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	<title>CARTA &#187; ZDF</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
	<lastBuildDate>Fri, 25 May 2012 10:09:46 +0000</lastBuildDate>
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		<title>Das wahre dritte Programm</title>
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		<pubDate>Tue, 01 May 2012 15:59:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm spricht sich in einem Diskussionsbeitrag f&#252;r ein von ARD und ZDF unabh&#228;ngiges &#246;ffentlich-rechtliches Internetangebot aus. Zehn Prozent der k&#252;nftigen Haushaltsabgabe sollen daf&#252;r abgezweigt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unter dem Titel „Von der Rundfunkgeb&#252;hr zur Haushaltsabgabe: Die historische Chance f&#252;r Demokratie, Pluralismus und kulturelle Vielfalt!“ hat die <a href="http://www.agdok.de/">AG Dokumentarfilm</a> einen interessanten Vorschlag in die Netzdebatte eingebracht: Unabh&#228;ngiges &#246;ffentlich-rechtliches Internetfernsehen. Carta dokumentiert das Papier der <em>AG Dok</em> in voller L&#228;nge:</p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&#8220;Der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland z&#228;hlt zu den besten Rundfunksystemen der Welt. &#220;ber Jahrzehnte hinweg hat er zur Entwicklung und Stabilisierung demokratischer Gesellschaftsstrukturen beigetragen, den &#246;ffentlichen Diskurs bef&#246;rdert und einen wesentlichen Beitrag zur demokratischen Willensbildung geleistet. Klare rechtliche und finanzielle Bestandsgarantien haben in den letzten Jahren immer wieder sichergestellt, dass er diesen zentralen Aufgaben gerecht werden kann.</p>
<p>Deshalb kann und will dieser Text das bestehende &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunksystem in keiner Weise in Frage stellen.</p>
<p>Vielmehr kommt es darauf an, die Grundidee &#246;ffentlich finanzierter und dadurch frei zug&#228;nglicher Informationsquellen als Grundlage der demokratischen Willensbildung ins Internet- Zeitalter hinein weiterzudenken und weiter zu entwickeln. Wir wollen damit die Akzeptanz &#246;ffentlich finanzierter Medienangebote insbesondere unter jungen Menschen erh&#246;hen. Nur, wenn es gelingt, die bereits heute von Erosionsprozessen bedrohte Geb&#252;hren-Akzeptanz auf Dauer zu festigen und sie dort, wo sie in Frage gestellt wird, wieder herzustellen, wird es auch gelingen, das Modell eines &#246;ffentlich finanzierten Rundfunks auf Dauer zu sichern.</p>
<p>Die schl&#252;ssigste und zugleich &#252;berzeugendste Begr&#252;ndung dieser Notwendigkeit lieferte der Verfassungsrechtler Prof. Dr. Paul Kirchhof, als er seinen Vorschlag einer allgemeinen <a href="http://www.taz.de/!83907/">„Haushaltsabgabe“</a> damit begr&#252;ndete, dass ein demokratisches Gemeinwesen nur funktionieren kann, wenn alle B&#252;rger diskriminierungsfrei <em>„an der &#246;ffentlichen Debatte einer modernen Demokratie, an der Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft, an allgemeiner Kultur und Unterhaltung, an allgemein zug&#228;nglichen Quellen der Information“ </em>teilhaben k&#246;nnen. Dahinter steht der richtige Gedanke, dass ja auch diejenigen, die den Rundfunk nicht nutzen, von dessen demokratief&#246;rdernder Wirkung profitieren. Die allgemeine Zahlungspflicht soll also ganz allgemein dazu dienen, demokratieerhaltende bzw. -f&#246;rdernde Angebote zu finanzieren. Und zwar, wie Prof. Kirchhof weiter ausf&#252;hrte, <em>„in Unabh&#228;ngigkeit von Einschaltquoten und ohne Ausrichtung des Programms auf Massenattraktivit&#228;t“</em>.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Medienlandschaft im Wandel</strong></em></p>
<p>Ein solcher Paradigmenwechsel ist mehr als eine Anpassung an die finanziellen Bed&#252;rfnisse des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks &#8211; er er&#246;ffnet die Chance, das System kollektiver Rundfunkfinanzierung zukunftsf&#228;hig zu auszugestalten.</p>
<p>Denn alle Statistiken belegen es: das Internet steht mit immer rasanteren Zuwachsraten im Begriff, Radio und Fernsehen als Leitmedien unserer Gesellschaft abzul&#246;sen. Die Programme von ARD und ZDF ins Internet hinein auszuweiten und sie durch neue jugendaffine Angebote zu erg&#228;nzen, war deshalb ein wichtiger Schritt. Doch wer die Dynamik des Internet kennt, wei&#223; auch: die &#246;ffentlich-rechtlichen Senderketten stehen dort l&#228;ngst nicht mehr allein. Im Netz sind die geb&#252;hrenfinanzierten Telemedien nur noch ein Angebot unter vielen &#8211; und keineswegs das Wichtigste. Sie haben dort nicht einmal mehr den Vorteil einer privilegierten, in vielen Jahren gefestigten Marktposition.</p>
<p>Damit ger&#228;t allerdings auch der traditionelle Begr&#252;ndungszusammenhang des geb&#252;hrenfinanzierten Rundfunks ins Wanken. In Zeiten des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkmonopols und auch noch in der Phase des dualen Systems bedurfte die Notwendigkeit &#246;ffentlich-rechtlich strukturierter nicht-kommerzieller Radio- und Fernsehangebote im Interesse der Meinungsvielfalt und zur Verhinderung monopolitischer Strukturen keiner weiteren Erkl&#228;rung.</p>
<p>Doch ihre Funktion eines &#8220;Bollwerks&#8221; gegen Monopolstrukturen haben ARD und ZDF im Internet verloren. Das politische Ziel, Konzentrationsprozessen und einer privatwirtschaftlich gesteuerten Verengung von Zugangsm&#246;glichkeiten im Internet entgegenzuwirken, l&#228;sst sich nicht mehr durch die Unterst&#252;tzung eines einzelnen Anbieters oder einer bestimmten Anbieter-Gruppe- in diesem Fall des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks- erreichen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Wenn Rundfunk Internet ist, dann ist Internet Rundfunk</strong></em></p>
<p>Gl&#252;cklicherweise haben die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender selbst zur Kl&#228;rung dieser Frage beigetragen, indem sie in den letzten Jahren konsequent auf die Anerkennung ihrer Internet- Angebote als &#8220;Rundfunk&#8221; hingearbeitet haben. Sowohl der 12. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrag als auch das Bundesverfassungsgericht haben diese Rechtsauffassung best&#228;tigt.</p>
<p>Wenn allerdings die Verbreitung &#246;ffentlich-rechtlicher Radio- und Fernsehbeitr&#228;ge im Internet als &#8220;Rundfunk&#8221; anzusehen ist, dann muss diese Bezeichnung logischer Weise auch f&#252;r andere, vergleichbare Internet-Angebote gelten. Auch das haben ARD und ZDF mit Blick auf die Internet-Aktivit&#228;ten deutscher Zeitungs- und Zeitschriftenverlage gutachterlich kl&#228;ren lassen und best&#228;tigt bekommen.</p>
<p>Aus diesen Feststellungen, die durch die beiden &#246;ffentlich-rechtlichen Senderketten selbst untermauert wurden, ergeben sich nun einige sehr interessante Schlussfolgerungen:</p>
<ol>
<li>Wenn die Argumentation der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender zutrifft -und daran haben wir keinen Zweifel- dann sind nat&#252;rlich auch andere staatsfern organisierte, nicht-kommerzielle und werbefreie Internet-Angebote, soweit sie von pluralistisch besetzten Gremien beauftragt und einer Qualit&#228;tskontrolle unterworfen sind, zwangsl&#228;ufig Varianten des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Dazu w&#252;rden zum Beispiel die meisten Produkte &#246;ffentlicher Filmf&#246;rderung z&#228;hlen, wenn sie frei zug&#228;nglich und kostenlos im Internet abrufbar w&#228;ren. Denn auch sie entstehen durch die Mitwirkung pluralistisch beaufsichtigter staatsferner Einrichtungen des &#246;ffentlichen Rechts. Dort werden sie von unabh&#228;ngigen Vergabe-Gremien nach kulturellen Qualit&#228;tsgesichtspunkten ausgew&#228;hlt.</li>
<li>Wenn solche Produktionen im Internet verbreitet werden, erf&#252;llen sie mithin alle Anforderungen, die auch f&#252;r die bestehenden Sender gelten. Sie w&#228;ren damit eine neue, bislang unbekannte Form des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Daraus folgt zugleich, dass ARD und ZDF nicht mehr die einzigen &#246;ffentlich-rechtlichen Anbieter im Internet w&#228;ren.</li>
</ol>
<p>Diese Feststellung gewinnt in gleichem Ma&#223;e an Bedeutung, wie ARD und ZDF sich in Andienung an den vermeintlichen Massengeschmack aus ihrer Verantwortung f&#252;r eine ganze Reihe gesellschaftlich wichtiger Themen, k&#252;nstlerischer Formen und Inhalte zur&#252;ckziehen. Dass insbesondere das &#246;ffentlich-rechtliche Fernsehen, aber auch der H&#246;rfunk in seiner heutigen Form keineswegs „in Unabh&#228;ngigkeit von Einschaltquoten und ohne Ausrichtung des Programms auf Massenattraktivit&#228;t“ handelt, ist vielfach nachgewiesen und kritisiert worden. Insbesondere die unabh&#228;ngige Filmproduktion und hier vor allen anderen der zur Ausformung einer pluralistischen Weltsicht und zur politischen Willensbildung besonders wichtige Dokumentarfilm werden im &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehen zunehmend an den Rand gedr&#228;ngt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Eine neue Form des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks</strong></em></p>
<p>Der Begriff des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks muss also neu gedacht, neu definiert und auf weitere Anbieter ausgeweitet werden. Ist das verfassungsrechtlich zul&#228;ssig? Wir sagen: ja. Alle seitherigen Rundfunkurteile best&#228;tigen den hohen verfassungsrechtlichen Rang der Rundfunkfreiheit in Deutschland und st&#252;tzen damit den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk als Idee und als System. Aber sie schreiben an keiner uns bekannten Stelle fest, dass diese Idee ausschlie&#223;lich in den bestehenden Strukturen von ARD und ZDF umgesetzt werden darf.</p>
<p>Es geht bei unserem Vorschlag also nicht um den Aufbau einer neuen „F&#246;rderung“, sondern um die Herstellung voll finanzierter Auftragsproduktionen f&#252;r ein neues, fernseh-unabh&#228;ngiges &#246;ffentlich-rechtliches Internet-Angebot.</p>
<p>Als zeitgem&#228;&#223;e Erweiterung des gesellschaftlich definierten &#246;ffentlich-rechtlichen Programmauftrags unterliegt das Modell deshalb auch nicht dem Zertifizierungszwang, dem F&#246;rderprogramme nach EU-Recht unterworfen sind.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Zehn Prozent der Abgabe f&#252;r die Produktion fernsehunabh&#228;ngiger Inhalte</strong></em></p>
<p>Wir schlagen vor, neben der fortlaufenden Finanzierung des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks k&#252;nftig zehn Prozent der Haushaltsabgabe zur Finanzierung frei produzierter Internet-Inhalte einzusetzen. Diese zehn Prozent entsprechen in etwa den Mehreinnahmen, die nach Ansicht unabh&#228;ngiger Medienbeobachter bei der Umstellung auf die Haushaltsabgabe zus&#228;tzlich in die Kassen der GEZ flie&#223;en.</p>
<p>Alle k&#252;nstlerischen, journalistischen oder anderweitigen Produktionen, die aus dieser Abgabe finanziert werden, m&#252;ssen der Allgemeinheit auf Dauer, zumindest aber f&#252;r einen klar definierten Zeitraum, kostenlos im Internet zug&#228;nglich gemacht werden.</p>
<p>Daf&#252;r braucht es weder personalintensive Sendeanstalten noch eine aufw&#228;ndige technische Infrastruktur. Die entstehenden Produktionen werden nach ihrer Fertigstellung und Abnahme von den unabh&#228;ngigen Programmproduzenten selbst ins Netz gestellt und damit einer breiten &#214;ffentlichkeit zug&#228;nglich gemacht.</p>
<p>Weil sich der Verwaltungskostenabzug dadurch allein auf das Vergabeverfahren beschr&#228;nkt, kann das Geld nahezu ungeschm&#228;lert in die Produktion neuer Inhalte flie&#223;en. Da es zudem in frische Ideen f&#252;r ein neues Medium investiert wird, wird das Modell einen gewaltigen Kreativit&#228;tsschub in Deutschland ausl&#246;sen. Es wird gew&#228;hrleisten, dass Urheber und Produzentenleistungen im Fernsehbereich endlich wieder marktgerecht bezahlt werden und durch die Konkurrenz zweier &#246;ffentlich-rechtlicher Systeme (n&#228;mlich des traditionellen und des neuen, Internet-basierten) wird erstmals ein wirklicher Markt f&#252;r anspruchsvolle Informations- Kultur- und Bildungsprogramme entstehen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Wie soll das Geld verteilt werden?</strong></em></p>
<p>Die Mittel k&#246;nnen &#252;ber bereits existierende, demokratisch und staatsfern verfasste Organisationen (wie zum Beispiel Landesmedienanstalten oder bestehende Filmf&#246;rder- Einrichtungen) verteilt werden, ohne dass die verfassungsrechtlichen Prinzipien der Rundfunkfreiheit beeintr&#228;chtigt werden. Um so mehr, als diese Institutionen bereits &#252;ber entsprechende Praxis und einen reichen Erfahrungshintergrund verf&#252;gen: schon seit Jahrzehnten setzen die Landesmedienanstalten Rundfunkgeb&#252;hren f&#252;r Zwecke ein, die nicht unmittelbar den Interessen beiden gro&#223;en &#246;ffentlich-rechtlichen Senderketten zugeordnet sind &#8211; die Spannweite dieser Ma&#223;nahmen reicht von technischen Versuchsprojekten (z.B. DAB) &#252;ber medienp&#228;dagogische Angebote bis zur Unterst&#252;tzung regionaler Filmf&#246;rderung. Auch offene Kan&#228;le und lokale Rundfunkanbieter werden zur St&#228;rkung regionaler Medienvielfalt finanziert, ohne dass daraus bislang verfassungsrechtlichen Bedenken erwachsen w&#228;ren.</p>
<p>Die Verteilung der verf&#252;gbaren Mittel sollte durch Vergabegremien erfolgen, zus&#228;tzlich l&#228;sst sich ein erfolgsabh&#228;ngiges Referenzmodell schaffen, das besonders attraktive Internet-Inhalte belohnt.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Wer bekommt das Geld?</strong></em></p>
<p>Unabh&#228;ngige Produzenten, die gesellschaftsrechtlich nicht mit &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkveranstaltern oder mit privaten Medienkonzernen verflochten sind, k&#246;nnen sich mit Konzept, Kalkulation und F&#228;higkeitsnachweisen um die Finanzierung ihrer Projekte bewerben.</p>
<p>Die Auftragsvergabe erfolgt ausschlie&#223;lich an Antragsteller, deren Ideen zu Information, Bildung, Pluralit&#228;t der Meinungen und zu kultureller Vielfalt deutschsprachiger Internet-Seiten beitragen. Der Funktionsauftrag ist also der gleiche wie der des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks &#8211; allerdings kann er hier wesentlich pr&#228;ziser und sch&#228;rfer gefasst werden.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Perspektiven</strong></em></p>
<p>Was wir hier exemplarisch f&#252;r den Bereich des fernsehunabh&#228;ngig produzierter Filme entwickelt haben, ist selbstverst&#228;ndlich auch auf Web 2.0-Seiten, enzyklop&#228;dische Datenbanken (wie Wikipedia), Archivprojekte und Material-Sammlungen, Online-Diskussions-Runden, Interview- Projekte, B&#252;cher, Musik, Performances, p&#228;dagogisch anspruchsvolle Spiele, virtuelle Ausstellungen, oder ambitionierte journalistische Projekte und engagierte Blogs &#252;bertragbar.</p>
<p>Schon heute tr&#228;gt ja eine betr&#228;chtliche Zahl derartiger Internet-Angebote zur Weiterentwicklung unseres Begriffes von &#214;ffentlichkeit sowie zur Meinungs- und Willensbildung bei.</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p><em><strong>Fazit</strong></em></p>
<p>Es handelt sich also um ein sich selbst regulierendes System &#8211; durch die Gesellschaft und die B&#252;rger finanziert, kontrolliert und am Leben gehalten. Damit gew&#228;hrleistet es nicht nur die Weiterentwicklung der Idee eines &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks in die digitale Zukunft hinein, es er&#246;ffnet zugleich der freien Meinungs&#228;u&#223;erung, der politischen Willensbildung und der kulturellen Vielfalt neue, ungeahnte Perspektiven. Das Modell ist realistisch, tragf&#228;hig und zukunftstr&#228;chtig &#8211; und l&#246;st ganz nebenbei noch einen gro&#223;en Teil aktueller medienpolitischer Probleme.</p>
<p>Lassen Sie uns diese einmalige Gestaltungsm&#246;glichkeit zur F&#246;rderung und Weiterentwicklung der &#246;ffentlichen Meinungs- und Willensbildung und damit unserer Demokratie im digitalen Zeitalter gemeinsam nutzen!&#8221;</p>
<p><em><a href="http://carta.info/41756/es-ist-zeit-fur-ein-netzmedien-fordergesetz/">Lesen Sie dazu auch: Es ist Zeit f&#252;r ein Netzmedien-F&#246;rdergesetz</a></em></p>
<p>&nbsp;
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		<title>ZDF-Interview mit dem &#8220;wohl gef&#228;hrlichsten Mann der Welt&#8221;</title>
		<link>http://carta.info/42171/zdf-interview-mit-dem-wohl-gefahrlichsten-mann-der-welt/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Mar 2012 09:36:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ahmadinedschad kann man nicht wie Kurt Beck interviewen. Das klassische Frage-Antwort-Frage-Spiel von Claus Kleber brachte keine neuen Einsichten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Claus Kleber hat f&#252;r das <a href="http://www.zdf.de/ZDFmediathek/beitrag/video/1598064/Ahmadinedschad-Atomwaffen-unmoralisch#/beitrag/video/1598064/Ahmadinedschad-Atomwaffen-unmoralisch" target="_blank">ZDF heute journal mit Irans Pr&#228;sidenten Mahmud Ahmadinedschad gesprochen</a>. Von welchen Voraussetzungen gehen wir aus und was w&#228;re das Ziel bei einem solchen Gespr&#228;ch? Geht es darum, ihn seine Holocaustleugnung auch vor deutschen TV-Kameras wiederholen zu lassen? Die Tatsache an sich ist keine neue Erkenntnis.</p>
<p>Das Gespr&#228;ch m&#252;&#223;te der weiteren Informationsgewinnung dienen. So geht Claus Kleber seinen Auftrag auch an. Er wird im Flugzeug gezeigt, wie er sich vorbereitet. Was belegen diese Bilder? Dass er sich vorbereitet?</p>
<p>Nein, sie setzen das Interview in eine Rahmenhandlung: Der Journalist ist wichtig und der Sender, der dieses Interview bekommt, auch. In meinen Augen, der erste Fehler. In dieser derart aufgeladenen Situation wird Kleber aber unsicher, gar fahrig. Und: Er nimmt nicht die Rolle des unvoreingenommenen Journalisten ein, sondern fragt, wie ein Politiker oder ein Emiss&#228;r der IAEO. Der zweite Fehler. Der Journalist ist nicht dazu da, seinem Gegen&#252;ber Verhandlungszugest&#228;ndnisse abzuringen, wie ein Egon Bahr im kalten Krieg.</p>
<p><strong>Interview-Schach</strong></p>
<p>Ein Interview dieser Art ist wie ein Schachspiel, in dem man vermutlich sehr viele Z&#252;ge vorausberechnen kann. Kleber er&#246;ffnet, er entwickelt aber sein Spiel nicht und ger&#228;t in die Defensive. Er fragt: Warum auf einmal jetzt das Gespr&#228;ch? Hatte man in der<br />
heute-journal-Redaktion im Ernst auf die Antwort gehofft: Weil mich neulich mein Parlament gegrillt hat und ich jetzt mal was tun muss? Weil ich Angst vor einem Angriff habe und vorher noch einmal sagen m&#246;chte, dass wir nur den Frieden wollen?</p>
<p>Und dann stellt der Iranische Pr&#228;sident pl&#246;tzlich die Fragen und bringt nach wenigen Minuten Kleber in Bedr&#228;ngnis: Wer hat Irak besetzt? Wer hat Afghanistan besetzt? Wir sind gegen die Atombombe! Wir haben keine Feldz&#252;ge gemacht! Am Ende, nach knapp 45 Minuten, wird der iranische Machthaber den gr&#246;&#223;eren Frageanteil haben.</p>
<p>Was Ahmadinedschad aber sagen w&#252;rde, war doch klar – sp&#228;testens nach der erneuten Holocaust-Leugnung w&#228;re ein anderer Zug zwingend gewesen als der diagonale Springerzug auf ein anderes Fragefeld. Bei diesem Thema h&#228;tte er ihn stellen m&#252;ssen. Es h&#228;tte vermutlich eines Philosophen bedurft, geschult in der sokratischen Gespr&#228;chsf&#252;hrung, der diesen absurden Gespr&#228;chsrhythmus h&#228;tte durchbrechen k&#246;nnen. Ob es gelungen w&#228;re?</p>
<p><strong>Ahmadinedschad diktiert das Spiel</strong></p>
<p>So aber hat der berechnende Ahmadinedschad dem ehrlichen Journalisten sein Spiel diktiert und kam dabei sogar optisch noch besser weg. Der Pr&#228;sident, in der K&#246;rpersprache offen und die wenigen Spitzen wegl&#228;chelnd gegen Claus Kleber, den verunsicherten und durch die Sprachbarriere eingeschr&#228;nkten Angreifer.</p>
<p>Ein in moralischen Kategorien denkender Journalist wie Claus Kleber wird mit den klassischen Methaphern f&#252;r ein Politiker-Interview dieser Person nicht Herr werden. So war das Interview mehr eine Art Regierungserkl&#228;rung Ahmadinedschads f&#252;r die eigenen Leute und das westliche Publikum – beide wurden in ihren Haltungen best&#228;tigt. Und Claus Kleber war nur der einbestellte Stichwortgeber. Erkenntnisgewinn? Man h&#228;tte es wohl besser gelassen.</p>
<p><em>Der Text ist ein Crosspost von <a href="http://navigarenecesseest.wordpress.com/" target="_blank">JBlog</a>.</em>
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<a href="http://carta.info/42171/zdf-interview-mit-dem-wohl-gefahrlichsten-mann-der-welt/">ZDF-Interview mit dem &#8220;wohl gef&#228;hrlichsten Mann der Welt&#8221;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/42171/zdf-interview-mit-dem-wohl-gefahrlichsten-mann-der-welt/#comments">11 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42171&amp;md5=48089c2d230410246c969d2b11209f2b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Streit um Manager-Magazin: Wie ausgewogen ist der Sender Phoenix?</title>
		<link>http://carta.info/41983/streit-um-manager-magazin-wie-ausgewogen-ist-der-sender-phoenix/</link>
		<comments>http://carta.info/41983/streit-um-manager-magazin-wie-ausgewogen-ist-der-sender-phoenix/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 08 Mar 2012 13:25:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Phoenix, „der Ereignis- und Dokumentationskanal von ARD und ZDF“, ist unter Beschuss der IG Metall geraten. Der gr&#246;&#223;ten europ&#228;ischen Einzelgewerkschaft ist der Sparten-Sender von ARD und ZDF zu arbeitgeberlastig.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ver&#228;rgert ist die <em>IG Metall</em> vor allem &#252;ber die Sendereihe „Forum Manager“. Dort w&#252;rden sich die Konzernf&#252;hrer der Dax-Unternehmen die Klinke in die Hand geben, weil sie w&#252;ssten, dass in der Sendung 60 Minuten lang PR f&#252;r sie gemacht werde. Mitte Januar &#8211; nach der <a href="http://www.youtube.com/watch?v=y1xrILI9U7o">Sendung</a> f&#252;r den Holding-Manager J&#252;rgen Heraeus (Edelmetallverarbeitung) &#8211; platzte dem stellvertretenden IG Metall-Vorsitzenden <a href="http://www.igmetall.de/cps/rde/xchg/SID-0A456501-47620116/internet/style.xsl/ig-metall-vorstand-geschaeftsfuehrende-vorstandsmitglieder--948.htm">Detlef Wetzel</a> der Kragen.</p>
<p>In einem Protestbrief an die <em>ARD</em>-Vorsitzende Monika Piel schrieb er: „Aus meiner Sicht erscheint es mir mit den Grunds&#228;tzen und dem pluralistischen Auftrag des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks und den Grunds&#228;tzen von Phoenix nicht vereinbar, wenn einer Berufsgruppe – in diesem Fall „Managern“ – eine regelm&#228;&#223;ige, passende Programm-Plattform geboten wird. Zumal sich diese Berufsgruppe sonst nicht selten kontrovers besetzten Diskussionsrunden zu kritischen Wirtschaftsthemen entzieht.“</p>
<p>H&#246;chst auff&#228;llig, so Wetzel, sei es, „dass die gew&#228;hlte Fokussierung auf die Sichtweise der Manager systematisch die Position anderer gesellschaftlicher Gruppen – etwa der Arbeitnehmervertreter oder zivilgesellschaftlicher Akteure – v&#246;llig ausblendet.“</p>
<p>Die Sendereihe „Forum Manager“ wird vom Leiter der <em>SZ</em>-Wirtschaftsredaktion, Marc Beise, sowie von der Journalistin <a href="http://nina-ruge.de/">Nina Ruge</a> moderiert, die, wie Wetzel s&#252;ffisant anmerkte, „als Ehefrau eines f&#252;hrenden deutschen Managers“ nicht gerade die ideale Besetzung f&#252;r diese Sendung sei.</p>
<p>Monika Piel lie&#223; Wetzels Brief von <em>Ph&#246;nix</em>-Programmgesch&#228;ftsf&#252;hrer <a href="http://www.phoenix.de/content/157992">Michael Hirz</a> beantworten. Der schrieb unterk&#252;hlt, man k&#246;nne Wetzels Erregung &#252;ber <em>Phoenix</em> nicht nachvollziehen. „Es d&#252;rfte kein Programm in Deutschland geben, das auch Gewerkschaftsvertreterinnen und –Vertretern mehr Raum in seinen Sendungen einr&#228;umt wie Phoenix&#8230;“</p>
<p>Eine Woche nach Wetzels Protest <a href="http://presse.phoenix.de/news/pressemitteilungen/2012/01/20120123_PM_Gottlieb/20120123_PM_Gottlieb.phtml">teilte Phoenix lapidar mit</a>, dass k&#252;nftig Sigmund Gottlieb vom <em>Bayerischen Rundfunk</em> die Sendung abwechselnd mit Nina Ruge ko-moderieren werde.</p>
<p>Gem&#228;&#223; <a href="http://www.phoenix.de/content/phoenix/der_sender/programmgrundsaetze/690">Programmauftrag</a> „ist Phoenix &#252;berparteilich und inhaltlich ausgewogen. Die Vielfalt unterschiedlicher politischer, religi&#246;ser, wissenschaftlicher und k&#252;nstlerischer Meinungen, Richtungen und Str&#246;mungen auf nationaler, regionaler und internationaler Ebene soll sichtbar werden.“</p>
<p>Nun denn. Am 24. M&#228;rz ist <em>Springer</em>-Chef Matthias D&#246;pfner zu Gast.</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=41983&amp;md5=e9de224aed701a7fc8321107efc1f41c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>ZDF: Kein Mumm, nirgends</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Feb 2012 09:56:22 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Protestformen]]></category>
		<category><![CDATA[WDR]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Carta-Meldung, es habe sich beim ZDF eine Oppositionsgruppe nach ORF-Vorbild gegr&#252;ndet, hat Ende Januar f&#252;r Aufsehen gesorgt. Nun haben wir bei der Gruppe „Freiheit f&#252;r das Zweite“ noch einmal nachgefragt. Die Antworten sind ern&#252;chternd.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Hat Ihre Gruppe <a href="http://carta.info/40965/zdf-mitarbeiter-fordern-freiheit-fur-das-zweite/">&#8220;Freiheit f&#252;r das Zweite&#8221;</a> durch die Ver&#246;ffentlichung des Protestbriefs neuen Zulauf bekommen?</em></p>
<p>Es gab einen positiven R&#252;cklauf, ja. Allerdings von ebenfalls anonymen Mailadressen. Aus Sicherheitsgr&#252;nden wollen wir momentan keine weiteren Ver&#246;ffentlichungen machen. Beim ZDF stehen Einsparungen an, und wenn herauskommt, wer hinter &#8220;Freiheit f&#252;r das Zweite&#8221; steckt, ist das keine Job-Garantie.</p>
<p><em>Kritiker des Briefes bem&#228;ngeln den d&#252;nnen Gehalt Ihres Protests. K&#246;nnen Sie inhaltlich nachlegen oder war’s das schon?</em></p>
<p>Gehen Sie mal davon aus, dass bei einer der n&#228;chsten Bundestagswahlen &#8220;das Ende des Zweiten&#8221; oder dessen &#8220;Stutzung&#8221; gefordert wird. Die <em>BILD</em>-Zeitung wird in den Chor einstimmen, und dann werden auf dem Lerchenberg nur noch diejenigen sitzen, die nie aufgemuckt haben. Und da sollen wir wie Jeanne d&#8217;Arc die Flagge der Medien-Revolution vor uns hertragen?</p>
<p><em>Sie haben nun mal Erwartungen geweckt. Die k&#246;nnten durch Ihr jetziges Verhalten entt&#228;uscht werden.</em></p>
<p>Wissen Sie, noch bin ich nicht in der F&#252;hrungsgruppe, wo meist unter vier Augen Parteidinge besprochen werden. Wenn herauskommt, was ich Ihnen gesagt habe, werde ich nie in diese Gruppe kommen!!!</p>
<p><em>Manche vermuten, Ihre Aktion sei nur ein Fake gewesen. Wie wollen Sie diesen Verdacht ausr&#228;umen?</em></p>
<p>Nat&#252;rlich wird im Haus gehofft, dass es nur ein Fake war. Man will uns klein reden, damit die angespannte Stimmung (<em>siehe <a href="http://carta.info/41024/bunkermentalitat-beim-zdf-oder-mut-kraft-und-willen-zur-reform/">Theve&#223;en-Mail</a>, die</em> <em>Red.</em>) nicht noch weiter angeheizt wird.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>P.S. Liebe ZDF-Angsthasen, beim WDR <a href="http://www.die-radioretter.de/cms/front_content.php">zeigen</a> die Mitarbeiter gerade, wie man sich einmischt.</em></p>
<p>&nbsp;
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		</item>
		<item>
		<title>Bunkermentalit&#228;t beim ZDF? Oder Mut, Kraft und Willen zur Reform?</title>
		<link>http://carta.info/41024/bunkermentalitat-beim-zdf-oder-mut-kraft-und-willen-zur-reform/</link>
		<comments>http://carta.info/41024/bunkermentalitat-beim-zdf-oder-mut-kraft-und-willen-zur-reform/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 13:34:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Senderreform]]></category>
		<category><![CDATA[Theveßen]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Carta dokumentiert Elmar Theve&#223;ens ergreifenden Brief an die ZDF-Mitarbeiter. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am vergangenen Samstag hatte Carta &#252;ber die ZDF-interne Oppositionsgruppe „Freiheit f&#252;r das Zweite“ <a href="http://carta.info/40965/zdf-mitarbeiter-fordern-freiheit-fur-das-zweite/">berichtet</a>. In diesem Bericht beziehen wir uns auch auf die Rundmail des stellvertretenden ZDF-Chefredakteurs Elmar Theve&#223;en an seine Mitarbeiter. Der (immer noch verlinkungsresistente) <em>Spiegel</em> griff die Meldung am Sonntag (in der &#252;blichen Verk&#252;rzung) auf.</p>
<p>Weil das &#246;ffentliche Interesse an den Vorg&#228;ngen in einem &#246;ffentlich-rechtlichen Sender sehr gro&#223; ist, und weil Elmar Theve&#223;en in seiner Rundmail ausdr&#252;cklich mehr „Transparenz“ einfordert, dokumentiert Carta den Brief in voller L&#228;nge. Denn einerseits ist dieser Brief ein alarmierendes Zeichen, wie sich das Mitarbeiter-Klima in einem von der Au&#223;enwelt weitgehend abgeschotteten ‚Bunker’ entwickeln kann, zum anderen macht er deutlich, welch &#252;bermenschliche Kraft es erfordert, einen Rundfunk-Supertanker wie das ZDF in die crossmediale Welt zu steuern. Theve&#223;ens Mut, die „Transformation“ des Senders tats&#228;chlich anzugehen, sollte deshalb ebenso viel <a href="http://blog.netplanet.org/2012/01/29/elmar-thevessens-hilferuf-an-die-belegschaft/">Beachtung</a> finden wie die ersch&#252;tternde Mutlosigkeit, die sich in Belegschaften gut versorgter Institutionen <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,812086,00.html">breitmachen</a> kann.</p>
<p>Die Rundmail wurde &#252;brigens nicht „jetzt“ verschickt, wie einige Meldungen suggerieren, sondern bereits am 30. Dezember. Hier das Schreiben im Wortlaut:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><em>Liebe Kolleginnen und Kollegen,</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>wo f&#228;ngt man an, wo h&#246;rt man auf? Alles war so un&#252;bersichtlich in diesem Jahr, und das n&#228;chste wird vermutlich nicht besser. Damit meine ich noch nicht einmal die Ereignisse in der Welt – die waren mit unerwarteten Revolutionen, einer Triple-Katastrophe mit „Super-Gau“, dem eine atemberaubende Politik-Kehrtwende folgte, k&#246;niglichen Hochzeiten, einer die Politiker &#252;berfordernden Euro-Krise und einem bemerkenswerten Diktatorensterben wirklich &#252;berraschend, widerspr&#252;chlich, bedrohlich und komplex genug. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Nein, es geht um uns, unsere Hauptredaktion und das ZDF, deren Lage uns so un&#252;bersichtlich erscheint. Dabei tendieren wir dazu, uns von allem Negativen so beeindrucken zu lassen, dass wir das Positive h&#228;ufig &#252;bersehen. Das Schlimmste daran ist, dass deshalb bei manchen Zweifel aufkeimen, ob der Weg richtig ist, den unser Sender und unsere HR eingeschlagen haben. Aus diesem Grund setze ich einem zerm&#252;rbenden Def&#228;tismus diese Jahres-Abschluss-Mail f&#252;r mehr Transparenz, f&#252;r mehr „miteinander reden“ als “&#252;bereinander reden“ und f&#252;r mehr mutiges Engagement in neuen Projekten entgegen. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Als Nachrichtenmacher wissen wir nur zu gut, dass es keine Gewissheiten gibt und geben kann &#252;ber das, was k&#252;nftig geschieht. Ohne neue Wendungen und &#252;berraschende Ereignisse g&#228;be es keinen Bedarf, &#252;ber diese zu berichten und die Hintergr&#252;nde zu erkl&#228;ren. Darauf zu reagieren ist unsere gro&#223;e St&#228;rke. Aber die k&#246;nnen wir nur ausspielen, wenn wir selbst agieren, um die notwendigen Rahmenbedingungen zu schaffen, und daf&#252;r m&#252;ssen auch wir uns auf unerforschtes Gebiet wagen. Franz Kafka hat das einmal auf den Punkt gebracht: </em><em>„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Bei diesem Satz gibt es zwar auch keine absolute Gewissheit, dass er wirklich von Kafka stammt, aber dennoch die Sicherheit, dass sein Inhalt wahr ist. Nur wenn Menschen sich entschlie&#223;en, aus Strukturen auszubrechen, um sie neu zu gestalten, kann es Ver&#228;nderung und Fortschritt geben. Sonst bleibt es beim Stillstand. Da Strukturen und Gewohnheiten aber viel Macht &#252;ber Menschen haben, braucht Ver&#228;nderung drei Voraussetzungen, um erfolgreich sein zu k&#246;nnen: </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Sie braucht unseren unersch&#252;tterlichen <strong>Willen</strong>, ein als strategisch wichtig erkanntes Ziel auch zu erreichen, ob auf dem einen oder dem anderen Weg; sie braucht den <strong>Mut</strong>, sich auf das Ungewisse einzulassen und dabei auch Risiken einzugehen; und sie braucht die <strong>Kraft</strong>, sich selbst und anderen Fehler einzugestehen und aus ihnen zu lernen. Ich glaube fest daran, dass wir das k&#246;nnen, weil ich es in den vergangenen Jahren bei Ihnen und Euch oft genug erlebt habe. Hochmotivierte Mitarbeiter/innen in Redaktion, Produktion, Kamera, Schnitt, Grafik und anderen Bereichen haben ein neues, revolution&#228;res Nachrichtenstudio erschaffen, jede Weltlage &#8211; von Kriegen &#252;ber Tsunamis bis zu politischen Erdbeben &#8211; bestens bestanden und unser Programm mit unz&#228;hligen, kreativen Ideen wie 100sec, heute plus, Expedition Deutschland, pro und contra, specials und vielem mehr bereichert.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Dabei haben wir gemeinsam daf&#252;r gek&#228;mpft, dass wir f&#252;r neue Herausforderungen auch zus&#228;tzliche Mitarbeiter/innen bekamen und dass diese, weil sie gut waren und gebraucht wurden, auch bleiben konnten &#8211; nicht nur Redakteure, sondern auch Cutter, Grafiker, Techniker. Wenn wir das nicht getan h&#228;tten, dann h&#228;tte es einige Innovationen wie die 100sec nie gegeben und w&#228;ren einige von Ihnen und Euch vielleicht nicht beim ZDF besch&#228;ftigt &#8211; schon gar nicht mit nun f&#252;r viele unbefristeten, sicheren Vertr&#228;gen. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Doch dann bedarf es nur einer kleinen Meldung im Spiegel und schon f&#252;hlen sich manche von der Gesch&#228;ftsleitung betrogen, weil diese doch die KEF get&#228;uscht habe und nur deshalb nun die massiven Einschnitte im Personalbereich notwendig seien. Ein genauer Blick in den KEF-Bericht h&#228;tte ergeben, dass es sich bei der Spiegel-Meldung in erster Linie um b&#246;swilligen Spin und damit selbst um eine T&#228;uschung der &#214;ffentlichkeit handelt. Denn die KEF lobt in ihrem Bericht ausdr&#252;cklich die vorausschauende Personalpolitik des ZDF. Angesichts knapper Haushalte verordnet sie dem Sender allerdings einen extrem harten Sparkurs, weil durch den Ausbau der Programmangebote in den vergangenen Jahren die Kosten aus dem Ruder zu laufen drohen. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Tats&#228;chlich werden u.a. durch die vorgesehenen Gehaltssteigerungen immer mehr Programmgelder aufgebraucht, sodass wir jetzt an einem Scheideweg stehen. Wir k&#246;nnen nicht mehr jeden Wunsch aller gesellschaftlichen Gruppen erf&#252;llen und uns gleichzeitig in allen Bereichen technisch und inhaltlich weiterentwickeln, wie es uns das Urteil des Bundesverfassungsgerichts garantiert. Wir m&#252;ssen dar&#252;ber entscheiden, auf was wir verzichten und wie wir unsere Strukturen so ver&#228;ndern, dass wir m&#246;glichst modern und effizient arbeiten. Diese Entscheidungen sind unvermeidlich. Wer glaubt, dass wir an jeder Ecke weiter sparen und k&#252;rzen k&#246;nnen, ohne dass die Qualit&#228;t leidet, der befindet sich im Irrtum. Fl&#228;chendeckende Exzellenz auf allen Kan&#228;len rund um die Uhr ist nicht machbar. Solch eine Selbstt&#228;uschung f&#252;hrt am Ende nur zu fl&#228;chendeckender Mittelm&#228;&#223;igkeit im Programm und damit zur Verzichtbarkeit in dieser Gesellschaft. Diese eindringliche Warnung habe ich m&#252;ndlich und schriftlich an die &#252;bergeordneten Stellen im ZDF kommuniziert.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Unser Ziel ist deshalb: Hohe Qualit&#228;t in unserem Kerngesch&#228;ft eines bildorientierten Multimediaunternehmens, das mit herausragender Exzellenz an den wichtigen Stellen &#8211; und dazu geh&#246;rt in besonderem Ma&#223;e die tagesaktuelle Berichterstattung &#8211; seine Existenzberechtigung in dieser und f&#252;r diese Gesellschaft eindrucksvoll unter Beweis stellt. So sieht der Entwurf f&#252;r das ZDF der Zukunft aus.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Aber wenn man, wie wir, im wahrsten Sinne des Wortes von Baustellen umgeben ist, f&#228;llt der Blick aufs gro&#223;e Ganze schwer. All die Baustellen sind Teil der notwendigen Transformation unseres Senders. Wir arbeiten gerade Konzepte ab, die schon vor Jahren entworfen, aber nicht umgesetzt wurden, weil der Mut zur Ver&#228;nderung fehlte, weil der Status Quo als das geringere Risiko angesehen wurde und weil es angesichts eines Zwei-Milliarden-Haushalts auch das Gef&#252;hl gab, man k&#246;nne es weiterhin allen recht machen. Jetzt ist der Druck endlich gro&#223; genug, das nachzuholen, was andere Medienunternehmen schon l&#228;ngst vollzogen haben: Die Umstellung von der sendungsbezogenen zu einer themengetriebenen Arbeit, die crossmedial ausgerichtet ist. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Wesentliche Ma&#223;nahmen daf&#252;r sind:</em></p>
<ul>
<li><em>Bau eines virtuellen Studios mit crossmedialer Nutzung</em></li>
<li><em>Zusammenlegung von Innen- und Au&#223;enpolitik</em></li>
<li><em>Schlie&#223;ung der Nachrichtenl&#252;cke in der ARD-Woche</em></li>
<li><em>Streamlining der Nachrichtensendungen am Tag, verbunden mit effizienterem Personaleinsatz</em></li>
<li><em>St&#228;rkung von 19 Uhr heute und heute nacht</em></li>
<li><em>crossmediale Nachrichten aus einer Hand mit heute und </em><em><a href="http://www.heute.de/">heute.de</a> </em><em>innerhalb der HR Aktuelles</em></li>
<li><em>Umbau des Newsrooms mit enger Verzahnung von Logistik und Inhalten f&#252;r tagesaktuelle Sendungen (Newsdesk)</em></li>
<li><em>Einrichtung von Kompetenzteams/-zentren, die hauptredaktions&#252;bergreifend und themenbezogen arbeiten</em></li>
<li><em>Schaffung eines Planungszentrums, in dem unterschiedliche Redaktionen gemeinsam transparent planen</em></li>
<li><em>Neukonzeption der Mittagsschiene mit deutlicher Konzentration des Informationsprofils</em></li>
</ul>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em><em>All diese Vorhaben basieren auf &#220;berlegungen und Konzepten, die schon vor Jahren innerhalb der Redaktionen und/oder in j&#252;ngerer Zeit durch Arbeitsgruppen innerhalb der HR Aktuelles (zum Teil auch mit der HR Neue Medien) entwickelt wurden. Diese Ideen werden nicht von oben aufgedr&#252;ckt, sondern seit fast zwei Jahren &#8211; also deutlich vor den Sparforderungen &#8211; von der F&#252;hrungsebene vorangetrieben. Die Leitungsteams der aktuellen Redaktionen und der Hauptredaktion Aktuelles wollen neue Wege entstehen lassen, indem wir sie &#8211; endlich &#8211; gehen. Wir alle gemeinsam in allen Bereichen haben jetzt die einmalige Chance, das ZDF so modern zu gestalten, wie wir es uns schon seit vielen Jahren w&#252;nschen. Und es gibt keinen Grund, warum wir nicht gemeinsam erfolgreich sein k&#246;nnten, wenn wir den Willen, den Mut und die Kraft aufbringen.</em><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Dabei stehen wir uns manchmal selbst im Weg. Die Ausdehnung der heute in der ARD-Woche ist ein Beispiel daf&#252;r. Warum glauben viele den ARD-Intendanten mit ihrem propagandistischen Trommelfeuer mehr, als den eigenen F&#252;hrungskr&#228;ften? Der eine Grund ist sicherlich, dass die Kommunikation des Vorhabens offenbar nicht gut oder nicht &#252;berzeugend genug war, obwohl wir den Plan seit vielen Monaten in emails und Redezeiten immer wieder erl&#228;utert haben. Da m&#252;ssen und werden wir besser werden (Achtung: Nicht nur guter Vorsatz, sondern Versprechen f&#252;r 2012!). Aber der andere Grund ist – auch da sollten wir ehrlich sein – eine pr&#228;ventive &#220;berzeugung bei manchem von uns, dass die Reformen nicht erfolgreich sein k&#246;nnen und dass sie deshalb per se schlecht sind. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Das ist der Def&#228;tismus, den ich eingangs erw&#228;hnte. Wo ist der Mut, wo ist die Kampfeslust, die viele von Ihnen und Euch gerade im Umgang mit unseren Wettbewerbern fr&#252;her immer eingefordert haben? Die zu zeigen, das Glas nicht als halbleer sondern als halbvoll anzusehen, das w&#252;rde ich mir von uns allen f&#252;r das Jahr 2012 w&#252;nschen – ebenfalls als Versprechen, nicht nur als guten Vorsatz. Wir werden die Transformation nur schaffen, wenn wir uns gegenseitig mehr Vertrauen schenken. Dazu geh&#246;rt auch Ihr/Euer Vertrauen in unsere Entscheidungen, die wir vorher diskutieren, aber dann in der Praxis erproben, miteinander bewerten und dann – wo es notwendig ist – nachsteuern. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Diese Entscheidungen sind nicht willk&#252;rlich, sondern entstammen langfristigen Konzepten und sind wohl begr&#252;ndet. Verschwenden wir unsere Kr&#228;fte nicht in gegenseitigem Misstrauen. Dieses Misstrauen – wenn &#252;berhaupt &#8211; sollte sich eher gegen Stimmungsmacher von au&#223;en richten, die nichts anderes im Sinn haben, als uns im Wettbewerb zu schw&#228;chen. Da ist es entlarvend, wenn der stv. Chef von ARD aktuell in einem Artikel der S&#252;ddeutschen Zeitung diese Woche den eigenen Intendanten deutlich widerspricht: Dank EinsExtra sei die Ausdehnung der Tagesschau in der ZDF-Woche „aus dem Stand“ zu schaffen, ohne nennenswerten Mehraufwand und ohne zus&#228;tzliche Sendungen, denn es gebe diese Ausgaben ja schon im Digitalkanal.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>F&#252;r den couragierten Blick nach vorn haben wir – trotz der Spardiskussionen – beste Voraussetzungen. Wir sind nicht die FDP, sondern das ZDF &#8211; mit den besten, verst&#228;ndlichsten und verl&#228;sslichsten Nachrichten in Deutschland. In unseren tagesaktuellen Sendungen bieten wir noch st&#228;rker als bisher Themen, die die Menschen wirklich angehen. Unsere Landesstudios liefern tolle Berichte und Reportagen. Wir verf&#252;gen &#252;ber die profiliertesten Moderator/innen und das analytisch st&#228;rkste Korrespondentennetz. Wir haben erstklassige Krisenreporter und hochprofessionelle Produktioner, die auch unter schwierigsten Bedingungen alles m&#246;glich machen. Wir senden gro&#223;artige Dokumentationen und Reportagen, haben wunderbare Fernsehfilme und Krimis, sehr erfolgreiche Shows und die mitrei&#223;endste und kreativste Sportberichterstattung, die dank der Champions League dem ZDF k&#252;nftig jedes Jahr mehr als ein dutzendmal zus&#228;tzlich Quoten im „Wetten Dass“-Bereich beschert. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>In allem k&#246;nnen und m&#252;ssen wir noch besser werden und daf&#252;r unsere Strukturen kontinuierlich weiterentwickeln. Zu Jahresbeginn werden wir die Arbeitsgruppen f&#252;r unser Leitmotiv „Alles, was Sie heute angeht“ anschieben. Im Fr&#252;hjahr kommen der Newsdesk und die neue Konzeption der Finanz- und Wirtschaftsberichterstattung. Gemeinsam mit der HR Neue Medien bereiten wir den Wechsel der </em><a href="http://heute.de/"><em>heute.de</em></a><em> in unsere Hauptredaktion vor. In 2012 werden wir auch das Konzept f&#252;r ein gemeinsames Planungszentrum aller tagesaktuellen Sendungen, den sogenannten NewsHub, erarbeiten. Und „junge Nachrichten“ im Hauptprogramm und einem Digitalkanal r&#252;cken in greifbare N&#228;he – wenn wir bereit sind, an anderer Stelle daf&#252;r etwas zu streichen. All dies wird nicht getrieben von den Sparvorgaben, sondern von der Einsicht, dass ein moderner, crossmedialer Sender entsprechende Arbeitsweisen braucht. Aber nat&#252;rlich wird die Transformation uns auch helfen, k&#252;nftige Sparrunden besser zu &#252;berstehen. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Uff, das musste alles mal raus. Und es w&#228;re noch viel mehr zu sagen &#252;ber manche Neuerungen im neuen Jahr. Aber der Blick aufs gro&#223;e Ganze soll dadurch nicht vernebelt werden. </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Liebe Kolleginnen und Kollegen in der Hauptredaktion und dem Produktionsmanagement Aktuelles,</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Liebe Mitarbeiter/innen in allen redaktionellen, produktionellen und technischen Bereichen, mit denen wir zusammenarbeiten und auf deren Unterst&#252;tzung wir uns immer verlassen k&#246;nnen, </em><em>ich danke Ihnen sehr f&#252;r Ihren Einsatz, Ihren gro&#223;artigen Beitrag zu einem tollen Programm und f&#252;r Ihre kritische Begleitung unserer gemeinsamen Arbeit!</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>F&#252;r das neue Jahr w&#252;nsche ich Ihnen und Ihren Familien von Herzen Gl&#252;ck, Gesundheit und Gottes Segen! Auf ein gutes Jahr 2012! </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Elmar Theve&#223;en </em></p></blockquote>
<p>&nbsp;
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		<item>
		<title>ZDF-Mitarbeiter fordern: „Freiheit f&#252;r das Zweite!“</title>
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		<pubDate>Sat, 28 Jan 2012 17:03:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion Carta</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie unl&#228;ngst beim &#214;sterreichischen Rundfunk (ORF) scheint sich nun auch im ZDF eine sender-interne Protestbewegung zu formieren. Noch anonym, noch sehr klein, aber immerhin. Carta dokumentiert den Aufruf der Emp&#246;rten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das <em>ZDF</em> hat Sorgen. Es f&#252;hlt sich ein wenig wie das Aschenputtel unter den &#214;ffentlich-Rechtlichen. Es wird von den B&#252;rgern zu wenig beachtet und von den Medienjournalisten gern herumgeschubst. Nun soll es auch noch „massive Einschnitte im Personalbereich“ geben.</p>
<p>Zum Jahreswechsel versuchte deshalb der stellvertretende Chefredakteur des <em>ZDF</em>, Elmar Theve&#223;en, sein Team in einem fast verzweifelt klingenden Aufmunterungsbrief aus der drohenden Depression zu holen. Mit ausgiebigem Schulterklopfen f&#252;r die tollen Leistungen der Kollegen und einem wohlgef&#228;lligen Blick auf das neue „revolution&#228;re Nachrichtenstudio“ hoffte er, den „zerm&#252;rbenden Def&#228;tismus“, der sich im Sender breitgemacht habe, eind&#228;mmen zu k&#246;nnen. Auch ein passendes Kafka-Zitat wird bem&#252;ht. Ob diese Seelenmassage hilft?</p>
<p>Schon meldet sich eine senderinterne Opposition zu Wort, die dem „Landratsamt vom Lerchenberg“ neues Leben einhauchen will. Zwar k&#246;nnen die jungen <em>ZDF</em>-Mitarbeiter (aus R&#252;cksicht auf ihre Vertr&#228;ge) dem <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o6SzZmMNfNg">mutigen Beispiel</a> der offen auftretenden <em>ORF</em>-Kollegen (noch) nicht folgen, doch sammeln sie schon mal ihre Truppen. &#220;ber einen anonymisierten Mail-Account ging der Kassiber „Freiheit f&#252;r das Zweite“ an potentielle Mitstreiter. Der erste R&#252;cklauf, so ein Sprecher der Gruppe gegen&#252;ber <em>Carta</em>, sei ermutigend.</p>
<p>Hier der Wortlaut des Briefs:</p>
<p>&nbsp;</p>
<blockquote><p><em>Liebe Kollegen,</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Schade, das ein <a href="http://www.youtube.com/watch?v=o6SzZmMNfNg">solcher Protest</a> beim ZDF nicht m&#246;glich ist. Wie sagte doch Nikolaus Brender im <a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,679247,00.html">SPIEGEL</a>: &#8220;Parteipolitische Methodik droht gerade den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zu okkupieren&#8221; und &#8220;(es gibt ein) Spitzelsystem, das davon lebt, dass Redakteure den Parteien Senderinterna zutragen&#8221;.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Die Verh&#228;ltnisse, die beim ORF den Protest ausl&#246;sten, lassen sich &#8220;eins zu </em><em>eins&#8221; auf das ZDF &#252;bertragen. Auch hier gibt es politische Einflussnahme und eine &#252;bergro&#223;e N&#228;he mancher Journalisten zur Politik (allein zwei ZDFler wurden als Kandidaten f&#252;r Sprecher-Posten in der Bundesregierung genannt – einer ist es ja dann geworden).</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Auch der Wechsel eines ehemaligen Staatskanzlei-Chefs auf einen Direktorenposten sowie die Spekulationen um einen erneuten Wechsel eines noch amtierenden Staatskanzlei-Chefs auf eine Verwaltungs-Position bleiben unkommentiert. </em><em>Dies alles hat, wenn &#252;berhaupt, nur leisen Protest ausgel&#246;st.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Wir paar jungen Nachwuchs-ZDFler m&#252;ssen leider anonym bleiben, um unsere (meist befristeten/wackligen) Vertr&#228;ge nicht zu gef&#228;hrden. WIR m&#246;chten auch noch in ein paar Jahren in einem (nahezu) unabh&#228;ngigen ZDF arbeiten. </em><em>Wobei WIR niemals mehr so hohe Pensionsanspr&#252;che werden verjubeln k&#246;nnen, wie es den Hierarchen, die ein Filz-System im Haus aufgebaut haben, m&#246;glich ist.</em></p>
<p><em> </em></p>
<p><em>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en</em></p>
<p><em>Das &#8220;Freiheit-f&#252;r-das-Zweite&#8221;-Team</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=40965&amp;md5=f1679d0454f2bc61a84143bbaafb8a85" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>&#214;ffentlich-rechtlich und auch transparent: F&#252;r einen Rundfunk f&#252;r alle</title>
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		<pubDate>Tue, 24 May 2011 14:37:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Cem Özdemir</dc:creator>
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		<category><![CDATA[ZDF]]></category>
		<category><![CDATA[ZDFheute]]></category>

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		<description><![CDATA[Die ZDF-Fernsehratsmitglieder Cem &#214;zdemir und Oliver Passek (beide B&#252;ndnis 90/Gr&#252;ne) fordern mehr Offenheit und Informationsfreiheit bei der Arbeit der Rundfunkr&#228;te. Mit Tagungen hinter verschlossenen T&#252;ren, im Intranet versteckten Berichten und mehrstufigen Beschwerdeverfahren wirke bisherige System „arg anachronistisch“.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>von Cem &#214;zdemir und Oliver Passek:</p>
<p>Die Zusammensetzung der Aufsichtsgremien des &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehens steht auf dem Pr&#252;fstand: Das Bundesverfassungsgericht Karlsruhe wird eventuell noch in diesem Jahr ein weiteres wegweisendes <strong>Rundfunkurteil</strong> f&#228;llen. Es geht um die von B&#252;ndnis 90/Gr&#252;ne Gr&#252;nen initiierte und vom rheinland-pf&#228;lzischen Ministerpr&#228;sidenten Kurt Beck Ende 2010 in Karlsruhe eingereichte Klage auf eine Normenkontrollklage des ZDF-Staatsvertrages. Gepr&#252;ft werden soll, ob die Zusammensetzung der Gremien verfassungskonform ist und inwiefern gerade der politische Einfluss dort zu gro&#223; sein k&#246;nnte.</p>
<p>Zwar will sich Beck laut seiner Klageschrift im Gegensatz zur urspr&#252;nglichen Initiative der medienpolitischern Sprecherin der Bundestagsfraktion, Tabea R&#246;&#223;ner, auf bestimmte Punkte wie die Zusammensetzung des Verwaltungsrates beschr&#228;nken, dies wird das Gericht jedoch nicht von einer umfassenden Pr&#252;fung des gesamten Staatsvertrages abhalten.</p>
<p>Die Anzahl der im Fernseh- und im Verwaltungsrat vertretenen direkten und/oder indirekten staatlichen Vertreterinnen und Vertreter  – <strong>erstaunliche 50 Mitglieder lassen sich der staatlichen Sph&#228;re zurechnen</strong> &#8211; wird durch Karlsruhe m&#246;glicherweise reduziert. Nat&#252;rlich w&#228;ren von solchen &#196;nderungen auch die von der Staatskanzlei benannten Vertreter von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen betroffen. Die Mitwirkung der politischen Parteien wollen wir jedoch keineswegs ausschlie&#223;en, sie repr&#228;sentieren eine wichtige gesellschaftliche Gruppe.</p>
<p><strong>Mehr Durchblick in die Gremienarbeit</strong></p>
<p>Mindestens genauso wichtig wie die Zusammensetzung der Gremien ist die Sichtbarkeit ihrer Arbeit. Doch aus der Perspektive des Geb&#252;hrenzahlers wirken die Rundfunkr&#228;te trotz der sehr engagierten Arbeit der Gremienvertreter und der Sekretariate leider h&#228;ufig wie ein „Closed Shop“. W&#228;hrend die Sender selbst f&#252;r die Grundversorgung an Informationen der Bev&#246;lkerung zust&#228;ndig sind, tagen ausgerechnet deren Aufsichtsgremien in der Regel hinter verschlossenen T&#252;ren.</p>
<p>Auch beim ZDF sind die Sitzungen des Fernsehrates nicht &#246;ffentlich. Das Gremium selbst kann zwar eine Ausnahme beschlie&#223;en, von der in der Regel aber kein Gebrauch gemacht wird. Immerhin sind die Haushaltsberatungen &#246;ffentlich zug&#228;nglich. Andere &#246;ffentlich-rechtliche Sender sind da schon viel weiter: Sowohl beim RBB, als auch beim Bayerischen Rundfunk, dem SR und dem SWR tagen zumindest die Rundfunkr&#228;te in &#246;ffentlicher Sitzung. Es gibt <strong>keinen ersichtlichen Grund, dies nicht auch beim ZDF-Fernsehrat einzufordern</strong>. Die Sitzungen sind umfangreich, straff organisiert und durchgeplant, mediale Selbstdarsteller w&#252;rden somit schnell ausgebremst. Auch eine &#220;bertragung der Sitzungen ins Internet w&#252;rde sich anbieten.</p>
<p><strong>Mehr Mut bei der &#214;ffentlichkeitsarbeit</strong></p>
<p>Doch mehr Transparenz k&#246;nnen die Rundfunkanstalten nicht nur durch &#246;ffentliche Sitzungen gew&#228;hrleisten. Auch durch eine aktive Ver&#246;ffentlichungspraxis im Internet k&#246;nnten viele relevante Informationen f&#252;r die &#214;ffentlichkeit bereit gestellt werden.</p>
<p>Immerhin stellt das ZDF auf der Webseite „<a href="http://www.unternehmen.zdf.de/">Das Unternehmen</a>“ einige hilfreiche Informationen zur Verf&#252;gung. Darunter die im zweij&#228;hrigen Rhythmus erscheinenden Selbstverpflichtungserkl&#228;rungen oder auch eine F&#252;lle an wichtigen Rechtsgrundlagen, wie die Grunds&#228;tze zur Transparenz im Bereich der Sportrechte oder die Richtlinien f&#252;r Werbung und Sponsoring. Der j&#228;hrliche, mehrere hundert Seiten umfassende <strong>Haushaltsplan</strong>, wird zwar nicht im Web angeboten, aber immerhin an anfragende Journalisten verteilt. In all diesen Dingen agieren andere Sendeanstalten noch wesentlich restriktiver.</p>
<p>Leider ist die Zur&#252;ckhaltung in Sachen <strong>Informationsfreiheit</strong> auch beim ZDF immer noch sehr gro&#223;. So bedarf die Einsichtnahme in Niederschriften und Protokolle des Fernsehrates der vorherigen Zustimmung des Erweiterten Pr&#228;sidiums, steht in dessen freiem Ermessen und darf allein wissenschaftlichen Zielen dienen.</p>
<p>Wir fragen uns: Warum sollten neben den Tagungsprotokollen nicht auch die Auswertungen des Zuschauerechos, der T&#228;tigkeitsbericht des Intendanten, die Filmf&#246;rderpolitik des Senders oder die Transparenzberichte zu Kooperationen, Sponsoring und Beistellungen der &#214;ffentlichkeit zur Verf&#252;gung stehen? Schlie&#223;lich betreffen all diese Vorg&#228;nge massiv die Interessen der Geb&#252;hrenzahler.</p>
<p>Nat&#252;rlich d&#252;rfen diese Forderungen nicht alleine auf das ZDF abzielen, auch andere &#246;ffentlich-rechtliche Sender und die Landesmedienanstalten – auch hier tagen die Medienr&#228;te zumeist vor verschlossenen T&#252;ren; erfreuliche Ausnahmen sind Mecklenburg-Vorpommern und Bremen – sind gefordert. Vorbild  k&#246;nnte die – zugegeben nur teilweise vergleichbare &#8211; US-Regulierungsbeh&#246;rde FCC sein, deren Sitzungen des obersten Gremiums im Internet &#252;bertragen werden. Zus&#228;tzlich stellt die FCC online Datenbanken zur Verf&#252;gung, die es erm&#246;glichen, z.B. jederzeit Akten zu Lizenzierungsverfahren einzusehen.</p>
<p><strong>Partizipation der Zuschauer erh&#246;hen</strong></p>
<p>Auch ein verst&#228;rktes Mitwirken der Zuschauer am Programm tr&#228;gt zu mehr Transparenz und &#214;ffentlichkeit bei. Ausgerechnet unsere kleineren europ&#228;ischen Nachbarn machen uns vor, wie man ein lineares Programm zeitgem&#228;&#223; und innovativ gestalten kann. Seit 2008 f&#252;hrt der &#246;ffentlich-rechtliche Kanal Ned3 in den Niederlanden das Projekt „TV Lab“ durch, bei dem eine Woche lang v&#246;llig neue Formate gezeigt wurden, die von den Zuschauerinnen und Zuschauern selbst bewertet werden.</p>
<p>In Deutschland wagte bislang nur der WDR 2006 ein &#228;hnliches, f&#252;r das Fernsehen fast schon radikales Experiment.  Das ZDF scheint dies erkannt zu haben und ist Teil eines Programmlabs im Rahmen der Europ&#228;ischen Rundfunkunion im Sommer diesen Jahres. &#220;ber ZDF NEO k&#246;nnen die Zuschauer dann Ende August eine Woche lang &#252;ber neue TV-Formate abstimmen. Wir d&#252;rfen schon jetzt sehr gespannt sein.</p>
<p>Eine weitere Option f&#252;r eine st&#228;rkere Partizipation der Zuschauerinnen und Zuschauer k&#246;nnen <strong>Creative-Commons-Lizenzen</strong> sein, die in verschiedenen Rechtsformen und Ausf&#252;hrungen die M&#246;glichkeit bieten, Inhalte der Sender auf eigenen Plattformen wie Blogs oder Profilen in sozialen Netzwerken zu verwenden. Auch in dieser Hinsicht zeichnet sich gerade bei den &#246;ffentlich-rechtlichen Sendern endlich Bewegung ab. Waren es lange Zeit nur die beiden NDR-Programme ZAPP und EXTRA 3 die ihre Inhalte teilweise auch zum „Remixen“ zur Ver&#252;gung stellten, zogen andere Sendungen, wie das Magazin „Quer“ des Bayerischen Rundfunks, inzwischen nach. Geradezu anbieten f&#252;r solch offene Lizenzen w&#252;rde sich z.B. der innovative ZDF-Krimi „Wer rettet Dina Foxx?“, der sich gr&#246;&#223;tenteils im Internet abspielt.</p>
<p>Auch im Netz bewegt sich hier einiges: Vorreiter ist, wen wundert es, da in Frankreich keine so strengen Vorgaben bez&#252;glich der Online Pr&#228;senz der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender vorliegen, ARTE France. So feierte deren Webserie „60 Seconds“ vor kurzem nicht etwa im TV Premiere, sondern auf dem sozialen Netzwerk <strong>Facebook</strong>.</p>
<p>Von diesen Innovationen profitiert auch Arte Deutschland. Das Vorzeigeprojekt hei&#223;t „ARTE Creativ-Plattform“ und ist ein internationales, redaktionell betreutes und interaktives Netzwerk f&#252;r K&#252;nstler und Kulturproduzenten. Die Plattform versucht verschiedenste kreative Felder von der Fotografie &#252;ber Street Art und New Media, bis hin zu Grafik-, Produkt- und Webdesign abzudecken. Zusammen mit der Community will die Redaktion neue Formate an der Schnittstelle Web/TV entwickeln.</p>
<p>Auch spannend: Der vom „Kleinen Fernsehspiel“ des ZDF initiierte Online-Wettbwerb „Body Bits“, der sich an Nachwuchsregisseure richtet und dessen Ergebnis nachts im Hauptprogramm und auf ZDF-Kultur zu sehen sind. Nicht zu vergessen das Team um den „Elektrischen Reporter“ Mario Sixtus: Dieser entwickelt mit seinem Team f&#252;r das ZDF im Netz derzeit neue Sendeformate, die sich mit netzpolitischen Themen besch&#228;ftigen. Die damit verbundene Idee: Die Ergebnisse dieser Experimente werden nicht zuerst der zust&#228;ndigen Redaktion, sondern der Netz&#246;ffentlichkeit zum Feedback angeboten.</p>
<p><strong>Beschweren aber wie???</strong></p>
<p>Last but not least darf nat&#252;rlich das klassische Feedbackinstrument der Fernsehsender nicht fehlen: Die gute alte Programmbeschwerde, die sich jedoch ganz schnell als „B&#252;rokratiemonster“ entpuppt, auch wenn die Beschwerde selbst bereits seit l&#228;ngerem online; beim ZDF unter <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=585#c892">http://www.unternehmen.zdf.de/index.php?id=585#c892</a> eingereicht werden kann.</p>
<p>Das f&#228;ngt schon einmal damit an, dass eine Beschwerde nicht gleich eine Beschwerde ist. Von Anfragen oder Kritik allgemeiner Art sind Beschwerden &#252;ber das Programm des ZDF zu unterscheiden, in denen die Verletzung von Programmgrunds&#228;tzen vermutet wird. Hier wird der Fernsehrat in einem f&#246;rmlichen Beschwerdeverfahren t&#228;tig.</p>
<p>Das mehrstufige Verfahren &#8211; der Vorsitzende des Fernsehrates leitet die Beschwerde zun&#228;chst an den Intendanten zur Stellungnahme weiter, ist der Beschwerdef&#252;hrer nicht zufrieden geht der Vorgang weiter an den Programmausschuss des Fernsehrates und schlie&#223;lich an das Plenum &#8211; ist einerseits zwar eine Referenz f&#252;r gro&#223;e Sorgfalt, erscheint aber angesichts der netzbasierten Kommunikationsm&#246;glichkeiten arg anachronistisch.</p>
<p>Gleiches gilt f&#252;r die m&#246;glichen Konsequenzen, denn diese sind zumindest nicht vollst&#228;ndig transparent: Bei Rechtsverst&#246;&#223;en kann der Fernsehrat vom Intendanten nach dem geltenden Rundfunkstaatsvertrag verlangen, dass er Beanstandungen des Fernsehrats im Programm ver&#246;ffentlicht. Ansonsten ist keine bestimmte Sanktion in der Beschwerdeordnung festgelegt. &#220;ber geeignete Ma&#223;nahmen wird vielmehr im (unbestimmten) Einzelfall entschieden.</p>
<p>Grunds&#228;tzlich gilt: Das ZDF verf&#252;gt mit seiner Zuschauerredaktion &#252;ber eine gut funktionierende Servicestelle zur Beantwortung von Zuschaueranfragen. Pro Jahr werden dort rund <strong>500.000 Zuschau­eranfragen</strong> schriftlich oder per Telefon beantwortet, zweifellos eine <strong>komplexe Leistung</strong>.</p>
<p>W&#252;nschenswert w&#228;re dennoch ein nach dem Vorbild des BBC Trust Managements vom Sender und Fernsehrat <strong>unabh&#228;ngiger Beschwerdeausschuss</strong>. Dies w&#252;rde gerade den Fernsehrat auch von dem st&#228;ndig drohenden Vorwurf der Parteipolitisierung befreien, der auch einen immensen Druck f&#252;r die Parteienvertreter bedeutet, wie gerade die j&#252;ngsten Vorg&#228;nge um die vom Fernsehrat ausgesprochene Ermahnung der Frontal 21 Redaktion zeigt.</p>
<p>Die <strong>Spruchpraxis</strong> des Beschwerdeausschusses sollte nach dem Vorbild des Deutschen Presserates im Internet <strong>ver&#246;ffentlicht</strong> werden, verbunden mit einer juristischen Aufkl&#228;rung, damit die Zuschauer die im Detail nicht so einfach zu verstehenden Programmgrunds&#228;tze besser nachvollziehen k&#246;nnen. Ein weiteres Element sollte von der BBC &#252;bernommen werden: Dort trifft sich das so genannte „BBC Complaints Management Board of senior Executives“ einmal im Monat, um zu &#252;berpr&#252;fen, dass Erkenntnisse aus den Beschwerden in die Redaktions- und Managementprozesse der BBC auch wirklich einflie&#223;en.</p>
<p>Flexibel und abrufbar statt langwierig und linear sollten Programmbeschwerden im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk zuk&#252;nftig gehandhabt werden. <strong>„Flexibel und abrufbar“ gilt auch f&#252;r das Programm</strong>, doch hierf&#252;r reicht der gute Wille der Sender selbst nicht aus. Die Politik muss sich im komplizierten Einklang mit Br&#252;ssel bewegen und entsprechende staatsvertragliche &#196;nderungen herbeif&#252;hren, damit Internet und TV auch „im Regelbetrieb“ noch besser verschmelzen k&#246;nnen.</p>
<p>Am 9. Juni l&#228;dt die Heinrich B&#246;ll Stiftung &#8211; passend zum Thema dieses Textes &#8211; zur Diskussion &#8220;<a href="http://www.dimbb.de/index.php?view=details&amp;id=91%3Asubtil-21-wird-politik-zum-oeffentlich-rechtlichen-programmgestalter&amp;option=com_eventlist">Subtil 21. Wird Politik zum &#246;ffentlich-rechtlichen Programmgestalter?</a>&#8220;.<br />
<em> Cem &#214;zdemir ist Bundesvorsitzender von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und Mitglied des ZDF-Fernsehrats.</em></p>
<p><em>Oliver Passek ist Sprecher der Bundesarbeitsgemeinschaft Medien- und Netzpolitik von B&#252;ndnis 90/Die Gr&#252;nen und Mitglied des ZDF Fernsehrats.</em>
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		<title>ZDF-Intendanz: &#8220;Ich bin dieser Gegenkandidat&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 16 May 2011 10:43:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Vera Bunse</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Agenda]]></category>
		<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Bellut]]></category>
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		<category><![CDATA[Seidl]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einem Bewerbungsschreiben in der FAZ bewirbt sich Claudius Seidl als Mitbewerber von Thomas Bellut. Anscheinend war keine andere M&#246;glichkeit vorgesehen, um das Handtuch in den Ring zu werfen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Eine ziemlich <a href="http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc~E8E803EE631E341CD827CF0E425648236~ATpl~Ecommon~Scontent.html">ungew&#246;hnliche Methode</a>, sich als ZDF-Intendant zu empfehlen, hat <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claudius_Seidl">Claudius Seidl</a> da gew&#228;hlt &#8211; wohl der Not gehorchend:</p>
<blockquote><p>[…] habe ich die Homepage abgesucht, die Stellenausschreibung aber nicht gefunden, habe angerufen beim ZDF, wurde von einem Mitarbeiter zum n&#228;chsten weitergestellt, und weil mir aber keiner die Frage beantworten konnte, an wen die Bewerbung zu richten sei, versprach das ZDF, mich zur&#252;ckzurufen, sobald man die Antwort herausgefunden habe.</p>
<p>Niemand hat mich je zur&#252;ckgerufen &#8211; und jetzt hei&#223;t die Nachricht: Thomas Bellut habe keinen Gegenkandidaten.</p></blockquote>
<p>In dem ‚Bewerbungsschreiben‘ finden sich noch weitere unkonventionelle Ideen. Man sagt ja, Frechheit siege.</p>
<p>/th
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		<title>Cem &#214;zdemir: Warum wir einen &#246;ffentlich-rechtlichen Jugendsender brauchen.</title>
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		<pubDate>Thu, 31 Mar 2011 00:16:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
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		<category><![CDATA[ARD]]></category>
		<category><![CDATA[Cem Özdemir]]></category>
		<category><![CDATA[öffentlich-rechtlicher Rundfunk]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Cem &#214;zdemir fordert einen &#246;ffentlich-rechtlichen Jugendsender - mit offenen Redaktionskonferenzen, Creative Commons-Lizenzen und ohne den 'Geburtsfehler' von ZDF Neo.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Helmut Hartung: Herr &#214;zdemir, warum halten Sie einen &#246;ffentlich-rechtlichen Jugendkanal f&#252;r erforderlich?</em></p>
<div id="attachment_39520" class="wp-caption alignleft" style="width: 153px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.47.15.png"><img class="size-full wp-image-39520" title="Bildschirmfoto 2011-03-31 um 01.47.15" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.47.15.png" alt="" width="143" height="190" /></a><p class="wp-caption-text">Cem &#214;zdemir, Bundesvorsitzender der Gr&#252;nen und Mitglied im ZDF-Fernsehrat</p></div>
<p>&#214;zdemir: Die Zukunftsf&#228;higkeit des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks ist eng mit dem Erreichen j&#252;ngerer Zielgruppen verkn&#252;pft. Die Lage ist bereits dramatisch, das ZDF-Hauptprogramm hat einen Alterdurchschnitt von 61 Jahren.</p>
<p>Immerhin haben wir mit NEO jetzt einen Digitalsender, der sich in der Altersgruppe zwischen 25 und 50 Jahren eine stetig wachsende Zuschauerschicht erarbeitet. Auch der KIKA ist in der j&#252;ngsten Zuschauergruppe eine Erfolgsgeschichte.</p>
<p>Es bleibt jedoch eine gewaltige L&#252;cke in der Mitte, bei den 15- bis 25-J&#228;hrigen. Auch diese Altersgruppe m&#252;ssen wir mit einem qualitativ hochwertigen &#246;ffentlich-rechtlichen Programm m&#246;glichst breit erreichen.</p>
<p>Die ARD-H&#246;rfunkwellen machen uns ja vor, dass dies auch gelingen kann. Ansonsten wird die Geb&#252;hrenakzeptanz gerade bei den zuk&#252;nftigen Zahlerinnen und Zahlern weiter sinken. <strong>Nur noch 45 Prozent der 18- bis 29 J&#228;hrigen sprechen sich in repr&#228;sentativen Umfragen f&#252;r den Erhalt des geb&#252;hrenfinanzierten Systems aus</strong>. Das &#246;ffentlich-rechtliche System darf jedoch niemanden ausschlie&#223;en, egal ob alt oder jung, das steht f&#252;r uns Gr&#252;ne im Vordergrund.</p>
<p><em>Ist ein „Jugendkanal“ nicht ein Relikt aus einer analogen Welt?</em></p>
<p>Das sehe ich nicht so. Es kommt auch darauf an, wie so ein Sender technologisch ausgerichtet ist. Es reicht sicherlich nicht aus, einen auf eine reine Rundfunkverbreitung ausgelegten Digitalkanal zu programmieren.</p>
<p>Es sollte sich meiner Meinung ausdr&#252;cklich auch um ein Fernsehangebot auf Basis des Internet-Protokolls handeln. Daf&#252;r m&#252;ssten nat&#252;rlich auch die medienrechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden. Mir schwebt ein audiovisuelles Angebot vor, dass technische, aber auch organisatorische Elemente vom „Deutschlandradio Wissen“ &#252;bernimmt. Also zum einen die multimediale Verbreitung &#252;ber das Netz, z.B. als mehrformatiger Stream in verschiedensten Formaten plus eine umfangreiche auf Podcasts beruhende Bibliothek.</p>
<p>Zum anderen denke ich an Transparenz- und Kooperationsangebote, wie z.B. t&#228;gliche, offene Redaktionskonferenzen.</p>
<p><em>W&#228;re ein st&#228;rkeres Engagement des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks in der digitalen Welt, das vor allem von den Printverlegern kritisiert wird, nicht erfolgversprechender?</em></p>
<p>Richtig, damit ist der Gesamtrahmen angesprochen und das entspricht ja auch der Beschlusslage unserer Partei. Wir wollen das Internet neben Radio und Fernsehen als dritte, gleichberechtigte S&#228;ule im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunksystem verankern.</p>
<p>Zum einen technologisch, dieser Aspekt schlie&#223;t auch das mobile Internet mit ein. Wir brauchen <strong>eigene Applikationen der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender f&#252;r alle g&#228;ngigen Plattformen</strong>, sonst kommen ARD und ZDF in der Medienwelt der jungen Leute demn&#228;chst nicht mehr vor. Zum anderen inhaltlich, gerade hier bietet das Netz riesige Chancen f&#252;r die Inhalte der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender:</p>
<p>Die vorhandenen Inhalte m&#252;ssen der &#214;ffentlichkeit so breit wie m&#246;glich zur Verf&#252;gung gestellt werden. Deshalb fordern wir auch den Ausbau von frei zug&#228;nglichen Archiven mit &#246;ffentlich-rechtlichen Inhalten auf Basis von „<strong>Creative Commons</strong>”-Lizenzen, die eine Weiterverwendung der Inhalte so weit wie m&#246;glich erlauben.</p>
<p><em>Welche Inhalte erwarten </em><em>Sie von einem Jugendkanal?</em></p>
<p>Wir m&#252;ssen vor allem aus dem <strong>Geburtsfehler von NEO</strong> lernen. Hier haben Verleger und Privatrundfunk verhindert, dass auch ein Nachrichtenangebot ausgestrahlt werden kann. Dies ist aber f&#252;r einen Jugendkanal unerl&#228;sslich, gerade in seinem Informationsangebot liegt die St&#228;rke des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks. Aber auch Unterhaltungsangebote sollten integriert werden, deshalb ben&#246;tigen wir rundfunkrechtlich ein Vollprogramm, das jedoch nicht nach linearen Spielregeln ausgerichtet ist, sondern nach der Logik des Netzes aufgebaut ist.</p>
<p>Auch qualitativ hochwertige Computerspiele sollten in diesem Umfeld rechtlich zul&#228;ssig sein. Ansonsten ist es ja nicht so, dass das ZDF keine anspruchsvolle Unterhaltung f&#252;r eine breite, auch j&#252;ngere Zielgruppe bereith&#228;lt: <strong>Die <em>Heute Show</em></strong> oder <em>Pelzig h&#228;lt sich</em> <strong>machen nicht nur mir viel Freude</strong>. Solche Formate w&#252;nsche ich mir auch f&#252;r einen Jugendkanal.</p>
<p><em>Die Ministerpr&#228;sidenten wollen die neue Rundfunkabgabe m&#246;glichst stabil halten. Worauf sollten ARD und ZDF verzichten, um einen solchen Kanal zu finanzieren?</em></p>
<p>Es geht – auch hinsichtlich der Position der EU-Kommission – nur &#252;ber die Umwandlung eines bestehenden Digitalangebots, dessen Budget entsprechend umgeschichtet werden m&#252;sste. Mein Ansatz w&#228;re, auf <strong>digitale Doppelstrukturen bei ARD und ZDF</strong> zu verzichten. Dort, wo es sich um &#228;hnliche Angebote handelt, wie z.B. bei Einsextra und dem ZDF-Infokanal oder bei Eins- Festival und dem ZDF-Kulturkanal, w&#228;re es besser, Gemeinschaftsprogramme anzubieten. Dann w&#228;ren entsprechende Kapazit&#228;ten frei.</p>
<p><em>Eine Arbeitsgruppe der Ministerpr&#228;sidenten denkt &#252;ber eine Reduzierung der Aufgaben nach. Ist Ihr Vorschlag damit nicht chancenlos?</em></p>
<p>Das ist genau der falsche Weg. Um Einsparungen kommt das &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunksystem schon lange nicht mehr herum, doch es kann nicht angehen, das <strong>verfassungsrechtlich vorgegebene Aufgabenspektrum zu verkleinern</strong>.</p>
<p>Gerade die Infragestellung der dritten Programme durch den Chef der s&#228;chsischen Staatskanzlei halte ich f&#252;r geradezu fahrl&#228;ssig. Eine Stabilit&#228;t der Rundfunkgeb&#252;hr ist grunds&#228;tzlich w&#252;nschenswert, aber das Bundesverfassungsgericht hat der Politik hier nur einen geringen Gestaltungsspielraum zugewiesen.</p>
<p>Zur Unabh&#228;ngigkeit des &#246;ffentlich-rechtlichen Systems z&#228;hlt auch die finanzielle, jedoch d&#252;rfen die Verbraucherinnen und Verbraucher nicht &#252;ber Geb&#252;hr belastet werden.</p>
<p><em>Was w&#252;rden Sie &#8211; unabh&#228;ngig vom Jugendkanal &#8211; am Auftrag und Profil des &#246;ffentlichrechtlichen </em><em>Rundfunks ver&#228;ndern?</em></p>
<p>Der Programmauftrag des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks ist klar und pr&#228;zise, da brauchen wir keine politischen &#196;nderungen. Der Informations- und Bildungsauftrag zieht sich als Leitmotiv durch alle Rechtsgrundlagen – auch die grunds&#228;tzliche Einbeziehung von Unterhaltungsangeboten ist entsprechend legitimiert. Zentrale Forderung von uns ist die bereits mehrfach angesprochene Anerkennung des <strong>Internets als gleichberechtigte Plattform </strong>neben Radio und Internet.</p>
<p>Dies muss nat&#252;rlich auch im europ&#228;ischen Kontext durchgesetzt werden. Hier gibt es aber entsprechende Vorbilder, wie die BBC-Digitalangebote oder auch die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender in den Niederlanden zeigen.</p>
<p><em><strong>Sie </strong><strong>fordern zu mehr </strong><strong>Kooperationen mit </strong><strong>Privatsendern auf. </strong><strong>Verwischen solche </strong><strong>Kooperationen </strong><strong>nicht das &#246;ffentlich-rechtliche Profil?</strong></em></p>
<p>Nein, &#246;ffentlich-rechtlicher und privater Rundfunk haben auch gemeinsame Interessen, deshalb gibt es ja auch zu Recht die „Public Value“-Diskussion, die spezifisch auf die gesellschaftliche Verantwortung des Privatfernsehens abzielt. Nehmen Sie z.B. RTL und deren gerade bei j&#252;ngeren Zuschauerinnen und Zuschauern erfolgreiche Nachrichtenprogramme. Hier stehen auch gesellschaftspolitische Aspekte des Eigent&#252;mers im Vordergrund, Bertelsmann positioniert sich ja auch gegen&#252;ber der Politik als verantwortungsbewusstes Unternehmen. Gerade bei globalen Gro&#223;ereignissen, die eher dem Profil der Privatsender entsprechen, aber aufgrund ihrer Bedeutung auch f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender relevant sind – ich denke z.B. an Hochzeiten oder Popkonzerte – ist eine solche Kooperation sehr w&#252;nschenswert.</p>
<p><em>W&#228;re ein Anreizmodell </em><em>f&#252;r mehr Informationsangeboten </em><em>bei privaten Sendern eine Alternative </em><em>zu einem Jugendkanal?</em></p>
<p>Ich bin hier wie auch bei den Kooperationsangeboten grunds&#228;tzlich f&#252;r Vorschl&#228;ge offen. Das duale Rundfunksystem nimmt ja rechtlich auch den Privatrundfunk in vielen Bereichen – wie z.B. beim Jugendmedienschutz oder bei den Informationsangeboten &#8211; ausdr&#252;cklich in die Pflicht, von daher freut es mich, wenn der private Rundfunk selbst solche Vorschl&#228;ge in die Diskussion einbringt.</p>
<p>Dieses Interview stammt aus der aktuellen Ausgabe des medienpolitischen Magazin &#8220;<em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></em>&#8220;. Die Zeitschrift kann hier <a href="http://www.promedia-berlin.de/">abonniert</a> werden.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.57.43.png"><img class="aligncenter size-thumbnail wp-image-39521" title="Bildschirmfoto 2011-03-31 um 01.57.43" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/Bildschirmfoto-2011-03-31-um-01.57.43-85x120.png" alt="" width="85" height="120" /></a></p>
<p>Ebenfalls zu dem Thema auf <em>Carta</em>: <a href="http://carta.info/39189/leistungsschutzrecht-publizistische-vielfaltsfoerderung-geht-anders/">Tabea R&#246;ssner: Leistungsschutzrecht:</a> <a href="http://carta.info/39189/leistungsschutzrecht-publizistische-vielfaltsfoerderung-geht-anders/">Publizistische Vielfaltsf&#246;rderung geht anders</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=39519&amp;md5=f735a1d3d8f6c5859d66efe25a258e37" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>GEZ f&#252;r alle</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Mar 2011 23:26:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai-Hinrich Renner</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Konvergenzmedium Internet gibt es keinen Rundfunk und keinen vern&#252;nftigen Grund mehr, warum nur die Informationsangebote von ARD und ZDF unterst&#252;tzt werden sollten. Pl&#228;doyer f&#252;r eine Neuverteilung der Rundfunkabgabe.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die staatliche Filmf&#246;rderung ist etabliert und erfolgreich. Eine generelle F&#246;rderung f&#252;r Medien gibt es aber nicht. Die mediale Grundversorgung sichert der Staat stattdessen mithilfe der Rundfunkgeb&#252;hren, die ausschlie&#223;lich an die &#246;ffentlich-rechtlichen Anstalten gehen.</p>
<p>In Zeiten, da ARD und ZDF ihr Angebot ins Internet ausweiten und Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen die Anzeigenm&#228;rkte wegbrechen, muss die Frage erlaubt sein, ob die Geb&#252;hren nicht breiter verteilt werden sollten.</p>
<p>Zwar sind praktisch auch alle Print-Medien im Internet vertreten.Doch die allerwenigsten dieser Online-Angebote sind profitabel. Das liegt daran, dass die Verlage es vers&#228;umt haben, f&#252;r ihre Internetauftritte Geld zu verlangen. Nun, nach mehr als 16 Jahren – <em>Spiegel Online </em>ging im Oktober 1994 als erstes deutsches journalistisches Angebot ins Netz –, sind die meisten User nicht bereit, f&#252;r Online-Informationen zu zahlen.</p>
<p>Hinzu kommt, dass die Internetwerbeerl&#246;se weit unter denen der gedruckten Ausgaben liegen. Da im Netz prinzipiell auf jeder Website geworben werden kann, ist die Konkurrenz unter den Anbietern von Werbefl&#228;chen um ein Vielfaches gr&#246;sser als in der Offline-Welt.</p>
<p>Angesichts dieser f&#252;r etablierte Medienunternehmen<strong> h&#246;chst unerfreulichen Situation</strong> stellt sich die Frage, wie Journalismus k&#252;nftig finanziert werden soll.</p>
<p>Schenkt man Autoren wie dem amerikanischen Journalistikprofessor Jeff Jarvis Glauben, l&#228;sst sich dieses Problem relativ einfach l&#246;sen: Er empfiehlt Journalisten, sich selbst&#228;ndig zu machen und k&#252;nftig auf einem eigenen, aus Werbeerl&#246;sen finanzierten Online-Portal zu publizieren. Dabei k&#246;nnen Journalisten, die sich bereits einen Namen gemacht haben, mit <strong>meinungsstarken, werbefinanzierten Blogs</strong> durchaus re&#252;ssieren.</p>
<p>Kompliziert wird es, wenn die unabh&#228;ngigen Sites aufw&#228;ndigere Recherchen in Angriff nehmen. Daf&#252;r reichen selbst die Werbeerl&#246;se der vergleichsweise grossen <em>Huffington </em><em>Post </em>nicht aus. Eine Stiftungskultur wie in den USA gibt es in Deutschland aber nicht. Die Frage, wie wir den Journalismus, den wir bisher gewohnt sind, in Zukunft finanzieren wollen, k&#246;nnen Autoren wie Jarvis nicht befriedigend beantworten.</p>
<p>Ob die von einigen Verlagen nun wieder ins Gespr&#228;ch gebrachten <strong>Bezahlinhalte</strong> eine L&#246;sung sind, ist fraglich. Wegen der mangelnden Zahlungsbereitschaft der User liegt die Vermutung nahe, dass sich journalistische Angebote so allenfalls anteilig finanzieren lassen.</p>
<p>Darauf zu hoffen, dass die Verleger bereit sind, ihre publizistischen Aktivit&#228;ten bis in alle Ewigkeit durch Angebote wie etwa Vermarktungsportale <strong>querzusubventionieren</strong>, die mit Journalismus nichts zu tun haben, w&#228;re verwegen. Was, wenn die nachr&#252;ckende Generation eines Verlags in Familienbesitz partout keine Lust hat,die sch&#246;nen Marketingerlo&#246;se in unrentable journalistische Projekte zu stecken?</p>
<div id="attachment_39509" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/gez2.jpg"><img class="size-medium wp-image-39509" title="gez2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/gez2-300x197.jpg" alt="" width="300" height="197" /></a><p class="wp-caption-text">GEZ f&#252;r alle: Wenn also nur noch das Netz der Netzeexistiert, gibt es auch keinen Rundfunk mehr.</p></div>
<p>Bleibt nur noch, <strong>journalistische Inhalte &#252;ber eine Geb&#252;hr zu finanzieren</strong>, der sich eine bestimmte Gruppe oder aber die Gesamtheit der Nutzer nicht entziehen kann. Auf eine solche Geb&#252;hr w&#252;rde letztendlich das von Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen f&#252;r ihre Branche geforderte <strong>Leistungsschutzrecht</strong> hinauslaufen.</p>
<p>Das Leistungsschutzrecht, das den Verlagen vorschwebt, w&#252;rde vor allem zwei Gruppen treffen: zum einen Gewerbetreibende und zum anderen Betreiber von Online-Portalen, die auch nur auszugsweise Inhalte von Print-H&#228;usern auf ihre Sites stellen. Konkret soll der Gesetzgeber es Verlagen erlauben, generell alle Gewerbetreibenden – im Gegensatz zu Privatpersonen – f&#252;r die Nutzung ihrer Inhalte zur Kasse bitten zu d&#252;rfen. Die Regelung, die auch nur eine auszugsweise Online-Wiedergabe von Print-Inhalten verbietet, richtet sich vor allem gegen Angebote wie Google News.</p>
<p>Dennoch d&#252;rfte ein Leistungsschutzrecht den Verlagen in Bezug auf Google News wenig nutzen. Sollte der Internetkonzern f&#252;r diesen Dienst k&#252;nftig Tantiemen an die Verlage abf&#252;hren m&#252;ssen, w&#252;rde er ihn in Deutschland vermutlich schlie&#223;en. Den Print-H&#228;usern w&#228;re damit aber kaum geholfen. Im Gegenteil.</p>
<p>Auch die Bezahlschranke f&#252;r Gewerbetreibende d&#252;rfte sich kaum durchsetzen lassen. Schon jetzt l&#228;uft der einflussreiche Bundesverband der deutschen Industrie Sturm gegen diesen Vorschlag. Obendrein sind nicht wenige Juristen der Meinung, dass er unvereinbar mit dem geltenden Urheberrecht ist. So kann es kaum verwundern,<br />
dass die Bundesregierung das von ihr <strong>offiziell bef&#252;rwortete </strong>Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage nicht gerade als ihr wichtigstes Projekt ansieht.</p>
<div id="attachment_39507" class="wp-caption alignleft" style="width: 209px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/digibest.jpg"><img class="size-medium wp-image-39507" title="digibest" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/digibest-199x300.jpg" alt="" width="199" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Digital ist besser: &quot;Zukunft gestaltet, wer bereit ist auf Kontrolle und Deutungshoheit zu verzichten.&quot;</p></div>
<p>Eine Alternative zum Leistungsschutzrecht w&#228;re die Einf&#252;hrung einer <strong>Flatrate</strong>, sei es als Kultur-Flatrate oder als fakultative Flatrate mit Kontrahierungszwang, unter die dann auch journalistische Angebote fielen. Problematisch<br />
daran ist, dass es gegen eine weitere Medienabgabe erhebliche Vorbehalte in der Bev&#246;lkerung gibt.</p>
<p>Diese Vorbehalte sind nicht unberechtigt. Schon jetzt zahlt jeder deutsche Haushalt 215,76 Euro Rundfunkgeb&#252;hren pro Jahr. So kommen jedes Jahr 7,6 Milliarden Euro zusammen. Das ist nicht eben wenig. Was spr&#228;che eigentlich dagegen, einen Teil dieser Summe journalistischen Angeboten zukommen zu lassen, die nicht von ARD, ZDF oder Deutschlandradio verantwortet werden?</p>
<p>Eine  Neuregelung der Verteilung der Rundfunkgeb&#252;hren ist langfristig unvermeidlich. Beim Internet handelt es sich um ein Konvergenzmedium, in dem alle bisherigen Medien, ob Radio, Fernsehen, Zeitung oder Zeitschrift, aufgehen. <strong>Wenn also nur noch das Netz der Netze</strong> <strong>existiert, gibt es auch keinen Rundfunk mehr</strong>.</p>
<p>Auf den Rundfunk erstreckt sich aber im Wesentlichen der &#246;ffentlich-rechtliche Programmauftrag von ARD, ZDF und Deutschlandradio. Zwar erlaubt der Gesetzgeber ausdr&#252;cklich &#246;ffentlich-rechtliche Online-Portale.</p>
<p>Allerdings m&#252;ssen die Internetangebote der Anstalten einen »Sendungsbezug« haben, wie es im Gesetz hei&#223;t. Was aber, wenn es diesen »Sendungsbezug« in Ermangelung von Rundfunksendungen gar nicht mehr gibt? D&#252;rfen die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender im Internet dann so weitermachen wie bisher? Diese Frage muss irgendwann gekl&#228;rt werden.</p>
<p>Urspr&#252;nglich verdankt der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk seine Existenz dem Mangel an Sendefrequenzen. Um zu verhindern, dass dieses rare Gut in falsche H&#228;nde kommt, vertraute man das Radio und sp&#228;ter auch das Fernsehen Anstalten an, die von gesellschaftlich relevanten Gruppen beaufsichtigt wurden. Als dank der Verkabelung die Zahl der Frequenzen stieg und Privatsender zugelassen wurden, sollten die &#214;ffentlich-Rechtlichen die Grundversorgung<br />
der Bev&#246;lkerung mit relevanten Inhalten gew&#228;hrleisten.</p>
<p><strong>Im Internet ist der Begriff der Grundversorgung allerdings</strong> <strong>denkbar deplatziert</strong>. Relevante und irrelevante Inhalte jeglicher Provenienz findet man dort in H&#252;lle und F&#252;lle. Sollte aber nicht irgendwann ein funktionierendes Finanzierungsmodell f&#252;r rechercheintensiven Journalismus gefunden werden, k&#246;nnte ausgerechnet<br />
er zur Mangelware werden. Dies w&#228;re f&#252;r unser demokratisches Gemeinwesen fatal.</p>
<p>Es gibt keinen vern&#252;nftigen Grund, warum mit &#246;ffentlichen Mitteln nur Informationssendungen &#246;ffentlich-rechtlicher Sender unterst&#252;tzt werden sollten. Nicht von ungef&#228;hr ist die Pressefreiheit ein Grundrecht, das in Artikel f&#252;nf des Grundgesetzes garantiert wird. Bekanntlich werden mit Steuergeldern auch Privattheater und Filmproduktionen privater Produktionsgesellschaften gef&#246;rdert, und das, obwohl es ein der Pressefreiheit vergleichbares Grundrecht f&#252;r Theater und Film in unserer Verfassung nicht gibt.</p>
<div id="attachment_39511" class="wp-caption alignleft" style="width: 309px"><a href="http://de.amiando.com/digitalistbesser.html"><img class="size-full wp-image-39511" title="campus2" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/campus3.png" alt="" width="299" height="251" /></a><p class="wp-caption-text">Lesung am 6. April um 19.30h in Berlin: 15 Carta-Leser k&#246;nnen sich mit Code &quot;Carta 11&quot; bei Amiando anmelden. Auf Banner klicken...</p></div>
<p>Sollten eines Tages tats&#228;chlich auch andere Journalismusangebote als die der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender in den Genuss von Rundfunkgeb&#252;hren kommen, m&#252;ssten f&#252;r die Vergabe der Mittel komplett neue, <strong>politikferne Gremien</strong> geschaffen werden. Die bestehenden Rundfunk- und Verwaltungsr&#228;te der &#246;ffentlich-rechtlichen Sender sind daf&#252;r denkbar ungeeignet.</p>
<p>Zwar sitzen in ihnen nach wie vor Vertreter gesellschaftlich relevanter Gruppen. Tats&#228;chlich werden sie aber von den politischen Parteien dominiert. So gibt es in allen Gremien sogenannte rote und schwarze Freundeskreise,<br />
die das Abstimmungsverhalten der Gremienmitglieder organisieren.</p>
<p>So fand die CSU-Mehrheit des Rundfunkrats des Bayerischen Rundfunks nichts dabei, das CSU-Mitglied Ulrich Wilhelm, das bis zuletzt als Regierungssprecher der unionsgef&#252;hrten Bundesregierung diente, zum neuen Intendanten ihrer Anstalt zu machen. Mit der vom Gesetzgeber geforderten Politikferne von ARD und ZDF ist all dies nur schwer in &#220;bereinstimmung zu bringen.</p>
<p>Derlei Praktiken haben nicht nur das Image der &#214;ffentlich-Rechtlichen besch&#228;digt. Sie sind einer freien und unabh&#228;ngigen Presse auch in keinster Weise zuzumuten. Folglich muss die Politik sich aus den Gremien vollst&#228;ndig zur&#252;ckziehen und unabh&#228;ngigen Medienexperten Platz machen.</p>
<p>Damit allein ist es nicht getan. Wenn an den Rundfunkgeb&#252;hren k&#252;nftig nicht nur &#246;ffentlich-rechtliche, sondern auch private Journalismusangebote partizipieren sollen, muss irgendwo gek&#252;rzt werden. Bereits 2008 hat die Medienwissenschaftlerin Miriam Meckel gefordert, die &#214;ffentlich-Rechtlichen sollten sich im Kern auf Programme beschr&#228;nken, »die der Markt selbst nicht oder <strong>nicht in ausreichender Anzahl</strong> hervorbringt«. Dazu z&#228;hlt sie »hochwertige Nachrichten- und Kulturprogramme, Dokumentationen und Spielfilme«. Mit anderen Worten: Es gibt keinen Grund, warum auch k&#252;nftig noch teure Sportrechte und Unterhaltungssendungen durch Rundfunkgeb&#252;hren finanziert werden sollten.</p>
<p>Eine Neudefinition des Programmauftrags der &#214;ffentlich-Rechtlichen k&#246;nnte die Politik jederzeit beschlie&#223;en. Das Problem ist nur, dass sie daran keinerlei Interesse hat. Das Verh&#228;ltnis zwischen Politikern und Senderhierarchen hat <strong>symbiotischen Charakter</strong>: Die Politik l&#228;sst den Sendern freie Hand, wenn es darum geht, das Programmangebot<br />
auszuweiten. Im Gegenzug achten die von den Parteien dominierten Gremien peinlich darauf, dass bei der Besetzung<br />
von Spitzenpositionen in den Anstalten die politische Farbenlehre eingehalten wird.</p>
<p>Geb&#252;hren f&#252;r rechercheintensiven Journalismus d&#252;rfen aber kein Instrument sein, um jeden notleidenden Verlag<br />
oder Privatsender &#252;ber Wasser zu halten. Eine Geb&#252;hrenfinanzierung journalistischer Angebote jenseits von ARD, ZDF und Deutschlandradio darf einzig dazu dienen, ein Mindestma&#223; an Pluralismus zu gew&#228;hrleisten – und zwar f&#252;r alle Bev&#246;lkerungsschichten.</p>
<p>Ansonsten besteht die Gefahr, dass sich eines Tages nur noch die Medienkonsumenten umfassend informieren k&#246;nnen, die bereit und in der Lage sind, f&#252;r einen anzeigenfreien <em>Spiegel</em> zehn Euro oder gar mehr pro Ausgabe zu zahlen.</p>
<p><em>Der Text &#8220;GEZ f&#252;r alle&#8221; ist eine gek&#252;rzte und leicht editierte Fassung des entsprechenden Kapitels aus dem Buch &#8220;Digital ist besser&#8221; von Kai-Hinrich und Tim Renner. Online-Ver&#246;ffentlichung mit freundlicher Genehmigung von Autoren und Verlag.</em></p>
<p><em><strong>Kai-Hinrich Renner, Tim Renner: Digital ist besser. 246 Seiten, Campus Verlag. <a href="http://www.campus.de/sachbuch/wirtschaft/DIGITAL+IST+BESSER.96978.html">Verlagswebsite</a>. <a href="http://www.amazon.de/gp/product/3593392089/ref=as_li_qf_sp_asin_tl?ie=UTF8&amp;tag=carta-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3593392089">Bei Amazon kaufen</a>.</strong></em></p>
<p><em><strong>Carta pr&#228;sentiert die Buchvorstellung von &#8220;Digital ist besser&#8221; am 6. April in Berlin &#8211; 15 Carta-Leser_innen k&#246;nnen sich <a href="http://de.amiando.com/digitalistbesser.html">hier</a> mit dem Code &#8220;Carta11&#8243; anmelden.</strong></em>
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		<title>&#8220;Das ZDF w&#228;re gut beraten, auf die Champions League zu verzichten&#8221;</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Mar 2011 13:00:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolf-Dieter Ring</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die &#220;bertragung der Champions League hat mit Grundversorgung wenig zu tun, meint Wolf-Dieter Ring, Chef der Bayrischen Landesmedienanstalt. Er legt dem das ZDF nahe, auf den Kauf der Champions League-Rechte zu verzichten. Es drohe ein &#246;ffentlich-rechtliches "Monopol" auf die Ausstrahlung quotentr&#228;chtiger Sportarten.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Dass der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland nicht zu ersetzen ist, belegt derzeit eindringlich die ebenso vielf&#228;ltige wie kompetente Berichterstattung sowohl zur Katastrophe in Japan als auch zum gerade begonnenen Krieg in Libyen. Weder die Qualit&#228;tspresse hierzulande noch das Internet k&#246;nnen die gesellschaftlich wichtige Berichterstattung von ARD und ZDF in diesen und &#228;hnlichen F&#228;llen ersetzen.</p>
<div id="attachment_39375" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/ring_wolf_dieter_gross.jpg"><img class="size-medium wp-image-39375" title="ring_wolf_dieter_gross" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/ring_wolf_dieter_gross-200x300.jpg" alt="" width="200" height="300" /></a><p class="wp-caption-text">Medienw&#228;chter Ring: &quot;Dass es h&#228;ufig mehr um Quote als um Grundversorgung geht, erleben wir in der derzeitigen Diskussion um den beabsichtigten Kauf der Champions League-Senderechte.&quot;</p></div>
<p>Schon gar nicht w&#228;re der private Rundfunk dazu in der Lage, &#252;ber dessen gesellschaftlichen Auftrag erst in der vergangenen Woche auf einer Tagung der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten intensiv diskutiert wurde. Was der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk im Angesicht der aktuellen Krisen leistet, ist Grundversorgung im besten Sinne.</p>
<p>M&#246;glich ist das nur, weil ARD und ZDF j&#228;hrlich &#252;ber acht Mrd. Euro Geb&#252;hrengelder erhalten. Das ist in diesem Zusammenhang nicht zu kritisieren, denn es besteht in der Gesellschaft eine hohe Nachfrage an seri&#246;ser Berichterstattung. Hier sind die Geb&#252;hren sinnvoll investiert. Hier wird f&#252;r jeden Zuschauer sichtbar, warum wir einen &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk brauchen.</p>
<p>Dass das nicht immer so ist, dass es h&#228;ufig mehr um Quote als um Grundversorgung geht, erleben wir in der derzeitigen Diskussion um den beabsichtigten Kauf der Senderechte an der Champions League durch das ZDF. Die UEFA ver&#228;u&#223;ert &#252;ber die Schweizer Sport¬rechteagentur T.E.A.M. die deutschen Fernsehrechte f&#252;r die Champions League zwischen 2012 und 2015.</p>
<p>Heute (22.03.2011) l&#228;uft die Angebotsfrist ab. Experten rechnen dabei mit j&#228;hrlichen Kosten zwischen 45 und 50 Mio. Euro. Nach aktuellem Stand haben das ZDF und Sat.1 Gebote abgegeben. Noch wird die Champions League im Free-TV von Sat.1 &#252;bertragen. Der geplante Kauf der Senderechte an der Champions League durch das ZDF wirft sowohl eine Reihe grunds&#228;tzlicher Fragen im Zusammenhang mit unserer dualen Medienordnung auf als auch spezifische rechtliche Fragen.</p>
<p>Bereits jetzt liegen fast alle Fu&#223;ballrechte im Free-TV beim &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk: Die ARD besitzt die Erstrechte an der Bundesliga, ARD und ZDF halten gemeinsam die Rechte am DFB-Pokal, den Spielen der Nationalmannschaft sowie an Europa- und Weltmeisterschaften. Einzig die Champions League und die Europa League werden von Sat.1 und damit von einem Privatsender &#252;bertragen.</p>
<p>Was f&#252;r den Fu&#223;ball gilt, trifft auf ann&#228;hernd alle quotentr&#228;chtigen Sportarten zu: Bis auf die Free TV-Rechte an der Formel 1 liegen die &#220;bertragungsrechte beim &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk. Dabei sind Finanzgebaren und Argumentation der &#246;ffentlich-rechtlichen Anstalten &#228;u&#223;erst widerspr&#252;chlich: Die ARD hat beispielsweise kein Problem, f&#252;r die Rechte an Boxveranstaltungen des Sauerland-Boxstalles zwischen 2013 und 2015 54 Mio. Euro auszugeben. Gleichzeitig sehen sich ARD und ZDF aber nicht in der Lage, f&#252;r die Leichtathletik-Weltmeisterschaften in S&#252;dkorea (2011) und Russland (2013) zw&#246;lf Mio. Euro zu bezahlen, mit dem Argument, Geb&#252;hrengelder seien nicht dazu da, Sportrechteagenturen die Kassen zu f&#252;llen. Au&#223;erdem sei man aufgefordert, generell im Sportsegment zu sparen.</p>
<p>Interessant wird diese Argumentation, wenn man auf die Rechte an der Champions League zur&#252;ckkommt: Die Fernsehrechte sind n&#228;mlich an die Ausstrahlung von Hinweisen auf die Hauptsponsoren der Champions League gebunden. Derzeit sind dies vor allem Mastercard, Unicredit und Ford. Bez&#252;glich ihrer Ausstrahlung gibt es von der UEFA genaue Vorgaben.</p>
<div id="attachment_39379" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_zdf.jpg"><img class="size-medium wp-image-39379" title="aufmacher_zdf" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/03/aufmacher_zdf-300x199.jpg" alt="" width="300" height="199" /></a><p class="wp-caption-text">ZDF: 10 bis 15 Mio. Euro mehr, um sich von den Sponsorhinweisen freizukaufen?</p></div>
<p>Das Problem f&#252;r das ZDF ist nun, dass der ab 2013 g&#252;ltige 15. Rundfunk&#228;nderungsstaatsvertrag die Sponsorm&#246;glichkeiten f&#252;r den &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk stark beschr&#228;nkt. In § 16 Abs. 6 hei&#223;t es dazu „Sponsoring findet nach 20:00 Uhr (…) nicht statt; dies gilt nicht f&#252;r das Sponsoring der &#220;bertragung von Gro&#223;ereignissen nach § 4 Abs. 2“. Darin werden aber lediglich „Endspiele (…) bei deutscher Beteiligung“ genannt.</p>
<p>Qualifikationsspiele, Gruppenspiele und Endspiele ohne deutsche Beteiligung fallen also nicht darunter. Verbaut ist dem ZDF auch das Schlupfloch, dass es sich beim besagten Sponsoring um ein Ereignissponsoring handelt, das vom Sponsorverbot ausgenommen ist. Denn hier geht es eindeutig um ein Sponsoring der Sendung, durch das die Rechte preisg&#252;nstiger werden. Auch eine m&#246;gliche Argumentation, dass die Sponsorhinweise so mit dem Sendesignal verbunden w&#228;ren, dass sie nicht entfernt werden k&#246;nnten, greift nicht, da die Hinweise vom Lizenznehmer selbst eingef&#252;gt werden.</p>
<p>Angesichts dieser rechtlich sehr eindeutigen Bewertung scheint man beim ZDF dar&#252;ber nachzudenken, sich von der Verpflichtung zur Sendung der Sponsorhinweise freizukaufen. Allerdings sind auch hier die Aussichten &#228;u&#223;erst fragw&#252;rdig. So verlangt der Rundfunkstaatsvertrag in § 8 Abs. 1 ausdr&#252;cklich, dass Sponsorhinweise verpflichtend ausgestrahlt werden m&#252;ssen.</p>
<p>Die Zuschauer sollen so dar&#252;ber informiert werden, dass Dritte an der Finanzierung einer Sendung beteiligt waren. Mindestens ebenso schwer wiegt das Argument, dass ein in diesem Fall deutlich h&#246;herer Preis – Experten sprechen von 10 bis 15 Mio. Euro pro Jahr – dem zwingenden Gebot von Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit des &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunks grob zuwiderl&#228;uft.</p>
<p>Ein privater Anbieter, der keinerlei Problem hat, die Sponsorhinweise zu &#252;bertragen, kann die gleiche Leistung zu einem deutlich g&#252;nstigeren Preis erbringen. Ganz abgesehen davon, dass die Sponsoren ein berechtigtes Interesse daran haben werden, auch in den &#220;bertragungen im deutschen Free-TV zu erscheinen.</p>
<p>Die &#220;bertragung der Champions League hat mit Grundversorgung ebenso wenig zu tun wie die &#220;bertragung von Boxen. Und es ist wohl kaum im Sinne des dualen Mediensystems, wenn der &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunk auf ein Monopol bei der Ausstrahlung quotentr&#228;chtiger Sportarten zusteuert und dabei Randsportarten immer mehr in seiner Berichterstattung ignoriert. So gesehen w&#228;re das ZDF auch jenseits der rechtlichen Problematik gut beraten, auf den Kauf der Senderechte f&#252;r die Champions League zu verzichten und stattdessen wieder Sportarten zu &#252;bertragen, die auf eine Berichterstattung im &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk angewiesen sind.</p>
<p><em>Der Autor Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring ist Pr&#228;sident der Bayerischen Landeszentrale f&#252;r neue Medien und sachverst&#228;ndiges Mitglied der Enquete-Kommission des Bundestages &#8220;Internet und digitale Gesellschaft&#8221;. </em>
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		<item>
		<title>Betr. Erdbebenkatastrophe als geschmackloses ZDF-&#8217;Musikvideo&#8217;</title>
		<link>http://carta.info/39074/betr-erdbebenkatastrophe-als-geschmackloses-zdf-musikvideo/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 17:18:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Darf man die Bilder der Katastrophe in Japan &#228;sthetisierend zusammenschneiden? 'Geschmacklos' und 'schockierend', urteilt Martin Oetting.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Martin Oetting hat dem ZDF einen <a href="http://oetting.posterous.com/mein-brief-an-das-zdf-wegen-ihres-unerhorten">Brief</a> zu diesem Video aus dem <em>heute journal </em>vom Samstag geschrieben:</p>
<p><iframe title="YouTube video player" width="600" height="368" src="http://www.youtube.com/embed/6Wqv6S26sCM" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<blockquote><p>Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>ich muss Ihnen sagen, dass mich Ihr geschmackloses &#8220;Musikvideo&#8221; zur Flut-, Erdbeben- und Atomkatastrophe wirklich verst&#246;rt hat.</p>
<p>Dass Sie nicht davor zur&#252;ckschrecken, diese schlimmen Bilder zum Rhythmus von Musik zu schneiden, also daraus sozusagen eine Unterhaltungsshow zu formen, ist aus meiner Sicht schockierend. Ich wei&#223; nicht, was in Ihre Redakteure gefahren ist. Und ich hoffe, dass ich so etwas in Ihrem Programm nie wieder sehen muss.</p>
<p>Ihr Programm einfach nicht mehr anzusehen, ist vermutlich das beste Mittel daf&#252;r.</p>
<p>Mit m&#252;hsam freundlichen Gr&#252;&#223;en,</p>
<p>Martin Oetting</p></blockquote>
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<a href="http://carta.info/39074/betr-erdbebenkatastrophe-als-geschmackloses-zdf-musikvideo/">Betr. Erdbebenkatastrophe als geschmackloses ZDF-&#8217;Musikvideo&#8217;</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/39074/betr-erdbebenkatastrophe-als-geschmackloses-zdf-musikvideo/#comments">76 comments</a>
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		<title>ARD &amp; Co.: Die vorhersehbare Talkshow</title>
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		<pubDate>Thu, 06 Jan 2011 10:55:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In diesem Jahr werden die &#246;ffentlich-rechtlichen Sender fast jeden Abend eine Talkshow von Senioren f&#252;r Senioren senden. Nur samstags, da kommen die lustigen Rate-Sendungen f&#252;r Kinder. Warum die ARD ein gewaltiges Nachwuchsproblem hat... ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Beim deutschen Fernsehen gibt es einen extrem kleinen Adress-Zettelkasten. Ehrlich! Diesen Zettelkasten leihen sich die 25 Talkshow-Redaktionen reihum und ziehen daraus ihre 6 aus 49 Kandidaten. Mehr als 49 G&#228;stenamen passen leider nicht in das K&#228;stchen.</p>
<p>Ausgetauscht werden die 49 Namen nur einmal im Jahrzehnt. 1980, 1990, 2000 und 2010 wurde der Austausch aber versehentlich vergessen. Deshalb dominieren Heiner Gei&#223;ler und Heinz Olaf Henkel noch immer die <a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/die-meisteingeladenen-talkshowg-ste-2010_100032270.html">Hitlisten</a> der Talkshow-G&#228;ste.</p>
<p>Hergestellt wurde der Zettelkasten nach Auskunft der Landesmedienanstalten vom Bastelkreis des Baden-Badener Seniorenstifts w&#228;hrend des Ersten Weltkriegs. Die Karteik&#228;rtchen sind deshalb noch alle in S&#252;tterlinschrift gehalten. Und diese Schrift k&#246;nnen nur die <a href="http://www.welt.de/fernsehen/article7991201/Der-Wechsel-bereitet-Jauch-auf-die-Altersrolle-vor.html">alten</a> Redakteure lesen.</p>
<p>Junge, unbekannte Leute werden vom deutschen Fernsehen <a href="http://www.stern.de/kultur/tv/medien-kolumne-zur-ard-programmreform-das-erste-im-talkshow-wahn-1629735.html">&#228;u&#223;erst</a> <a href="http://www.turi2.de/2011/01/04/heute2-zdf-chefredakteur-frey-kritisiert-ard-talkshow-flut-10302884/">ungern</a> in Talk-Shows eingeladen. Denn unbekannte junge Leute kennt ja niemand &#8211; sonst w&#228;ren sie nicht so unbekannt. Unbekannte junge Leute, die keinerlei Talkshow-Erfahrung haben, sind au&#223;erdem gar nicht talkshow-erfahren&#8230;</p>
<p>Da die deutschen Fernsehanstalten (wie der ehemalige <a href="http://www.ahrweiler.city-map.de/02014400/dokumentationsstaette-regierungsbunker-ahrweiler">Regierungsbunker</a> im Ahrtal) mit allem ausgestattet sind, was Menschen so brauchen, wenn sie ohne Kontakt zur Au&#223;enwelt &#252;berleben wollen, verlassen auch die Talent-Scouts des deutschen Fernsehens nur in Notf&#228;llen das Betriebsgel&#228;nde, um in den St&#228;dten und D&#246;rfern des Landes nach redegewandten Menschen Ausschau zu halten. Sorry, das war nat&#252;rlich ein Scherz. Das deutsche Fernsehen hat gar keine Talent-Scouts. Wozu auch?</p>
<p>W&#252;rde man die 49 Talkshow-G&#228;ste des &#246;ffentlich-rechtlichen Fernsehens auf einer Skala von -5 (ganz links) bis +5 (ganz rechts) einordnen, so w&#252;rden sie (mit Ausnahme Lafontaines) maximal -1 bis +2 erreichen. Denn die deutschen Talkshow-Redaktionen m&#246;chten, dass die Menschen, die in aller Herrgottsfr&#252;he aufstehen m&#252;ssen, <em>nach</em> &#8211; und vor allem <em>w&#228;hrend</em>! &#8211; der Sendung gut schlafen k&#246;nnen.</p>
<p>Alle deutschen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kategorie:Talkshow_(Fernsehen)">Talkshows</a> stammen von der gleichen Urmutter ab: vom <em>Internationalen Fr&#252;hschoppen</em> mit vier Journalisten aus f&#252;nf L&#228;ndern. Ge&#228;ndert haben sich seit dieser Zeit vor allem die L&#228;nder. Manche gibt es gar nicht mehr. Deshalb wird es immer schwieriger, G&#228;ste zu finden.</p>
<p>Beim <em>ARD-Presseclub</em> z.B. mussten die Redakteure 30 Jahre lang nach einem linken Wirtschaftsjournalisten suchen, um wenigstens einen Hauch von Ausgewogenheit anbieten zu k&#246;nnen. Da die Redakteure aber trotz des intensiven Studiums aller vier abonnierten Tageszeitungen (<em>FAZ</em>, <em>Welt</em>, <em>S&#252;ddeutsche</em>, <em>Handelsblatt</em>) nirgends im Lande f&#252;ndig wurden, mussten sie 30 Jahre lang auf einen freischaffenden <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Peter_Zudeick">Pullovertr&#228;ger</a> aus dem H&#246;rfunk und einen <span style="text-decoration: line-through;">linken</span> sozialdemokratischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_Hickel">Wirtschaftsprofessor</a> aus Bremen zur&#252;ckgreifen.</p>
<p>Bei den amerikanischen Journalisten war es noch schlimmer. Aus Mangel an Deutsch sprechenden Amerikanern mussten die Redakteure seit dem preu&#223;isch-deutschen Krieg von 1866 ohne Unterbrechung auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Don_F._Jordan">Don F. Jordan</a> zur&#252;ckgreifen, der es wie kein zweiter verstand (Kunstst&#252;ck, es gab ja keinen zweiten!), die Einsch&#228;tzungen der US-Botschaft &#252;ber deutsche Politik(er) ins deutsche Fernsehen zu bringen. Don F. Jordan ist noch immer aktiv. Bei welchen <span style="text-decoration: line-through;">Gro&#223;banken</span> Zeitungen er geschrieben hat, entzieht sich dem deutschen Fernsehen allerdings bis heute.</p>
<p>Erw&#228;hnt werden soll zum Abschluss noch die &#228;u&#223;erst kluge Sandra Maischberger mit ihrer sehenswerten <span style="text-decoration: line-through;">Kalkshow</span> Talkshow „3 nach 90“. Zwar haben ihre Lieblingsg&#228;ste Norbert Bl&#252;m, Hans-Jochen Vogel, Hans-Dietrich Genscher, Arnulf Baring, Kurt Biedenkopf und Gregor Gysi bei der ARD noch nicht das Bleiberecht als Talkshow-Einrichtungsgegenstand erk&#228;mpft, aber sie werden auch im n&#228;chsten Jahrhundert ganz sicher wieder dabei sein.</p>
<p>Bis dahin freuen wir uns auf spannende Diskussionen mit Peter Scholl-Latour (86), Richard von Weizs&#228;cker (90), Helmut Schmidt (92) und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Johannes_Heesters">Joopi Heesters</a> (107). Geplantes Thema: Wo bleibt der Nachwuchs? Schaffen die gesellschaftlichen Institutionen einen Generationenwechsel?</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/ard-co-die-vorhersehbare-talkshow/">Crosspost vom Magazin der Autoren</a></em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37085&amp;md5=8b92b8508091078b1db89135896ecb6b" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Versteckte Werbung? ZDF verhindert Ver&#246;ffentlichung von Lafer-Dokumenten</title>
		<link>http://carta.info/35928/zdf-verhindert-veroeffentlichung-von-lafer-dokumenten/</link>
		<comments>http://carta.info/35928/zdf-verhindert-veroeffentlichung-von-lafer-dokumenten/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 24 Nov 2010 17:58:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Johann Lafer]]></category>
		<category><![CDATA[ZDF]]></category>

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		<description><![CDATA[Das ZDF erlaubt mir nicht, Screenshots und Tonaufnahmen der Sendung „Lafer! Lichter! Lecker!“ in diesem Blog zu ver&#246;ffentlichen. Die Dokumente zeigen, wie bestimmte Produkte in der Sendung vorkamen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man k&#246;nne die Ver&#246;ffentlichung der Screenshots und Tondateien &#8220;aus urheberrechtlichen Gr&#252;nden […] nicht gestatten&#8221;, so ZDF-Sprecher Walter Kehr. Auf den Screenshots ist zu sehen, wie in zwei Folgen der Sendung vom 21. August und vom 17. Juli eine K&#252;chenmaschine des Typs &#8220;Cooking Chef&#8221; des Herstellers Kenwood eingesetzt wird. In der Sendung vom 21. August war <a href="http://www.newsclick.de/index.jsp/menuid/2165/artid/4989640" target="_blank">Richterin Barbara Salesch zu Gast.</a></p>
<p><a href="http://www.public-star.de/daten/PM_Johann%20Lafer.pdf" target="_blank">Lafer ist &#8220;Kenwood Markentestimonial&#8221;</a>, wie die Agentur Deutscher Pressestern Public Star schreibt.  <a href="http://image02.otto.de/pool/formatpdf/3697901.pdf?ww" target="_blank">Hier</a> nennt Kenwood Lafer &#8220;Kenwood Markenbotschafter&#8221;. Die Einf&#252;hrung der Kenwood-K&#252;chenmaschine fand am 14. April in Lafers Stromburg statt. Dabei waren auch &#8220;Pressevertreter&#8221;, wie in <a href="http://www.kenwood-kochschulen.de/images/lebensart04.pdf" target="_blank">dieser</a> Ver&#246;ffentlichung von Kenwood nachzulesen ist.</p>
<p>Mir liegt auch eine Tondatei einer Sendung vom 9. Mai 2009 vor. In der Sendung waren die wegen Schleichwerbung f&#252;r einige Zeit vom Bildschirm verbannte Moderatorin <a href="http://fernsehgarten.zdf.de/ZDFde/inhalt/0/0,1872,7511968,00.html" target="_blank">Andrea Kiewel</a> und der Moderator Waldemar Hartmann, der im NDR-Medienmagazin ZAPP bereits wegen seines Engagements f&#252;r die Biermarke Paulaner Thema war, zu Gast. In der Folge entspann sich folgender Dialog:</p>
<blockquote><p>Johann Lafer: &#8220;Das ist jetzt hier Creme fraiche und ein sogenannter Ananas-Curry-Senf.&#8221;</p>
<p>Publikum: &#8220;Ui.&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Jo, <strong>Ananas-Curry-Senf, super lecker!</strong> Und daraus machen wir jetzt unser Tatar.&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Wie macht man denn Ananas-Curry-Senf?&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Den gibt’s so zu kaufen.&#8221;</p>
<p><em>Waldemar Hartmann und das Publikum lachen</em></p>
<p>Waldemar Hartmann: &#8220;Gibt’s geriebenen Ingwer auch!&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Warum machst du den denn dann?&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Weil ich den selber gemacht hab.&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Wie macht man denn Ananas-Curry?&#8221;</p>
<p>Johann Lafer: &#8220;Ja einfach Senfk&#246;rner mit Ananas vermahlen.&#8221;</p>
<p>Horst Lichter: &#8220;Also eine ganze Ananas und ein Senfkorn?&#8221;</p></blockquote>
<p>Lafer verkaufte bis mindestens zum ‎21. ‎September ‎ &#8220;Fruchtsenf Ananas-Curry&#8221; in seinem Internetshop.</p>
<p>Auf einem weiteren Screenshot, den das ZDF nicht ver&#246;ffentlicht wissen will, steht am Ende der Sendung neben Lafer eine Weinflasche, auf der deutlich der Name des Weinguts Diel zu lesen ist. <a href="http://www.schlossgut-diel.com/german/200jahr/koeche.htm" target="_blank">Bei Diel war Lafer mal Gastkoch</a>. Die Kellerei wiederum <a href="http://www.schlossgut-diel.com/german/presse.htm" target="_blank">erw&#228;hnt</a> auf ihrer Homepage Lafers-Sternerestaurant. Auf der Internetseite des Schlossguts ist ein Foto zu finden, auf dem sein Inhaber Armin Diel zusammen mit Johann Lafer zu sehen ist &#8211; darunter steht: &#8220;<a href="http://www.schlossgut-diel.com/german/frame-index.htm" target="_blank">Gemeinsam mit Johann Lafer</a> in der Jury zur der Findung der besten Wursttheke Deutschlands&#8221;. Der Seite sowie <a href="http://www.vdp.de/empfehlungen/vdp-preistraeger/" target="_blank">Angaben des Verbandes der Deutschen Pr&#228;dikatsweing&#252;ter</a>, in dessen Pr&#228;sidium Armin Diel sitzt, kann man auch entnehmen, dass der ZDF-Moderator Ulrich Kienzle einmal eine Laudatio auf Armin Diel hielt. In der besagten Sendung war der <strong>Moderator des ZDF-Morgenmagazins Cherno Jobatey zu Gast</strong>, Lafer und Jobatey benutzten einen Standmixer von Kenwood. Dabei war das <strong>Kenwood-Logo zu erkennen</strong>, obwohl die Regeln vorsehen, dass es abgedeckt sein muss.</p>
<p>All die genannen Folgen hat das ZDF vor kurzem aus dem Internet genommen. Auf die Frage, ob die Folgen nach Bekanntwerden meiner Recherchen beim ZDF aus der Mediathek genommen wurden, schrieb mir der ZDF-Sprecher Walter Kehr (fr&#252;here Aussagen in anderen Sachen: &#8220;ich stelle meine Uhr nicht nach Ihrem pers&#246;nlichen  Wohlergehen&#8221;, &#8220;Der Beruf des Redakteurs ist ein Ausbildungsberuf. Sie  machen daraus die Oppong-Show. Mit seri&#246;ser Recherche hat das nichts zu  tun.&#8221;) am Montagmittag:</p>
<blockquote><p>&#8220;Was die vergangene Woche angeht, haben Sie Recht: Wir haben vorsorglich die Folgen von ‚Lafer!Lichter!Lecker!’ aus dem Angebot der Mediathek genommen, die nach Ihrer Darstellung unzul&#228;ssige Produkterw&#228;hnungen enthalten haben k&#246;nnten. Sie m&#246;gen daran erkennen, wie ernst wir solche Hinweise nehmen. Nach eingehender Pr&#252;fung hat sich der Verdacht als unbegr&#252;ndet erwiesen. Deshalb werden die Folgen mit dem heutigen Tag wieder ins Netz gestellt gem&#228;&#223; dem oben genannten Verweildauerkonzept.&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Folgen wurden seit Montag nicht wieder eingestellt. Der stellvertretende ZDF-Sprecher Peter Bogensch&#252;tz teilte mir heute auf Anfrage mit, dass &#8220;die angesprochenen Folgen heute wieder in der Mediathek eingestellt sind&#8221;. Dies trifft aber nicht zu. Die Folgen vom 9. Mai 2009 bis zum 17. April 2010 mit Ausnahme der Sendung vom 23. Mai 2009 sowie die Folgen vom 16. Juni 2010 bis zum 28. August 2010 sind nach wie vor herausgenommen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35928&amp;md5=08b1074cf413601fbf041fb6aa0e619d" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Bundesverwaltungsgericht erkl&#228;rt Computer zum Rundfunkempfangsger&#228;t</title>
		<link>http://carta.info/35500/bundesverwaltungsgericht-definiert-computer-zum-rundfunkempfangsgeraet/</link>
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		<pubDate>Thu, 28 Oct 2010 13:07:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
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		<category><![CDATA[PC-Gebühr]]></category>
		<category><![CDATA[Rundfunkgebühr]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Bundesverwaltungsgericht Leipzig hat sein Urteil zur PC-Geb&#252;hr um eine Woche sp&#228;ter gesprochen, um dann die Sender in ihrer Auffassung sowie die Ministerpr&#228;sidenten nach ihrer Jahreskonferenz in ihrem neuen Rundfunkbeitragsmodell zu best&#228;tigen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e6bd987b47764cc0b3c1c7c3bc60256d" alt="" width="1" height="1" />Das  Bundesverwaltungsgericht in Leipzig wolle am 20. Oktober dar&#252;ber  entscheiden, ob f&#252;r die Nutzung eines Internet-PCs Rundfunkgeb&#252;hren zu  bezahlen sind, meldet die <em><a href="http://funkkorrespondenz.kim-info.de/artikel.php?pos=Politik&amp;nr=8058">Funkkorrespondenz</a></em> vor 11 Wochen. F&#252;r den 20. Oktober sei die m&#252;ndliche Verhandlung angesetzt, ein Urteil solle im Anschluss gesprochen werden.</p>
<p>Am  21. Oktober trafen sich jedoch die Ministerpr&#228;sidenten in Magdeburg, um  das neue Geb&#252;hrenmodell zu diskutieren und zu entscheiden. Und so zog  das Gericht es vor, die Urteilsverk&#252;ndung um eine Woche <a href="http://www.digitalfernsehen.de/Entscheidung-zu-TV-Gebuehren-fuer-Internet-PCs-vertagt.41001.0.html">zu verschieben</a>.</p>
<p>„Computer sind weiterhin rundfunkgeb&#252;hrenpflichtig, unabh&#228;ngig von Verwendungs- und Nutzungsabsicht ihrer Besitzer“, schreibt<em> <a href="http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article10575177/Richter-bestaetigen-Rundfunkgebuehr-fuer-Computer.html">DIE WELT</a></em>.  Der 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts zu Leipzig „hat die  Revisionen von drei Kl&#228;gern, einem Anwalt und zwei Studenten gegen  abschl&#228;gige Urteile der Vorinstanzen zur&#252;ckgewiesen“, schildert <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,725554,00.html">Spiegel Online</a></em>.</p>
<p>„Die  Rundfunkanstalten halten die Besitzer von internetf&#228;higen PCs f&#252;r  geb&#252;hrenpflichtig, weil sich mit diesen Ger&#228;ten Sendungen empfangen  lassen, die mit sog. Livestream in das Internet eingespeist werden“, <a href="http://www.bverwg.de/enid/4c9288c0918e00449c4142265195f396,8d6f537365617263685f646973706c6179436f6e7461696e6572092d093133333630093a095f7472636964092d09353737/Pressemitteilungen/Pressemitteilungen_9d.html">stellt</a> der Senat fest. Allerdings wird dieser Livestream von den Sendern  eingestellt und unverschl&#252;sselt angeboten, so dass ein Zugriff f&#252;r jeden  Besitzer eines internettauglichen PC erst dadurch m&#246;glich ist.</p>
<p>Darauf gehen die  Richter jedoch nicht ein. Stattdessen definieren sie den  internetf&#228;higen PC zum Rundfunkempfangsger&#228;t im Sinne des  Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrages. Damit gilt f&#252;r den PC das, was auch f&#252;r  einen Fernseher oder Radio gilt.</p>
<blockquote><p>„Bei internetf&#228;higen PC handelt es sich um  Rundfunkempfangsger&#228;te i.S.d. Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrags. F&#252;r die  Geb&#252;hrenpflicht kommt es nach dessen Regelungen lediglich darauf an, ob  die Ger&#228;te zum Empfang bereit gehalten werden, nicht aber darauf, ob der  Inhaber tats&#228;chlich Radio- bzw. Fernsehsendungen mit dem Rechner  empf&#228;ngt. Ebenso wenig ist es erheblich, ob der PC mit dem Internet  verbunden ist, wenn er technisch nur &#252;berhaupt dazu in der Lage ist.“</p></blockquote>
<p><strong>Auch  wenn damit in die Grundrechte der Kl&#228;ger eingegriffen wird, die den PC  nur aus beruflichen bzw. informatorischen Gr&#252;nden nutzen, sei dies  gerechtfertigt</strong>. „Dieser Eingriff ist jedoch gerechtfertigt durch die &#8211;  ebenfalls verfassungsrechtlich begr&#252;ndete &#8211; Finanzierungsfunktion der  Rundfunkgeb&#252;hren f&#252;r die &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten.“</p>
<p>Allerdings ist die Finanzierung von ARD, ZDF und Deutschlandradio bereits garantiert. W&#228;hrend im privaten Bereich ca. 150.000 „PC-Zahler“  angemeldet sind, kommt man auf fast 33 Mio. Rundfunkgeb&#252;hrenzahler, die  die volle Geb&#252;hr von 17,98 Euro im Monat zahlen. Aus finanzieller Sicht  macht es also keinen Sinn, die wenigen PC-Nutzer, die keinen Rundfunk  empfangen wollen, zur Geb&#252;hrenkasse zu bitten. Bisher war auch kein  Trend zu erkennen, dass Geb&#252;hrenzahler &#252;ber den Verweis auf ihren PC  versucht haben, ihre Geb&#252;hrenzahlungen zu reduzieren. Denn schlie&#223;lich  h&#228;tte man in den letzten Jahren so seine monatlichen Zahlungen von 17,98  Euro auf 5,76 Euro reduzieren k&#246;nnen. Dies ist anscheinend nicht  massenhaft geschehen.</p>
<p>Sicher  kann man auf die Geb&#252;hrengerechtigkeit verweisen:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichheitssatz  des Art. 3 Abs. 1 GG verlangt f&#252;r das Abgabenrecht, dass die  Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und tats&#228;chlich  gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im Belastungserfolg durch  die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens prinzipiell verfehlt,  kann dies die Verfassungswidrigkeit der gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage  nach sich ziehen.“</p></blockquote>
<p><strong>Allerdings ist es im Internet ein leichtes, seine  Angebote nur denjenigen zur Verf&#252;gung zu stellen, die daf&#252;r auch  bezahlen bzw. bezahlt haben</strong>. Doch diesen Weg wollen ARD und ZDF nicht  gehen. Sie wollen so wie auch auf anderen Verbreitungswegen frei  empfangbar sein. Schlie&#223;lich garantiert ihnen dies, dass in Zukunft alle  bezahlen m&#252;ssen. Damit k&#246;nnen sie letztmalig den Geb&#252;hrenzahlerkreis  erweitern. Die entscheidenden Schritte daf&#252;r sind sie in der  Vergangenheit gegangen. Zum einen bieten sie &#252;ber viele der neuen  Verbreitungswege ihre Programme an, wodurch zum anderen viele Ger&#228;te –  unabh&#228;ngig von deren Nutzung &#8211; zu Rundfunkempfangsger&#228;ten definiert  werden k&#246;nnen.</p>
<p><strong>Sie bieten sich frei an  und pr&#228;sentieren die Rechnung im Nachhinein</strong>. Schlie&#223;lich konnten sie  davon ausgehen, dass ihnen die obersten deutsche Gerichte im Nachhinein  beispringen. Das liest sich dann so:</p>
<blockquote><p>„Der Gleichbehandlungsgrundsatz  wird vom Rundfunkgeb&#252;hrenstaatsvertrag ebenfalls nicht verletzt. Zwar  werden insofern ungleiche Sachverhalte gleich behandelt, als die  herk&#246;mmlichen monofunktionalen Rundfunkempfangsger&#228;te mit den  multifunktionalen internetf&#228;higen PCs geb&#252;hrenrechtlich gleich behandelt  werden. Entscheidend f&#252;r die Geb&#252;hrenerhebung ist jedoch nicht die  technische Unterschiedlichkeit der Empfangsger&#228;te, sondern die gleiche  M&#246;glichkeit zum Empfang von Rundfunksendungen durch diese  verschiedenartigen Ger&#228;te.“</p></blockquote>
<p>Wer so argumentiert, wer also auf die  M&#246;glichkeit des Empfangs abstellt, braucht sich mit den realen Problemen  und Grenzen nicht zu besch&#228;ftigen. Schlie&#223;lich halten die Sender weder  genug Kapazit&#228;ten vor, noch ist das „deutsche“ Internet „breit“ genug,  um allen Geb&#252;hrenzahlern gleichzeitig den Empfang eines Livestreams zu  erm&#246;glichen. Dies <a href="http://www.heiko-hilker.de/index.php?option=com_content&amp;view=article&amp;id=634:keine-internet-versorgungssicherheit-deutschlandspiel-beim-zdf-bester-beweis&amp;catid=5:blog&amp;Itemid=4">zeigte sich</a> nicht zuletzt zur Fu&#223;ball-WM. Im Internet gibt es eben noch keine  Versorgungssicherheit. Um so mehr Leute die Angebote nutzen, um so  unsicherer wird die Versorgung.</p>
<p>Das  Gericht verweist zudem auf den Gleichheitssatz aus dem Grundgesetz, aus  dessen Art. 3 Abs. 1 f&#252;r das Abgabenrecht abgeleitet werden kann, „dass  die Geb&#252;hrenpflichtigen durch ein Geb&#252;hrengesetz rechtlich und  tats&#228;chlich gleich belastet werden. Wird die Gleichheit im  Belastungserfolg durch die rechtliche Gestaltung des Erhebungsverfahrens  prinzipiell verfehlt, kann dies die Verfassungswidrigkeit der  gesetzlichen Geb&#252;hrengrundlage nach sich ziehen.“</p>
<p>Allerdings ist es  nicht allein vom Erhebungsverfahren abh&#228;ngig, ob die Gerechtigkeit  durchgesetzt werden kann. Es ist auch eine Frage des Angebots.  Schlie&#223;lich w&#228;re im Falle einer Verschl&#252;sselung weitestgehend  garantiert, dass nur Geb&#252;hrenzahler die Angebote im Netz sowie auf  mobilen Endger&#228;ten auch nutzen k&#246;nnen. (Dass es anders geht, zeigen  andere Sender wie der ORF oder die SRG, die ihre Angebote auch  verschl&#252;sseln.) Der freie terrestrische Empfang sowie &#252;ber Kabel w&#252;rde  dadurch nicht eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>Das  Gericht stellt fest: „Die Rundfunkanstalten k&#246;nnen an der  Geb&#252;hrenpflichtigkeit von internetf&#228;higen PC daher auf Dauer nur  festhalten, wenn diese sich auch tats&#228;chlich durchsetzen l&#228;sst. Insoweit  wird der Gesetzgeber die Entwicklung zu beobachten haben.“ Nun, der  Gesetzgeber hat nicht nur beobachtet, er hat auch schon die  Schlussfolgerungen gezogen. In Zukunft m&#252;ssen alle bezahlen.</p>
<p>Zugespitzt:  Bisher musste man zahlen, wenn man ein Ger&#228;t hatte, das Rundfunk  empfangen konnte. <strong>Ab dem 1. Januar 2013 muss man zahlen, weil man  existiert.</strong></p>
<p>Ulrich Clau&#223; schreibt in der <em><a href="http://www.welt.de/debatte/kommentare/article10568709/GEZ-Urteil-hebelt-die-deutsche-Medienordnung-aus.html">WELT</a></em>:  „Dieses Urteil war allgemein erwartet worden, die Leipziger Richter  konnten gar nicht anders. Alles andere h&#228;tte das deutsche  Rundfunkgeb&#252;hrenmodell in den Grundfesten ersch&#252;ttert.“ Und Michael  Hanfeld konstatiert in der <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub510A2EDA82CA4A8482E6C38BC79C4911/Doc%7EE07DFA420502E4D94BEB744E6F762591F%7EATpl%7EEcommon%7EScontent.html">FAZ</a></em>:  „Niemals werden ARD und ZDF weniger haben denn jetzt, weil sie ihren  „Finanzbedarf“ nur anmelden m&#252;ssen, um an mehr Geld zu kommen. Diesen  Bedarf pr&#252;ft eine unabh&#228;ngige Kommission (Kef) zwar, doch ist in diesem  System schlicht nicht vorgesehen, dass es Stagnation oder sogar einmal  weniger geben k&#246;nnte. Die Bev&#246;lkerung mag schrumpfen, der Anteil der  Erwerbst&#228;tigen nicht weiter wachsen, der Beitrag f&#252;r den  &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk aber steigt und steigt.“</p>
<p>Und wie reagieren ARD und ZDF: Der Vorsitzende der ARD, SWR-Intendant Peter Boudgoust, <a href="http://www.ard.de/intern/presseservice/-/id=8058/nid=8058/did=1653370/12zcfma/index.html">erkl&#228;rte</a>:  „Die Rundfunkanstalten sehen sich in ihrer Rechtsauffassung best&#228;tigt,  dass die derzeit bestehende gesetzliche Regelung rechtm&#228;&#223;ig ist.“  ZDF-Intendant Markus Sch&#228;chter <a href="http://www.unternehmen.zdf.de/uploads/media/ARD_ZDF_Rundfunkgebuehrenpflicht_Urteil_-_2710.pdf">fordert</a> mit Blick auf die Zukunft: „Um Streitigkeiten dieser Art k&#252;nftig aber  ganz zu vermeiden, ist es wichtig, dass die von den  Ministerpr&#228;sidentinnen und Ministerpr&#228;sidenten geplante Reform der  Rundfunkfinanzierung ab Januar 2013 umgesetzt wird.“</p>
<p><strong>Das  neue Modell wird rechtm&#228;&#223;ig sein. Es wird daf&#252;r sorgen, dass  Streitigkeiten dieser Art weiterhin zu Gunsten von ARD und ZDF gel&#246;st  werden</strong>. Es wird aber auch die Legitimation von ARD und ZDF in Frage  stellen: Wieso muss man f&#252;r Rundfunk bezahlen, auch wenn man ihn nicht  nutzt? Wieso sollen die Einnahmen von ARD und ZDF weiter steigen, obwohl  immer weniger diese Programme nutzen? Insoweit sollten die Sender das  Urteil nicht nur als Freibrief sehen und nehmen. Wenn sie von allen Geld  wollen, m&#252;ssen sie auch allen etwas bieten. Doch wieso spielen der  lange Dokumentarfilm, der Animationsfilm (f&#252;r Erwachsene) sowie der  Kurzfilm – um nur drei Beispiele zu nennen &#8211; in ihren Leitlinien keine  Rolle?</p>
<p>Das  Bundesverwaltungsgericht hat drei F&#228;lle entschieden. Es konnte sich  auch nur zu den vorliegenden &#228;u&#223;ern. Doch was wird im Falle eines  Optikunternehmens, dass vor dem Gie&#223;ener Verwaltungsgericht <a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/weiteres-gez-urteil-keine-rundfunkgebuehren-fuer-computer-1.62676">gegen die </a><a href="http://www.sueddeutsche.de/thema/Geb%C3%BChr">Geb&#252;hr</a> geklagt hatte? Das Unternehmen sollte daf&#252;r, dass es, wie die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/rundfunkgebuehren-urteil-zur-pc-abgabe-computernutzer-muessen-weiter-blechen-1.1016651">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> schilderte, in bundesweit 650 Filialen Computer gesch&#228;ftlich nutzt,  j&#228;hrlich fast 45.000 Euro bezahlen. Und dies f&#252;r eine Leistung, die nach  Angaben des Anwalts nicht in Anspruch genommen wurde. Das Gie&#223;ener  Verwaltungsgericht gab dem Unternehmen damals Recht.
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