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	<title>CARTA &#187; Werbemarkt</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Fair Share von Google – vielleicht geht es doch!</title>
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		<pubDate>Mon, 05 Mar 2012 15:05:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Ehmann</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Google redet von Fair Share, nutzt aber bei der Werbevermarktung seine marktbeherrschende Stellung aus. Viele Paragraphen in den Allgemeinen Gesch&#228;ftsbedingungen von Google Adsense reduzieren Partner zu blo&#223;en Befehlsempf&#228;ngern. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf <em>iRights.info</em> schreibt <a href="http://www.irights.info/index.php?q=node/2161&amp;Kategorie=Homepage">Andrea Lohse</a>, Professorin f&#252;r Wirtschaftsrecht an der Ruhr-Universit&#228;t Bochum, sie sehe f&#252;r die Verleger wenig Aussicht auf Erfolg mit ihrer Forderung nach einem „fair share“ gegen <em>Google</em>. Ich bin ja nur ein kleiner Medienrechtsanwalt in einer mittelgro&#223;en M&#252;nchner Kanzlei und trage keinen Professorentitel und berate nicht das Bundeswirtschaftsministerium. Man muss also nicht viel geben auf meine Meinung, aber ich glaube, dass der Gedanke von fair share so bl&#246;d gar nicht ist, wie jetzt alle tun.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Was ist dieses fair share eigentlich?</strong></p>
<p>Ich muss auch zugeben, dass ich gar nicht so richtig wei&#223;, was andere unter fair share verstehen. Da werden Parallelen zum (aus anderen Gr&#252;nden abzulehnenden) Leistungsschutzrecht gezogen und es wird &#252;ber CTRs gefachsimpelt. Vielleicht verstehen auch die Verleger oder ihre Anw&#228;lte fair share anders als ich. Ich habe auch nie gelesen, was in der Kartellbeschwerde der Verleger drin steht. Vielleicht ist sie ja furchtbar mies – so etwas kommt manchmal vor. Wie auch immer: Ich jedenfalls verstehe fair share so, dass <em>Google</em> etwas abgeben muss an die anderen Mitbewohner im &#214;kosystem Internet, weil sie die Gro&#223;en und Reichen sind und die Gro&#223;en und Reichen den Kleinen und Armen immer etwas abgeben m&#252;ssen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie gro&#223; und reich ist Google?</strong></p>
<p><em>Google</em> ist zweifellos ein Monopolist wie es ihn noch nie gab. <em>Google</em> f&#228;hrt das dicke Geld im Internet ein und danach kommt lange lange nichts. 2011 waren es fast 38 Mrd. Dollar <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Google_Inc.">Umsatz</a>, mehr als das Zehnfache im Vergleich zu <em>Facebook</em>. Und die Kostenquote ist grandios: Nur 32.467 Mitarbeiter, dazu noch ein paar Serverfarmen, keine Produktion<del>, kein Vertrieb</del>. Das ist wie eine Maschine, die Gelddruckmaschinen baut. Da ist man nat&#252;rlich froh, dass der Wahlspruch von <em>Google</em> lautet: „Don´t be evil!“ Na dann ist ja alles gut! Das Gesch&#228;ftsmodell ist zielgenaue Werbung. Die kann man buchen, &#252;ber <em>Google-Adwords</em>. Es gibt aber noch einen weiteren Dienst, mit dem <em>Google</em> die Reichweite seiner Werbung auf fremde Seiten (z.B. <em>stern.de</em>) ausdehnt &#8211; der hei&#223;t <em><a href="https://accounts.google.com/ServiceLogin?service=adsense&amp;rm=hide&amp;nui=15&amp;alwf=true&amp;ltmpl=adsense&amp;passive=true&amp;co">Google-Adsense</a></em>, und das ist der einzige Dienst, der jetzt schon Geld von <em>Google</em> an die Anbieter von Internetseiten (Publisher) flie&#223;en l&#228;sst. Niemand bringt algorithmisch zielgenauere Werbung auf Ihre Seiten als <em>Google-Adsense. </em>Das liegt daran, dass <em>Google</em> alles &#252;ber alle Menschen wei&#223;. Oder wie es Eric Schmidt formuliert:</p>
<blockquote><p><em>„Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, wor&#252;ber du nachdenkst.“</em></p></blockquote>
<p>Im Zusammenhang mit den neuen Datenschutzbestimmungen skizziert <em>Google</em> bereits relativ pr&#228;zise, auf welch sch&#246;ne neue Welt man bei <em>Google</em> hinarbeitet.</p>
<blockquote><p><em>„Wir k&#246;nnen euch daran erinnern, dass ihr f&#252;r ein Meeting sp&#228;t dran seid – basierend auf eurem Standort, eurem Kalendereintrag und der Stra&#223;enverkehrsinformation in Google Maps.“</em></p></blockquote>
<p>Da also <em>Google</em> alles wei&#223; und sich die besten Techniker leisten kann &#8211; man braucht davon sowieso nicht allzu viele &#8211; kann es dieses Wissen dazu einsetzen, die passende Werbung f&#252;r genau Ihre H&#228;morrhoiden oder genau Ihren Scheidenpilz auszuliefern, passend abgestimmt auf die Drogen, die sie sonst so nehmen. Jedenfalls ist <em>Google-Adsense</em> seinen Mitbewerbern im Bereich Werbevermarktung ungef&#228;hr so &#252;berlegen wie ein Ferrari einem Dreirad. Diese &#220;berlegenheit bezieht sich aber nicht allein auf die auswertbare Datenbasis, den technologischen Vorsprung und den nur in 10er-Potenzen messbaren Reichweitenvorteil, sondern mit gro&#223;er Wahrscheinlichkeit auch auf den erzielbaren Preis pro Werbeauslieferung (eTKP). Verwunderlich ist daher, dass man als Kunde mit <em>Google-Adsense </em>nicht wesentlich mehr verdient als bei anderen Vermarktern. Es k&#246;nnte daran liegen, dass der share nicht fair ist.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Wie ist denn der aktuelle share?</strong></p>
<p>Wenn man sich den share bei <em>Googles</em> Mitbewerbern (den Dreir&#228;dern) so anschaut, so nehmen diese &#8211; je nachdem, ob man sich exklusiv oder nicht exklusiv anschlie&#223;t &#8211; zwischen 30 und 50 Prozent des auf Ihrer Webseite generierten Umsatzes. Fair share? Ansichtssache! Aber immerhin: Die m&#252;ssen hart arbeiten, um an ihre Werbekunden ranzukommen (das muss <em>Google</em> nicht, die Kunden kommen von allein) und Technologie und Kundenbetreuung (hat <em>Google</em> nicht – na ja so ein bisschen &#8211; kaum der Rede wert) machen sich auch nicht von selbst. Also der share scheint bei den Dreir&#228;dern im Wesentlichen in Ordnung. Jedenfalls gibt es da Wettbewerb und so ist das zumindest kartellrechtlich unkritisch. Und <em>Google-Adsense</em>?</p>
<p>Nr. 12 der <a href="https://www.google.com/adsense/localized-terms?rc=DE">AGB</a> lautet in Ausz&#252;gen:</p>
<p><em> </em></p>
<blockquote><p><em>12.1. Sie erhalten von Google eine Zahlung in H&#246;he eines Teils der Werbeeinnahmen, die Google von dritten Inserenten aufgrund der Anzeigen und Empfehlungs-Buttons auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) erh&#228;lt. Diese Summe wird von einer Vielzahl von Faktoren bestimmt, unter anderem (a) von der Anzahl der g&#252;ltigen Klicks auf Anzeigen auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en), (b) die Anzahl der g&#252;ltigen Ansichten von Anzeigen auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en), (c) der Anzahl der g&#252;ltigen Abschl&#252;sse von durch Empfehlungs-Buttons auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) initiierten Empfehlungsereignissen und/oder durch andere Ereignisse im Zusammenhang mit der Darstellung von Anzeigen auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en). Der Anteil der Summe, die Sie erhalten, wird von Google in seinem alleinigen Ermessen festgesetzt. Sie erkennen an, dass Google Ihnen nicht mitteilen wird und hierzu auch nicht verpflichtet ist, wie es diesen Anteil ermittelt und welchem Prozentsatz dieser Anteil im Verh&#228;ltnis zu den Gesamteinnahmen von Google aufgrund der auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) erscheinenden Anzeigen und Empfehlungs-Buttons entspricht. Die Zahlung wird allein auf Grundlage von durch Google gespeicherte Informationen berechnet&#8230;</em></p>
<p><em>12.10. Google ist berechtigt, seine Preisstruktur und/oder Zahlungsstruktur jederzeit nach eigenem Ermessen zu &#228;ndern&#8230;</em></p>
<p><em>12.12. Google kann Gelder und sonstige Anspr&#252;che, die Ihnen im Zusammenhang mit dem AdSense Programm zustehen, unter bestimmten Voraussetzungen einbehalten. Sie erkl&#228;ren sich damit einverstanden, dass Google, ohne Sie dar&#252;ber zu informieren, alle Gelder, die Ihnen im Zusammenhang mit dem AdSense Programm zustehen (sofern vorhanden), an von Google ausgew&#228;hlte Hilfsorganisationen spenden kann, wenn Google diese Gelder Ihnen nicht auszahlen kann, weil Ihr Konto inaktiv (so wie im Folgenden definiert) ist.</em></p></blockquote>
<p>Mit anderen Worten: Der share ist fair und was fair ist, entscheidet Google.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und die babylonische Verwirrung </strong></p>
<p>Vielleicht ist es zu streng, wenn man sagt, dass <em>Google</em> Teufelswerk (evil) ist. Aber es ist schon schlimm genug, wenn die AGB einfach rechtswidrig sind. Denn gerade ein gro&#223;es, marktbeherrschendes Unternehmen sollte sich an Recht und Gesetz halten.</p>
<p>Nach §4 Nr.11 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_gegen_den_unlauteren_Wettbewerb">UWG</a> handelt unlauter, wer einer gesetzlichen Vorschrift zuwiderhandelt, die auch dazu bestimmt ist, im Interesse der Marktteilnehmer das Marktverhalten zu regeln. Unlauter handelt, wer unwirksame AGB verwendet. Problematisch ist bei <em>Google-Adsense</em>, nach welchem Recht diese AGB zu beurteilen sind. Denn in den AGB ist eine sogenannte Rechtswahlklausel enthalten, welche die Anwendbarkeit englischen Rechts vorsieht. Diese binden aber zun&#228;chst nur die Vertragspartner, nicht die Mitbewerber, die in einem Wettbewerbsprozess daf&#252;r sorgen wollen, dass<em> Google</em> sich in Deutschland anst&#228;ndig benimmt, damit im Wettbewerb Chancengleichheit herrscht.</p>
<p>Einerseits k&#246;nnte man sagen, dass das deutsche UWG nur die Anwendbarkeit wirksamer AGB fordert und die Wirksamkeit nach englischem Recht beurteilt werden m&#252;sse, weil schlie&#223;lich alle Vertragspartner englisches Recht vereinbaren (m&#252;ssen). Allerdings w&#228;ren dann deutsche Unternehmen auf dem deutschen Markt m&#246;glicherweise anderen Marktverhaltensregeln unterworfen als <em>Google</em>. Genau das soll aber das Wettbewerbsrecht verhindern. Entsprechend sieht Art.40 EGBGB das so genannte Marktortprinzip vor, nach dem das Recht des Staates anzuwenden ist, in dem die fragliche Handlung vorgenommen wird. Das ergibt sich gleichfalls aus Art.6 Abs.1 der Rom-II-VO. Nach Art.6 IV der Rom-II-VO kann von dieser Regelung auch nicht durch eine Rechtswahl abgewichen werden. Die AGB von <em>Google-Adsense</em> sind also trotz der Rechtswahlklausel am deutschen Recht zu messen.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und Intransparenz</strong></p>
<p>Als sogenannte Preisklausel ist Ziffer 12.1. zwar einer Inhaltskontrolle entzogen, weil eine AGB-Kontrolle nicht f&#252;r leistungsbeschreibende Klauseln gilt. Denn man geht davon aus, dass diese ohnehin den Kern der Entscheidung f&#252;r oder gegen einen Vertragsschluss ausmachen. Allerdings gilt auch f&#252;r Preisklauseln das Transparenzgebot, d.h. Google m&#252;sste seine Berechnungsgrundlagen offen legen. Ein Blick in die <em>Google-Adsense</em>-AGB sagt mir:</p>
<blockquote><p><em>„Sie erkennen an, dass Google Ihnen nicht mitteilen wird und hierzu auch nicht verpflichtet ist, wie es diesen Anteil ermittelt und welchem Prozentsatz dieser Anteil im Verh&#228;ltnis zu den Gesamteinnahmen von Google aufgrund der auf Ihrem(n) Kundenobjekt(en) erscheinenden Anzeigen und Empfehlungs-Buttons entspricht.“</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Don´t be evil und fehlendes Preisverzeichnis</strong></p>
<p>Nach §5 Abs.1 Preisangabenverordnung hat jeder, der Leistungen anbietet, ein Preisverzeichnis mit den Preisen f&#252;r seine wesentlichen Leistungen aufzustellen.</p>
<blockquote><p><em>„Der Anteil der Summe, die Sie erhalten, wird von Google in seinem alleinigen Ermessen festgesetzt.“</em></p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong> </strong></p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und fair share I</strong></p>
<p>Die Rechtsordnung gestattet grunds&#228;tzlich ein vertraglich vereinbartes einseitiges Preisbestimmungsrecht. Allerdings m&#252;ssen die Preise im Zweifel nach „billigem Ermessen“ bestimmt werden. Durch AGB kann dieser Ma&#223;stab nicht auf ein „freies Ermessen“ reduziert werden, das nur bei „offenbarer Unbilligkeit“ richterlich kontrollierbar ist (Gottwald in M&#252;nchner-Kommentar, 2007, §315, Rn.33). Soweit es alleiniges Ermessen hei&#223;t, steht das eher einem „freien“ Ermessen nah. Allein aus diesem Grund k&#246;nnte die Klausel unwirksam und angreifbar sein.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong>Don´t be evil und fair share II</strong></p>
<p>Nach §19 Abs.4 Nr.2 <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gesetz_gegen_Wettbewerbsbeschr%C3%A4nkungen">GWB</a> liegt ein Missbrauch einer marktbeherrschenden Stellung insbesondere vor, wenn ein marktbeherrschendes Unternehmen als Anbieter oder Nachfrager einer bestimmten Art von Waren oder gewerblichen Leistungen Entgelte oder sonstige Gesch&#228;ftsbedingungen fordert, die von denjenigen abweichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben w&#252;rden. Nach der Vitamin-B12-Entscheidung des Bundesgerichtshofs kann sich die missbr&#228;uchliche Ausnutzung einer marktbeherrschenden Stellung auch in der Preisgestaltung des marktbeherrschenden Unternehmens zeigen. Unabh&#228;ngig von der Frage, welchen share <em>Google</em> konkret aussch&#252;ttet, k&#246;nnte eine missbr&#228;uchliche Preisgestaltung auch darin liegen, dass <em>Google</em> gar nicht sagt, wie viel sie aussch&#252;tten.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Don´t be evil und der Verfall des Auszahlungsanspruchs</strong></p>
<p>Es ist schwierig, im Internet Geld zu verdienen. Wenn man es dann schafft, eine Webseite zu etablieren, die hinreichende Werbeums&#228;tze generiert, so kann Google nach seiner eigenen Vorstellung von Weltgerechtigkeit und Weltfrieden jederzeit den Stecker ziehen.</p>
<p><strong> </strong></p>
<blockquote><p><em>Google kann Gelder und sonstige Anspr&#252;che, die Ihnen im Zusammenhang mit dem AdSense Programm zustehen, unter bestimmten Voraussetzungen einbehalten.</em><strong> </strong></p></blockquote>
<p><strong> </strong></p>
<p>Das OLG K&#246;ln hat am 28.6.2010 &#252;ber eine vergleichbare Klausel schon einmal entschieden. Das Urteil fiel eindeutig aus:</p>
<blockquote><p><em>An der unangemessenen Benachteiligung ist nicht zu zweifeln. Die Regelung, dass im Fall des Bekanntwerdens eines Regelversto&#223;es „alle Guthaben, inklusive allen offenen Auszahlungen gel&#246;scht“ werden, nimmt dem Werkunternehmer undifferenziert und ungeachtet der H&#246;he des in Rede stehenden Betrags sowie der Schwere des Regelversto&#223;es sowie unabh&#228;ngig von einem Verschulden des Werkunternehmers den Werklohnanspruch nach § 631 Abs. 1 BGB, dem wegen &#8211; hier in Rede stehender Pflichtverletzungen &#8211; nach der gesetzlichen Regelung verschuldensabh&#228;ngige Gegenanspr&#252;che nach §§ 280 ff. BGB entgegen gehalten werden k&#246;nnten, die zudem nach Ma&#223;gabe der §§ 249 ff. BGB zu bemessen w&#228;ren. Hiervon weicht die Regelung ab, indem sie verdiente Werklohnanspr&#252;che in jeglicher H&#246;he f&#252;r jeden Fall eines „Regelversto&#223;es“ entfallen l&#228;sst. Besondere Interessen des Verwenders sind weder aufgezeigt noch ersichtlich. Die Regelung verst&#246;&#223;t nach dem Vorstehenden zudem gegen den Grundgedanken des § 631 BGB sowie Grundgedanken des allgemeinen Schuldrechtes, § 307 Abs. 2 Nr. 1 BGB.</em></p></blockquote>
<p>&nbsp;</p>
<p><strong> </strong></p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Es gibt zahlreiche Anhaltspunkte, dass <em>Google</em> seine marktbeherrschende Stellung missbraucht, indem es Gesch&#228;ftsbedingungen diktiert, die von denen abweichen, die sich bei wirksamem Wettbewerb mit hoher Wahrscheinlichkeit ergeben w&#252;rden. Das ist auch wettbewerbsrechtlich vor deutschen Zivilgerichten angreifbar. Ein paar Urteile, die einzelne Klauseln f&#252;r unzul&#228;ssig erkl&#228;ren, in denen sich missbr&#228;uchliches Marktverhalten manifestiert, w&#252;rden eine Kartellbeschwerde sicher st&#252;tzen. Es w&#252;rde auch einem freieren Internet dienen, wenn jeder Blogger, jede Onlinezeitung und jeder Content-Anbieter mehr Geld im Internet verdienen k&#246;nnte.</p>
<p>&nbsp;
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		<title>Google, Apple und Facebook – Der Kampf der Internetgiganten</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 12:14:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christoph Kappes</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dominanz, Datenschutz, Zensur und Marktbeherrschung: Die Giganten der Internetwirtschaft &#228;hneln sich strukturell und sollten auch in der Politik strukturell und damit losgel&#246;st von einzelnen Aktivit&#228;ten betrachtet werden. Ein Vortrag zur Versachlichung der Diskussion.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/3df62d0e95d249fe8af90d413aa2f567" alt="" width="1" height="1" />In der &#214;ffentlichkeit entsteht mitunter der Eindruck, zwischen Google, Apple und Facebook finde ein Kampf statt. Ich bin dieser These in einem Vortrag nachgegangen und habe die unterschiedlichen Strategien der beteiligten Unternehmen zusammengestellt.</p>
<p>Seit langem verfolge ich die &#246;ffentliche Berichterstattung und m&#246;chte mit dieser Pr&#228;sentation einen <a href="http://carta.info/autor/christoph_kappes/">weiteren Beitrag</a> zur Versachlichung der Diskussion leisten. Das gilt auch f&#252;r kritische Punkte; sie sind bei allen Unternehmen strukturell gleich und sollten auch in der Politik strukturell und damit losgel&#246;st von einzelnen Aktivit&#228;ten betrachtet werden.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/kappes.jpg"><img class="alignright size-medium wp-image-32381" title="kappes" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/kappes-300x228.jpg" alt="" width="300" height="228" /></a>In meinem Vortrag komme ich zu dem Schluss, dass Apple aufgrund seiner Strategie einen Sonderfall darstellt, den man am besten als Qualit&#228;tsf&#252;hrerschaft in einem Nischensegment beschreiben kann. Das wird von mehreren Elementen bestimmt, namentlich von einer vertikalen Integration zwischen Hardware- und Software-Ebenen mit gewissen Lock-In-Mechanismen. Diese Sonderstellung Apples ergibt sich auch aus der Umsatzstruktur, die von Hardware im Bundle mit Software gepr&#228;gt ist, und der Gewinnsituation, die sich auch aus &#252;berdurchschnittlichen Hardware-Margen bei gleichzeitigem Innovationstempo mit neuen Produkten erkl&#228;ren l&#228;sst.</p>
<p>Google und Facebook sind untereinander direkte Wettbewerber, da sie werbefinanzierte Gesch&#228;ftsmodelle haben, die rein software- bzw. dienste-basiert sind. W&#228;hrend Google einen weit besseren Umsatz je Kunde erzielt, steht Facebook in puncto Kundenbindung besser da. Googles Kerngesch&#228;ft ist durch einige Effekte und den Verteilungskampf um Werbeerl&#246;se mit Facebook mittelfristig in Gefahr, w&#228;hrend Facebooks Innovationstempo viele Potentiale zeigt, die Plattform weiter auszubauen. Ich komme zum Ergebnis, dass Google sich in vielen Gesch&#228;ftsfeldern in einem „Mehrfrontenkrieg“ befindet, – vor allem mit Facebook.</p>
<p>Um einen &#220;berblick zu geben, f&#252;hre ich au&#223;erdem eine Vielzahl der aktuellen Diskussions- bzw. Kritikpunkte mit dem Anspruch auf Vollst&#228;ndigkeit auf. Sie sind bei allen drei Unternehmen gleichartig: Auch bei Facebook wird die Dominanz-Diskussion gef&#252;hrt (Sondertarife mit Telkos bei 0.facebook.com) und die Datenschutz-Diskussion um WLAN-Erfassung gibt es auch bei Apple. Auf eine Wertung verzichte ich jedoch weitgehend.</p>
<p>Abschlie&#223;end zeige ich m&#246;gliche weitere Entwicklungen auf und komme zu dem Ergebnis, dass einerseits mittelfristig seri&#246;se Prognosen &#252;ber die Zukunft der derzeit gro&#223;en Player kaum m&#246;glich sind, da der Internetmarkt weiterhin sehr dynamisch ist und stark w&#228;chst. Andererseits gibt es keinen Grund, von einem wirtschaftlichen Niedergang Googles zu sprechen, nur weil es von Facebook und Apple in verschiedenen Gesch&#228;ftsfeldern angegriffen wird.</p>
<div id="__ss_4975802" style="width: 425px;"><strong style="display: block; margin: 12px 0 4px;"><a title="Google, Apple, Facebook - Der Kampf der Internetgiganten (pdf)" href="http://www.slideshare.net/ckfructus/google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten">Google, Apple, Facebook &#8211; Der Kampf der Internetgiganten (pdf)</a></strong><object id="__sse4975802" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=201008kampfgiganten-100815171330-phpapp01&amp;rel=0&amp;stripped_title=google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten" /><param name="name" value="__sse4975802" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse4975802" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=201008kampfgiganten-100815171330-phpapp01&amp;rel=0&amp;stripped_title=google-apple-facebook-der-kampf-der-internetgiganten" name="__sse4975802" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object><br />
View more <a href="http://www.slideshare.net/">presentations</a> from <a href="http://www.slideshare.net/ckfructus">Christoph Kappes</a>.</div>
<p><strong> </strong></p>
<p><em>Lesen Sie dazu auch von Christoph Kappes:</em></p>
<ul>
<li><a rel="bookmark" href="../../26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Facebook – Ein Sonderfall im &#214;kosystem des Internets?</a></li>
<li><a rel="bookmark" href="../../21775/google-bashing/">Google-Bashing: Zur politischen &#214;konomie einer Suchmaschine</a></li>
</ul>
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		<title>Verzicht auf ein Werbe- und Sponsoringverbot: Medienpolitik als Aussitzmodell</title>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 09:00:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Tobias Schmid</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Politik scheut nicht nur Geb&#252;hrenerh&#246;hungen. Sie scheut auch der Bev&#246;lkerung ehrlich zu sagen, was das &#246;ffentlich-rechtliche Rundfunksystem kostet. Mit dem Verzicht auf ein Werbe- und Sponsoring-Verbot im Geb&#252;hrenfernsehen hat die Medienpolitik die Gestaltung eines ordnungspolitisch vertretbaren Mediensystems weitgehend aufgegeben.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/911da62377f84bbeb181c4233f4cc5eb" width="1" height="1" alt=""/><em>Von Dr. Tobias Schmid und Anne Pietrzak, RTL-Television</em></p>
<p>Der „bittere Medienkrieg“, wie der bekannte Verteidigungsexperte Peter Boudgoust ihn <a href="http://futurezone.orf.at/stories/1645443/">nannte</a>, endete vorerst am 10. Juni dieses Jahres durch Kapitulation der Politik vor dem scheinbar Unberechenbaren. Es gab keine Gewinner.</p>
<p>Noch am Tag zuvor hatte sich die Rundfunkkommission der L&#228;nder in einem f&#252;r deutsche Verh&#228;ltnisse geradezu <strong>spektakul&#228;ren Schnellritt</strong> darauf geeinigt, die ger&#228;teabh&#228;ngige Rundfunkgeb&#252;hr durch eine pauschale Haushaltsabgabe zu ersetzen. Nach dieser Entscheidung muss sich dann aber<strong> akute Mutlosigkeit</strong> breitgemacht haben.</p>
<p>Das urspr&#252;nglich geforderte <strong>Werbe- und Sponsoringverbot f&#252;r ARD und ZDF</strong>, &#252;ber das seit Jahrzehnten parteien&#252;bergreifend diskutiert wird und das in den vergangenen Wochen kaum noch einen ernstzunehmenden Gegner hatte, landete erneut in der <strong>medienpolitischen Zwischenablage</strong>. Vom gro&#223;en Wurf bleibt nur das Verbot von Sponsoring nach 20 Uhr, mit Ausnahme von Sportereignissen. Diese Miniatur-Reform soll mit dem neuen Rundfunkstaatsvertrag 2013 in Kraft treten.</p>
<p>Warum sich in einem politischen Gestaltungsraum &#8211; noch weit von den Zw&#228;ngen der Globalisierung entfernt und innerhalb klarer nationaler und f&#246;deraler Kompetenzen organisiert &#8211; immer wieder eine derartige Mut- und Kraftlosigkeit breitmacht, ist Au&#223;enstehenden kaum zu erkl&#228;ren.</p>
<p>Vor- und Nachteile eines werbe- und sponsoringfreien &#246;ffentlich-rechtlichen Programms waren hinreichend diskutiert. Mochte man es lieber bildhaft, konnte ein Blick aufs sogenannte Werberahmenprogramm ebenso Aufschl&#252;sse bieten wie einer auf das wochent&#228;gliche Programmschema von ARD und RTL. Wer da noch substanzielle Unterschiede fand, die die signifikante Ungleichheit der Finanzierungsstruktur rechtfertigten, musste schon gute Augen haben.</p>
<p>Dennoch ist es wieder nicht zum klaren Cut gekommen. Politiker scheuen offenbar nicht nur jede potenzielle Geb&#252;hrenerh&#246;hung der &#214;ffentlich-Rechtlichen, sie scheuen auch, der Bev&#246;lkerung ehrlich mitzuteilen, was sie ihr &#252;ber die Jahre &#252;ppig gewachsenes und luxuri&#246;s ausgestattetes &#246;ffentlich-rechtliches System mit 23 TV-, &#252;ber 100 Audio- und nicht z&#228;hlbaren Online-Angeboten tats&#228;chlich kostet.</p>
<p>Zugegebenerma&#223;en ist Transparenz in diesem Bereich nicht einfach herzustellen, nicht einmal f&#252;r die KEF. Derzeit wagt kaum jemand, eine zutreffende Kompensationssumme f&#252;r den Fall des Werbekomplettverzichts zu prognostizieren.</p>
<p>Fakt ist nur: Das Gespenst der drohenden 1,42 Euro Geb&#252;hrenerh&#246;hung ist entzaubert, nachdem selbst die L&#228;nder mittlerweile von deutlich unter einem Euro ausgehen und man mit unverzerrtem Blick auch auf die H&#228;lfte eines Euros kommen kann. Nur ARD und ZDF tragen weiter die <strong>Monstranz der offiziellen 1,42 Euro</strong> KEF-Berechnung vor sich her. Fairerweise sollte man dann aber auch zugeben, dass die KEF nur auf Basis der Zahlen rechnen kann, die man ihr offen darlegt.</p>
<p>Es ist zumindest denkw&#252;rdig, dass es in Deutschland, einem durchorganisierten und der Transparenz verpflichteten Land, nicht m&#246;glich sein soll, eine jedem Geb&#252;hrenzahler verst&#228;ndliche Kostenrechnung in das &#246;ffentlich-rechtliche Zahlenwerk zu bringen<strong>. Ganz offensichtlich fehlt hier ein gesundes Ma&#223; an Transparenz</strong>. Allein deshalb ist Misstrauen angebracht.</p>
<p>Dass dieses Misstrauen die Politik aber letztlich dazu gef&#252;hrt hat, auf ein klares ordnungspolitisches Signal zu verzichten, ist tragisch. Selbst wenn man der Politik zuguteh&#228;lt, im Sinne der Geb&#252;hrenzahler jedes unkalkulierbare Geb&#252;hrenerh&#246;hungsrisiko vermeiden zu wollen und nicht zeitgleich mit einem Umbruch des Finanzierungssystems eine Entscheidung zur Beifinanzierung zu treffen: Es h&#228;tte noch immer die M&#246;glichkeit gegeben, die grunds&#228;tzliche Bestimmung zum Geb&#252;hrenverzicht zu treffen und erg&#228;nzend dazu einen Ausgleichsvorbehalt f&#252;r eine zu definierende Evaluierungsphase festzulegen. Diesen klugen Vorschlag hatte VPRT-Pr&#228;sident J&#252;rgen Doetz im Vorfeld der Entscheidung eingebracht.</p>
<p>Genau das Gegenteil ist aber passiert:</p>
<p>Die ordnungspolitische Struktur bleibt wie sie ist; das Problem ist vertagt. Immerhin haben die Ministerpr&#228;sidenten sich jetzt &#8211; nach Inkrafttreten des 12. RStV &#8211; auf die Einrichtung einer Arbeitsgruppe verst&#228;ndigt, die Programmauftrag und &#8211; konzepte im „linearen digitalen Angebot“ von ARD und ZDF im Hinblick auf deren k&#252;nftige Finanzierbarkeit auf den Pr&#252;fstand stellen soll. Das ist in sofern interessant, als gerade noch die Beschwerde des VPRT gegen <strong>ZDF neo, eine &#246;ffentlichrechtliche Kopie von VOX</strong>, nur ohne Informationsprogramme, zwar als abweichend von staatsvertraglichen Regelungen, aber dennoch zur&#252;ckgewiesen wurde.</p>
<p>Um keine Missverst&#228;ndnisse aufkommen zu lassen: Wir halten diese Arbeitsgruppe f&#252;r wichtig, richtig und uneingeschr&#228;nkt begr&#252;&#223;enswert, h&#228;tten aber eine derartige Evaluierung im Vorfeld der staatsvertraglichen Regelungen des 12. RStV f&#252;r sinnvoller erachtet.</p>
<p>Warum man sich aber entschieden hat, den gleichen Fehler zu wiederholen und auf die Festschreibung des Werbeverzichts mit Ausgleichsvorbehalt zugunsten einer Neudiskussion der Gesamtproblematik in 3-5 Jahren zu verzichten, ist zumindest uns nicht erkl&#228;rlich. Dieser Zickzackweg der f&#246;deralen Politik auf der Suche nach einem <strong>haltbaren Kompromiss zur Sicherung des ordnungspolitischen Systems</strong> besch&#228;digt das Vertrauen in die Medienpolitik. Einem stringenten Ordnungsrahmen und einer dauerhaften Balance im Dualen System sind wir damit keinen Schritt n&#228;her gekommen.</p>
<p>Auch ARD und ZDF haben letztlich wenig bis nichts gewonnen. Abgesehen davon, dass aller Voraussicht nach nur eine Gnadenfrist bleibt, bevor das Thema wieder auf die Agenda rutscht: Das Image von ARD und ZDF hat ebenso gelitten wie deren Glaubw&#252;rdigkeit<strong>.</strong> Es ist ja niemandem – auch nicht dem &#246;ffentlich-rechtlichen Rundfunk – vorzuwerfen, innerhalb der Grenzen des M&#246;glichen im eigenen Interesse zu handeln.</p>
<p>Aber die Argumente von ARD und ZDF gegen die Einf&#252;hrung eines Werbe- und Sponsoringverzichts – und da vor allem die heldenhafte Verteidigung ihrer zweifelhaften Rolle als Werbekorrektiv und Verfechter kommerzieller Markttransparenz &#8211; werden ihnen da auf die F&#252;&#223;e fallen, wo die <strong>Werbefreiheit heute schon als einziges Abgrenzungskriterium zu identischen privaten Angeboten</strong> herhalten muss.</p>
<p>„Die Werbefreiheit von ARD.de garantiert den Nutzern, dass Themen und Schwerpunkte unabh&#228;ngig von &#246;konomischen Interessen gestaltet sind.“ Ein Schelm, der der (offline-) ARD im Umkehrschluss anderes unterstellt. Besonders „&#252;berzeugend“ wirkt in dem Zusammenhang beispielsweise die Einbettung des Formates „B&#246;rse im Ersten“ vor der „Tagesschau“, gesponsert von einem namhaften Versicherungskonzern.</p>
<p>Die sinkende Glaubw&#252;rdigkeit &#246;ffentlich-rechtlicher Angebote macht auch die eingebettete Werbung nicht unbedingt attraktiver. Deshalb kann auch die Werbewirtschaft allenfalls einen Punktsieg verbuchen. Und wer das Fehlen bestimmter Werbezielgruppen beim privaten Rundfunk bem&#228;ngelt, darf nicht ausblenden, dass eine &#252;bergro&#223;e Pr&#228;senz geb&#252;hrenfinanzierter Angebote ein privates Gegenangebot im gleichen Segment verunm&#246;glicht. Dem privaten Rundfunk zu unterstellen, qua definitionem auf bestimmte Zuschauerschichten fixiert zu sein, ist schlichtweg falsch. Immerhin wurde <strong>„Ein Schloss am W&#246;rthersee</strong>“ urspr&#252;nglich auch einmal von und f&#252;r <strong>RTL</strong> produziert.</p>
<p>Besch&#228;digt von der politischen Nicht-Entscheidung zum Werbeverzicht ist in jedem Fall die gesamte private deutsche Medienlandschaft. Ein werbefreier &#246;ffentlich-rechtlicher Rundfunk h&#228;tte das inzwischen <strong>&#246;konomisch ins Wanken geratene Mediensystem</strong> stabilisieren k&#246;nnen. Das meint nur zum Teil die potenzielle Verschiebung der Werbeeinnahmen vom &#246;ffentlich-rechtlichen in den privaten TV-Sektor. Es betrifft nat&#252;rlich auch und vor allem den Printbereich.</p>
<p>Besch&#228;digt ist die private Medienlandschaft aber auch deswegen, weil erneut der Beweis daf&#252;r erbracht ist, dass die politische Wahrnehmung dessen, was er gesellschaftspolitisch leistet, nicht im Ansatz mit dem Grad seiner Unterst&#252;tzung durch die Politik einhergeht. <strong>Die Z&#246;gerlichkeit der Politik l&#228;sst &#252;berhaupt den Eindruck entstehen, dass sich die beiden S&#228;ulen des Dualen Systems gef&#228;lligst selbst auf Kompromisssuche begeben und organisieren sollen. </strong></p>
<p>Dieses Vorgehen nimmt der Politik zweifellos unangenehme Arbeit ab, stellt aber schon die Frage nach deren <strong>ernsthaften Gestaltungswillen</strong>. Wir glauben, dass eine als Aussitzmodell betriebene Medienpolitik zumindest dem kulturellen Teilaspekt unserer Branche mittelfristig den Todesstoss versetzen wird.</p>
<p>In einem Punkt m&#252;ssen wir uns nun doch noch selbst revidieren: Es gibt tats&#228;chlich noch einen Gewinner: Die medienpolitischen Fachpublikationen und die Medienseiten der Tageszeitungen werden auch in den n&#228;chsten Jahren viele Medienredakteure brauchen. Anders werden die andauernden populistischen Nebelkerzenw&#252;rfe im Dualen System kaum zu entwirren und zu versachlichen sein. Man kann Ma&#223;nahmen zur Rettung von Qualit&#228;tsjournalismus auch ‚&#252;ber Bande’ spielen.</p>
<p><a href="http://www.promedia-berlin.de/"><img class="alignleft size-full wp-image-29527" title="promedia07" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/06/promedia07.jpg" alt="" width="120" height="170" /></a><em>Dieser Gastbeitrag stammt von Dr. Tobias Schmid, Bereichsleiter Medienpolitik bei RTL Television und Vizepr&#228;sident des Verbandes Privater Rundfunk und Telekommunikation (VPRT), und </em> <em>Anne-Mary Pietrzak, Referentin f&#252;r Medienpolitik bei RTL Television.</em><br />
<em>Dieser Text erschien zuerst in der medienpolitischen Fachmagazin <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a>, das mit Carta kooperiert.</em>
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		<title>Auflage, Auflage, Auflage: Schleuderpreise bei Abonnements</title>
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		<pubDate>Sun, 31 Jan 2010 15:19:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Christian Preiser</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mit Preisnachl&#228;ssen und Pr&#228;miengimmicks versuchen Zeitschriften Auflage zu machen, um trotz Anzeigenflaute werbeattraktiv zu erscheinen – und demonstrieren dem Leser, wie gering sie ihr Produkt sch&#228;tzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/e6d3f28dfe284f2aa7eb76ecc7c277f2" alt="" width="1" height="1" />Kostet der <em>Spiegel</em> bald f&#252;nf Euro? Wenn es nach Verlagsgesch&#228;ftsf&#252;hrer Ove Saffe geht, k&#246;nnte der Copypreis des Nachrichtenmagazins von derzeit 3,70 Euro drastisch in die H&#246;he schnellen. Als Grund daf&#252;r nannte Saffe auf dem „Deutschen Medienkongress 2010“ die anhaltende D&#252;rre beim Anzeigenaufkommen. Nur noch gut ein Drittel der Erl&#246;se beim Spiegel kommen aus der Werbung. In den vergangenen zehn Jahren hat die Zeitschrift nach Angaben von Saffe drei Viertel ihres Anzeigenvolumens eingeb&#252;&#223;t. Daher sei es verlegerisch nur konsequent, schon mal prophylaktisch den <em>worst case</em> eines vollkommen anzeigenfreien Magazins zu kalkulieren.</p>
<p>Noch sind Saffes Hochrechnungen Zukunftsmusik. Einstweilen verramscht der Verlag sein publizistisches Flaggschiff f&#252;r lau. Erst k&#252;rzlich sackte der Preis f&#252;rs einzelne Heft im Pr&#228;miencountdown f&#252;r Neu- und Wieder-Abonnenten auf bis zu 1,57 Euro – fast 60 Prozent unter dem Kioskpreis. Mit ihrer Schleuderpreis-Strategie steht die Augstein-Publikation nicht allein: Das <em>Manager Magazin</em>, ebenfalls aus der Spiegel-Gruppe, k&#246;derte mit Abo-Preisen von 82 Cent f&#252;rs Heft (statt regul&#228;ren 6,65 Euro im Einzelverkauf) und auch die FAZ versuchte mit einer Pr&#228;mienr&#252;ckzahlung von 250 Euro neue kluge K&#246;pfe zum Jahresabo f&#252;r rund 530 Euro zu verlocken.</p>
<p>Was mit dieser tollk&#252;hn kalkulierten Abopreisgestaltung erreicht werden soll, ist klar: Auflage machen um buchst&#228;blich jeden Preis. &#214;konomisch erscheint ein solches <em>Push-Up</em>-Vertriebsmodell jedoch als reichlich abstrus. Denn weder sind die k&#252;nstlich generierten Abonnements auf absehbare Sicht rentabel, noch lassen sich die Werbetreibenden derzeit durch den Verweis auf eine h&#246;here Auflage zum Anzeigenschalten bewegen.</p>
<p>So mutieren die Ramsch-Offerten zum Imagedesaster f&#252;r die Verlage: Die Anzeigenstrategie floppt und die Leser f&#252;hlen sich durch die unmissverst&#228;ndliche Botschaft geohrfeigt: <em>Erstens bist du f&#252;r uns lediglich Mittel zum Zweck, und zweitens sind die journalistischen Inhalte, die wir dir verkaufen, in unserem Kalk&#252;l nur Peanuts.<br />
</em><br />
Die Degradierung des Lesers zum Hilfsakquisiteur f&#252;r Anzeigen d&#252;rfte sich ebenso r&#228;chen wie die Geringsch&#228;tzung der von der Redaktion erbrachten journalistischen Leistung. Wer sein Abo-Publikum systematisch zu Pr&#228;mien-Nomaden erzieht, braucht sich &#252;ber den Verlust jeglicher Leser-Blatt-Loyalit&#228;t nicht zu wundern.
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		<title>Software-Engineering: Schon bald eine Kernkompetenz f&#252;r Medienunternehmen</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Jan 2010 11:48:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marc Ziegler</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
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		<description><![CDATA[Statt weiterhin eine Platzhirschrolle als Contentlieferant zu beanspruchen, sollten Medienunternehmen sich als Informationsbroker begreifen. F&#252;r die offenen Plattformen der Zukunft braucht es mehr Technologiekompetenz.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Fast allen Webstrategien klassischer Medienunternehmen ist – bis zum heutigen Tag – eines gemeinsam: Die Medienunternehmen wollen so bleiben wie sie sind. Sie wollen seit Jahrzehnten erfolgreich etablierte Gesch&#228;ftsmodelle ins Web hin&#252;berretten – und sich auf ihre angestammten Kompetenzen verlassen k&#246;nnen.</p>
<p>Im Ergebnis bedeutet dies, dass etwa Zeitungverlage im Netz auch genau das bleiben wollen: Zeitungsverlage. Sie wollen ihrem klassichen Modell treu bleiben: Unter einem Dach Informationen recherchieren, bewerten, veredeln und gegen Bezahlung publizieren.</p>
<p>Doch im Web gelten andere Spielregeln. Es herrschen andere technologische Grundlagen, es gibt mehr Wettbewerb und mehr Vernetzung. In einem solche Umfeld m&#252;ssten sich Verlage und andere Medienunternehmen eigentlich zu technologiegetriebenen Brokern von Informationen und Dienstleistungen entwickeln.</p>
<p>Davon sind die Medienh&#228;user heute aber fast genauso weit entfernt wie vor zehn Jahren, als dieser Ansatz hierzulande erstmals in einer <a href="http://www.presseforschung.de/ep/stutext1.htm#diebold">Studie</a> erstmals entwickelt wurde. Ein Blick in die F&#252;hrungsetagen l&#228;sst leicht erkennen, woran dies liegt. Dort trifft man auf wenig Faszination f&#252;r den „digital spirit“ und noch weniger Kompetenz im Software Engineering. Genau dies wird jedoch gebraucht, um im Netz erfolgreich zu sein. Diese Schl&#252;sselkompetenz des Weberfolgs fehlt im Top-Management der Medienh&#228;user fast durchg&#228;ngig.</p>
<p>Die aktuelle Paid-Content-Diskussion zeigt, dass Medienh&#228;user die Wertigkeit ihrer selbst produzierten Inhalte im Web regelm&#228;&#223;ig &#252;bersch&#228;tzen – und den Wert nicht professionell erstellter Inhalte untersch&#228;tzen. Statt auf schwer durchsetzbare Bezahlmodelle zu schielen, sollten die Verlage nach ihrer neuen Rolle als Plattformanbieter und Informationsbroker suchen.</p>
<p>Jeff Jarvis predigt auf Medientagungen regelm&#228;&#223;ig „Do what you do best and link to the rest“. Doch man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass noch immer nur eine Minderheit der Medienunternehmen hierzulande realisiert hat, was dies konkret bedeutet.</p>
<p>Viele reklamieren f&#252;r sich noch immer eine Content-Platzhirschrolle. Sie manifestiert sich auch in der Content- und Linkstruktur von Verlagswebsites. Fast alle Verlage interpretieren ihre Onlineauftritte als geschlossene Bestimmungsorte, an denen sie Herrscher aller Content-Reusen sind. Kein Link geht nach au&#223;en, bestenfalls an Schwester- oder Tochterunternehmen der jeweiligen Mediengruppe. Dieser Anspruch der Informationshoheit und -kontrolle stammt noch aus fr&#252;hen Jahren der Onlinewelt und dokumentiert bis heute eindrucksvoll die Distanz zu den eigentlichen Spielregeln des Webs.</p>
<p>Dabei hat insbesondere die mit dem Internet aufgewachsene Generation der heute 14- bis 29-J&#228;hrigen gelernt, Wunschinhalte on-demand und on-the-fly aus vielen disparaten Quellen zu kompilieren und von automatischen News-Aggregatoren – gratis – kompilieren zu lassen. In diesen individuellen Content-Strom flie&#223;en von professionellen Journalisten erstellte Inhalte nur zum Teil ein.</p>
<div id="attachment_21389" class="wp-caption aligncenter" style="width: 630px"><img class="size-full wp-image-21389" title="Fig1" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/01/Fig1.png" alt="Fig1" width="620" height="357" /><p class="wp-caption-text">Medienunternehmen sollten ihre Websites in offene, netzwerkorientierte Ans&#228;tze &#252;berf&#252;hren.</p></div>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span><br />
Das Zaudern mit neuen Modellen der Medienh&#228;user zeigt sich nicht nur bei ihrem Angebot an die Leser, sondern auch bei den Anzeigenkunden. Das au&#223;erordentliche Wachstum der Online-Werbung zeigt neben der Ver&#228;nderung des Informationsnutzungsverhaltens vor allem auch den Wunsch der Werbetreibenden nach einem effektiveren Einsatz von Werbemitteln. Google – und inzwischen diverse andere Online-Unternehmen – bieten Werbekunden mit erfolgsbasierten Abrechnungsmodellen einen signifikanten Vorteil gegen&#252;ber rein reichweitenorientierten Medien. Bezahlt wird nur f&#252;r den Werbeerfolg: den Klick, den Download oder den erzielten Umsatz.</p>
<p>Nicht nur konjunkturbedingt streben Werbetreibende nach einer weiteren Reduktion von Streuverlusten. Online ist dies mit immer ausgereifteren Technologien m&#246;glich. Die Werbebetreibenden werden deshalb nicht auf reichweitenorientierte Imagewerbung verzichten, doch sie werden immer mehr auf erfolgsbasierte Werbema&#223;nahmen umstellen. Darauf haben sich Content-Anbieter und ihre Vermarkter bisher viel zu langsam eingestellt.</p>
<p>Um daran etwas zu &#228;ndern und gar die Dominanz von Google im performancebasierten Werbegesch&#228;ft aufzubrechen, m&#252;ssten die Inhalteanbieter ihre Technologiekompetenz deutlich ausweiten; vielleicht ist hier auch eine konzertierte, branchenweite L&#246;sung gefordert. Was die dpa als Content-Rohstofflieferant leistet, k&#246;nnte analog ein neu zu gr&#252;ndendes gemeinsames Technologieunternehmen f&#252;r die Erschlie&#223;ung erfolgsbasierter Werbemodelle und –plattformen leisten.</p>
<p>Die Mitarbeiter eines solchen imagin&#228;ren Gemeinschaftsunternehmens sollten sich dann aber nicht aus Abgesandten der Medienh&#228;user rekrutieren, sondern aus Internet-Entrepreneuren und Software Engineers, Beteiligung am Unternehmenserfolg inklusive. Auf die Erschlie&#223;ung von performancebasierten Werbem&#228;rkten sollten sich etablierte Medienh&#228;user st&#228;rker konzentrieren – statt Windm&#252;hlenk&#228;mpfe an der Paid-Content-Front zu f&#252;hren.</p>
<p><em>Dieser Text erschien zuerst bei <a href="http://medien.nrw.de/apollo-m/2009/12/04/auswege-aus-dem-paid-content-dilemma-teil-2/">Apollo M</a>, dem Blog des <a href="http://medien.nrw.de/">Medienclusters NRW</a> und wurde f&#252;r Carta &#252;berarbeitet und gek&#252;rzt. </em>
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		<title>Neue Werbem&#228;rkte: Computerspiele als Tr&#228;germedien</title>
		<link>http://carta.info/12662/spielewerbung/</link>
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		<pubDate>Thu, 30 Jul 2009 14:04:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Florian Paulus Meyer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Werbem&#228;rkte in Print und Fernsehen stecken in der Krise. Einige Mediaplaner setzen deshalb auf Computerspiele. Die Hersteller sind begeistert, doch Experten zweifeln.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/a98c440191483e0228e1094a7e1d53" alt="" width="1" height="1" />Barack Obama zeigt sich auf einem Poster bei einem Autorennen, er steht neben der Eisfl&#228;che einer NHL-Arena und in einem Baseball-Stadion: Im Herbst 2008 tobt der US-Wahlkampf, der Pr&#228;sidentschaftskandidat zeigt sich bei vielen Sportereignissen. <strong>Doch Obama tritt nicht selbst in den Stadien auf, er nutzt die virtuelle Welt als Plattform.</strong> Er wirbt in <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,584105,00.html" target="_blank">Computerspielen</a>, um junge W&#228;hler zu erreichen.</p>
<p>Spielehersteller hoffen nun darauf, dass andere dem Beispiel folgen. <strong>Ihrer Meinung nach sollen Computerspiele zu neuen Tr&#228;germedien f&#252;r Werbung werden</strong> – ganz wie Fernsehen, Radio oder Zeitschriften eben auch. „In-Game-Advertising“, Werbung im Spiel, hei&#223;t das Konzept.</p>
<p>Laut dem Branchendienst <a href="http://www.industrygamers.com/news/ea-unveils-multimillion-dollar-marketing-deal-with-dr-pepper/" target="_blank">IndustryGamers</a> hat &#8220;Dr Pepper&#8221; hat vor kurzem einen Milliondeal mit dem Spielehersteller Electronic Arts (EA) unterzeichnet. EA wird ab 2010 &#8220;Dr Pepper&#8221;-Produkte in seine Spiele einbauen. Als erstes ist der Einstieg in den Reality-Titel „Die Sims 3“ geplant. Im Vorl&#228;ufer des erfolgreichen Spiels hatte schon<strong> Ikea mit der eigenen M&#246;belkollektion</strong> geworben.</p>
<p>Die Spielehersteller freuen sich auf ihre neue Rolle als Medienunternehmen und hoffen auf zus&#228;tzliche Einnahmen. Spiele-Mediaplaner wie<em> IGA Worldwide</em> oder <em>Massive</em>, das zu Microsoft geh&#246;rt, versuchen bereits seit l&#228;ngerem Computerspiele als Plattformen f&#252;r Imagewerbung oder Product Placement zu vermarkten.<br />
Die Aktivit&#228;ten in den Games unterteilen sich grob in vier Bereiche:</p>
<ul>
<li><strong>Portal- oder Plattformwerbung</strong> ist vergleichbar mit klassischer Online-Werbung. Unternehmen schalten Banner oder Pop-Ups auf den Onlinespieleportalen. Diese Form wird stark ausgebaut werden, da Spiele immer mehr vernetzt funktionieren.</li>
<li><strong>Werbung im Umfeld der Spiele</strong> kann auf der Spielebox oder als Extrainhalt auf der Spiele-DVD gebucht werden.</li>
<li>Werbung kann <strong>als Teil der Spieleszenerie</strong> in ein Game integriert werden zum Beispiel als Bandenwerbung in einem Sport- oder Rennspiel, als Poster, Plakat oder Aufsteller. Der Clou: Durch die steigenden Online-Aktivit&#228;ten l&#228;sst sich Werbung dynamisch in die Spiele einbinden, das hei&#223;t sie kann speziell auf einzelne Spieler oder Regionen zugeschnitten werden.</li>
<li><strong>Marken oder Produkten k&#246;nnen auch Teil des Spiels werden</strong>. Die Aufmerksamkeit der Spieler ist garantiert: Sie m&#252;ssen sich direkt mit einem Produkt auseinandersetzen.</li>
</ul>
<p>Marktforscher sehen ein gro&#223;es Potential im In-Game-Advertising: Die Analysten der US-Bank <em>Citi</em> rechnen damit, dass sich der weltweite Markt f&#252;r Spielewerbung bis 2014 auf etwa 700 Millionen Euro verdoppelt haben wird. Der US-amerikanische Marktforscher <em>eMarketer</em> erwartet sogar ein noch <strong>gr&#246;&#223;eres Wachstum auf etwa 1,5 Milliarden Euro bis 2012</strong>. Laut der Branchenzeitschrift w&amp;v belief sich der europ&#228;ische Markt f&#252;r In-Game-Werbung im vergangenen Jahr auf etwa 40 bis 60 Millionen Euro, der deutsche auf rund zehn bis 15 Millionen Euro.</p>
<p><strong>Bis jetzt trauen sich jedoch nur wenige Unternehmen in die digitale Welt. </strong>In-Game-Advertising funktioniert zwar bereits auf Banden und Litfasss&#228;ulen in Sport- und Rennspielen. „Bei anderen Games ist es aber noch ein langer Weg, bis reale Markenartikel in Computerspielen beworben werden“, sagt Hannes Fischer von der M&#252;nchner Beratungsfirma pol48/10<strong></strong></p>
<p><strong>Sechs Gr&#252;nde, die gegen werbefinanzierte Computerspiele sprechen:</strong></p>
<ol>
<li><strong>Das Umfeld</strong>: Firmen wollen f&#252;r ihre Markenartikel ein spezielles Werbeumfeld. Das Spiel soll zur Marke passen. Nicht ganz einfach: Autofirmen wollen zum Beispiel nicht, dass ihre neuesten Modelle zu Schrott gefahren werden. Ihre Autos wollen sie oft nur in Spiele integrieren, in denen Kratzer ausgeschlossen sind. Doch Rennspiele ohne Blechschaden kommen bei den Zockern nicht an.</li>
<li><strong>Das Image</strong>: Computerspiele werden oft mit Killerspielen in Verbindung gebracht. Unternehmen, die in einem Game Werbung schalten wollen, haben daher Angst, unter dem negativen Image der Egoshooter zu leiden. Sobald in einem Spiel geschossen wird, ist es schwer, Werbekunden zu finden. Geschossen wird aber in ziemlich vielen Games.</li>
<li><strong>Die Programmierdauer</strong>: Computerspiele haben eine Entwicklungszeit von etwa zwei Jahren. Design und Grafik sollen auf dem neuesten Stand sein – auch bei Werbespielen. Unternehmen wissen aber oft nicht, welche Produkte sie so lange im Voraus bewerben sollen.</li>
<li><strong>Die Lebensdauer</strong>: Wenn ein Spiel einmal auf dem Markt ist, ist es nicht mehr so leicht m&#246;glich, es zur&#252;ckzuziehen. Im Fernsehen oder in Zeitschriften ist Werbung immer zeitlich begrenzt – in der virtuellen Welt bleibt sie erhalten. Falls ein Unternehmen nach Jahren sein Image &#228;ndert, hat die Werbung in den Games immer noch die alten Aussagen.</li>
<li><strong>Die Spielwelten</strong>: Welche Firma will in den Fantasywelten von <em>World of Warcraft</em> oder <em>Morrowwind</em> werben oder in einem dunklen Zukunftsszenario wie etwa bei <em>Fallout</em>? Kein Deo, kein Energy Drink und kein Auto l&#228;sst sich sinnvoll in die Fantasywelten einbinden, kein Produkt darin vermarkten. Je schwerer es ist, Produktschnittstellen zu finden, desto unwahrscheinlicher ist Werbung.</li>
<li><strong>Die Spieler</strong>: Werbung nervt. Das ist schon im Fernsehen so. Falls Unternehmen virtuelle Welten mit ihren Banner zustellen, k&#246;nnten sich Spieler daran st&#246;ren. Zwar erh&#246;ht echte Trikotwerbung bei einem Sportspiel die Glaubw&#252;rdigkeit, zuviel Werbung kann den Spieler aber ablenken. Die Frage der Werbeplaner: Wie viel Werbung vertragen die Spieler?</li>
</ol>
<p>Hannes Fischer glaubt dennoch, dass sich Games f&#252;r Werbung eignen. „Bei Computerspielen ist die Interaktion mit der Zielgruppe einmalig, im Fernsehen verpufft die Werbewirkung: Die Zuschauer zappen weg oder holen sich etwas zu trinken.“ <strong>Bei Computerspielen haben die Spieler dagegen noch nicht gelernt, die Werbung zu vermeiden.</strong></p>
<p>Erfolgreiches Beispiel f&#252;r In-Game-Werbung: Obamas digitaler Wahlaufruf kam an. Zwar haben nur wenige Zocker die Werbeposter in den Games wirklich gesehen, aber Spieleportale waren voll mit Screenshots und Kommentaren. Spielezeitschriften und Onlinemedien griffen die Idee von Obamas Wahlkampfteam auf und schrieben &#252;ber den ungew&#246;hnlichen Auftritt des Kandidaten in den Games. <strong>Bis jetzt ist In-Game-Werbung vor allem ein gelungener PR-Gag.</strong>
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		<title>Wie schlimm wird die Werbekrise wirklich?</title>
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		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 20:46:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Medien]]></category>
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		<category><![CDATA[Konjunktur]]></category>
		<category><![CDATA[Werbemarkt]]></category>

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		<description><![CDATA[Einer Prognose zufolge sollen die Werbeeinnahmen der Medien im kommenden Jahr um 4,6 Prozent zur&#252;ckgehen. Eine simple Regressionsanalyse zeigt: Ein solches Szenario ist fast noch optimistisch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/68fc7a58e5720dede78ee10eb10731" alt="" width="1" height="1" />Die paradiesischen Zeiten sind gar nicht so lange her. 15 Jahre, zum Beispiel: Im Jahr 1993 wuchsen hierzulande die Werbeeinnahmen der Medien um zwei Prozent &#8211; eine bemerkenswert robuste Angelegenheit, denn zugleich brach die Konjunktur um -0,8 Prozent ein. Der &#8220;Werbedruck&#8221; auf die klassischen Medien war damals augenscheinlich so gro&#223;, dass selbst eine Konjunkturdelle ihm wenig anzuhaben vermochte. Mochte die Wirtschaft auch schrumpfen, die Medien wuchsen.</p>
<p>Die Geschichte des deutschen Werbemarktes war einst ein einziges Wachstumswunder. Von 1950 bis 2000 wuchs er mit einer Ausnahme in jedem Jahr. Mit der Jahrtausendwende aber kippte diese Entwicklung: Die Medien wurden zu einer zyklischen Branche. Das Ende der New Economy hinterlie&#223; deutliche Spuren im Werbemarkt. Die Spitzenwerte von damals wurden bis heute nicht wieder erreicht.</p>
<p>Der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) hat nun <a href="http://de.reuters.com/article/deEuroRpt/idDELK63098520081120">angek&#252;ndigt</a>, dass er bereits in diesem Jahr mit einem R&#252;ckgang der Werbeeinnahmen um 0,7 Prozent rechne. Mit anderen Worten: In diesem Jahr wuchs das Bruttoinlandsprodukt noch um <a href="http://de.reuters.com/article/economicsNews/idDEBEE4B40EZ20081205">ca. 1,6 Prozent</a> &#8211; und trotzdem bricht der Werbemarkt bereits um 0,7 Prozent ein. Wie soll es da erst aussehen, wenn es der Konjunktur im n&#228;chsten Jahr richtig schlecht gehen sollte, wie Prognosen bekanntlich inzwischen <a href="http://www.faz.net/s/Rub58241E4DF1B149538ABC24D0E82A6266/Doc~E50266BA8E678448EAD82F6192204FDE4~ATpl~Ecommon~Scontent.html?rss_googlefeed">in Aussicht stellen</a>?</p>
<p>Die Mediaagenturgruppe Zenith Optimedia hat vor einigen Tagen <a href="http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Folgen-der-Wirtschaftskrise-Werbemarkt-2009-klar-im-Minus-erwartet/449106.html">ihre Prognose vorgestellt</a>: Sie erwartet demnach einen R&#252;ckgang des deutschen Werbemarktes um 4,6 Prozent, also um insgesamt 948 Mio. Euro. Besonders hart werde es die Zeitungen treffen, denen ein R&#252;ckgang von 6,1 Prozent  bzw. 411 Mio. Euro bevorstehe.</p>
<p>400 Millionen Euro &#8211; den Stellenabbau, der dieser Zahl folgen k&#246;nnte, mag man sich kaum ausmalen.</p>
<p>Dabei ist diese Prognose noch nicht einmal &#252;bertrieben pessimistisch. In den Medienh&#228;usern geht man offenbar inzwischen von R&#252;ckg&#228;ngen im kommenden Jahr von 20 bis 30 Prozent im Print-Werbemarkt aus. Die Verlage st&#252;tzen sich dabei offenbar auf j&#252;ngste Erfahrungen im Vertrieb. Der Verlagsgesch&#228;ftsf&#252;hrer der S&#252;ddeutschen Zeitung hatte bekanntlich k&#252;rzlich berichtet, wie <a href="http://carta.info/1468/sueddeutsche-zeitung-vor-einschneidender-sparrunde/">schwer der Verkauf inzwischen geworden sei</a>.</p>
<p>Dabei ist zu bedenken: Die Autoindustrie ist nach dem Handel hierzulande die wichtigste werbetreibende Branche. Auch die Finanzindustrie ist ein extrem wichtiger Werbetreibender. Allein das simultane Wegbrechen dieser beiden Schl&#252;sselbranchen f&#252;r den Werbemarkt ist be&#228;ngstigend.</p>
<p>Vor einigen Wochen stie&#223; ich auf eine <a href="http://www.alleyinsider.com/2008/11/nick-denton-why-ad-spending-will-collapse">Analyse des Gawker-Verlagschefs Nick Denton</a> zu Werbemarktentwicklung und Reaktionsm&#246;glichkeiten in den USA, die ich f&#252;r Deutschland hiermit noch einmal kurz nachvollziehen m&#246;chte. Denton zitiert in seinem Post eine einfache Regressionsanalyse der Bank Morgan Stanley:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/morgan.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2756" title="morgan" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/morgan.png" alt="" width="388" height="289" /></a></p>
<p>Betrachtet man die Jahre 1986 bis 2007 so gilt f&#252;r die USA die Faustformel, dass der Werbemarkt etwa mit dem Faktor drei auf Konjunkturschwankungen reagiert. Bei einem Wirtschaftswachstum von 2 Prozent etwa w&#228;chst der Werbemarkt auch um 2 Prozent: F&#228;llt das Wirtschaftswachstum aber um ein Prozentpunkt zur&#252;ck, so geht der Werbemarkt folglich gleich um drei Prozent zur&#252;ck (siehe Tabelle).</p>
<p>Solche Globalanalysen sind t&#252;ckisch. F&#252;r Deutschland etwa ist die Datenbasis eher m&#228;&#223;ig. Die Angaben zum Werbemarkt durch den Branchenverband ZAW etwa enthalten nicht die Online-Ums&#228;tze von Suchmaschinen oder Rubrikenm&#228;rkten (Auto, Immobilien, Job). Eine Ann&#228;herung ist dennoch m&#246;glich. Sie beschr&#228;nkt sich sinnvollerweise auf die letzten zehn Jahre. Ein Wert wie der oben zitierte von 1993 scheint die Situation der heutigen Medienwirtschaft nicht mehr abzubilden. Das Ergebnis ist folgendes:</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-11.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2759" title="bild-11" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-11.png" alt="" width="500" height="288" /></a></p>
<p>Der deutsche und US-amerikanische Werbemarkt &#228;hneln sich demnach in ihrer Redaktion auf die Konjunktur ganz erheblich. Der deutsche Werbemarkt reagierte in den letzten zehn Jahren mit den Faktor 3,3 auf die Konjunktur. Auch sonst &#228;hneln sich die Werte frappierend &#8211; fast schon zu sehr.</p>
<p>Ist diese einfache lineare Ann&#228;herung jedoch zutreffend, so droht der Medienindustrie noch mehr Ungemach, als die bereits drastische Prognose von Optimedia andeutet. Bei einem Negativwachstum von einem Prozent droht ein R&#252;ckgang des Werbemarktes um volle 8 Prozent. Eine solche Prognose scheint nicht einmal &#252;bertrieben, wenn man bedenkt, dass der Werbemarkt 2002 um 7,3 Prozent schrumpfte, w&#228;hrend die Konjunktur stagnierte. Einschr&#228;nkend muss erw&#228;hnt werden, dass damals der Wechsel der Rubrikenm&#228;rkte von Print ins Internet erhebliche Auswirkungen hatte, die sich in dieser Form wohl nicht wiederholen werden.</p>
<p>Bedenkt man, dass innerhalb der Deutschen Bank mittlerweile Konjunkturszenarien von mehr als einem Prozent R&#252;ckgang f&#252;r m&#246;glich gehalten werden, so erscheint ein Verlust von 8 Prozent im Gesamtwerbemarkt noch nicht einmal abwegig. Ein solches Szenario w&#252;rde erkl&#228;ren, wie es m&#246;glich ist, dass einige Print-Verlage mit R&#252;ckg&#228;ngen von 20 bis 30 Prozent im jeweils konjunkturell und struktruell st&#228;rker betroffenen Print-Werbemarkt kalkulieren.</p>
<p><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-12.png"><img class="alignnone size-full wp-image-2761" title="bild-12" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2008/12/bild-12.png" alt="" width="500" height="305" /></a></p>
<p>Bei einem R&#252;ckgang um 8 Prozent w&#252;rde der Werbemarkt auf 19,0 Mrd. Euro zur&#252;ckfallen. Er w&#252;rde dann ungef&#228;hr wieder auf dem Niveau von 1996 liegen. Eine Horrorvision, ein Maximalszenario &#8211; ich hoffe sehr, dass es nicht einmal ann&#228;hernd eintritt. Die Mechanik dahinter aber sollte man im Kopf behalten.</p>
<p>Dabei sind die zu erwartenden R&#252;ckg&#228;nge im Werbemarkt nicht allein konjunktureller Art. Die Konkurrenz aus dem Internet dr&#252;ckt auch strukturell auf die Werbepreise der klassischen Medien, was im Ergebnis zu niedrigeren Ums&#228;tzen f&#252;hrt. Zugleich werden Suchmaschinenums&#228;tze in der Werbestatistik noch gar nicht erfasst.</p>
<p>Dass Online-Werbung deutlich weniger von dieser Krise betroffen sein wird, ist bei allem nur ein sehr schwacher Trost.
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