, die übrigens auch auf das finanziell erfolgreiches Fullfeed-Angebot von daringfireball verweist, [...]
Die Reaktionen sind krass, aber doch nicht unerwartet. Dass es Leser gibt, die einen gekürzten Feed abbestellen, weil das Durchgeklicke nervt, war doch zu erwarten. Tschulligung, aber der Wert von Artikeln und Nachrichten tendiert massiv gegen Null. Sagt der Jarvis jedem der’s hören will. Basicthinking ist doch vor allem ein Filter. Das ist eine wichtige Aufgabe, aber es zeigt doch auch nur, dass die Nachrichten von woanders stammen. Die Leute mit vielen Feeds in ihrem Reader haben einen großen Teil der Nachrichten schlicht schon vorher gelesen. Kommt die Nachricht dann bei Basic Thinking nochmal und ein kann es im Feed lesen (besser scannen) mache ich das vielleicht nochmal. Kommt es aber nicht und ich muss erst klicken, auf die Seite warten (ein paar Sekunden auf meine Desktop, ein paar mehr auf meinem iPhone), fliegt der Feed raus.
Deshalb muss man die Macher nicht beschimpfen. Aber ich bin auch nicht der Meinung , dass eine Äußerung à la “Tschüss. Ich bin weg” eine Beleidigung ist. Das ist ein legitimes Feedback. Der Nutzwert eines Vollfeeds ist für viele Leute deutlich höher als der eines gekürzten. Und wenn für einen Leser Basic Thinking eines der Blogs ist, die man lesen kann, aber nicht muss, ist das genau der Unterschied zwischen abonnier ich und abonnier ich nicht. Carta ist bei mir genau in dieser Grauzone und naja dann eben nicht abonniert. Aber man sollte sich nicht grämen. Ich bin damit eh ein nicht bzw. schwer zu Geld machbarer Leser. Kann man auch nix dran ändern. Ich würde auch kein Geld für ein Abo bezahlen. Das würde ich aber für Tausende anderer Blogs und Magazine ebenfalls nicht. Das gilt für Basic Thinking genau so. Die Kritik ist hart, aber war auch zu erwarten. Aber warum jammern? Es waren nicht monetarisierbare Leser und die sind jetzt weg. Dass diese Basic Thinking beschimpfen oder Basic Thinking die Ex-Leser beschimpft, kann ich nicht nachvollziehen …
Ehrlich gesagt, aus dem selben Grund lese ich kaum CARTA.
Wie vergleicht wirres das so schön mit der Print-Welt:
wenn sich ein verleger entscheiden würde die überschriften auf der titelseite in der gleichen schriftgrösse wie den fliesstext zu setzen und auf fotos oder illustrationen zu verzichten, damit die leser die artikel aufmerksamer lesen und nicht nur die seite nach interessantem scannen, verliert er aufmerksamkeit, statt sie zu gewinnen. wer es dem leser schwer macht, verliert leser. wer den lesern vorschreiben möchte wie sie etwas konsumieren sollen, verliert leser. wer den lesern den eindruck vermittelt sie seien undankbar, verliert leser und sympathien.
Vollfeeds machen vor allem bei Mobilgeräten Sinn. Auf meinem iPhone kann ich so den Feed ordentlich lesen. Wenn ich, um weiter zu lesen, auf die Website muss, ist erst mal kurzes gefummel angesagt um den Text auf lesbare Größe zu zoomen und zu verschieben. Deswegen mag ich den Heisefeed überhaupt nicht, da er nur einen Link anbietet.
Wenn schon gekürzte Feeds, dann sollte automatisch auf die mobile Seite umgeleitet werden, wenn ein entsprechendes Gerät erkannt wird. Damit kann ich leben. Einige Seite machen das auch vorbildlich.