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	<title>CARTA &#187; Wettbewerb</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Staatsakt ESC</title>
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		<pubDate>Fri, 25 May 2012 10:09:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Menschenrechte]]></category>
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		<description><![CDATA[Der Eurovision Song Contest (ESC) wird inzwischen mit einer Ernsthaftigkeit ausgerichtet, dass man ihn eigentlich boykottieren m&#252;sste. Oder nicht? ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es gibt „gesetzte“ Mannschaften, Lost&#246;pfe, Qualifikationsspiele und Halbfinals – wie bei einer Fu&#223;ball-Europameisterschaft. Es gibt graue Funktion&#228;re, reiche Oligarchen, dubiose Wettb&#252;ros, strenge <a href="http://www.stern.de/kultur/musik/eurovision-song-contest/esc-2012-baku-verschaerft-die-sicherheitsmassnahmen-1831243.html">Sicherheitsma&#223;nahmen</a> und eine wegsehende Europ&#228;ische <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/das-schmutzige-geheimnis-der-eurovision/">Rundfunkunion</a> – wie bei einer Fu&#223;ball-Europameisterschaft. Es werden neue Stadien gebaut und maulende Anwohner vertrieben – wie bei einer Fu&#223;ball-Europameisterschaft. Und es werden vorsorglich Oppositionelle drangsaliert und eingesperrt – wie bei einer Fu&#223;ball-Europameisterschaft. Ja, Herrgottnochmal, warum ruft dann niemand im Westen zum Boykott dieser <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Eurovision_Song_Contest_2012">Veranstaltung</a> auf – wie bei einer Fu&#223;ball-Europameisterschaft?</p>
<p>Wird hier vielleicht mit zweierlei Ma&#223; gemessen?</p>
<p>Es k&#246;nnte z.B. sein, dass dem Westen Aserbaidschan einfach nicht so am Herzen liegt wie die Ukraine. Es k&#246;nnte auch daran liegen, dass Aserbaidschan – Achtung: Verschw&#246;rungstheorie! &#8211; &#252;ber eine Menge Erd&#246;l verf&#252;gt, w&#228;hrend die Ukraine nur die Rohstoffe der anderen durch ihre alten Pipelines leitet. Es k&#246;nnte aber auch sein &#8211; zweite Verschw&#246;rungstheorie! &#8211; dass dem Westen das bunte Glitzerflitter-Tralala schon deshalb gef&#228;llt, weil es von den iranischen Mullahs scharf verurteilt wird. Nat&#252;rlich nicht wegen der massiven Verletzung von Menschenrechten, nein, <a href="http://www.eurovision.de/">der Wettbewerb</a> ist den iranischen Geistlichen einfach nicht&#8230; <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/esc-iran-wirft-aserbaidschan-beleidigung-des-islam-vor-a-834524.html">sittsam genug</a>. Er beleidige den Islam und &#246;ffne das Gastgeberland weiter der westlichen Dekadenz. Sogar ihren Botschafter haben die Perser vor&#252;bergehend aus der Hauptstadt Baku abgezogen.</p>
<p>Ansonsten k&#246;nnen wir an der Punktevergabe wieder ablesen, welche L&#228;nder sich gegenseitig helfen und &#8211; vor allem &#8211; wie beliebt Deutschland nach dem Fiskalpakt ist. Wichtigste Frage: Darf Roman Lob einen Punkt aus Griechenland &#252;berhaupt annehmen?</p>
<p>Stefan Niggemeier, der alte ESC-Fan und leidenschaftliche Lena Meyer-Landrut-<a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/lena-ist-nicht-die-ikone-der-buergerlichkeit/">Interpret</a>, berichtet seit Wochen &#252;ber die merkw&#252;rdigen Vorkommnisse rund um das Weltereignis in seinem <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/keine-guten-nachrichten-aus-baku/">Blog</a>, auch in der <em><a href="http://www.taz.de/Debatte-um-ESC-Berichterstattung-aus-Baku/!93993/">taz</a></em> und nat&#252;rlich bei <em><a href="http://www.spiegel.de/video/bakublog-tv-stefan-niggemeier-bloggt-ueber-den-esc-aus-bakulana-video-1196687.html">Spiegel Online</a></em>. Der Hamburger <em>Jahreszeitenverlag</em> hat sogar ein <a href="http://blog.prinz.de/grand-prix/">„PRINZ Eurovision Song Contest Blog“</a> installiert. Und <a href="http://www.eurovision.de/news/national/ankeengelke137.html">Anke <em>Engel</em>ke</a> ist <em>Gott</em>seidank wieder &#8220;die deutsche Punkte-<em>Fee</em>&#8220;.<strong> </strong></p>
<p>„When the Music dies“ hei&#223;t &#252;brigens die <a href="http://songcontest.ch/2012/Aserbaidschan/video001481">Gesangseinlage</a> des Gastgeberlands Aserbaidschan. Viel Spa&#223;!</p>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=44001&amp;md5=7511c1910a03f82b64615b482dc29e15" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Google, Apple und Facebook – Der Kampf der Internetgiganten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 12:14:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Agenda]]></category>
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		<description><![CDATA[Dominanz, Datenschutz, Zensur und Marktbeherrschung: Die Giganten der Internetwirtschaft &#228;hneln sich strukturell und sollten auch in der Politik strukturell und damit losgel&#246;st von einzelnen Aktivit&#228;ten betrachtet werden. Ein Vortrag zur Versachlichung der Diskussion.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3df62d0e95d249fe8af90d413aa2f567" alt="" width="1" height="1" />In der &#214;ffentlichkeit entsteht mitunter der Eindruck, zwischen Google, Apple und Facebook finde ein Kampf statt. Ich bin dieser These in einem Vortrag nachgegangen und habe die unterschiedlichen Strategien der beteiligten Unternehmen zusammengestellt.</p>
<p>Seit langem verfolge ich die &#246;ffentliche Berichterstattung und m&#246;chte mit dieser Pr&#228;sentation einen <a href="http://carta.info/autor/christoph_kappes/">weiteren Beitrag</a> zur Versachlichung der Diskussion leisten. Das gilt auch f&#252;r kritische Punkte; sie sind bei allen Unternehmen strukturell gleich und sollten auch in der Politik strukturell und damit losgel&#246;st von einzelnen Aktivit&#228;ten betrachtet werden.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/kappes.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-32381" title="kappes" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/kappes-300x228.jpg" alt="" width="300" height="228" /></a>In meinem Vortrag komme ich zu dem Schluss, dass Apple aufgrund seiner Strategie einen Sonderfall darstellt, den man am besten als Qualit&#228;tsf&#252;hrerschaft in einem Nischensegment beschreiben kann. Das wird von mehreren Elementen bestimmt, namentlich von einer vertikalen Integration zwischen Hardware- und Software-Ebenen mit gewissen Lock-In-Mechanismen. Diese Sonderstellung Apples ergibt sich auch aus der Umsatzstruktur, die von Hardware im Bundle mit Software gepr&#228;gt ist, und der Gewinnsituation, die sich auch aus &#252;berdurchschnittlichen Hardware-Margen bei gleichzeitigem Innovationstempo mit neuen Produkten erkl&#228;ren l&#228;sst.</p>
<p>Google und Facebook sind untereinander direkte Wettbewerber, da sie werbefinanzierte Gesch&#228;ftsmodelle haben, die rein software- bzw. dienste-basiert sind. W&#228;hrend Google einen weit besseren Umsatz je Kunde erzielt, steht Facebook in puncto Kundenbindung besser da. Googles Kerngesch&#228;ft ist durch einige Effekte und den Verteilungskampf um Werbeerl&#246;se mit Facebook mittelfristig in Gefahr, w&#228;hrend Facebooks Innovationstempo viele Potentiale zeigt, die Plattform weiter auszubauen. Ich komme zum Ergebnis, dass Google sich in vielen Gesch&#228;ftsfeldern in einem „Mehrfrontenkrieg“ befindet, – vor allem mit Facebook.</p>
<p>Um einen &#220;berblick zu geben, f&#252;hre ich au&#223;erdem eine Vielzahl der aktuellen Diskussions- bzw. Kritikpunkte mit dem Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit auf. Sie sind bei allen drei Unternehmen gleichartig: Auch bei Facebook wird die Dominanz-Diskussion gef&#252;hrt (Sondertarife mit Telkos bei 0.facebook.com) und die Datenschutz-Diskussion um WLAN-Erfassung gibt es auch bei Apple. Auf eine Wertung verzichte ich jedoch weitgehend.</p>
<p>Abschlie&#223;end zeige ich m&#246;gliche weitere Entwicklungen auf und komme zu dem Ergebnis, dass einerseits mittelfristig seri&#246;se Prognosen &#252;ber die Zukunft der derzeit gro&#223;en Player kaum m&#246;glich sind, da der Internetmarkt weiterhin sehr dynamisch ist und stark w&#228;chst. Andererseits gibt es keinen Grund, von einem wirtschaftlichen Niedergang Googles zu sprechen, nur weil es von Facebook und Apple in verschiedenen Gesch&#228;ftsfeldern angegriffen wird.</p>
<div id="__ss_4975802" style="width: 425px;"><strong style="display: block; margin: 12px 0 4px;"><a title="Google, Apple, Facebook - Der Kampf der Internetgiganten (pdf)" href="http://www.slideshare.net/ckfructus/google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten">Google, Apple, Facebook &#8211; Der Kampf der Internetgiganten (pdf)</a></strong><object id="__sse4975802" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=201008kampfgiganten-100815171330-phpapp01&amp;rel=0&amp;stripped_title=google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten" /><param name="name" value="__sse4975802" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse4975802" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=201008kampfgiganten-100815171330-phpapp01&amp;rel=0&amp;stripped_title=google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten" name="__sse4975802" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/ckfructus">Christoph Kappes</a>.</div>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Lesen Sie dazu auch von Christoph Kappes:</em></p>
<ul>
<li><a rel="bookmark" href="../../26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Facebook – Ein Sonderfall im &#214;kosystem des Internets?</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="../../21775/google-bashing/">Google-Bashing: Zur politischen &#214;konomie einer Suchmaschine</a></li>
</ul>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32377&amp;md5=22b5afc1e840d31c882b54e98652a992" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Wieso soll das Netz eigentlich neutral sein? Eine rein &#246;konomische Betrachtung</title>
		<link>http://carta.info/22993/netzneutralitaet-wettbewerb-oekonomie/</link>
		<comments>http://carta.info/22993/netzneutralitaet-wettbewerb-oekonomie/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 15 Feb 2010 16:18:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Ralf Dewenter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[Wettbewerb]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Wettbewerbsrecht und die Interessen der Marktteilnehmer neutralisieren das Missbrauchspotenzial von Verst&#246;&#223;en gegen die Netzneutralit&#228;t. Deshalb muss sie nicht gesetzlich fixiert werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;"><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/331a91dad16842488ec67100b9cd9405" alt="" width="1" height="1" />In der letzten Woche wurde dar&#252;ber <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Netzneutralitaet-Telefonica-bittet-Google-Co-zur-Kasse-924536.html">berichtet</a>, dass der spanische Telekommunikationsdienstleiter und Netzbetreiber Telefónica in Zukunft Content-Provider st&#228;rker zur Kasse bitten m&#246;chte. Die angestrebte Bepreisung betrifft dabei jedoch nicht die Konnektivit&#228;t der Inhalte-Anbieter, sondern insbesondere die Nutzung der Backbone-Netze. Diese Nutzung ist bisher f&#252;r die Inhalte-Anbieter kostenfrei, der entstehende Traffic wird von den Netzbetreibern untereinander be- bzw. verrechnet. Begr&#252;ndet wird diese Forderung mit dem extremen Datenverkehr, den vor allem Suchmaschinen wie Google verursachen. Letztendlich versucht Telefónica mit diesem Vorhaben st&#228;rker an den Einnahmen der Content-Provider zu partizipieren.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Telefónicas Ank&#252;ndigung d&#252;rfte aber nicht nur bei den Inhalte-Anbietern f&#252;r Aufruhr gesorgt haben, sondern ebenso bei den Verfechtern der Netzneutralit&#228;t. Die Bef&#252;rchtungen der Bef&#252;rworter eines neutralen Internet betreffen eine Reihe von Auswirkungen, die eine m&#246;gliche Nicht-Neutralit&#228;t zur Folge haben k&#246;nnte. Angefangen bei einer Benachteiligung von Konkurrenten bzw. einer ungerechtfertigten Diskriminierung bis hin zu einem m&#246;glichen Ausschluss von bestimmten Content stehen dabei alle m&#246;glichen Verhaltensweisen der Netzbetreiber in der Diskussion. Welche Auswirkungen eines nicht-neutralen Netzes sind aber realistisch? Und was ist aus Wettbewerbssicht wirklich zu bef&#252;rchten?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Das Wettbewerbsrecht in Europa deckt Missbrauch ausreichend ab </strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Die Debatte um die Netzneutralit&#228;t, die in den USA schon seit l&#228;ngerer Zeit gef&#252;hrt wird, nimmt nun auch in Europa immer mehr an Fahrt auf. Dabei existieren jedoch aus &#246;konomischer Sicht kaum Argumente, die f&#252;r eine Festschreibung, also Regulierung der Netzneutralit&#228;t sprechen. Dies gilt insbesondere f&#252;r die Europ&#228;ische Union, da das europ&#228;ische und auch das deutsche Wettbewerbsrecht einen umfassenden Schutz der Marktteilnehmer bietet. So ist z.B. das Blockieren von Wettbewerbern durch marktbeherrschende Unternehmen generell untersagt. Ebenso unterliegt eine Diskriminierung, also die ungerechtfertigte unterschiedliche Behandlung bez&#252;glich der Preise oder der Qualit&#228;ten der Missbrauchsaufsicht. Bef&#252;rchtungen also, dass marktbeherrschende Unternehmen Wettbewerber oder andere Anbieter ausschlie&#223;en sind unbegr&#252;ndet. Ebenso unbegr&#252;ndet sind Bef&#252;rchtungen, dass Netzbetreiber bestimmte (etwa kleinere) Content-Anbieter ausbeuten, indem sie von diesen andere Preise f&#252;r den Transport des Traffics verlangen. Diese m&#252;ssen f&#252;r gleiche Leistungen ebenso behandelt werden, wie alle anderen Anbieter.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Komplizierter wird die Analyse, wenn nicht monopolistische oder marktbeherrschende Netzbetreiber und Access-Provider betrachtet werden, sondern im Wettbewerb stehende Unternehmen. Diese unterliegen nicht der Missbrauchsaufsicht und haben daher auch keine Verpflichtung, bestimmte Inhalte zu transportieren. Solange jedoch Wettbewerb zwischen den Netzen herrscht und die Inhalte &#252;ber Konkurrenznetze bereitgestellt werden k&#246;nnen, besteht auch keine Notwendigkeit einer <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Must-carry">Must-Carry-Regel</a>. Auch unterschiedliche Preismodelle geh&#246;ren dann zum normalen wettbewerblichen Verhalten.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>In den meisten F&#228;llen besteht kein Anreiz zur Beschr&#228;nkung des Traffics</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Dar&#252;ber hinaus stellt sich auch die Frage, inwiefern die Netzbetreiber &#252;berhaupt den Anreiz haben, Inhalte-Anbieter von ihrem Netz auszuschlie&#223;en oder wesentlich zu benachteiligen. Da es sich bei den Providern um zweiseitige Plattformen handelt, sind sie in der Regel bestrebt, m&#246;glichst hohe Mengen (also Traffic bzw. Content) zu realisieren, da sie damit tendenziell auch ihre Gewinne maximieren. Ein Ausschluss ist in den seltensten F&#228;llen – am ehesten bei vertikal integrierten Service Providern – profitabel. Wirklich sch&#228;dlich ist ein solcher Ausschluss oder eine Diskriminierung jedoch nur dann, wenn Marktbeherrschung vorliegt – diese F&#228;lle sind jedoch wie bereits erw&#228;hnt durch das Wettbewerbsrecht untersagt oder unterliegen der Missbrauchsaufsicht.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Was die Bepreisung von Google durch Telefónica angeht, so stellt sich also die Frage, ob Google hier gegen&#252;ber anderen Content-Anbietern diskriminiert werden soll und ob Google auf Alternativen zur&#252;ckgreifen kann. Gegen verhandelte Netznutzungsentgelte in einer wettbewerblichen Situation ist auch in diesem Fall nichts zu sagen, wenn keine marktbeherrschende Stellung ausgenutzt wird. Welche Preise sich dann im Einzelnen ergeben, h&#228;ngt von der einzelnen Situation und der Verhandlungsmacht der Gespr&#228;chspartner ab. So k&#246;nnte theoretisch auch ein negativer Preis (also eine Subvention des Contents) resultieren, wenn ein Netzbetreiber auf den entsprechenden Traffic nicht verzichten m&#246;chte oder kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;"><strong>Nicht-Neutralit&#228;t hat vor allem positive Effekte</strong></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Letztendlich sind massive negative Auswirkungen aus &#246;konomischer Sicht entweder nicht zu erwarten oder aber durch das Wettbewerbsrecht abgedeckt. Grunds&#228;tzlich l&#228;sst sich vielmehr feststellen, dass ein Verzicht auf Neutralit&#228;t eine effizientere Nutzung der Netze erlauben w&#252;rde. Eine unterschiedliche Bepreisung unterschiedlicher Dienste (wie VoIP, Email, Online-Gaming, etc.) k&#246;nnte – im Sinne von <em>quality of service</em> – zur L&#246;sung von &#220;berlastproblemen beitragen. Auch eine damit verbundene Preisdifferenzierung w&#228;re grunds&#228;tzlich wohlfahrtssteigernd, wenn dadurch eine Erh&#246;hung der Mengen realisiert werden kann.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und auch wenn die Frage der Innovationswirkungen zu komplex f&#252;r eine abschlie&#223;ende Bewertung ist, bietet Nicht-Neutralit&#228;t zumindest die M&#246;glichkeit der Innovationen am Rand <em>und</em> im Kern des Netzes. Es k&#246;nnen also Innovationen – wie bisher auch geschehen – bez&#252;glich der Applikationen und des Contents geschaffen werden. Dar&#252;ber hinaus k&#246;nnen aber auch Innovationen im Kern des Netzes, die bei Neutralit&#228;t nicht sinnvoll oder einsetzbar w&#228;ren – etwa eine Technologie, die <em>quality of service</em> erm&#246;glicht – geschaffen werden. Diese Neuerungen sind bei Regulierung von Netzneutralit&#228;t aber nicht m&#246;glich. In einem neutralen Internet w&#228;ren derartige Innovationen im Kern des Netzes erst gar nicht m&#246;glich. Wieso soll das Netz also unbedingt neutral sein?</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
<p style="margin-bottom: 0cm;"><em>Ebenfalls zum Thema bei Carta, aber mit kontr&#228;rem Standpunkt: </em></p>
<ul>
<li><em><a href="http://carta.info/21374/petition-fur-einen-offenen-abgaben-und-diskriminierungsfreien-zugang-zu-online-angeboten/">Online-Petition f&#252;r Neutralit&#228;t und Geb&#252;hrenfreiheit des Internets</a></em></li>
<li><em><a rel="bookmark" href="http://carta.info/22720/christian-stoecker-die-vorteile-eines-freien-netzes-ueberwiegen-seine-nachteile/">Christian St&#246;cker: “Die Vorteile eines freien Netzes &#252;berwiegen seine Nachteile”</a></em></li>
</ul>
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<a href="http://carta.info/22993/netzneutralitaet-wettbewerb-oekonomie/">Wieso soll das Netz eigentlich neutral sein? Eine rein &#246;konomische Betrachtung</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/22993/netzneutralitaet-wettbewerb-oekonomie/#comments">23 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=22993&amp;md5=3eb06c900f6c1c4a2439925ccced8bd9" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Koalitionsvertrag: Besserverdienende sind vom Wettbewerb auszunehmen</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Oct 2009 13:00:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Zeilen 3935 bis 3939 des Koalitionsvertrags finden sich folgende Ausf&#252;hrungen:
"Die freiberuflichen Apothekerinnen und Apotheker spielen f&#252;r eine gute Arzneimittelversorgung eine zentrale und wichtige Rolle. Eine &#196;nderung des bestehenden Mehr- und Fremdbesitzverbotes lehnen wir deshalb ab. Wir werden die Ausw&#252;chse beim Versandhandel (Anmerkung: Man k&#246;nnte auch sagen: "den aufkeimenden Wettbewerb") bek&#228;mpfen, indem wir die Abgabe von Arzneimitteln in den sogenannten Pick-up-Stellen verbieten."

Ich finde das wirklich unglaublich: Wis soll man das interpretieren? Wir wollen Wettbewerb bei Post, Bahn und Energie, aber bitte nicht bei unserer eigenen Klientel? Den Postboten kann der Wettbewerb nicht schaden, aber den armen Apothekern nat&#252;rlich schon?

Besserverdienende sind vom Wettbewerb auszunehmen und bed&#252;rfen eines besonderen Schutzes? Sollte das das Verst&#228;ndnis einer liberalen Gesundheitspolitik sein, dann gute Nacht. Eine in der Sache konsistente Politik sieht sicher anders aus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/ee9eb670472e498ca85e2b3c8155688c" alt="" width="1" height="1" />In den Zeilen 3935 bis 3939 des <a href="http://www.cdu.de/doc/pdfc/091024-koalitionsvertrag-cducsu-fdp.pdf">Koalitionsvertrags</a> finden sich folgende Ausf&#252;hrungen:</p>
<p style="padding-left: 30px;">&#8220;Die freiberuflichen Apothekerinnen und Apotheker spielen f&#252;r eine gute Arzneimittelversorgung eine zentrale und wichtige Rolle. Eine &#196;nderung des bestehenden Mehr- und Fremdbesitzverbotes lehnen wir deshalb ab. Wir werden die Ausw&#252;chse beim Versandhandel <em>(Anmerkung: Man k&#246;nnte auch sagen: &#8220;den aufkeimenden Wettbewerb&#8221;)</em> bek&#228;mpfen, indem wir die Abgabe von Arzneimitteln in den sogenannten Pick-up-Stellen verbieten.&#8221;</p>
<p>Ich finde das wirklich unglaublich: Wis soll man das interpretieren? Wir wollen Wettbewerb bei Post, Bahn und Energie, aber bitte nicht bei unserer eigenen Klientel? Den Postboten kann der Wettbewerb nicht schaden, aber den armen Apothekern nat&#252;rlich schon?</p>
<p><strong>Besserverdienende sind vom Wettbewerb auszunehmen und bed&#252;rfen eines besonderen Schutzes?</strong> Sollte das das Verst&#228;ndnis einer liberalen Gesundheitspolitik sein, dann gute Nacht. Eine in der Sache konsistente Politik sieht sicher anders aus.
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		<title>Politisch motivierte Strafen gegen&#252;ber Energieversorgern</title>
		<link>http://carta.info/12054/politisch-motivierte-strafen-gegenueber-energieversorgern/</link>
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		<pubDate>Tue, 21 Jul 2009 10:25:00 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die EU-Kommission hat Strafen in Milliardenh&#246;he gegen Gasversorger verh&#228;ngt. Die Botschaft ist unmissverst&#228;ndlich: wer nicht die politischen W&#252;nsche der Kommission erf&#252;llt, wird drastisch bestraft.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a486466549a2c3341093e3a518abf8" alt="" width="1" height="1" /></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span>Es ist schon ein paar Tage her, aber dennoch wichtig: Am 7. Juli 2009 hat die EU-Kommission eine Strafe von insgesamt 1,106 Mrd. Euro gegen die beiden Gasversorger E.ON Ruhrgas und GdF Suez (ehemals Gaz de France) <a href="http://ec.europa.eu/deutschland/press/pr_releases/8604_de.htm">verh&#228;ngt</a>, 553 Mio. Euro pro Unternehmen. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes erkl&#228;rte: </span></p>
<blockquote>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;">&#8220;Die Aufteilung von M&#228;rkten z&#228;hlt zu den schwerwiegendsten Kartellverst&#246;&#223;en. Die Kommission hat keine andere Wahl, als hohe Geldbu&#223;en zu verh&#228;ngen.&#8221;</p>
</blockquote>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span>Es ist das erste Mal, dass Br&#252;ssel wegen Kartellverst&#246;&#223;en im Energiesektor Bu&#223;gelder verh&#228;ngt. Zugleich handelt es sich um die <strong>zweith&#246;chste Kartellstrafe</strong>, die jemals von der EU in einem Kartellverfahren ausgesprochen wurde. </span>Die Kommission ahndet mit der Strafe die angebliche Aufteilung von Gas-M&#228;rkten in Deutschland und Frankreich. Die ehemalige Ruhrgas AG und Gaz de France haben sich 1975 anl&#228;sslich des gemeinsamen Baus der Megal-Pipeline darauf geeinigt, kein dar&#252;ber transportiertes Gas im Heimatland des jeweiligen anderen Unternehmens zu verkaufen. Durch die 628 Kilometer lange Pipeline wird russisches Erdgas von Tschechien durch S&#252;ddeutschland nach Frankreich importiert.</p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; background: white none repeat scroll 0% 0%; text-align: justify;"><span style="color: black;"> </span></p>
<p style="margin: 0cm 0cm 0.0001pt; background: white none repeat scroll 0% 0%; text-align: justify;">W&#228;hrend diese Praxis 1975 angesichts der ohnehin fehlenden Liberalisierung des Gasmarktes noch nicht besonders problematisch war, bezieht sich die Strafe auf die Zeit nach der Gasmarktliberalisierung. Denn auch nach der Liberalisierung der europ&#228;ischen Gasm&#228;rkte im Jahr 2000 h&#228;tten die beiden Unternehmen an ihrer Vereinbarung festgehalten, erst 2005 seien sie endg&#252;ltig davon abger&#252;ckt. Zuvor seien die Unternehmen regelm&#228;&#223;ig zusammengetroffen, um die Handhabung der Vereinbarung in dem neu liberalisierten Markt zu er&#246;rtern und das Gesch&#228;ftsverhalten der jeweiligen anderen Partei zu &#252;berwachen. <span>Die Strafe war zwar erwartet worden und &#252;berrascht angesichts der j&#252;ngeren Br&#252;sseler Bu&#223;geldpraxis auch nicht, dennoch versucht die Kommission hier ein sehr deutliches Zeichen zu setzen. Dementsprechend hat der Bund der Energieverbraucher die Strafe auch als „Genugtuung f&#252;r die Kunden“ bezeichnet. <strong>Jedoch stellt sich die Frage, was mit der Kartellstrafe eigentlich erreicht und bezweckt wird</strong>. Rache, Vergeltung oder Genugtuung k&#246;nnen keine sinnvollen Kriterien f&#252;r die H&#246;he eines Bu&#223;geldes sein.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: black;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: black;">Auch wenn eine Marktaufteilung ohne Zweifel ein schwerwiegendes Kartellvergehen ist, wirft die Strafe daher einige Fragen auf. Dies gilt insbesondere deshalb, weil der <strong>EU-Kommission keine politisch unabh&#228;ngige Beh&#246;rde</strong> ist. Im letzten Jahr hatte E.ON ein Bu&#223;geld abwenden k&#246;nnen durch die Zusage, sein &#220;bertragungsnetz sowie gewisse Stromerzeugungskapazit&#228;ten zu ver&#228;u&#223;ern. Diese eigentumsrechtliche Trennung war von der Kommission ausdr&#252;cklich gew&#252;nscht, politisch aber im Ministerrat nicht durchsetzbar. So wurde die Forderung unter Androhung eines hohen Bu&#223;geldes mit Hilfe des Kartellrechts durchgesetzt. In &#228;hnlicher Weise wurde das Verfahren gegen </span><span>RWE eingestellt, nachdem der Konzern zugesagt hatte, sein gesamtes westdeutsches Gasfernleitungsnetz einschlie&#223;lich der dazugeh&#246;rigen Verm&#246;genswerte und Dienstleistungen zu ver&#228;u&#223;ern. Aus Sicht der Monopolkommission wurde in den vorliegenden F&#228;llen das politische Ziel einer ad&#228;quaten Gestaltung der Marktstruktur in sachwidriger Weise mit Missbrauchsverfahren gegen marktbeherrschende Verbundunternehmen verkn&#252;pft.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: black;"> </span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: black;">Die H&#246;he der Strafe suggeriert, dass auch im jetzigen Fall politische &#220;berlegungen eine wichtige Rolle gespielt haben. <strong>Die Botschaft ist unmissverst&#228;ndlich: wer nicht die politischen W&#252;nsche der Kommission erf&#252;llt, wird drastisch bestraft.</strong> Mit der H&#246;he des angerichteten Schadens d&#252;rfte die Strafe n&#228;mlich wenig zu tun haben, die Kommission legt auch keine Zahlen dazu vor. Geboten ist dringend eine Entpolitisierung der europ&#228;ischen Kartellrechtsanwendung. Dem Verbraucher nutzt die Strafe n&#228;mlich im &#220;brigen so gut wie gar nicht.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="text-align: justify;"><span style="color: black;"><em>Justus Haucap ist Vorsitzender der <a href="http://www.monopolkommission.de/">Monopolkommission</a> der Bundesregierung.</em><br />
</span></p>
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		<title>Keine frohe Weihnachtspost f&#252;r die Deutsche Post AG</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 20:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kurz vor Weihnachten erkl&#228;rte ein Gericht die Rechtsverordnung f&#252;r unzul&#228;ssig, welche einen fl&#228;chendeckenden Mindestlohn f&#252;r die gesamte Postbranche vorsieht. Richtig, findet Justus Haucap: Der Post-Mindestlohn habe kein anderes Ziel, als die Post vor Wettbewerb zu sch&#252;tzen. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/12822e212662fa21671db7d9f537e0" alt="" width="1" height="1" />Das Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg hat in dieser Woche die Rechtsverordnung des Bundesarbeitsministers f&#252;r unzul&#228;ssig erkl&#228;rt, welche einen fl&#228;chendeckenden Mindestlohn f&#252;r die gesamte Postbranche vorsieht. Als Vorsitzender der Monopolkommission habe ich das Urteil begr&#252;&#223;t.</p>
<p>Die Monopolkommission hat ziemlich genau vor einem Jahr in ihrem Sondergutachten dargelegt, dass der von der Deutschen Post AG und ver.di ausgehandelte Post-Mindestlohn nichts Anderes zum Ziel hat, als den Wettbewerb auf dem Post-Markt zu ersticken. Unsere Forderung war daher, dem Bundeskartellamt wenigstens ein Anh&#246;rungsrecht bei der Einf&#252;hrung branchenspezifischer Mindestl&#246;hne einzur&#228;umen.</p>
<p>Auch in den beiden j&#252;ngsten Gesetzesentw&#252;rfen der Bundesregierung zur Einf&#252;hrung von branchenspezifischen Mindestl&#246;hnen ist jedoch nach wie vor kein Anh&#246;rungsrecht f&#252;r das Bundeskartellamt als Anwalt des Wettbewerbs vorgesehen. Als Vorsitzender der Monopolkommission sehe ich hier dringenden Nachbesserungsbedarf, da sonst Wettbewerb und Verbraucher systematisch benachteiligt werden. Wenn der Wettbewerb ausgeschaltet wird, zahlt der Verbraucher letzten Endes die Zeche, w&#228;hrend Monopolrenten bei etablierten Unternehmen zementiert werden.</p>
<p>In unserem <a href="http://www.monopolkommission.de/aktuell_sg51.html" target="_blank">Post-Sondergutachten</a> vom Dezember 2007 hie&#223; es zum Post-Mindestlohn: &#8220;Dieser branchenweit verbindliche Mindestlohn hat offensichtlich nicht das Ziel, die Interessen inl&#228;ndischer Arbeitnehmer zu sch&#252;tzen, sondern vielmehr soll der Wettbewerb im Postmarkt torpediert werden. Die Deutsche Post AG kann damit die Kosten ihrer Wettbewerber massiv erh&#246;hen, ohne selbst betroffen zu sein. Gleichzeitig wird die Entstehung neuer Stellen im Niedriglohnsektor behindert.</p>
<p>Ein &#252;berh&#246;hter Mindestlohn verhindert zudem eine Senkung der Portopreise und schadet damit den Verbrauchern. Dabei haben die gesunkenen Preise und die verbesserte Qualit&#228;t im Paketbereich und auf Nischenm&#228;rkten wie dem Markt f&#252;r die f&#246;rmliche Zustellung gezeigt, dass der Wettbewerb auf den Postm&#228;rkten den Verbrauchern gro&#223;e Vorteile bringt. Die Monopolkommission schl&#228;gt vor, dem Bundeskartellamt bei jeglicher Form der Allgemeinverbindlicherkl&#228;rung eines Tarifvertrags durch den Bundesarbeitsminister ein generelles Anh&#246;rungsrecht einzur&#228;umen. Damit soll sichergestellt werden, dass die Auswirkungen auf den Produktmarktwettbewerb und die Interessen der Verbraucher bei der Entscheidung des Ministers hinreichend ber&#252;cksichtigt werden.&#8221;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=3540&amp;md5=7679d506d4010255a9229ebe90b2e729" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Brauchen wir mehr Staatsunternehmen?</title>
		<link>http://carta.info/1197/brauchen-wir-mehr-staatsunternehmen/</link>
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		<pubDate>Sun, 09 Nov 2008 23:05:39 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Krise der Sozialen Marktwirtschaft wurde nicht durch den credit crash ausgel&#246;st - es gab schon l&#228;nger einen Schwelbrand: Die Zustimmung zu st&#228;rkerem staatlichen Engagement in allen Lebensbereichen steigt seit l&#228;ngerem. Auch die Politik lieb&#228;ugelt vermehrt mit staatlichem Unternehmertum. Staatsunternehmen sind in bestimmten Bereichen einer politisch gestalteten Marktwirtschaft unverzichtbar. Mit ihnen sind aber auch erhebliche Nachteile verkn&#252;pft, die in der Krise nicht verdr&#228;ngt werden sollten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Von der Krise der Marktwirtschaft ist vielerorts zu lesen – die Finanzkrise hat auch die Idee der freien Marktwirtschaft in Verruf gebracht, schreibt z.B. die <a href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E32BC8DFB8D80446B9E779426BB7D2584~ATpl~Ecommon~Sspezial.html?rss_googlefeed" target="_blank">Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung</a>. Bert R&#252;rup, Vorsitzender des Sachverst&#228;ndigenrats, verteidigt <a href="http://www.faz.net/s/Rub0E9EEF84AC1E4A389A8DC6C23161FE44/Doc~E159A1011168C404DBB814ACB8802515A~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">in der Ausgabe</a> jedoch die „Idee des kontinentaleurop&#228;ischen Neoliberalismus, der Sozialen Marktwirtschaft“. <strong>Diese Idee bestehe nicht darin, den Kapitalismus abzuschaffen, sondern ihn politisch zu gestalten. </strong>Ich teile diese Haltung und m&#246;chte sie am Beispiel erl&#228;utern, welche Rolle staatliche Unternehmen spielen sollten. Mit dieser Frage war ich in dieser Woche im Rahmen einer Podiumsdiskussion befasst, aber dazu unten mehr. Zun&#228;chst will ich noch ein paar allgemeine Gedanken loswerden. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Im &#220;brigen scheint mir die Krise der Sozialen Marktwirtschaft nicht erst durch die Finanz­krise ausgel&#246;st worden zu sein. <strong>Mein Eindruck ist, dass es schon l&#228;nger mindestens einen Schwelbrand gibt, der jetzt nur durch die Finanzkrise richtig ausgebrochen ist.</strong> So ist ja auch der wachsende Erfolg der Linken kein urpl&#246;tzliches Ph&#228;nomen – vielmehr scheint die Zustimmung zu st&#228;rkerem staatlichen Engagement in allen Lebensbereichen schon seit l&#228;ngerer Zeit stetig wachsend. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Private Freiheitsrechte – das Recht, sich selbst f&#252;r oder gegen etwas zu entscheiden –<span style="yes;"> </span>sind nicht nur in wirtschaftlichen Bereichen gef&#228;hrdet, auch in anderen Bereichen unseres Lebens werden Freiheitsrechte zur&#252;ckgedr&#228;ngt, z. B. mit dem Argument der Terrorismusbek&#228;mpfung oder der inneren Sicherheit. Und d</span><span style="Times New Roman;">as Zur&#252;ckdr&#228;ngen pers&#246;nlicher Freiheitsrechte bedeutet auch ein Aush&#246;hlen des Subsidiarit&#228;tsprinzips, auf dem unsere Gesellschaftsordnung (auch) beruht, zumindest theoretisch und prinzipiell, wenn auch nicht immer faktisch. Danach sollten zentrale Institutionen dezentrale nur dann ersetzen, wenn dezentrale Institutionen eine bestimmte Aufgabe nicht zufrieden stellend l&#246;sen k&#246;nnen. Lokale (b&#252;rgernahe) L&#246;sungen vor globalen also, solange letztere nicht wirklich erforderlich sind (wie sicherlich beim Klimaschutz und bei der Regulierung internationaler Finanzm&#228;rkte).</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;"><strong>Das Subsidiarit&#228;tsprinzip impliziert auch, dass privates Handeln und Selbstverantwortung erst einmal staatlichem Eingreifen vorzuziehen sind.</strong> Erst wenn der Markt bestimmte Dinge nicht leisten kann, sollte der Staat einspringen. Steuergelder (also Zwangsabgaben) sollten nicht dazu verwendet werden, das zu bezahlen, was der Markt ohnehin erbringen kann.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Ich bin mir nicht sicher, wie verbreitet diese prinzipielle &#220;berzeugung momentan noch ist. W&#252;rde man heute fragen, ob Selbstbestimmung nicht Fremdbestimmung vorzuziehen sei, f&#228;nde diese Aussage vermutlich breite Zustimmung. <strong>Fragt man jedoch, ob privates Handeln prinzipiell erst einmal staatlichem vorzuziehen sei, so scheint mir die Zustimmung zu dieser Aussage zu schwinden.</strong> Ganz deutlich wurde mir das in dieser Woche, als ich an einer Podiumsdiskussion beim <a href="http://www.bde-berlin.org/wp-content/pdf/20081106_stadtwerkeforum.pdf" target="_blank">Deutschen Stadtwerkeforum</a> </span><span style="Times New Roman;">teilnehmen durfte. Deutlicher Tenor vieler Teilnehmer dort war, dass staatlichen Unternehmen zu enge Grenzen in der Expansion gesetzt seien und Kommunen sich nicht nur auf das beschr&#228;nken sollten, was der Markt nicht leisten kann, sondern auch mit privaten Anbietern auf Wettbewerbsm&#228;rkten konkurrieren sollten. Wenn sich irgendwo am Markt Geld verdienen lie&#223;e, dann sollte es den Kommunen freistehen, sich dort zu engagieren, um den &#246;ffentlichen Haushalt aufzubessern. Es d&#252;rfe kein Primat privaten Handelns &#252;ber staatliches Engagement geben – dies sei purer Neoliberalismus.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Als eben dies wurde dort von Kommunalpolitikern von SPD und CDU auch meine These bezeichnet, dass staatliche Unternehmen private nicht vom Markt verdr&#228;ngen sollten und Gewinnerzielung auf M&#228;rkten keine staatliche Aufgabe sei. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Gerade weil dies kein „Common Sense“ zu sein scheint, m&#246;chte ich darauf eingehen, warum viele &#214;konomen und auch ich so skeptisch gegen&#252;ber staatlichen Unternehmen sind. Der Grund liegt vor allem darin, dass (a) <strong>die B&#252;rger als &#8220;Zwangseigner&#8221; staatlicher Unternehmen</strong> im Grunde nicht entscheiden k&#246;nnen, ob sie sich an den Risiken staatlicher Unternehmen beteiligen wollen oder nicht, und (b) <strong>staatliche Unternehmen zugleich zur Ineffizienz neigen</strong>, was das Unternehmensrisiko noch erh&#246;ht.</span><span style="Times New Roman;"> Ineffizienz hei&#223;t auf Deutsch: Verschwendung von Ressourcen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Warum aber sind staatliche Unternehmen meist ineffizient? Weil es f&#252;r die ultimativen Eigent&#252;mer (also die B&#252;rger) keine starken Anreize gibt, die Unternehmensf&#252;hrung aufmerksam zu kontrollieren. <strong>Der Einzelne hat kaum die Anreize und M&#246;glichkeiten, detailliert das Gesch&#228;ftsgebahren &#246;ffentlicher Unternehmen zu studieren und von diesen mehr Effizienz einzufordern.</strong> </span><span style="Times New Roman;">Dasselbe gilt prinzipiell, wenn auch abgeschw&#228;cht, auch f&#252;r Politiker, an welche die Aufgabe der Kontrolle staatlicher Unternehmen quasi delegiert wird. Denn f&#252;r Politiker geht es nicht um das eigene Geld. Manchmal fehlt auch die Kompetenz. Dasselbe Problem mangelhafter Aufsicht gibt es zwar auch bei manchen privaten Unternehmen, aber es gibt einen entscheidenden Unterschied: Wenn in einem privaten Unternehmen die Kosten aus dem Ruder laufen und es bankrott geht, dann verlieren die Eigent&#252;mer ihr Kapital. Im Prinzip jedenfalls. Jeder kann sich aber frei entscheiden, ob er sich an einem privaten Unternehmen beteiligen m&#246;chte oder nicht. Und weil die Eigent&#252;mer ihr eigenes Kapital verlieren, haben sie auch Anreize, die Unternehmensf&#252;hrung entsprechend kritisch zu be&#228;ugen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Im Gegensatz dazu kann ich mich nicht entscheiden, ob ich mich an einem staatlichen Unternehmen beteilige oder nicht. Mitgehangen, mitgefangen. Geht das Unternehmen bankrott, zahlen die Steuerzahler die Zeche, oder aber der Leistungskatalog f&#252;r die B&#252;rger wird an anderer Stelle eingeschr&#228;nkt. Und weil es im Grunde nicht das eigene Geld ist bzw. die Auswirkungen pers&#246;nlich kaum sp&#252;rbar sind, hat auch niemand besonders starke Anreize, die Unternehmensf&#252;hrung intensiv zu kontrollieren. B&#252;rger und Steuerzahler tragen das unternehmerische Risiko und k&#246;nnen sich dem nicht entziehen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><strong><span style="Times New Roman;">Aus dem Grund sollte es im &#220;brigen auch keine &#220;berlebensgarantie f&#252;r private Unternehmen geben. Wenn man private Unternehmen systematisch mit staatlichen Geldern vor dem Bankrott rettet, dann kann man sie auch gleich durch Staatsunternehmen ersetzen.</span></strong></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Die mangelnden Kontrollanreize f&#252;hren bei staatlichen Unternehmen oft zu einem verschwenderischen Umgang mit Ressourcen und einem Ausufern der Kosten. Dies wird dann zum Teil durch Privilegien wettgemacht, z.B. steuerlicher Art, welche dann den Wettbewerb verzerren. Nat&#252;rlich ist es nicht in jedem Einzelfall so, dass staatliche Unternehmen Kostendisziplin vermissen lassen, aber tendenziell f&#252;hrt die mangelhafte Aufsicht zu ineffizientem Wirtschaften wie die Erfahrung zeigt.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Solange auf den betroffenen M&#228;rkten Wettbewerb herrscht, ist alles halb so schlimm, mag man denken, denn dann &#252;bt der Wettbewerb ja eine gewisse Disziplin auf das Unternehmen aus. Funktionierender Wettbewerb macht es den Unternehmen schwer, &#252;berh&#246;hte Kosten auf die Verbraucher abzuw&#228;lzen. Man kann dann ja auch woanders einkaufen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Das klappt aber nicht, wenn das staatliche Unternehmen auch noch ein Monopol hat oder der Wettbewerb mangelhaft ist. Dann gibt es kaum noch einen Schutz vor &#252;berh&#246;hten Preisen aufgrund ausufernder Kosten. Das staatliche Unternehmen macht dann wom&#246;glich auch noch satte Gewinne, alles auf Kosten der Verbraucher. Das Wehklagen der Stadtwerke &#252;ber die ach so strenge Anreizregulierung im Strom- und Gasbereich durch die Bundesnetzagentur kann mich daher auch nicht &#252;berzeugen. Eine strenge, politisch unabh&#228;ngige Preisaufsicht &#252;ber Monopole, seien sie in privater oder &#246;ffentlicher Hand, ist daher unbedingt erforderlich, um den Verbraucher vor Ausbeutung zu sch&#252;tzen. </span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;"><span style="Times New Roman;">Auf <strong>Wettbewerbsm&#228;rkten</strong> jedoch haben <strong>staatliche Unternehmen</strong> eigentlich &#252;berhaupt nichts zu suchen. Hier wird den B&#252;rgern ein Risiko aufgeb&#252;rdet, dem sie sich nicht entziehen k&#246;nnen. Auch wenn die Versuchung der Kommunen gro&#223; sein mag, sich unternehmerisch zu bet&#228;tigen, sollten sie die Finger davon lassen und privaten Anbietern den Vortritt lassen. <strong>Steuern und andere Zwangsabgaben sollten f&#252;r die Dinge eingesetzt werden, die der Markt gerade nicht erbringen kann.</strong> Anderenfalls fehlt die Legitimation, den B&#252;rgern durch Zwang Mittel zu entziehen (also Steuern zu erheben), um mit diesen Steuergeldern dann Unter­nehmen zu betreiben, die privaten Anbietern Konkurrenz machen.</span></p>
<p class="MsoNormal" style="0cm 0cm 0pt;">
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		<title>Mindestl&#246;hne und die Privatisierung der sozialen Gerechtigkeit</title>
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		<pubDate>Fri, 31 Oct 2008 22:57:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Justus Haucap</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den Wirren der Finanzmarktkrisen geht fast unter, dass wir in Deutschland momentan auf einem ganz anderen Feld vor fundamentalen Weichenstellungen stehen:  In gleich zwei Gesetzen geht es um die Festsetzung staatlicher Mindestl&#246;hne. Justus Haucap, Vorsitzender der Monopolkommission, warnt davor, dass sich der Staat durch Mindestl&#246;hne seiner sozialen Verantwortung entziehen k&#246;nnte. Arbeitgeber und Gewerkschaften k&#246;nnten sich  mittels Mindestl&#246;hnen unliebsamer Konkurrenz zu entledigen versuchen. Leidtragende w&#228;ren die Arbeitslosen und Verbraucher - und langfristig die Tarifautonomie.
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			<content:encoded><![CDATA[<p>In den Wirren der Finanzmarktkrisen geht fast unter, dass wir in Deutschland momentan auf einem ganz anderen Markt vor einer <strong>fundamentalen Weichenstellung </strong>stehen: Auf dem Arbeitsmarkt. In der Beschlussfassung sind im Bundestag dieser Tage die Neufassungen des Gesetzes &#252;ber die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen und des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes. In beiden Gesetzen geht es um die Festsetzung staatlicher Mindestl&#246;hne durch Rechtsverordnungen.</p>
<p>Ich darf heute (Montag, 3.11.2008) als Sachverst&#228;ndiger im Bundestag (<a href="http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/22628564_kw45_arbeit/index.html" target="_blank">Ausschuss f&#252;r Arbeit und Soziales</a>) dazu Stellung nehmen. Diese Ausf&#252;hrungen beruhen auf meiner schriftlichen Stellungnahme. (Ich habe mich in dieser Form &#8211; der Ordnung halber sei darauf hingewiesen &#8211; auch bei <a href="http://wirtschaftlichefreiheit.de">www.wirtschaftlichefreiheit.de</a> dazu ge&#228;u&#223;ert). Was also ist von den Gesetzesvorhaben zu halten?</p>
<p>Mindestl&#246;hne bergen stets die Gefahr zus&#228;tzlicher Arbeitslosigkeit. Es gibt zwar einzelne Studien, die zeigen, dass dies nicht in jedem Fall so sein muss (ber&#252;hmt ist insbesondere die Studie zu Burger-Flippern in den USA von Card und Krueger aus dem Jahr 1994). Die Mehrheit der Studien belegt aber, dass die Besch&#228;ftigung tendenziell zur&#252;ckgeht, vor allem je h&#246;her der Mindestlohn ist.</p>
<p>Die negativen Besch&#228;ftigungseffekte allein bedeuten jedoch nicht, dass ein staatlicher Mindestlohn sofort zu verwerfen w&#228;re. Politisch mag man sich ja durchaus f&#252;r einen Mindestlohn entscheiden, auch wenn er zu einer h&#246;heren Arbeitslosigkeit f&#252;hrt. <span style="9.5pt;"><span style="Times New Roman;">Denn dem Mehr an Arbeitslosigkeit steht ja ggf. ein zus&#228;tzliches Einkommen der Arbeitnehmer und Arbeit­nehmerinnen gegen&#252;ber, welche zum Mindestlohn besch&#228;ftigt werden und ansonsten einen geringeren Lohn bezogen h&#228;tten. Problematisch ist allerdings, dass auch letzteres keineswegs sicher ist, da zumeist staatliche Transfers entfallen, wenn das Arbeitseinkommen steigt. In diesem Fall ergibt sich h&#246;chstens ein positiver Effekt f&#252;r die &#246;ffentlichen Haushalte, da die staatlichen Transferleistungen sinken. Das verf&#252;gbare Einkommen f&#252;r die betroffenen Haushalte steigt dann aber kaum. Die &#246;konomische Literatur belegt, dass sich Armut mit einem Mindestlohn nur schwer bek&#228;mpfen l&#228;sst, weil dieser einfach nicht am Haushaltseinkommen ansetzt. </span></span></p>
<p><span style="9.5pt;"><span style="Times New Roman;">Die Abw&#228;gung zwischen mehr Arbeitslosigkeit einerseits und m&#246;glicherweise mehr Einkommen der zum Mindestlohn (weiterhin) Besch&#228;ftigten bzw. einer geringeren Belastung der &#246;ffentlichen Haushalte (aufgrund sinkender Transferleistungen) andererseits ist dann eine politische bzw. ethische Entscheidung. Aus Sicht des Finanzministers kann ein Mindestlohn deshalb jedoch sehr attraktiv sein: Er entlastet ggf. die &#246;ffentlichen Kassen aufgrund sinkender Sozialtransfers, selbst wenn er den Betroffenen kaum hilft, weil er deren Einkommen netto kaum erh&#246;ht.</span></span></p>
<p><span style="9.5pt;"><span style="Times New Roman;">Im Grunde ist jedoch der ganze Versuch verfehlt, &#252;ber Mindestl&#246;hne soziale Gerechtigkeit zu schaffen. Es ist richtig, dass Markt und Wettbewerb nicht f&#252;r umfassende soziale Gerechtigkeit sorgen k&#246;nnen. Das Schaffen sozialer Gerechtigkeit ist daher eine Aufgabe des Staates. Dies kann durch Transfers geschehen oder, besser noch, durch die Schaffung gleicher Bildungschancen und ein gutes Bildungssystem. Durch das Setzen staatlicher Mindestl&#246;hne soll nun aber gerade dem Markt eine Aufgabe &#252;bertragen werden, welche er nicht l&#246;sen kann. Unternehmen sollen Arbeitnehmern mehr zahlen als „der Markt hergibt“. Da bleibt das ungute Gef&#252;hl, der Staat versuche sich hier der Verantwortung zu entziehen, durch Bildungsm&#246;glichkeiten, Transferzahlungen, etc. selbst f&#252;r soziale Gerechtigkeit zu sorgen. <strong><span style="underline;">Die Frage der sozialen Gerechtigkeit wird gewisserma&#223;en privatisiert</span></strong>. Unternehmen sollen nun f&#252;r soziale Gerechtigkeit sorgen, die der Staat anscheinend nicht mehr schaffen kann oder will.</span></span></p>
<p><span style="9.5pt;"><span style="Times New Roman;">Die beiden vorgesehenen Gesetze weisen jedoch neben diesen allgemeinen Erw&#228;gungen eine ganze Reihe von Schw&#228;chen auf. Ich habe in meiner schriftlichen Stellungnahme zur <a href="http://www.bundestag.de/aktuell/archiv/2008/22628564_kw45_arbeit/index.html" target="_blank">Expertenanh&#246;rung im Bundestag</a> hingewiesen, will diese aber auch hier kurz ausf&#252;hren.</span></span></p>
<p><span style="9.5pt;"><span style="Times New Roman;"><em><span style="9.5pt;">Branchenspezifische </span></em><span style="9.5pt;">Mindestl&#246;hne, so wie sie in Deutschland durch die beiden Gesetzesnovellierungen vorgesehen sind, bergen die <em>zus&#228;tzliche</em> Gefahr, dass der Wettbewerb auf den betroffenen Produktm&#228;rkten ausgehebelt wird, wie im Fall des Mindestlohnes im Postbereich klar zu erkennen war. Die Monopolkommission hat dies in ihrem <a href="http://www.monopolkommission.de/aktuell_sg51.html" target="_blank">51. Sondergutachten </a>vom Dezember 2007 deutlich herausgearbeitet. Leidtragende sind hier neben den vom Markt verdr&#228;ngten Wettbewerbern vor allem die Verbraucher, welche die Konsequenzen letztlich in Form h&#246;herer Preise und geringerer Auswahl zu tragen haben.<em></em></span></span></span></p>
<p><span style="9.5pt;"><span style="Times New Roman;">Die Gefahr ist somit, wie der Fall des Mindestlohnes bei der Post besonders eindrucksvoll belegt, dass Mindestl&#246;hne strategisch genutzt werden, um den Wettbewerb auf den Produktm&#228;rkten auszubremsen. Nat&#252;rlich mag man argumentieren, dass die PIN Group und andere ggf. auch ohne Mindestlohn nicht konkurrenzf&#228;hig gewesen w&#228;ren. Unstrittig ist jedoch, dass der Aktienkurs der Deutschen Post AG nach dem Beschluss des Post-Mindestlohnes einen kr&#228;ftigen <a href="http://www.spiegel.de/wirtschaft/0,1518,521477,00.html" target="_blank">Sprung nach oben</a> gemacht hat, d.h. der Markt hat als Reaktion auf den Mindestlohn steigende Gewinne der Deutschen Post AG (bzw. einen geringeren Wettbewerbsdruck) erwartet.</span> </span></p>
<p><span style="9.5pt;">An der &#214;ffentlichkeit nahezu unbemerkt vorbei geht zudem auch, dass es im Gesetz &#252;ber die Festsetzung von Mindestarbeitsbedingungen nicht mehr nur um eine absolute Untergrenze f&#252;r den Lohn, sondern um mehr oder minder umfangreiche <strong>staatliche Lohngitter bzw. Quasi-Tarifvertr&#228;ge</strong> geht. Vielmehr wird in §4 Abs. 4 die M&#246;glichkeit er&#246;ffnet, Mindestl&#246;hne nach Art der T&#228;tigkeit, Qualifikation der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen und nach Regionen zu differenzieren.</span></p>
<p><span style="&quot;Times New Roman&quot;;">Gerade weil die Gefahr der strategischen Manipulation insbesondere bei <em>branchenspezifischen</em> Mindestl&#246;hnen besteht, hat die Monopolkommission sich im Dezember 2007 auch daf&#252;r ausgesprochen, dem Bundeskartellamt als Anwalt des Wettbewerbs und damit auch der Verbraucher <strong>wenigstens </strong>ein Anh&#246;rungsrecht bei der Festlegung branchenspezifischer Mindestl&#246;hne einzur&#228;umen. Ansonsten werden die Verbraucher systematisch bei der Festlegung von Mindestl&#246;hnen ausgeschlossen, obwohl die Nachfrager systematisch durch die resultierenden Preiseffekte von Mindestl&#246;hnen betroffen sind. &#214;konomisch gesprochen besteht hier die Gefahr, dass Vertr&#228;ge zu Lasten Dritter geschlossen werden. Es ist nicht ersichtlich, warum nicht wenigstens ein Anh&#246;rungsrecht einger&#228;umt werden kann, sodass auf die eklatantesten Fehlentwicklungen wirksam hingewiesen werden k&#246;nnte.<span style="AR-SA;"><span style="&quot;Times New Roman&quot;;"> </span></span></span></p>
<p>Insbesondere die Differenzierung nach Art der T&#228;tigkeit und nach Qualifikation der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen macht deutlich, dass es nicht mehr nur allein um ein absolut notwendiges Einkommensminimum geht. Es ist jedenfalls als &#214;konom nicht leicht verst&#228;ndlich, warum f&#252;r einen qualifizierten Arbeitnehmer, wie einen Facharbeiter oder einen Akademiker, aus sozialen Gr&#252;nden ein h&#246;herer Mindestlohn notwendig ist als f&#252;r einen ungelernten Arbeitnehmer. Anders ausgedr&#252;ckt ist zu fragen, warum ein ungelernter Arbeitnehmer mit einem geringeren Lohn auskommen soll als ein h&#246;her qualifizierter, wenn der Arbeitsmarkt in keinem der beiden F&#228;lle einen h&#246;heren Lohn „hergibt“.</p>
<p>In Europa w&#228;re es daher auch einzigartig, wenn neben dem gesetzlichen Mindestlohn f&#252;r die unterste Qualifikationsstufe eine Ausdifferenzierung des staatlichen Mindestlohnes nach Qualifikation der Arbeitnehmer o.&#228;. vorgenommen w&#252;rde. Genau dies soll jedoch in Deutschland erm&#246;glicht werden, sodass von staatlicher Seite Quasi-Tarifvertr&#228;ge geschaffen werden. Die staatliche Tariffestlegung tritt dann in direkte Konkurrenz zu privaten Tarifverhandlungen. Die Verhandlungsmacht der Tarifparteien wird dadurch ver&#228;ndert, dass es als R&#252;ckfallposition nun die staatliche Lohnfestlegung gibt. <strong>Dies vermindert auch die Anreize, &#252;berhaupt zu Tarifabschl&#252;ssen zu gelangen</strong>. Es besteht die Gefahr, dass die Tarifbindung noch weiter als bisher zur&#252;ckgehen wird und es zu einer schleichenden Aush&#246;hlung der Tarifautonomie kommen wird. Im schlimmsten Fall ist die im Gesetzesentwurf vorgesehene Klausel der Einstieg in den umfassenden <strong>Ausstieg aus der Tarifautonomie</strong> und der <strong>Beginn zunehmender staatlicher Lohnfestlegungen</strong>.</p>
<p>Mit einer sinkenden Notwendigkeit, Tarifvertr&#228;ge auszuhandeln, sinkt auch die Notwendigkeit bzw. der Anreiz sich in einer Gewerkschaft oder einem Arbeitgeberverband zu organisieren. Warum soll jemand noch Mitglied einer Gewerkschaft werden, wenn nicht die Gewerkschaft, sondern der Staat f&#252;r die angemessene Entlohnung sorgt? Der Organisationsgrad d&#252;rfte daher in Folge weiter zur&#252;ckgehen. Dies wiederum w&#252;rde die Gewerkschaften weiter schw&#228;chen und eine staatliche Lohnfestlegung noch notwendiger erscheinen lassen. Dies ist der Beginn einer <strong>Abw&#228;rtsspirale</strong>, an deren Ende auch das Ende der Tarifautonomie stehen wird.</p>
<p>Verst&#228;rkt wird dieser Effekt durch den vorgesehenen Vorrang der Rechtsverordnungen &#252;ber Mindestentgelte gegen&#252;ber tarifvertraglichen Regeln, welche als f&#252;r den einzelnen „ung&#252;nstiger“ angesehen werden. Dies f&#252;hrt de facto zu einer Marktabschottung des „Gewerkschaftsmarktes“, d.h. die Konkurrenz um die kollektive Vertretung von Arbeitnehmerinteressen wird ausgebremst. Dies gilt umso mehr vor dem Hintergrund der restriktiven Auslegung des G&#252;nstigkeitsprinzips durch die Gerichte, die auch der Sachverst&#228;ndigenrat z.B. 2001 und 2002 kritisiert hat. Problematisch ist in diesem Kontext auch, dass die Konkurrenz alternativer Entlohnungssysteme beschnitten wird. Wie z.B. sollen Gewinnbeteiligungen oder Leistungsanreize mit Stundenl&#246;hnen verglichen werden?</p>
<p>Alternative Gewerkschaften, wie der Christliche Gewerkschaftsbund, drohen durch den Vorrang von Rechtsverordnungen gegen&#252;ber Tarifvertr&#228;gen vom Markt f&#252;r die kollektive Vertretung von Arbeitnehmerinteressen verdr&#228;ngt zu werden. Dies wiederum d&#252;rfte sich negativ auf den gewerkschaftlichen Organisationsgrad insgesamt auswirken und die Talfahrt auf der oben beschriebenen Abw&#228;rtsspirale noch beschleunigen.</p>
<p>Der Vorrang von Rechtsverordnungen &#252;ber Mindestentgelte d&#252;rfte auch kaum mit dem expliziten Ziel des Gesetzes vereinbar sein, die Tarifautonomie mit ihren Elementen der positiven und der negativen Koalitionsfreiheit zu st&#228;rken. Es ist zu bef&#252;rchten, dass das Gegenteil des Gew&#252;nschten eintritt und tarifvertragliche Regelungen weiter zur&#252;ckgedr&#228;ngt werden zu Gunsten staatlicher Tariffestlegungen.</p>
<p>Was das Arbeitnehmer-Entsendegesetz angeht, so ist doch auff&#228;llig, dass in dem nach Besch&#228;ftigtenzahl gr&#246;&#223;eren Teil der Branchen, die bis zum 31.3.2008 eine Aufnahme in das Arbeitnehmer-Entsendegesetz beantragt haben, keine gr&#246;&#223;ere Entsendeproblematik bekannt ist. Dies gilt f&#252;r die Zeitarbeit, das Wach- und Sicherheitsgewerbe, die Entsorgungswirtschaft und die au&#223;erbetriebliche Weiterbildung (zusammen &#252;ber 1 Mio. Besch&#228;ftigte). In den vier anderen Branchen (Altenpflege, Forstdienstleistungen, Textilreinigung und Bergbauspezialarbeiten (insgesamt etwa 300 000 Besch&#228;ftigte) k&#246;nnte teilweise eine Entsendeproblematik bestehen. Doch ist auch diese nicht hinreichend belegt, um von sozialen Verwerfungen zu sprechen, die das Gesetz eigentlich fordert.</p>
<p>In einigen dieser Branchen besteht jedoch eine rege Tarifkonkurrenz. Als Wettbewerbs&#246;konom dr&#228;ngt sich der Verdacht auf, dass es darum gehen k&#246;nnte, diese <strong>Tarifkonkurrenz </strong>zu unterbinden und eine „Entmonopolisierung“ des Gewerkschaftsmarktes zu verhindern. Diese Wirkung wird sich in jedem Fall auch dadurch entfalten, dass der Gr&#246;&#223;e bzw. Mitgliederzahl der Gewerkschaft (welche unter den Geltungsbereich des Tarifvertrages f&#228;llt) ein besonderer Stellenwert beigemessen werden soll. Somit droht die Gefahr, dass kleinere Gewerkschaften systematisch von den gr&#246;&#223;eren verdr&#228;ngt werden. Die Neugr&#252;ndung und Etablierung von (tariff&#228;higen) Gewerkschaften in Konkurrenz zu den DGB-Gewerkschaften d&#252;rfte damit erheblich erschwert werden.</p>
<p>Alles in allem bahnt sich hier eine unheilige Allianz an: Die Arbeitgeber m&#246;chten den Wettbewerb auf den Produktm&#228;rkten ausbremsen, die DGB-Gewerkschaften wollen die entstehende Tarifkonkurrenz auf dem &#8220;Markt&#8221; f&#252;r die kollektive Vertreung von Arbeitnehmerinteressen unterbinden und der Staat m&#246;chte die &#246;ffentlichen Kassen entlasten sowie die Sozialtransfers zur&#252;ckfahren. Leidtragende werden zun&#228;chst Arbeitslose und Verbraucher sein. Langfristig droht jedoch die besagte Tarifautonomie ausgehebelt zu werden. Dies kann auch nicht im Interesse der etablierten Gewerkschaften und der Arbeitgeberverb&#228;nde sein.
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