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	<title>CARTA &#187; Zeitungskrise</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Warum so ein Wind um die &#8220;Tagesschau-App&#8221;?</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 12:29:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Hans-Joachim Otto</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Morgen wird die NDR-Rundfunkratsvorsitzende verk&#252;nden, dass die Tagesschau-App ohne gesonderte Pr&#252;fung eingef&#252;hrt werden kann. Hans-Joachim Otto, Staatssekret&#228;r im Wirtschaftsministerium, erkl&#228;rt, dass es hier nicht um eine "kleine App", sondern ums Prinzip geht. Eine Tagesschau-App auf dem iPad sei fast schon eine elektronische Zeitung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9b8730b9a94f48cca8e7bd6495a51ae2" alt="" width="1" height="1" />Eine kostenlose Anwendung f&#252;r kostenlose aktuelle Nachrichten auf Smartphones &#8211; das klingt zun&#228;chst einmal ganz prima &#8211; und vor allem unverd&#228;chtig. Wenn dann noch ein seri&#246;ser Anbieter dahinter steht, der f&#252;r die Qualit&#228;t der Nachrichten b&#252;rgt, dann m&#252;sste man sich doch eigentlich freuen k&#246;nnen. Warum dann also so ein <a href="http://www.bild.de/BILD/digital/handy-und-telefon/2009/12/24/parteien-kritik/politiker-kritisieren-tagesschau-apps.html">publizistischer Wind</a> um die &#8220;Tagesschau-App&#8221;?</p>
<p>Verlage appellieren an die Politik, Print- und Mediendiensteanbieter sehen den Wettbewerb verzerrt, und auch einige Politiker &#8211; nicht zuletzt der Beauftragte der Bundesregierung f&#252;r Kultur und Medien &#8211; ermahnen den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zur M&#228;&#223;igung. Wiederum andere interessierte Beobachter kritisieren die Kritiker &#8211; &#8220;viel L&#228;rm um nichts&#8221;, hei&#223;t es. Lasst doch der ARD ihre kleine &#8220;App&#8221;.</p>
<p>Nun, so einfach und &#8220;klein&#8221;, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es dann leider doch nicht. Denn was so unbedenklich erscheint, k&#246;nnte Gesch&#228;ftsmodelle bedrohen. Der Wind bl&#228;st also nicht ganz unberechtigt.</p>
<p>Denn hinter der Anwendung, um die es hier geht, steht eine &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt, die sich &#252;ber Rundfunk- (also Zwangs-) geb&#252;hren finanziert. Eine kostenlose &#8220;App&#8221; eines solchen Anbieters ist damit also letztlich von den geb&#252;hrenzahlenden B&#252;rgern finanziert &#8211; mitnichten also &#8220;kostenlos&#8221;. Sie tritt damit in Konkurrenz zu Angeboten privater Medienanbieter, die sich ausschlie&#223;lich durch den Verkauf ihrer Produkte und Werbeeinnahmen finanzieren m&#252;ssen. Nur: Wer zahlt schon f&#252;r etwas, wenn er es auch &#8211; scheinbar &#8211; unentgeltlich bekommt?</p>
<p>Kurzum: &#246;ffentlich-rechtlich finanzierte und f&#252;r den Nutzer kostenlose Applikationen f&#252;hren zu Wettbewerbsverzerrungen gegen&#252;ber privaten Anbietern. Und sie k&#246;nnen dadurch die deutsche Medienlandschaft, vor allem aber die f&#252;r unsere Demokratie unverzichtbare Medienvielfalt, insgesamt beeintr&#228;chtigen. <strong>Es geht hier &#8211; und auch vielen der oben genannten Kritiker &#8211; nicht um diese &#8220;kleine App&#8221; an sich, sondern ums Prinzip.</strong></p>
<p>Man stelle sich einmal vor, ein &#246;ffentlich-rechtliches Rundfunkunternehmen h&#228;tte vor 20 Jahren angefangen, eine &#8220;kostenlose&#8221; qualitativ hochwertige Tageszeitung anzubieten. Ob wir dann noch &#252;ber einen so vielf&#228;ltigen Zeitungsmarkt wie heute verf&#252;gen w&#252;rden, darf man sicherlich bezweifeln. Denn Zeitungs- und Zeitschriftenverlage  verdienten zumindest fr&#252;her ihr Geld ausschlie&#223;lich mit dem Verkauf ihrer Druckerzeugnisse und mit Werbung &#8211; und wenn es eine kostenlose Zeitung gegeben h&#228;tte, w&#228;ren viele kostenpflichtige Zeitungen schlicht in den Regalen liegen geblieben. Das h&#228;tte das Aus f&#252;r nicht wenige Anbieter bedeutet.</p>
<p>F&#252;r die Tagesschau-App gilt, &#252;bertragen auf die heutige Zeit, fast das gleiche. Denn im Zeitalter des Internet mit der jederzeitigen Verf&#252;gbarkeit hochaktueller Informationen hat sich das Verhalten der Medienkonsumenten erheblich ver&#228;ndert.</p>
<p>Wir befinden uns in einem massiven Umbruch &#8211; zunehmend weg von Druckerzeugnissen und hin zu elektronisch verf&#252;gbaren und vor allem gegen&#252;ber Printmedien viel aktuelleren Informationsdiensten.</p>
<p>Dieser Umbruch erfordert auch von den Medienunternehmen neue Gesch&#228;ftsmodelle, damit sie sich am Markt behaupten k&#246;nnen. W&#228;hrend vor ein paar Jahren die Online-Angebote von Verlegern eher &#8211; wenn &#252;berhaupt &#8211; ein Nebengesch&#228;ft waren, entwickelt sich das elektronische Angebot immer st&#228;rker in Richtung Hauptgesch&#228;ft. Die Verf&#252;gbarkeit dieser Angebote nicht nur zu Hause am PC, sondern &#252;berall auf mobilen Ger&#228;ten, verst&#228;rkt diese Entwicklung.</p>
<p><strong>Wenn zu den Smartphones nun auch noch elektronische Pads wie etwa das &#8220;iPad&#8221; oder das &#8220;WePad&#8221; kommen, wird sich dieser Trend und damit der Umbruch auf dem Zeitungs- und Zeitschriftenmarkt weiter beschleunigen.</strong></p>
<p>Die Medienunternehmen haben die Zeichen der Zeit l&#228;ngst erkannt und stellen sich auf die neuen Rahmenbedingungen ein. Sie bieten ihre Dienste immer h&#228;ufiger auch gegen Entgelt an, und das zunehmend mit Erfolg. Nur &#252;ber diese neuen Gesch&#228;ftsfelder werden sie sich weiterhin erfolgreich am Markt behaupten k&#246;nnen.</p>
<p>Dass diese Gesch&#228;ftsmodelle zukunftstr&#228;chtig sind, belegt auch eine aktuelle Studie, die der Branchenverband BITKOM im Fr&#252;hjahr 2010 ver&#246;ffentlicht hat. Danach sind immer mehr Internetnutzer bereit, f&#252;r kulturelle Inhalte im Internet Geld zu <a href="http://fachmedien.net/2010/04/wachsende-zahlungsbereitschaft-fuer-qualitaetsjournalismus-im-web/">zahlen</a>. Insbesondere f&#252;r Qualit&#228;tsjournalismus w&#252;rden fast 40 Prozent der Online-Nutzer Geld ausgeben, wenn hochwertige Artikel nicht mehr gratis verf&#252;gbar w&#228;ren.</p>
<p>Web-Inhalte, das zeigt diese Studie und das zeigen auch die zunehmenden entgeltlichen Angebote im Netz, d&#252;rfen also durchaus etwas kosten. Es gibt hierf&#252;r einen Markt, der gerade erst entsteht.</p>
<p>Ein Markt, der zu neuen innovativen Inhalten und neuen Gesch&#228;ftsmodellen f&#252;hrt; ein Markt, der Arbeitspl&#228;tze sichert und schafft und der f&#252;r den Erhalt der erforderlichen Medienpluralit&#228;t unabdingbar ist; aber er befindet sich noch in den Kinderschuhen und darf deshalb nicht unn&#246;tig gest&#246;rt werden. Marktverzerrungen m&#252;ssen deshalb vermieden werden. Und genau eine solche Marktverzerrung bewirken vermeintlich kostenlose Angebote geb&#252;hrenfinanzierter &#246;ffentlich-rechtlicher Anstalten. Deshalb ist der Wind um die Tagesschau-App mehr als verst&#228;ndlich &#8211; und gerechtfertigt.</p>
<p>Niemand will dem &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk die Verbreitung ihrer Rundfunkangebote &#252;ber das Internet verbieten. Doch der Blick auf eine freiheitliche und qualitativ wie quantitativ vielf&#228;ltige Medienlandschaft einerseits und einen <strong>auftragsgem&#228;&#223;en und zur&#252;ckhaltenden Umgang mit unseren Geb&#252;hrenmilliarden</strong> andererseits gebietet, dass die &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ihren Kernauftrag erf&#252;llen: hochwertige Rundfunkprogramme anzubieten; nicht mehr, aber auch nicht weniger.</p>
<p><em>Hans-Joachim Otto ist Bundestagsabgeordneter, Vorsitzender der FDP-Kommission f&#252;r Internet und Medien und Parlamentarischer Staatssekret&#228;r beim Bundesminister f&#252;r Wirtschaft und Technologie. </em></p>
<p><em>Dieser Text erschien zuerst in der in der Zeitschrift &#8220;Print&#8221; des LOBBYVERBANDS Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ).</em>
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		<title>Journalismus: Ein gef&#228;hrdetes „&#214;kosystem“</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Apr 2010 06:42:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ein Viertel der Zeitungsredakteure und Journalisten wurde in den letzten 3 Jahren in den USA eingespart - das bedeutet Existenzgef&#228;hrdung f&#252;r ein ganzes "&#214;kosystem" voneinander abh&#228;ngiger Redaktionen. Jetzt m&#252;ssen Verlage die Leser davon &#252;berzeugen, dass journalistische Qualit&#228;t und Unabh&#228;ngigkeit auf Dauer nicht gratis zu haben sind.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7d01897d4ddb40f0b4dd9eabe3c40f11" alt="" width="1" height="1" />Vom Wunschdenken war mehrfach die Rede, als sich j&#252;ngst bei einer vom Medienhaus Wien veranstalteten <a href="http://www.medienhaus-wien.at/cgi-bin/page.pl?id=68">Konferenz</a> Experten aus aller Welt &#252;ber die Zukunft des Journalismus die K&#246;pfe hei&#223; redeten.</p>
<p>Phil Meyer, der Grandseigneur der US-amerikanischen Journalismus-Forschung, setzt gro&#223;e Hoffnungen in die Spendenbereitschaft seiner Landsleute und in philanthropische Aktivit&#228;ten. Sie sollen daf&#252;r sorgen, dass der Journalismus auch dann &#252;berlebt, wenn er sich nicht mehr – wie bisher – weitgehend aus den Werbeerl&#246;sen der Verlage finanzieren l&#228;sst. Denn absehbar flie&#223;en die Werbe-Milliarden k&#252;nftig entweder zu Suchmaschinen wie Google und in soziale Netzwerke wie Facebook oder Youtube. Andere einst eintr&#228;gliche Werbem&#228;rkte l&#246;sen sich ganz und gar in Luft auf, weil beispielsweise Kleinanzeigen online gratis zu haben sind.</p>
<p><a href="http://derstandard.at/1268402744444/derStandardat-Interview-Angebot-an-Leser-muss-sich-radikal-veraendern">Alan Rusbridger</a>, der als Chefredakteur des <em>Guardian</em> zu den Wegbereitern eines hochwertigen Online-Journalismus z&#228;hlt, hofft als ultima ratio auf Subventionen f&#252;r die notleidenden News-Websites – wobei offen blieb, ob der Staat den ohnehin unter hohen Steuer- und Schuldenlasten st&#246;hnenden B&#252;rgern direkt in die leeren Taschen greifen oder die Geb&#252;hrengelder f&#252;r den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk umverteilen soll, wenn die traditionellen Eink&#252;nfte aus Printmedien nicht mehr sprudeln.</p>
<p>Derweil hat das Project for Excellence in Journalism in seinem neuen <a href="http://www.stateofthemedia.org/2010/">Jahresbericht</a> vorgerechnet, dass allein in den USA die Zeitungsredaktionen in den letzten drei Jahren um 15 000 Journalisten geschrumpft sind – das sind mehr als ein Viertel aller Jobs, die es 2007 noch gab. 1,6 Milliarden Dollar haben die Verlage seither in ihren Redaktionen an Personalkosten eingespart.</p>
<p>Machen wir uns nichts vor: Das bedeutet Existenzgef&#228;hrdung f&#252;r das „&#214;kosystem“ Journalismus, in dem auch die besten Redaktionen auf die Vorleistungen von tausendundein anderen Newsrooms angewiesen bleiben. Solch massive Einschnitte lassen sich weder durch Spenden noch durch Subventionen auffangen. Weshalb ich Meyer und Rusbridger nur mein eigenes Wunschdenken entgegenzusetzen vermag:</p>
<p>M&#246;gen die Verlage, statt alles gratis ins Netz zu stellen, was sie gedruckt noch verkaufen m&#246;chten, endlich Vernunft annehmen und – wie <em>Le Monde</em> und <em>Times</em> das jetzt in Europa ausprobieren &#8211; ihre Online-Leserinnen und Leser davon &#252;berzeugen, dass journalistische Qualit&#228;t und Unabh&#228;ngigkeit auf Dauer nicht gratis zu haben sind. Schon die Wortsch&#246;pfung „Paywall“ ist eine Absurdit&#228;t: Kein Limonadenhersteller, kein B&#228;ckermeister k&#228;me auf die Idee, von einer „Bezahlschranke“ zu reden, nur weil er von seinen Kunden f&#252;r die Ware, die er liefert, eine faire, angemessene Gegenleistung erwartet.</p>
<p><em>Diese Kolumne hat Stephan Ru&#223;-Mohl f&#252;r die &#246;sterreichische   Wochenzeitung <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/">Die Furche</a> und Carta geschrieben.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=25024&amp;md5=c2f9db2f67404effc96e422aa5bb6990" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Mehr Werbung wagen: Paid Content wird Online-Medien nicht helfen</title>
		<link>http://carta.info/24218/mehr-werbung-wagen-medien-internet/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Mar 2010 05:13:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Medien im Internet stecken in einer Finanzierungskrise, aber Paid Content, Apps und das Leistungsschutzrecht werden es nicht richten. Ein Pl&#228;doyer gegen Bezahlschranken und f&#252;r mehr Innovation in Sachen Online-Werbung. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/6a942a2cbda14180948c1c75f52b7451" alt="" width="1" height="1" />Die digitale Medienwelt im Internet hatte man sich eigentlich anders vorgestellt. Eine <strong>bl&#252;hende Landschaft</strong> voller Blogs, Online-Magazine und digitaler Zeitungen, die gro&#223;artigen Content produzieren und diesen kostenlos anbieten k&#246;nnen, weil sich das alles mit Werbung finanzieren l&#228;sst.</p>
<p>Die Realit&#228;t im Jahr 2010 sieht anders aus. Neue Medien und <a href="http://derstandard.at/1268402744444/derStandardat-Interview-Angebot-an-Leser-muss-sich-radikal-veraendern">Zeitungsverlage</a> hadern gleicherma&#223;en mit den (Un-)M&#246;glichkeiten einer ausk&#246;mmlichen <strong>Werbefinanzierung</strong> im Internet. Der gordische Knoten ist noch nicht durchschlagen. Im Gegenteil, er nimmt immer absurdere Formen an.</p>
<p>Nerv&#246;s werdende Blogger <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/03/04/basic-thinking-warum-der-rss-feed-gekuerzt-wurde/">k&#252;rzen ihre RSS-Feeds</a>, w&#228;hrend Medienh&#228;user &#252;ber Paid Content nachdenken und die Idee eines <a href="http://www.netzpolitik.org/2010/leistungsschutzrecht-wird-konkretisiert/">Leistungsschutzrechts</a> verfolgen. Leistungsschutz klingt dabei stark nach &#8220;Denkmalschutz&#8221; im Sinne der Wahrung alter Gesch&#228;ftsmodelle und der <a href="http://www.fischmarkt.de/2010/03/es_geht_um_mehr_als_nur_um_google.html">Meinungsmacht oligopolistischer Strukturen</a>, die neue und innovative Stimmen und Formate m&#246;glichst klein halten wollen.</p>
<div id="attachment_24391" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/aufmacher56.jpg"><img class="size-medium wp-image-24391" title="aufmacher56" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/aufmacher56-300x199.jpg" alt="aufmacher56" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">&quot;It&#39;s not the lousy pennies on the web but your lousy creativity. Try harder!&quot;</p></div>
<p>Erstaunlich daran ist, dass in dieser ja nicht v&#246;llig neuen Situation, so wenig &#252;ber die <strong>Rolle der Werbung</strong> und innovative Werbeformate nachgedacht wird. Stattdessen wird bis zum &#220;berdruss &#252;ber Qualit&#228;tsjournalismus, Kulturflatrates, Paid Content oder das omin&#246;se Leistungsschutzrecht diskutiert. In diesem Kontext erscheint die Werbung wie eine l&#228;stige Begleiterscheinung oder das ungeliebte Kind, &#252;ber das man nicht gern spricht und womit auch keine Meriten zu verdienen sind.</p>
<p>In den Medien geht es immer um das Gro&#223;e, Ganze: Den <strong>Content</strong> und nicht zuletzt die <strong>Demokratie</strong>. F&#252;r den Anzeigenverkauf, Media-Agenturen oder Affiliate-Netzwerke bleibt da kein Platz in der Diskussion, obwohl mit ihnen fast die ganze Branche steht oder f&#228;llt.</p>
<p style="text-align: left;">Merkw&#252;rdig still ist es &#252;brigens auch an der Front der Blogs in Deutschland. Hat man dort nicht eine eigene Agentur bzw. ein <a href="http://www.massenpublikum.de/blog/?p=965">Joint Venture</a> zur (besseren) Vermarktung gegr&#252;ndet? Von <a href="http://adnation.de/">Adnation</a> h&#246;rt man nicht mehr viel, au&#223;er vielleicht dass dessen Kopf, <strong>Sascha Lobo</strong>, gerade wenig Zeit hat, weil er ein neues Buch fertig schreiben, f&#252;r die Wirtschaftswoche die Weisheit der vielen b&#252;ndeln und zuletzt auf der CeBIT und bald schon auf der <a href="http://re-publica.de/10/">re:publica</a> Hof halten muss. Da bleibt offenbar wenig bis keine Zeit mehr f&#252;r die Vermarktung von Blogs &#8211; und die Blogger, ein sonst durchaus streitbares Volk, nehmen es (resigniert?) hin.</p>
<p><strong>You get lousy pennies on the web</strong></p>
<p>Das Thema scheint abgehandelt, gro&#223;e und kleine Adressen wirken seltsam einig. Der Verleger <strong>Hubert Burda</strong> hat mit einem denkw&#252;rdigen Satz <a href="http://blog.xonio.com/dld-09-vorlaeufiges-fazit-mit-hubert-burda-und-ein-bisschen-krise-20090127/">im Januar 2009 die Lage gut beschrieben</a> und damit die Behauptung aufgestellt, dass das Anzeigengesch&#228;ft im Internet nicht funktioniere. Damit hat er nat&#252;rlich irgendwie recht. Denn die Verlage haben bislang kaum viel mehr versucht, als ihr altes Modell der (plakativen) Werbeanzeige auch in die neuen, digitalen Formate zu &#252;bernehmen.</p>
<p>Die kleinen Fl&#228;chen, die sie in irgendwelchen Randspalten ihrer Medien der Werbeindustrie anbieten, <a href="http://carta.info/18146/warum-sind-leser-von-zeitungen-6-mal-so-wertvoll-wie-leser-im-netz/">sollten es richten</a> und k&#246;nnen es nicht. Warum auch soll ein Werbekunde f&#252;r eine wenige Quadratzentimeter gro&#223;e Fl&#228;che &#228;hnlich viel bezahlen wie f&#252;r eine ganz- oder doppelseitige Anzeige in einer Zeitung bzw. Zeitschrift?</p>
<p>Dazu kommt speziell bei den Zeitungen der Verlust der (in der Summe sehr lukrativen) Kleinanzeigen, die im Internet auf eigenen Plattformen wesentlich effizienter funktionieren. Gro&#223;e Medienh&#228;user haben sich zwar l&#228;ngst wieder in dieses Gesch&#228;ft eingekauft. Nun stehen sie aber vor der Frage, ob sie &#252;ber den Weg der <strong>Quersubventionierung</strong> ihre Nachrichtenmedien st&#252;tzen sollen, oder ob jede Unternehmenseinheit strikt f&#252;r sich als Profitcenter zu arbeiten hat.</p>
<p><strong>Innovationen finden woanders statt</strong></p>
<p>Das entscheidende Problem ist, dass in Sachen Werbung zu wenig Neues probiert wurde und bis heute kaum ein Verlag hier innovativ zu denken bereit ist. Das erstaunt, wo es doch um sehr viel Geld geht. Inzwischen machen andere vor, wohin die Entwicklung gehen k&#246;nnte.</p>
<p><strong>Facebook</strong> beispielsweise dachte sich das Konzept der <a href="http://www.facebook.com/advertising/?pages">Fanseite</a> aus. Technisch betrachtet ist das nicht viel mehr als eine Profilseite, nur eben nicht f&#252;r eine Person, sondern eine <a href="http://www.fuellhaas.com/2010/03/04/ist-marken-prasenz-auf-facebook-pflicht/">Marke</a> bzw. <a href="http://facebookmarketing.de/allgemeines/best-practice-beispiele-fanpages-internationaler-airlines">Institution</a>. Ohne das Konzept hier ausf&#252;hrlich diskutieren zu wollen, muss doch die Frage gestellt werden, warum etwas Vergleichbares nicht auch bei den Verlagsangeboten gemacht wird.</p>
<p>Warum muss eine Zeitung im Netz unbedingt wie eine gedruckte Zeitung funktionieren? Warum kann sie sich nicht eher am <strong>Konzept der Social Networks</strong> orientieren? Dann w&#252;rde jeder (registrierte) Leser &#8211; &#228;hnlich wie bei Facebook &#8211; eine Art News Feed sehen, in den prim&#228;r die Artikel der Zeitung, aber nat&#252;rlich auch Meldungen seiner Fanseiten eingingen. Der Leser h&#228;tte damit ein personalisiertes Nachrichtenmedium und die Zeitung selbst neben der Bannerwerbung ein zweite Einnahmequelle aus den Fanseiten. Denn anders als bei Facebook m&#252;ssten diese Seiten nicht kostenlos angeboten werden.</p>
<p>An anderer Stelle zeigt <strong>Google</strong>, was man in Zukunft noch unter <a href="http://googlemobile.blogspot.com/2010/03/in-stock-nearby-look-for-blue-dots.html">Werbung</a> verstehen kann: In den USA wird dazu im Rahmen der <a href="http://www.google.de/products">Product Search</a> ein Dienst eingef&#252;hrt, der anzeigen kann, in welchem Gesch&#228;ft ein vom Kunden gerade gesuchtes Produkt tats&#228;chlich vorr&#228;tig ist. Google schaut damit buchst&#228;blich &#8220;hinter&#8221; die klassische Werbeanzeige und sieht die <strong>vollst&#228;ndige Wertsch&#246;pfungskette</strong> vom Hersteller bis zur Verf&#252;gbarkeit eines Produktes im Handel.</p>
<p>Wenn aber Google so tief blicken kann, warum nicht auch deutsche Verlage? F&#252;r sie m&#252;sste es doch sehr lukrativ sein, f&#252;r das <strong>mobile Web</strong> spezielle Content-Bundles zu entwickeln, die Nachrichten mit Werbung ortsspezifisch verkn&#252;pfen. Gerade f&#252;r Regionalzeitungen d&#252;rften sich solche <strong>Location Based Services</strong> lohnen. Schaut man aber, wie diese Medien sich bislang im Internet pr&#228;sentieren, sieht man, dass der Weg dorthin noch weit ist.</p>
<p>Doch h&#228;ngen nicht alle s&#252;&#223;en Fr&#252;chte so hoch, dass man sie nur mit Bataillonen an Informatikern erreichen k&#246;nnte, wie sie bei Facebook oder Google verf&#252;gbar sind. Auch die konzertierte <strong>Blogvermarktung in Deutschland </strong>k&#246;nnte l&#228;ngst weiter sein, als das viele wahrhaben wollen.</p>
<p>Denn das weite Feld der Online-Werbung ist noch l&#228;ngst nicht so gut erschlossen, wie die st&#228;ndigen Meldungen &#252;ber die <a href="http://www.bvdw.org/presse/news.html?tx_ttnews[tt_news]=3033&amp;cHash=e0f57d0b67">hohen Wachstumsraten des Anzeigenvolumens</a> glauben lassen, weil dieser Markt bislang &#252;berwiegend von gro&#223;en Adressen genutzt wird, w&#228;hrend viele <strong>kleine bzw. mittelst&#228;ndische Unternehmen</strong> noch nie online f&#252;r sich geworben haben. Weite Teile dieses Marktes sind also noch wenig erschlossen. Die Frage lautet hier: Wer f&#252;hrt die vielen kleineren Unternehmen ins Online-Werbezeitalter?</p>
<p>Weitgehend brach liegt daneben auch der Bereich der <strong>Werbung in Echtzeit</strong>, weil das digitale Anzeigengesch&#228;ft bislang stark in Analogie zum Printbereich entwickelt wurde und deshalb mit zum Teil umst&#228;ndlich langen Vorlaufzeiten arbeitet.</p>
<p>Im schnelllebigen Internet sollte es eigentlich m&#246;glich sein, dass ein Anzeigenkunde seine Anzeige bei Bedarf t&#228;glich auswechselt. Darauf aber ist noch kaum jemand in der Branche eingestellt und der Werbetreibende, der rasch eine neue Botschaft verbreiten m&#246;chte, tut sich damit auf S<strong>ocial Networks</strong> wie Facebook<strong> </strong>oder<strong> </strong>Twitter viel leichter, als mit seinen traditionellen Werbepartnern. Deren Tr&#228;gheit treibt die Werbung geradezu in die Arme neuer Anbieter und l&#228;sst die alten Kan&#228;le langweilig erscheinen.</p>
<p>Das aber kann nicht im Interesse von Verlagen bzw. Blogs sein. Sie m&#252;ssen k&#252;nftig deutlich aktiver und kreativer werden. Das Warten auf Impulse aus dem Dickicht an Agenturen und Dienstleistern auf dem Feld der Werbung ist der falsche Weg. Die <strong>Medien der Zukunft</strong> m&#252;ssen sich hier selbst Kompetenzen aufbauen und auf <a href="http://www.werbeblogger.de/2010/03/15/google-the-guardian-und-rss-feeds-werbung-als-mehrwert/">Augenh&#246;he mit Google</a> oder auch Apple agieren k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Applikationen</strong></p>
<p>Paid Content, speziell in Form von Applikation auf dem iPad, das scheint derzeit wohl der gro&#223;e Hoffnungstraum in vielen Medienh&#228;usern zu sein. Selbst <strong>Rupert Murdoch</strong> &#228;u&#223;erst sich <a href="http://gigaom.com/2010/03/11/rupert-murdoch-on-google/">fast schon euphorisch</a> und k&#246;nnte sich doch noch wundern. Denn rund um die kleinen Programme sind noch viele Fragen offen.</p>
<p>Bislang sind sie fest an einen bestimmten Plattformtr&#228;ger gebunden. Wer also auf einem iPhone eine App kauft, kann diese ausschlie&#223;lich dort nutzen. F&#252;r den <strong>Content von Verlagen</strong> ist das aber unpraktisch, da die Leser bestimmte Inhalte sicher nicht nur auf einem ganz bestimmten Ger&#228;t werden lesen wollen. Dazu kommt, dass man die Hardware &#246;fter gegen etwas Neues ersetzt und dabei vielleicht auch mal die Plattform wechseln will: Heute Apple, morgen Google und &#252;bermorgen Microsoft.</p>
<p>Dass die damit verbundenen Fragen nicht ganz trivial sind, zeigen die Erfahrungen der Musikindustrie (etwa mit dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Digitale_Rechteverwaltung">Digital Rights Management</a>) oder das noch immer in den Kinderschuhen steckende <a href="http://www.bradcolbow.com/archive.php/?p=205">Gesch&#228;ft mit E-Books</a>. Zu viel Geschlossenheit auf der Ebene der Plattformen bremst das Gesch&#228;ft und f&#246;rdert bestenfalls das Filesharing.</p>
<p>So interessant und n&#252;tzlich Applikationen grunds&#228;tzlich sind, so sehr sind sie der falsche Weg in Bezug auf mediale Inhalte. &#8220;<strong>Seit es das Netz gibt, ist f&#252;r die Medien alles Netz</strong>&#8220;, schreibt <a href="http://www.perlentaucher.de/blog/134_fantasie_ueber_die_zukunft_des_schreibens">Thierry Chervel</a> (Perlentaucher) und macht damit deutlich, dass im Internet fr&#252;her oder sp&#228;ter alles &#8211; also B&#252;cher, Zeitschriften, Zeitungen und Blogs &#8211; &#8220;synaptisch&#8221; wird, weil Links, Tags und Kommentare alles mit allem (organisch) verbinden. Eine Medien-App wirkt dagegen wie eine mittelalterliche Ritterburg, die sich nach allen Seiten abschottet.</p>
<p><strong>Denkt jemand an die Leser?</strong></p>
<p>Die Leser wollen im Internet ganz &#252;berwiegend keinen Paid Content. Wenig &#252;berraschend belegt dies aktuell eine <a href="http://paidcontent.org/article/419-pew-online-news-users-dont-want-to-pay-or-look-at-ads/">Studie des Pew Research Center</a> f&#252;r die USA. Wie die Menschen stattdessen denken, belegt sehr sch&#246;n ein <a href="http://www.marco.org/438103070">Zitat</a> von <a href="http://www.marco.org/about">Marco Ament</a>, dem Entwickler von Tumblr und Instapaper:</p>
<blockquote><p>&#8220;Publishers can do whatever they want. If you don&#8217;t like it, don&#8217;t send them nasty emails or browse their sites with adblockers: just don&#8217;t support them. Don&#8217;t read their content, don&#8217;t link to them, and don&#8217;t talk about them. Since money&#8217;s usually not involved, vote with your attention and read elsewhere.&#8221;</p></blockquote>
<p>Der Trend ist klar: <a href="http://carta.info/6340/facebook-gut-informiert-zeitung/">Leser im Netz</a> folgen immer weniger einzelnen Leitmedien, sondern m&#228;andern durch die F&#252;lle des Angebots und lassen sich dabei von Empfehlungen aus dem Freundeskreis sowie von Meinungsf&#252;hrern auf Social Networks leiten. Nicht mehr der passive und stumme Konsument bestimmt das Bild, sondern zunehmend partizipativ und <strong>vernetzt denkende Akteure</strong>, die eben noch in der Rolle des Lesers, schon im n&#228;chsten Augenblick selber Medium sein k&#246;nnen, weil sie Impulse weitertragen und durch eigene Ideen anreichern.</p>
<p><strong>Not lousy pennies but lousy creativity</strong></p>
<p>Dem Votum der Leser sollten sich die Medien stellen. Weder Bezahlschranken noch ein Leistungschutzrecht k&#246;nnen den Zug der Zeit aufhalten. <strong>Die Werbung muss und kann es richten</strong>. Die scheinbare Unm&#246;glichkeit, Medien im Internet mittels Werbung zu finanzieren, ist ein Fehlurteil. Die bisher gesehene Online-Werbung kratzt nur an der Oberfl&#228;che dessen, was eigentlich m&#246;glich w&#228;re und Herrn Burda m&#246;chte man zurufen: It&#8217;s not the lousy pennies on the web but your lousy creativity. Try harder!
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<a href="http://carta.info/24218/mehr-werbung-wagen-medien-internet/">Mehr Werbung wagen: Paid Content wird Online-Medien nicht helfen</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/24218/mehr-werbung-wagen-medien-internet/#comments">43 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=24218&amp;md5=f094e13a4568d8be88b68e8e109ce820" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#8220;Die Grenze des Ertr&#228;glichen f&#252;r die S&#252;ddeutsche Zeitung ist &#252;berschritten&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/23613/die-grenze-des-ertraeglichen-fuer-die-sueddeutsche-zeitung-ist-ueberschritten/</link>
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		<pubDate>Sat, 27 Feb 2010 16:24:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Sandra Mamitzsch</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die S&#252;ddeutsche Zeitung streicht weitere 21 Stellen in ihrer Redaktion. Auch die Mantelredaktion ist davon betroffen. In der Belegschaft w&#228;chst die Sorge &#252;ber die wirtschaftliche Zukunft ihrer Zeitung.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/38935192cb374c53a79f7f989f73b8de" width="1" height="1" alt=""/> Die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em><em> (SZ)</em> plant nach <em>Carta</em>-Informationen einen weiteren Stellenabbau in ihrer Redaktion: Insgesamt 21 Personalstellen sollen wegfallen, 14 davon in der Redaktion und sieben in den Sekretariaten. Gek&#252;rzt werden soll nicht nur bei den Regionalredaktionen, sondern auch bei der Mantelredaktion der Zeitung. Hier sollen sieben Redakteure und Redakteurinnen ihren Arbeitsplatz verlieren.</p>
<p>Um diese K&#252;rzungspl&#228;ne war monatelang zwischen Gesch&#228;ftsf&#252;hrung, Chefredaktion, Redaktionsausschuss und Betriebsrat gerungen worden. Urspr&#252;nglich bestand die Gesch&#228;ftsf&#252;hrung auf deutlich weitergehendere Ma&#223;nahmen. Das Verhandlungsergebnis wurde nun intern kommuniziert.</p>
<p>Alle K&#252;ndigungen sollen betriebsbedingt erfolgen, begr&#252;ndet mit operativen Verlusten der Zeitung im vorangegangenen und voraussichtlich auch in diesem Jahr. Anfang 2009 hatte die <em>SZ</em> bereits mit einem Abfindungsprogramm ihre Redaktion verkleinert und einigen Mitarbeitern eine &#8220;<a href="http://www.welt.de/politik/article2728962/SZ-empfiehlt-Redakteuren-neue-Lebensplanung.html">neue Lebensplanung</a>&#8221; nahe gelegt.</p>
<div id="attachment_23619" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://www.flickr.com/photos/sixtus/3773018338/"><img class="size-medium wp-image-23619" style="margin: 2px;" title="sixtussueddeutsche" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/02/sixtussueddeutsche-300x201.jpg" alt="sixtussueddeutsche" width="300" height="201" /></a><p class="wp-caption-text">S&#252;ddeutsche Zeitung: Die SZ von 2010 ist nicht mehr die SZ von 2008 (Foto: Mario Sixtus (cc))</p></div>
<p>Das Bekanntwerden der neuen Sparpl&#228;ne hat intern eine heftige Debatte &#252;ber ausreichende Ressourcen f&#252;r die Qualit&#228;tszeitung und ihre wirtschaftlichen Perspektiven ausgel&#246;st. Der Redaktionsausschuss beklagt in einer internen E-Mail an die Redaktion, dass bereits vorangegangene Sparrunden die <em>SZ</em> erheblich geschw&#228;cht h&#228;tten: &#8220;Wir haben immer wieder vor Einbu&#223;en f&#252;r die Qualit&#228;t der Zeitung gewarnt und die <em>SZ</em> von 2010 ist auch sicher nicht mehr die <em>SZ</em>, wie sie vor zwei Jahren war.&#8221;</p>
<p>In dem Rundschreiben des Redaktionsausschusses wird auch der stellvertretende <em>SZ</em>-Chefredakteur <a href="http://www.wuv.de/nachrichten/medien/wolfgang_krach_steigt_zum_vize_chefredakteur_auf">Wolfgang Krach</a> zitiert, der intern gesagt habe: &#8220;Der Personalabbau seit 2009 hat die Grenze des Ertr&#228;glichen f&#252;r die <em>SZ</em> bereits &#252;berschritten.&#8221;</p>
<p>Der Ausschuss h&#228;lt daher eine &#8220;offene Diskussion &#252;ber strukturelle und inhaltliche Reformen&#8221; bei der Zeitung f&#252;r dringend geboten. Die nun bekannt gewordenen K&#252;ndigungen belasten, wie in Gespr&#228;chen zu erfahren ist, das Betriebsklima und das Vertrauen der Mitarbeiter in die Konzepte der <a href="http://www.faz.net/s/RubEC1ACFE1EE274C81BCD3621EF555C83C/Doc~E0CC3FEDB5D3148789EACE58F2C3793C9~ATpl~Ecommon~Scontent.html">neuen Eigent&#252;mer</a> der Zeitung.</p>
<p>Gesch&#228;ftsf&#252;hrung, Betriebsrat und Chefredaktion waren am Freitag gegen&#252;ber <em>Carta</em> zu keiner Stellungnahme in dieser Angelegenheit bereit.</p>
<p><em>Zu den Stellenpl&#228;nen der </em><em>SZ siehe auch Text von Kai-Hinrich Renner auf <a href="http://www.abendblatt.de/kultur-live/article1399414/Ex-Bunte-Spitzel-spricht-nur-fuer-Geld.html">Abendblatt.de</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=23613&amp;md5=089f72b6adfcab349124faae231f6a27" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Provider-Jurist zum Leistungsschutzrecht: „Netzsperren f&#252;r Verlagsinhalte w&#228;ren denkbar.“</title>
		<link>http://carta.info/20125/stefan-engeln-netzsperren-fuer-verlagsinhalte-waeren-denkbar/</link>
		<comments>http://carta.info/20125/stefan-engeln-netzsperren-fuer-verlagsinhalte-waeren-denkbar/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 13 Dec 2009 15:13:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=20125</guid>
		<description><![CDATA[1&#038;1-Jurist Stefan Engeln bef&#252;rchtet im Carta-Interview, dass mit dem Leistungschutzrecht f&#252;r Presseverlage auch eine "Holzmedien"-Abgabe auf Internetzug&#228;nge eingef&#252;hrt werden soll. Dagegen k&#246;nnten sich die Provider aber m&#246;glicherweise wehren: mit Netzsperren f&#252;r Verlagsangebote. Das geplante Verwertungsrecht sei "ein Anschlag auf die freie Verlinkung und das Zitatrecht".

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/c8530e5f1dda4c3aa58a62cf3b7368b9" alt="" width="1" height="1" /><strong>Herr Engeln, der F.A.Z. ist zu entnehmen, dass die IT-Branche einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage im Internet „skeptisch“ gegen&#252;berstehe. Wieso eigentlich?</strong></p>
<p>Stefan Engeln: Beim Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage geht es eigentlich nicht darum, dass diese zuk&#252;nftig besser gegen heute bereits illegale Kopien im Internet vorgehen k&#246;nnen. Im Kern fordern die Zeitungsverlage mit dem Leistungsschutzrecht ein v&#246;llig neues Verwertungsrecht: Sie wollen in Zukunft auch an urheberrechtlich zul&#228;ssigen Zitaten und Snippets mitverdienen. Aggregatoren wie Google News oder Rivva sollen abgabenpflichtig werden, so wie etwa Radiosender f&#252;r die Musik in ihrem Programm an die Plattenfirmen zahlen m&#252;ssen. Das ist aber sachwidrig: Aggregatoren verwerten nicht die Inhalte der Verlage, sondern erschlie&#223;en sie &#252;berhaupt erst.</p>
<p><strong>Sie sind aber Jurist bei einem Internetanbieter. Wie kommen pl&#246;tzlich die Provider ins Spiel?</strong></p>
<p>Die Pl&#228;ne der Verlage gehen ja weiter. Mit dem Leistungsschutzrecht soll die juristische Basis geschaffen werden, um am Ende auch bei den Providern zu kassieren. Das ist das eigentliche Ziel der Leistungsschutzambitionen der Verlage: Die Internetprovider sollen an die Presseverlage zahlen, weil sie angeblich &#252;ber den Internet-Zugang an den Inhalten der Verlage mitverdienen. Es soll eine Leistungsschutz-Einzugszentrale geschaffen werden. Diese „LEZ“ soll dann bei den Providern eine Art „Solidarit&#228;tszuschlag f&#252;r Holzmedien“ einsammeln. Letztendlich wird nat&#252;rlich jeder Internet-Nutzer mit diesen zus&#228;tzlichen Kosten belastet werden.</p>
<p><strong>Beim Leistungsschutzrecht geht es also eigentlich um eine Verleger-Abgabe auf Internetzug&#228;nge?</strong></p>
<div id="attachment_20268" class="wp-caption alignright" style="width: 150px"><img class="size-full wp-image-20268 " title="Stefan Engeln" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2009/12/Engeln.jpg" alt="Stefan Engeln" width="140" height="155" /><p class="wp-caption-text">1&amp;1-Jurist Stefan Engeln: &quot;Solidarit&#228;tszuschlag f&#252;r Holzmedien&quot;</p></div>
<p>Ja, das kann man so formulieren. Die Internetprovider sollen zu einem Inkassoinstitut f&#252;r die Verleger umfunktioniert werden. Das ist zumindest meine Bef&#252;rchtung. Weil die Nutzer nicht f&#252;r die Verlagsinhalte zahlen wollen, sollen sie auf dem Umweg der Internetprovider nun indirekt zur Zahlung gezwungen werden.</p>
<p><strong>Nach einem freien Wettbewerb, zu dem sich gerade auch Verlage gerne bekennen, klingt das nicht.</strong></p>
<p>Die Leistungsschutzabgabe w&#228;re eine „Zwangskulturflatrate“ auschlie&#223;lich zu Gunsten der Zeitungsverleger. Der einzelne Internetnutzer k&#246;nnte sich dem nicht entziehen. Es w&#228;re meine Erwartung, dass Verleger und Politik diesen Fakt auch klar benennen. Im Moment scheint aber eher das Ziel, dass die Internetnutzer durch ein intransparentes Verfahren nicht merken sollen, dass sie letztlich f&#252;r das Leistungsschutzrecht bezahlen.</p>
<p><strong>W&#228;re es nicht nur fair, wenn die Internetprovider ihren Teil zur Finanzierung von Journalismus beitragen?</strong></p>
<p>Das Grundproblem scheint mir zu sein, dass die Verleger mit der andersartigen &#214;konomie des Internets nicht zu Recht kommen. Im Print-Bereich zahlt letztendlich nicht der Leser die Zeitung, sondern der Anzeigenkunde. Das relativ knappe und damit teure Gut ist der Anzeigenplatz. Im Internet gibt es ein &#220;berangebot an Werbepl&#228;tzen. Also kann die Refinanzierung – jedenfalls derzeit – nicht vollst&#228;ndig &#252;ber Online-Werbung erfolgen. Das knappe Gut im Internet aber ist die Aufmerksamkeit des Nutzers. Wie bringt man nun den Internetnutzer dazu, seine knapp bemessene Aufmerksamkeit dem Angebot eines Verlages zuzuwenden und daf&#252;r – zus&#228;tzlich – wom&#246;glich noch zu bezahlen. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass die Verleger auf diese Frage keine Antwort haben. Und das Leistungsschutzrecht soll die Verleger – und nur diese – davon entbinden, hier eine marktwirtschaftliche L&#246;sung zu finden, die der Leser als Kunde akzeptiert.</p>
<p><strong>Immerhin k&#246;nnten auch Blogger von einem Beitritt in die „Verwertungsgesellschaft der Verlage“ profitieren.</strong></p>
<p>Das w&#228;re nat&#252;rlich anzustreben, aber wahrscheinlicher ist, dass nur die Gro&#223;en der Medienbranche profitieren. Das Leistungsschutzrecht wird ja mit der besonderen Leistung von Verlegern begr&#252;ndet. Damit liegt nahe, dass das Leistungsschutzrecht an eine T&#228;tigkeit als  Verleger gebunden ist. Hierf&#252;r m&#252;ssten die entsprechenden Online-Angebote aus einer unternehmerischen T&#228;tigkeit entstanden sein, der Unternehmer muss Vertr&#228;ge mit den Urhebern abgeschlossen haben und ein entsprechendes wirtschaftliches Risiko tragen. Viele Beitr&#228;ge im Netz werden aber – insbesondere bei Bloggern – nicht im Rahmen eines unternehmerischen Gesch&#228;ftsbetriebes erstellt. Daf&#252;r w&#252;rde dann auch kein Leistungsschutzrecht gelten.</p>
<p><strong>Google k&#246;nnte Google News in Deutschland einfach abstellen, wenn es ihnen mit den Leistungsschutzabgaben zu bunt wird. Haben die Provider eigentlich auch einen solchen Hebel?</strong></p>
<p>Man k&#246;nnte den Internetnutzern theoretisch wieder eine Wahlm&#246;glichkeit er&#246;ffnen: M&#246;chte er die Leistung der Verleger in Anspruch nehmen oder nicht? Wenn ja, dann w&#252;rde er einen Zuschlag in H&#246;he der Leistungsschutzabgabe zahlen. Wenn nein, dann k&#246;nnten auf Wunsch des Nutzers Verlegerseiten f&#252;r den Zugriff gesperrt werden.<br />
Andere Provider haben aufgrund j&#252;ngerer politischer Initiativen ja auch bereits eine Sperrinfrastruktur mit Millionenaufwand fertig gestellt, die f&#252;r diesen Zweck nur leicht modifiziert werden m&#252;sste. Nur so k&#246;nnte der Internet-Nutzer noch entscheiden, ob er Verlagsangebote nutzen will und den „Holzmediensoli“ f&#252;r Leistungsschutz-Verleger zahlt oder ob er dies eben nicht m&#246;chte.</p>
<p><strong>Sie schlagen so etwas wie „Netzsperren f&#252;r Verlagsangebote“ vor ?</strong></p>
<p>Das ist, um es deutlich zu sagen, keine w&#252;nschenswerte Aussicht, aber: Die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage bricht auch in vielerlei Hinsicht mit den Grundprinzipien des Internets. Es soll eine Zwangseinzugsstruktur f&#252;r Internetnutzer geschaffen werden. Die Verleger behaupten au&#223;erdem, die Bereitstellung eines Internetzugangs sei bereits eine gewerbliche Nutzung ihrer Angebote. Wenn sich diese Auffassung durchsetzt, dann brauchen wir &#252;ber Themen die „Netzneutralit&#228;t“ und „inhaltsneutrale Bereitstellung“ gar nicht mehr zu unterhalten. Das neue Verwertungsrecht w&#228;re zudem ein Anschlag auf die freie Verlinkung im Internet und ebenso auf das Zitatrecht.</p>
<p>Angesichts solch eines fundamentalen Eingriffs muss man zumindest dar&#252;ber nachdenken, wie f&#252;r den Internet-Nutzer Wahlm&#246;glichkeiten geschaffen werden k&#246;nnten, um die Internetnutzer vor einer aufgedr&#228;ngten, angeblichen Nutzung der Verlagsangebote und der damit verbundenen Abgabe zu sch&#252;tzen. Der Kollateralschaden eines Leistungsschutzrechtes wird ohnehin immens sein.</p>
<p><em>Stefan Engeln ist Jurist und arbeitet in der Rechtsabteilung der 1&amp;1 Internet AG.</em>
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		<title>Zeitungskrise: Was Europa von den USA unterscheidet</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Aug 2009 11:14:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Stephan Ruß-Mohl</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitungskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die technologischen Bedingungen, unter denen sich die amerikanische Zeitungskrise ereignet, sind f&#252;r Europa dieselben. Aber kulturelle Unterschiede k&#246;nnten f&#252;r einen anderen Verlauf des Medienwandels sorgen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/ab9f8295f835cd9668a1a39f826f9c" alt="" width="1" height="1" />Die Hiobsbotschaften vom Niedergang gro&#223;er US-Tageszeitungen h&#228;ufen sich. Sie werfen eine entscheidende Frage auf: Welche der amerikanischen Trends werden uns auch in Europa heimsuchen, und was wird hier absehbar anders laufen? Die technologischen Innovationen, mit denen wir uns auseinanderzusetzen haben, sind im Prinzip dieselben &#8211; aber es gibt eben auch kulturelle Unterschiede im Umgang mit ihnen. Vermutlich wird sich beispielsweise im deutschsprachigen Raum nicht im gleichen Ma&#223;e eine Kultur der Blogger und <em>citizen journalists </em>entwickeln wie in den USA. Otto Normalb&#252;rger ist im alten Europa einfach weniger mitteilungsbed&#252;rftig als Joe Sixpack. Es gibt bei uns auch nicht in vergleichbarer Intensit&#228;t Misstrauen, wie es in der jungen, webaffinen Generation den amerikanischen <em>mainstream media</em> entgegenschl&#228;gt.</p>
<p>Mit etwas Gl&#252;ck werden hierzulande Verlage nicht in gleichem Ausma&#223; zum Spielball von Hedge-Fonds, Private-Equity-Investoren und Spekulanten werden, wie das in Amerika der Fall war. Der Fehler, alles gratis ins Netz zu stellen, was man gedruckt noch verkaufen wollte, wurde ebenfalls nicht so fl&#228;chendeckend begangen wie in den USA. Also sollte die „Rolle r&#252;ckw&#228;rts“ zu bezahlten Onlineangeboten auch leichter vollf&#252;hrbar sein, wenn sich Journalismus weder durch Werbung, noch durch zahlende Abonnenten gedruckter Medienprodukte mehr querfinanzieren l&#228;sst.</p>
<p>Last, not least haben die Zeitungen im deutschen Sprachraum noch nicht im gleichen Ma&#223;e an Qualit&#228;t eingeb&#252;&#223;t. Der beklagenswerte Zustand in den USA ist allerdings bereits die Folge radikaler K&#252;rzungen; viele US-Zeitungsh&#228;user haben sich in atemberaubendem Tempo selbst zerst&#246;rt. Es ist kaum zehn beziehungsweise 15 Jahre her, da konnten Medienforscher an vielen Beispielen zeigen, wie innovativ amerikanische Tageszeitungen damals waren.</p>
<p>In Revolutionen, so der US-Medienexperte <a href="http://www.shirky.com/">Clay Shirky</a>, zerbreche das Alte oftmals schneller, als das Neue sichtbar werde. Der Qualit&#228;tsjournalismus wird fraglos den Niedergang der gedruckten Zeitung &#252;berleben. Vermutlich werden wir allerdings die Basislektion jedweder &#214;konomie neu lernen m&#252;ssen: „There&#8217;s no such thing as a free lunch“. Anspruchsvolle geistige Nahrung wird es auch im Internet auf die Dauer wohl nur geben, wenn wir daf&#252;r bezahlen.<em></em></p>
<p><em>Stephan Ru&#223;-Mohl schreibt diese Kolumne f&#252;r die &#246;sterreichischen Wochenzeitung <a onclick="javascript:pageTracker._trackPageview('/outgoing/www.furche.at/');" href="http://www.furche.at/" target="_blank">Die Furche</a>. Sie erscheint in einer speziellen Version mit freundlicher Genehmigung des Autors auch auf Carta</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=12818&amp;md5=bed8f02ddb72be3d8fcf2795bc267582" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Paid Content bei der New York Times: Der Times Reader 2.0</title>
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		<pubDate>Tue, 12 May 2009 08:24:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[New York Times]]></category>
		<category><![CDATA[Times Reader 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die New York Times bringt einen neuen Reader heraus und mit ihm ein Abo-Modell f&#252;r das Internet. Ist der "Times Reader 2.0" die L&#246;sung aller Probleme f&#252;r das strauchelnde Traditionsblatt?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/7668c064f60afd398154195e4e2ebd" alt="" width="1" height="1" /><br />
Auf den ersten Blick ist das ein sehr elegantes Produkt: Auf der Basis von Adobe Air bildet der jetzt von der <strong>New York Times</strong> vorgestellte &#8220;<strong>Times Reader 2.0</strong>&#8221; eine eigenst&#228;ndige Anwendung, die ohne Browser auskommt. Nie zuvor konnte man sch&#246;ner digital Zeitung lesen.</p>
<p><strong>Allerdings kostet diese Zeitung Geld</strong>. Den erforderlichen Reader kann sich jeder noch (<a href="http://timesreader.nytimes.com/timesreader/">hier</a>) kostenlos herunterladen, der Zugang zu den Artikeln erfordert aber ein Abonnement. 14,95 $ pro Monat sind veranschlagt, was deutlich unter den Preisen der Printausgabe liegt. Daf&#252;r bekommt man die vollst&#228;ndige Zeitung, die zudem (vergleichbar einer Pdf-Datei) komplett t&#228;glich heruntergeladen wird, sodass man sie auch offline lesen kann. Dazu werden jeweils die Ausgaben der letzten 7 Tage vorgehalten, so dass man nichts verpasst, wenn man mal einen oder mehrere Tage nicht zum Lesen kommt.</p>
<p>Diese Form der Zeitung ist das optimale Produkt f&#252;r Menschen, die auf eine Druckausgabe verzichten wollen (oder m&#252;ssen, weil es diese vielleicht <a href="http://carta.info/5850/rocky-mountain-picture-show/">nicht mehr gibt</a>), daf&#252;r aber ein digitales Produkt m&#246;chten, das <strong>dem gedruckten Vorbild so nahe wie m&#246;glich kommt</strong>. Der Times Reaeder 2.0 kann ohne Zweifel jenes Gef&#252;hl vermitteln, dass man hier nicht auf einer beliebigen Website unterwegs ist, sondern seine Lieblingszeitung liest, Leitmedium und Ankerpunkt der pers&#246;nlichen Informationsinteressen.</p>
<p>Damit k&#246;nnte der New York Times ein gro&#223;er Wurf gelungen sein, der hilft, <strong>die digitale Kluft zu &#252;berwinden</strong> und Menschen an das Internet heranzuf&#252;hren, die bisher eher Vorbehalte gegen&#252;ber neuen Medien hatten. Das werden in erster Linie Leser im mittleren und h&#246;heren Alter sein.</p>
<p>Bei den <strong>Digital Natives</strong> bzw. <strong>Digital Immigrants</strong> dagegen st&#246;sst das Produkt eher auf Unverst&#228;ndnis und Ablehnung. Menschen, die mit Begeisterung im Web surfen, Blogs lesen, auf Social Networks Kontakte pflegen und vielleicht auch noch <a href="http://www.twitter.com">twittern</a>, haben nichts &#252;brig f&#252;r so einen <strong>goldenen K&#228;fig</strong>.</p>
<p>Das zeigt schon der erste Kommentar zur <a href="http://www.crunchgear.com/2009/05/11/timesreader-20-is-it-time-to-stop-killing-trees/">Besprechung auf CrunchGear</a>, der die sehr naheliegende Frage stellt, warum man denn die Zeitung nicht einfach im <strong>Browser</strong> liest. Nicht nur, dass sie dort kostenlos gelesen werden kann, ihre Artikel k&#246;nnen auch verlinkt und im Wege des Social Bookmarking gespeichert werden. Dar&#252;ber hinaus erlaubt das weborientierte Layout eine Kommentarfunktion (auch wenn sie von der New York Times l&#228;ngst nicht &#252;berall eingesetzt wird).</p>
<p>Das Problem liegt also darin, dass mit dem Times Reader 2.0 der Versuch unternommen wird, eine <strong>vordigitale Informationskultur mitsamt ihrem Gesch&#228;ftsmodell</strong> ins Internet zu &#252;bertragen, w&#228;hrend man dort an anderer Stelle sich Schritt f&#252;r Schritt schon dem neuen Modell hingibt, in dem <a href="http://www.bwlzweinull.de/index.php/2009/03/11/guardian-api/">Offenheit</a> und das Prinzip des Sharings zu den Wesenselementen geh&#246;ren. Beide Modelle sind f&#252;r sich genommen legitim und gut. Ob sie aber auch f&#252;r eine Marke wie die New York Times nach dem Prinzip des &#8220;sowohl als auch&#8221; funktionieren k&#246;nnen, darf hinterfragt werden.</p>
<p><strong>Die gr&#246;&#223;te Unbekannte</strong> in dieser Gleichung freilich <strong>sind die Kunden</strong> f&#252;r den neuen Reader: Werden sie seinem Modell auf lange Sicht treu bleiben, oder werden sich im Lauf der Zeit bei ihnen <strong>Lerneffekte</strong> einstellen, mittels derer sie sich vom eher klassisch passiven Medienkonsumenten zu aktiv partizipierenden Netzwerkern entwickeln?</p>
<p>Klar ist jedenfalls, dass die New York Times rasch ein besseres Gesch&#228;ftsmodell ben&#246;tigt, denn ihre <a href="http://www.businessinsider.com/henry-blodget-new-york-times-bankruptcy-update-2009-5">finanzielle Situation ist nicht einfach</a>. Der Times Reader 2.0 k&#246;nnte daf&#252;r <strong>eine sehr gute &#220;bergangsl&#246;sung</strong> sein, sofern er den n&#246;tigen Zuspruch findet. Denn selbst wenn seine Kunden Lerneffekte erzielen und von ihm wieder abkommen, k&#246;nnte er dem Verlag doch helfen, <strong>Zeit zu gewinnen</strong>. Und das w&#228;re schon viel, im gr&#246;&#223;ten medialen Umbruch seit der Erfindung des Buchdrucks.</p>
<div class="box">Lesen Sie hierzu auch den Text von Wolfgang Michal: <a href="http://carta.info/9121/das-kindle-als-kuckucksei/">&#8220;Das Kindle als Kuckucksei&#8221;</a></div>
<p><!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=9123&amp;md5=61119d6b71c08d1728799601cc791767" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>S&#252;ddeutsche Zeitung vor einschneidender Sparrunde</title>
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		<pubDate>Thu, 13 Nov 2008 20:28:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Autoren-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Karl Ulrich]]></category>
		<category><![CDATA[Medienkrise]]></category>
		<category><![CDATA[Süddeutsche Zeitung]]></category>
		<category><![CDATA[Zeitungskrise]]></category>

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		<description><![CDATA[Die S&#252;ddeutsche Zeitung steht nach Informationen von CARTA vor einer Sparrunde in deutlich zweistelligem Prozentbereich.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/0e51e19907f6c63a4329af95e41400" alt="" width="1" height="1" />Man h&#228;tte nur sehr genau hinh&#246;ren m&#252;ssen: Auf den M&#252;nchner Medientagen nannte S&#252;ddeutsche Verlag-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Karl Ulrich die heranrollende Printkrise eine &#8220;Krise mit Ank&#252;ndigung&#8221;. Seit Mai habe sich das Anzeigenklima verschlechtert, im September sei es abgest&#252;rzt:</p>
<blockquote><p>&#8220;Den Druck auf unsere Objekte m&#252;ssen Sie sich etwa so vorstellen: Ein Anzeigenverk&#228;ufer hat im April vielleicht noch mit jedem f&#252;nften Anruf einen Abschluss erzielt. Danach kam eine Phase, in der er nur noch mit jedem zwanzigsten Anruf einen Abschluss machen konnte. Jetzt ist es vereinfacht gesagt so, dass der Anzeigenverk&#228;ufer drei&#223;ig, vierzig, f&#252;nfzig mal telefoniert und keinen Abschluss macht <strong>- und wenn er den H&#246;rer auflegt und in seine Buchungen schaut, hat er f&#252;nf Stornos. </strong>Man muss die Panik rausnehmen und genau analysieren, was man jetzt tun kann. Das haben wir seit Mai gemacht.&#8221;</p></blockquote>
<p><a href="http://www.medientage.de/mediathek/audio/audio_overview.html?audio=140&amp;titel=" target="_blank">Hier</a> zum Nachh&#246;ren (ab Minute 25:20).</p>
<p>Mit dem Gesagten war eigentlich f&#252;r jeden, der es dechiffrieren wollte, klar: Die S&#252;ddeutsche Zeitung steht vor einem drastischen Sparprogramm, das seit Monaten ausgearbeitet wird.</p>
<p>Nach Informationen von CARTA wird der S&#252;ddeutsche Verlag ein Sparprogramm im klar zweistelligen Prozentbereich auflegen m&#252;ssen. Diese Information wurde uns von unterschiedlichen Quellen best&#228;tigt. Es ist eine der weitreichendsten Sparrunden in der Verlagsgeschichte. Die Sparziele seien so weitgehend, dass auch die Redaktion nicht verschont bleiben k&#246;nne.</p>
<p>Die S&#252;ddeutsche Zeitung war am Donnerstagabend f&#252;r eine Stellungnahme nicht erreichbar &#8211; der gesch&#228;tzte Pressesprecher Sebastian Berger hat bereits im April 2008 seinen Platz <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=fl&amp;dig=2008%2F04%2F18%2Fa0135&amp;cHash=ae58bc644b" target="_blank">ger&#228;umt</a>.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/ulrich_sz.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1469" title="ulrich_sz" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/11/ulrich_sz.jpg" alt="" width="500" height="271" /></a></p>
<p><em>S&#252;ddeutsche Zeitung-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Ulrich: Seit Monaten analysiert, wie man auf den Umsatzdruck reagieren k&#246;nnte.</em><br />
<small>(Foto: M&#252;nchner Medientage)</small>
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<a href="http://carta.info/1468/sueddeutsche-zeitung-vor-einschneidender-sparrunde/">S&#252;ddeutsche Zeitung vor einschneidender Sparrunde</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/1468/sueddeutsche-zeitung-vor-einschneidender-sparrunde/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=1468&amp;md5=f3ed6884e71082a6c48cf9f8c6b92cd5" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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