Robin Meyer-Lucht | 7 Kommentar(e)
Mit DIY-Wahlkampfvideos wird der geneigte Sympathisant zum Mitgestalter. Zum Glück: Der durchkalkulierte Wahlkampf kann mehr Leidenschaft bestens gebrauchen.
03.09.2009 |
Sind Do-it-yourself-Wahlkampfvideos im Internet das neue Plakate-Kleben? Zumindest haben sich die Möglichkeiten der Mitgestaltung für Unterstützer drastisch vermehrt: Online-Wahlkampf wird zunehmend als vernetzter Wettbewerb der Unterstützungsideen geführt, die nicht mehr notwendigerweise vollständig aus der Wahlkampfzentrale kommen. Der geneigte Sympathisant wird mit Collagen, Videos und Retweets zum Mitgestalter auf der medial vermittelten Bühne. Das lockert die durchkalkulierten und damit häufig auch kühlen Parteikampagnen etwas auf – wie etwa auch das “Sie haben die Wahl”-Video.
DIY-Wahlkampf zeigt häufig Leidenschaft für Personen und Themen, wo klassische Kampagnen nur Stimmenmaximierung betreiben. Man sollte die DIY-Wahlvideos daher im Auge behalten, wie zum Beispiel dieses hier:
[Dank an einen anonymen Carta-Leser]
Oder auch dieses hier (schon etwas älter):
[via Netzpolitik]
Weitere Vorschläge und Hinweise sehr gerne.


Gerade die CDU-Selbstmach-Videos finde ich sehr gut, zeigen sie doch, daß sich selbst bei Teilen der CDU-Basis eine Remix- und Mashup-Kultur durchgesetzt hat. Wenn die ersten CDU-Unterstützervideos aus dem Netz geklagt werden, kommt vielleicht auch in der Partei an, daß man zu Fair-use-Praktiken geistiges Eigentum nochmal intensiv arbeiten sollte und nicht nur mit der Rechtelobby reden sollte.
Wir unterstützen die Junge Union gegen jede Form von Zensur und Antisemitismus!
http://bit.ly/4FgIbK
@ John Nada: Stimmt – im Grunde bringt das DIY-Wahlkampfvideo die Rückkehr des guten alten Parteisongs..
@ Felix Neumann: Wenn man den Parteien erklären könnte, dass Urheberrecht ihnen mehr schadet als nutzt – dann wird sich ihre Position rasch ändern. Klar, hast total recht.
@Felix Da war ich auch überrascht. Da scheint die Basis doch ne andere Kultur zu leben, als die oben predigen. Anders wären diese Videos nicht erklärbar:
http://www.youtube.com/watch?v=_qvr6MI4TO0
http://www.youtube.com/watch?v=kQKgl7K2Nog
http://www.youtube.com/watch?v=8Sfp1FOB7a8
Mal sehen wann sich dann auch die Politik ändert :-)
Potenzial haben diese Videos schon. Nur müssen sie so gut sein, dass sie auch von entsprechend vielen Menschen angeschaut werden, also sich viral verbreiten. Bei einigen der hier (auch in den Kommentaren) verlinkten Spots kann man das nicht sagen, wie die Abrufzahlen auf YouTube zeigen.
[...] geht ab! bei YouTube” und zwar am 04. September 2009. Hier weist man sogar auf Ruhrbarone und Carta hin, die definitiv auf einen geplanten viralen und offiziellen Hintergrund [...]
[...] John McCains eigenes Team sezierte das Auftreten von Barack Obama und bearbeitete den Videomitschnitt auf sehr pointierte Art und Weise. Ob auch die Parteien sich trauen werden, so offensiv mit dem noch fast sakral behandelten Medium Fernsehen umzugehen, muss man offen lassen. Die deutsche Nuterschaft jedenfalls hat ihre Zuneigung zum “Remixen” von politischen Videos im Internet schon bewiesen. [...]