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	<title>CARTA &#187; Zensursula</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Oct 2010 06:14:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie "#zensursula" zu einem der erfolgreichsten Internet-Meme und Mobilisierungskampagnen wurde: Dieser Auszug aus "politik digital" nimmt die "historische" Perspektive  zur Bewegung vor einem Jahr ein. Profitieren konnte davon zun&#228;chst die Piratenpartei, inzwischen ist auch deutlich geworden, dass an dieser Stelle das Politikfeld der “Netzpolitik” seine Wurzeln hat.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ace9125237264dde8bde6b0d0647efbe" alt="" width="1" height="1" />Als Gerd Eist alias <a href="http://twitter.com/erdgeist/">@erdgeist</a> am fr&#252;hen Morgen des 25. M&#228;rz den Begriff »Zensursula« in eine seiner <a href="http://twitter.com/erdgeist/status/1384916742">Twitter-Mitteilungen</a> einbaute, ahnte er wohl nicht, dass er damit <em>das</em> Online-Wort des Superwahljahres 2009 erfunden hatte. Die Kombination aus »Zensur« und »Ursula« wurde in den folgenden Monaten zum popul&#228;ren Kampfbegriff gegen die von der Ministerin vehement geforderten Internetsperren.</p>
<div id="attachment_34866" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/erdgeist.jpg"><img class="size-medium wp-image-34866" title="erdgeist" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/erdgeist-300x130.jpg" alt="" width="300" height="130" /></a><p class="wp-caption-text">Erdgeists Kombination aus »Zensur« und »Ursula« wurde in den folgenden Monaten zum popul&#228;ren Kampfbegriff.</p></div>
<p>Der unverhohlene Verweis auf die Praxis der Zensur tauchte die Versuche der deutschen Politik, im Umgang mit kinderpornografischen Inhalten neue Wege einzuschlagen und unerw&#252;nschte Online-Inhalte zu sperren, in ein grelles Licht. Von der Leyens Sperrkampagne hatte schon im Januar 2009 begonnen, als auf Initiative des Familien­ministeriums eine Kooperation zwischen dem Bundeskriminalamt und f&#252;nf Internet-Providern zur Blockade von Online-Angeboten vereinbart worden war.</p>
<p>Stein des Ansto&#223;es der Zensursula-Kritiker war dabei das technische Vorgehen, lediglich den Zugang zu den Angeboten zu blockieren, jedoch keine L&#246;schung des Materials <a href="http://www.bmfsfj.de/bmfsfj/generator/BMFSFJ/kinder-und-jugend,did=121760.html">vorzunehmen</a>:</p>
<blockquote><p>»Die Sperren […] verhindern, dass die illegalen Seiten mit kinderpornografischem Inhalt durch Eingabe des Namens aufgerufen werden k&#246;nnen. In der Regel erscheint dann eine erl&#228;uternde STOPP-Seite.«</p></blockquote>
<p>Hierf&#252;r hatte das Ministerium einen Entwurf in der Form eines <a href="http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Kinder_stopp.png&amp;filetimestamp=20090418174246">Stoppschildes</a> vorgelegt, der im weiteren Verlauf der Kampagne zu einem wichtigen visuellen Motiv des Protestes avancierte.</p>
<p>Die plakative Gegen&#252;berstellung »L&#246;schen statt Sperren« hatte das Thema zun&#228;chst als eher technische Verfahrensfrage erscheinen lassen, weshalb die Kritik sich oft auf Hinweise zur Umgehung solcher Blockaden beschr&#228;nkte. Erst durch den Perspektiv­wechsel auf den Vorgang der staatlich gesteuerten Unterdr&#252;ckung von Internet-Inhalten auf einer unsicheren rechtlichen Basis und die Bezeichnung als »Zensurvorwurf« erhielt die Diskus­sion jene Dynamik, die sie zur bisher folgenreichsten netz­politischen Debatte der Bundesrepublik werden lie&#223;.</p>
<p>Die Verh&#228;rtung der Diskussionsfront hatte jedoch auch f&#252;r die Bef&#252;r­worter der Internetsperren Vorteile. Aus deren Perspektive lief es nun auf die Vereinfachung hinaus, dass die Zensursula-Fraktion keine Schritte zur Eind&#228;mmung kinderpornografischer Inhalte einleiten wolle. Prominentestes Opfer dieser Auseinandersetzung wurde der SPD-Politiker Bj&#246;rn B&#246;hning: Im Juni verlieh die <a href="http://www.bildblog.de/8741/wer-ist-schon-gegen-kinderporno-gegner/">BILD-Zeitung</a> dem Berliner den zweifelhaften Titel »Verlierer des Tages«.</p>
<p>Vor allem aber entwickelte Zensursula ein erstaunliches Eigen­leben im Netz. Gerd Eists Tweet wurde zun&#228;chst zwar nur von wenigen Nutzern gelesen, verbreitete sich aber durch andere Twitterer sehr schnell. So notierte Tim Pritlove, ein vor allem f&#252;r seine Online-Radiosendungen bekannter Medien­macher, in seinem Weblog <a href="http://tim.geekheim.de/2009/06/28/das-mrchen-von-zensursula-und-den-sieben-zwergen"><em>The Lunatic Fringe</em></a>:</p>
<blockquote><p>»Dieser Tweet sprang mir sp&#228;ter ins Gesicht und irgendwie gefiel mir die plastische Kopplung der beiden W&#246;rter. Ich formte daraus selbst am sp&#228;ten Abend des selben Tages diesen wenig kreativen Tweet: Eine Zensursula findet statt.«</p></blockquote>
<p>Pritloves Mitteilungen werden aufgrund seiner Online-Bekanntheit von vielen Menschen gelesen: Sein Twitter-Account <a href="http://twitter.com/timpritlove">@timpritlove</a> hat aktuell mehr als zw&#246;lftausend Follower und rangiert damit unter den 50 meistgelesenen in Deutschland.</p>
<p>Damit lagen die Zutaten f&#252;r ein klassisches »<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Internet_meme">Internet-Mem</a>« bereit. Gemeint ist damit zun&#228;chst einmal eine fixe Idee, die sich etwa mit einem Bild, einer Animation oder einem kurzen Video illustrieren l&#228;sst und fortan in hoher Frequenz durch das Internet weitergereicht wird. <a href="http://tim.geekheim.de/2009/06/28/das-mrchen-von-zensursula-und-den-sieben-zwergen/">Zensursula</a> gilt inzwischen als eines der erfolgreichsten dieser kleinteiligen Internet-Ph&#228;nomene, die sich auf unterschiedlichen Wegen durch das Netz verbreiten.</p>
<p>Durch die erste Erw&#228;hnung bei Twitter folgte alsbald die Erweiterung des Begriffs um das Raute-Zeichen. W&#228;hrend der immer hek­tischer werdenden Online-Debatte um die Einf&#252;hrung von Internet­sperren diente der <a href="http://blog.zdf.de/tvduell/2009/09/die-stecknadel-im-heuhaufen--.html">Hashtag</a> #Zensursula nicht nur als absch&#228;tzige &#196;u&#223;erung &#252;ber die Pl&#228;ne von Parlament und Regierung oder als direkter Angriff auf Ursula von der Leyen, sondern auch als Erkennungsmarke, anhand derer man einzelne Diskussionsbeitr&#228;ge wiederfinden und sammeln konnte. Nachtr&#228;gliche <a href="http://www.google.com/trends?q=zensursula&amp;ctab=0&amp;geo=all&amp;date=2009">Auswertungen</a> zur Verwendung von #Zensursula erlauben es daher, Verlauf und Intensit&#228;t der Online-Debatte darzustellen.</p>
<div id="attachment_34871" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/googlechartzensursula.jpg"><img class="size-medium wp-image-34871" title="googlechartzensursula" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/10/googlechartzensursula-300x148.jpg" alt="" width="300" height="148" /></a><p class="wp-caption-text">Der H&#246;hepunkt der &#246;ffentlichen #zensursula-Auseinandersetzung laut Google Trends.</p></div>
<p>Der H&#246;hepunkt der &#246;ffentlichen Auseinandersetzung l&#228;sst sich damit ganz pr&#228;zise auf den Zeitraum vom 14. bis 21. Juni festlegen: In dieser Woche endete die Laufzeit der Online-Petition gegen die Internet­sperren (16. Juni), diskutierte und beschloss der Bundestag den Entwurf des Zugangserschwerungs­gesetzes (18. Juni) und es gingen in mehreren St&#228;dten Demons­trations­z&#252;ge unter dem Banner »L&#246;schen statt sperren« auf die Stra&#223;e (20. Juni).</p>
<p>Die politische Echtzeitkommunikation spielte dabei aus mehreren Gr&#252;nden eine wichtige Rolle, denn formelle Tr&#228;­ger oder Organisatoren der Kampagne gab es zun&#228;chst nicht. Die eifrige Verwendung des Begriffs Zensursula, die Weiter­leitung oder Kommentierung entsprechender Mitteilungen oder ­auch die Ver&#228;nderung des Twitter-Profilbildes mithilfe eines »Zensiert!«-Schriftzuges sorgten f&#252;r eine allm&#228;hliche Gruppenbildung ­und trugen zu einer virtuellen Identit&#228;tsfindung bei.</p>
<p>Dass sich ­durch die Nutzung verschiedener Techniken der Online-­­Kommu­ni­kation ein Kampagnennetzwerk formiert, das &#252;ber einen l&#228;ngeren Zeitraum Bestand haben kann und schlie&#223;lich bestimmte Leistungsrollen ausbildet, ist ein g&#228;ngiges Muster bei informellen Online-Kampagnen ohne klares Aktionszentrum. Das kann die Ent­wicklung von Logos, Illustrationen oder anderer visueller Elemente sein, ebenso die Sammlung und Archivierung von Debatten­beitr&#228;gen oder auch die Online-Vorbereitung und Koordination von Offline-Events wie etwa Mahnwachen oder Demonstrationen.*</p>
<p>Im weiteren Verlauf der Kampagne wurde diese virtuelle Protestinfrastruktur immer enger an das sich formierende Netzwerk der Piratenpartei angebunden – damit begann die allm&#228;hliche Institutionalisierung des Widerstandes gegen die Internetsperren&#8230;</p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<p><a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/home/propoldi.html"><img class="size-full wp-image-34559   alignright" title="poldi-cover" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/09/poldi-cover.jpg" alt="" width="150" height="238" /></a><em>Dies ist ein Ausschnitt aus Christoph Biebers neuen Buch “<a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/home/propoldi.html">politik digital. Online zum W&#228;hler</a>”, es erschien am 01.10.2010 im <a href="http://www.katrin-blumenkamp.de/">blumenkamp verlag</a> und kann dort f&#252;r 15 € <a href="http://www.shop-016.de/blumenkamp-p9h1s2-Christoph-Bieber-pol.html">bestellt</a> werden.</em></p>
<p><em>Au&#223;erdem daraus auf Carta:</em></p>
<ul>
<li>1. Teil: <a href="../../34511/politik-und-internet-seit-2008-politik-digital-online-zum-waehler-als-buch/">Politik und Internet seit 2008: &#8220;politik digital. Online zum W&#228;hler&#8221; als Buch</a>, inkl. dem Ausschnitt &#8220;Parteien reloaded? Die Entwicklung in den USA&#8221;.</li>
<li>2. Teil: <a href="../../34569/die-neue-politische-klasse-netzpolitik-org-saschalobo-und-der-chaos-computer-club/">Die neue politische Klasse: netzpolitik.org, @saschalobo und der Chaos Computer Club</a></li>
</ul>
<p><em>Christoph Bieber ver&#246;ffentlichte auf Carta im Juni 2009 auch &#8220;<a rel="bookmark" href="../../11004/acht-thesen-zu-den-folgen-der-zensursula-debatte/">Acht Thesen zu den Folgen der #zensursula-Debatte</a>&#8220;.</em></p>
<p style="margin-bottom: 2em;">
<p>*Ausf&#252;hrlich dargestellt werden diese Mechanismen in Bieber, Christoph (2010): &#8220;NoBailout und #Zensursula. Online-Kampagnen ­­in ­­der Referendumsdemokratie.&#8221; In: Kamps, K./Scholten, H./Schommer, G.­/­Seelig­m&#252;ller, I. (Hg.): <em>Politische Kampagnen in der Referendumsdemokratie.</em> Wiesbaden, im Erscheinen. Eine hervor­ragende &#220;bersicht zur digitalen Identit&#228;tsbildung liefert Costanza-Chock, Sasha (2003): &#8220;<a href="http://ecosia.org/goto.php?w=1&amp;a=0&amp;q=%22Mapping%20the%20Repertoire%20of%20Electronic%20Contention.%22&amp;u=http%3A%2F%2Fwww-scf.usc.edu%2F%7Ecostanza%2Felectronic_rep_draft.pdf">Mapping the Repertoire of Electronic Contention.</a>&#8221; (PDF) In: Opel, Andy/Pompper, Donnalyn (Hg.): <em>Representing Resistance. Media, Civil Disobedience, and the Global Justice Movement.</em> Westport. S. 173-191.
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/34573/im-maschinenraum-der-zensursula-kampagne/">Im Maschinenraum der Zensursula-Kampagne</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/34573/im-maschinenraum-der-zensursula-kampagne/#comments">4 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34573&amp;md5=65f82abfbfba3c06a94708c1971328a8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Weder l&#246;schen, noch sperren</title>
		<link>http://carta.info/32509/weder-loeschen-noch-sperren/</link>
		<comments>http://carta.info/32509/weder-loeschen-noch-sperren/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 16:19:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Heller</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA["L&#246;schen statt sperren" war von Anfang an eine absurde Parole f&#252;r eine Anti-Zensur-Bewegung. Sich dabei mit dem Kampf gegen Kinderpornografie zu arrangieren, war ein vielleicht notwendiger, aber gef&#228;hrlicher Kompromiss. Dieser Kampf ist n&#228;mlich uners&#228;ttlich und letztlich nicht kontrollierbar.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/2d5df27c4efe4ef68263ee9bad339cbd" alt="" width="1" height="1" />&#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; war eine Parole der letztj&#228;hrigen Bewegung gegen &#8220;Netzsperren&#8221;. Die Bundesregierung wollte mit technischen und gesetzlichen Verfahren den deutschen Zugang auf unerw&#252;nschte Internet-Seiten erschweren; wobei als unerw&#252;nscht in diesem Fall Kinderpornografie angef&#252;hrt wurde.</p>
<p>In den Augen der Netzsperren-Gegner drohte dagegen der Aufbau eines nationalen Systems, um aus dem Internet unerw&#252;nschte Inhalte beliebiger Art herauszufiltern: heute Kinderpornografie, morgen Urheberrechtsverletzungen, &#252;bermorgen oppositionelle politische Rede. Es schien somit naheliegend, die Bewegung gegen Netzsperren eine Anti-Zensur-Bewegung zu nennen.</p>
<p>F&#252;r eine Anti-Zensur-Bewegung w&#228;re &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; allerdings ein seltsames Motto. Wie kam es dazu?</p>
<p>Mit &#8220;Sperren&#8221; war hier die Einschr&#228;nkung des deutschen Zugriffs auf bestimmte Internet-Seiten gemeint: eine Art <strong>Import-Verbot f&#252;r unerw&#252;nschte Schriften.</strong> Eben ein solches wollte die Bundesregierung urspr&#252;nglich durchsetzen. Ein Gatter sollte errichtet werden, das Gutes durchl&#228;sst und B&#246;ses drau&#223;en h&#228;lt. Die Netzsperrengegner waren sich einig: ein solches Gatter sei zu verhindern. In diesem Anliegen hatten sie aber einen machtvollen Gegner: das Argument, das Gatter diene dem Kampf gegen Kinderpornografie.</p>
<p>Der Kampf gegen Kinderpornografie gilt allgemein als nobles Unterfangen und rechtfertigt so manches Mittel. Sich seinem Durchsetzungsanspruch offen entgegenzustellen, kann politischer Selbstmord sein. Darum scheint Kritik an seinen Instrumenten nur m&#246;glich, soweit sie zuallererst die einschr&#228;nkungslose Notwendigkeit dieses Kampfes anerkennt &#8211; und lediglich konkrete Mittel als unzureichend oder kontraproduktiv brandmarkt, um im selben Atemzug eine wirkungsvollere Alternative vorzuschlagen.</p>
<p>Diese Alternative sah die Anti-Netzsperren-Bewegung im &#8220;L&#246;schen&#8221;: Anstatt Deutschland vom Rest der Welt durch einen Schmutz-Filter zu trennen, sollte Deutschland den Schmutz im Rest der Welt beseitigen. Man braucht kein Import-Verbot f&#252;r unerw&#252;nschte Schriften mehr, wenn man die unerw&#252;nschten Schriften bereits im Ausland verbrennt. Dementsprechend sollten deutsche Beh&#246;rden ihren Einfluss daf&#252;r einsetzen, im Ausland gehostete Kinderpornografie vor Ort l&#246;schen zu lassen.</p>
<p>Nach viel hin und her schien &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; erfolgreich: Mit Wechsel der Bundesregierung wurde das bereits verabschiedete Netzsperren-Gesetz au&#223;er Kraft gesetzt, um probeweise dem Ansatz L&#246;schen statt Sperren den Vorrang zu geben. Nun n&#228;hert sich die Probezeit dem Ende. <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/neue-propaganda-fur-netz-sperren" target="_blank">Das Bangen geht los</a>, ob &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; h&#228;lt: Konnte Deutschland die Welt da drau&#223;en hinreichend s&#228;ubern? Oder kann der Schmutz doch nur durch eine erschwerte Import-Kontrolle herausgehalten werden?</p>
<p><strong>Was ist Zensur?</strong></p>
<p>&#8220;Zensur&#8221; ist laut Brockhaus (19. Auflage) die &#8220;Bez. f&#252;r 1) eine von zust&#228;ndiger, i.d.R. staatl. Stelle vorgenommene &#220;berpr&#252;fung und Kontrolle von Druckwerken, H&#246;rfunk-, Fernseh-, Film-, Tontr&#228;ger- und Videoproduktionen auf ihre polit., gesetzl., sittl. und religi&#246;se Konformit&#228;t und 2) die ggf. daraufhin erfolgende Unterdr&#252;ckung bzw. das Verbot der unerw&#252;nschten Ver&#246;ffentlichungen.&#8221; Andere lexikalische Definitionen wie die der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zensur_(Informationskontrolle)" target="_blank">deutsch-</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Censorship" target="_blank">englischsprachigen</a> Wikipedia sind hinreichend deckungsgleich, um diesen Begriff von Zensur als ma&#223;gebend f&#252;r den &#246;ffentlichen Diskurs zu behaupten.</p>
<p>Nimmt man eine solche Definition zugrunde, kommt man nicht umhin, Zensur auch westlichen, sich liberal nennenden Demokratien zu unterstellen. In Deutschland zum Beispiel wird zensiert, was unter die juristischen Begriffe von &#8220;Volksverhetzung&#8221;, &#8220;Jugendgef&#228;hrdung&#8221; oder &#8220;Verletzung des Pers&#246;nlichkeitsrechts&#8221; f&#228;llt. Staatliche Instrumente zur Zensur solcher &#196;u&#223;erungen sind Einschr&#228;nkung oder Verbot ihrer Bewerb- und Verbreitbarkeit; ihre &#8220;Indizierung&#8221; oder &#8220;Beschlagnahmung&#8221;; in manchen F&#228;llen sogar ein Verbot ihres Besitzes.</p>
<p>Der Bundesrepublik Deutschland solcherart Zensur zu unterstellen, hei&#223;t nicht notwendigerweise gut, was an manch anderen Orten auf der Welt an fraglos obsessiverer Zensur herrscht. Zensurfreiheit gilt hierzulande als hinreichend edles Ideal, dass man sie ins Grundgesetz schreibt. Der Rest des Rechts verhindert aber ihre vollst&#228;ndige Umsetzung; aus Gr&#252;nden, die man guthei&#223;en kann oder auch nicht. Ein bisschen heuchlerisch wirkt es allerdings schon, Zensur auszu&#252;ben und sich gleichzeitig als zensurfrei zu adeln. <strong>Das ist die Tendenz, Zensur nicht mehr Zensur zu nennen, wenn man sie selbst aus&#252;bt, selbst ihre Regeln aufstellt und selbst entscheidet, was unter sie f&#228;llt und was nicht</strong>; anstatt ehrlich einzugestehen, dass man zensiert, weil man Zensurfreiheit niedriger priorisiert als manch Anderes.</p>
<p>Soweit sich die Anti-Netzsperren-Bewegung dem Motto &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; verschrieb, stellte auch sie sich nicht grundlegend gegen Zensur. Ob unerw&#252;nschte Inhalte nun gel&#246;scht oder gesperrt werden sollen &#8211; beides ist jeweils eine Form der Zensur, denn beides setzt ein Verbot unerw&#252;nschter Ver&#246;ffentlichungen durch deren Unterdr&#252;ckung durch.</p>
<p>Stattdessen wurde gefordert, der einen Form von Zensur den Vorrang vor der anderen zu geben. Das L&#246;schen, so wurde gehofft, w&#252;rde <strong>weniger Kollateralschaden in Form einer Zensur-Ausweitung</strong> nach sich ziehen als das Sperren, das der Zensur eine ganze neue technische Infrastruktur aufrichten w&#252;rde.</p>
<p>&#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; war ein taktischer Kompromiss, der das Recht der Gesellschaft auf Zensur des Internet grundlegend anerkannte im Tausch f&#252;r Einfluss auf die Form der Zensur. In Zielrichtung auf ein Ideal der Zensurfreiheit war er vielleicht das Beste, was kurzfristig aus der Situation herauszuholen war: Es ist zweifelhaft, ob die Penetranz, mit der die Regierung letztes Jahr ihr Internet-Zensur-Vorhaben durchpeitschte, durch fundamentalere Opposition aufzuhalten gewesen w&#228;re. Stattdessen wurde der Schaden vorerst begrenzt und hinausgez&#246;gert; in Anbetracht der Schnelligkeit, mit der sich inzwischen die Bedingungen von &#214;ffentlichkeit ver&#228;ndern, sicher ein akzeptables Etappenziel.</p>
<p>Gleichzeitig f&#252;hrte dieser Kompromiss aber in gef&#228;hrliche Gefilde: n&#228;mlich ins Anerkennen eines Allmachtsanspruchs des Kampfes gegen Kinderpornografie. Um angeh&#246;rt zu werden, musste man schw&#246;ren, das Endziel einer Tilgung von Kinderpornografie aus dem Netz zu teilen und auf jeden Fall daf&#252;r arbeiten zu wollen; ein Schwur, der vermutlich nur wenigen Netzsperren-Gegnern Bauchschmerzen bereitete, denn wer m&#246;chte schon Kinderpornografie verteidigen? Ein bisschen Zensur ist doch sicher vertretbar, wenn sie sich nur auf dieses eindeutig festlegbare Schlimmste richtet?</p>
<p><strong>Was ist Kinderpornografie?</strong></p>
<p>Der Kampf gegen Kindesmissbrauch kriminalisiert konkrete sexuelle N&#246;tigung von Menschen unterhalb eines &#246;rtlichen Schutzalters. Der Kampf gegen Kinderpornografie dagegen kriminalisiert blo&#223;e Darstellungen realer oder vermutbarer Minderj&#228;hrigkeit in gewissen sexualisierenden Kontexten; pr&#228;ziser kann man es nicht ausdr&#252;cken, ohne nicht bereits zwischen teils weit auseinanderliegenden Rechtssprechungen unterscheiden zu m&#252;ssen.</p>
<p>Was als Minderj&#228;hrigkeit gilt, ist hierbei historisch und geografisch genauso schwankend und beliebig wie die Definition des pornografischen Charakters. Dasselbe gilt f&#252;r die verlangte Realit&#228;tsn&#228;he der Darstellung: Sollen allein Aufnahmen realen Kindesmissbrauchs verfolgt werden, oder auch Pornos mit z&#246;pfchentragenden vollj&#228;hrigen Scheinminderj&#228;hrigen, oder auch Bildmanipulationen, Gezeichnetes und blo&#223;er fiktionaler Buchstabentext? Das Durcheinander in der Definition der Kinderpornografie spiegelt sich auch in den Begr&#252;ndungen ihrer Verfolgung:</p>
<p>Die Herstellung von Aufnahmen realen Kindesmissbrauchs erfordert den Kindesmissbrauch; das macht die Begr&#252;ndung einer Verfolgung ihrer Herstellung vergleichsweise trivial. Das Verbot der Verbreitung solcher Aufnahmen dagegen erfordert schon elaboriertere Argumente: das Pers&#246;nlichkeitsrecht der Opfer, oder  etwa ein Modell der Verursachung von Kindesmissbrauch durch Nachfrage oder Entgegennahme der Aufnahmen.</p>
<p>Die Begr&#252;ndungen werden allerdings umso wackeliger, je weiter die gew&#252;nschte Verfolgung von Kinderpornografie gefasst wird: Ist ein erotisch interpretierbares Posieren angekleideter Minderj&#228;hriger, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Child_modeling_%28erotic%29#Child_modeling_web_sites" target="_blank">wie es auf &#8220;child modeling&#8221;-Webseiten verkauft wird</a>, bereits ein Kindesmissbrauch? Und wenn ja, wo liegt dann die Grenze zu gesellschaftlich akzeptierten <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Child_beauty_pageant" target="_blank">Kleinm&#228;dchen-Sch&#246;nheitswettbewerben</a>, wie sie in dem Film &#8220;Litte Miss Sunshine&#8221; parodiert werden? Ist die Verbreitung eines Fotos des lasziven Posierens einer nackten 12-j&#228;hrigen zu verdammen, <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Virgin_killer#Cover_art" target="_blank">wenn selbige noch anderthalb Jahrzehnte sp&#228;ter dem Bild ihren Segen gibt</a>?</p>
<p>Noch komplizierter wird es im Falle &#8220;virtueller&#8221; Kinderpornografie: also aller Darstellungen, f&#252;r deren Produktion gar keine echten Minderj&#228;hrigen herangezogen wurden. Das schlie&#223;t Arbeiten mit besonders jung aussehenden, aber vollj&#228;hrigen Darstellern ebenso ein wie fiktionale Zeichnungen und Kurzgeschichten sowie mehr oder weniger photorealistische Computer-generierte Bilder. Handelt es sich hierbei um zu duldende opferlose Vorg&#228;nge, oder erzeugen sie Kindesmissbrauch? In Deutschland sind sie so oder so als Kinderpornografie verboten.</p>
<p>Die Tabuisierung letztgenannter Erzeugnisse beruft sich auf zweifelhafte Konstrukte wie die &#8220;Anfixthese&#8221;: dass der blo&#223;e Konsum fiktionaler Darstellungen (analog den Behauptungen &#252;ber Killerspiele, Gewaltfilme und Harry-Potter-Romane) zu deren Umsetzung in der Realit&#228;t f&#252;hre. – Dem steht die These entgegen, Kinderpornografie diene der Triebabfuhr P&#228;dophiler und wirke so realem Kindesmissbrauch entgegen. In letzter Konsequenz scheint es hier weniger um den Schutz konkreter Kinder zu gehen, als um die Bestrafung einer unerw&#252;nschten sexuellen Neigung; als sei eine solche f&#252;r sich bereits ein Verbrechen.</p>
<p>Die Leitlinie moderner Sexualethik in westlichen Gesellschaften verlangt aber die Duldung jedes individuellen Interesses, soweit es keine Opfer produziert: Egal wie absto&#223;end und pervers eine bestimmte sexuelle Vorliebe also vom Mainstream empfunden wird; sie muss geduldet werden, wenn ihr Tr&#228;ger niemanden au&#223;er sich selbst damit bel&#228;stigt.</p>
<p><strong>Kinderpornografie in der Netzkultur</strong></p>
<p>Die obigen Differenzierungen erscheinen vielleicht akademisch. In den Kulturen des Netzes allerdings findet sich f&#252;r nahezu jeden Grenzfall gleich eine ganze Klasse von Beispielen. W&#252;rde Deutschland seine Kinderpornografie-Gesetzgebung dem Internet als Filter vorschalten, g&#228;be es tats&#228;chlich eine ganze Menge auszusondern. Und zwar auch dann, wenn man von offensichtlichen Kandidaten wie &#8220;child modeling&#8221;-Webseiten, obskuren fremdl&#228;ndischen Servern mit geringer Halbwertzeit und Tauschb&#246;rsen absieht: Dem breiten deutschen Begriff von Kinderpornografie entsprechende F&#228;lle finden sich mitten im netzkulturellen Mainstream.</p>
<p>Erstes Beispiel: die Kontroverse, die sich vor ein paar Jahren um das sogenannte <strong>&#8220;ageplay&#8221; in Second Life</strong> abspielte: Der Rotlicht-Betrieb in dieser 3D-Welt erlaubte das Kopulieren zwischen Benutzer-Avataren jeder nur denkbaren Form und bot damit ein fetischistisches Paradies. So gab es auch Raum f&#252;r sexuellen Umgang mit kinderf&#246;rmigen Avataren (deren Kinderf&#246;rmigkeit nichts &#252;ber das Alter derer aussagte, die sie steuerten). Das erzeugte Einiges an &#246;ffentlicher Kontroverse, vor allem in Deutschland. Trotz Legalit&#228;t nach amerikanischem Recht reagierten die Betreiber von Second Life mit dem Zugest&#228;ndnis eines <a href="http://wiki.secondlife.com/wiki/Linden_Lab_Official:Clarification_of_policy_disallowing_ageplay" target="_blank">Verbots des &#8220;ageplay&#8221;</a>. Alternative: Abwanderung der Altersspieler zum unkontrollierten Second-Life-Open-Source-Klon &#8220;OpenSim&#8221;.</p>
<p>Zweites Beispiel: eine pornografische Institution des Netzes seit nahezu zwei Jahrzenten, die Newsgroup alt.sex.stories und ihr Web-Archiv, das <strong>&#8220;Alt.Sex.Stories Text Repository&#8221;</strong>. Dieses h&#228;lt inzwischen mehrere Hunderttausende fiktionale erotische Texte vorr&#228;tig, darunter auch viele nach deutscher Definition eindeutig kinderpornografische. Hierbei <a href="http://www.asstr.org/asstrfaq.html" target="_blank">beruft man sich</a>, in Anbetracht des Alters und der Prominenz der Seite offenbar erfolgreich, aufs amerikanische Recht der Freien Rede.</p>
<p>Drittes Beispiel: <strong>4chan</strong>. Dieses amerikanische Webforum zum Posten von Bilddateien ist eine der einflussreichsten Webseiten in Sachen Internet-Popul&#228;rkultur. <a href="http://www.4chan.org/rules" target="_blank">Im Regelwerk</a> wird reale Kinderpornografie explizit verboten; f&#252;r die beiden Manga-Genres virtueller Kinderpornografie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Lolicon" target="_blank">&#8220;lolicon&#8221;</a> und <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Shotacon" target="_blank">&#8220;shotacon&#8221;</a> gilt dagegen eine explizite Verbots-Ausnahme f&#252;r den meistfrequentiertesten Bereich der Seite, das inhaltlich anarchische Forum &#8220;/b/&#8221;.</p>
<p>In /b/ findet sich neben den genannten Klassen virtueller Kinderpornografie vor allem auch ein kinderpornografischer Grenzfall, der das Ph&#228;nomen des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sexting" target="_blank">&#8220;Sexting&#8221;</a> vom Mobiltelefon auf Webforen &#252;bertr&#228;gt: Minderj&#228;hrige fertigen aus freien St&#252;cken von sich Aufnahmen in sexualisierten Posen an; diese werden von ihnen selbst oder von einem sozialen Umfeld Gleichaltriger verbreitet.</p>
<p>Gelegentlich tauchen auch andere Klassen nicht-virtueller Kinderpornografie in /b/ auf, deren Illegalit&#228;t selbst nach amerikanischem Recht unzweifelhaft ist. In 4chan postet jeder anonym, und Zensur findet nur nachtr&#228;glich statt; illegales Material wird also einigerma&#223;en furchtlos abgeladen und erst entfernt, wenn es von einem Moderator entdeckt wird. Das geschieht &#252;blicherweise binnen Minuten; die Lebensdauer auch eines legalen Bilder-Fadens in /b/ ist aber oft auch nicht h&#246;her.</p>
<p><strong>Der Kampf gegen Kinderpornografie</strong></p>
<p>Die Argumentation im Kampf gegen Kinderpornografie beschr&#228;nkt das Bild auf Extrembeispiele und tabuisiert alle ihr nicht vorbehaltslos solidarischen Positionen. So suggeriert sie eine universell akzeptierte, eindeutige und undurchl&#228;ssige Grenzlinie zwischen einem Legitimen und einem Illegitimen. Dass die Wirklichkeit selbst innerhalb der Kulturkreise westlicher Moderne komplexer ist, legen nicht nur die obigen Beispiele des Internet-Zeitalters nahe:</p>
<p>Der deutsch-italienische Spielfilm &#8220;Spielen wir Liebe&#8221; etwa lief 1977 ohne rechtliche Bedenken in westdeutschen Kinos, ist hierzulande jedoch heute als Kinderpornografie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Maladolescenza#Rechtslage" target="_blank">beschlagnahmt und im Besitz strafbar, in &#214;sterreich dagegen weiter frei auf DVD erh&#228;ltlich</a>. <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eva_Ionesco" target="_blank">Die 12-j&#228;hrige Hauptdarstellerin posierte</a> im selben Jahr nackt auf der Titelseite des <em>SPIEGELs</em>, nachdem sie sich ein Jahr zuvor bereits im &#8220;Playboy&#8221; entkleidet hatte. Kinderpornografie als au&#223;erordentliches Verbrechen am &#228;u&#223;ersten Rand der zivilisierten Gesellschaft &#8211; diese Vorstellung ist eine sehr junge.</p>
<p>In der praktischen und definitorischen Allmacht, die er einfordert, m&#252;sste sich der Kampf gegen Kinderpornografie auch die Transparenz und Hinterfragbarkeit seiner Arbeit, Kriterien und Kenntnisse gefallen lassen. Das Gegenteil ist der Fall. Da schon der Browser-Zwischenspeicher auf der Festplatte strafbewehrt ist, darf der Einzelne sich mangels praktischer Rezipientenfreiheit sowieso kein eigenes Bild machen von der Realit&#228;t von Kinderpornografie im Netz. Selbst f&#252;r dessen demokratischen Vertreter kann ein solches Vorhaben leicht brenzlig werden, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%B6rg_Tauss#R.C3.BCcktritt_und_Ermittlungsverfahren" target="_blank">wie der Fall des ehemaligen SPD-Abgeordneten J&#246;rg Tauss zeigt</a>.</p>
<p>Aufgrund der behaupteten au&#223;erordentlichen Gef&#228;hrlichkeit des Materials muss stattdessen die Expertise offenbar besonders gewappneter beh&#246;rdlicher Spezialisten anerkannt werden: Sie allein werden von den Gesetzen gegen Kinderpornografie privilegiert zur Recherche und Faktenauswahl, auf die der Kampf gegen Kinderpornografie seine Legitimation st&#252;tzt. Die dabei gesammelten Erkenntnisse sind &#246;ffentlich nicht legal &#252;berpr&#252;fbar; <a href="http://www.morgenpost.de/berlin/article1088198/Anzeige_gegen_Ursula_von_der_Leyen_eingestellt.html" target="_blank">durchgelassen werden nur gelegentlich wirkungsm&#228;chtig selektierte Einzelbeispiele an einen kleinen Zirkel aus Politikern und Journalisten</a>. Durch letztere ans gr&#246;&#223;ere Publikum dringen blo&#223; noch emotionalisierte verbale Beschreibungen der gesehenen Greuel, oft unter Betonung der nervlichen Belastungen, denen das Pr&#252;fen des Materials die Pr&#252;fer aussetze: Tapfer bestimmen wir f&#252;r euch die &#220;bel der Welt, damit ihr sie nicht selbst bestimmen m&#252;sst.</p>
<p>Die Brisanz solcher beh&#246;rdlichen Selbstbez&#252;glichkeit in Rechtfertigung von Zensur und Intransparenz kam auch letztes Jahr zur Sprache, in Bezug auf die Netzsperren-Initiative der Bundesregierung: Die schwarzen Listen zu sperrender Webseiten sollten geheim gehalten werden. So w&#228;re eine &#246;ffentliche &#220;berpr&#252;fung der Rechtm&#228;&#223;igkeit von Seitensperren &#8211; zensiert ihr wirklich nur Kinderpornos, oder vielleicht auch schon Anderes? &#8211; unm&#246;glich gewesen. Nun w&#228;re es aber auch die reductio ad absurdum einer Internetzensur, eine Liste verbotener Internet-Adressen &#246;ffentlich zu machen. <strong>Man kann eben nicht beides haben: eine wirksame Zensur und eine Zensur, deren Legitimit&#228;t f&#252;r die &#214;ffentlichkeit &#252;berpr&#252;fbar ist.</strong></p>
<p>So wie er gef&#252;hrt wird, ist der Kampf gegen Kinderpornografie also ein Paradebeispiel f&#252;r die Gef&#228;hrdung demokratischer und freiheitlicher Prinzipien durch die Zw&#228;nge von Zensur. Unter dem Bild der besonderen Grauenhaftigkeit seines Gegenstandes fordert er eine Unantastbarkeit, Unanzweifelbarkeit seiner Anspr&#252;che. Dabei macht er sich zum Hebel gegen Zensurfreiheit und Transparenz; gegen die Regel &#8220;im Zweifel f&#252;r den Angeklagten&#8221;, denn die blo&#223;e Anschuldigung der P&#228;dophilie reicht vielerorts, um eine b&#252;rgerliche Existenz zu zerst&#246;ren; und gegen die sexuelle Selbstbestimmung &#8211; sowohl in der Freiheit sexueller Vorliebe, soweit sie sich keinem Anderen aufzw&#228;ngt, als auch in der Illegalisierung und Bestrafung des &#8220;Sexting&#8221; Jugendlicher.</p>
<p><strong>Der Wert der Zensurfreiheit</strong></p>
<p>Man muss ja gar nicht f&#252;r Zensurfreiheit sein. Vielleicht legitimiert sich der Allmachtsanspruch des Kampfes gegen Kinderpornografie bereits in der M&#246;glichkeit, er k&#246;nne auch nur einen Kindesmissbrauch verhindern. Dann k&#246;nnte ich zu dem Schluss kommen, dass mir das mehr wert ist als die absolute Verwirklichkung eines politischen Ideals. In der Wirklichkeit werden Absolutheiten eh selten umgesetzt. Stattdessen wird abgewogen und unterschiedlich priorisiert. Oftmals ist das im Ergebnis f&#252;r alle Beteiligten ergiebiger als stures Beharren auf Prinzipien und Idealen.</p>
<p>Aber eben auch nicht immer. F&#252;rchte ich etwa eine Zensur-Infrastuktur im Allgemeinen, dann sollte ich auch meine Argumente gegen Zensur im Allgemeinen und nicht nur im Besonderen sch&#228;rfen. <strong>Es gibt keine klare und stabile Hierarchie duldbaren und unduldbaren Materials</strong>; die wechselhafte Geschichte der Duldung oder Nichtduldung von Kinderpornografie im weitesten Sinne ist hierf&#252;r nur ein Beispiel unter vielen. Als das Allerabscheulichste galten oder gelten ebenso einmal: Gottesl&#228;sterung, Homosexualit&#228;t, Kriegsaufnahmen.</p>
<p>Die Kontroverse um Wikileaks und seine Ver&#246;ffentlichung von Kriegs-Interna streift &#228;hnliche Gew&#228;sser. Der m&#246;gliche oder zumindest behauptete Nutzen &#8211; die politische Aufkl&#228;rung der &#214;ffentlichkeit &#8211; d&#252;rfte in den meisten Ethiken sicher schwerer wiegen als eine Selbstbefriedigung anhand von Pornografie. Die Anschuldigungen, die Wikileaks daf&#252;r erf&#228;hrt, sind aber auch nicht locker von der Hand zu weisen: die reale Gef&#228;hrdung von Menschenleben. Der Vorwurf ist nicht weiter hergeholt als der, die meisten F&#228;lle von Besitz und Verbreitung von Kinderpornografie w&#252;rden Kindesmissbrauch verursachen.</p>
<p>Man kann die Hoheits-Anspr&#252;che des Kampfes gegen Kinderpornografie gegen&#252;ber freiheitlich-demokratischen Prinzipien hinnehmen. Dann schw&#228;cht man aber langfristig jede ernstzunehmende Anti-Zensur-Position, die man l&#228;nger halten m&#246;chte als nur bis zum n&#228;chsten Gesetzesvorhaben. Beginnt man, die Einteilung von Information in Zensierbares und Unzensierbares zu dulden, duldet man Aufbau und Erhalt von Zensur-Infrastruktur. <strong>Wenn man Zensur als ein infrastrukturelles Problem sieht, muss man sich ihr auch dort entgegenstellen, wo sie Gegenst&#228;nde angreift, die man selbst verabscheut.</strong></p>
<p>Erinnern wir uns an das obige Beispiel von 4chan. Sicher w&#228;re es m&#246;glich, das 4chan-Forum &#8220;/b/&#8221; voll und ganz Kinderpornografie-frei zu bekommen: Man m&#252;sste nur die genehmigungsfreie Teilnahme, den Mangel an redaktioneller Kontrolle und den Mangel an Strafverfolgbarkeit dortiger Rechtsverst&#246;&#223;e beheben. Dann bliebe aber auch kaum ein Funken der kulturellen Energie bestehen, der 4chan zu einem wesentlichen Teil der Moderne macht. 4chan ist dabei eine Miniatur des Internet in all seinen mangelhaften Kontrollierbarkeiten.<strong> Sicher k&#246;nnten wir das Internet voll und ganz Kinderpornografie-frei machen: Wir m&#252;ssten es nur abschalten.</strong></p>
<p>So sich die Anti-Netzsperren-Bewegung als Bewegung gegen eine Zensur des Internet versteht, kann sie &#8220;L&#246;schen statt sperren&#8221; nur als kurzfristige Taktik gemeint haben. Die Losung l&#228;sst sich &#252;bersetzen zu &#8220;lieber nur ein bisschen mehr Zensur statt gleich viel mehr Zensur&#8221;. Als langfristige Parole einer Anti-Zensur-Bewegung taugt allein das vorbehaltslose Bekenntnis zur Zensurfreiheit; und damit auch eine vermutlich nicht blessurenfrei &#252;berstehbare Konfrontation mit dem Kampf gegen Kinderpornografie. So zu tun, als sei dessen Unterst&#252;tzung mit einem Kampf f&#252;r Zensurfreiheit ohne Weiteres vereinbar, kann keine langfristige Option sein.
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<a href="http://carta.info/32509/weder-loeschen-noch-sperren/">Weder l&#246;schen, noch sperren</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/32509/weder-loeschen-noch-sperren/#comments">66 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32509&amp;md5=468d158332c0c8a12ea38f7d443c174f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Rechtsfragen der Informationsgesellschaft: L&#246;schgesetz, ACTA, Twitter</title>
		<link>http://carta.info/26306/rechtsfragen-der-informationsgesellschaft-loeschgesetz-acta-twitter/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 08:22:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Telemedicus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erster Entwurf f&#252;r „L&#246;schgesetz” – Streit um Googles WLAN-Scanning – JMStV-E unter schwerem Beschuss – ACTA-Entwurf ver&#246;ffentlicht – FDP-Bundesparteitag votiert f&#252;r Datenschutz – Frequenzauktion: Bisher sind 1,5 Milliarden geboten – Springer-Verlag mahnt Bildblog ab – Erste Rechtsstreitigkeiten um Twitter]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/1a368267b30649fe8d914bdf74999a86" alt="" width="1" height="1" /><strong>Erster Entwurf f&#252;r „L&#246;schgesetz”</strong><br />
„L&#246;schen statt sperren” – so hei&#223;t das Credo, dem sich mittlerweile fast  alle Bundespolitiker verschrieben haben. Das eigentlich geltende  Zugangserschwerungsgesetz hat die Regierungskoalition schlicht au&#223;er  Kraft gesetzt, ohne es formell aufzuheben – ein einmaliger Vorgang in  der Geschichte der Bundesrepublik. Genau dies soll nun das L&#246;schgesetz  leisten. Die <em>Neue Osnabr&#252;cker Zeitung</em> hat nach eigenen Angaben einen  Entwurf vorliegen, in dem unter anderem „umfassende Melde-, Kontroll-  und Dokumentationspflichten des BKA” geschaffen werden – ohne allerdings  Netzsperren als ultima ratio vorzusehen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.neue-oz.de/information/noz_print/nordwest/pornosperre.html">Der  Bericht in der Neuen Osnabr&#252;cker Zeitung.</a></li>
</ul>
<p><strong>Streit um Google WLAN-Scanning</strong><br />
Die Street View-Autos scannen auch nach WLANs – das war zwar schon  lange bekannt, durch die Medien ging die Nachricht allerdings erst in  der vergangenen Woche. Nun streiten nicht nur die Datensch&#252;tzer, sondern  auch die Juristen: Sind WLAN-Kennungen personenbezogene Daten? Ist es  notwendig, nun ausgerechnet Google f&#252;r etwas zur Verantwortung zu  ziehen, was andere Unternehmen schon seit Jahren machen? Die Diskussion  l&#228;uft weiter.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.telemedicus.info/article/1717-Google-und-die-WLAN-Erfassung.html">Telemedicus  zum WLAN-Scanning.</a></li>
<li>Dazu aktuell auf<em> Carta</em>: <a rel="bookmark" href="../../26179/googles-wlan-kartografie-datenschuetzer-alarmismus-aus-hamburg/">Googles WLAN-Kartografie: Datensch&#252;tzer-Alarmismus aus  Hamburg</a></li>
</ul>
<p><strong>JMStV-E unter schwerem Beschuss</strong><br />
Der <a href="http://www.telemedicus.info/article/1713-Aktueller-Entwurf-des-JMStV.html">Neuentwurf</a> des Jugendmedienschutzstaatsvertrags k&#246;nnte scheitern – so sieht es  aktuell aus. Bereits Mitte der letzten Woche wurde im Rahmen einer  Anh&#246;rung im Berliner Landesparlament deutlich, dass partei&#252;bergreifend  Skepsis besteht. Vor allem die Linkspartei-Regierungsfraktion in Berlin  hat massive Bedenken. Einen weiteren schweren Schlag erhielt der Entwurf  dann am Samstag: Der FDP-Bundesparteitag <a href="http://twitter.com/jimmyschulz/status/12763133247">verabschiedete</a> einen Beschluss, der die Landtagsfraktionen dazu auffordert, den  Entwurf abzulehnen. Begr&#252;ndet ist der Beschluss vor allem mit  bef&#252;rchteten Problemen f&#252;r „Social Communities”.</p>
<ul>
<li><a href="http://jimmy-schulz.blogspot.com/2010/04/antrag-zum-bundesparteitag.html">Der  Antragstext des FDP-Beschlusses.</a></li>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Berliner-Abgeordnetenhaus-hat-Bedenken-gegen-Jugendmedienschutz-Novelle-983450.html">Heise  Online zur Anh&#246;rung im Berliner Abgeordnetenhaus.</a></li>
</ul>
<p><strong>ACTA-Entwurf ver&#246;ffentlicht</strong><br />
Am 21. April wurde er ver&#246;ffentlicht: Der Entwurf des „Anti  Counterfeiting Trade Agreement” (ACTA). Dieses v&#246;lkerrechtliche Abkommen  war bisher in geschlossenen Zirkeln von Vertretern der  Industrienationen verhandelt worden, offensichtlich um die ung&#252;nstigen  Bedingungen in den eingerichteten Verhandlungsr&#228;umen wie der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Weltorganisation_f%C3%BCr_geistiges_Eigentum">WIPO</a> zu  umgehen. Dieses Vorgehen rief aber nicht nur die internationale  Netzpolitik-Szene auf den Plan, sondern auch das EU-Parlament. Hinzu  kam, dass trotz der Geheimhaltung st&#228;ndig neue ACTA-Entw&#252;rfe an die  &#214;ffentlichkeit gelangten. Der aktuelle Entwurf ist in vielen  Punkten entsch&#228;rft, schreibt Prof. Metzger in einem Gastbeitrag bei  <em>Heise Online</em>, aber es gibt auch weiterhin viele Probleme: Vor allem die  Access-Provider w&#228;ren vielen Eingriffsma&#223;nahmen ausgesetzt.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Analyse-ACTA-liefert-noch-viel-Stoff-fuer-Diskussionen-984590.html">Zum  Beitrag bei <em>Heise Online</em>.</a></li>
</ul>
<p><strong>FDP-Bundesparteitag votiert f&#252;r Datenschutz</strong><br />
Auf dem FDP-Bundesparteitag, der am heutigen Sonntag zu Ende ging, hat  die FDP unter anderem auch einen umfassenden Antrag zum Datenschutz  verabschiedet. Der Text liest sich wie ein Rundumschlag: Es geht gegen  die Vorratsdatenspeicherung, ELENA, die elektronische Gesundheitskarte,  SWIFT, das PNR-Abkommen oder K&#246;rperscanner. Inwieweit die FDP diese  Absichtserkl&#228;rungen in den kommenden Monaten und Jahren umsetzen wird,  ist noch offen – zumindest hat sie sich aber konsequent f&#252;r den  Datenschutz positioniert.</p>
<ul>
<li><a href="http://parteitag.fdp.de/files/47/Beschluss-rechtspolitik_l2.pdf">Der  Antrag als PDF.</a></li>
</ul>
<p><strong>Frequenzauktion: Bisher sind 1,5 Milliarden geboten</strong><br />
Die <a href="http://www.telemedicus.info/article/1705-Groesste-Frequenzauktion-der-Bundesrepublik-startet.html">laufende  Frequenzauktion</a> kommt langsam in Fahrt: F&#252;r die Nutzungsrechte an  neuen Mobilfunkfrequenzen wurden <a href="http://www2.bundesnetzagentur.de/frequenzversteigerung2010/runde/runde076.html">bislang</a> H&#246;chstgebote von insgesamt knapp 1,5 Mrd. Euro abgegeben. <a href="http://www.ftd.de/it-medien/it-telekommunikation/:frequenz-auktion-6-aus-41/50104887.html">Besonders  begehrt</a> sind dabei die 800 MHz-Frequenzen. Allein f&#252;r die sechs  Frequenzbl&#246;cke in diesem Frequenzbereich sind mehr als 1,2 Mrd. Euro  geboten worden. Bereits im Vorfeld der Auktion waren mehrere Verfahren  gegen die Versteigerung beim Verwaltungsgericht K&#246;ln und beim Bundesverwaltungsgericht anh&#228;ngig. Und auch  derzeit wehren sich insbesondere noch Rundfunksender und  Kabelnetzbetreiber gegen die geplante Neuvergabe der Frequenzen.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Frequenzauktion-kommt-langsam-auf-Touren-985639.html">Zum  Verlauf der Versteigerung mehr bei <em>Heise Online</em>.</a></li>
</ul>
<p><strong>Springer-Verlag mahnt <em>Bildblog</em> ab</strong><br />
Der Axel Springer-Verlag hat die scharfe Kritik des <em>Bildblogs</em> jahrelang  hingenommen, ohne juristische Mittel einzuleiten – damit ist es nun  vorbei. Nach Angaben des <em>Bildblogs</em> geht es um einen Artikel von Stefan  Niggemeier, in dem dieser behauptet hatte, <em>Welt Online</em> habe eine  Beschwerde des Presserats nicht ver&#246;ffentlicht. Das war falsch, gibt auch das <em>Bildblog</em> zu, und gibt an, den Artikel innerhalb weniger Stunden berichtigt zu haben. Die Blogger schalteten ihren Anwalt ein, gaben  die geforderte Unterlassungserkl&#228;rung nicht ab, und bitten nun um Spenden f&#252;r die Anwaltskosten.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.bildblog.de/18047/axel-springer-mahnt-bildblog-ab/">Zur  Darstellung beim Bildblog.</a></li>
<li>Dazu bei Carta: <a rel="bookmark" href="../../26015/abmahnrepublik-deutschland-i/">Abmahnrepublik Deutschland (I)</a></li>
</ul>
<p><strong>Erste Rechtsstreitigkeiten im Twitter-Recht</strong><br />
In der vergangenen Woche wurden erstmals zwei Rechtsstreitigkeiten  bekannt, die ihre Ausl&#246;ser in Twitter fanden: Zum einen ging es um eine  &#196;u&#223;erung, die sich der Twitternutzer zu eigen gemacht haben soll, indem  er den Link twitterte – so meint das jedenfalls offenbar das LG  Frankfurt, das eine einstweilige Verf&#252;gung erlie&#223;. In dem anderen Fall  geht es um eine sog. Direct Message, die ein Twitternutzer dem anderen  schickte – der Empf&#228;nger hielt das f&#252;r Spam und verschickte eine  Abmahnung.</p>
<ul>
<li><a href="http://www.kriegs-recht.de/sie-ist-da-die-erste-einstweilige-verfugung-wegen-tweets/">Darstellung  des &#228;u&#223;erungsrechtlichen Falls bei Kriegs-Recht.</a></li>
<li><a href="http://www.kriegs-recht.de/der-nachste-fall-auf-twitter-abmahnung-wegen-spam-per-direct-message/">Darstellung  der Spam-Abmahnung, ebenfalls bei Kriegs-Recht.</a></li>
<li>Weiterer Fall vom Sonntag: <a rel="bookmark" href="../../26201/gestapo-2-0-bdk-stellt-strafanzeige-gegen-tweet-von-fdp-delegierten-tobias-huch/">&#8220;Gestapo 2.0&#8243;: BDK stellt Strafanzeige wegen Tweet</a></li>
</ul>
<p><em>In Zusammenarbeit mit <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.telemedicus.info/');" href="http://www.telemedicus.info/" target="_blank">Telemedicus</a> pr&#228;sentiert Carta jeden Montag zentrale Entwicklungen des Medien- und   Informationsrechts.</em> <em>Dieser <a href="http://telemedicus.info/article/1719-Wochenrueckblick-Loeschgesetz,-JMStV,-Bildblog.html">Wochenr&#252;ckblick</a> wurde zusammengestellt von Simon M&#246;ller.</em>
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<a href="http://carta.info/26306/rechtsfragen-der-informationsgesellschaft-loeschgesetz-acta-twitter/">Rechtsfragen der Informationsgesellschaft: L&#246;schgesetz, ACTA, Twitter</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/26306/rechtsfragen-der-informationsgesellschaft-loeschgesetz-acta-twitter/#comments">One comment</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=26306&amp;md5=837bf5d19356a125bad8cb5842454ad1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Censilia 2.0 (nicht nur) im ZDF-Blog</title>
		<link>http://carta.info/25009/censilia-2-0-im-zdf-blog/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Mar 2010 11:33:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Mamitzsch</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Einige Beitr&#228;ge zum Netzsperren-Vorschlag von Cecilia Malmstr&#246;m lesen sich, als ob es die "Zensursula"-Debatte nie gegeben h&#228;tte.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass die Diskussion um das reine Sperren der Darstellungen von Kindesmissbrauch im Internet noch einmal von Anfang an gef&#252;hrt werden muss, &#252;berrascht. Patricia Wiedemeyer zeigt in ihrem Beitrag <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/03/hochste-zeit-fur-netzsperren-g.html">“H&#246;chste  Zeit f&#252;r Netzsperren gegen Kinderpornos”</a> im ZDF-Blog “Kennzeichen D”, dass sie das letzte Jahr wohl verschlafen hat.</p>
<p><a href="http://www.netzpolitik.org/2010/korrekturfahne-fuer-frau-wiedemeyer-in-bruessel/">J&#246;rg-Olaf Sch&#228;fers</a> korrigiert ihre Darstellungen bei netzpolitik.org.</p>
<p>In jedem Fall kann sich die Redaktion &#8211; mit fast 200 Kommentaren &#8211; &#252;ber gro&#223;e Aufmerksamkeit freuen und k&#252;ndigt an:</p>
<blockquote><p>Liebe Blogger</p>
<p>Mario Sixtus, der Elektrische Reporter, wird in diesem Blog eine  Erwiderung zum Thema schreiben.</p>
<p>Die ZDFheute Redaktion</p></blockquote>
<p>Nachtrag: Bei <em>DerWesten</em> erschien ein ebenso unm&#246;glicher Beitrag von <a href="http://www.derwesten.de/nachrichten/kommentar/Kinderpornographie-ist-das-groesste-Verbrechen-id2802115.html">Knut Pries</a>:</p>
<blockquote><p>Dies Verbot allein reicht nicht. Nat&#252;rlich ist L&#246;schen besser als  Sperren. Aber wo immer man den Markt mit dem Verbrechen  Kinderpornographie treffen kann, muss man es tun. Es ist gut, dass diese  in Deutschland in Parteipolitik versackte Diskussion in der EU wieder  auf die Agenda kommt.</p></blockquote>
<p>Sehr sch&#246;n der Kommentar dazu von sqrt:</p>
<blockquote><p>Wer heute immer noch Stoppschilder im Web fordert, muss im letzten Jahr  unter einem Stein gelebt haben. Unter einem Stein auf dem Mond.</p></blockquote>
<p>Leider kann man bei <em>DerWesten</em> nicht unregistriert kommentieren. Aber Herr Pries kann man sich ja auch einfach die <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/03/hochste-zeit-fur-netzsperren-g.html#comments">Kommentare</a> unter dem Blogeintrag von Frau Wiedemeyer anschauen.</p>
<p><em>Update: </em></p>
<p>Der angek&#252;ndigte Eintrag von Mario Sixtus ist jetzt auch online: <a href="http://blog.zdf.de/zdfdasblog/2010/03/gegen-placebo-gesetze-warum-ne.html">Gegen Placebo-Gesetze: Warum Netzsperren sinnlos  und gef&#228;hrlich sind</a> (lang aber lesenswert):</p>
<blockquote><p>Was ich besonders schade finde am Text der Kollegin Wiedemeyer: Er  ignoriert v&#246;llig die gesellschaftliche Debatte, die hierzulande in den  letzten eineinhalb Jahren stattgefunden hat.</p>
<p>&#8230;</p>
<p>Genauso wie damals von der Leyen so nutzt jetzt Malstr&#246;m einen  bemerkenswerten Automatismus unserer Denkstruktur aus: Wir w&#252;nschen uns  Unangenehmes m&#246;glichst weit weg. [...] Im Netz aber werden keine Kinder vergewaltigt.</p></blockquote>
<p>Noch ein unbedingt erw&#228;hnenswerter Beitrag: Markus hat f&#252;r netzpolitik.org Joe McNamee <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/netzpolitik-interview-hintergruende-zu-den-censilia-plaenen/">interviewt</a>, der Hintergr&#252;nde erkl&#228;rt und aufzeigt, warum der Vorschlag der Kommissarin so bemerkenswert ist:</p>
<blockquote><p>Die Kommission ist von dem Standpunkt abger&#252;ckt, nicht auf Gesetzen  basierende Sperren als rechtswidrig anzusehen, um jetzt bewusst den  Vorschlag so anzupassen, dass er den (nach ihrer Definition)  rechtswidrigen Ansatz unterst&#252;tzt.</p></blockquote>
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		<title>Sternstunde des Petitionsausschusses</title>
		<link>http://carta.info/23425/sternstunde-des-petitionsausschusses-zur-chance-auf-mehr-partizipation/</link>
		<comments>http://carta.info/23425/sternstunde-des-petitionsausschusses-zur-chance-auf-mehr-partizipation/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 23 Feb 2010 19:11:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Petition gegen Netzsperren und die Anh&#246;rung des Petitionsausschusses haben gezeigt: &#220;ber das Web ist eine neue &#214;ffentlichkeit entstanden. Die Chancen, die die breite Diskussion von Gesetzesvorhaben bietet, sollten jetzt genutzt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/9d5ca6c71bbe443a92c08c314f823bbd" alt="" width="1" height="1" />Die &#246;ffentliche Anh&#246;rung des Petitionsausschusses vom 22.02.2010 zum Thema &#8220;Indizierung und Sperrung von Internetseiten&#8221; (oder <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/zensursula-anhoerung-es-bleibt-viel-zu-tun/">Zensursula-Anh&#246;rung</a>) ist schon so etwas wie eine Sternstunde des Petitionsausschusses gewesen &#8211; wenn nicht sogar der Demokratie. Gleich mehrfach wurde Franziska Heine von Ausschussmitgliedern zum Erfolg ihrer Petition begl&#252;ckw&#252;nscht &#8211; dem kann man sich nur anschlie&#223;en. Sehr souver&#228;n hat sie ihre Position noch einmal vor dem Ausschuss vorgetragen und auf die Fragen geantwortet.</p>
<p>Und man tat sich seitens der Politik sichtlich schwer mit dem Umstand, dass man pl&#246;tzlich ein vom Bundespr&#228;sidenten unterschriebenes Gesetz hat, das aber nun keine Fraktion mehr anwenden will. Da ist wohl Politik durcheinander gekommen. Schlie&#223;lich ist seit dem 22. April 2009 &#8211; dem Start der Petition &#8211; zu viel passiert, als dass man das Gesetz nun einfach so passieren lassen k&#246;nne, wie man es fr&#252;her getan h&#228;tte. Nicht nur, dass mehr als 134.000 Menschen (der &#252;berwiegende Teil online) die Petition unterzeichnet haben und sie damit zur erfolgreichsten Petition &#252;berhaupt machten.</p>
<p>Viel wichtiger: Mit der Petition als Ausl&#246;ser ist &#252;ber das Web erstmals eine neue &#214;ffentlichkeit entstanden. Der Sinn oder Unsinn von Netzsperren wurde so breit und auf so vielen Plattformen diskutiert wie selten ein Thema. Politik wurde endlich einmal vom Souver&#228;n herausgefordert &#8211; und selbst der letzte Hinterb&#228;nkler wird sich nach der Anh&#246;rung verkneifen, zuk&#252;nftig auch noch damit zu prahlen, dass er von diesem Internet keine Ahnung hat. Vielmehr wird sich die Politik auf „diesen neuen Gegner“ aus dem Web einstellen und k&#252;nftige Vorhaben bzw. Vorst&#246;&#223;e, die in eine &#228;hnliche Richtung gehen, besser vorbereiten, beispielsweise den <a href="http://carta.info/23107/jmstv-keine-netzsperren-keine-entwarnung/">Jugendmedienschutz-Staatsvertrag</a>.</p>
<p>Es gab also einen fachlichen und einen &#8211; wenn man so will &#8211; Demokratie-Erkenntnisgewinn in der Politik. Noch bei viel mehr Themen w&#228;re es daher zu w&#252;nschen, dass sie auf diese Weise bearbeitet w&#252;rden. Dann w&#228;ren uns vielleicht weitere missratene Gesetze, die nach der klassischen Parteien-Proporz-Klientel-Systematik beschlossen und nie ernsthaft &#246;ffentlich diskutiert wurden, erspart geblieben &#8211; angefangen bei Abwrackpr&#228;mien bis hin zur Steuerpfuscherei zum Wohle weniger.</p>
<p>Die T&#252;r, die die Petition ge&#246;ffnet hat, ist die zu mehr Partizipation &#8211; mit dem Web als Plattform. Methoden daf&#252;r sollten entwickelt, getestet und dann vielleicht eines Tages institutionalisiert werden &#8211; dann h&#228;tte sich die Sache wirklich gelohnt.</p>
<p><object id="showIt" style="width: 400px; height: 255px;" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="400" height="255" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="menu" value="true" /><param name="quality" value="high" /><param name="wmode" value="opaque" /><param name="swliveconnect" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="scalemode" value="showall" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="flashvars" value="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;playerLink=http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=506559$singleton=true$forcedWidth=400$forcedHeight=225$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" /><param name="src" value="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" /><embed id="showIt" style="width: 400px; height: 255px;" type="application/x-shockwave-flash" width="400" height="255" src="http://webtv.bundestag.de/iptv/swf/xflv/showIt3.swf" flashvars="plugin_version=9.0.115&amp;bandwidth=514&amp;xasxTemplate=xasx_od.xml&amp;autoPlay=false&amp;skin=od_embed_ext&amp;application=144277506&amp;playerLink=http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html&amp;baseUrl=http://iptv.cdn.tv1.de/iptv/player/macros&amp;params=?r=r$contentId=506559$singleton=true$forcedWidth=400$forcedHeight=225$keepVideoAspectRatio=true&amp;language=de" allowfullscreen="true" scalemode="showall" allowscriptaccess="always" swliveconnect="true" wmode="opaque" quality="high" menu="true"></embed></object></p>
<p>Video: <a href="http://webtv.bundestag.de/iptv/player/macros/_x_s-144277506/od_player.html?singleton=true&amp;content=506559">&#214;ffentliche Anh&#246;rung des Petitionsausschusses vom 22.02.2010</a> (1h45m).</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Dieser <a href="http://julius01.posterous.com/sternstunde-des-petitionsausschusses">Beitrag</a> erschien auch auf <a href="http://julius01.posterous.com/">movinette.de</a> &#8211; Crosspost mit freundlicher Genehmigung des Autors.</em>
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<a href="http://carta.info/23425/sternstunde-des-petitionsausschusses-zur-chance-auf-mehr-partizipation/">Sternstunde des Petitionsausschusses</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/23425/sternstunde-des-petitionsausschusses-zur-chance-auf-mehr-partizipation/#comments">10 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23425&amp;md5=1b65deb20e3b84952eec759ff5ee84e1" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Heute: Anh&#246;rung zu Netzsperren im Petitionsausschuss [Update]</title>
		<link>http://carta.info/23321/zlivestream-netzsperren-im-petitionsausschuss/</link>
		<comments>http://carta.info/23321/zlivestream-netzsperren-im-petitionsausschuss/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 22 Feb 2010 11:06:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Heute werden im Petitionsausschuss zwei Petitionen zum "Zugangserschwerungsgesetz" behandelt, das morgen formal in Kraft treten wird. Es wurde heute im Bundesgesetzblatt Ausgabe 6 von 2010 ver&#246;ffentlicht.

Zum einen die Petition gegen Netzsperren von Franziska Heine, die mit 134.015 Mitzeichnern die bisher erfolgreichste Online-Petition ist. Die Petentin hatte im Vorfeld dazu aufgerufen, sich an der Diskussion zu beteiligen und zentrale Punkte f&#252;r die Stellungnahmen vorzuschlagen.

Daneben gab es auch eine Petition pro Netzsperren von Sebastian Jeuck, die zwar mit nur 328 Mitzeichnern nicht die n&#246;tigen 50.000 Unterschriften erreichte, aber dennoch mitberaten wird. Dem Petitionsausschuss steht es frei, auch Petitionen zu behandeln, die nicht das Quorum erreicht haben.

Ab 13 Uhr kann man sich die Anh&#246;rung im Livestream des Parlamentsfernsehen anschauen und anh&#246;ren (bei eventueller Trafficlast m&#246;glicherweise die zuverl&#228;ssigere Variante). Au&#223;erdem wird sie live von Ph&#246;nix &#252;bertragen.

Update: S]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute werden im <a href="http://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2010/28679177_kw08_petitionen/index.html">Petitionsausschuss</a> zwei Petitionen zum &#8220;Zugangserschwerungsgesetz&#8221; behandelt, das morgen formal <a href="http://www.internet-law.de/2010/02/zugangserschwerungsgesetz-tritt-in.html">in Kraft treten</a> wird. Es wurde heute im Bundesgesetzblatt Ausgabe 6 von 2010 <a href="http://www2.bgbl.de/Xaver/start.xav?startbk=Bundesanzeiger_BGBl">ver&#246;ffentlicht</a>.</p>
<p>Zum einen die Petition <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860">gegen Netzsperren</a> von Franziska Heine, die mit 134.015 Mitzeichnern die bisher erfolgreichste Online-Petition ist. Die Petentin hatte im Vorfeld dazu <a href="http://ak-zensur.de/2010/02/petitionsausschuss.html">aufgerufen</a>, sich an der Diskussion zu beteiligen und zentrale Punkte f&#252;r die Stellungnahmen vorzuschlagen.</p>
<p>Daneben gab es auch eine Petition <a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3293">pro Netzsperren</a> von Sebastian Jeuck, die zwar mit nur 328 Mitzeichnern nicht die n&#246;tigen 50.000 Unterschriften erreichte, aber dennoch mitberaten wird. Dem Petitionsausschuss steht es frei, auch Petitionen zu behandeln, die nicht das Quorum erreicht haben.</p>
<p>Ab 13 Uhr kann man sich die Anh&#246;rung im Livestream des Parlamentsfernsehen <a href="http://www.contentforce.de/iptv/player/macros/_v_f_500_de/_s_live_mp3/_x_s-144277506/live_player.html">anschauen</a> und <a href="http://www.contentforce.de/iptv/player/macros/_v_f_500_de/_s_live_mp3/_x_s-144277506/audio_player.html">anh&#246;ren</a> (bei eventueller Trafficlast m&#246;glicherweise die zuverl&#228;ssigere Variante). Au&#223;erdem wird sie live von Ph&#246;nix &#252;bertragen.</p>
<p><em>Update: Sebastian Jeuck ist nicht dabei.</em></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
<em>Erg&#228;nzung: Markus Beckedahl hat f&#252;r Netzpolitik-TV die Petentin Franziska Heine nach der Anh&#246;rung <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/netzpolitiktv-065-franziska-heine-nach-der-anhoerung/">interviewt</a>.</em></p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/RqgFLCxNFS8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/RqgFLCxNFS8&amp;hl=de_DE&amp;fs=1&amp;" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
<em><br />
</em>
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		<title>Der neue Sound der CDU: &#8220;Die Wirkung von Netzsperren ist fraglich&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 17:18:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eine neue Generation von CDU-Bundestagsabgeordneten m&#246;chte den netzpolitischen Neustart ihrer Partei forcieren: Das Internet m&#252;sse vor allem als Chance begriffen werden und die Netzsperren habe die Partei falsch eingesch&#228;tzt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Der neue Sound der CDU: Netzsperren sind m&#246;glicherweise nicht der richtige Weg&#8230;</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Wir m&#252;ssen auf die Bed&#252;rfnisse der Internetnutzer viel besser eingehen.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Ich bin in der angenehmen Situation, nicht in der letzten Legislaturperiode im deutschen Bundestag gesessen zu haben.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Es fehlt in Deutschland an einer zentralen Zust&#228;ndigkeit f&#252;r die Internetpolitik.“</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Der Irrtum des letzten Jahres war zu glauben, dass – wenn man sich gegen Kinderpornografie und f&#252;r den Schuttzr von Kindern einsetzt – man doch breiteteste Zustimmung finden m&#252;sste. Tats&#228;chlich m&#252;ssen wir erkennen, dass es inzwischen ein Netz gibt, das sehr stark politisiert ist, das sehr aktiv ist, so starke Diskussionen stattfinden und auf dessen Bed&#252;rfnisse man viel besser eingehen muss.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Netz ist ein sehr starkes Partizipationsmittel&#8230;.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Zugangserschwerungsgesetz verteidigt, dass in der zweiten Lesung besser geworden sei, als sein Ruf.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Weiter Zweifel an der technischen Umsetzbarkeit: „Das reine Sperren von Domainnamen ist nat&#252;rlich kein veritabler Schutz – und da muss man sich fragen, ob das am Ende noch eine Wirkung hat.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Deep Packet Inspektion darf nicht der Weg sein, in den das Internet geht.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Beim Jugendmedienschutz-Gesetz besteht Nachbesserungsbedarf, um nicht zu einer Rechnsnorm ohne Umsetzungsm&#246;glichkeiten kommt.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">„Am Ende ist die Frage: Was k&#246;nnen wir positives aus diesen Medien machen?“ Es wird zu wenig &#252;ber die Chances Internet und zu</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Mehr F&#246;rderung f&#252;r Start-ups</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Das Internet ist kein Raum, in dem wir eine gro&#223;e Regulierungsoffensive starten m&#252;&#252;ssen, sondern wir m&#252;ssen die richtigen Anreizse setzen und nur an den Stellen eingreifen, wo es besondes arg wird.ein</div>
<p>Bei einigen jungen, neu in den Bundestag gew&#228;hlten CDU-Abgeordneten gibt es augenscheinlich ein erhebliches Unbehagen mit dem bisherigen netzpolitischen Erscheinungsbild ihrer Partei. Sie wollen weg vom netzfeindlichen und internetskeptischen Image der Union. Sie sind keine 40, f&#252;hren W&#246;rter wie &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deep_Packet_Inspection">Deep Packet Inspection</a>&#8221; locker im Mund und haben das Netzthema als ihre Chance auf Profilierung entdeckt.</p>
<p><a href="http://www.jarzombek.com/de/">Thomas Jarzombek</a> ist einer von ihnen. Auf dem Bitkom-Forum zur Kommunikations- und Medienpolitik in der vergangenen Woche in Berlin scheute sich Jarzombek nicht, es als &#8220;angenehm&#8221; zu bezeichnen, die bisherige Netzsperren-Politik der Union nicht mitverantworten zu m&#252;ssen – weil er da noch gar nicht im Bundestag gesessen habe. Die bisherige Netzpolitik der Union habe die Situation und die Bed&#252;rfnisse der Internetnutzer verkannt, gesteht Jarzombek unumwunden ein.</p>
<p>Der Irrtum des letzten Jahres sei es gewesen, mit dem Eintreten gegen Kinderpornografie und f&#252;r den Schutz von Kindern breiteste Zustimmung zu ernten. Man habe erkennen m&#252;ssen, dass inzwischen eine stark politisierte und aktive Inter&#246;ffentlichkeit entstanden sei, auf deren Bed&#252;rfnisse und Ansichten man eingehen m&#252;sse.</p>
<p>Das Netzsperren-Gesetz sei in seiner endg&#252;ltigen Fassung zwar besser gewesen als sein Ruf. Er habe aber erhebliche Zweifel an der technischen Umsetzbarkeit des Gesetzes:</p>
<blockquote><p>„Das reine Sperren von Domainnamen ist nat&#252;rlich kein veritabler Schutz – und da muss man sich fragen, ob das am Ende noch eine Wirkung hat.&#8221;</p></blockquote>
<p>Jarzombek mahnte Nachbesserungsbedarf beim neuen Jugendmedienschutz-Staatsvertrag an, damit es &#8220;nicht zu einer Rechtsnorm ohne Umsetzungsm&#246;glichkeiten kommt&#8221;. Er sprach sich gegen neue &#8220;Regulierungsoffensiven&#8221; im Netz aus, will das Internet insgesamt vor allem als Chance – etwa f&#252;r Partizipation – verstanden sehen und eine neue Start-up-Kultur vorsichtig f&#246;rdern.</p>
<p>Dies ist der neue Sound der CDU, der – wie zu h&#246;ren ist – einige Etablierte der IT-Branche fast schon ein wenig nerv&#246;s macht, ob die <em>Young Guns</em> der CDU nicht mit wehenden Fahnen zur Open-Source- und Open-Government-Bewegung &#252;berlaufen.</p>
<p>Hier die – nat&#252;rlich diplomatisch gehaltene – Rede von Jarzombek bei der Bitkom:</p>
<p><object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="600" height="320" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowfullscreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9333750&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="600" height="320" src="http://vimeo.com/moogaloop.swf?clip_id=9333750&amp;server=vimeo.com&amp;show_title=1&amp;show_byline=1&amp;show_portrait=1&amp;color=FF7700&amp;fullscreen=1" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p><a href="http://vimeo.com/9333750">Vimeo</a>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22955&amp;md5=1840b208e49d7dda681f29c011f0b787" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Internetsperren: Zugangserschwerung in die digitale Gesellschaft</title>
		<link>http://carta.info/12722/meinungsfreiheit-internet/</link>
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		<pubDate>Mon, 03 Aug 2009 09:27:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Familienministerin Ursula von der Leyen will im Internet mehr als nur kinderpornografische Seiten sperren und schon ihre Wortwahl l&#228;sst nichts Gutes ahnen. Ein Generationenkonflikt um neue Technologien, Informationsfreiheit und Medien ist damit in vollem Gange.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ab1a87b34a63fbcd8c4a20e88dca24" width="1" height="1" alt=""/>Warum so eilig, Frau Ministerin? Noch ist das <strong>Gesetz</strong> zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornografischen Inhalten in Kommunikationsnetzen (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">ZugErschwG</a>) nicht so richtig <a href="http://sozlog.wordpress.com/2009/08/01/entwarnung-in-sachen-internetsperren/">in trockenen T&#252;chern</a>, da wird <a href="http://www.abendblatt.de/politik/article1120772/Kampf-gegen-Schmutz-im-Internet-wird-verschaerft.html">schon nachgelegt</a> (in einem Interview mit der Online-Ausgabe des Hamburger Abendblatts):</p>
<blockquote><p>&#8220;&#8230;wir werden weiter Diskussionen f&#252;hren, wie wir Meinungsfreiheit, Demokratie und Menschenw&#252;rde im Internet im richtigen Ma&#223; erhalten. Sonst droht das gro&#223;artige Internet ein rechtsfreier Chaosraum zu werden, in dem man hemmungslos mobben, beleidigen und betr&#252;gen kann.&#8221;</p></blockquote>
<p>Wer das f&#252;r blo&#223;e Wahlkampfrhetorik h&#228;lt, d&#252;rfte sich t&#228;uschen. Ursula von der Leyen bringt mit dieser Aussage klar zum Ausdruck, was vor allem viele <strong>Leistungstr&#228;ger</strong> (die meist nicht mehr ganz so jung sind) denken, aber selbst nicht laut zu &#228;u&#223;ern wagen.</p>
<div id="attachment_12772" class="wp-caption alignright" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/missmyheartbeats/2848310955/"></a><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/closed_internet.jpg"><img class="aligncenter size-medium wp-image-12784" title="closed_internet" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/08/closed_internet-300x199.jpg" alt="closed_internet" width="300" height="199" /></a><br />
<p class="wp-caption-text">Alte Eliten: Das Internet beschneiden und beschr&#228;nken. (Foto: Samscam, cc-by-nc)</p></div>
<p>Denn sie haben das Internet lange Zeit untersch&#228;tzt und ignoriert, m&#252;ssen jetzt aber erleben, dass dieses Medium keine Randerscheinung bleibt, sondern zu einem <strong>m&#228;chtigen Diskursraum</strong> heranw&#228;chst. Im Internet werden l&#228;ngst Werte und Trends gesetzt, die weit &#252;ber den privaten Raum des Einzelnen hinausgehen und damit immer h&#228;ufiger gesellschaftspolitische Relevanz erlangen. Die alten Eliten m&#252;ssen dabei zusehen, wie sie allm&#228;hlich an Einfluss und Deutungshoheit verlieren, weil sie sich selbst zu wenig darauf einlassen.</p>
<p>Dabei geht der Riss <strong>quer durch die Parteien</strong>, wie <a href="http://www.matthiasgueldner.de/">Matthias G&#252;ldner</a>, Fraktionsvorsitzender der Gr&#252;nen in Bremen, unl&#228;ngst mit voller Absicht belegte. In einem <a href="http://www.debatte.welt.de/kommentare/144723/zur+unertraeglichen+leichtigkeit+des+internet/">Kommentar in der Welt</a> (&#8220;Unertr&#228;gliche Leichtigkeit des Internets&#8221;) charakterisiert er die Gegner der Internetsperren so:</p>
<blockquote><p>&#8220;Ihre Anh&#228;nger k&#228;mpfen mit hocheffektiven Mitteln f&#252;r die Rechtsfreiheit Ihres Raumes. Wer sich in ihre Scheinwelt einmischen will, wird mit Massenpetitionen per Mausklick weggebissen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Noch platter kann man eigentlich nicht argumentieren. Im Kern sehen wir hier eine Art &#8220;<strong>intradigitale&#8221; Spaltung</strong>, die auf eine f&#252;r unsere Gesellschaft ungute Konfrontation deutet, in der die Politik immer mehr <a href="http://ralfschwartz.typepad.com/mc/2009/08/der-tod-ist-ein-meister-aus-deutschland.html#comments">Bedarf f&#252;r Regelungen</a> verschiedenster Art sieht, <a href="http://www.lawblog.de/index.php/archives/2009/08/02/die-meinungsfreiheit-als-sondermull/">wo es nichts zu regeln gibt</a>.</p>
<p>Vielmehr sollte die Politik eigentlich darauf hinwirken, dass eben diese Spaltung &#252;berwunden wird. So k&#246;nnte sich Ursula von der Leyen etwa mit ihrer Kabinettskollegin Annette Schavan zusammen setzen und mit ihr Initiativen entwickeln, wie die <strong>Medienkompetenz in unseren Schulen,</strong> sowohl der Sch&#252;ler als auch der Lehrer, gesteigert werden kann. Oder m&#252;ssen wir uns von <a href="http://www.wikinomics.com/blog/index.php/2009/06/24/obama-should-look-to-portugal-on-how-to-fix-schools/">Portugal</a> vormachen lassen wie so etwas geht?</p>
<p>Statt aber vision&#228;r die Wege in eine<strong> digitale Gesellschaft der Zukunft</strong> zu diskutieren, erleben wir gerade den Versuch, das Internet zu beschneiden und zu beschr&#228;nken. Wenn einer solchen Politik nicht entschieden entgegen getreten wird, d&#252;rfte Deutschland sich schon bald aus dem Kreis der f&#252;hrenden Industrienationen dieser Welt verabschieden. Wollen wir das?
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12722&amp;md5=3e942da77a2be5ba188d0192f2b0c87d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Allensbach: Mehrheit h&#228;lt Kinderpornosperren f&#252;r wirkungslos (und viele verstehen nicht, worum es geht)</title>
		<link>http://carta.info/12071/allensbach-mehrheit-haelt-kinderpornosperren-fuer-wirkungslos-und-viele-verstehen-nicht-vorum-es-geht/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 12:45:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Allensbach will herausgefunden haben: 91 Prozent der Bundesb&#252;rger begr&#252;&#223;en die Kinderporno-Sperren. Die Umfrage zeigt vor allem die Begrenztheit der Methode: Dem komplexen Thema "Zugangserschwerungsgesetz" k&#246;nnen kurze Massenbefragungen nicht gerecht werden. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/da91b0f91eda02dcca6a971c80968b" width="1" height="1" alt=""/>Das Institut f&#252;r Demoskospie Allensbach hat sich des Themas &#8220;Kinderporno-Sperren&#8221; angenommen und &#252;ber 1.800 Bundesb&#252;rger in kurzen m&#252;ndlichen Interviews zu diesem Thema  befragt (<a href="http://www.ifd-allensbach.de/pdf/prd_0911.pdf">PDF</a>).</p>
<p>Das Ergebnis der Befragung legt nahe, dass ein hoher Anteil der Bev&#246;lkerung die Sperren einerseits <strong>begr&#252;&#223;t</strong>, andererseits aber an ihrer<strong> Wirksamkeit </strong> zweifelt. Die Umfrage zeigt vor allem aber <a href="http://www.welt.de/webwelt/article3783844/Kinderporno-Sperre-wird-zum-Lobby-Lehrstueck.html">erneut</a>, dass kurze Massenbefragungen so komplexen Themen wie dem &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Zugangserschwerungsgesetz">ZugErschwG</a>&#8221; nicht gerecht zu werden verm&#246;gen.</p>
<p>Dies wird bereits mit der Er&#246;ffnungsfrage deutlich (siehe unten): Dem Befragten wird von einem &#8220;<em>gro&#223;en Stoppschild</em>&#8221; berichtet, bei dem &#8220;<em>man nicht mehr weiterkommt</em>&#8220;. Diese Beschreibung greift <a href="http://www.youtube.com/watch?v=GUT_o23zqdk">bekanntlich</a> deutlich zu kurz. Auch der Gegensatz der Antwortoption <em>– Ma&#223;nahme ist zu begr&#252;&#223;en</em> vs.  <em>ist nicht f&#252;r Kinderporno-Bek&#228;mpfung geeignet</em> – bildet die Komplexit&#228;t der Fragestellung nicht ab &#8212; es gibt mehr und andere Gr&#252;nde, dagegen zu sein.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-46.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-12074" title="bild-46" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-46.png" alt="bild-46" width="584" height="442" /></a></p>
<p>Man kann den Demoskopen aus Allensbach keinen gro&#223;en Vorwurf machen. Das Problem ist: <strong>Die Problematik des Zugangserschwerungsgesetzes l&#228;&#223;t sich nicht in wenigen Sekunden erkl&#228;ren und abfragen.</strong> Die meisten Befragten werden sich zuvor nicht intensiver mit der Thematik und seiner verfassungsrechtlichen Relevanz befasst haben. Die Antworten m&#252;ssen aus dem Stand heraus erfolgen und sind entsprechen impulsgetrieben.</p>
<p>Was die Demoskopen nicht abgefragt haben: Ob sich der Befragte mit dem Thema zuvor schon besch&#228;ftigt hat? Ob er eine Meinung dazu hat? Ob er sich ausreichend informiert f&#252;hlt? Ob er die Argumente von Bef&#252;rwortern und Gegnern kennt?</p>
<p>So zeigt das Ergebnis zun&#228;chst einmal: Rund 90 Prozent der Befragten sind f&#252;r Kinderporno-Sperren und rund 10 Prozent dagegen, <em>wenn sie mit wenigen Zeilen auf den Stand gebracht</em> <em>werden</em>. Die politische Strategie, Internetsperren mit dem Anlass Kindesmi&#223;brauch einzuf&#252;hren, geht nahezu vollst&#228;ndig auf. Die Umfrage misst so gesehen ebenso sehr die <strong>Wirksamkeit einer politischen Strategie</strong> wie die eigentliche Meinung in der Bev&#246;lkerung.</p>
<p>Immerhin: 9 Prozent der starken Internetnutzer sind laut Umfrage gegen die Sperren. Dies w&#252;rde, grob &#252;berschlagen, 2 Millionen Menschen entsprechen. Dass es nach den Debatten der letzten Monate 2 Millionen in Deutschland gibt, die trotz der Todschlag-Strategie Kinderporno gegen Internetsperren sind, ist eigentlich eine erstaunliche Zahl. Sie spricht f&#252;r die erhebliche Breite einer politischen &#214;ffentlichkeit, die sich mit diesem Thema intensiver befa&#223;t.</p>
<p>Erstaunlich sind zudem die erheblichen Zweifel am Erfolg der Internetsperren:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-44.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-12075" title="bild-44" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-44.png" alt="bild-44" width="570" height="430" /></a></p>
<p>Eine Mehrheit der Bev&#246;lkerung ist der Meinung, dass die Sperren den Zugang zu entsprechendem Material nicht verhindern. Doch: Warum zeigt uns Allensbach hier nicht die Angaben f&#252;r die starken Internet-Nutzer separat (wie im vorherigen Chart)? Das Fehlen der Angabe wirft ein merkw&#252;rdiges Licht auf die Auswertung der Umfrage.</p>
<p>Problematik der Formulierungen an allen Orten – auch bei der unten stehenden Frage: Hier fragt Allensbach, ob die Stoppschilder im Internet &#8220;ihr Recht auf Informationsfreiheit zu sehr einschr&#228;nken&#8221;. Wie w&#228;ren die Antworten ausgefallen, wenn gefragt worden w&#228;re, ob &#8220;das Recht auf Informationsfreiheit&#8221; durch die Sperren eingeschr&#228;nkt wird? Es bedarf wenig Fantasie um zu prognostizieren, dass das Ergebnis dann zumindest geringf&#252;gig anders gewesen w&#228;re.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-45.png"><img class="aligncenter size-full wp-image-12076" title="bild-45" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/07/bild-45.png" alt="bild-45" width="551" height="416" /></a></p>
<p>Mit dieser Befragung hat sich das Institut f&#252;r Demoskopie Allensbach keinen Gefallen getan: Die Befragung wird dem Thema nicht gerecht. Die Inhalte werden zu oberfl&#228;chlich und nicht neutral abgefragt.</p>
<p>Die Befragung zeigt vor allem eines: Die Begrenztheit der Methode f&#252;r diesen Anlass – und die Effektivit&#228;t der politischen Strategie, eine Sperrinfrastruktur am Beispiel Kindesmissbrauch einzuf&#252;hren.</p>
<p>Manchmal w&#228;re es der Sache angemessener: solche Umfragen einfach zu unterlassen. Oder aber sie methodisch anders abzusichern.</p>
<p>F&#252;r einen PR-Gag ist das Thema zu wichtig und zu schade.
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			</a>
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<p><small>
<a href="http://carta.info/12071/allensbach-mehrheit-haelt-kinderpornosperren-fuer-wirkungslos-und-viele-verstehen-nicht-vorum-es-geht/">Allensbach: Mehrheit h&#228;lt Kinderpornosperren f&#252;r wirkungslos (und viele verstehen nicht, worum es geht)</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/12071/allensbach-mehrheit-haelt-kinderpornosperren-fuer-wirkungslos-und-viele-verstehen-nicht-vorum-es-geht/#comments">13 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12071&amp;md5=0355e91c0820aa9d1a0fde3d6768fd71" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Acht Thesen zu den Folgen der #zensursula-Debatte</title>
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		<comments>http://carta.info/11004/acht-thesen-zu-den-folgen-der-zensursula-debatte/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Jun 2009 15:16:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Bieber</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<category><![CDATA[Internetzensur]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Wahlkampf]]></category>
		<category><![CDATA[Ursula von der Leyen]]></category>
		<category><![CDATA[Zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor dem Hintergrund einer erheblich gr&#246;&#223;er und „normaler“ gewordenen Nutzerschaft werden gesellschaftlich relevante Konfliktbereiche offenbar, die noch vor wenigen Jahren als eher exotische Politik-Gegenst&#228;nde galten. Damit werden digitale B&#252;rgerrechte zu einem echten Politikfeld.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/940e6a6787ca218506d6ac90c5b1bc" alt="" width="1" height="1" /><strong>1.</strong><br />
Die Feststellung, dass der <strong>Online-Wahlkampf im Fokus der &#214;ffentlichkeit</strong> stehen wird, hat abermals Nachdruck erhalten. Im Gegensatz zum positiv besetzten US-Pr&#228;sidentschaftswahlkampf <strong>diesmal allerdings negativ</strong>: der Kampf der Ahmadinedschad-Regierung in Iran gegen die auch via Internet aufbegehrende Opposition ist ein globales Medienthema.</p>
<p><strong>2.</strong><br />
Auch die deutsche Zensur-Debatte erh&#228;lt damit neue Facetten: „H&#228;tten die Mullahs im Iran solche Stoppschilder gehabt, h&#228;tte vielleicht nichts &#252;ber Twitter in die Welt gelangen k&#246;nnen“ – auch wenn <a href="http://www.szon.de/news/multimedia/aktuell/200906251552.html">die griffige Formel</a> von Hajo Schumacher nicht ganz zutreffen mag, so bringt er doch das Wesentliche auf den Punkt: <strong>wenn eine technische M&#246;glichkeit</strong> zu &#220;berwachung und Kontrolle von digitalen Kommunikationsnetzen <strong>erst einmal </strong><strong>vorhanden ist, dann liegt auch deren pervertierte Nutzung in der Luft.</strong><br />
Es wirkt dann beinahe zynisch, dass die Infrastruktur, die in Iran zur<em> Deep Packet Inspection</em>, dem digitalen Aufzeichnen, Abh&#246;ren und Klassifizieren einzelner Nachrichten, vom deutsch-finnischen Joint-Venture Siemens/Nokia <a href="http://online.wsj.com/article/SB124562668777335653.html">bereitgestellt wurde</a>. W&#228;hrend in Iran allm&#228;hlich die Regierung die Oberhand gewinnen zu scheint, bleibt die Diskussion &#252;ber den revolution&#228;ren Gehalt der Twitter- und Facebook-Nutzung jedoch das n&#228;chste gro&#223;e Kapitel in der politischen Geschichte des Internet.</p>
<p><strong>3.</strong><br />
Vor dem Hintergrund einer erheblich gr&#246;&#223;er und „normaler“ gewordenen Nutzerschaft <strong>werden gesellschaftlich relevante Konfliktbereiche offenbar</strong>, die noch vor wenigen Jahren als eher exotische Politik-Gegenst&#228;nde galten: Datenschutz und Datensicherheit, Online-&#220;berwachung und digitale Privatsph&#228;re, die Modernisierung des Urheberrechts und den Umgang mit (Software-)Patenten oder eben am grundlegendsten freie Meinungs&#228;u&#223;erung und Kontrolle von Online-Inhalten. „Das Internet” zieht sich heute f&#252;r viele Menschen durch Arbeitsleben und Alltag &#8211; <strong>damit wird dieses B&#252;ndel nicht mehr wirklich neuartiger B&#252;rgerrechte zu einem echten, “wertigen” Politikfeld.</strong></p>
<p><strong>4.</strong><br />
Leider scheint die professionelle Politik diesen Entstehungsprozess nicht zu bemerken – Desinteresse und Fehler bei der Entwicklung des Gesetzesentwurfs leisten einem Legitimationsverlust der Regierungsparteien Vorschub. Sie haben gerade unter Beweis gestellt, dass sie nicht in der Lage sind, eine ad&#228;quate Politikformulierung zu leisten. <strong>Die #zensursula-Episode f&#252;hrt so zu einem sp&#252;rbaren Bruch zwischen etablierten Organisationsformen</strong> und politischen (oder politisierbaren), informierten, oder auch einfach nur interessierten <strong>Onlinern</strong> – die Politik „mache sich f&#252;r die Digitale Generation unw&#228;hlbar“ hie&#223; es dazu in der Stellungnahme des Online-Beirats.</p>
<p><strong>5.</strong><br />
Durch die Verabschiedung des “Zugangserschwerungsgesetzes”<strong> haben die handelnden Akteure das Segment der digitalen B&#252;rgerrechte zur nachhaltigen Besetzung durch andere Akteure freigeben</strong>. Zu den ersten Profiteuren z&#228;hlen scheinbar die Gr&#252;nen, selbst wenn es auch hier kein einheitliches Abstimmungsverhalten gegeben hat: die <a href="http://www.remix-generation.de/gPetition/">interne Suche nach den #zensursula-Unterst&#252;tzern</a> wird von der Netzgemeinde goutiert und k&#246;nnte durchaus der Glaubw&#252;rdigkeit in Sachen Internet-Politik dienen.</p>
<p><strong>6.</strong><br />
<strong>„Digitale B&#252;rgerrechte“ k&#246;nnen zum Ansatzpunkt f&#252;r die Entstehung einer neuen Single Issue-Organisation werden – m&#252;ssen es aber nicht.</strong> Erste Adresse daf&#252;r ist in Deutschland die Piratenpartei. Das Abschneiden bei der Europawahl war zwar nicht mehr als ein Achtungserfolg und hat immerhin f&#252;r die &#246;ffentliche Sichtbarkeit gesorgt. Inzwischen verf&#252;gt sie auch schon &#252;ber einen virtuellen Bundestagsabgeordneten: in einer nicht anders als spektakul&#228;r zu nennenden Aktion war mit J&#246;rg Tauss ein altgedienter Internetpolitiker der SPD am 20. Juni aus seiner Partei ausgetreten und <a href="http://wiki.piratenpartei.de/J%C3%B6rg_Tauss">zu den „Piraten“ gewechselt</a>.<br />
Allerdings haftet an seiner Person der Makel des P&#228;dophilie-Verdachtes in einem noch laufenden Gerichtsverfahren, zudem verk&#246;rpert er als typischer „Berufspolitiker“ ein popul&#228;res Feindbild vieler „Basis-Piraten“. In internen Diskussionen ist Tauss bereits das sprachlich passende Etikett des „zweischneidigen Schwertes“ zugetragen worden, andererseits k&#246;nnte die Kooptierung eines systemerfahrenen „Haudegens“ auch positiven Anpassungsdruck im piratischen Parteifindungsprozess aus&#252;ben.</p>
<p><strong>7.</strong><br />
<strong>Die gesamte Thematik ist &#252;beraus kampagnenf&#228;hig</strong>, dies hat vor allem die erfolgreiche Online-Petition beim Deutschen Bundestag gezeigt. Aber: die mehr als 130.000 Mitzeichner/innen sind momentan <strong>nicht viel mehr als die Andeutung einer ereignisbezogenen Politisierbarkeit</strong> im Netz. Das ist nicht wenig, aber l&#228;ngst noch kein sicherer Hinweis auf einen bevorstehenden Wandel – so ringt etwa die Piratenpartei derzeit noch in mehreren Bundesl&#228;ndern um die ben&#246;tigten Stimmen f&#252;r die <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Bundestagswahl_2009">Zulassung zur Bundestagswahl</a>. Dennoch gibt es eine „digitale Infrastruktur“ aus Wikis, Blogs und Twitter-Hashtags, die in der hei&#223;en Wahlkampfphase schnell aktiviert werden kann.</p>
<p><strong>8.</strong><br />
<strong>„Digitale B&#252;rgerrechte“ sind ein transnationales Politikfeld.</strong> Es ist dabei keineswegs ausgemacht, dass in Deutschland ein &#228;hnlicher Etablierungsprozess wie etwa in Schweden stattfinden wird. Dennoch ist die globale Dimension des Problems eine Besonderheit dieser neuen <em>policy</em>. Die Ereignisse in Schweden um das Gerichtsverfahren gegen die Tauschb&#246;rse „The Pirate Bay“ (und der damit verbundene Aufstieg der „Piratpartiet“) oder die heftige Diskussion in Frankreich um die Verabschiedung des Hadopi-Gesetzes zur Bestrafung im Falle (wiederholter) Urheberrechtsverletzungen deuten in eine &#228;hnliche Richtung. Im Augenblick werden die mit digitalen B&#252;rgerrechten verbundenen Konflikte auf nationaler Ebene ausgehandelt und im Rahmen lokaler Wahlk&#228;mpfe im Zeichen der jeweiligen Besonderheiten verst&#228;rkt – doch aufgrund einer weltweiten Kommunikationsinfrastruktur im Hintergrund wird dies nicht so bleiben.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nachbemerkung:</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Im Umfeld der Abstimmung im Deutschen Bundestag zum „Gesetz zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen“ (<a href="http://dip21.bundestag.de/dip21/btd/16/134/1613411.pdf">BT-Drucksache 16/13411 vom 17.6.2009</a>, PDF) habe ich als Mitglied des Online-Beirats der SPD an einer Stellungnahme an die Fraktionsmitglieder mitgewirkt, in der auf verschiedene M&#228;ngel am Entwurf hingewiesen wird. Beinahe noch wichtiger als die – zum Zeitpunkt der Versendung der Mitteilung an die Abgeordneten – schon l&#228;ngst bekannte Sachkritik am Entwurf sind die Hinweise auf die politischen Konsequenzen der  Zustimmung zum #zensursula-Gesetz.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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			</a>
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<p><small>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=11004&amp;md5=53191aa14f3e35cab63be80a1529fcf3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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