Wolfgang Michal

2010 – Das Jahr der Medienrevolution

Wolfgang Michal | 28 Kommentar(e)

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Das iTablet könnte das definitive Ende des Gutenberg-Zeitalters bedeuten.

05.12.2009 | 

Joanne K. Rowling hat das Prinzip in ihren Harry Potter-Romanen vorweg genommen: die sprechende, die lebendige Zeitung. Wenn die Zauberlehrlinge auf Hogwarts (jener legendären „School for Witchcraft and Wizardry“) ihre Schülerzeitung aufschlugen, begannen die Bilder darin zu „leben“.

Hogwarts liegt heute in Cupertino, Kalifornien. Und so wie die lebendige Zeitung in den Potter-Romanen wird auch das iTablet funktionieren. Fernsehen, Internetsurfen, Fotos anschauen, Magazine blättern oder Zeitungen lesen – all das wird ab Herbst 2010 mit einem einzigen Gerät möglich werden. Die Mediennutzung wird nicht mehr teilbar sein in schauen, hören und lesen, sie wird lesen, hören, schauen und schreiben erstmals integrieren.

Das ist das definitive Ende des gedruckten Zeitalters. (Jaja, schon gut, es wird sicher noch ein paar Liebhaber-Zeitungen in Kleinstauflagen geben).

Das iTablet ist praktisch die XXL-Ausgabe des iPod touch bzw. des iPhones, das heißt, es wird mit einem erweiterten iTunes und zahllosen Apps funktionieren. Auf seiner berührungsempfindlichen Oberfläche wird man blättern können wie in gedruckten Magazinen. Man wird mit dem iTablet sämtliche Medien lesen, hören und schauen können – im Zug, im Urlaub, im Bett, auf dem Klo, im Büro, im Garten, auf der Couch, in der Kneipe, am Schreibtisch. Man wird es in eine Halterung stecken, um es als Laptop zu benutzen, oder als Fernsehapparat im Badezimmer, als Kochratgeber neben dem Küchenherd, als Benutzerhandbuch in der Werkstatt. Es wird enorme Vorteile gegenüber den gedruckten Medien bieten: Schriftvergrößerung und Filmzuspielung, Flashgraphik und Zeitachse, Lexikon und Mailversand, Aktualisierung und Vertiefung, Teilhabe und Abstimmung. Es wird den Medienkonsum so tief greifend verändern, wie es sich nicht einmal die böswilligsten Druckerpresse-Pessimisten vorstellen konnten.

Ja, verdammt, werden Sie sagen, gibt es denn überhaupt kein ABER?

DOCHDOCH. WIR sind das ABER.

Denn wären da nicht der Preis für das Gerät und der Preis für die künftige Nutzung der Medien als Hemmschuh, gäbe es da nicht die Trägheit der menschlichen Verhaltensweisen („ich muss einfach das Rascheln einer Zeitung hören“), und würde nicht die zähe Verteidigung des althergebrachten Geschäftsmodells das Ganze bremsen – die gedruckten Medien wären schon in fünf bis zehn Jahren Geschichte.

Lesen Sie dazu auch: Die Rückkehr des Autorenjournalismus

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28 Kommentare

  1. Ulrike Langer |  05.12.2009 | 18:49 | permalink  

    Hier ist noch ein passender Link:
    http://www.youtube.com/watch?v=ntyXvLnxyXk&feature=player_embedded

    Ich habe dazu gestern spontan getwittert: “Dafür würde ich bezahlen”. Und das ist nur höchst selten mein erster Gedanke, wenn ein Verlag x eine Applikation y vorstellt. Aber diese geniale Anwendungs-Studie des Time-Verlag am Beispiel von “Sports Illustrated” ist für mich 1. der Beweis, dass ein Apple Tablet in 2010 wirklich kommt (trotz immer noch fehlender offizieller Bestätigung), 2. ein Zeichen, dass Paid Content wirklich funktionieren kann, 3. ein Beweis, dass die meisten bisher vorgestellten Verlags-Applikationen für das iPhone noch nicht einmal ansatzweise die multimedialen Möglichkeiten des Geräts auschöpfen, (die sich auf größerem Bildschirm natürlich noch multiplizieren).

    Und weil es ebenfalls passt, hier noch ein Hinweis auf meinen Blogeintrag vor zwei Monaten: http://medialdigital.de/2009/10/01/auch-ein-apple-tablet-wird-deutsche-zeitungen-nicht-retten/

  2. Luke |  05.12.2009 | 19:06 | permalink  

    Solange die Generation meiner Eltern (Mitte 50er) noch lebt und konsumiert, wird es auch Gedrucktes geben.

    Und wenn Apple wie bisher weitermacht, also zu AppStore & DRM zwingt und offene Formate blockiert, werde ich auch nicht so schnell zum iTäfelchen greifen.

  3. Wolfgang Michal |  05.12.2009 | 19:27 | permalink  

    @Luke: Unterschätzen Sie Ihre Eltern nicht! Ich gehöre auch zu dieser Generation.

  4. Meeresbiologe |  05.12.2009 | 20:04 | permalink  

    Wenn dieses iTablet qualitativ wirklich reinhaut (was nach dem Erfolg des iPhones kein großes technologisches Problem mehr ist), halte ich fünf bis zehn Jahre für die ja bereits heute einsetzende starke Verdrängung gedruckter Periodika (also zu ca. 1 bis 2/3) für eine eher konservative Schätzung. Man erinnere sich, wie schnell sich Handys verbreitet haben. Die waren binnen 2-3 Jahren überall. Ein solches iTablet hätte in seinen verschiedenen Größen in der Tat das Zeug zur universalen Medienmaschine für Print, Internet, TV, Video, Audio, Musik usw.

  5. ebertus |  05.12.2009 | 20:33 | permalink  

    Technikfreaks bekommen glänzende Augen, Verlage etc. wahlweise Euro- oder Dollarzeichen in den Augen. Das muss ja was werden.

    Ansonsten, Blue-ray, DRM etc. dümpeln dahin, Amazon löscht einfach mal von Ferne real erworbenen Content, E-Books zu lesen bedeutet nach verschiedenen Anwender-Berichten a) eine technische Odyssee, ist b) auf Gedeih und Verderb dem Systemhersteller und Betreiber ausgeliefert, beinhaltet c) die (freiwillige) Aufkündigung der informellen Selbstbestimmung incl. möglicher Sippenhaftung (Content hüten wie den Augapfel) und d) schaut mir Big Brother beim Lesen “ständig” über die Schulter.

    Ja, da ist Einiges an “Aufklärung” zu leisten, jenseits der sicher ebenfalls noch nicht wirklich gelösten Technikprobleme. Und für ein solventes Mitglied der schon angesprochenen Mitte 50+ Generation (like me) wäre der Kaufpreis für derartiges Spielzeug eher weniger das Problem.

    Also, meine Zeitschriften, Bücher, DVD’s kaufe ich doch lieber weiterhin cash, und dann tschüss. Werd’ nicht registriert, kann mit dem Zeug machen, was mir beliebt. Und daher ein Tablet bestenfalls bei offenen Formaten; den Content natürlich in den dunkelsten Schmuddelecken des Internet anonym gesaugt! Mehr als “offiziell” kriminalisiert wird man da auch nicht.

  6. Otto Normalverbraucher |  05.12.2009 | 21:43 | permalink  

    Das ist zwar ein interessantes Projekt, aber solange die Akkutechnologie noch so kümmerlich ist, wird auch so ein Tablet ein Flop. Gewöhnliche Smartphones (IPhone, Android, etc.) halten bei 3 -4 Stunden Internetgebrauch nicht mal einen Tag durch.
    Netbooks sind so ausgelegt, dass sie höchstens 6-8 Stunden lauffähig sind.
    Man wird bei solchen Tablet PCs immer an die Steckdose müssen, und deren Gebrauch wird , und davon gehe ich aus, nur etwa 4-5 Stunden halten. Das ist viel zu wenig und unkomfortabel. Für mobile Zwecke, das heisst , Lesen im Zug oder im Park sind sie daher kurz- und mittelfristig ungeeignet. Wer einmal die Erfahrung gemacht hat, und vom gewöhnlichen Handy mit Tastatur auf ein Smartphone mit Touchscreen umgestiegen ist, wird feststellen, dass spätestens nach 2 Tagen das Smartphone eine neue Aufladung braucht. Und Smartphones haben gewöhnlich ein etwa 3 Zoll großes Display.
    Alles hat in den letzten Jahren einen Riesen Fortschritt gemacht: Displays, Haptik, Touchscreen Technologie, Anwendungen (Apps), Speichermedien (Flash, SSD), klassische Festplatten sind sehr billig und 250 – 320 GB sind mittlerweile auf jedem billigen Notebook Standard. Nur bei der Akkutechnologie gibt es große Rückstände. Sonst hätten wir ja auch in unseren Städten wesentlich mehr Elektroautos.

  7. Meeresbiologe |  05.12.2009 | 22:28 | permalink  

    @Otto Normalverbraucher
    Welcher Otto Normalverbraucher liest denn am Tag mehr als 3-5 Stunden? Wenn doch, eben Zweitakku oder Steckdose auf Arbeit, im Hotel u.ä. Für ein entscheidendes Hindernis halte selbst ich als sogenannter Poweruser das deshalb nicht.

  8. Otto Normalverbraucher |  05.12.2009 | 23:50 | permalink  

    @Meeresbiologe
    Man liest ja nicht nur Artikel auf Online Medien wie Spiegel Online. Nein man liest vielleicht auch E-Books, streamt Musik oder Youtube Videos, oder schickt E-Mails und chattet. Es sind schnell ein paar Stunden Internetnutzung zusammen. Ein Tablet wird wohl von der Display Größe eine 14″ oder 15,4″ Display haben. Das frisst sehr viel Energie.
    Für Office Arbeit wird es eher ungeignet sein, da es über keine vollständige Tastatur verfügt. Ich glaube eher, dass ein Tablet ein Nischengerät ist, was sich Leute neben Ihrem Notebook und Smartphone anschaffen werden, ähnlich wie sich jetzt Leute ein Netbook anschaffen.
    Letztendlich wird es nie ein perfektes Gerät geben, weil man überall Abstriche wird machen müssen, bei der Größe, beim Gewicht, bei der Akkulaufzeit, bei der Leistung.
    Auch das E-Book darf nicht so heruntergeredet werden, da es ein Gerät ist, was technisch bewusst sehr eingeschränkt ist.
    Das Internet zeichnet sich durch unzählige Tabs, parallel laufende Anwendungen, Werbung, Pop-Ups, ständigen E-Mail Eingang etc. . In kurzen Worten: Es bietet eben enorm viel Ablenkung und jeder weiss dass Internet einen sehr schnell von der konzentrierten Arbeit ablenken kann, und deshalb lesen ja Menschen trotzdem Zeitung und Bücher, da diese bewusst langsam und statisch sind, sie aber auch eine höhere Konzentration erfordern, und der Leseprozess eines Buches viel intensiver und nachhaltiger sein kann als über das Notebook oder Smartphone. Das E-Book kann aber nur eine Zukunft haben, wenn die Hersteller auch auf die Leser zugehen, d.h. offene Standards, offene Dateiformate, keine DRM, einfacher technischer Zugang zu E-Books, transparente Preispolitik etc.

  9. Texhnolyze |  05.12.2009 | 23:58 | permalink  

    @Ulrike Langer: Willkommen in den 90ern. Erinnert mich an Multimedia CD-ROMs mit “Macromedia” Shockwave. Nein Danke!

    Was soll daran so toll sein?
    Bildchen die man hin und her schieben kann. Artikel die man hin und her schieben kann. Text im Google Fast Flip Style. Videos im Text die automatisch abgespielt werden. Ein Video als Cover!
    Das soll ein Mehrwert haben? Die Bezeichnung “Spielereien” wäre noch beschönigend. Das ist ein Usability Horror und einfach nur störend.
    Für Verleger mögen solche Bundles (für Record labels die iTunes LP) ja schön sein. Für den Benutzer ist dies aber ein Schritt zurück. Der Vorteil von digitaler Distribution ist doch gerade dass solche Bundles aufgebrochen werden. Man kauft nicht mehr das ganze Alben, sondern nur den einzelnen Song. Bei Text gehen wie jetzt wieder zurück?

    Mein Hauptproblem aber ist dass das Ganze in einem proprietärem sypware DRM Container landet (siehe AP News DRM Format).

  10. Meeresbiologe |  06.12.2009 | 00:21 | permalink  

    @Otto Normalverbraucher

    1. Begrenzte Akkuleistung ist natürlich ein Problem – für die Verbreitung einer einschneidend neuen Innovation wie dem Multitouch-Tablet aber kein entscheidendes und nennenswert hinderndes. Der Gewinn an vielseitigen praktischen Anwendungen ist viel größer als das Manko an Akkuleistung. Weil der Gewinn so groß ist, dürften die User bei Bedarf entsprechenden Einfallsreichtum an den Tag legen, dieses Manko auszugleichen. Zumal es da ja einige Möglichkeiten gibt.

    2. Für Office-Anwendungen gibt es bereits heute praktischen Behelf: USB-Minitastaturen in Notebookgröße. Die kann man dann anschließen, wenn man mehr als nur lesen und surfen will. Damit ließen sich dann auch längere Texte tippen.

  11. MIka |  06.12.2009 | 03:30 | permalink  

    Naja, Apple ist zwar fortschrittlich, aber Microsoft durch Windows 7 seit kurzem auch. (Vielleicht benötigen andere Unternehmen (als Apple) längere Evaluierungszeiten und sind weniger gehühls-intuitiv.) Da der Artikel sich vorwiegend auf Apple bezieht: Die Sprachsteuerung des kleinsten iPod ist von vorgestern, die aktuellen Apple-Produkte sprechen und hören nur englisch, mit Interfaces – ebenso von vorgestern – die keinerlei intelligente Wahrnehmung und Lernkurven zulassen. – Wer hat schon Lust sein persönliches Assistenten-Display permanent in englisch anzuschreien, weil sonst gar nichts geht.

    Also nicht gegen Trends und fortschrittliche Geräte. Aber SOOO super sind diese Geräte eben nicht. Sie können nur zu vielleicht 40% das halten, was sie versprechen. Am Ende sind sie voller Koch-Klekse, man muss sie einschicken, wenn man eine neue Batterie haben möchte und die Displays haben nicht annähernd die Auflösung einer schicken Lifestyle-Werbung in einem Hochglanz-Magazin. Von Kontrasten, Gammakurven und Farbwiedergabe nicht zu sprechen.

    Bis solch ein Super-Device am Markt für eine breite Käuferschicht erhältlich ist, vergehen mit Sicherheit noch mindestens 10 Jahre. Dazu bräuchte man zumindest noch eine netz-unabhängige Batteriegeneration, individuell besser anpassbare User-Interfaces, Hitze- und Nässeunempfindlichkeit, weltweit mobiles Internet etc. etc.

    Ein weiteres Problem gibt es bei der Fähigkeit zur Archivierung. Papier, Film, Pergament, etc. sind in Bezug auf ihre Langlebigkeit jedem digitalen Medium um Jahrhunderte voraus. Allein um ein externes Display an einen Mac anzuschließen benötigte man in den letzten zehn Jahren gefühlte 10 Adapter. Zuletzt gab es einen Wechsel von miniDVI zum miniDisplayPort – nur deshalb weil sich durch diese Änderung soundsoviel berechnete Umsatzmillionen mehr erwirtschaften lassen: Überzeugende Archivierungskonzepte sind das nicht…

    Ich suche dann also im Schlafzimmer nach meiner Bluetooth-Tastatur, weil ich das iTablet nicht auf den dreckigen Küchentisch legen möchte. Ok, USB 3.0, gibt leider nur zwei Eingänge (s. MacBookPro), einer ist schon belegt durch den Stick, am DC-Input anderen hängt das Netzteil – wohin schiebe ich das mobile und autonome Gerät dann also jetzt auf meinem Küchentisch? Und wie stelle ich es hin, damit es nicht auf dem dreckigen Tisch liegt? Hole ich vielleicht ein BUCH vom Regal um eine Art Stütze zu konstruieren?

    Wie man sieht: die ergonomische Euphorie ruft zu früh ins Land, weil am Ende immer noch der IT-Mechnaniker sich unter das Gerät legen muss, um reale 40% wenigstens zu 58% umzugestalten. So gewinnt man dann (in Bezug auf das soziale Sein) neue Freunde. Wen? Na den IT-Mechaniker. (Mechatroniker)

  12. mika |  06.12.2009 | 04:38 | permalink  

    “Das Ende des Gutenberg-Zeitalters” ist eine populistische Formulierung.

    1. Steht Gutenberg für die Möglichkeit zur Vervielfältigung von Inhalten, deswegen ist es eher ein Anfang, denn eine Ende

    2. Der Begriff “Zeitung” ist unabhängig vom Medium. Gute AutorInnen werden weiterhin sehr wichtig sein, da ein Autor bzw. eine Autorin ein Mensch ist, der Zusammenhänge herstellt zwischen verschiedenen Entwicklungen, Botschaften und Trends. Und: Das Bedürfnis Zusammenhänge zu erkennen wird eher zunehmen, denn abnehmen.

    3. Medien haben aus sich heraus eine Relevanz. Keiner von uns kann Festplatten (oder Sticks) aus Geräten heraus schrauben und sich in die darauf enthaltenen Inhalte vertiefen, da sie einfach für Menschen nicht ohne Weiteres lesbar sind. Papier als Medium wird in einer – tranformierten Form – weiterhin sehr bedeutsam sein. Die handschriftliche Notiz oder Message wird im Zeitraum vieler Jahrhunderte ihre Bedeutung bewahren können, ob auf Basis romantischer Vorstellungen oder in Bezug auf händisch erstellte Klebezettel.

    4. Die neue Pop-Kultur bzw. die neue Moderne ist niemals so trendy wie oberflächliche Analyen versprechen. Man schaue sich die Müllfahrzeuge an, die durch unsere Straßen fahren und die PP- oder PVC-Container in orange-farbene Diesel-LKWs entleeren.

  13. Antje Wegwerth |  06.12.2009 | 09:19 | permalink  

    Ich denke auch, hier verschmelzen iPhone und Zeitung. Das iTablet könnte tatsächlich die haptische Hürde nehmen. Das Ding ist sehr heiß.

    Sicher wäre das iTablet ohne die vorherige Einführung des iPhone nicht denkbar. Aber inzwischen ist das “Scratschen” auf dem iPhone zum haptischen Erlebnis schlechthin geworden. Es ist ästhetisch, organisch, emotional. Die Tastatur war das nie. Sie erzwingt eine Disziplinierung, eine Rationalisierung, eine Übersetzung, eine intellektuelle Zusatzleistung. Als Schnittstelle zwischen Mensch und Computer war sie immer auch eine Hürde, dem Computer näher als dem Menschen. Das Scratschen etabliert nun an dieser kalten Schnittstelle die analoge Kulturtechnik der Berührung, ersetzt Unbehagen durch Genuss.

  14. Johannes Gerlach |  06.12.2009 | 10:33 | permalink  

    Nur mal so als Frage:

    Woher wisst ihr bitte das ein itablet nächstes Jahr auf den Markt kommen soll außer aus Gerüchten? Ich glaube nicht das Apple als Unternehmen Gutenberg als Visionär das Wasser reichen kann. Die Zukunft liegt garantiert in E-Ink Displays und nicht in normalen Monitoren.

    Viele Grüße

    meedial

  15. Wolfgang Michal |  06.12.2009 | 14:06 | permalink  

    Folgende Einwände kristallisieren sich in der Debatte heraus (sie wurden auch im letzten Absatz des Beitrags teilweise angeschnitten):
    1. Datenschutzproblem (Big Brother)
    2. Surfbarriere DRM (App-Abos etc.)
    3. Akkutechnologie (Batteriehaltbarkeit)
    4. Zerstreuungsgerät (Spielzeug)
    5. Störanfälligkeit (umständliche Reparatur).
    Ja, das sollte man alles bedenken. Aber so ähnliche Argumente gab es natürlich auch vor der Einführung des smartphones (zu kleines Display etc.). Ich denke, das iTablet wird eine Lokomotivenfunktion wahrnehmen für andere und dann in der 3. Generation bestens funktionieren. Die Mediennutzung wird es grundlegend verändern.

  16. Philosophische Schnipsel » Wer verlegt denn heut noch Gedichte? |  06.12.2009 | 15:25 | permalink  

    [...] Literaturvermittlung,  ist es jetzt schon eine überholte Technologie – das viel flexiblere iTablet wartet als tragbares Multimediacenter schon in den Startlöchern und wird auch die Bedingungen für [...]

  17. Meeresbiologe |  06.12.2009 | 16:05 | permalink  

    @MIka vor allem zum 1. Beitrag

    Das sind mir alles ziemlich kleinliche und spezielle Einwände gegen das Potenzial eines solchen Geräts. Küchendreck? In den legt man irgendwelche Geräte genauso wenig wie Papierzeitungen.
    Archive? Das Internet ist ein riesiges Medienarchiv. Das Übrige tun Favoriten-, Datenbank- und Notizfunktionen auch im iTablet.

    Zum Thema Preis: Den Preis halte ich für keine mittelfristige Hürde zur Massenverbreitung dieser Dinger. Mit weiterer technologischer Ausreifung und Massenproduktion werden sie bald soviel kosten wie heute vielleicht Netbooks, wegen der viel größeren Verbreitung als Universalmedienträger eher weniger. iTablets könnten das Zeug haben, sich ähnlich massenhaft zu verbreiten wie Handys und zu einem entsprechend preiswerten Massenartikel zu werden.

  18. Die Zukunft der Zeitschrift? |  06.12.2009 | 16:14 | permalink  

    [...] Der Kollege Michal analysiert die Entwicklung auf Carta. [...]

  19. peter |  07.12.2009 | 13:41 | permalink  

    @15 (W.Michal)

    ich würde der Aufstellung der Einwände noch den wesentlichen Punkt “Display-Technik” hinzufügen, der durch die Akku-Technologie nur teilweise überdeckt bzw. verschleiert wird.

    Erst farbige E-Ink-Displays (@14)); die für 1010 in ersten Serien-Mustern angekündigt sind; mit TV-Eigenschaften (<25 Hz fähig) (Entwicklung läuft erst an) und (für größere Formate) bieg/rollbar, werden den Durchbruch für das iTablet bringen.
    Solche Anzeigen sind jedoch nicht vor 2012/13 in der Produktions-Pipeline.
    Daher denke ich, ein wirklich erfolgreiches iTablet, das nicht als neuer "Newton" enden sollte, erscheint auch erst zu diesem Zeitpunkt.

    Ansonsten halte ich die Vision des Autoren:
    "Das iTablet könnte das definitive Ende des Gutenberg-Zeitalters bedeuten."
    für konsensfähig.
    Zweifelhaft ist jedoch, ob die Medien-Riesen (News C.,Springer, Bertelsmann etc.) und auch die Computerindustrie den Zug der Zeit rechtzeitig erkennen.
    Das augenblickliche "Leistungs-Schutz-Geschwätz" läßt leider das Gegenteil vermuten.

  20. Die Zukunft. Theoretisch. |  07.12.2009 | 15:34 | permalink  

    [...] hat die Präsentation zum Anlass genommen, für das nächste Jahr endlich die Medienrevolution in Aussicht zu stellen. Ich wäre voll und ganz dafür. Allerdings habe ich nach gefühlten 50 Mal, die ich die [...]

  21. Mika |  07.12.2009 | 20:30 | permalink  

    @ #17 – Meeresbiologe

    Ich finde das sind keine Kleinigkeiten. Ich habe mich auf den Text bezogen. Dort steht “als Kochratgeber neben dem Küchenherd”. Beim Kochen gibt es Öl, Reste etc. Außerdem muss man ja zwischendurch auch mal was nachschauen im Rezept. Dann mit den sicherlich unsauberen Fingern auf dem Display herumzuwühlen, das meinte ich…

    Des Weiteren habe ich dann Bezug genommen auf eine Sprachsteuerung, die genau dann Sinn machen würde. Die aktuelle Apple-Sprachsteuerung ist nicht sehr fortschrittlich, das habe ich im Kommentar angesprochen. Sie ist also nur auf english verfügbar – sowohl Eingabe als auch Ausgabe. Sie versteht nur einfach Befehle, die jedes Mal angekündigt werden müssen und man muss sehr nah am Mikro sein. Es heute schon wesentlich bessere Lösungen, deshalb frage ich mich, warum diese nicht integriert werden. Denn so wie es aktuell ist, ist das Display (wie im Text erwähnt) als Assistenz – wie z.B. beim Kochen nicht wirklich praktisch zu benutzen.

    Ein Hauptgrund, warum solch euphorisch angekündigte Produkte sich im Alltag nur nach und nach (und selten mit den ersten Modellen) durchsetzen ist der, dass es eben genau in den Detailfragen immer wieder Probleme gibt. Features haben alle diese Geräte ohne Ende. Aber in Bezug auf die Usability hinken sie den Erwartungen oft weit hinterher.

    In Bezug auf die Archivierung bin ich generell kritisch, was elektronische Speicher angeht. Es geht ja nicht nur um 5 oder 80 Jahre. Ich gebe zu, in den am frühen Morgen verfassten Gedanken fehlt eine genaue Einordnung.

    Ansatzweise: Ein visueller analoger Erinnerungs-Assistent (Analog-Fotoapparat) ermöglichte eine visuelle Speicherung der Momente über einen langen Zeitraum. Heutige digitale Archive haben bei Weitem nicht die Bestands-Sicherheit wie analoge Archive. Nicht umsonst wird bedeutendes Wissen auf Mirkofilmen in ehemaligen Bergwerken archiviert. Aber das erwarte ich doch auch von einem personal assistent, dass er meine Erfahrungen und die Momente, die ich erlebt habe auch zuverlässig so archiviert, dass meine Kinder und Enkel später darauf zugreifen können.

    In diesem Zusammenhang sind meine Vorbehalte vielleicht etwas besser nachvollziehbar. Manchmal denke ich eben: ich lebe in der weit entwicklten Zeit, und dann bin ich fast täglich von Produkten enttäuscht, die nicht durchdacht sind und schnell auf den Markt geworfen werden. Grundig und Siemens sind dadurch in die Notwendigkeit gekommen, sich vom Markt der Consumer-Kommunikationstechnologien zurückzuziehen, was ich schade finde.

    Hat vielleicht für dich alles nichts mit dem Thema zu tun, für mich schon. Hoffe, dich nicht zu langweilen :-)

  22. Meeresbiologe |  08.12.2009 | 10:48 | permalink  

    @Mika
    Küchentauglichkeit, Spracheingabe und auch Archivierung sind sämtlichst Nebensächlichkeiten, die für die im Artikel prognostizierte Medienrevolution durch das iTablet keine Rolle spielen. Eine Medienrevolution ist ein Massen- und kein individueller Prozess von persönlichen Vorlieben und Abneigungen. Zumal es sich bei sämtlichen drei Einwänden auch um kein spezielles Problem von iTablets, sondern um Probleme der bereits voll etablierten Computertechnik insgesamt handelt. Sich in der Küche einen sauberen, sicheren Platz für ein technisches Gerät zu suchen, ist ja wohl das geringste Problem.

  23. digital natives, unternehmenskultur, employer branding und das itablet « saatkorn. |  08.12.2009 | 18:49 | permalink  

    [...] hier ein sehr interessanter artikel zu den ideen von apple zu diesem thema. wenn man der quelle vertrauen darf, so arbeitet apple mit hochdruck am itablet, einem device, welches sämtliche formen der mediennutzung integriert. somit wird „…mediennutzung nicht mehr teilbar sein in schauen, hören und lesen, sie wird schauen, hören, lesen und schreiben erstmals integrieren“. wow. ich stelle mir eine „lebendig werdende stellenanzeige“ vor, die mir die möglichkeit eröffnet, ein video über die stelle zu schauen, die wesentlichen facts und figures zu verstehen, gleichzeitig kontaktmöglichkeiten über facebook oder xing eröffnet…und das tollste: von jedem ort der welt, völlig mobil. für diejenigen der digital natives, die in der bitcom-studie eindeutig ihr mobiltelefon dem jetzigen partner vorziehen (und das sind mehr als man so denkt) die ideale möglichkeit, sich zu informieren. [...]

  24. Apple iTablet mit Pixel Qi Display? » eReader » lesen.net |  09.12.2009 | 15:58 | permalink  

    [...] Grenzen. “Das definitive Ende des gedruckten Worts” werde das Apple iTablet einleuten, sagt man – mit Pixel Qi Display sicherlich noch ein ganzes Stückchen schneller. Denn ohne [...]

  25. Mika |  09.12.2009 | 22:12 | permalink  

    Für alle, die es noch nicht kennen: Ungefähr das, worum es hier geht, nur noch einige Jahre später. Im Übrigen eine “future vision” von Microsoft. Und noch eine ganze Idee ausführlicher.

    http://www.youtube.com/watch?gl=US&v=HvA9lA7_5FE

  26. Wolfgang Michal |  10.12.2009 | 17:15 | permalink  

    Die Medienumwälzung soll angeblich vorgezogen werden (ist auch wettertechnisch geschickter):
    http://www.reuters.com/article/idUSTRE5B83RJ20091209?type=technologyNews

  27. Johannes Funk |  17.12.2009 | 15:46 | permalink  

    Wer weiß, was gespielt wird, entdeckt schnell, dass es vor allem darum geht, die Menschheit besser kontrollieren zu können. Wann wachen wir endlich auch!

  28. Wolfgang Michal |  25.01.2010 | 22:36 | permalink  

    2 x werden wir noch wach, dann ist endlich iSlate-Tach!

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