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	<title>CARTA &#187; Verlage</title>
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	<description>Politik, Ökonomie, digitale Öffentlichkeit</description>
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		<title>Voodoozauber der Verlage</title>
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		<pubDate>Wed, 25 Apr 2012 10:54:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Sehen wir es mal so: Das Leistungsschutzrecht ist der verzweifelte Versuch der Verlage, die Folgen des gegenw&#228;rtigen Verdr&#228;ngungswettbewerbs zu kompensieren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit dem Leistungsschutzrecht dr&#228;ngen die Presseverlage noch st&#228;rker als bisher in die Rolle der Urheber hinein. Sie inszenieren sich &#8211; wo immer sie k&#246;nnen &#8211; als die wahren Urheber und verlangen Schutzrechte, die eigentlich den Autoren zustehen. Warum tun sie das? Warum b&#252;rden sie ihren Hausjuristen (und ihren Lobbyisten) eine unl&#246;sbare Aufgabe auf?</p>
<p>Sie tun es, weil sie ahnen &#8211; und mittlerweile auch schmerzlich erfahren -, dass sich andere, noch gr&#246;&#223;ere Marktteilnehmer in ihre alteingesessene Verlegerrolle hineindr&#228;ngen: Gro&#223;konzerne wie <em>Apple</em>, <em>Google/YouTube</em>, <em>Facebook</em> und <em>Amazon</em>, aber auch Telekommunikationskonzerne, Energieversorger oder Handelsriesen werden zu Verwertern. Diese Konzerne verdienen schon heute viel Geld mit der Leistung von Urhebern bzw. am Service f&#252;r Urheber (als Access-Provider, als Stromlieferanten, als Kiosk, als Platzanbieter, als Rechteh&#228;ndler) – allerdings hei&#223;en die Urheber bei diesen Konzernen (un)sinnigerweise meistens Nutzer.</p>
<p>Und so ist der laufende Strukturwandel der &#214;ffentlichkeit in erster Linie ein Verdr&#228;ngungsprozess: Die neuen Giganten okkupieren die Rolle der alten Verlage, und die alten Verlage okkupieren die Rolle der Urheber.  Den letzten bei&#223;en die Hunde.</p>
<p>Die Verschiebung f&#252;hrt n&#228;mlich dazu, dass Verlage und Urheber eine Zeit lang als direkte Konkurrenten auftreten – w&#228;hrend sie bislang zwei brav hintereinander h&#228;ngende Glieder einer stabilen Verwertungskette waren.</p>
<p>Beim Lizenzhandel (der immer lukrativer werdenden Zweitvermarktung) machen die Verlage den Urhebern bereits direkte Konkurrenz. Autoren, die ihre Produkte fr&#252;her mehrfach verkaufen konnten (etwa die gleiche Story an 20 verschiedene Regionalzeitungen), k&#246;nnen das heute nicht mehr. Die Verlage (und bald auch die Sender) vermasseln ihnen das Gesch&#228;ft und bieten die Werke der Urheber zahlreichen Dritten zur Weiternutzung an. Mit dem Leistungsschutzrecht w&#252;rden die Urheber dann auch noch einen Teil ihrer Pers&#246;nlichkeitsrechte verlieren.</p>
<p>Die Verlage dr&#228;ngen sich also in die Rolle der Urheber, weil sie ihrerseits dickeren Fischen (aus)weichen m&#252;ssen, von denen sie eines Tages gefressen werden k&#246;nnten. Das bedeutet: Die heutigen Medienverlage werden irgendwann zu Tochterunternehmen <a href="http://www.mediadb.eu/rankings/intl-medienkonzerne-2012.html">im Reich der Giganten</a> &#8211; oder sie werden selbstst&#228;ndige Handelsh&#228;user (wie <em><a href="http://kress.de/tagesdienst/detail/beitrag/115286-rekordumsatz-dank-zooplus-konsolidierung-burda-waechst-mit-tierfutter.html">Burda</a></em>) oder reine Content-Anbieter ohne das bisher noch erforderliche Drumherum (ohne gro&#223;e Sekretariate, Druckereien, Studios, Fuhrparks, Immobilien, Anzeigen- oder Vertriebsabteilungen).</p>
<p>Diese Verlage sind dann nur noch gr&#246;&#223;ere Urhebervereinigungen, Konglomerate aus Programmierern, Layoutern, Graphikern, Designern, Autoren, Lektoren, Fotografen, Illustratoren, Filmemachern etc.</p>
<p>Allerdings reagieren nun auch die klassischen (isolierten) Einzel-Urheber auf diesen Verdr&#228;ngungsprozess. Sie bilden gr&#246;&#223;ere Einheiten und verstehen sich nicht mehr als „abh&#228;ngig Besch&#228;ftigte“, sondern als „Unternehmer“, die sich in Berufsverb&#228;nden und nicht mehr in traditionellen Gewerkschaften organisieren.</p>
<p>Diese Unternehmer-Urheber schlie&#223;en sich auch nicht blo&#223; zu B&#252;rogemeinschaften zusammen, die sich Miete, K&#252;hlschrank und DSL-Anschluss teilen, sie gr&#252;nden richtige Multimedia-Unternehmen, bet&#228;tigen sich als umfassende Dienstleister mit Full-Service-Charakter und vernetzen sich untereinander zu flexiblen Produktionseinheiten. Bald werden sie in Konkurrenz zu den alten (absteigenden) Verlagen treten k&#246;nnen. Beide werden dann kleine oder mittelst&#228;ndische „Urheberklitschen“ sein, die sich als konkurrierende Zulieferbetriebe den Bedingungen der Markt-Giganten unterordnen m&#252;ssen.</p>
<p>Der Versuch der Verlage, vor dem eigenen Abstieg noch schnell ein <a href="http://leistungsschutzrecht.info/">Sonderrecht</a> zu erwirken, ist also nichts anderes als Voodoozauber gegen die hereinbrechende Zukunft. Im festen Aberglauben, auf diese Weise dem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Sch%C3%B6pferische_Zerst%C3%B6rung">schumpeterschen Schicksal</a> zu entgehen, rammen die Verlage noch rasch eine Stricknadel in die fantasierten K&#246;rper von <em>Google</em> und <em>Facebook</em>.</p>
<p>Gescheiter w&#228;re es, sie w&#252;rden sich gemeinsam mit Urhebern und Nutzern um eine echte Reform des Urheberrechts bem&#252;hen.</p>
<p><em>Lesen Sie dazu auch:</em></p>
<ul>
<li><em><a href="http://www.mediadb.eu/rankings/intl-medienkonzerne-2012.html">Google in der IfM-Datenbank erstmals als Medienkonzern gerankt</a></em></li>
<li><em><a href="http://carta.info/20450/google-und-die-telekom-sind-das-die-neuen-verleger/">Google und die Telekom: Sind das die neuen Verleger?</a></em></li>
<li><em><a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=1610">King Kong gegen Godzilla</a></em></li>
</ul>
<p>&nbsp;
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=43087&amp;md5=3d2714c2c4107f1211d5bd8f925159ad" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Die neuen Presseplayer</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Mar 2012 16:17:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marcel Weiß</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die Informationsfl&#252;sse in unserer Gesellschaft werden durch das Internet vielf&#228;ltiger. Beschr&#228;nken wir diese Vielf&#228;ltigkeit nicht, bevor sie ihr wahres Potential entfalten konnte, nur weil Konzerne wie der Axel-Springer-Verlag, welcher just Rekordgewinne vermeldete, noch mehr Marktmacht wollen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die gesellschaftliche Aufgabe des Journalismus</strong></p>
<p>Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus? Um sich dieser Frage  n&#228;hern zu k&#246;nnen, muss man zuerst einen Schritt zur&#252;ck machen und sich  fragen, was Journalismus eigentlich ist beziehungsweise, welche  gesellschaftliche Aufgabe er erf&#252;llt. Bricht man diese Aufgabe so weit herunter wie m&#246;glich, ergibt das Folgendes:</p>
<p>Informationen f&#252;r eine breite &#214;ffentlichkeit und damit die  Gesellschaft sichtbar machen, Informationen so zu verbinden, dass  Sachverhalte verst&#228;ndlich oder &#252;berhaupt erst erkennbar werden und  die  Grundlage, die Infrastruktur sozusagen, f&#252;r einen gesellschaftlichen  Diskurs bieten.</p>
<p>Vor dem von der Digitalisierung und dem Internet ausgel&#246;sten  Medienwandel war die Sachlage relativ einfach: Kommerziell orientierte  Organisationen, also Presseverlage, Radiosender und TV-Sender, haben  Journalisten besch&#228;ftigt, welche – im Idealfall – Inhalte verschiedener  Auspr&#228;gungen produziert haben, die die oben beschriebenen Aufgaben, gern  auch unterhaltend, erf&#252;llt haben. Diese Inhalte wurden dann im B&#252;ndel  (Zeitung etc.) gewinnbringend verbreitet. Der Endnutzer, also der Leser,  Zuh&#246;rer und Zuschauer, hat mit seiner Aufmerksamkeit bezahlt. Jedes der  privaten Presseunternehmen war entweder komplett (H&#246;rfunk, TV) oder zu  einem gro&#223;en Teil (Printpresse) werbefinanziert.</p>
<p>Wer an die &#214;ffentlichkeit treten wollte, egal ob Politiker oder  Werbekunde, musste &#252;ber diese Presseunternehmen gehen. In einigen  L&#228;ndern wie Deutschland gibt es zus&#228;tzlich zu den privaten Unternehmen  noch &#246;ffentlich-rechtliche Institutionen. Diese unterscheiden sich aber  in erster Linie nur in der Finanzierungsart von ihren Kollegen aus der  Wirtschaft.</p>
<p>Betrachtet man die reinen Organisationsformen war die Presselandschaft recht &#252;bersichtlich.</p>
<p>Seit einigen Jahren ver&#228;ndert sich diese Landschaft nun dramatisch.</p>
<p><strong>Die neue vielf&#228;ltigere Presselandschaft und die Gefahr des Presseleistungsschutzrechts</strong></p>
<p>Das Publizieren ist f&#252;r B&#252;rger in westlichen L&#228;ndern, die in der  Regel &#252;ber Internetanschl&#252;sse verf&#252;gen, von einem teuren Unterfangen,  f&#252;r das man auf Unternehmen angewiesen ist, zu einem praktisch  kostenfreien Vorgang geworden.</p>
<p>Diese erdrutschartige Ver&#228;nderung auf der Kostenseite hat nicht nur  Auswirkungen f&#252;r mitteilungsbed&#252;rftige Einzelpersonen, sondern auch auf  die Art und Weise, wie Unternehmen in diesem Bereich strukturiert werden  k&#246;nnen. Kleine Teams k&#246;nnen es mit gro&#223;en Unternehmen aufnehmen.</p>
<p>Das ist die eine Seite. Die andere Seite, die vielleicht wichtigere  Entwicklung, ist die nun erst in gro&#223;em Umfang m&#246;glich gewordene  Organisationform, die Yochai Benkler in “The Wealth of Networks”  als <em>commons based peerproduction</em>, also als allmende­basierte,  kollaborative Produktion, bezeichnet hat. Die Ergebnisse dieser  Organisationsform sind etwa Linux, Wikipedia und Guttenplag. Diese  Organisationsform wird mit exklusiven Rechten, die von Unternehmen  gehalten werden, massiv eingeschr&#228;nkt.</p>
<p>F&#252;r den Freitag habe ich beschrieben, welche Gefahr ein  Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseerzeugnisse, das implizit von der oben  beschriebenen alten Presselandschaft ausgeht, f&#252;r die neue,  vielf&#228;ltigere Presselandschaft darstellt.</p>
<p><a href="http://www.freitag.de/politik/1212-goliath-will-geld-sehen">Monopol: Goliath will Geld sehen — Der Freitag</a>:</p>
<blockquote><p>Es geht um Blogs, um Guttenplag und dessen Nachfolger  PlagiPedi, um Wikileaks und um Wikipedia, dessen  Aktualisierungsgeschwindigkeit es mittlerweile auch f&#252;r Nachrichten  relevant macht. Es geht um Infrastruktur­anbieter wie Google mit Google  News und seiner Suche, um Twitter und Facebook. Es geht um Startups wie  Flipboard oder Commentarist, welches bereits von FAZ und S&#252;ddeutsche  verklagt wurde, w&#228;hrend andere Verlage es gern benutzen. Kurz, es geht  um alles Presse&#228;hnliche, was nicht von Presseverlagen kommt. Es geht um  die Kontrolle des Markt­umfeldes. Es geht darum, die Verlage und ihre  Leistungen &#252;ber alles andere in der Wertsch&#246;pfungskette zu stellen.</p>
<p>Wurde der Jura-Professor f&#252;r seine Funde von der S&#252;ddeutschen  bezahlt? Wurde Guttenplag finanziell an den Artikeln beteiligt, die die  dortigen Funde wiederholt haben? Wie lautet die Rechtfertigung, dass  alle f&#252;r das Weiterverbreiten von Informationen bezahlen sollen, nur die  Verlage nicht?</p></blockquote>
<p>Die Vertreter der Presseverlage sagen das nicht, aber ein  Presseleistungsschutzrecht k&#246;nnte auch die Wikipedia gef&#228;hrden. Man  f&#228;ngt bei neuen weitreichenden Gesetzen nat&#252;rlich bei den vermeintlichen  b&#246;sen und &#252;bergro&#223;en Unternehmen an, die man z&#228;hmen/ zu ‘Fairness’  zwingen will (hier: Google), langfristig geht es aber nat&#252;rlich darum,  Kontrolle am Markt auszu&#252;ben, und damit sind dann alle Akteure gemeint,  egal ob sie &#252;berhaupt am Markt agieren oder au&#223;erhalb stattfinden.</p>
<p>Man stelle sich vor, die Wikipedia k&#246;nnte nicht mehr einfach  Erkenntnisse aus Artikeln von Presseverlagen zusammenfassen, ohne diese  daf&#252;r zu bezahlen.</p>
<p><strong>Wer Zugang zu B&#252;rgern hat, kann &#214;ffentlichkeit schaffen, auch Anbieter von Webdiensten</strong></p>
<p>Anfang 2012 hat sich gezeigt, dass mittlerweile im Netz noch eine  weitere wichtige Macht entstanden ist, die &#214;ffentlichkeit erzeugen kann:  Jeder erfolgreiche Webdienst hat t&#228;glich Kontakt mit seinen Endnutzern.  Etwas, das fr&#252;her der Presse vorbehalten war. &#214;ffentliche  Meinungsbildung kann deshalb nicht nur &#252;ber die Kommunikation unter den  Nutzern auf diesen Plattformen entstehen, sondern auch von den  Unternehmen dahinter.</p>
<p>Dienste wie Wikipedia, Google und Tumblr haben in den USA ihre Nutzer  mobilisieren k&#246;nnen. Diese haben ihre Abgeordneten zu den geplanten  Gesetzen SOPA und PIPA kontaktiert und somit wohl auch ma&#223;geblich diese Gesetze zu Fall gebracht.</p>
<p>Jetzt k&#246;nnte man meinen, dass das gef&#228;hrlich sei: Diese Unternehmen  k&#246;nnen jetzt immerhin die &#214;ffentlichkeit nach ihrem Gusto formen und  leiten! Zu diesem Schluss kann man nur kommen, wenn man den B&#252;rgern  zutraut, sich in gro&#223;er Zahl gegen ihre Interessen mobilisieren zu  lassen. Tats&#228;chlich ist diese in der Tat neue und weitreichende Macht  dieser Unternehmen an einer entscheidenden Stelle stark eingeschr&#228;nkt:  Ihre Mitteilungen auf ihren Websites haben keinen direkten Einfluss auf  die politische Willensbildung. Sie m&#252;ssen die Nutzer mobilisieren. Nur  die mobilisierten, die aktiv gewordenen B&#252;rger k&#246;nnen Einfluss nehmen.</p>
<p>Das ist ein wesentlicher Unterschied zu der Macht der Presseverlage:  Diese mussten immer nur den Volkswillen vermuten und konnten damit  Einfluss nehmen.</p>
<p>Google, Wikipedia, Tumblr und Co. haben eine neue Macht bei der  Formung von &#214;ffentlichkeit, aber nur solang ihre Interessen und die  ihrer Nutzer konform gehen. Sie k&#246;nnen nicht eigene Partikularinteressen  vorantreiben. Presseverlage k&#246;nnen das dagegen sehr wohl.</p>
<p>Um das zu verdeutlichen: Gibt es eine erfolgreiche Petition, in der  &#252;ber 50.000 besorgte B&#252;rger die Einf&#252;hrung des  Presseleistungschutzrechts fordern? Nein. Warum nicht, wenn dieses Recht  so wichtig ist, dass die Zukunft der Presse und damit der Demokratie  davon abh&#228;ngt, wie es mancher Verlagsvertreter behauptet? Kann die  Presse ihre eigenen Leser, ihr Publikum, nicht mobilisieren? Warum  nicht? Vielleicht weil ihre Interessen in diesem Fall doch nicht mit  denen der Gesellschaft &#252;bereinstimmen?</p>
<p>Das Internet und seine Partizipationsm&#246;glichkeiten macht auch auf  diesem Weg offensichtlich, wie Presseverlage trotz ihres eigenen  Anspruchs nicht zwingend das Sprachrohr f&#252;r die Gesellschaft sind. Keine  bahnbrechende Erkenntnis, aber doch eine, die immer offensichtlicher  wird.</p>
<p><strong>Fazit</strong></p>
<p>Tritt man einen Schritt zur&#252;ck, sieht man, wie vielf&#228;ltig die  Presselandschaft bereits geworden ist. Man kann auch sehen, wie sehr  sich das Erzeugen von &#214;ffentlichkeit wandelt. Der gemeinsame Nenner  dieser Ver&#228;nderungen: Sie schw&#228;chen in erster Linie die Position der  Presseverlage und der anderen etablierten Institutionen. Und das nicht  nur auf der wirtschaftlichen Seite, sondern auch auf der Seite der  Legitimation, auf deren Grundlage gesetzliche Sonderregelungen wie das <a href="http://www.neunetz.com/tag/listenprivileg/">Listenprivileg</a> und jetzt das <a href="http://www.neunetz.com/tag/presseleistungsschutzrecht/">Leistungsschutzrecht</a> durchgeboxt werden.</p>
<p>Besonders wenn man die Gesamtheit betrachtet, also all die neuen  Formen der Informationsbeschaffung und -organisierung, wird  offensichtlich, wie gef&#228;hrlich ein zus&#228;tzliches exklusives Recht sein  kann.</p>
<p><em><a href="http://www.neunetz.com/2012/03/28/die-neuen-presseplayer/">Der Text</a> ist zuerst erschienen auf <a href="http://www.neunetz.com/" target="_blank">neunetz.com</a>.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=42362&amp;md5=28a5103e4ec5753b10e9a73a4a1e33bb" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum beschweren sich deutsche Verleger nicht schon l&#228;ngst &#252;ber Facebook?</title>
		<link>http://carta.info/41702/warum-beschweren-sich-deutsche-verleger-nicht-schon-langst-uber-facebook/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 14:42:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Tischer</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die deutschen Verleger wollen, dass Google f&#252;r Inhalts-Snippets zahlt. Umso mehr erstaunt es, dass sie kein Geld von Facebook fordern. Grund genug dazu h&#228;tten sie.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Niemand kann die Logik deutscher Zeitungsverleger verstehen. Oder besser gesagt: Aus Sicht der Verleger kann man es verstehen, dass man es mit der Logik nicht so genau nimmt, wenn es ums eigene Geld geht.</p>
<p>Wir erinnern uns: Google pr&#228;sentiert in seinem Angebot news.google.com kurze Ausschnitte aus den Meldungen von Nachrichten-Websites und verlinkt diese. Dieser Google-Dienst ist im Gegensatz zu anderen Google-Angeboten werbefrei. Kein Medium muss dort gelistet sein. Es gen&#252;gen Kenntnisse im Umgang mit einem Texteditor, um mittels zweier Zeilen Google daran zu hindern, dass das eigene Nachrichtenangebot dort gelistet ist.</p>
<p>Weil Google-News den Online-Medien Besucher auf die Websites bringt, verlangen sie von Google eine finanzielle Beteiligung. Und weil Google die nicht zahlt, <a href="http://www.heise.de/newsticker/meldung/Deutsche-Verleger-beschweren-sich-in-Bruessel-ueber-Google-1442897.html" target="_blank">beschweren</a> sich die deutschen Verleger jetzt bei der EU in Br&#252;ssel.</p>
<p>Wie gesagt: Diese Logik m&#252;ssen Sie nicht verstehen.</p>
<p>Kein Website-Betreiber w&#228;re b&#246;se dar&#252;ber, wenn ihm Google auch noch Geld zahlen w&#252;rde, wenn die Suchmaschine neue Besucher bringt. Sie w&#252;rden es schlie&#223;lich auch nicht ablehnen, wenn Ihnen der Taxifahrer Geld zahlen will, weil er sie irgendwohin gefahren hat.</p>
<p>Daher ist es umso erstaunlicher, dass sich die deutschen Zeitungsverleger nicht schon l&#228;ngst und lautstark &#252;ber Facebook beschweren.</p>
<p>Denn anders als Google platziert Facebook sehr wohl eigene Werbung auf den Fanpages der Zeitungsverlage. Und dennoch gibt es fast kein Online-Medium, dass keine eigene Fanseite betreibt und das nicht die Like-Buttons und Social-Media-Plugins des US-Anbieters auf den Seiten hat. Die Verlage rei&#223;en sich f&#246;rmlich darum, Facebook neue Kunden in die Arme zu treiben. &#8220;Diskutieren Sie mit uns auf Facebook&#8221;, ist einer der oft geh&#246;rten Animationsspr&#252;che.</p>
<p>Durch den Einbau dieser Buttons und Plug-ins auf jeder Seite klaut Facebook den Verlegern nicht nur Inhalts-Snippets, sondern bekommt von ihnen dar&#252;ber hinaus die komplette <a href="http://www.literaturcafe.de/totalueberwachung-welche-gefahren-der-gefaellt-mir-button-von-facebook-birgt/" target="_blank">Nutzungs- und Nutzerstatistik geschenkt</a>. Jenseits rudiment&#228;rer IVW-Zahlen hat Facebook die komplette Statistik, kennt Facebook die Online-Leser sogar mit Namen und besitzt von den meisten ein vollst&#228;ndiges Interessen- und Pers&#246;nlichkeitsprofil. Und Facebook wei&#223; sogar, auf welchen Konkurrenzmedien der Nutzer surft.</p>
<p>Es wird also nicht mehr lange dauern, bis die Verleger entdecken, was sie da in ihrer vermeintlichen Gier nach mehr Lesern und sozialmedialer Anbiederung dem US-Unternehmen in den Rachen werfen. Es wird Zeit, daf&#252;r Geld zu verlangen! Also schreiben wir schon mal auf, was die deutschen Zeitungsverleger demn&#228;chst fordern sollten und wor&#252;ber man sich bei der EU oder bei den Kartellbeh&#246;rden beschweren k&#246;nnte:</p>
<ul>
<li>Facebook verwendet f&#252;r seine Empfehlungsfunktion Inhalte aus den Angeboten von Online-Magazinen und -Zeitungen (Snippets).</li>
<li>Facebook platziert im Umfeld dieser Snippets und auf den Fanseiten der Medien Werbung, an deren Einnahmen die Verleger nicht beteiligt werden.</li>
<li>Facebook erh&#228;lt durch den Einbau des Like-Buttons die kompletten Nutzerstatistiken der Online-Medien.</li>
<li>Facebook kann diese Nutzerdaten personalisieren.</li>
<li>Facebook hat die M&#246;glichkeit der Konkurrenzanalyse, wenn dort die Buttons ebenfalls platziert wurden.</li>
</ul>
<p>Mehr noch als Google profitiert Facebook sowohl von den Inhalten als auch von den Nutzungsdaten deutscher Online-Magazine und -Zeitungen und monetarisiert diese durch Anzeigenverk&#228;ufe.</p>
<p>Also, deutsche Zeitungsverleger, worauf wartet ihr? Lasst euch euer &#8220;Soziales Engagement&#8221; endlich von Facebook bezahlen!
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		<title>Die fabelhaften Springer-Boys</title>
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		<pubDate>Sun, 26 Jun 2011 20:22:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
				<category><![CDATA[ofNote-Medien]]></category>
		<category><![CDATA[Standard RSS]]></category>
		<category><![CDATA[Medienpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[Springer]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[In meinem Blog gibt es ein Portr&#228;t der „fabelhaften Springer-Boys“ - mitten in der Sommerpause!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Zeitungshaus <em>Springer</em> ist heute das Medienunternehmen, das die beste politische Performance bietet. Gef&#252;hrt von f&#252;nf produktiven Pers&#246;nlichkeiten, beherrscht der Verlag die Mediendebatten der Republik bis in die hinterletzte <a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/springer-chef-doepfner-ueber-die-tagesschau-app-hier-ist-eine-rote-linie-ueberschritten-worden-1.1112357">App-Diskussion</a>. Warum das so ist, erfahren Sie <a href="http://www.wolfgangmichal.de/?p=317">hier</a>.</p>
<p>&nbsp;
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		<title>Fauler Apfel? Apple unterbindet den Zugang zu iPad-Apps f&#252;r Print-Abos</title>
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		<pubDate>Sat, 15 Jan 2011 15:16:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Apple will k&#252;nftig unterbinden, dass Print-Abos von Zeitungen mit einem kostenlosen Zugang zu Bezahl-Apps auf dem iPad verkn&#252;pft werden, weil man daran nicht mitverdienen w&#252;rde. Anstatt in diesen sauren Apfel zu beissen, sollten Verlage lieber auf den Browser setzen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Steve Jobs ist nicht gut Kirschen essen. Diese Erfahrung durften jetzt offenbar europ&#228;ische Zeitungsverleger machen, denen von Apple mitgeteilt wurde, dass sie k&#252;nftig ihren Print-Abonnenten keinen freien Zugang mehr zu den entsprechenden iPad-(Bezahl)-Apps werden geben k&#246;nnen. Der Grund: Apple verdient an dieser Konstruktion nicht mit.</p>
<p>Das berichtet <a href="http://www.appleinsider.com/articles/11/01/14/apple_tells_newspapers_no_free_ipad_edition_for_print_subscribers.html">Appleinsider</a> unter Berufung auf die niederl&#228;ndischen Medien <a href="http://www.volkskrant.nl/vk/nl/2694/Internet-Media/article/detail/1824436/2011/01/14/Apple-wil-meer-geld-voor-iPad-kranten.dhtml">deVolkskrant</a> und <a href="http://www.nrc.nl/nieuws/2011/01/14/apple-zet-uitgevers-buitenspel-op-ipad/">nrc.nl</a>. Apple will offenbar verhindern, dass die Verlage die Konditionen des App Store umgehen, wonach Apple 30 % vom Umsatz mit den Apps einbeh&#228;lt. Denkbar w&#228;re ja, die Verlage verkauften auf herk&#246;mmlichem Weg ihre Abos und gew&#228;hrten damit dann Zugang zur entsprechenden App (gleichg&#252;ltig, ob die Printausgabe tats&#228;chlich zugestellt wird oder nicht). Apple w&#228;re in diesem Fall au&#223;en vor, was Steve Jobs nat&#252;rlich nicht gefallen kann.</p>
<p>An dieser Stelle k&#246;nnte man jetzt Hohn und Spott &#252;ber die Verlage aussch&#252;tten, die noch vor gar nicht so langer Zeit gro&#223;e St&#252;cke auf Apple und das iPad hielten. Oder Blog-Artikel zitieren, in denen vor einer zu engen Bindung an Apple und dessen Plattform gewarnt wurde. Geschenkt.</p>
<p>Verlage haben im Grunde nur eine <a href="http://carta.info/28800/besser-als-ein-leistungsschutzrecht-ist-eine-einfache-standardisierte-bezahlplattform/">Option im Web</a>: Auf den Browser setzen in Verbindung mit intelligenter Software, mit der sich ihre Inhalte an ganz unterschiedlich gro&#223;e Bildschirme automatisch und in optisch ansprechender Form anpassen lassen. Die Fragmentierung in unterschiedliche und untereinander v&#246;llig inkompatible Plattformen (Apple iOS, Google Android, Microsoft Windows Phone, RIM Blackberry&#8230;) sollten sie boykottieren.</p>
<p>Einen interessanten Ansatz in genau diese Richtung bietet das amerikanische Startup <a href="http://treesaver.net/">Treesaver</a>. Deren Software in Aktion kann man im folgenden <a href="http://scobleizer.com/2010/12/15/treesaver-shows-html5-can-hold-its-own-against-flipboard-style-design/">Video-Interview</a> sehen, das Robert Scoble mit Filipe Fortes gef&#252;hrt hat:</p>
<p><span> </span> <object classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="560" height="340" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/rctiAtD6KKs?fs=1&amp;hl=de_DE" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed type="application/x-shockwave-flash" width="560" height="340" src="http://www.youtube.com/v/rctiAtD6KKs?fs=1&amp;hl=de_DE" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
<p>So k&#246;nnte die Zukunft f&#252;r Verlagsangebote aussehen, die vom Smartphone &#252;ber Tablets bis hin zu sehr gro&#223;en Desktop-Bildschirmen immer eine gute Figur machen und dabei leicht zug&#228;nglich sein sollten. Anstatt in den sauren Apfel von Steve Jobs zu beissen oder emp&#246;rt nach der EU zu rufen, wie es nun in den Niederlanden der Fall zu sein scheint, sollte man Apple einfach die kalte Schulter zeigen.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37315&amp;md5=e9906352b7e26edea944fd032647ca74" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gesch&#228;fte mit privaten Daten: Warum sich der &#8220;Spiegel&#8221; mit der halben Wahrheit begn&#252;gt</title>
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		<pubDate>Sun, 09 Jan 2011 18:44:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Falk Lüke</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Datenschutz]]></category>
		<category><![CDATA[Der Spiegel]]></category>
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		<category><![CDATA[GEZ]]></category>
		<category><![CDATA[Investigativer Journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[Richard Gutjahr]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Der neue Spiegel-Titel "Facebook &#38; Co: Die Uners&#228;ttlichen" macht viel Wind um den Handel mit Kundendaten. Das hat Falk L&#252;ke, bis vor kurzem f&#252;r Datenschutz zust&#228;ndiger Referent beim Bundesverband der Verbraucherzentralen, zu einer Replik herausgefordert. Er meint, die Verlage sollten auch vor der eigenen T&#252;r kehren.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Datenschutz ist ein spannendes Thema f&#252;r Journalisten. Da gibt es B&#246;se, Unschuldige, Unwissende und Ratlose. Sch&#246;ne Geschichten lassen sich anhand solcher Bilder gut erz&#228;hlen: Das gro&#223;e b&#246;se Unternehmen X, der arme kleine B&#252;rger Y, ausgebeutet vom internationalen Gro&#223;konzern, um am Ende entbl&#246;&#223;t dazustehen.</p>
<p>Tats&#228;chlich ist an diesen Geschichten viel Wahres dran. Datenschutz ist und bleibt ein Stiefkind der Unternehmenskulturen. Denn Rechtslage und Durchsetzung, aber auch die grunds&#228;tzliche kulturelle Frage des Umgangs mit Informationen, die die eigene Person oder gar Dritte betreffen, sind nicht abschlie&#223;end gel&#246;st, und es gibt auch niemanden, der in den vergangenen Jahren durchg&#228;ngig klare und praktikable Konzepte entwickelt h&#228;tte (einzig der ideologiegetriebene Post-Privacy-Utopismus, in dem niemand etwas zu verbergen hat, weil die Welt bereit daf&#252;r ist, traut sich so lange messianisch hervor, bis es um die Privatsph&#228;re seiner F&#252;rsprecher geht).</p>
<p><img class="alignleft size-medium wp-image-37149" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2011/01/spiegel0211-228x300.jpg" alt="" width="228" height="300" />Wie bei fast allen Problemen der digitalen Gesellschaft machen erst bestimmte Erscheinungen im Internet diese begreifbar und in den Dimensionen anschaulich. Ob dabei Facebook, B&#252;rgel, Arvato Infoscore, Easycash, das Einwohnermeldeamt, das eingestellte Neuromarketing-Verkaufsverfahren der Hamburger Sparkasse oder Google mehr negative Auswirkungen f&#252;r den Einzelnen mit sich bringen, l&#228;sst sich seri&#246;s kaum beantworten.</p>
<p>Einfach und verst&#228;ndlich ausgedr&#252;ckt: Es gibt Firmen, die verdienen mit Daten Geld. Viel Geld. Zum Beispiel die deutschen Verlage.</p>
<p>Warum &#228;u&#223;ert sich etwa der Bundesverband der deutschen Zeitungsverleger immer wieder zu Datenschutz-Gesetzesnovellen? Man k&#246;nnte dar&#252;ber erstaunt sein. Doch Daten von Kunden f&#252;r andere nutzbar zu machen, ist f&#252;r viele Verlage eine Einnahmequelle. &#8220;Leserumfragen mit Gewinnspiel&#8221; dienen nicht zuletzt der Datengenerierung. F&#252;r ihre eigenen Werbeaktionen nutzen manche Verlage auch Daten Dritter.</p>
<p>Wer k&#246;nnte zum Beispiel ein starkes Interesse an der Abonnentenkartei einer Fernsehzeitschrift haben? Nat&#252;rlich eine Organisation, die gerne Leute ertappen w&#252;rde, die angegeben haben, keinen Fernsehapparat zu besitzen. Zuf&#228;llig sitzt in einem K&#246;lner Vorort ein solcher Interessent. Die Daten kaufen? Das darf die GEZ nicht. Aber das muss sie ja auch nicht.</p>
<p>Verlage sind in der Regel nicht identisch mit ihren Redaktionen. Andererseits sind Redaktionen auch nicht so unabh&#228;ngig von den Verlagsinteressen, wie Lehrb&#252;cher es gerne glauben machen m&#246;chten. Dass es f&#252;r Journalisten viel einfacher ist, einen externen Player wie <em>Facebook</em> oder <em>Google</em> beim kritischen Thema Datenschutz anzugreifen als den eigenen Verlag, liegt auf der Hand. Schon das Schreiben &#252;ber andere Publikationen, &#252;ber Journalisten eines anderen oder des eigenen Hauses ist oft mit Debatten verbunden. Wer wollte da glauben, dass <em>Spiegel</em>-Reporter das eigene Unternehmen zur Titelstory machen: &#8220;Datenkrake Spiegel Verlag&#8221;? &#8216;Selbstinvestigativer&#8217; Journalismus ist ein eher theoretisches Arbeitsgebiet f&#252;r Journalisten. Eventuell mal ein sch&#246;nes Thema f&#252;r investigative Blogger?</p>
<p>Dass Journalisten sich eher mit anderen Playern besch&#228;ftigen, ist am Ende vielleicht sogar w&#252;nschenswert. Bei ihren eigenen Verlagen w&#228;ren sie wohl zu nah am Beobachtungsobjekt.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Lesen Sie zu diesem Thema auch <a href="http://gutjahr.biz/blog/2011/01/doppelmoral-1-der-spiegel/">Richard Gutjahrs Text</a> &#252;ber die Doppelmoral des &#8220;Spiegel&#8221;.</em></p>
<p><em>Texte auf Carta zum Thema Facebook: </em><em>1. Ein <a href="http://carta.info/26360/facebook-ein-sonderfall-im-oekosystem-des-internets/">Sonderfall</a>; 2. Facebook <a href="http://carta.info/32612/facebook-places-ich-bin-hier-wie-sag-ichs-dir/">Places</a>; 3. Ein <a href="http://carta.info/25462/facebook-ein-zwischenruf/">Zwischenruf</a></em></p>
<p><em>Au&#223;erdem: </em><em><a href="http://carta.info/33848/spiegel-online-die-wahre-krake-im-netz/">Spiegel Online – die wahre Krake im Netz</a></em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37146&amp;md5=e9fadca6856d6e24d5f36a42b9a6a421" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Gestatten, Monika Piel, erste &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin</title>
		<link>http://carta.info/37061/gestatten-monika-piel-erste-oeffentlich-rechtliche-verlegerin/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Jan 2011 11:27:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Julius Endert</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die neue ARD-Vorsitzende hat zu Jahresanfang eine erstaunliche Interview-Serie hingelegt. Und Julius Endert fragt sich, ob das, was Monika Piel sagte, ernst gemeint war oder nur eine ganz ausgekochte Strategie darstellt.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gestern ereignete sich etwas medial Ungew&#246;hnliches: Monika Piel, die neue ARD-Vorsitzende, holte aus zum Interview-Rundumschlag: in der <em>S&#252;ddeutschen Zeitung</em>, im <a href="http://goo.gl/ZF5Oq">Handelsblatt </a>und im <em>Tagesspiegel</em>. Zeitungen hassen es, wenn Gespr&#228;chspartner mit ihren Botschaften hausieren gehen, umso wichtiger muss die Nachricht sein, wenn man sie als Chefredakteur trotzdem bringt.</p>
<p>Aber klar, Frau Piel ist seit Jahresanfang die neue ARD-Vorsitzende und muss ihre Botschaft unter das Geb&#252;hrenvolk bringen und gleichzeitig politisch Position beziehen, besonders im andauernden Streit mit den Verlegern. Das hat sie versucht, indem sie sich einfach die Positionen ihrer Gegner zueigen gemacht hat und als eine Art &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin argumentierte. Die Spitzfindigkeit dabei versteht man nicht sofort.</p>
<p>Denn damit schl&#228;gt Piel den Zeitungsmachern im Lande die Waffen aus der Hand. Wenn <em>Google</em> eine Bedrohung f&#252;r die ARD und im &#220;brigen f&#252;r alle (wie auch immer definierten) Qualit&#228;tsmedien ist, so die Logik, sitzt man im gleichen Boot und zieht gegen einen gemeinsamen Feind zu Felde.</p>
<p>Und als sei das nicht schon genug der Gemeinsamkeit, bietet sie gleich noch Kooperationen mit den Zeitungsh&#228;usern an und ist bereit, zuk&#252;nftig ihre Apps kostenpflichtig anzubieten, wenn die Verleger mitziehen.<strong><span style="color: #ffffff;">.</span></strong></p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><strong>&#214;ffentliche Aufforderung zur Kartellbildung</strong></p>
<p>So weit so schlecht, denn anderswo nennt man das die &#246;ffentliche Aufforderung zur Kartellbildung. Und ein Satz wie „Er (D&#246;pfner) will eine Allianz der Qualit&#228;tsanbieter im Wettbewerb, unter anderem gegen <em>Google</em>, <em>Apple</em> und <em>Vodafone</em>. Die ARD steht daf&#252;r bereit“, m&#252;sste zum sofortigen R&#252;cktritt nach drei Tagen im Amt f&#252;hren.</p>
<p>Frau Piel redet wirr und will sich offenbar mit Gewalt mit den Verlegern arrangieren, um an dieser Front Ruhe zu haben und ist bereit, daf&#252;r die eigene &#8211; vom Gesetzgeber gewollte und vorgeschriebene &#8211; Unabh&#228;ngigkeit aufzugeben. Und so reiht sich im <em>Handelsblatt</em>-Interview eine medienpolitische Ungereimtheit an die n&#228;chste. Leider hat der von mir sehr gesch&#228;tzte Kollege Siebenhaar nicht nachgefragt (oder es wurde nicht gedruckt), wo genau denn ausgerechnet Google eine Bedrohung f&#252;r die ARD sein soll und was Frau Piel meint, wenn sie sagt, „wir sollten das Online-Gesch&#228;ft nicht nur den multinationalen Konzernen &#252;berlassen“.</p>
<p>Sp&#228;testens an dieser Stelle h&#228;tte er fragen m&#252;ssen, wie sie denn den Auftrag der &#246;ffentlich-rechtlichen Medien interpretiert. Haben sie nun einen (unabh&#228;ngigen) Informationsauftrag, &#252;ber dessen optimale Verwirklichung (zum Beispiel im Netz) sich gerade die ARD-Vorsitzende mit den Verlegern zanken muss, oder haben sie irgend einen anderen Auftrag, den wir als Geb&#252;hrenzahler aber noch nicht kennen.</p>
<p>Offenbar sieht Piel sich in einer Gewinnerzielungsverpflichtung: „Den Geburtsfehler des Internet – kostenlose Inhalte – zu beseitigen, ist aber schwierig und langwierig.“ Sch&#246;ner h&#228;tte es Hubert Burda nicht formulieren k&#246;nnen, doch jeder andere vernunftbegabte Mensch in der Position der ARD-Vorsitzenden m&#252;sste doch diese Art der Informationsfreiheit im Netz begr&#252;&#223;en und verteidigen. Und dankbar sein, &#252;ber diesen Kanal mehr Menschen als jemals zuvor mit den eigenen (Qualit&#228;ts-)Inhalten zu erreichen.</p>
<p>Stattdessen f&#252;hrt Monika Piel auch noch den letzten Verleger-Kampfbegriff in das Gespr&#228;ch ein, indem sie von den Qualit&#228;tsmedien spricht, die von Google („nat&#252;rlich“) bedroht werden.</p>
<p>Ich mag das alles nicht glauben und hoffe, dass es sich bei ihrem Auftritt als erste &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin in diesem Interview wirklich nur um eine geniale politische Finte handelt, deren tieferen Sinn wir erst sp&#228;ter begreifen werden. Und wir &#8211; vielleicht demn&#228;chst im Netz &#8211; erfahren, dass alles nicht so gemeint war.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://julius01.de/gestatten-monika-piel-erste-offentlich-rechtl">Crosspost</a></em>
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<a href="http://carta.info/37061/gestatten-monika-piel-erste-oeffentlich-rechtliche-verlegerin/">Gestatten, Monika Piel, erste &#246;ffentlich-rechtliche Verlegerin</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/37061/gestatten-monika-piel-erste-oeffentlich-rechtliche-verlegerin/#comments">8 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=37061&amp;md5=35776606bec55a1d0b803c184f3ff909" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Verlegerforderung Leistungsschutzrecht: Ja, habt ihr denn &#252;berhaupt keinen Stolz?</title>
		<link>http://carta.info/36869/verlegerforderung-leistungsschutzrecht-ja-habt-ihr-denn-ueberhaupt-keinen-stolz/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Dec 2010 23:46:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Mario Sixtus</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Weil uns das Verlangen nach einem Leistungsschutzrecht auch 2011 wieder "&#252;ber Geb&#252;hr" besch&#228;ftigen wird, hat Mario Sixtus einen zornigen Brief an Springer, Holtzbrinck, Burda &#38; Co. geschrieben.

]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Liebe Verleger,</p>
<p>das tut jetzt vielleicht ein wenig weh, aber einer muss es mal deutlich sagen: Euch hat niemand gerufen! Niemand hat gesagt: “Mein Internet ist so leer, kann da nicht mal jemand Zeitungstexte oder so was reinkippen?“ Ihr seid freiwillig gekommen, und ihr habt eure Verlagstexte freiwillig ins Web gestellt. Zu Hauf. Und kostenlos. Ihr nehmt keinen Eintritt f&#252;r die Besichtigung eurer Hyperlink-freien W&#246;rterw&#252;sten, weil ihr genau wisst, dass niemand daf&#252;r Geld ausgeben w&#252;rde. Ihr habt seri&#246;se und un- seri&#246;se SEO-Fritzen mit Geld beworfen, damit Google eure Seiten besonders lieb hat. Ihr seid ohne Einladung auf diese Party gekommen. Das ist okay, ihr k&#246;nnt gerne ein wenig mitfeiern. Prost! Aber wisst ihr, was gar nicht geht? Dass ihr jetzt von den anderen G&#228;sten hier Geld kassieren wollt. Sogar per Gesetz. Verleger: geht’s noch?</p>
<p>Bitte unterbrecht mich, falls ich etwas falsch verstanden habe mit diesem “Leistungsschutzrecht“, was gut sein kann, denn logisch ist das alles bestimmt nicht. Ihr wollt eine Art Steuer kassieren f&#252;r all die Arbeit, die es bereitet, Texte online zu publizieren. Das ist die Leistung, die gesch&#252;tzt und bezahlt werden soll. Nicht etwa die Texte selbst sind es, f&#252;r die ihr honoriert werden wollt, sondern das Zusammentragen und online stellen. Richtig? Wo und wie dieses Geld eingesammelt werden soll, ist zwar noch nicht ganz klar, aber immerhin habt ihr da schon ein paar Ideen. Vielleicht aber k&#246;nnte man dazu auch Wahnvorstellung sagen. Einer dieser Einf&#228;lle, der ein wenig nach Megalomanie, Irrwitz und gekr&#228;nktem Narzissmus schmeckt, lautet: News-Aggregatoren sollen zahlen. Also Angebote wie Google News. Daf&#252;r, dass sie diese Textschnipselchen anzeigen, die als Hyperlinks dienen, die zu euren Verlagsangeboten f&#252;hren. Google sp&#252;lt euch die H&#228;lfte eurer Besucher auf die Seiten und jetzt sollen sie daf&#252;r bezahlen? Das ist in etwa so, als w&#252;rde ein Restaurantbesitzer Geld von den Taxifahrern verlangen, die ihnen G&#228;ste bringen.</p>
<p>Dann ist da noch die Idee, gewerbliche Computernutzer zur Kasse zu bitten. Pauschal und auf Verdacht. Denn sie k&#246;nnten ja irgendwie davon profitieren, dass ihr umgekl&#246;ppelte Agenturmeldungen, Oktoberfest-Bilderklickstrecken und &#252;berlaufende Inhalte eures Print-Redaktionssystems ins Web pumpt. Eine Verleger-GEZ wollt Ihr euch zusammenlobbyieren. Einerseits. Auf der anderen Seite droht ihr mit rituellem Selbstmord, wenn die geb&#252;hrenfinanzierte Tagesschau eine iPhone-App bereitstellt. Wie geht das zusammen? <strong>Die &#214;ffentlich-Rechtlichen sind aufgrund ihrer Geb&#252;hrenfinanzierung eure erkl&#228;rten Todfeinde, andererseits wollt ihr euch in geb&#252;hrenfinanzierte Verleger verwandeln? Ja habt Ihr denn &#252;berhaupt keinen Stolz?</strong></p>
<p>Die Gewerkschaften habt ihr schon auf eurer Seite. Das ist kein Wunder. Gewerkschaften sind in etwa so fortschrittsfreudig wie die Taliban. H&#228;tte es sie damals schon gegeben, w&#228;ren sie sicherlich auch gegen die Einf&#252;hrung des Buchdrucks gewesen, da er schlie&#223;lich zu Arbeits- platzabbau in den kl&#246;sterlichen Schreibstuben f&#252;hrt. Und die schwarz-gelbe Regierung hat ein wie auch immer geartetes Leistungsschutzrecht sogar schon in ihren Koalitionsvertrag geschrieben. Das ist ebenfalls kein Wunder, schlie&#223;lich hat sich die politische Elite mit der alten Medien-Oligarchie prima arrangiert. Man kennt sich und wei&#223; sich zu nehmen.</p>
<p>Der CTRL-Verlust-Blogger Michael Seemann hat den h&#252;bschen Begriff “Leistungsschutzgeld“ erfunden. Eigentlich wollt ihr auch ein “Leitungsschutzgeld“: Wer beruflich eine Internet-Leitung hat, soll zahlen, zu eurem Artenschutz. Wisst ihr was, Verleger? Haut doch einfach ab aus dem Web, wenn es euch hier nicht gef&#228;llt. Nehmt eure Texte mit und druckt sie auf Papier oder schickt sie meinetwegen per Fax weg. Denn: Euch hat niemand gerufen.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em>Crosspost mit freundlicher Genehmigung des „Magazins f&#252;r elektronische Lebensaspekte“, <a href="http://de-bug.de/mag/">De:bug</a>, Ausgabe 148, Creative Commons: <a href="http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/">CC-BY</a></em></p>
<p><em>Update: Martin Oetting m&#246;chte den Text von Mario Sixtus als Anzeige <a href="http://oetting.posterous.com/spendenaufruf-offener-brief-an-die-deutschen">schalten</a> und ruft zu einer <a href="http://de.betterplace.org/projects/5443-offener-brief-leistungsschutzrecht/">Spendenaktion</a> auf.</em>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=36869&amp;md5=2e40e4addb76a3c6611b20cb954e6262" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Melker mit kalten H&#228;nden: Ein Leistungsschutzrecht k&#246;nnte auch f&#252;r die Hartplatzhelden neue Verh&#228;ltnisse schaffen</title>
		<link>http://carta.info/35564/melker-mit-kalten-haenden-ein-leistungsschutzrecht-koennte-auch-fuer-die-hartplatzhelden-neue-verhaeltnisse-schaffen/</link>
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		<pubDate>Sun, 31 Oct 2010 19:21:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jürgen Kalwa</dc:creator>
				<category><![CDATA[Aufmacher-Home]]></category>
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		<category><![CDATA[Fußball]]></category>
		<category><![CDATA[Leistungsschutzrecht]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Der Bundesgerichtshof erteilte dem Leistungsschutzanspruch von Sportverb&#228;nden eine Absage. Die gleiche Auslegung des Wettbewerbsrechts sollte auch f&#252;r die Verlage und ihre Forderung nach Artenschutz gelten. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/9de6ebf8765f4dee99c5b0575517a2f8" alt="" width="1" height="1" />Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe hat vor ein       paar Tagen       eine wegweisende Entscheidung gef&#228;llt, die mit dem Namen des       kreativen       Internetportals “<a href="http://www.hartplatzhelden.de/">Hartplatzhelden</a>”       verbunden ist. Die Richter verwiesen in ihrem Urteil das       Anspruchsdenken eines       Fu&#223;ballverbandes in die Schranken. Der hatte bis dato recht kess       geglaubt, er       k&#246;nne mit Hilfe von ein paar Advokaten und dem Gesetz gegen       unlauteren Wettbewerb       (UWG) eine Einnahmequelle monopolisieren, die ihm gar nicht       exklusiv geh&#246;rt.</p>
<p>&#8220;Kein wettbewerbsrechtlicher Leistungsschutz       f&#252;r       Amateurfu&#223;ballspiele&#8221;, stand &#252;ber der Erkl&#228;rung des BGH, mit der       der vom       W&#252;rttembergischen Fu&#223;ballverband angezettelte Rechtsstreit letztinstanzlich beendet       wurde. Das Besondere an dem Vorgang: In den beiden unteren       Instanzen in       Stuttgart – Landgericht und Oberlandesgericht – hatte der WFV ohne       Probleme       gewonnen. Die Ein&#228;ugigkeit der Richter war bemerkenswert.</p>
<p>Von       “einem katastrophalen       Fehlurteil” <a href="http://blog.beck.de/2009/03/14/hartplatzhelden-und-das-olg-stuttgart">sprach</a> damals Prof. Dr. Thomas Hoeren von der       Universit&#228;t M&#252;nster       nach der ersten Entscheidung und ehe das OLG den Hartplatzhelden       noch etwas       heftiger gegen das Schienbein trat. Ich <a href="http://carta.info/6667/hartplatzhelden-urteil/">nannte</a> das Verdikt einen       R&#246;sselsprung, zu behaupten, dass der Veranstaltung eines Fu&#223;ballspiels automatisch       auch das       exklusive Recht entspr&#228;nge, dieses in den Medien gesch&#228;ftlich zu <a href="http://www.telemedicus.info/article/1255-OLG-Stuttgart-Hartplatzhelden-Urteil-im-Volltext.html"> verwerten</a>.</p>
<p>Allein schon, dass die Hartplatzhelden mit dem       WFV in       Wettbewerb um die Vermarktung von Videobildern getreten waren, war       laut OLG ein       Versto&#223; gegen das Gesetz. Rechtsauslegung nach Gutsherrenart,       sozusagen.</p>
<p>Meine Sympathieerkl&#228;rungen zum BGH-Urteil, das       diese       Bastelarbeit aus dem Verkehr zog, habe ich bereits an anderer       <a href="http://twitter.com/#!/americanarena/status/28999779320">Stelle</a> <a href="http://twitter.com/#!/americanarena/status/28998675453">abgesetzt</a>.       Ich ziehe aber gerne auch hier noch mal den Hut vor den Betreibern       des Portals,       die sich nicht einfach geschlagen gaben, nachdem ihnen zwei       Gerichte ihre       Gesch&#228;ftsgrundlage zu entziehen versuchten. Ohne ihre       Kampfbereitschaft h&#228;tte       sich rasch der Zugriff der Verb&#228;nde auf Sportberichterstattung vergr&#246;&#223;ert. Denn in Hessen zeigte bereits       der erste       Verband, wer als n&#228;chstes zur Kasse gebeten werden sollte: <a href="http://www.zeit.de/sport/2010-10/hartplatzhelden-amateurfussball-videorechte"> Lokalzeitungen</a>, die       Videobilder von unterklassigen Fu&#223;ballspielen auf ihre       Online-Seiten stellen.</p>
<p>Mir ist in dem Zusammenhang noch etwas anderes       aufgefallen.       Das Leistungsschutzrecht, das sich die Sportverb&#228;nde anma&#223;en       wollten, &#228;hnelt       von der Uridee her stark dem Leistungsschutzrecht, das deutsche       Medienh&#228;user       durchdr&#252;cken wollen. Auch hier wird die gleiche Theorie ins Spiel       gebracht,       wonach die Verlage Rechte haben, weil sie es sind, die diese       &#220;berschriften auf       die Beine stellen, die Google kopiert und verlinkt.</p>
<p>Nat&#252;rlich       waren die       Verleger bisher schlauer als die Sportfunktion&#228;re und sind nicht       gleich vor       Gerichte gezogen, um den Anspruch durchzusetzen. Wahrscheinlich       weil ihnen ihre       Justitiare angedeutet haben, dass sie auf dem Weg die gleiche       Panne erleben       w&#252;rden. Sie antichambieren also lieber bei den Politikern.</p>
<p>Sie       sagen zwar       “Leistungsschutz”, aber meinen “Artenschutz”. Und damit das       auch       m&#246;glichst dramatisch klingt, beschw&#246;ren sie gleich noch etwaige       Gefahren f&#252;r       die Demokratie heraus, die angeblich darunter leidet, wenn       Journalismus nicht       mehr wie bisher durch ihre renditeversessenen Aggregate betrieben       wird.</p>
<p>Dabei k&#246;nnten sie aus dem Urteil des ersten       Zivilsenats in       Sachen Hartplatzhelden durchaus etwas lernen &#8211; und die Gesetzgeber       k&#246;nnten es       auch: So wie der Verband M&#246;glichkeiten hat, sich eine       wirtschaftliche       Verwertung zu sichern, so k&#246;nnen dies die Verlage ebenso tun.       Nicht nur weil       sie per HTML-Code auf ihren Webseiten den Suchmaschinen dieser       Welt versagen       k&#246;nnen, sich das Salz aus der Suppe herauszuklauben.</p>
<p>Viel st&#228;rker       ist der       Gedanke, den Till Kreutzer vor einem Jahr in einem lesenswerten       <a href="http://carta.info/15635/leistungsschutzrecht-fuer-verlage-mehr-schaden-als-nutzen/">Essay</a> aufgeworfen hatte: Es bleibe den Verlagen doch unbenommen, ihre       Inhalte im Netz       nur gegen Entgelt anzubieten. “Tun sie es – wie derzeit im       Online-Bereich       &#252;blich – nicht, ist das ihre eigene Entscheidung.” Wieso sollten       eigentlich       andere daf&#252;r bezahlen, dass sie ihren Stoff verschenken?</p>
<p>Doch anders als die obersten Richter des       Landes, die die       g&#252;ltigen Gesetze nur auslegen und keine neuen beschlie&#223;en, kann       der Bundestag       alles m&#246;gliche verabschieden. Zumindest alles, was nicht gegen das       Grundgesetz       verst&#246;&#223;t. Und so droht uns bis auf weiteres dank der effektvollen       Lobbyarbeit       der Verlage ein Gesetz, das neue Verh&#228;ltnisse schaffen kann.</p>
<p>Dieses Gesetz       k&#246;nnte vermutlich &#252;brigens die Plattform sein, um       Verbandsfunktion&#228;re neu zu       ermutigen und gegen Hartplatzhelden aller Art vorzugehen. Wie       sagte       WFV-Pr&#228;sident Herbert R&#246;sch in seiner offiziellen Stellungnahme       zum Urteil       (Hervorhebungen von mir): “Leider bietet aber die <em>aktuelle </em>Rechtslage nach Auffassung des         Gerichts <em>derzeit </em>keine ausreichende         Grundlage” f&#252;r seinen Allmachtsanspruch.         Ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage w&#228;re auch eine Hintert&#252;r         f&#252;r Verb&#228;nde,         erneut nach dem greifen, was nach ihrer Auffassung ja sowieso         nur ihnen         zusteht.</p>
<p>Wer will, kann sich aus Anlass dieses Urteils       die       Konsequenzen eines Leistungsschutzgesetz f&#252;r Verlage ausmalen. Es       gibt genug       Melker mit kalten H&#228;nden, die an den Euter der Kreativit&#228;t anderer       Leute       wollen. Die Anspruchsgesellschaft von heute… ja, so sieht sie aus.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=35564&amp;md5=c134562bf481bb1905509f0e6b4fd27c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Paid Content: Warum man das Thema Bezahlinhalte noch einmal anpacken sollte</title>
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		<pubDate>Sun, 03 Oct 2010 20:22:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Robin Meyer-Lucht</dc:creator>
				<category><![CDATA[Alle Beiträge]]></category>
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		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit Katja Riefler habe ich eine Studie zu Paid Content-Strategien geschrieben. Im Kern geht es mir um Differenzierung, Bundling und Preispunkte. Ein paar Folien zu dem Thema.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den n&#228;chsten Tagen erscheint eine Studie zu <a href="http://www.zv-online.de/inhalt/bookshop_paid_content.htm">Bezahlinhalten</a>, die <a href="http://www.risolutions.de/katja_riefler_kontakt_impressum.php">Katja Riefler</a> und ich f&#252;r den <a href="http://www.bdzv.de/">Bundesverband der Zeitungsverleger</a> geschrieben haben. In der vergangenen Woche habe ich dazu einen kurzen Vortrag gehalten:</p>
<p>Im Kern sollten Verlage aus meiner Sicht ihr Angebot st&#228;rker differenzieren und ihren Stammnutzern &#252;berzeugende Mehrwertb&#252;ndel (&#8220;Upgrades&#8221;) anbieten, f&#252;r die diese dann auch bereit w&#228;ren zu zahlen (oder sich zumindest zu registrieren, etwa auch &#252;ber Facebook).</p>
<p>Die heutigen Verlagsprodukte (Nachrichtensites) sprechen hingegen die unterschiedlichen Nutzersegmente aus Rand-, Gelegenheits- und Stammnutzern nicht hinreichend spezifisch an. Viele haben erheblichen Nachholbedarf bei der Nutzerbindung &#8211; auch hier k&#246;nnten abgestufte Produkte Anreitze schaffen, damit sich Fans und treue Nutzer enger mit den Angeboten verbinden.</p>
<p>Apps allein erscheinen mir zumindest nicht als hinreichende Bezahlstrategie &#8211; w&#228;hrend Tablets gleichzeitig den Umstieg vom analogen zum digitalen Medientr&#228;ger beschleunigen.</p>
<p>Hier die Pr&#228;sentation:</p>
<div id="__ss_5332244" style="width: 425px;"><object id="__sse5332244" classid="clsid:d27cdb6e-ae6d-11cf-96b8-444553540000" width="425" height="355" codebase="http://download.macromedia.com/pub/shockwave/cabs/flash/swflash.cab#version=6,0,40,0"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowScriptAccess" value="always" /><param name="src" value="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=vdzpaidfinal-101001071507-phpapp01&amp;stripped_title=paid-content-prsentation&amp;userName=simio12" /><param name="name" value="__sse5332244" /><param name="allowfullscreen" value="true" /><embed id="__sse5332244" type="application/x-shockwave-flash" width="425" height="355" src="http://static.slidesharecdn.com/swf/ssplayer2.swf?doc=vdzpaidfinal-101001071507-phpapp01&amp;stripped_title=paid-content-prsentation&amp;userName=simio12" name="__sse5332244" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true"></embed></object></p>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34772&amp;md5=622724d855d179eddeb683b100fcc2d7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Pizza-Journalismus?</title>
		<link>http://carta.info/34050/pizza-journalismus/</link>
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		<pubDate>Sun, 19 Sep 2010 21:05:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Wolfgang Michal</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Auf dem Zukunftskongress der Freischreiber am vergangenen Samstag diskutierte ich mit meinem Kollegen Christoph Lixenfeld &#252;ber die Frage, ob Journalismus eine Dienstleistung ist wie Pizza verkaufen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/52fc54e9f24147a9b593d070e9c63324" alt="" width="1" height="1" />Ausgangspunkt und Anlass unseres Streitgespr&#228;chs war eine Frotzelei beim Vorbereitungstreffen f&#252;r den <a href="http://www.freischreiber.de/home/erste-eindr&#252;cke-vom-zukunftskongress-aktualisiert">Kongress</a>. Christoph Lixenfeld hatte mich angepflaumt, Journalismus sei doch auch nichts anderes als Pizza verkaufen. Wer als Journalist an eine h&#246;here Aufgabe glaube, habe illusion&#228;re Vorstellungen von seinem Beruf. „Dienst am Kunden“ sei deshalb auch im Journalismus das oberste Prinzip.</p>
<p>Diese Meinung halte ich f&#252;r komplett falsch. Denn sie &#246;ffnet dem PR-„Journalismus“ T&#252;r und Tor. Sie f&#252;hrt zu reiner Auftragstexterei, zu Anpassung, Liebedienerei und geistiger Korruption. <strong>Eine solche Dienstleistungsauffassung ist nichts anderes als eine Rechtfertigungs-Ideologie </strong>f&#252;r die (vermutlich oft) am eigenen Leib erfahrene schwache Markt-Position freier Journalisten. Die Dienstleistungsideologie soll einen Zustand ertr&#228;glicher machen und sch&#246;n reden, der in Wahrheit unertr&#228;glich ist.</p>
<p>Worin unterscheidet sich nun der Journalismus vom Pizza verkaufen?</p>
<p>Zun&#228;chst mal im Belag. Wenn ich eine Pizza Quattro Stagioni bestelle, so erwarte ich als Auftraggeber oder Kunde, dass ich tats&#228;chlich eine Pizza Quattro Stagioni bekomme. Ich wei&#223;, wie eine solche Pizza aussehen muss, was drauf ist, wie sie schmeckt, und ich will exakt die Qualit&#228;t wieder haben, die ich andernorts schon mal serviert bekommen habe. Das hei&#223;t, der Kunde bestimmt den Inhalt der Dienstleistung bis ins Detail.</p>
<p>Ein Journalist aber, bei dem eine (journalistische) Pizza Quattro Stagioni bestellt wird, ist in einer v&#246;llig anderen Situation. Erstens sind bei ihm Auftraggeber und Kunde nicht ein- und dieselbe Person. Der Auftraggeber (die Redaktion bzw. der Verlag) hat m&#246;glicherweise ganz andere Vorstellungen von der Pizza als der eigentliche Kunde (der Leser bzw. der Verbraucher). Und die Zutaten der Pizza (die Wirklichkeiten) stehen nicht von vornherein fest, sondern m&#252;ssen erst noch ermittelt werden.</p>
<p><strong>Es kann also die merkw&#252;rdige Situation eintreten, dass der Auftraggeber (der Verlag) eine Pizza Quattro Stagioni bestellt, der Kunde (der Leser) in seiner Vorfreude eine Pizza Margherita erwartet, und der Journalist eine Pizza Tonno liefert.</strong> Solche Entt&#228;uschungen (sowohl des Auftraggebers als auch des Kunden) muss ein guter Journalist aushalten k&#246;nnen. Ein Dienstleister w&#252;rde damit garantiert Schiffbruch erleiden.</p>
<p>Ein guter Journalist ist deshalb (unter Umst&#228;nden) ein ganz schlechter Dienstleister (im herk&#246;mmlichen Sinn). Seine Qualit&#228;t besteht n&#228;mlich oft gerade darin, eigenm&#228;chtig zu handeln, dem Auftraggeber dazwischen zu quatschen, „unzuverl&#228;ssig“ zu sein, alles besser zu wissen, das Thema zu verfehlen und die W&#252;nsche der Kunden fr&#246;hlich zu ignorieren. Und das Wichtigste: Er muss sich diese <em>bodenlose Freiheit</em> &#8211; unter Hinnahme eventuell damit verbundener Nachteile &#8211; bewahren. Er ist in erster Linie seinem Stoff verpflichtet, und dieser Stoff ist die Wirklichkeit, die weder der Kunde noch der Auftraggeber vorher festlegen k&#246;nnen.</p>
<p>Die Wirklichkeit, werden nun praktisch denkende Kollegen sofort einwenden, erteilt aber leider keine Auftr&#228;ge. Ihr sind auch die Interessen der Verlage und die Vorlieben der Leser egal. Stimmt! Genau deshalb ist Journalismus mit dieser Kategorie <em>wesensverwandt</em>, nicht mit der vorhersehbaren, korrekten Dienstleistung.</p>
<p>Zweck einer guten Dienstleistung ist es, Auftraggeber und Kunden rundum zufrieden zu stellen, ihnen die W&#252;nsche von den Lippen abzulesen, keine Fragen zu stellen, willig zu funktionieren und das Erwartete perfekt und p&#252;nktlich abzuliefern.</p>
<p>Eine gute Dienstleistung sch&#228;tzt jeder von uns &#8211; wie gutes Handwerk. Aber mit Journalismus hat dieses wackere Ethos nichts zu tun. Journalisten sind Wirklichkeits-Vermittler, keine Pizzaverk&#228;ufer.</p>
<p><span style="color: #ffffff;">.</span></p>
<p><em><a href="http://www.magda.de/76/back/26/artikel/pizza-journalismus/">Crosspost</a></em>
<div class="tweetmeme_button" style="float: right; margin-left: 10px;">
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			</a>
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=34050&amp;md5=52912ebbb59dc972d1e44d1b584d2e0c" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Investigativer Journalismus – Presseschau IX – Wallraff, Wikileaks, Sachsensumpf</title>
		<link>http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/</link>
		<comments>http://carta.info/32554/investigativer-journalismus-presseschau-ix/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 20 Aug 2010 10:15:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Marvin Oppong</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Presseschau vom 28. Juli bis zum 20. August 2010 u.a. mit: G&#252;nter Wallraff, Wikileaks und dem Sachsensumpf.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/877c03dafe994339ad3c9d49a7378929" alt="" width="1" height="1" />Mehr &#252;ber die neuen Investigativ-Teams und die neue Bedeutung des investigativen Journalismus bei deutschen Verlagen erfuhr man bei <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/medien/wv-investigativer-journalismus-recherche-zu-verkaufen-1.980865" target="_blank">sueddeutsche.de</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,711837,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> deckte auf, dass das Land Baden-W&#252;rttemberg das umstrittene Bauprojekt &#8220;Stuttgart 21&#8243; mit einem Millionenauftrag rettete.</p>
<h4><strong>Politmagazine</strong></h4>
<p><a href="http://blog.br-online.de/report-muenchen/2010/08/16/neue-erkenntnisse-zu-den-deutschen-mafia-stutzpunkten.html" target="_blank">Report M&#252;nchen</a> liegen Abh&#246;rprotokolle der italienischen Polizei vor, von denen 100 Seiten die italienische Mafia in Deutschland betreffen. Mit Tierqu&#228;lerei in Putenmastbetrieben und Vorw&#252;rfen gegen die nieders&#228;chsiche Landwirtschaftsministerin Astrid Grotel&#252;schen befasste sich <a href="http://www.swr.de/report/-/id=233454/sgpaia/index.html" target="_blank">Report Mainz</a>. Die Arbeitswelt hinter der neuen Fassade von Schlecker war Thema bei <a href="http://www.wdr.de/tv/monitor//sendungen/2010/0819/schlecker.php5" target="_blank">Monitor</a>.</p>
<h4><strong>G&#252;nter Wallraff</strong></h4>
<p>Nachdem der <em><a href="http://www.spiegel.de/kultur/tv/0,1518,708317,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> dar&#252;ber berichtete, dass ein alter Wallraff-Film im Giftschrank des WDR verschwand, hob der Sender nun die Sperre auf, wie ebenfalls der <em><a href="http://www.spiegel.de/spiegel/vorab/0,1518,710662,00.html" target="_blank">Spiegel</a></em> herausfand. <a href="http://www3.ndr.de/sendungen/zapp/archiv/medien_politik/wallraff144.html" target="_blank">ZAPP</a> zeigte erstmalig und exklusiv Ausschnitte aus dem Film. Dar&#252;ber schrieben <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/ndr-zeigte-wallraff-als-bild-reporter_100029628.html?tx_ttnews[backPid]=23&amp;cHash=4e67bffaff" target="_blank">Meedia</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0813/medien/0038/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>.</p>
<p>Der <em><a href="http://zapp.blog.ndr.de/2010/08/17/bild/" target="_blank">Zapp-Blog</a></em> gab die Antwort auf die Frage &#8220;Wie konnte Wallraff bei der Bild-Zeitung in Hannover filmen?&#8221;.</p>
<h4><strong>Wikileaks</strong></h4>
<p>Der <em><a href="http://www.guardian.co.uk/media/2010/aug/13/wikileaks-reporters-without-borders" target="_blank">Guardian</a></em> und die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/schwarze-listen-der-taliban-befuerchtet/" target="_blank">taz</a></em> vermeldeten, dass Reporter ohne Grenzen Wikileaks f&#252;r die  Ver&#246;ffentlichung der Afghanistan-Warlogs kritisiert. Kritik an Wikileaks  war auch Thema in der <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/laecherliche-kritik/" target="_blank">taz</a></em> und in der <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-gruender-assange-enthueller-mit-umstrittener-mission-1.979935" target="_blank">S&#252;ddeutschen Zeitung</a></em>. Nachdem die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article8652928/Warum-die-Pentagon-Papers-brisanter-waren.html" target="_blank">Welt</a></em> dies schon einige Tage zuvor geschrieben hatte, berichtete auch die <em><a href="http://www.faz.net/s/Rub475F682E3FC24868A8A5276D4FB916D7/Doc~E318EEFDB9B224FB0A9C04BCD1378FEA0~ATpl~Ecommon~Scontent.html" target="_blank">Frankfurter Allgemeine Zeitung</a></em>, dass die Pentagon-Papiere relevanter gewesen seien als die Afghanistan-Warlogs. Ein interessanter Beitrag von <em><a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,708744,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> sammelte die Ansichten verschiedener US-amerikanischer Ex-Gener&#228;len zu Wikileaks Afghanistan-Ver&#246;ffentlichung.</p>
<p>Mit dem Wikileaks-Kopf Julian Assange befassten sich <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,708604,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>, die <em><a href="http://www.ftd.de/it-medien/medien-internet/:kopf-des-tages-julian-assange-der-wikileaks-ueberzeugungstaeter/50149067.html" target="_blank">Financial Times Deutschland</a></em> und der <em><a href="http://www.ksta.de/html/artikel/1280133199423.shtml" target="_blank">K&#246;lner Stadt-Anzeiger</a></em>.</p>
<p>In einem auch auf Englisch verf&#252;gbaren Bericht der schwedischen Zeitung <em><a href="http://www.sydsvenskan.se/kultur-och-nojen/article1196808/English-version-Swedish-law-does-not-protect-Wikileaks-sources.html" target="_blank">Sydsvenskan</a></em> hinterfragte diese die Sicherheit der Wikileaks-Plattform vor dem Hintergrund schwedischen Rechts. Mit den Finanzen von Wikileaks setzte sich die <em><a href="http://www.sueddeutsche.de/digital/wikileaks-finanzierung-die-spur-des-geldes-1.984781" target="_blank">S&#252;ddeutsche Zeitung</a></em> auseinander.</p>
<p>Das Vorgehen gegen Wikileaks war nur bei <em>Spiegel Online</em> Thema (<a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709225,00.html" target="_blank">I</a>,  <a href="http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,709446,00.html#ref=nldt" target="_blank">II</a>). Wie das FBI das Wikileaks-Leck finden soll, beschrieb der <em><a href="http://www.focus.de/politik/ausland/afghanistan/geheimdokumente-fbi-soll-das-wiki-leck-finden_aid_536321.html" target="_blank">Focus</a></em>. &#220;ber Wikileaks&#8217; &#8220;Lebensversicherung&#8221; berichteten die <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">taz</a></em> und <em><a href="http://www.taz.de/1/netz/netzpolitik/artikel/1/wikileaks-publiziert-lebensversicherung/" target="_blank">Zeit Online</a></em>. Das Pentagon verlangte Dokumente von Wikileaks zur&#252;ck, war bei <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,710471,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em> zu lesen.</p>
<p>Die schwedische Piratenpartei unterst&#252;tzt nun Wikileaks durch die Bereitstellung eines Servers, wie die <em><a href="http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/medien/schweden_piratenpartei_server_wikileaks_1.7250357.html" target="_blank">Neue Z&#252;rcher Zeitung</a></em> und die <em><a href="http://www.welt.de/politik/ausland/article9077296/Schwedens-Piraten-gewaehren-Wikileaks-Zuflucht.html" target="_blank">Welt</a></em> berichteten. Die thail&#228;ndische Regierung hingegen hat Wikileaks nun gesperrt, so <em><a href="http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,712472,00.html" target="_blank">Spiegel Online</a></em>. Der schwedische Dienst <a href="http://twitter.com/telecomix/status/21149744697" target="_blank">Telecomix</a> hilft Wikileaks, die Sperre zu &#252;berwinden.</p>
<h4><strong>Sachsensumpf</strong></h4>
<p>&#220;ber das Verfahren, in dem es auch um Verbindungen von hochrangigen Vertretern der Justiz zum Rotlichtmilieu ging, informierten unter anderem die <em><a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/pressefreiheit-vor-gericht/" target="_blank">taz</a></em> und die <em><a href="http://www.berlinonline.de/berliner-zeitung/archiv/.bin/dump.fcgi/2010/0729/medien/0055/index.html" target="_blank">Berliner Zeitung</a></em>. Im Vorfeld des Urteils forderten der <a href="http://www.djv.de/SingleNews.20+M506f521d316.0.html" target="_blank">Deutsche Journalisten-Verband</a> und <a href="http://www.reporter-ohne-grenzen.de/presse/pressemitteilungen/news-nachrichten-single/browse/1/article/9/prozess-gegen-zwei-journalisten-in-der-sachsen-sumpf-affaere-rog-fordert-freispruch.html" target="_blank">Reporter ohne Grenzen</a> Freispr&#252;che f&#252;r die beiden angeklagten und mittlerweile verurteilten Journalisten. Die <em><a href="http://www.welt.de/aktuell/article9006377/Presserat-ruegt-Sachsensumpf-Urteil-als-Angriff-auf-Pressefreiheit.html" target="_blank">Welt</a></em> berichtete &#252;ber die Kritik des Presserates, <em><a href="http://meedia.de/nc/details-topstory/article/sachsensumpf--geldstrafe-fr-journalisten_100029652.html?tx_ttnews%5bbackPid%5d=62&amp;cHash=0255938c31" target="_blank">Meedia</a></em> &#252;ber die Kritik von Reporter ohne Grenzen am Sachsensumpf-Urteil, welche <a href="http://www.zeit.de/online/2008/27/sachsensumpf-jasmin"><em>Zeit Online</em></a> kommentierte.
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</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=32554&amp;md5=607a9ca017d279c02fa727c0959b8dd3" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<item>
		<title>Burda-Vorstand zum Leistungsschutzrecht: Die “gesetzliche Einf&#252;hrung von Paid Content”</title>
		<link>http://carta.info/31685/burda-vorstand-leistungsschutzrecht-ist-letztlich-gesetzlich-eingefuehrter-paid-content/</link>
		<comments>http://carta.info/31685/burda-vorstand-leistungsschutzrecht-ist-letztlich-gesetzlich-eingefuehrter-paid-content/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 05 Aug 2010 11:43:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Helmut Hartung</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Paid Content]]></category>
		<category><![CDATA[Robert Schweizer]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://carta.info/?p=31685</guid>
		<description><![CDATA[Robert Schweizer, Rechtsvorstand bei Burda, erkl&#228;rt noch einmal das Leistungsschutzrecht: &#220;ber die gesetzliche Einf&#252;hrung eines neues Gesch&#228;ftsmodells, ausschlie&#223;liche Verwertungsrechte, das nicht vorhandene Zitatrecht von Suchmaschinen und die unternehmerische Leistung der Presseverlage.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/6a69492b71a64837af23fc9aec1755d5" alt="" width="1" height="1" /><em>Helmut Hartung: Herr Schweizer, was ist der Sinn und Zweck des von den Verlagern angestrebten Leistungsschutzrechts?</em></p>
<p>Robert Schweizer: Kurz formuliert: Das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger soll die von den Verlagen oftmals unter hohem finanziellen Risiko erbrachten unternehmerischen Leistungen f&#252;r Print- und elektronische Werke anerkennen.</p>
<p>Also unternehmerische Leistungen wie insbesondere:</p>
<ul>
<li>„oberste geistige F&#252;hrung“, wie es in Rechsprechung und Literatur hei&#223;t,</li>
<li>Aufbau und Erhaltung von Redaktion und Marke,</li>
<li>technische Herstellung,</li>
<li>Werbung und Vertrieb,</li>
<li>Verwaltung.</li>
</ul>
<div id="attachment_23885" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/schweizer.jpg"><img class="size-full wp-image-23885" title="robert schweizer" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/03/schweizer.jpg" alt="robert schweizer" width="300" height="269" /></a><p class="wp-caption-text">Robert Schweizer: Letztlich wird gesetzlich ein Paid Content eingef&#252;hrt. (Foto: Burda)</p></div>
<p>Die Verleger formulieren mit anderen Worten auch, dass Schutzgegenstand die wirtschaftliche und organisatorische Leistung ist, die der Presseverleger f&#252;r die Herstellung des Presseerzeugnisses erbringt. Dieses Verst&#228;ndnis wirft &#8211; wie nahezu jede Definition &#8211; durchaus noch Einzelfragen auf. So sind Begriffe wie „Presseverleger“ und „Presseerzeugnis“ zu konkretisieren. Die Verleger haben &#8211; weitgehend gemeinsam mit den Journalistengewerkschaften &#8211; auch insoweit bereits vorgearbeitet.</p>
<p><em>Wie soll das Leistungsschutzrecht im Kern gesetzlich definiert sein?</em></p>
<p>Die Verleger schlagen im Kern eine Gesetzesformulierung vor, die zur Vereinfachung weitgehend die Formulierung bereits bestehender Leistungsschutzrechte &#252;bernimmt: „Der Presseverleger hat das ausschlie&#223;liche Recht, das Presseerzeugnis oder Teile daraus zu vervielf&#228;ltigen, zu verbreiten und &#246;ffentlich wiederzugeben.“</p>
<p><em>Hei&#223;t „ausschlie&#223;lich“, dass au&#223;er dem Verleger niemand mehr Rechte hat?</em></p>
<p>Nein. Das Adjektiv „ausschlie&#223;lich“ haben die Verleger in ihrem Vorschlag aus den eingef&#252;hrten Definitionen bereits anerkannter Leistungsschutzrechte &#252;bernommen. Aus einer ganzen Reihe von Gr&#252;nden war und ist es notwendig, bei dem vom Gesetzgeber schon immer verwendeten Ausdruck zu bleiben.</p>
<p>Allerdings, der Ausdruck wird zur Zeit &#246;fters missverstanden. So wird zu Unrecht angenommen, Autoren d&#252;rften ihre Texte nach dem Entwurf der Verleger selbst dann nicht mehrfach verwerten, wenn sie dem Verlag kein Exklusivrecht einger&#228;umt haben; und es wird aus dem Adjektiv „ausschlie&#223;lich“ beispielsweise eine &#8211; von den Verlegern nicht gewollte &#8211; Monopolisierung der Sprache abgeleitet. Beides stimmt nicht.</p>
<p>Das Leistungsschutzrecht betrifft nur die konkrete redaktionell gestaltete Festlegung. Die Passage ist vielleicht besser verst&#228;ndlich, wenn diese so gelesen wird: „Der Presseverleger und nur er hat das Recht, sein Presseerzeugnis oder Teile aus seinem Presseerzeugnis &#8230;“.</p>
<p><em>K&#246;nnen Sie in wenigen S&#228;tzen den Unterschied zwischen Leistungsschutzrecht und Urheberrecht klarstellen?</em></p>
<p>Das Urheberrecht der Journalistinnen und Journalisten sch&#252;tzt die geistige Sch&#246;pfung. Das Leistungsschutzrecht ist dagegen kein Urheberrecht, sondern dem Urheberrecht nur verwandt. Es sch&#252;tzt die verlegerische Leistung und besteht unabh&#228;ngig von der Sch&#246;pfungsh&#246;he.</p>
<p>Die Rechte erg&#228;nzen sich. Das Urheberrecht sch&#252;tzt die geistige Leistung der Journalisten bis zu einem gewissen Grade. Das Leistungsschutzrecht der Presseverlage sch&#252;tzt dagegen die unternehmerischen Leistungen der Verlage, die das Urheberrecht der Journalisten nicht im Sinn hat.</p>
<p>Oder aus anderer Sicht: <strong>Der Journalist ben&#246;tigt grunds&#228;tzlich den Verlag, um seine Leistung zur Geltung zu bringen</strong> und der Verlag kommt, wie noch zu zeigen sein wird, ohne den Schutz seiner Leistung nicht aus.</p>
<p><em>Besteht der Sinn und Zweck des Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverlage im Klartext nicht lediglich darin, an Geld zu kommen?</em></p>
<p>Nein. Die Einnahmen bilden eine Konsequenz aus der sachlich gebotenen, aber noch fehlenden Anerkennung des Leistungsschutzrechts.</p>
<p>Es ist richtig, dass st&#228;ndig (und mit Recht) beklagt wird, die Verlage k&#246;nnten ihre gro&#223;en Erfolge im Internet nicht refinanzieren. Vertriebserl&#246;se fehlen weitgehend und mit Werbung verdienen die Verlage im Internet f&#252;r sich zusammen nur 200 Millionen Euro, <strong>obwohl sie fr&#252;hzeitig und innovativ ins Netz gingen, neue Zielgruppen erreichen</strong> und die gro&#223;en Angebote wie Chip-, Bild-, Spiegel-, Focus- und Welt-Online durchschnittlich jeweils Reichweiten von 10 Millionen Unique Usern pro Monat erzielen. Chip Online hatte schon bei der ersten AGOF-Z&#228;hlung in diesem Jahr 12,17 Unique User.</p>
<p>Dennoch arbeiten die allermeisten journalistischen Webseiten finanziell mit Verlusten. Von diesen Leistungen der Verlage profitieren andere, insbesondere die Suchmaschinen um ein Vielfaches mehr als die Verlage; und dies alles entwicklungsbedingt bei st&#228;ndig zur&#252;ckgehenden Vertriebserl&#246;sen und Werbeeinnahmen im Printbereich.</p>
<p>Aber <strong>die missliche finanzielle Situation darf nicht zu der irrigen Annahme f&#252;hren, es gehe nur ums Geld.</strong> Die finanzielle Situation veranschaulicht „lediglich“, dass die technikbedingte Entwicklung verlangt, sich mit dem Leistungsschutzrecht zu befassen.</p>
<p><em>Aber es werden von Verlagen doch immer wieder Rekordergebnisse gemeldet?</em></p>
<p>Die elektronischen Presse wird noch quersubventioniert. Quersubventioniert wird vor allem mit nichtjournalistischen Digitalgesch&#228;ften wie E-Commerce, Bewertungsportalen, Vermarktungen und Portalen f&#252;r Werberubriken. Der Journalismus<strong> l&#228;uft Gefahr, dass die Subventionierung aus wirtschaftlichen Gr&#252;nden und mangels Anerkennung journalistischer Leistungen nach und nach eingeschr&#228;nkt wird.</strong></p>
<p>Den privaten Fernsehsendern hat das Bundeskartellamt schon entgegengehalten, ihre Sendungen seien ein „Werbebegleitprogramm“. Es kann nicht Ziel des Journalismus sein, dies versteht sich von selbst, in einem abwertenden Sinne teilweise Begleitprogramm f&#252;r die subventionierenden Digitalgesch&#228;fte der Verlage zu sein.</p>
<p><em>Wieso verbessert das Leistungsschutzrecht die Situation der Presseverleger?</em></p>
<p>Wer ein Leistungsschutzrecht verletzt, muss in Form einer angemessenen Verg&#252;tung Schadensersatz leisten; das hei&#223;t im Ergebnis eine Lizenzgeb&#252;hr entrichten.</p>
<p>Das hei&#223;t &#8211; <strong>letztlich wird recht einfach gesetzlich ein Paid Content eingef&#252;hrt:</strong> Ist erst ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Verlage gesetzlich verankert, tut derjenige, der Presseerzeugnisse gewerblich nutzen will, gut daran, mit der Presse eine angemessene Verg&#252;tung zu vereinbaren. Der Verlag kann, verf&#252;gt er erst &#252;ber ein Leistungsschutzrecht, gegen die Nutznie&#223;er seiner Leistung grunds&#228;tzlich ohne gr&#246;&#223;ere Hindernisse vorgehen. Folglich empfiehlt sich f&#252;r die Nutzer, sich mit den Verlagen im vorhinein zu einigen.</p>
<p><em>Bei der Anh&#246;rung des Bundesjustizministeriums am 28. Juni in Berlin haben Sie &#8211; wohl als erster &#8211; das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage in einen gesamthistorischen Zusammenhang gestellt. Wie sieht dieser Ansatz aus, und welche Erkenntnisse ergeben sich aus ihm?</em></p>
<p>Am besten verst&#228;ndlich wird die Forderung nach einem Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger, wenn diese Forderung zun&#228;chst im historischen Zusammenhang gesehen wird. Seit wann gibt es &#252;berhaupt Leistungsschutzrechte? Leistungsschutzrechte wurden erst nach und nach eingef&#252;hrt, je nachdem, wann sich durch eine &#8211; meist technische &#8211; Entwicklung eine L&#252;cke zur Wahrung berechtigter Interessen von Werkmittlern aufgetan hat. Es begann im Wesentlichen mit Leistungsschutzrechten f&#252;r Tontr&#228;ger.</p>
<p>Solange Dirigenten, Musiker und S&#228;nger nur original zu h&#246;ren waren, bestand kein Bedarf f&#252;r ein Tontr&#228;ger-Leistungsschutzrecht. Erst als die Leistungen der aus&#252;benden K&#252;nstler mit Tontr&#228;gern einer Vielzahl von Personen vermittelt werden konnten, entstand ein berechtigtes Interesse, neben den Urhebern die Tontr&#228;gerhersteller zu sch&#252;tzen.</p>
<p>Historisch kann es nicht &#252;berraschen, wenn der neue Verbreitungsweg Internet in diesem Sinne ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage nach sich ziehen muss.</p>
<p>Leistungsschutzrechte f&#252;r die Presse sollen insbesondere eingreifen, weil die technische Entwicklung &#252;ber die rein analoge Welt hinweggegangen ist und eine Anpassung verlangt, um die &#246;ffentlichen Aufgaben der Presse weiterhin erf&#252;llen zu k&#246;nnen. So etwa die &#246;ffentliche Aufgabe, mit einem Qualit&#228;tsjournalismus die f&#252;r einen demokratischen Rechtsstaat schlechthin konstituierende Pressefreiheit zu realisieren.</p>
<p><em>Wird der von Ihnen genannte Sinn und Zweck des  Leistungsschutzrechts dadurch konterkariert, dass mit dem  Leistungsschutzrecht das Netz als freier</em><em> Diskussionsraum endet?</em></p>
<p>Sicher nicht. Es reicht bereits aus zu bedenken: Zum einen soll die  private Nutzung nicht durch das Leistungsschutzrecht behindert werden,  und zum anderen wird gegen&#252;ber gewerblichen Nutzern mit der angemessenen  Verg&#252;tung nur ein fair share angestrebt. <strong>Insbesondere wird die wirtschaftliche Grundlage der Suchmaschinen sicher nicht in Frage gestellt.</strong></p>
<p>Selbst Blogger k&#246;nnen unter bestimmten Voraussetzungen das  Leistungsschutzrecht f&#252;r sich beanspruchen. Das Leistungsschutzrecht f&#252;r  Verlage umfasst Presseerzeugnisse und Presseerzeugnis ist auch, was  allein digital verbreitet wird. Einem Blogger soll nach den bislang  vorgesehenen Definitionen ein Leistungsschutzrecht f&#252;r journalistische  Beitr&#228;ge zustehen, die redaktionell gestaltet sind und periodisch unter  einem Titel erscheinen.</p>
<p><em>Wird jedoch das Zitatrecht eingeschr&#228;nkt?</em></p>
<p>So oft dieser Einwand immer und immer wiederkehrt, so unzutreffend  ist er. Noch nie haben die Verlage ge&#228;u&#223;ert, das Zitatrecht solle  eingeschr&#228;nkt werden. Eine Einschr&#228;nkung w&#252;rde gar nicht dem verfolgten  Zweck entsprechen.</p>
<p>Da nur ein gesetzgeberischer R&#252;ckstand aufgeholt werden soll,  versteht es sich von selbst, dass presserechtliche Institute wie das  Zitatrecht fortbestehen.</p>
<p>Das Thema „Zitatrecht“ geh&#246;rt zu der Frage, ob das  Leistungsschutzrecht die Schrankensystematik des Urhebergesetzes  aufheben oder erweitern will. Die Schrankenregelungen des  Urheberrechtsgesetzes sollen grunds&#228;tzlich bestehen bleiben; eben auch  das Zitatrecht.</p>
<p><strong>Wer einwendet, das Zitatrecht solle  abgeschafft werden, missversteht vielleicht das Zitatrecht. Er denkt  vermutlich, News-Aggregatoren und Suchmaschinen w&#252;rden doch generell nur  zitieren.</strong> Wer so denkt, irrt. Zitiert wird im Rahmen  urheberrechtlich gesch&#252;tzter Werke. News-Aggregatoren und Suchmaschinen  stellen jedoch keine urheberrechtlich gesch&#252;tzten Werke her.</p>
<p><em>Die Hauptkritik ist, die Verleger seien einfallslos und verf&#252;gten nicht &#252;ber die Phantasie, neue Gesch&#228;ftsmodelle zu finden.</em></p>
<p>Der  Vorschlag, ein Leistungsschutzrecht einzuf&#252;hren, ist kein Zeichen der  Einfallslosigkeit und des Fehlens eines Gesch&#228;ftsmodells. Nein, ganz im  Gegenteil: <strong>Das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage stellt das Gesch&#228;ftsmodell dar</strong>, welches das Gesetz bereits vorgegeben hat.</p>
<p>So, wie f&#252;r die Vermittlung von Leistungen durch Tontr&#228;ger ein  Leistungsschutzrecht ein angemessenes Gesch&#228;ftsmodell war und ist,  bildet nun ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverlage ein Gesch&#228;ftsmodell. Historisch und methodisch ist es das Beste, dieses Gesch&#228;ftsmodell zu w&#228;hlen.</p>
<p>Die Einheit der Geschichte, die Einheit der Rechtsordnung und die  Klarheit der Systeme verlangen, das Gesch&#228;ftsmodell des  Leistungsschutzrechts zu &#252;bernehmen. Etwas Anderes w&#228;re erst  gerechtfertigt, wenn insgesamt das System der Ordnung mit  Leistungsschutzrechten abgeschafft und durch ein neues System ersetzt  werden k&#246;nnte und m&#252;sste. Daran wird jedoch nirgends gedacht. Warum  sollte es auch anders sein.</p>
<p>Wer will denn die Meinung vertreten,  die Leistungen der Werkmittler seien erw&#252;nscht, ja sogar erforderlich,  aber die Werkmittler h&#228;tten kostenlos zu leisten &#8211; und das insbesondere  bei Leistungen, welche f&#252;r den demokratischen Rechtsstaat schlechthin  konstituierend sind.</p>
<p><a href="http://www.promedia-berlin.de/"><img class="alignleft size-full wp-image-31563" title="promedia08" src="http://carta.info/carta/wp-content/uploads/2010/08/promedia08.jpg" alt="" width="120" height="170" /></a></p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
<p><em>Dies ist eine gek&#252;rzte Fassung des Interviews von Helmut Hartung mit Prof. Dr. Robert Schweizer, Vorstand Recht (Assoziiertes Mitglied) bei Hubert Burda Media. Es erschien unter dem Titel „Letztlich wird gesetzlich ein Paid Content eingef&#252;hrt“ im medienpolitischen Fachmagazin <a href="http://www.promedia-berlin.de/">promedia</a>, Ausgabe 08/2010, das mit Carta kooperiert.</em></p>
<p style="margin-bottom: 1em;">
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<p><small>
<a href="http://carta.info/31685/burda-vorstand-leistungsschutzrecht-ist-letztlich-gesetzlich-eingefuehrter-paid-content/">Burda-Vorstand zum Leistungsschutzrecht: Die “gesetzliche Einf&#252;hrung von Paid Content”</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/31685/burda-vorstand-leistungsschutzrecht-ist-letztlich-gesetzlich-eingefuehrter-paid-content/#comments">54 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=31685&amp;md5=7d5e1906e22149cd59907b337ab0e0e7" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Offener Brief an die Bundesjustizministerin: 6 Fragen zum Leistungsschutzrecht</title>
		<link>http://carta.info/29093/offener-brief-an-die-bundesjustizministerin-6-fragen-zum-leistungsschutzrecht/</link>
		<comments>http://carta.info/29093/offener-brief-an-die-bundesjustizministerin-6-fragen-zum-leistungsschutzrecht/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 16 Jun 2010 14:34:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Ehmann</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger]]></category>
		<category><![CDATA[Verlage]]></category>

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		<description><![CDATA[Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hat sich in ihrer "Berliner Rede zum Urheberrecht" f&#252;r ein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger ausgesprochen. Dies wirft viele Fragen auf: Wie passt das Leistungsschutzrecht zur in der Rede dargestellten zentralen Rolle des Urhebers in der kommenden Urheberrechtsnovelle? Welche Konsequenz wird aus dem BGH-Urteil zur Bildersuche gezogen?]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/a69a46513c60437889174dc7202d77af" width="1" height="1" alt=""/>Sehr geehrte Frau Ministerin,</p>
<p>ich muss zugeben, Sie haben mich verwirrt: Im Laufe Ihrer ausgewogen erscheinenden <a href="http://carta.info/28713/carta-streamt-die-berliner-rede-zum-urheberrecht-der-bundesjustizministerin/">Rede</a> haben Sie so oft betont, dass der Urheber im Zentrum unserer Aufmerksamkeit stehen muss, dass ich schon fest mit einer Absage an das Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger gerechnet habe. In einer &#252;berraschenden Wendung hie&#223; es dann pl&#246;tzlich, auch die <a href="http://carta.info/28973/justizministerin-daempft-verlegerhoffnungen-auf-finanzielle-wunder-durchs-leistungsschutzrecht/">Leistung der Vermittler</a> m&#252;sse <a href="http://carta.info/27393/leistungsschutzrecht-presseverlage-wollen-zwangsabgaben-statt-marktloesung/">gesch&#252;tzt</a> werden und es bestehe insoweit eine Schutzl&#252;cke. In diesem Zusammenhang erlauben Sie mir einige Fragen:</p>
<p><em>1. Welche L&#252;cke schlie&#223;en Sie als n&#228;chstes?</em></p>
<p>Schlie&#223;en wollen Sie eine vermeintliche L&#252;cke durch einen Schutz f&#252;r Presseverleger. Anders als anderen Werkvermittlern, wie z.B. Sendeunternehmen und Tontr&#228;gerherstellern stehe Ihnen derzeit kein Schutzrecht zu. Hierzu ist anzumerken, dass gleiches f&#252;r den Buchverleger (auch wenn sie selbst kein Schutzrecht f&#252;r sich beanspruchen), den Suchmaschinenbetreiber, Aggregatoren und f&#252;r viele andere Branchen rund um die Themen immaterielle Leistung und Vermittlung immaterieller Leistungen gilt. M&#252;ssen nun (nach dem Gleichheitsprinzip) alle gesch&#252;tzt werden, weil einige bereits gesch&#252;tzt sind oder ist es nicht eher so, dass <strong>jedes Schutzrecht aus sich selbst heraus gerechtfertigt</strong> werden muss?</p>
<p><em>2. Was wird &#252;berhaupt gesch&#252;tzt?</em></p>
<p>Auch ein immaterieller Schutz braucht sichtbare Grenzen. Allein aus diesem Grund sch&#252;tzt auch das Urheberrecht nicht den Werkgenuss, der sich regelm&#228;&#223;ig im Privaten vollzieht, sondern kn&#252;pft an das (bis vor kurzem) sichtbare Vervielf&#228;ltigen und Verbreiten an. Aus dem gleichem Grund wurde die Privatkopie durch eine verg&#252;tungspflichtige Schranke erlaubt. So wird ein Schutzgegenstand definiert, der die Grenzen zwischen Verbotenem und Erlaubtem erkennbar macht. </p>
<p>Die verlegerische Leistung erf&#228;hrt dagegen keinerlei Verk&#246;rperung. Allenfalls das Layout bietet eine Ankn&#252;pfung, doch dieser Schutz ist wirkungslos, wie man in Gro&#223;britannien sieht. <strong>Ohne Verk&#246;rperung wird das Recht diffus bleiben. Niemand wird wissen, was genau erlaubt und verboten ist.</strong> Die entstehende Grauzone werden diejenigen nutzen, die f&#252;r die Rechtsunklarheit eintreten und die sich Gerichtsverfahren leisten k&#246;nnen. Die fehlende Verk&#246;rperung unterscheidet im &#220;brigen die verlegerische Leistung ganz erheblich von der Leistung des Tontr&#228;gerherstellers, der ein Masterband hervorbringt, dessen Herkunft durch die Qualit&#228;t der Aufnahme feststellbar ist. Diese Aufnahme ist das, was teuer ist. Sie ist zurecht gesch&#252;tzt.</p>
<p><em>3. Wie trennen Sie die verlegerische Leistung von der des Urhebers?</em></p>
<p>In ihrer Rede haben Sie den Urheber als zentrale Person des Urheberrechts dargestellt. Was bleibt davon, wenn Sie das Urheberrecht durch ein Leistungsschutzrecht entwerten? Das Nebeneinander verschiedener Leistungen ist das eine, doch die <strong>Verk&#246;rperung erfolgt regelm&#228;&#223;ig in <em>einem</em> Produkt</strong>. Wer dieses verwerten will, wird nun zwei Lizenzen ben&#246;tigen. Wird der Urheber ein nach § 38 oder § 41 oder § 42 UrhG an ihn zur&#252;ckgefallenes Recht nicht mehr nutzen k&#246;nnen, ohne Zustimmung des Verlegers?</p>
<p><em>4. Ist das Leistungsschutzrecht nicht eine Subvention?</em></p>
<p>Sie gei&#223;eln die Kulturflatrate mit guten Argumenten als „Zwangskollektivierung“. Auch weisen Sie zurecht darauf hin, dass der Wettbewerb die Antwort darauf geben muss, welche Produktions- und Vertriebsmethoden sich k&#252;nftig durchsetzen. Wie passt das zum Leistungsschutzrecht? Was ist das Leistungsschutzrecht anderes als eine Subvention &#8211; eine Kulturflatrate f&#252;r einen Teilmarkt? </p>
<p>Das Leistungsschutzrecht soll, soviel ist gekl&#228;rt, zu zus&#228;tzlichen Einnahmen &#252;ber eine neu zu gr&#252;ndende Verwertungsgesellschaft VG Presse online f&#252;hren. Die Zeche zahlt der Nutzer und er hat dabei keine Wahl. Er kann sich nicht f&#252;r oder gegen einen entgeltlichen Vertrag entscheiden, weil Sie ihm die Entscheidungskompetenz absprechen. Das ist nicht liberal. F&#252;r den Nutzer ist es egal, ob er mehr Steuern zahlt oder ob eine Subvention f&#252;r Presseverleger in seinem Internetanschluss eingepreist ist. Stand die FDP nicht einmal f&#252;r Steuersenkungen?</p>
<p><em>5. Warum mehr Geld f&#252;r die Aktion&#228;re der Axel-Springer AG und warum nicht mehr Geld f&#252;r Autoren?</em></p>
<p>Da es beim Leistungsschutzrecht unstreitig darum geht, mehr Geld in den Markt f&#252;r Tagesinformationen zu pumpen, stellt sich auch hier die Frage nach der Verteilungsgerechtigkeit, die Sie an anderer Stelle, nicht aber beim Leistungsschutzrecht bem&#252;ht haben. Wollen Sie „Snippets“ verg&#252;tungspflichtig machen, so w&#228;re dies einfacher &#252;ber das Urheberrecht darstellbar. Dann w&#252;rde die Verteilung &#252;ber die VG Wort zu einer Quote 70:30 f&#252;r die Autoren erfolgen. Mehr Geld f&#252;r Autoren w&#228;re immerhin ein legitimes Ziel, denn Journalisten verdienen zu wenig. Die f&#252;r das Leistungsschutzrecht an vorderster Front k&#228;mpfende Axel-Springer AG liefert dagegen ein Rekordquartal nach dem anderen. Wem hilft es, wenn wir &#252;ber die Geb&#252;hren von Internetanschl&#252;ssen die Aktion&#228;re der Axel-Springer AG reicher machen?</p>
<p><em>6. Was ist mit der Einwilligung?</em></p>
<p>Es wurde bereits unz&#228;hlige Male geschrieben: Verleger k&#246;nnen Google ausschlie&#223;en. Und es ist rechtlich relevant, wenn sie das nicht tun, wie der BGH in seiner <a href="http://carta.info/28112/eine-hohle-nuss-das-leistungsschutzrecht-nach-dem-bgh-urteil-zur-google-bildersuche/">Entscheidung</a> vom 28.4.2010 zweifelsfrei entschieden hat. <strong>Niemand kann gleichzeitig etwas erlauben und f&#252;r einen vermeintlichen Eingriff kassieren</strong>. Denn das w&#228;re widerspr&#252;chliches Verhalten, dessen gesetzgeberische Anordnung seinerseits widerspr&#252;chlich w&#228;re. Hier krankt das Konzept an seinen Wurzeln. Das ist nicht l&#246;sbar, ohne das Recht als solches zu verbiegen.</p>
<p><strong> </strong><br />
Frau Ministerin, diesen Knoten l&#246;sen Sie nur, indem Sie ihn durchschlagen. Wir brauchen ein reformiertes Urheberrecht f&#252;r unsere Zukunft im internationalen Wettbewerb. Wir brauchen kein Leistungsschutzrecht f&#252;r Presseverleger. Wir brauchen unser aller Wissen im Netz, f&#252;r die bestm&#246;gliche Nutzung dessen, was Sie als Schwarmintelligenz bezeichnen, und gleicherma&#223;en f&#252;r individuelle Sch&#246;pfungen. Die Wege sind gezeichnet, an Experten mangelt es nicht. Die Wittem-Group hat einen <a href="http://www.copyrightcode.eu">Vorschlag</a> gemacht – warum folgen wir Lobbyisten statt unseren besten K&#246;pfen?</p>
<p>Mit freundlichen Gr&#252;&#223;en,<br />
Timo Ehmann</p>
<p><strong> </strong><br />
<em>Gastbeitrag von Timo Ehmann. Er ist Rechtsanwalt in M&#252;nchen, promovierte am Max-Planck-Institut f&#252;r Geistiges Eigentum zum Schutz von Datenbanken und gr&#252;ndete 2009 das juristische Internetportal <a href="http://www.jusmeum.de">JUSMEUM</a>.</em></p>
<p>Erg&#228;nzung: Ein ausf&#252;hrlicher Beitrag zur &#8220;<a href="http://www.kommunikationundrecht.de/archiv/pages/show.php?timer=1260795904&#038;deph=0&#038;id=68501&#038;currPage=1">Erforderlichkeit eines Leistungsschutzrechts f&#252;r Presseverleger</a>&#8221; von Timo Ehmann und Emese Szilagyi ist in Ausgabe 2/2009 der Zeitschrift <em>Kommunikation und Recht</em> erschienen. (<a href="http://twitter.com/iljabraun/status/16312332405">via</a>)
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<a href="http://carta.info/29093/offener-brief-an-die-bundesjustizministerin-6-fragen-zum-leistungsschutzrecht/">Offener Brief an die Bundesjustizministerin: 6 Fragen zum Leistungsschutzrecht</a> on <a href="http://carta.info">CARTA</a> | <a href="http://carta.info/29093/offener-brief-an-die-bundesjustizministerin-6-fragen-zum-leistungsschutzrecht/#comments">17 comments</a>
</small></p> <p><a href="http://carta.info/carta/?flattrss_redirect&amp;id=29093&amp;md5=391038b2fc015c16e1eabf75f89984ee" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://carta.info/carta/wp-content/plugins/flattr/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Besser als ein Leistungsschutzrecht ist eine einfache, standardisierte Bezahlplattform</title>
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		<pubDate>Fri, 11 Jun 2010 10:45:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Matthias Schwenk</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Verlage in Deutschland brauchen kein Leistungsschutzrecht f&#252;r das Internet. Ihnen fehlt es an Phantasie und einer einheitlichen Bezahlplattform, mit der Paid Content so einfach wie in Apples iTunes wird.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img src="http://vg07.met.vgwort.de/na/b35a4c2774ed4e95a12c73eeefd1255b" alt="" width="1" height="1" />Der Lobbyismus deutscher Verleger um ein <a href="http://carta.info/28724/die-verleger-fordern-eher-zu-wenig-das-leistungsschutzrecht-und-der-versuch-mit-informationen-geld-zu-verdienen/">Leistungsschutzrecht</a> f&#252;r ihre Branche ist eine unw&#252;rdige und unn&#246;tige Veranstaltung. Ein solches Gesetz wird &#252;berhaupt nicht gebraucht, da der Markt die Dinge sehr wohl zugunsten der Verlage w&#252;rde richten k&#246;nnen.</p>
<p>Das Wesentliche, was dazu fehlt, ist eine branchen&#252;bergreifende, standardisierte Plattform f&#252;r das Bezahlen im Internet, die so einfach funktioniert wie Apples <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/ITunes">iTunes</a>. W&#252;rden sich alle Verlage und Medienh&#228;user verbindlich mit ihren Medien daran beteiligen, k&#246;nnten die Leser im Web <strong>mit einem einzigen Account &#252;berall einkaufen</strong>: Hier einen einzelnen Artikel, dort ein Abonnement und wieder woanders eine Sonderedition.</p>
<p>Eine Medienbezahlplattform mit Akzeptanz bei den Usern m&#252;sste dabei nicht auf Zeitungen oder Zeitschriften beschr&#228;nkt bleiben: Sie k&#246;nnte (nach und nach) auf verwandte Gattungen ausgedehnt werden, etwa auf die Buchverlage oder Anbieter von Musik oder Filmen. Zu Ende gedacht k&#246;nnte schlie&#223;lich auch der Handel mit Waren partizipieren, so dass damit insgesamt ein bedeutendes deutsches Gegengewicht zu Apple und Amazon, den beiden auch hierzulande f&#252;hrenden Plattformen, entst&#252;nde. W&#228;re das nicht eine Vision?</p>
<p>Bei dieser L&#246;sung k&#246;nnte jeder beteiligte Verlag seine Preise autonom setzen und h&#228;tte bei jeder Buchung nur einen geringen Abzug, der f&#252;r die Betriebskosten der Bezahlplattform aufkommt. Nicht aber Abz&#252;ge im Bereich von 30 bis 40 Prozent, wie dies andernorts heute der Fall ist. Zudem entfiele hier das Problem der Zensur, so dass Bildzeitung oder Playboy sich mit ihren Inhalten am Geschmack der Leser orientieren k&#246;nnten und sich nicht den seltsamen und willk&#252;rlich anmutenden Standards eines einzelnen Firmenchefs in Amerika unterordnen m&#252;ssten.</p>
<p>Ganz nebenbei k&#246;nnte eine solche Plattform auch noch etwas f&#252;r den <a href="http://carta.info/28524/jmstv-erste-umsetzungsschritte-wurden-bereits-unternommen/">Jugendschutz</a> tun: Wer einen Account anlegen will, muss sein Alter &#252;berpr&#252;fen lassen, so dass sich in der Folge Minderj&#228;hrige vom Kauf ungeeigneter Inhalte abhalten lassen.</p>
<p>Nat&#252;rlich werden die Verleger argumentieren, dass das alles keinen Zweck habe, weil das Publikum f&#252;r Inhalte im Internet nicht bezahlen wolle. Aber stimmt das auch? Wer heute ein iPhone oder auch ein iPad nutzt, erkennt sofort, wie bequem hier eingekauft werden kann. Der Vorgang ist immer gleich, &#252;ber alle Inhalte oder Gattungen hinweg. Die <strong>Standardisierung und intuitive Einfachheit des Bezahlvorgangs</strong> macht es wohl aus, dass Apple damit in den USA zum <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/05/26/wegen-itunes-und-amazon-apple-im-visir-der-us-justiz/">gr&#246;&#223;ten Online-Musikh&#228;ndler</a> aufsteigen konnte und sein Angebot nun in alle anderen Richtungen digitaler Medieninhalte ausweitet. Das Gesch&#228;ft ist offensichtlich lukrativ, allem Filesharing &#252;ber andere Kan&#228;le zum Trotz.</p>
<p>Den deutschen Medienanbietern muss zudem auch entgegengehalten werden, dass sie in der Vergangenheit mit dem Internet nicht wirklich viel anfangen konnten und ihre Ans&#228;tze zu Paid Content daher auch eher phantasielos und lustlos gerieten. Tageszeitungen etwa in Form von Pdf-Dateien im Original-Layout der Printversion im Netz zu verkaufen war keine gute Idee: F&#252;r den Leser am Bildschirm war das nur eine Qu&#228;lerei und sicher nicht geeignet, das Publikum an Paid Content zu gew&#246;hnen. In Zukunft wird man sich mehr einfallen lassen m&#252;ssen und seine Inhalte so formen, dass sie so begehrenswert wie die Hardware von Apple wird.</p>
<p>Dass Paid Content funktionieren kann, zeigt aktuell das Magazin <em>Wired</em>, das von seiner <a href="http://twitter.com/chr1sa/status/15584396888">ersten Ausgabe auf dem iPad</a> vermutlich mehr Exemplare verkaufen wird als von der gedruckten Version. Verabsolutieren darf man dieses Beispiel nat&#252;rlich nicht. Es zeigt aber, dass Paid Content, immer in Kombination mit <a href="http://carta.info/24218/mehr-werbung-wagen-medien-internet/">Werbung</a> und auch einer teilweise frei zug&#228;nglichen <a href="http://www.wired.com">Version</a>, offenbar doch eine Zukunft hat.</p>
<p>Eine eigene Bezahlplattform h&#228;tte einen weiteren Vorteil: Sie w&#228;re vollkommen neutral in Sachen Werbung und Marktforschung. Apple n&#228;mlich k&#246;nnte das Ziel haben, f&#252;r seine <a href="http://mobile.venturebeat.com/2010/06/09/admob-ceo-on-apples-revised-advertising-rules-it-will-hurt-users-and-developers/">Applikationen im App Store</a> die Werbem&#246;glichkeiten auf das neue, hauseigene Programm iAds zu beschr&#228;nken und ist bereits dabei bestimmte Fremdanbieter bei der Datenerhebung auszuschlie&#223;en. Dies richtet sich nat&#252;rlich in erster Linie gegen <a href="http://tech.fortune.cnn.com/2010/06/10/feds-eye-apple-google-ad-war/">Google</a>, ist aber auch ein Affront gegen&#252;ber den Applikationsentwicklern und Inhalteanbietern, die sich in immer st&#228;rkerem Ma&#223; nach Vorgaben von Apple richten m&#252;ssen.</p>
<p>Wie gut w&#228;re es doch demgegen&#252;ber, man k&#246;nnte sich voll und ganz auf seine Seiten im Netz konzentrieren: Ein Medienanbieter muss hier nur auf die Darstellbarkeit seiner Inhalte in unterschiedlichen Browsern R&#252;cksicht nehmen und kann ansonsten Werbung einblenden wo und wie er will. Er muss keine Zensur f&#252;rchten und kann seinen Content teils frei, teils hinter die Bezahlschranke stellen, ja wenn es sie nur g&#228;be, die einheitliche, &#252;berall akzeptierte und vom Publikum gern genutzte Bezahll&#246;sung.</p>
<p>Da wir diese aber nicht haben und die Verleger lieber die Rechtsanw&#228;lte an Stelle der Programmierer bem&#252;hen, werden wir in Deutschland bald schon ein sch&#246;nes Leistungsrecht bekommen! Paid Content dagegen wird es in endlos fragmentierter Form geben, teils in Apples App Store (mit Zensur), teils bei Google Android (ohne Zensur) und sicher auch bald bei Microsoft, Nokia und anderen. Nat&#252;rlich wird die Hardware all dieser Anbieter untereinander immer weniger kompatibel sein, denn die einzelnen Bezahlplattformen wollen ja gesch&#252;tzt sein und was f&#252;r die Hardware gilt, wird f&#252;r die Medieninhalte erst recht gelten: <strong>Was auf einer Plattform gekauft wird, wird sich nur schwer oder gar nicht auf konkurrierende Plattformen migrieren lassen.</strong></p>
<p>Wollen wir das? Ist diese Perspektive wirklich im Sinne von Medienanbietern und ihren Kunden? Ganz sicher nicht. Aber vermutlich werden wir dieses Tal der Tr&#228;nen durchschreiten m&#252;ssen, weil Verlage und Verleger weithin immer noch kein Gesp&#252;r f&#252;r das Internet haben und sich mit einer Wagenburgmentalit&#228;t unter den Schutz von Gesetzen fl&#252;chten anstatt die Zukunft zu gestalten.
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