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	<title>CARTA &#187; WAZ</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Nienhaus: &#8220;Etwas von der Rundfunkabgabe an Verlage abgeben&#8221;</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 16:58:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Redaktion</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Neuer Finanzierungsansatz f&#252;r die Online-Presse: Christian Nienhaus fordert Mittel aus der Rundfunkabgabe f&#252;r Verlagssites. Entweder sollten alle hochwertigen Online-Angebote gef&#246;rdert werden - oder keines.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b5c5690a60844d338f9ad0652c0cfd5f" alt="" width="1" height="1" />Der WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer und <a href="http://www.zvnrw.de/">ZVNRW</a>-Vorsitzende Christian Nienhaus fordert einen Anteil aus der zuk&#252;nftigen <a href="http://carta.info/tag/haushaltsabgabe/">Rundfunkabgabe</a> f&#252;r die Online-Angebote von Verlagen. Im  Interview mit dem medienpolitischen Fachmagazin <em><a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a></em> sagte Nienhaus: &#8220;Wenn das Internet die dritte S&#228;ule der zuk&#252;nftigen Mediengeb&#252;hr sein soll, muss man den privatwirtschaftlichen Verlagen f&#252;r ihre Leistung davon etwas abgeben.&#8221;</p>
<div id="attachment_31541" class="wp-caption alignleft" style="width: 110px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/nienhaus.jpg"><img class="size-full wp-image-31541" title="nienhaus" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/nienhaus.jpg" alt="" width="100" height="128" /></a><p class="wp-caption-text">Nienhaus: Rundfunkabgabe f&#252;r alle</p></div>
<p>Es w&#252;rde zu einer &#8220;v&#246;lligen Verzerrung des Wettbewerbs&#8221; f&#252;hren, wenn allein die &#246;ffentlich-rechtlichen Online-Angebote Geld aus der Abgabe erhielten &#8211; die privatwirtschaftlichen Angebote aber nicht. Entweder sollten alle, die im Internet journalistisch hochwertige Angebote machen, etwas aus der Rundfunkabgabe bekommen &#8211; oder niemand.</p>
<p><em>Carta</em> pr&#228;sentiert hier den Auszug aus dem Nienhaus-Interview der Ausgabe 8/2010 von <em>promedia</em>:</p>
<blockquote><p><em>promedia: Bietet das iPad nicht Chancen der Vermarktung Ihrer Inhalte?</em></p>
<p>Christian Nienhaus: Das iPad ist eine faszinierende Technologie. Es ist aber auch ein klares Zeichen daf&#252;r, dass unsere Dom&#228;ne Presse und der Rundfunk nicht mehr klar zu trennen sind. Das muss auch Konsequenzen f&#252;r die Politik und die Verwendung der Rundfunkabgabe haben. Wenn das Internet die dritte S&#228;ule der zuk&#252;nftigen Mediengeb&#252;hr sein soll, muss man den privatwirtschaftlichen Verlagen f&#252;r ihre Leistung davon etwas abgeben. Es w&#252;rde zu einer v&#246;lligen Verzerrung des Wettbewerbs f&#252;hren, wenn von diesen Mitteln nur dem einen etwas gegeben w&#252;rde, dem anderen aber nicht.</p>
<p><em>promedia: Weil Sie einen „Public Value“ produzieren?</em></p>
<p>Nienhaus: Ja, unter der Voraussetzung, dass Rundfunkgeb&#252;hren erhoben werden, um Internetangebote damit zu finanzieren. Dann muss man in der Tat allen davon etwas abgeben, die im Internet journalistisch hochwertige Angebote unterbreiten. Wenn man das nicht m&#246;chte, muss man sich daf&#252;r entscheiden, nicht mit Rundfunkgeb&#252;hren Internetangebote zu finanzieren. Dann d&#252;rfen aber auch die Rundfunkanstalten keine Rundfunkgeb&#252;hren f&#252;r Internetangebote einsetzen.</p></blockquote>
<p>In dem Interview bekr&#228;ftigt Nienhaus noch einmal die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage. Die Verlage m&#252;ssten die &#8220;mit gro&#223;em Aufwand hergestellten Inhalte vor dem gewerblichen Zugriff Dritter sch&#252;tzen.&#8221;</p>
<p>Nienhaus fordert zugleich ein offensiveres Eintreten f&#252;r die Belange der Verlage: &#8221;Die Zeitungsverleger m&#252;ssen aufpassen, dass man uns ordnungspolitisch das Leben nicht immer schwerer macht, indem man mit staatsnahen subventionierten Betrieben unser Internetgesch&#228;ft zerst&#246;rt oder indem uns marktm&#228;chtige Multis das Wasser abgraben. St&#228;rker als bisher m&#252;ssen wir deshalb die Politik darauf aufmerksam machen, dass es bald zu einer Verarmung der Demokratie besonders auf kommunaler und regionaler Ebene kommen wird, wenn man bei den Interessen der Zeitungen immer nur den Kopf in den Sand steckt.&#8221;</p>
<p><em><br />
</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31524&amp;md5=15d1d20250ca2ed45af83c7474d6aca8" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Kleine &#196;nderung im Mediengesetz: Th&#252;ringer SPD will Lokalfernsehen an die WAZ verschieben</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 18:06:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Heiko Hilker</dc:creator>
				<category><![CDATA[Autoren-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[SPD]]></category>
		<category><![CDATA[Thüringen]]></category>
		<category><![CDATA[WAZ]]></category>

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		<description><![CDATA[Angesichts der schwierigen Lage des lokalen Fernsehens sieht die SPD in Th&#252;ringen keinen anderen Weg als h&#246;here Beteiligungen der WAZ am Lokalfernsehen zu erlauben. In Zukunft bestimmt dann der Lokalzeitungschefredakteur, was im Lokalfernsehen l&#228;uft. Vielfalt sieht anders aus. Und l&#228;sst sich anders sichern.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg04.met.vgwort.de/na/493af2f3b60719e3312e6eaed22156" alt="" width="1" height="1" /><br />
Die Th&#252;ringer SPD-Landtagsfraktion hat eine <a href="http://www.hans-bredow-institut.de/de/forschung/gegenwart-zukunft-des-lokalen-regionalen-fernsehens-ostdeutschland">Studie</a> gelesen und aus dem Fazit der Studie einen Gesetzesentwurf gemacht. Demnach sollen marktbeherrschende Tageszeitungen in Th&#252;ringen nicht nur 15, sondern 25 Prozent der Anteile von Lokalfernsehanbietern besitzen d&#252;rfen. In dieser Woche wird das Gesetz verhandelt.<br />
Ein Blick in die Begr&#252;ndung des <a href="http://www.parldok.thueringen.de/parldok/tcl/PDDocView.tcl?mode=get&amp;LP=4&amp;DokNum=4967&amp;DokArt=Drs">Gesetzesentwurfs</a> zeigt, wie einfach man es sich machen kann:</p>
<blockquote><p>Laut der von den f&#252;nf ostdeutschen Landesmedienanstalten in Auftrag gegebenen und im Mai 2008 vorgestellten Studie &#8220;Gegenwart und Zukunft des lokalen und regionalen Fernsehens in Ostdeutschland&#8221; werden lokale und regionale Fernsehveranstalter in den neuen Bundesl&#228;ndern unter deutlich schlechteren wirtschaftlichen Rahmenbedingungen betrieben als ihre westdeutschen Pendants. Dies h&#228;ngt einerseits damit zusammen, dass die technische Kabelreichweite der ostdeutschen TV-Veranstalter oft nur mehrere 10 000 Haushalte umfasst, w&#228;hrend f&#252;r einen wirtschaftlich tragf&#228;higen Betrieb eine Mindestreichweite von &#252;ber 100 000 Haushalten notwendig w&#228;re. Zum anderen ist das regionale und lokale TV-Werbeaufkommen in Ostdeutschland (rund ein Euro pro Jahr und Einwohner) um 30 Prozent niedriger als im Vergleichsland Bayern. Abschlie&#223;end kommt die Studie zu folgendem <strong>Fazit: &#8220;Eine grundlegende Verbesserung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen des lokalen Fernsehens ist f&#252;r die n&#228;chsten Jahre nicht zu erwarten.</strong>&#8220;</p></blockquote>
<p>Die SPD schlie&#223;t aus dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage, dass es dringend erforderlich sei, dass zuk&#252;nftig auch marktbeherrschende Tageszeitungen st&#228;rker im lokalen Privatfernsehen Th&#252;ringens mitmischen d&#252;rfen. Die derzeitige Gesetzeslage sei &#8220;unzul&#228;nglich&#8221;. Die bestehenden crossmedialen Beteiligungsschranken seien sch&#228;dlich f&#252;r die weitere wirtschaftliche Entwicklung des lokalen Privatfernsehens.</p>
<p>Medien haben eine der Demokratie dienende Freiheit. Sie sollen der &#246;ffentlichen Meinungs- und Willensbildung dienen. Dies gilt f&#252;r &#246;ffentlich-rechtliche wie auch f&#252;r private Medien. Dies ist auch der Ma&#223;stab, an dem man jede gesetzliche Regelung messen muss. Mit einer Beteiligung von 25 Prozent sichert man den Zeitungsunternehmen mit einer marktbeherrschenden Stellung eine <strong>Sperrminorit&#228;t</strong>. Da die Zeitungsunternehmen auch unter einem wirtschaftlichen Druck stehen (sinkende Verkaufserl&#246;se, sinkende Werbeeinnahmen, abnehmende Bev&#246;lkerung) werden sie versuchen, Synergien herzustellen. <strong>Synergien hei&#223;t: Inhalte mehrfach verwerten</strong>. Schon jetzt gibt es viele Landkreise, in denen es nur eine Lokalzeitung gibt. In Zukunft w&#252;rde es dann viele Landkreise geben, in denen der <strong>Lokalzeitungschefredakteur auch bestimmt, was im Lokalfernsehen l&#228;uft.</strong></p>
<p>In Deutschland ist es bislang kaum m&#246;glich, bundesweit Zeitungen und Fernsehen aus einer Hand anzubieten. Das Bundeskartellamt hat dem Springer-Verlag verboten, ProSiebenSat.1 zu &#252;bernehmen. Was f&#252;r den bundesweiten Medienmarkt gilt, muss auch f&#252;r den lokalen Medienmarkt gelten. Das Ziel von Medienpolitik muss es sein, die <a href="http://blog.zeit.de/zeitansage/2009/03/19/zeit-online-baut-aus_147">mediale Vielfalt</a> zu erhalten und auszubauen. Dazu bedarf es unabh&#228;ngig von einander agierender Medien. Dort, wo es konkurrierende Lokalzeitungen gibt, sind diese billiger, die lokale Berichterstattung ist umfangreicher. Konkurrenz ist also im Sinne der Demokratie wie auch der Verbraucherinnen und Verbraucher. Dort, wo es neben den Lokalzeitungen auch noch lokale Radios und lokale Fernsehsender gibt, ist die Lokalberichterstattung zumeist umfangreicher, ausf&#252;hrlicher und tiefer gehender.</p>
<p>Wenn es darum geht &#8211; aus staatlicher Sicht &#8211; diese Vielfalt zu erhalten, ohne in die Rundfunkfreiheit einzugreifen, dann muss man das Bayrische Modell auf Th&#252;ringen &#252;bertragen. In Bayern erhalten die lokalen Fernsehanbieter aus dem Staatshaushalt von der Staatskanzlei  eine Verbreitungs- und Programmf&#246;rderung von 5,6 Mio. Euro (im Jahre 2008). F&#252;r 2009 sind 10 Mio. Euro eingeplant.</p>
<p>Fazit: <strong>Real ist dieser Gesetzesentwurf ein weiterer Schritt auf dem Weg Th&#252;ringens in die Abh&#228;ngigkeit eines Medienkonzerns &#8211; der WAZ</strong>. Die WAZ kooperiert schon mit dem WDR, indem es dessen Fernsehbeitr&#228;ge auf ihrem Internetportal nutzt. Die WAZ m&#246;chte sich ein crossmediales Standbein auch in Th&#252;ringen sichern. Dass die Th&#252;ringer SPD ihr dabei helfen will, ist klar. Schlie&#223;lich war der Gesch&#228;ftsf&#252;hrer der WAZ, Bodo Hombach, Kanzleramtsminister von Gerhard Schr&#246;der (SPD). W&#228;hrend Bodo Hombach (bei der WAZ) <a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,608408,00.html">300 Stellen in den Lokalredaktionen</a> abbaut, will die SPD seine Gesch&#228;ftsfelder in Th&#252;ringen erweitern.</p>
<p>Das Ziel, die lokale Medienlandschaft und die &#252;brig gebliebene Vielfalt zu erhalten, ist richtig. Der L&#246;sungsansatz &#252;ber h&#246;here Beteiligungsschwellen aber ist falsch. So kann man die Lokalfernsehanbieter eine Zeit &#252;ber Wasser halten. Doch die Medienvielfalt wird langfristig abgebaut. So, wie jetzt aus 15 Prozent 25 werden, wird es in einigen Jahren den Druck geben, den Anteil auf 50 oder 100 Prozent zu erh&#246;hen. Wenn Th&#252;ringen der SPD folgen w&#252;rde, w&#252;rde es in nicht allzu ferner Zukunft m&#246;glicherweise nur noch ein Medienkonzern in Th&#252;ringen geben.</p>
<p><em>Heiko Hilker ist Koordinator der Medienpolitik der LINKEN.</em><br />
<!--/* OpenX Image Tag v2.7.25-beta */--></p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://d1.openx.org/ck.php?n=a8c47325&amp;cb=INSERT_RANDOM_NUMBER_HERE" target="_blank"><img src="http://d1.openx.org/avw.php?zoneid=21592&amp;n=a8c47325" border="0" alt="" /></a></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=6633&amp;md5=9abb908b0cd9dfa1f91ad41bab1af475" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
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		<title>Hombach, die WAZ und die Pressekonsolidierung</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Feb 2009 14:16:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Kostensparen und das Dr&#228;ngen auf Konsolidierung l&#228;sst sich gut kombinieren - wie der Fall WAZ vs. DPA zeigt. Die Politik steht vor der Frage, ob sie f&#252;r "Flickenteppiche" in der Presselandschaft k&#228;mpft, oder auf "vielfaltssichernde Ma&#223;nahmen" hereinf&#228;llt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg05.met.vgwort.de/na/8fa56b3f1b550d6d64f676bcd92be5" alt="" width="1" height="1" />In der Krise verhandeln die Unternehmen ihre Zulieferervertr&#228;ge neu und streben in angeschlagenen M&#228;rkten nach Konsolidierung. In seltenen, aber sehr praktischen F&#228;llen lassen sich dabei beide Ziele miteinander verbinden: Wenn man durch das Bedr&#228;ngen eines zentralen Zulieferers die Konsolidierung in der eigenen Branche voranzutreiben vermag. Wie bei der WAZ zum Beispiel.</p>
<p>Seit Anfang des Jahres beziehen alle Zeitungen der WAZ-Gruppe aus dem Ruhrgebiet und aus Th&#252;ringen keine DPA-Dienste mehr.  Die WAZ spart dadurch gut 3 Mio. Euro pro Jahr. Die DPA verliert etwas mehr als 3 Prozent ihres Umsatzes.</p>
<p>Die beiden WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Bodo Hombach und Christian Nienhaus verhehlen nicht, dass es Ihnen bei der K&#252;ndigung nicht allein um die erheblichen Kosten, sondern auch um die Preisstruktur des DPA-Angebots ging:</p>
<p>Bodo Hombach sagte vor einigen Tagen der <a href="http://www.ftd.de/technik/medien_internet/:Zweifel-an-der-Struktur-R%FCckzug-der-WAZ-l%E4sst-DPA-wanken/467179.html">FTD</a>:</p>
<blockquote><p>„Solidarit&#228;t kann nicht hei&#223;en, dass gro&#223;e Zeitungen viel bezahlen, obwohl sie &#252;ber eigene Korrespondenten verf&#252;gen und nur wenig DPA-Material nutzen, w&#228;hrend kleine Zeitungen, die ihren Mantelteil mit DPA bestreiten, weniger zahlen.&#8221;</p></blockquote>
<p>Christian Nienhaus legte am Sonntag in der <a href="http://www.welt.de/welt_print/article3123189/Marktfuehrer-dpa-leidet.html">WAMS</a> nach:</p>
<blockquote><p>&#8220;Die dpa betreibt eine Umverteilung von gro&#223;en zu kleinen Zeitungen&#8221;</p></blockquote>
<p>Die Preisstruktur der DPA ist bislang weitgehend linear von der Zeitungsauflage abh&#228;ngig und dabei zugleich unabh&#228;ngig von der Nutzung der Dienste. Eine Zeitung mit einer Auflage von 1 Mio. Exemplaren zahlt folglich rund zwanzig Mal mehr f&#252;r dieselben Nachrichten der DPA als eine Zeitung mit einer Auflage von 50.000 Exemplaren. Obwohl die kleinere Zeitung auf die DPA-Inhalte m&#246;glicherweise h&#228;ufiger zur&#252;ckgreift &#8211; zahlt sie daf&#252;r aber nicht extra. Besonders ung&#252;nstig ist solch eine Tarifstruktur f&#252;r Titel wie die Bild-Zeitung, wo sich der heutige WAZ-Gesch&#228;ftsf&#252;hrer Nienhaus in seiner vorherigen Position schon lange &#252;ber den Kostenfaktor DPA ge&#228;rgert haben d&#252;rfte.</p>
<p>Indem die WAZ die Tarifstruktur der DPA angreift, zielt sie nicht nur auf niedrigere Kosten f&#252;r Gro&#223;verlage &#8211; sie s&#228;gt zugleich am Ast, auf dem die kleinen Tageszeitungenh&#228;user sitzen. Thomas Kn&#252;wer <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=2030">spricht</a> folgerichtig von einer &#8220;handfesten Kriegserkl&#228;rung&#8221;. Die WAZ versuchte, &#8220;kleine Tageszeitungsverlage sturmreif zu schie&#223;en&#8221;. Mit DPA-K&#252;ndigung solle die n&#228;chste Konsolidierungswelle im Tageszeitungswesen eingeleitet werden.</p>
<p>Es w&#228;re wohl falsch, hier den Hauptgrund der DPA-K&#252;ndigung durch die WAZ zu sehen &#8211; sehr wohl aber einen praktischen Nebeneffekt. Eine Schw&#228;chung der DPA bedeutet eine Schw&#228;chung eben der Struktur, die es bisher erlaubte, in Deutschland Regionalzeitungen mit &#252;ber 120 unabh&#228;ngigen Mantelredaktionen zu betreiben. Was die kleinen Mantelredaktionen von der DPA wollen, ist schnell klar. Ob die Gro&#223;en die DPA langfristig brauchen, scheint nicht mehr ganz so klar.</p>
<p>Hierzu lohnt sich ein Blick in die Schweiz. Der schweizerische Zeitungsgro&#223;konzern <a href="http://www.tamedia.ch/de/Seiten/start.aspx">Tamedia</a> hat vor einigen Monaten das &#8220;<a href="http://www.newsnetz.ch/">Newsnetz</a>&#8221; gegr&#252;ndet &#8212; eine gemeinsame Online-Nachrichtenredaktion der drei gro&#223;en Regionalzeitungen der Deutschschweiz mit mehr als 40 Redakteuren. Mittels solcher Zentralredaktionen k&#246;nnen sich die neu entstehenden Zeitungsketten von einzelnen Nachrichtenagenturen unabh&#228;ngiger machen. &#196;hnliche Entwicklungen werden wir auch in Deutschland sehen.</p>
<p>Das Gezerre um die DPA wird dabei nur der Vorbote einer umfassenderen Konsolidierung der deutschen Tageszeitungslandschaft bleiben. Viele der kleinen, nach dem zweiten Weltkrieg in Westdeutschland entstandenen Regionalzeitungen stehen unter hohem Druck durch Wirtschaftskrise und Medienwandel. Viele Regionalverleger wollen in der n&#228;chsten Zeit verkaufen, da sie sich alleine den Weg in die neue Medienwelt nicht zutrauen.</p>
<p>Hier kommt Bodo Hombach und die spezielle politische Konfiguration in Nordrhein-Westfalen ins Spiel. Schon der letzte gro&#223;e Versuch, neue politische Rahmenbedingungen f&#252;r die Pressefusion zu schaffen, ging von hier aus. Wolfgang Clement hat vor f&#252;nf Jahren als Bundeswirtschaftsminister versucht, das Pressekartellrecht zu lockern. Sein Gesetz enthielt den leidigen SPD-Irrtum, man k&#246;nne mit &#8220;vielfaltssichernden&#8221; Ma&#223;nahmen die Folgen einer  &#246;konomischen Konsolidierung abmildern. Die Novelle scheiterte am vorzeitigen Ende der Kanzlerschaft von Gerhard Schr&#246;der.</p>
<p>Hombach k&#228;mpft nun erneut f&#252;r eine Lockerung der Pressefusion. Der Wirtschaftswoche <a href="http://www.wiwo.de/unternehmer-maerkte/waz-gruppe-online-2010-schwarze-zahlen-384756/">sagte er</a> k&#252;rzlich:</p>
<blockquote><p>&#8220;Das Kartellgesetz in Deutschland verhindert, dass sich benachbarte Zeitungsverlage gegenseitig stabilisieren. Es zwingt Verlage zu einer Flickenteppich-Strategie. Nat&#252;rlich gibt es einige sehr interessante Projekte im Regionalzeitungsbereich, die wir uns ansehen. Aber leider ist gerade das, was den gr&#246;&#223;ten &#246;konomischen Vorteil ausmachen k&#246;nnte, n&#228;mlich die verlagswirtschaftliche Verkn&#252;pfung, bei gleichwohl unabh&#228;ngigen Titeln in angrenzenden Gebieten kartellrechtlich verboten.&#8221;</p></blockquote>
<p>Nach der Bundestagswahl wird sich die Politik erneut mit der Frage zu besch&#228;ftigen haben, wie gut das Pressefusionsrecht geeignet ist, Vielfalt in Zeiten der Zeitungskonzentration zu sichern. Zu Hombach ist dabei zu sagen:</p>
<ol>
<li> Die monierten 	„Flickenteppiche“ stellen genau jene Struktur dar, die Ziel der Wettbewerbs- und Medienpolitik sein sollte:  Die sich langl&#228;ufig herausbildenden Zeitungsketten sollten   	&#8220;Flickenteppiche&#8221; aus Bl&#228;ttern besitzen, die &#252;ber 	das ganze Land verstreut sind.  Kein Zeitungsverlag sollte in der Lage sein, ganze Regionen oder gar 	Bundesl&#228;nder zu monopolisieren. So herrscht zumindest Konkurrenz in 	den &#220;berlagerungsbereichen der Titel und um die &#252;berregionalen 	Anzeigenkunden. Wenn aufgrund der Tageszeitungskrise die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Einzeitungskreis">Einzeitungskreise</a> weiter zunehmen, ist ein solcher Flickenteppich 	noch am besten geeignet, wettbewerbliche Strukturen zu sichern.</li>
<li>Eine &#8220;verlagswirtschaftliche Verkn&#252;ftung bei unabh&#228;ngigen Titeln&#8221; bedeutet konkret, dass unter dem Deckmantel formal unabh&#228;ngiger Redaktionen der Anzeigen- und Lesermarkt-Vertrieb zusammengelegt werden. Damit stirbt der 	Wettbewerbs auf diesen beiden M&#228;rkten. Die Anzeigen- und 	Zeitungspreise k&#246;nnen entsprechend steigen. Hinter dem 	vermeintlichen Vielfaltsvorteil stehen erhebliche &#246;konomische Nachteile f&#252;r Leser und Anzeigenkunden. Auch wenn sich seine Branche konsolidieren muss: Marktbeherrschende Stellungen sollten nicht zum Verkauf stehen.</li>
</ol>
<p>Die erneute Tageszeitungskrise stellt neue Fragen an die Politik, wie sie die Konsolidierung auf diesem Medienmarkt gestalten will. Bislang gibt es in Deutschland ein strenges, aber keinesfalls einschn&#252;rendes Kartellrecht. Es mag auf dem Weg einer gut gemischten Zeitungsteppich-Landschaft einige unn&#246;tige  H&#252;rden enthalten und ihm m&#246;gen einige sinnvolle Steuerungsmechanismen fehlen. Zumindest &#246;ffentlich denkt die Politik derzeit wenig dar&#252;ber nach. Zugleich ist die Gefahr gro&#223;, dass sie unter dem Vorwand der Vielfalts- und Arbeitsplatzsicherung die mehr als bew&#228;hrten Grundprinzipien des Kartellrechts aufgibt. In Erwartung einer &#8220;verl&#228;sslichen&#8221; Berichterstattung k&#246;nnte sie Ausnahmescheine vergeben.</p>
<p>Das Gerangel um die DPA ist so gesehen nur der Anfang, um &#252;ber die richtigen strukturpolitischen Ma&#223;nahmen im Zuge des Medienwandels anzudenken. Dabei ist erstaunlich, wie schnell Institutionen der alten Medienwelt inzwischen in den Ruch der Disposition kommen. Ein &#8220;Aus&#8221; der DPA sei &#8220;kein komplett unrealistisches Szenario&#8221; <a href="http://www.welt.de/welt_print/article3123189/Marktfuehrer-dpa-leidet.html">schreibt</a> Kai-Hinrich Renner in der Welt, die ausgerechnet aus dem Haus kommt, das zu den gr&#246;&#223;ten DPA-Kunden geh&#246;rt.</p>
<p><strong>Update</strong>: Laut <a href="http://www.kress.de/cont/story.php?id=126469">Kress.de</a> sammelt die DPA &#8220;eifrig&#8221; nach Belegen, wonach die WAZ-Redakteure trotz Vertragsk&#252;ndigung noch immer mit DPA-Material arbeiten.</p>
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